Sky baut nahe London europäisches Produktionszentrum auf 13 Hektar Fläche.

Sky will 2022 ein neues europäisches Produktionszentrum mit 2.000 Arbeitsplätzen eröffnen und hat dafür nördlich von London ein 13 Hektar großes Grundstück gekauft. Der Pay-TV-Sender investiert nach eigenen Angaben in den ersten fünf Jahren nach der Eröffnung 3,5 Mrd Euro in TV- und Filmproduktionen. In den Studios soll auch NBC Universal produzieren.
wuv.de, theguardian.com

Bild des Tages: Polizei riegelt Londoner Innenstadt nach Messerangriff ab.


Schlechte Zeiten: Ein vermummter und mit einem Maschinengewehr bewaffneter Polizist geht an einem Zeitungskiosk in der Londoner Innenstadt vorbei. Nach einem Messerangriff auf der London Bridge hat die Polizei den Angreifer erschossen. Er trug einen Sprengstoffgürtel, der sich jedoch als Attrappe herausstellte. (Foto: Dominic Lipinski / AP Photo / Picture Alliance)

Britische Zeitungen: Verlag der “Daily Mail” kauft “i”.

DMGT, die Holding der "Daily Mail", kauft die Kompaktzeitung "i" inklusive der Digitalausgabe für knapp 50 Mio Pfund. Verkäufer Johnston Press macht Plus, der Verlag hatte die einstige Kompaktausgabe des "Independent" 2016 für die Hälfte von Evgeny Lebedev gekauft. Die britischen Kartellis müssen noch prüfen. Mark Sweney, der Medienbusiness-Korrespondent des "Guardian", hält Kürzungen bei der Redaktion für unwahrscheinlich, die DGMT-Chefetage beteuert, die unabhängige politische Linie der "i" nihct beeinflussen zu wollen.
theguardian.com

Basta: Channel 4 ersetzt Boris Johnson in TV-Klima-Debatte durch Eis-Skulptur.

Eisige Debatte: Der britische Channel 4 ersetzt Premierminister Boris Johnson und Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei, in einer TV-Diskussion zum Klimawandel durch Eis-Skulpturen. Beide hatten ihre Teilnahme an der Debatte verweigert. Johnsons Parteifreunde sehen seine Ehre dahinschmelzen - aus Reihen der Konservativen kommt die Drohung, im Falle eines Wahlsieges die Aufgaben von Channel 4 einmal genau zu überprüfen.
buzzfeed.com, sueddeutsche.de

Uber verliert Lizenz in London.

Uber muss seine Fahrtdienste in London einstellen, beschließt die zuständige Nahverkehrsbehörde TfL. Sie werde die Lizenz nicht verlängern, nachdem Uber zuletzt mehrfach mit Verstößen, die die Sicherheit der Passagiere gefährdet hätten, aufgefallen sei. London ist der größte europäische Markt für Uber. Nach eigenen Angaben nutzen in der britischen Stadt 3,5 Mio Menschen die App, 40.000 Fahrer arbeiten hier für Uber.
manager-magazin.de

Greta Thunberg wird für einen Tag BBC-Chefredakteurin.

BBC macht Umweltaktivistin Greta Thunberg (Foto) einen Tag zur Chefredakteurin der Morgensendung bei Radio 4. Thunberg plane Berichte aus der Antarktis und Sambia sowie ein Interview mit Mark Carney, dem Chef der britischen Notenbank. Weitere Chefredakteure zwischen dem 26. Dezember und Silvester sind der Künstler Grayson Perry, Rapper "George The Poet", der Journalist und BBC-Kritiker Charles Moore sowie die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Großbritanniens, Brenda Hale.
faz.net

BBC will Kinder-Nachrichten öfter digital, seltener linear ausstrahlen.

BBC-Logo-150x150BBC beantragt bei der Medienaufsicht Ofcom, seine Kinder-Nachrichtensendung Newsround seltener linear und doppelt so oft wie bisher online zu zeigen. Bisher strahlt der Sender täglich drei "Newsround"-Sendungen im TV aus, künftig will die BBC nur noch eine zeigen. Die Nutzerzahlen sprechen dafür, die Nachrichten zum "Digital-first-Angebot" umzuwandeln.
wuv.de

Roula Khalaf wird Chefredakteurin der “Financial Times”.

Großbritannien: Roula Khalaf rückt an die Spitze der "Financial Times", als erste Frau in der Verlagsgeschichte. Sie arbeitet seit 24 Jahren für die Wirtschaftszeitung, zuletzt als Vize. Der bisherige Chefredakteur Lionel Barber ist seit 35 Jahren bei der "Financial Times", die vergangenen 14 als Chef. Lionel hat die Zeitung u.a. 2015 durch den Besitzerwechsel geführt, das japanische Medienunternehmen Nikkei übernahm sie von der britischen Mediengruppe Pearson.
spiegel.de

Die Deutsche Bahn will ihre britischen Tochter Arriva doch nicht verkaufen.

Deutsche Bahn legt den geplanten Verkauf ihrer britischen Tochter Arriva zunächst auf Eis, berichtet die dpa. Die erwarteten Erlöse von rund bis zu 4 Mrd Euro abzüglich rund 1 Mrd Euro für die Tilgung von Schulen lägen weit unter dem Buchwert des Unternehmens. Ursprünglich sollte der Verkauf 2019 über die Bühne gehen. Zuletzt hieß es, der Verkauf verzögere sich, unter anderem wegen des Brexits.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: In den 70ern erschien die “Times” ein Jahr nicht.

Lese-Tipp: Historiker Jan-Hendrik Dany schreibt in der "Zeit" über das Jahr 1978/79 in Großbritannien, als die "Times" wegen Arbeitskämpfen nicht erschien. Inhaber Kenneth Thomson setzte die Produktion aus, weil die Druckgewerkschaften ein neues, computergestütztes Verfahren ablehnten. Thomson kündigte 3.000 der 4.300 "Times"-Mitarbeiter. Manche Redakteure beschäftigten sich in dem Jahr auf Recherchereisen, andere schrieben Bücher. Erst nach zwölf Monaten konnten die Gewerkschaften und der Verlag sich einigen.
"Zeit" 46/2019, S. 21 (Paid)

Facebook duldet im Brexit-Wahlkampf Falschaussagen in politischen Anzeigen.

Facebook will politische Anzeigen von Parteien und Politikern im britischen Wahlkampf nicht auf Fakten überprüfen, meldet CNN. Werbung von Gruppierungen, wie Brexit-Initiativen, werden dagegen kontrolliert. Facebook wolle im Wahlkampf nicht zum "selbsternannten Schiedsrichter" für Aussagen der Politiker werden.
edition.cnn.com

Facebook zahlt nun doch seine Strafe von 500.000 Pfund in Großbritannien.

Facebook-LogoFacebook zahlt nun doch das im Rahmen des Skandals um Cambridge Analytica von britischen Datenschützern verhängte Bußgeld von 500.000 Pfund (rund 580.000 Euro). Der Konzern hatte zunächst Einspruch eingelegt. Wie die britische Datenschutzbehörde mitteilt, sei dies jedoch kein Schuldeingeständnis Facebooks.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Deutsche Mobilfunker berechnen auch nach dem Brexit vorerst keine Roaming-Gebühren.

Deutsche Mobilfunknutzer müssen in Großbritannien auch nach einem irgendwann einmal stattfindenden Brexit vorerst keine Roaming-Gebühren zahlen, kündigen Telekom, Vodafone und Telefónica auf dpa-Nachfrage an. Großbritannien bleibe in der EU-Roaming-Regelung, bis die Briten selbst einen Ausstieg aktiv anstoßen, sagt ein Vodafone-Sprecher.
faz.net

Deutsche Bahn: Der Verkauf der britischen Tochter Arriva verzögert sich.

Deutsche Bahn liegt beim Verkauf der britischen Nahverkehrstochter Arriva hinter ihrem Zeitplan. Laut Reuters werde weder ein Börsengang noch der Verkauf an Investoren noch 2019 umsetzbar sein. Als Gründe nennt die Bahn einerseits eine umfangreichere Prüfung der Bücher und andererseits den noch immer nicht gelösten Brexit.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Großbritannien beerdigt seine Pläne zum Porno-Bann.

Großbritannien verfolgt seinen Plan, per Gesetz eine Altersverifikation für den Zugang zu Online-Pornos vorzuschreiben, nicht mehr weiter. Es gibt einen Entwurf aus 2017, die Regierung will ihn aber laut Nicky Morgan, Staatssekretär für Digital, Kultur, Medien und Sport, nicht durchsetzen, u.a. wegen Datenschutz-Problemen. Stattdessen setze man auf eine "Sorgfaltspflicht", die Internetunternehmen tragen sollen, um illegale Aktivitäten zu verhindern.
theverge.com

Eine Untersuchung legt nahe, dass die “Sun” für mehr EU-Skepsis in Großbritannien sorgt.

The SunBoulevardmedien: Die "Sun" sorgt für eine EU-kritischere Einstellung ihrer Leser, wollen britische Forscher herausgefunden haben. Demnach sei die Abneigung gegenüber der EU in der Region um Liverpool geringer als in vergleichbaren Regionen des Landes. Dies sei interessant weil die Bewohner dort unabhängig von ihrer politischen Einstellung das Boulevardblatt meiden. Um Liverpool hat die "Sun" seit 1989 schwache Verkaufszahlen, seit sich der Titel mit falschen Behauptungen über eine Massenpanik bei einem Fußballspiel des FC Liverpool unbeliebt gemacht hat.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Basta: Dyson zieht bei seinen E-Autos den Stecker.

Beutelerfolglos: Staubsaugerproduzent Dyson beerdigt seine Pläne für eine eigene Elektroauto-Sparte. Offenbar hat Firmengründer James Dyson erkannt, dass seinem E-Auto das gleiche Schicksal droht, wie dem von ihm leidenschaftlich beworbenen Brexit: aufgrund der aktuellen Situation gebe es keine Möglichkeit, das Produkt gewinnbringend zu vertreiben.
handelsblatt.com

Britisches Königshaus verklagt “The Sun” und “Mirror”.

Plötzlich Prinzessin Angeklagter: Der britische Prinz Harry verklagt die Betreiber der UK-Boulevardzeitungen "Sun" und "Mirror", berichtet die Londoner Enthüllungs-Plattform Byline Investigates. Die Zeitungen hätten Voice-Mail-Nachrichten illegal abgehört, um an private Informationen über den Prinzen zu gelangen. Das britische Königshaus hat die Anklage bestätigt, meldet die dpa.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die "Sun" gehört, sowie gegen Reach, Herausgeber vom "Mirror". Die Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern in Großbritannien. Der Prozess soll frühestens 2021 starten und sich auch auf die Aktivitäten von Privatdetektiven beziehen, welche von "The Sun", den "Mirror"-Titeln sowie der inzwischen eingestellten "News of the World" beauftragt wurden, meldet Byline Investigates.
bylineinvestigates.com, faz.net, gala.de

Zitat: Briten meiden Nachrichten aktiv, sagt Rasmus Kleis Nielsen.

"Wir beobachten seit dem Brexit-Referendum einen so starken Vertrauensschwund in die Presse wie nirgendwo sonst."

Rasmus Kleis Nielsen, Direktor des Reuters Institutes, beobachtet bei den britischen Mediennutzern eine Ermüdung, sagt er im Interview mit der "Süddeutschen". Selbst News-interessierte Bürger würden Nachrichtensendungen aktiv meiden, da die Brexit-Berichterstattung sie "depressiv mache und ihnen zu viel Kraft raube".
sueddeutsche.de

UK-Premier Boris Johnson sagt TV-Interview mit Channel 4 News nach Kritik ab.


Britain-Trump: Boris Johnson hat ein während des G7-Treffens in Frankreich geplantes TV-Interview mit dem britischen Sender Channel 4 News abgesagt. Laut Channel 4 reagiert der britische Premierminister damit auf eine Rede von Dorothy Byrne, der Nachrichtenchefin von Channel 4. Die hat vor wenigen Tagen auf dem Edinburgh Television Festival Johnson einen "Lügner" genannt und gewarnt, dass britische Politiker zunehmend Taktiken von US-Präsident Trump übernähmen. Die Absage des Interviews erreichte die Reporter erst vor Ort. Mit der BBC und ITV führte Johnson derweil wie geplant Interviews.

In ihrer Rede forderte Byrne ihre Kollegen in anderen Sendern auf, Politiker Lügner zu nennen, wenn sie lügen und sich nicht hinter falscher Freundlichkeit zu verstecken. In einem Interview mit Sky News bekräftigte Sie ihre Aussagen wenig später. Zuschauer bräuchten diese klaren Aussagen und Factchecking, um bewerten zu können, ob Aussagen wahr oder gelogen seien. Mit diesem Interview habe Byrne laut Personen im Umkreis des Premierministers in Johnsons Augen die Grenze zur Parteilichkeit überschritten.
theguardian.com, youtube.com (Sky-News-Interview mit Dorothy Byrne)

Bauer startet in Großbritannien sieben neue Digital-Radioprogramme.

Bauer Media UK, britischer Marktführer beim digitalen Hörfunk, startet sieben neue digitale Spartenprogramme und einen Podcast. Die Radiomarke Kiss bekommt die Ableger Kiss Dance, Kiss Garage und Kiss Ibiza. Für Kerrang Radio schickt Bauer Klassic Kerrang Radio und Kerrang Radio Unleashed auf Sendung, bei Heat Radio die Ableger Heat Radio School Disco und Heat Radio Soundtracks.
wuv.de

“Guardian”-Kolumnist Owen Jones brutal angegriffen.

Guardian: Der linke Kolumnist Owen Jones ist in London angegriffen und brutal zusammengeschlagen worden. Jones geht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus. In der BBC berichtet er, dass sich der Angriff nachts um 3 Uhr ereignete, als er und fünf Freunde einen Pub verließen. Die Angreifer seien direkt auf ihn zugekommen, hätten ihm in den Rücken und gegen den Kopf getreten. Jones gilt als wichtige linke Stimme in Großbritannien. Er hat die Proteste gegen den Besuch Donald Trumps mitorganisiert und setzt sich für die Rechte von Homosexuellen und Transgendern ein.
theguardian.com, twitter.com (2-Min-Interview, BBC), spiegel.de

Der britische Werberat verbannt Clips von VW und Philadelphia.

Volkswagen und Philadelphia dürfen in Großbritannien jeweils einen Werbeclip nicht mehr zeigen. Der britische Werbeaufsichtstbehörde findet in beiden Spots Geschlechterstereotypen, die seit Mitte Juni untersagt sind. Philadelphia stelle Männer als unfähig dar, sich um Kinder zu kümmern. VW stelle männlichen Astronauten Frauen mit Kinderwagen gegenüber.
horizont.net

Zahl des Tages: Domino’s lagert Zutaten im Wert von 7 Mio Pfund wegen des Brexits ein.

Zahl des Tages: Gut angelegte 7 Mio Pfund gibt Domino's für das Warenlager in Großbritannien aus. Die Pizzakette wappnet sich mit den gebunkerten Zutaten gegen den bevorstehenden Brexit. Knapp ein Drittel seiner Zutaten, u.a. Tomatensoße, Thunfisch und Ananas, kauft Dominos im Ausland.
handelsblatt.com

Korrektur: In einer früheren Version war von 7 Mrd Pfund Investitionen die Rede. Gemeint sind natürlich 7 Mio.

Britische Kriminalisten sichern sich vor Brexit Daten aus EU-Polizeisystem.

Datenschutz: Die NCA, die nationale Strafverfolgungsbehörde im Vereinigten Königreich, lädt als Vorsichtsmaßnahme vor einem unkontrollierten Brexit Informationen aus den EU-Datenbanken herunter, schreibt der "Guardian". Darunter seien 54.000 Akten über Terroristen, Haftbefehle oder vermisste Personen. Sobald das Vereinigte Königreich die EU verlässt, haben die Polizeikräfte keinen Zugang zu den EU-Daten.
theguardian.com

US-Sportportal The Athletic expandiert nach Großbritannien.

Sportjournalismus: Das amerikanische Sportportal The Athletic expandiert über den Teich, um über britischen Fußball zu berichten. Es startete 2016 in Chicago, wuchs schnell und hat in den USA und nun auch in Großbritannien renommierte Journalisten von u.a. "Washington Post", "Sports Illustrated", "Guardian" und BBC abgeworben. The Athletic will in Großbritannien bis zu 50 Stellen schaffen und ein Fußball-Abo für fünf Dollar im Monat anbieten.
sueddeutsche.de