Google muss wegen Leistungsschutzrecht 500 Mio Euro Strafe in Frankreich zahlen.

Abgemahnt: Frankreichs Kartellbehörde verurteilt Google zur Zahlung von 500 Mio Euro Bußgeld. Hintergrund sind die schleppenden Verhandlungen zum Leistungsschutzrecht. Google sei der Aufforderung nicht nachgekommen, binnen drei Monaten mit allen Verlagen Gespräche aufzunehmen, wie deren Inhalte künftig vergütet werden sollen, heißt es von der Behörde.
spiegel.de, handelsblatt.com

YouTube muss für gesperrtes Video 100.000 Euro Ordnungsgeld zahlen.

YouTube: Das Oberlandesgericht Dresden verhängt gegen Googles Video-Plattform ein Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro, berichtet die "Welt am Sonntag". YouTube hatte ein Video über Corona-Proteste in der Schweiz gelöscht und mit "medizinischen Fehlinformationen" begründet. Das Gericht entschied am 20. April, dass YouTube das Video unmittelbar wieder online stellen muss, was aber erst am 14. Mai geschah.
welt.de

36 Bundesstaaten verklagen Google wegen App-Store-Gebahren.

Spielt ohne Regeln? 36 Bundesstaaten und Washington DC verklagen Google wegen vermeintlicher wettbewerbs­widriger Geschäfts­praktiken in seinem App-Store. Die Alphabet-Tochter zwinge Entwicklern ihren Google-Play-Store auf, wo sie eine "extravagante" Provision von bis zu 30 % einstreiche. Google sagt, die Klage ignoriere, dass es mit Apple konkurriere.
bloomberg.com via handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Donald Trump verklagt Twitter, Facebook und Google.

Blockiert: Ex-US-Präsident Donald Trump hat eine Sammelklage gegen Twitter, Facebook und Google angekündigt. Er will gegen die Sperrungen seiner Nutzerprofile vorgehen und wirft den Firmenchefs Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und Sundar Pichai eine Verletzung der Redefreiheit vor. Trump will eine Sammelklage einreichen, bei der sich alle Menschen beteiligen können, die nach dem 1. Juni 2018 von den Plattformen "zensiert" worden seien. Facebook, Twitter und YouTube hatten Trumps Profile Ende Januar nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt.
spiegel.de, zeit.de, turi2.de (Background)

Basta: Google macht einen Schweizer Ingenieur zum Serienmörder.

Verwechslung mit Folgen: Google hat den Schweizer Hristo Georgiev aus Versehen zum bulgarischen Serienmörder erklärt. Für einen Infokasten hatte die Suchmaschine kurzerhand auf ein Bild des Schweizers zurückgegriffen. Der trägt unglücklicherweise denselben Namen wie der Killer, killt in Wahrheit aber höchstens Rechen­fehler – als unschuldiger Ingenieur.
androidauthority.com via golem.de

Google stellt Werbe-Tracking erst 2023 ein.

Doch noch nicht unfollow: Google verschiebt die Einstellung seines Werbe-Trackings um ein Jahr auf Ende 2023, schreibt Google-Manager Vinay Goel in einem Blogpost. Bis dahin will das Unternehmen eine Alternative für Cookies entwickeln, welche die Privatsphäre schützt und zugleich Unternehmen zufriedenstellt. Die Testphase für das neue Programm soll Ende 2022 beginnen.
blog.google (Blogpost), handelsblatt.com

Google will im Cloud-Geschäft massiv wachsen.

Google will massiv in sein Cloud-Geschäft investieren, um den Rückstand zu Amazon und Microsoft aufzu­holen. "Wir sehen uns nicht als Nischenanbieter", sagt Google-Cloud-Chef Thomas Kurian dem "Handelsblatt". In Deutschland plant Google dafür ein zweites Rechen­zentrum. Die hohen Ausgaben verursachen allein im 1. Quartal fast 1 Mrd Dollar Verlust. Gewinne seien jedoch in Sichtweite, sagt Kurian.
handelsblatt.com (Paid, Zusammenfassung), handelsblatt.com (Paid, Interview)

Corint Media fordert bis zu 900 Mio Euro von Google.

Lizenz zum Leisten: Corint Media fordert im Rahmen des Leistungschutzrechts für Presseverlage bis zu 900 Mio Euro pro Jahr allein von Google, sagt Corint-Chef Christoph Schwennicke im Interview mit "Clap". Das entspreche 10 bis 11 % der Einnahmen, die Google in Deutschland erwirtschafte. Voraussetzung für diese Summe sei allerdings, dass Corint die Rechte aller Verlage vertritt. Zuletzt hatte sich Corint beim Kartellamt über Google News Showcase beschwert. Die Verwertungsgesellschaft befürchtet, dass Google die Nachrichten seiner Partner-Verlagen bevorzugt, Google widerspricht. Schwennicke sagt: "Die Gesprächsbereitschaft hat sich unmittelbar nach der Meldung des Bundeskartellamtes bei Google geändert."

Für Schwennicke spiele es keine Rolle, ob Google oder Facebook in Gesprächen das nettere Unternehmen sei. Wichtig ist für Corint Media aber, dass Google News Showcase und Facebook News "strukturell praktisch dasselbe" seien. Facebook führt an, sich von Google zu unterscheiden, da das Unternehmen "keine Suchmaschine" sei, was Corint "komplett anders" sieht und betont, "gute Argumente" dafür zu haben.
"Clap" 7/2021, S. 12 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

EuGH-Urteil: YouTube haftet nicht bei Urheberrechtsverstößen.


Aus dem Schneider: YouTube haftet nicht automatisch für Urheberrechtsverstöße auf seiner Plattform, urteilt der Europäische Gerichtshof. Solange die Betreiber von Internetportalen keine Kenntnis von den hochgeladenen Inhalten haben und sie nicht kontrollieren, sind sie von der Haftung befreit – mittels sogenanntem Providerprivileg. Das Urteil erstreckt sich dementsprechend nicht nur auf die Google-Tochter, sondern ist für die gesamte Kreativbranche relevant.

Zwei noch aktuelle Klagen bei deutschen Gerichten sind damit aber nicht vom Tisch: Produzent Frank Peterson klagt gegen YouTube, weil dort im Jahr 2008 Musik hochgeladen wurde, an der er Verwertungsrechte hält. Der Fachverlag Elsevier klagt gegen die Plattform Uploaded, bei der verschiedene Medizinbücher veröffentlicht wurden. Der EuGH gibt mit seinem Urteil nur vor, nach welchen Kriterien Gerichte YouTube und Co. künftig beurteilen müssen.
wiwo.de, spiegel.de

Reuters: Google droht Untersuchung des Werbegeschäfts durch die EU.

Im Visier: Die EU plant noch in diesem Jahr eine Untersuchung des Werbegeschäfts von Google, berichtet Reuters. Demnach wollen die Wettbewerbshüter Googles Positionierung gegenüber Werbekunden, Verlagen, Zwischenhändlern und Konkurrenten unter die Lupe nehmen. Mehr als 8 Mrd Euro hat der Tech-Riese bisher wegen Wettbewerbsverstößen in der EU zahlen müssen.
reuters.com, handelsblatt.com

Zahl des Tages: Google unterstützt historisch schwarze Unis mit 50 Mio Dollar.

Zahl des Tages: Insgesamt 50 Mio Dollar spendet Google an zehn Historisch afroamerikanische Colleges und Hochschulen. Die Fördergelder sollen u.a. bei Investitionen in die Infrastruktur helfen. Google will mit dem Geld dazu beitragen, die Tech-Branche diverser zu machen. Die HBCUs dienten bis 1964 in den USA der Ausbildung afroamerikanischer Menschen.
cnet.com

YouTube verbannt Werbung für Alkohol, Medikamente, Glücksspiel und Politik von seinem prominentesten Anzeigenplatz.


Wirb woanders: YouTube verbannt Werbung für Alkohol, Glücksspiel und verschreibungspflichtige Medikamente von seinem prominentesten Anzeigenplatz, dem sogenannten Masthead Ad Slot. Auch politische Kampagnen und Wahlwerbung sind dort künftig nicht mehr erlaubt. Die Masthead Ads sind mit das erste, was Userinnen sehen, wenn sie die Website besuchen. Sie sind dementsprechend teuer und hart umkämpft: Donald Trump hatte den Anzeigenplatz etwa im Wahlkampf 2020 für drei Tage gebucht.

YouTubes Mutterkonzern Google begründet den Schritt u.a. damit, Nutzerinnen eine bessere User-Experience verschaffen zu wollen. Insbesondere die Verbannung von Wahlwerbe-Spots könnte der Plattform aber auch unliebsame politische Debatten ersparen.
axios.com, theverge.com

Zitat: Thomas Koch warnt vor der Gefahr der Werbemacht von Google, Facebook und Amazon.

"Es gleicht einer Revolution, bei der die Fallbeile von Google & Co diejenigen köpfen, an deren Erhalt wir alle in unserer Gesellschaft ein existenzielles Interesse haben."

Werber und Mediaberater Thomas Koch warnt deutsche Medien in einem "FAZ"-Gastbeitrag vor Mrd-Einbußen, sollten Google, Facebook und Amazon in wenigen Jahren die 50 %-Schwelle des deutschen Werbemarktes knacken.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Google erneuert seine Suchmaschinen-Auswahl bei Android.

Wer sucht, findet: Google sorgt künftig dafür, dass sich Konkurrenzunternehmen ihre Auflistung in der Suchmaschinen-Vorauswahl auf neuen Android-Smartphones nicht mehr ersteigern müssen. Alternative Anbieter wie Ecosia oder DuckDuckGo sollen einen prominenten Platz erhalten. Grund für die Anpassung ist ein Streit mit der EU Kommission: Google hatte die Auswahlmöglichkeit bei der Neuanmeldung 2019 eingeführt, nachdem die Kommission kritisiert hatte, dass Googles Such-App auf den Geräten vorinstalliert ist.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Apple und Google blockieren Zugang zu Attila Hildmanns Telegram-Kanal.

Hetz-Block: Der Telegram-Kanal des Rechtsextremen Attila Hildmann ist über iPhones und etliche Android-Handys nicht mehr aufrufbar. Die offiziellen Apps der App-Stores blockieren den Zugang, über andere Wege ist der Kanal weiter zugänglich. Hildmann teilt auf Telegram immer wieder hetzerische und antisemitische Inhalte. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor, er hat sich jedoch in die Türkei abgesetzt.
rnd.de, turi2.de

Google muss 220 Mio Euro Strafe an die französischen Kartellbehörden zahlen.

Google zahlt in Frankreich 220 Mio Euro Strafe wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Position im Online-Anzeigenmarkt. Der Konzern konnte einen Vergleich bei den französischen Kartellbehörden erzielen, weswegen die Strafe deutlich geringer als erwartet ausfällt. Google will Wettbewerbern künftig die Nutzung von Google-Werbetools erleichtern, heißt es in der abgeschlossener Verpflichtung.
tagesschau.de

Meinung: Politik hat bei der “Monopolisierung des Internets” lange “regungslos zugeschaut”.

Endlich aufgewacht? Tech-Giganten wie Google und Facebook hätten ihre wachsende Macht jahrelang "ungeniert ausgespielt", die Politik habe dabei "staunend zugeschaut oder einfach weggesehen", schreibt Burda-Vorstand Philipp Welte im "Focus". Inzwischen scheint in Berlin und Brüssel aber ein Umdenken eingesetzt zu haben, was er u.a. an dem neuen Leistungsschutzrecht festmacht. In Kombination mit dem "handfesteren Wettbewerbsrecht" werde dieses "zum wirksamen Werkzeug" für "wirklich jedes Medienunternehmen", wenn es um die Durchsetzung von Rechten gegenüber den "Megaplattformen" geht.
"Focus" 23/2021, S. 46 (Paid), turi2.de (Background)

Bundeskartellamt überprüft Google News Showcase nach Beschwerde von Corint Media.

Meldungs-Monopol? Das Bundeskartellamt geht einer Beschwerde von Corint Media nach und prüft, ob Google News Showcase Konkurrenz-Angebote behindert und sich selbst in der Suche bevorzugt. Google stelle "nicht nur eine gravierende Beschränkung des Wettbewerbs zu Lasten der Presseverleger" dar, sondern gefährde auch "die wirtschaftlichen Grundlagen der freien Presse", teilt Corint Media mit. Google gibt an, Inhalte von Showcase-Partnern im Ranking der Resultate nicht zu bevorzugen. Alle Verlage könnten von den "Tools und Förderprogrammen" profitieren, so das Unternehmen.
corint-media.com, finanzen.net, turi2.de (Background)

Facebook und Google schließen Deal mit Nine Entertainment.

Facebook und GoogleAustralien: Facebook und Google schließen auch mit Nine Entertainment einen Inhalte-Deal für mehrere Jahre. Konkret geht es um die Lieferung von Inhalten für Google News Showcase und die News-Plattform von Facebook. Zuvor hatte es einen ähnlichen Deal mit Rupert Murdochs News Corp gegeben. Seit Februar müssen Internetfirmen Verlage an Werbeeinnahmen beteiligen, die deren Inhalte auf ihren Plattformen erzielen.
handelsblatt.com (Paid), reuters.com

Bundeskartellamt leitet Verfahren gegen Google ein.

Goliath-Google: Das Bundeskartellamt widmet sich nach Verfahren gegen Amazon und Facebook nun Google und leitet zwei Verfahren gegen den Konzern ein. Im ersten geht es um die "Feststellung der marktübergreifenden Bedeutung", die bei Google durch die Vielzahl an Diensten in Betracht komme. Im zweiten wird geprüft, ob Google die Nutzung seiner Dienste an die Zustimmung zur Datenverarbeitung knüpft.
handelsblatt.com, focus.de

Sandro Schröder rüffelt Tech- und Personenkult in Podcasts.

Zu viel Selbstdarstellung: "Tech-Optimisten, Startup-Bros" und "Personen-, Unternehmens- und Gründer*innenkult" sind in Podcasts "furchtbar überrepräsentiert", kritisiert Sandro Schröder bei Übermedien. Firmen wie OMR "scheinen sich mittlerweile darauf spezialisiert zu haben". Er schätze "Wirtschaftsjournalismus, der die kleinen und vor allem die unbequemen Mosaiksteinchen hervorkramt", wie der von ihm besprochene Vox-Podcast Land of the Giants über Googles Rolle in der Welt.
uebermedien.de

Google und Samsung wollen bei Smartwatches kooperieren.

Smarte Allianz: Google und Samsung wollen bei Smartwatches kooperieren, kündigt Google auf seiner Entwicklerkonferenz an. Samsung wird seine nächsten Smartwatches nicht mehr mit dem eigenen Betriebssystem Tizen ausstatten, sondern auf Googles Plattform Wear OS umsteigen, in die Tizen-Elemente einfließen. Die Tech-Konzerne wollen sich so besser gegenüber Smartwatch-Marktführer Apple behaupten.
handelsblatt.com

Sonos erwirkt eine einstweilige Verfügung im Patentstreit mit Google.

Sonos erzielt vor einem deutschen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Google Irland. Damit wird der Verkauf von Produkten mit der Übertragungstechnologie Google Cast untersagt. Google gibt an, in Berufung gegangen zu sein und wartet auf die Begründung des Gerichts. Die betroffenen Produkte, zu denen u.a. das Smartphone Pixel 4a und der Lautsprecher Nest Audio zählen, sind bislang noch in deutschen Online-Shops erhältlich.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Google muss in Italien wegen Marktmissbrauchs mehr als 100 Mio Euro Bußgeld zahlen.

Google wird von Italiens Kartellbehörde zur Kasse gebeten und muss rund 102 Mio Euro Bußgeld zahlen. Google hatte sich geweigert, die Konkurrenz-App von Stromkonzern Enel zum Aufladen von Elektrofahrzeugen in seine Plattform Android Auto aufzunehmen. Damit habe Google laut Kartellbehörde seine eigene Karten-App bevorteilt. Der Konzern zeigt sich mit der Entscheidung nicht einverstanden und will weitere Schritte prüfen.
faz.net, finanzen.net, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr dokumentieren die Übermacht von Google und Facebook.

Facebook und GoogleVideo-Tipp: Nemi El-Hassan und Richard Gutjahr fragen für "Frontal 21", warum soziale Medien unsere Gesellschaft bedrohen. Sie dokumentieren in Brüssel und Dublin, wie übermächtig die Konzerne durch ihre Lobbyarbeit sind. Die oberste EU-Datenschützerin Helen Dixon bleibt im Interview mit Gutjahr dagegen blass. Sie setze nicht auf Strafen, sondern auf Freiwilligkeit, gibt sie zu Protokoll. In seinem Blog berichtet Gutjahr, dass sich die Behörde im Nachgang über die kritischen Fragen beim ZDF beschwert hat und die Ausstrahlung des Gesprächs verhindern wollte.
youtube.com (29-Min-Doku), gutjahr.biz

Clubhouse startet Android-App in den USA.

Was lange währt, wird endlich Beta: Die Audio-App Clubhouse ist nach über einem Jahr erstmals über Android verfügbar – vorerst aber nur als Beta-Version in den USA. Bevor weitere englischsprachige Länder und der Rest der Welt folgen, will der Dienst Feedback der Community sammeln, etwaige Technik-Probleme beheben und Funktionen wie Zahlungen und die Erstellung von Clubs hinzufügen.

Userinnen außerhalb der USA können sich im Google Play Store für Clubhouse vorregistrieren, sie werden dann automatisch darüber benachrichtigt, wenn die App in ihrem Land verfügbar ist. Gänzlich öffnen wird sich Clubhouse aber auch weiterhin nicht, an dem Einladungs-Prinzip will man festhalten. Clubhouse war lange nur auf Apples Betriebssystem iOS nutzbar. Derweil hat die Konkurrenz bereits an ihren eigenen Clubhouse-Klonen gearbeitet, erst Anfang Mai ist Twitter Spaces für alle Nutzerinnen mit mehr als 600 Followern an den Start gegangen.
joinclubhouse.com, turi2.de (Background Twitter), turi2.de/clubraum

Google will 20 % seiner Belegschaft dauerhaft im Home-Office belassen.

Google will 20 % seiner Belegschaft dauerhaft im Home-Office belassen, kündigt Chef Sundar Pichai in einem Memo an. Weiteren 20 % seiner Angestellten will der Konzern anbieten, für vier Wochen in einem anderen Google-Büro als normalerweise zu arbeiten, falls sie Lust darauf haben. Google hatte bereits im Dezember 2020 ein Hybrid-Modell favorisiert, nach dem die meisten Mitarbeiterinnen nur an drei Tagen der Woche ins Büro kommen sollen.
cnet.com

Google-Mutter Alphabet meldet starken Umsatzzuwachs und Gewinnsteigerung.

Wegen Online-Boom: Google-Mutter Alphabet hat im letzten Quartal mit 55,3 Mrd Dollar 34 % mehr Umsatz erwirtschaftet als 2020. Der Gewinn ist von 6,8 Mrd Dollar auf 17,9 Mrd Dollar gestiegen. Suchmaschine Google steigert die Erlöse um 30 % auf 32 Mrd Dollar, YouTube liefert 50 % mehr und damit 6 Mrd Dollar ab und das Cloud-Geschäft kommt auf 4 Mrd Dollar – ein Plus von 46 %.
faz.net

Lese-Tipp: Google porträtiert Vertreterinnen von Minderheiten im Unternehmen.

Lese-Tipp: Google startet die Blogpost-Reihe "Bunt", in der das Unternehmen jeden Monat eine deutsche Mitarbeiterin vorstellt, die einer Minderheit angehört. Den Auftakt macht Jannette Flores aus Hamburg, eine zweifache Mutter, die in einer lesbischen Partnerschaft lebt. Flores sagt, ihre Eltern hätte damals mit ihrem Outing "zu kämpfen gehabt". Zuvor habe sich bereits ihr Bruder als schwul geoutet: "'Doppelte Strafe' sozusagen aus Sicht meiner streng katholischen, philippinischen Eltern." In ihrer Kindheit wurde ihre Familie mehrfach gemobbt oder gar angegriffen. "Für mich sind das Narben, die mich geprägt haben", sagt sie.
blog.google

Business Insider: Google knickt im Streit um das Bundes-Gesundheitsportal ein.


Rückzug: Google zieht im Rechtsstreit um das Gesundheitsportal gesund.bund.de seinen Einspruch zurück, berichtet "Business Insider". Gerichtsurteile hatten im Februar bestätigt, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Bundesregierung einem Kartellverstoß entspreche und gaben somit einer Klage des Burda-Verlags statt. Google wollte das ursprünglich nicht auf sich sitzen lassen.

Jetzt knickt Google laut Business Insider doch ein und macht einen "überraschenden" juristischen Rückzieher. Der Tech-Konzern wird auch die Kosten des Verfahrens tragen. Bei der Kooperation ging es darum, dass Google Gesundheitsinformationen des staatlichen Portals bei Suchanfragen bevorzugt anzeigt. Sowohl Burdas Portal Netdoktor.de als auch der Wort & Bild Verlag sehen sich dadurch benachteiligt.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Datenschützer Max Schrems verklagt Google in Frankreich.

Verfolgungsfeind: Der österreichische Datenschützer Max Schrems verklagt mit seiner Organisation Noyb Google wegen seines Android-Betriebssystems. Dessen Werbe-IDs ermöglichen es dem Online-Riesen und Drittanbietern, das Surfverhalten von Nutzerinnen zu beobachten und gezielt Werbung zu schalten. Schrems argumentiert, dass diese Praxis illegal sei, weil sie der Zustimmung der Userinnen bedürfe. Eine ähnliche Klage läuft bereits gegen Apple.
noyb.eu via zeit.de

Google gewinnt vor dem Obersten US-Gerichtshof gegen Oracle.

Google gewinnt nach elf Jahren vor dem Obersten US-Gerichtshof den sogenannten Android-Streit gegen seinen Konkurrenten Oracle. Der Supreme Court entscheidet, Google habe keinen Rechtsverstoß begangen, als der Konzern unerlaubt 11.000 Zeilen Open-Source-Code für sein Android-Betriebssystem übernommen hat. Oracle forderte eine Entschädigung von 9 Mrd Dollar, das Gericht erachtet Googles Anwendung des Codes aber als "fair".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

YouTube experimentiert mit ausgeblendeten Dislikes.

Unsichtbare Abneigung: YouTube testet in den kommenden Wochen eine neue Variation seines Dislike-Buttons, bei der die Zahl der runtergegebenen Daumen nicht mehr öffentlich zu sehen ist. Nur noch die Kanal-Betreiberinnen sollen dann intern bei YouTube Studio die exakte Zahl einsehen können.

Damit will YouTube vor allem seinen YouTuberinnen entgegenkommen: Man habe gehört, dass sich eine öffentliche Dislike-Zählung negativ auf deren Wohlbefinden auswirkt. Zudem würde man so gezielte Dislike-Kampagnen umgehen. YouTube ist selbst schon einmal Opfer einer regelrechten Dislike-Flut geworden: Der Jahresrückblick YouTube Rewind 2018 hält mit über 19 Mio Daumen runter den bisherigen Negativ-Rekord.
twitter.com, techchrunch.com, variety.com

Zahl des Tages: Suchanfragen enden häufig schon bei Google.

Zahl des Tages: Etwa 2 von 3 Google-Suchanfragen führen nicht dazu, dass Nutzerinnen eine der aufgeführten Webseiten besuchen, stellt der Online-Marketer Rand Fishkin fest. Bei mobilen Anfragen liegt der Anteil bei über 77 %, Desktop-Nutzerinnen klicken nur in etwa 46 % der Fälle keinen Folgelink. Die Klicks auf bezahlte Suchanzeigen sind im letzten Jahr laut Fishkin gestiegen. Er rechnet künftig mit noch mehr "Null-Klick-Suchen", da mobile Anfragen zunehmen.
sparktoro.com via t3n.de

YouTube bringt TikTok-Gegner Shorts in die USA.

Google versucht nun auch auf seinem Heimatmarkt gegen TikTok zu bestehen und startet in den USA sein Konkurrenzprodukt Youtube Shorts. Mit dem Feature können Nutzerinnen bis zu 60 Sekunden lange Videos mit Musik hinterlegen und dafür auf Lizenzstücke der großen Labels zurückgreifen. Google hat YouTube Shorts zunächst in Indien getestet und kommt dort mittlerweile auf rund 6,5 Mrd Aufrufe pro Tag.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Wikimedia startet bezahlten Service für Unternehmen.

Wikimedia startet noch in diesem Jahr Wikimedia Enterprise, einen Service, der kommerzielle Nutzerinnen zum Zahlen bewegen soll. Das neue Produkt umfasst u.a. Entwicklertools, mit denen Unternehmen und Organisationen Inhalte besser nutzen und einbinden können. In der Vergangenheit hat etwa Google Infos von Wikipedia genutzt, ohne dafür zu bezahlen.
wired.com via t3n.de

Google erhebt Einspruch gegen das Verbot des Bundes-Gesundheitsportals.


Grumpy Google: Google erhebt Einspruch gegen das vorläufige Verbot seiner Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung – konkret geht es um das Gesundheitsportal gesund.bund.de. Der Konzern hat gegen ein entsprechendes Urteil Berufung eingelegt. Gerichtsentscheidungen bestätigten im Februar, dass die Kooperation des Internet-Giganten mit der Regierung einem Kartellverstoß entspreche und gab somit u.a. einer Klage von Burda statt. Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärt dazu: "Wir befinden uns noch in der Prüfung, ob und welche rechtlichen Maßnahmen im Zuge des Verfügungsverfahrens ergreifen wollen. Aus diesem Grund haben wir vorsorglich Schritte eingeleitet, die uns einen größeren zeitlichen Spielraum für eine solche Entscheidung geben."

Seit Mitte Dezember beschäftigt sich auch die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein mit der Causa. Sie prüft, ob durch die "prominente Darstellung andere journalistisch-redaktionelle Angebote aus dem Themenbereich Gesundheit diskriminiert" werden. Der Bund ist nicht Verfahrensgegner.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Update 17. März, 12 Uhr: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir berichtet, dass Google gegen das vorläufige Verbot "klagt". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Google muss Verfahren wegen Datensammlung im Inkognito-Modus stellen.

Google muss sich in Kalifornien einer Sammelklage von Nutzerinnen stellen. Sie beklagen, dass der Such-Gigant auch dann Daten sammeln, wenn Nutzerinnen im Chrome-Browser ein Inkognito-Tab nutzen. Google entgegnet, der Konzern mache klar, dass der Modus nicht bedeute, dass das Surfverhalten von Nutzerinnen unsichtbar sei. Der Rechtsstreit beläuft sich auf rund 5 Mrd Dollar.
theverge.com, bloomberg.com

Vier Zeitungsverlage beschweren sich über Google.

Google News Showcase sorgt für Ärger. Die "Ostfriesen Zeitung", das "Bielefelder Westfalen-Blatt", die Aschendorff Gruppe und das Medienhaus Aachen beschweren sich bei der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein wegen Diskriminierung über Google, schreibt Kai-Hinrich Renner. Pikant: Alle Verlage haben sich offenbar zuvor gar nicht erst bemüht, bei Googles Bezahlangebot teilzunehmen. Renner vermutet daher, dass es bei der Beschwerde eigentlich um das Leistungsschutzrecht gehe: "Das Verfahren könnte dazu dienen, die Reihen der Verlage zu schließen."
berliner-zeitung.de (Paid) via kress.de, turi2.de (Background)

Google stellt Werbe-Tracking ab 2022 ein.

Unfollow: Google stellt das Tracking seiner Nutzerschaft ab 2022 ein, schreibt Produktmanager David Temkin in einem Blogpost. Somit bietet der Suchmaschinen-Riese keine personalisierte Werbung mehr an. Stattdessen teilt er seine User in Kategorien mit ähnlichen Interessen ein und bietet diese seinen Kunden an. Google ist mit einem Marktanteil von 52 % das größte digitale Werbeunternehmen der Welt.
blog.google (Blogpost), tagesschau.de, handelsblatt.com (Paid)

Google meldet millionenfach Inhalte mit Kindesmissbrauch.

Google meldet 2020 4,5 Mio Inhalte, die mit Kindesmissbrauch in Zusammenhang stehen, an die zuständige US-Stelle. Dabei geht es um Bild- und Ton-Aufnahmen, URLs oder Textnachrichten, die entsprechende Inhalte anfordern. 186.000 Konten hat Google deswegen gelöscht. Der Konzern will nicht offenlegen, wie er bei der Suche vorgeht. In der EU wird aktuell über eine Lösung für das Auffinden von Missbrauchsinhalten verhandelt.
spiegel.de

Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen.

Microsoft 150Microsoft verbündet sich mit europäischen Verlagen gegen Google und Facebook und will gemeinsam mit ihnen ein System für kostenpflichtige Netz-Inhalte entwickeln. Ziel sei es, marktbeherrschende "Gatekeeper" zum Zahlen für die Nutzung von Inhalten zu verpflichten. Der Vorstoß orientiert sich an den Plänen Australiens: Dort sollen Plattformbetreiber bilaterale Verhandlungen mit Medienunternehmen führen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Google schaltet “Titanic”-App im Play-Store wieder frei.


Wieder aufgetaucht: Google erlaubt die App der Satirezeitschrift "Titanic" wieder im Play-Store. "Alle Titelbilder und Inhalte werden wie von uns verlangt wieder unzensiert angezeigt ‐ wir vermuten, dass sich Google eine längere Sperre für 'Titanic' schlicht nicht mehr leisten konnte", sagt Chefredakteur Moritz Hürtgen. Google lässt mitteilen: "Wir möchten uns sowohl bei der 'Titanic' als auch bei ihren Leser*innen aufrichtig dafür entschuldigen, dass die App zwischenzeitlich nicht verfügbar war. Auch wir finden: Humor und Satire dürfen nicht untergehen – schon gar nicht in Deutschland."

Der US-Konzern hat zudem Karikaturist Bulo beauftragt, eine "Sorrykatur" anzufertigen und schickt diese mit seinem Statement mit. Die Grafik (im Bild links) zeigt einen Mann mit einer "Titanic" auf der steht: "Google zieht blank und sagt 'sorry'." Google hatte die Anwendung Mitte Februar entfernt, weil das Dezember-Cover (im Bild rechts) den Papst und Jesus zum Teil nackt zeigt.
titanic-magazin.de, turi2.de (Background)