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Guckloch-Strategie: 2017 musste der "Daily Telegraph", nun zweitauflagenstärkste Zeitung im Vereinigten Königreich, die Krone an die "Times of London" abgeben. Doch man gibt sich optimistisch. Nicht zuletzt dank eines anhaltenden Digitalwachstums, das man mit einem vielleicht nicht ganz neuem, aber wirksamen Erfolgsrezept erklärt: editorial.media

BBC-Chef Tony Hall tritt zurück.

BBC: Generaldirektor Tony Hall, 68, kündigt an, im Sommer nach sieben Jahren an der Spitze abzutreten. Einen Nachfolger gibt es noch nicht, BBC-Vorstandschef David Clementi soll die Suche in den kommenden Wochen beginnen. Hinter Halls Abtritt stecken vermutlich strategische Erwägungen. 2022 überprüfen die Briten ihren Rundfunkstaatsvertrag, 2027 handeln sie einen neuen aus. Hall wünscht, dass die BBC zu beiden Terminen dieselbe Leitung hat, um eine bessere Verhandlungsposition zu besitzen.
spiegel.de

Buchversand wird bei ungeordnetem Brexit sehr zeitaufwendig, schreibt Dan Conway.

Deutsche Verleger haben vom Brexit während der elfmonatigen "Übergangszeit" bis Dezember 2020 wenig zu fürchten, analysiert Dan Conway von der Publishers Association. Wenn die EU und Großbritannien kein Freihandelsabkommen zustande bekommen, würde der Versand von Büchern über den Kanal allerdings "sehr zeitaufwendig", UK-Distributor wären dann Importeure und die Bereitstellung persönlicher Daten würde "deutlich komplizierter".
boersenblatt.net

Großbritannien: Bob Cohn wird Chef der Economist Group.

Großbritannien: The Economist Group ernennt Bob Cohn zum Geschäftsführer. Er leitet das Magazingeschäft und soll die Abozahlen ausbauen, Digitalangebote entwickeln und
neue Geschäftsfelder in Nordamerika finden. Auf den nordamerikanischen Markt entfallen 55 % der Print- und Digitalabos des "Economist", für die US-Wahl will die Zeitschrift neue Angebote entwickeln. Cohn arbeitet von New York und Washington aus. Er kommt von "The Atlantic".
press.economist.com

Annette Thomas wird Chefin der Guardian Media Group.

Guardian Media Group holt Annette Thomas als neue Chefin. Die ehemalige "Nature"-Journalistin kommt von Web of Science und folgt auf David Pemsel, der das Medienhaus Richtung Premier League verlassen hatte, seinen Posten bei der englischen Fußball-Liga nach Missbrauchsvorwürfen nicht angetreten hat. Zur Guardian Media Group gehört neben dem namensgebenden "Guardian" unter anderem auch "The Observer".
theguardian.com, meedia.de, turi2.de (Background)

Basta: Harry und Meghan entledigen sich ihrer königlichen Pflichten.

Royaler Brexit: Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen nicht mehr zum engeren Kreis der britischen Königsfamilie gehören. Sie kümmern sich lieber um eigene Charity-Projekte, wollen zeitweise in Nordamerika leben und finanziell unabhängig werden. Sollte das auch mit Gelegenheitsjobs als Blau-Blutspender oder Darsteller historischer Figuren nicht klappen, gibt es notfalls auch im britischen TV ein Dschungelcamp.
instagram.com, sueddeutsche.de, bbc.com, theguardian.com

Seltene Updates: E-Paper von Murdochs “Times” ist steuerrechtlich zeitungsähnlich.

News UK, britischer Murdoch-Verlag, könnte künftig Mio Pfund an Mehrwertsteuer sparen bzw. zurückbekommen. Auf Digital-Publikationen fallen 20 % Mehrwertsteuer an, während Print-Zeitungen davon befreit sind. Das oberste Steuer­gericht hat nun festgestellt, dass die Online-Ausgaben von "Times" und "Sunday Times" ihrem Charakter nach gedruckten Zeitungen ähnlich sind. Die Begründung: Sie werden nur viermal am Tag aktualisiert.
theguardian.com

Basta: Es geht um die Wurst.

Hat (kein) Schwein gehabt: In Großbritannien gibt ein Gericht einem Veganer recht, der sich durch seine Kündigung diskriminiert fühlt, und erklärt Veganismus zu einem "philosophischen oder religiösen Glauben". Das beklagte Unternehmen hält gegen, es habe den Ex-Mitarbeiter wegen seines Fehlverhaltens gefeuert – ist gegen den Gemüse-Apostel aber machtlos.
spiegel.de

Boris Johnson will Gebührenverweigerer nicht mehr bestrafen.

BBC-Logo-150x150Großbritannien: Premierminister Boris Johnson schießt weiter gegen die BBC. Er überlege, die Nichtzahlung der Rundfunkgebühren zu entkriminalisieren, berichten "Guardian" und "Mail on Sunday". Jährlich werden rund 180.000 Gebührenverweigerer angeklagt, 150.000 verurteilt. Minister von Johnsons konservativer Regierungspartei boykottierten am Sonntag wegen der angeblichen Anti-Tory-Haltung der BBC die Morgensendung von Radio 4.
derstandard.at, theguardian.com, dailymail.co.uk, turi2.de (Background)

Basta: Queen Elisabeth II sucht per Stellenanzeige einen Social-Media-Chef.

Twittern im Namen Ihrer Majestät: Queen Elisabeth II, 93, sucht einen Social-Media-Chef in einer 37,5-Stundenwoche - Lunch inklusive. Das Königshaus wolle "neue Wege" gehen, um die Präsenz der Queen "auf der Weltbühne zu erhalten", heißt es in der Stellenanzeige. Über die drohende mediale Bedeutungslosigkeit nach dem Brexit scheint die Queen not amused.
bild.de

Boris Johnson stellt Gebühren-Finanzierung der BBC infrage.

BBC-Logo-150x150Großbritannien: Premierminister Boris Johnson stellt die Gebühren-Finanzierung der BBC zur Debatte. Bei einem Wahlkampf-Auftritt sagt Johnson, er habe derzeit zwar keine Pläne, die Rundfunkgebühren komplett abzuschaffen, es sei aber fraglich, wie lange ein System noch zu rechtfertigen ist, bei dem jeder bezahlen muss.
theguardian.com via digitalfernsehen.de

Sky baut nahe London europäisches Produktionszentrum auf 13 Hektar Fläche.

Sky will 2022 ein neues europäisches Produktionszentrum mit 2.000 Arbeitsplätzen eröffnen und hat dafür nördlich von London ein 13 Hektar großes Grundstück gekauft. Der Pay-TV-Sender investiert nach eigenen Angaben in den ersten fünf Jahren nach der Eröffnung 3,5 Mrd Euro in TV- und Filmproduktionen. In den Studios soll auch NBC Universal produzieren.
wuv.de, theguardian.com

Bild des Tages: Polizei riegelt Londoner Innenstadt nach Messerangriff ab.


Schlechte Zeiten: Ein vermummter und mit einem Maschinengewehr bewaffneter Polizist geht an einem Zeitungskiosk in der Londoner Innenstadt vorbei. Nach einem Messerangriff auf der London Bridge hat die Polizei den Angreifer erschossen. Er trug einen Sprengstoffgürtel, der sich jedoch als Attrappe herausstellte. (Foto: Dominic Lipinski / AP Photo / Picture Alliance)

Britische Zeitungen: Verlag der “Daily Mail” kauft “i”.

DMGT, die Holding der "Daily Mail", kauft die Kompaktzeitung "i" inklusive der Digitalausgabe für knapp 50 Mio Pfund. Verkäufer Johnston Press macht Plus, der Verlag hatte die einstige Kompaktausgabe des "Independent" 2016 für die Hälfte von Evgeny Lebedev gekauft. Die britischen Kartellis müssen noch prüfen. Mark Sweney, der Medienbusiness-Korrespondent des "Guardian", hält Kürzungen bei der Redaktion für unwahrscheinlich, die DGMT-Chefetage beteuert, die unabhängige politische Linie der "i" nihct beeinflussen zu wollen.
theguardian.com

Basta: Channel 4 ersetzt Boris Johnson in TV-Klima-Debatte durch Eis-Skulptur.

Eisige Debatte: Der britische Channel 4 ersetzt Premierminister Boris Johnson und Nigel Farage, Chef der Brexit-Partei, in einer TV-Diskussion zum Klimawandel durch Eis-Skulpturen. Beide hatten ihre Teilnahme an der Debatte verweigert. Johnsons Parteifreunde sehen seine Ehre dahinschmelzen - aus Reihen der Konservativen kommt die Drohung, im Falle eines Wahlsieges die Aufgaben von Channel 4 einmal genau zu überprüfen.
buzzfeed.com, sueddeutsche.de

Uber verliert Lizenz in London.

Uber muss seine Fahrtdienste in London einstellen, beschließt die zuständige Nahverkehrsbehörde TfL. Sie werde die Lizenz nicht verlängern, nachdem Uber zuletzt mehrfach mit Verstößen, die die Sicherheit der Passagiere gefährdet hätten, aufgefallen sei. London ist der größte europäische Markt für Uber. Nach eigenen Angaben nutzen in der britischen Stadt 3,5 Mio Menschen die App, 40.000 Fahrer arbeiten hier für Uber.
manager-magazin.de

Greta Thunberg wird für einen Tag BBC-Chefredakteurin.

BBC macht Umweltaktivistin Greta Thunberg (Foto) einen Tag zur Chefredakteurin der Morgensendung bei Radio 4. Thunberg plane Berichte aus der Antarktis und Sambia sowie ein Interview mit Mark Carney, dem Chef der britischen Notenbank. Weitere Chefredakteure zwischen dem 26. Dezember und Silvester sind der Künstler Grayson Perry, Rapper "George The Poet", der Journalist und BBC-Kritiker Charles Moore sowie die Präsidentin des Obersten Gerichtshofes Großbritanniens, Brenda Hale.
faz.net

BBC will Kinder-Nachrichten öfter digital, seltener linear ausstrahlen.

BBC-Logo-150x150BBC beantragt bei der Medienaufsicht Ofcom, seine Kinder-Nachrichtensendung Newsround seltener linear und doppelt so oft wie bisher online zu zeigen. Bisher strahlt der Sender täglich drei "Newsround"-Sendungen im TV aus, künftig will die BBC nur noch eine zeigen. Die Nutzerzahlen sprechen dafür, die Nachrichten zum "Digital-first-Angebot" umzuwandeln.
wuv.de

Roula Khalaf wird Chefredakteurin der “Financial Times”.

Großbritannien: Roula Khalaf rückt an die Spitze der "Financial Times", als erste Frau in der Verlagsgeschichte. Sie arbeitet seit 24 Jahren für die Wirtschaftszeitung, zuletzt als Vize. Der bisherige Chefredakteur Lionel Barber ist seit 35 Jahren bei der "Financial Times", die vergangenen 14 als Chef. Lionel hat die Zeitung u.a. 2015 durch den Besitzerwechsel geführt, das japanische Medienunternehmen Nikkei übernahm sie von der britischen Mediengruppe Pearson.
spiegel.de

Die Deutsche Bahn will ihre britischen Tochter Arriva doch nicht verkaufen.

Deutsche Bahn legt den geplanten Verkauf ihrer britischen Tochter Arriva zunächst auf Eis, berichtet die dpa. Die erwarteten Erlöse von rund bis zu 4 Mrd Euro abzüglich rund 1 Mrd Euro für die Tilgung von Schulen lägen weit unter dem Buchwert des Unternehmens. Ursprünglich sollte der Verkauf 2019 über die Bühne gehen. Zuletzt hieß es, der Verkauf verzögere sich, unter anderem wegen des Brexits.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: In den 70ern erschien die “Times” ein Jahr nicht.

Lese-Tipp: Historiker Jan-Hendrik Dany schreibt in der "Zeit" über das Jahr 1978/79 in Großbritannien, als die "Times" wegen Arbeitskämpfen nicht erschien. Inhaber Kenneth Thomson setzte die Produktion aus, weil die Druckgewerkschaften ein neues, computergestütztes Verfahren ablehnten. Thomson kündigte 3.000 der 4.300 "Times"-Mitarbeiter. Manche Redakteure beschäftigten sich in dem Jahr auf Recherchereisen, andere schrieben Bücher. Erst nach zwölf Monaten konnten die Gewerkschaften und der Verlag sich einigen.
"Zeit" 46/2019, S. 21 (Paid)

Facebook duldet im Brexit-Wahlkampf Falschaussagen in politischen Anzeigen.

Facebook will politische Anzeigen von Parteien und Politikern im britischen Wahlkampf nicht auf Fakten überprüfen, meldet CNN. Werbung von Gruppierungen, wie Brexit-Initiativen, werden dagegen kontrolliert. Facebook wolle im Wahlkampf nicht zum "selbsternannten Schiedsrichter" für Aussagen der Politiker werden.
edition.cnn.com

Facebook zahlt nun doch seine Strafe von 500.000 Pfund in Großbritannien.

Facebook-LogoFacebook zahlt nun doch das im Rahmen des Skandals um Cambridge Analytica von britischen Datenschützern verhängte Bußgeld von 500.000 Pfund (rund 580.000 Euro). Der Konzern hatte zunächst Einspruch eingelegt. Wie die britische Datenschutzbehörde mitteilt, sei dies jedoch kein Schuldeingeständnis Facebooks.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Deutsche Mobilfunker berechnen auch nach dem Brexit vorerst keine Roaming-Gebühren.

Deutsche Mobilfunknutzer müssen in Großbritannien auch nach einem irgendwann einmal stattfindenden Brexit vorerst keine Roaming-Gebühren zahlen, kündigen Telekom, Vodafone und Telefónica auf dpa-Nachfrage an. Großbritannien bleibe in der EU-Roaming-Regelung, bis die Briten selbst einen Ausstieg aktiv anstoßen, sagt ein Vodafone-Sprecher.
faz.net

Deutsche Bahn: Der Verkauf der britischen Tochter Arriva verzögert sich.

Deutsche Bahn liegt beim Verkauf der britischen Nahverkehrstochter Arriva hinter ihrem Zeitplan. Laut Reuters werde weder ein Börsengang noch der Verkauf an Investoren noch 2019 umsetzbar sein. Als Gründe nennt die Bahn einerseits eine umfangreichere Prüfung der Bücher und andererseits den noch immer nicht gelösten Brexit.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Großbritannien beerdigt seine Pläne zum Porno-Bann.

Großbritannien verfolgt seinen Plan, per Gesetz eine Altersverifikation für den Zugang zu Online-Pornos vorzuschreiben, nicht mehr weiter. Es gibt einen Entwurf aus 2017, die Regierung will ihn aber laut Nicky Morgan, Staatssekretär für Digital, Kultur, Medien und Sport, nicht durchsetzen, u.a. wegen Datenschutz-Problemen. Stattdessen setze man auf eine "Sorgfaltspflicht", die Internetunternehmen tragen sollen, um illegale Aktivitäten zu verhindern.
theverge.com

Eine Untersuchung legt nahe, dass die “Sun” für mehr EU-Skepsis in Großbritannien sorgt.

The SunBoulevardmedien: Die "Sun" sorgt für eine EU-kritischere Einstellung ihrer Leser, wollen britische Forscher herausgefunden haben. Demnach sei die Abneigung gegenüber der EU in der Region um Liverpool geringer als in vergleichbaren Regionen des Landes. Dies sei interessant weil die Bewohner dort unabhängig von ihrer politischen Einstellung das Boulevardblatt meiden. Um Liverpool hat die "Sun" seit 1989 schwache Verkaufszahlen, seit sich der Titel mit falschen Behauptungen über eine Massenpanik bei einem Fußballspiel des FC Liverpool unbeliebt gemacht hat.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27 (Paid)

Basta: Dyson zieht bei seinen E-Autos den Stecker.

Beutelerfolglos: Staubsaugerproduzent Dyson beerdigt seine Pläne für eine eigene Elektroauto-Sparte. Offenbar hat Firmengründer James Dyson erkannt, dass seinem E-Auto das gleiche Schicksal droht, wie dem von ihm leidenschaftlich beworbenen Brexit: aufgrund der aktuellen Situation gebe es keine Möglichkeit, das Produkt gewinnbringend zu vertreiben.
handelsblatt.com

Britisches Königshaus verklagt “The Sun” und “Mirror”.

Plötzlich Prinzessin Angeklagter: Der britische Prinz Harry verklagt die Betreiber der UK-Boulevardzeitungen "Sun" und "Mirror", berichtet die Londoner Enthüllungs-Plattform Byline Investigates. Die Zeitungen hätten Voice-Mail-Nachrichten illegal abgehört, um an private Informationen über den Prinzen zu gelangen. Das britische Königshaus hat die Anklage bestätigt, meldet die dpa.

Die Vorwürfe richten sich gegen den Verlag News Group Newspapers, zu dem die "Sun" gehört, sowie gegen Reach, Herausgeber vom "Mirror". Die Zeitungen gehören zu den auflagenstärksten Blättern in Großbritannien. Der Prozess soll frühestens 2021 starten und sich auch auf die Aktivitäten von Privatdetektiven beziehen, welche von "The Sun", den "Mirror"-Titeln sowie der inzwischen eingestellten "News of the World" beauftragt wurden, meldet Byline Investigates.
bylineinvestigates.com, faz.net, gala.de

Zitat: Briten meiden Nachrichten aktiv, sagt Rasmus Kleis Nielsen.

"Wir beobachten seit dem Brexit-Referendum einen so starken Vertrauensschwund in die Presse wie nirgendwo sonst."

Rasmus Kleis Nielsen, Direktor des Reuters Institutes, beobachtet bei den britischen Mediennutzern eine Ermüdung, sagt er im Interview mit der "Süddeutschen". Selbst News-interessierte Bürger würden Nachrichtensendungen aktiv meiden, da die Brexit-Berichterstattung sie "depressiv mache und ihnen zu viel Kraft raube".
sueddeutsche.de