Basta: Dyson zieht bei seinen E-Autos den Stecker.

Beutelerfolglos: Staubsaugerproduzent Dyson beerdigt seine Pläne für eine eigene Elektroauto-Sparte. Offenbar hat Firmengründer James Dyson erkannt, dass seinem E-Auto das gleiche Schicksal droht, wie dem von ihm leidenschaftlich beworbenen Brexit: aufgrund der aktuellen Situation gebe es keine Möglichkeit, das Produkt gewinnbringend zu vertreiben.
handelsblatt.com

Britisches Königshaus verklagt “The Sun” und “Mirror”.

Plötzlich Prinzessin Angeklagter: Der britische Prinz Harry verklagt die Betreiber der UK-Boulevardzeitungen "Sun" und "Mirror", berichtet die Londoner Enthüllungs-Plattform Byline Investigates. Die Zeitungen hätten Voice-Mail-Nachrichten illegal abgehört, um an private Informationen über den Prinzen zu gelangen. Das britische Königshaus hat die Anklage bestätigt, meldet die dpa.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die "Sun" gehört, sowie gegen Reach, Herausgeber vom "Mirror". Die Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern in Großbritannien. Der Prozess soll frühestens 2021 starten und sich auch auf die Aktivitäten von Privatdetektiven beziehen, welche von "The Sun", den "Mirror"-Titeln sowie der inzwischen eingestellten "News of the World" beauftragt wurden, meldet Byline Investigates.
bylineinvestigates.com, faz.net, gala.de

Zitat: Briten meiden Nachrichten aktiv, sagt Rasmus Kleis Nielsen.

"Wir beobachten seit dem Brexit-Referendum einen so starken Vertrauensschwund in die Presse wie nirgendwo sonst."

Rasmus Kleis Nielsen, Direktor des Reuters Institutes, beobachtet bei den britischen Mediennutzern eine Ermüdung, sagt er im Interview mit der "Süddeutschen". Selbst News-interessierte Bürger würden Nachrichtensendungen aktiv meiden, da die Brexit-Berichterstattung sie "depressiv mache und ihnen zu viel Kraft raube".
sueddeutsche.de

UK-Premier Boris Johnson sagt TV-Interview mit Channel 4 News nach Kritik ab.


Britain-Trump: Boris Johnson hat ein während des G7-Treffens in Frankreich geplantes TV-Interview mit dem britischen Sender Channel 4 News abgesagt. Laut Channel 4 reagiert der britische Premierminister damit auf eine Rede von Dorothy Byrne, der Nachrichtenchefin von Channel 4. Die hat vor wenigen Tagen auf dem Edinburgh Television Festival Johnson einen "Lügner" genannt und gewarnt, dass britische Politiker zunehmend Taktiken von US-Präsident Trump übernähmen. Die Absage des Interviews erreichte die Reporter erst vor Ort. Mit der BBC und ITV führte Johnson derweil wie geplant Interviews.

In ihrer Rede forderte Byrne ihre Kollegen in anderen Sendern auf, Politiker Lügner zu nennen, wenn sie lügen und sich nicht hinter falscher Freundlichkeit zu verstecken. In einem Interview mit Sky News bekräftigte Sie ihre Aussagen wenig später. Zuschauer bräuchten diese klaren Aussagen und Factchecking, um bewerten zu können, ob Aussagen wahr oder gelogen seien. Mit diesem Interview habe Byrne laut Personen im Umkreis des Premierministers in Johnsons Augen die Grenze zur Parteilichkeit überschritten.
theguardian.com, youtube.com (Sky-News-Interview mit Dorothy Byrne)

Bauer startet in Großbritannien sieben neue Digital-Radioprogramme.

Bauer Media UK, britischer Marktführer beim digitalen Hörfunk, startet sieben neue digitale Spartenprogramme und einen Podcast. Die Radiomarke Kiss bekommt die Ableger Kiss Dance, Kiss Garage und Kiss Ibiza. Für Kerrang Radio schickt Bauer Klassic Kerrang Radio und Kerrang Radio Unleashed auf Sendung, bei Heat Radio die Ableger Heat Radio School Disco und Heat Radio Soundtracks.
wuv.de

“Guardian”-Kolumnist Owen Jones brutal angegriffen.

Guardian: Der linke Kolumnist Owen Jones ist in London angegriffen und brutal zusammengeschlagen worden. Jones geht von einem rechtsradikalen Hintergrund aus. In der BBC berichtet er, dass sich der Angriff nachts um 3 Uhr ereignete, als er und fünf Freunde einen Pub verließen. Die Angreifer seien direkt auf ihn zugekommen, hätten ihm in den Rücken und gegen den Kopf getreten. Jones gilt als wichtige linke Stimme in Großbritannien. Er hat die Proteste gegen den Besuch Donald Trumps mitorganisiert und setzt sich für die Rechte von Homosexuellen und Transgendern ein.
theguardian.com, twitter.com (2-Min-Interview, BBC), spiegel.de

Der britische Werberat verbannt Clips von VW und Philadelphia.

Volkswagen und Philadelphia dürfen in Großbritannien jeweils einen Werbeclip nicht mehr zeigen. Der britische Werbeaufsichtstbehörde findet in beiden Spots Geschlechterstereotypen, die seit Mitte Juni untersagt sind. Philadelphia stelle Männer als unfähig dar, sich um Kinder zu kümmern. VW stelle männlichen Astronauten Frauen mit Kinderwagen gegenüber.
horizont.net

Zahl des Tages: Domino’s lagert Zutaten im Wert von 7 Mio Pfund wegen des Brexits ein.

Zahl des Tages: Gut angelegte 7 Mio Pfund gibt Domino's für das Warenlager in Großbritannien aus. Die Pizzakette wappnet sich mit den gebunkerten Zutaten gegen den bevorstehenden Brexit. Knapp ein Drittel seiner Zutaten, u.a. Tomatensoße, Thunfisch und Ananas, kauft Dominos im Ausland.
handelsblatt.com

Korrektur: In einer früheren Version war von 7 Mrd Pfund Investitionen die Rede. Gemeint sind natürlich 7 Mio.

Britische Kriminalisten sichern sich vor Brexit Daten aus EU-Polizeisystem.

Datenschutz: Die NCA, die nationale Strafverfolgungsbehörde im Vereinigten Königreich, lädt als Vorsichtsmaßnahme vor einem unkontrollierten Brexit Informationen aus den EU-Datenbanken herunter, schreibt der "Guardian". Darunter seien 54.000 Akten über Terroristen, Haftbefehle oder vermisste Personen. Sobald das Vereinigte Königreich die EU verlässt, haben die Polizeikräfte keinen Zugang zu den EU-Daten.
theguardian.com

US-Sportportal The Athletic expandiert nach Großbritannien.

Sportjournalismus: Das amerikanische Sportportal The Athletic expandiert über den Teich, um über britischen Fußball zu berichten. Es startete 2016 in Chicago, wuchs schnell und hat in den USA und nun auch in Großbritannien renommierte Journalisten von u.a. "Washington Post", "Sports Illustrated", "Guardian" und BBC abgeworben. The Athletic will in Großbritannien bis zu 50 Stellen schaffen und ein Fußball-Abo für fünf Dollar im Monat anbieten.
sueddeutsche.de

Meinung: Streaming-Kooperation von BBC und ITV ist kein Selbstläufer.

BBC-Logo-150x150BritBox, gemeinsamer Streaming-Dienst von BBC und ITV, könnte ein Vorbild für Deutschland sein, schreibt die "taz". Die Zusammenarbeit werde aber kein Selbstläufer, warnt der britische Journalist David Pidgeon: Die Kooperation sei vergleichbar mit "einem Investmentbanker und einem alten Sozialisten", die gemeinsam eine Eisdiele betrieben.
taz.de, turi2.de (Background)

Heather Mills erstreitet Rekord-Entschädigung nach Abhörung durch Journalisten.

Abhör-Skandal: Heather Mills, Ex-Frau von Paul McCartney, erstreitet vor Gericht eine Rekord-Entschädigung gegen die Verlagsgruppe News Group Newspapers. Journalisten des Murdoch-Blatts "News of the World" hatten jahrelang Handygespräche u.a. von Prominenten abgehört. Mills habe die höchste Entschädigungssumme in einem Fall von Verleumdung durch Medien erreicht, einen Betrag nennt sie nicht.
spiegel.de

Zahl des Tages: Amazon will über 2.000 neue Stellen in Großbritannien schaffen.

Zahl des Tages: Versandfertige 2.000 Arbeiter will Amazon zusätzlich in Großbritannien einstellen. Darunter seien auch 170 Ingenieure, die sich unter anderem um die Weiterentwicklung von Alexa und des Drohnenversands Prime Air kümmern sollen. Insgesamt hätte Amazon im Anschluss rund 30.000 Mitarbeiter in Großbritannien.
bloomberg.com

Agentur Engine Germany schließt.

Engine, Agenturgruppe aus Großbritannien, zieht sich ein Jahr nach der Eröffnung des Standorts in Düsseldorf vom deutschen Markt zurück, wohl wegen mangelnden Erfolgs. Das neue, internationale Management erfüllt die Zusage, dem Standort zwei Jahre Zeit zum Etablieren zu gehen, nicht. Vier Mitarbeiter sind betroffen. Geschäftsführer Bodo Schiefer wechselt zur Agentur Kunst und Kollegen.
horizont.net

Britische Behörden untersuchen TikTok wegen mutmaßlich mangelnden Schutz von Minderjährigen.

TikTok gerät in das Visier britischer Datenschützer, die der chinesischem App vorwerfen, nicht genug zum Schutz von Minderjährigen zu unternehmen. Unter anderem kritisieren sie, dass jeder Erwachsene sie kontaktieren könne. Die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham hat das Parlament informiert, dass ihre Behörde bereits seit Februar Informationen sammelt, nachdem auch US-Behörden eine entsprechende Untersuchung begonnen haben.
theguardian.com

Basta: Britische Regierung muss Porno-Filter verschieben.

Europ-Wer?: Die britische Regierung muss ihre geplanten Altersüberprüfungen im Internet, mit denen Minderjährigen der Zugriff auf pornografische Inhalte verwehrt werden soll, erneut verschieben. Grund: Die Regierung hat vergessen, Brüssel über seine Pläne zu informieren. Aber da warten die Politiker ja auch noch vergeblich auf ganz andere Pläne von der Insel.
bbc.com

Basta: Mariah oder Marie – Hauptsache Italien.

Careful what you wish for: Ein Geburtstagskind in Großbritannien hat sich einen Kuchen mit dem Konterfei von Mariah Carey gewünscht. Beim Backen hat sich der Bäcker wohl in der Kuchen-Kartei vertan: Statt Mariah verirrte sich Marie auf das Backwerk.
mashable.com, twitter.com

Londoner U-Bahn will Fahrgäste über Wlan tracken und so Stoßzeiten abfangen.

London: Das Wlan der Londoner Underground liefert ab Juli Bewegungs-Daten der Nutzer, um Stoßzeiten besser vorhersagen zu können. Die Daten erfassen, wie sich Menschen durch Londons Untergrund bewegen, zwischen welchen Linien sie wechseln und wie sich Menschenmengen entwickelt. Ein vierwöchiger Test 2016 hat gezeigt, dass mit den anonym gesammelten Daten, Routen besser geplant und Verspätungen vermieden werden können.
bbc.com

Bild des Tages: Brexit-Gegner dekoriert Nigel Farage mit einem Milchshake.


Gerührt, nicht geschüttelt: Nigel Farage wird in Newcastle upon Tyne beim Wahlkampf für die Europawahl von seinen Bodyguards eskortiert – auf seinem Anzug trägt er einen Milchshake, der ihm offenbar von einem Brexit-Gegner spendiert wurde. Farage zeigte sich not amused und reagierte etwas ungehalten auf den "radikalisierten" Brexit-Gegner. (Foto: Photoshot / Picture Alliance)


BBC macht große Schritte hin zum ausgeglichenen Geschlechterverhältnis.

BBC-Logo-150x150BBC macht große Fortschritte bei der Gendergerechtigkeit. Vor einem Jahr war ein freiwillige Projekt gestartet – 500 BBC-Teams haben sich beteiligt. Damals hatten lediglich 27 % der Teams ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Beiträgen, im April 2019 waren es bereits 74 %. Auch in der Sportredaktionen und bei BBC Arabic gleiche sich das Verhältnis an.
sueddeutsche.de