RTL will beim neuen Führungsteam in Sachen Diversity nachbessern.


Frauen-Flaute: Das neue RTL-Führungsteam stellt sich selbst per Mail an die Belegschaft die Diagnose, "nicht divers genug" zu sein. Erst vor wenigen Tagen war die neue Führungsriege um Matthias Dang und Stephan Schäfer bekannt gegeben worden – bestehend aus 18 Männern und nur vier Frauen. "Bissige Kommentare" von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Intranet sollen die Spitze laut "Wirtschaftswoche" "zur Selbstkritik" bewogen haben.

In den kommenden Wochen wolle sich RTL "ernsthaft mit dem Thema befassen" und bittet dabei um Unterstützung: Angestellte sollen Ideen und Vorschläge einreichen. "Mit Blick auf Diversität" habe die Besetzung des Führungsteams "eine lebendige Diskussion im Unternehmen ausgelöst", bestätigt RTL. Die Geschäftsführung werde zu dem Punkt "weiter intensiv arbeiten".
wiwo.de, turi2.de (Background)

Zitat: Ex-“stern”-Chefredakteur Klaus Liedtke beschwert sich über Darstellung früherer Arbeit.

"Vor Ihnen arbeitende Generationen von 'stern'-Journalisten werden als sich 'gegenseitig belauernde' Haufen von Egomanen herabgewürdigt. Das ist in der Sache völlig falsch, und obendrein ein besonders mieser Stil."

Auch der ehemalige "stern"-Chefredakteur Klaus Liedtke ärgert sich in einem Leserbrief, aus dem Meedia zitiert, über die Darstellung der früheren Arbeitsweise beim "stern".
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Ex-Redakteurinnen fühlen sich vom “stern” verunglimpft.


Auf den Schlips getreten: Ehemalige "stern"-Redakteurinnen fühlen sich von ihrem früheren Arbeitgeber "verunglimpft", berichtet Übermedien. Dem Online-Magazin liegen entsprechende "wütende Protestnoten" von Ex-Mitarbeiterinnen vor, die sie an den "stern" geschickt haben. Das Magazin hatte in der vergangenen Woche einen Text veröffentlicht, der an frühere Konkurrenzen innerhalb des eigenen Hauses erinnert. Ex-Redakteurin Ingrid Kolb etwa schreibt daraufhin, sie schäme sich für die Redaktion, "die sich diese Beschreibung ihrer Arbeit gefallen lässt". Der ehemalige Reporter Niklas Frank wirft dem "stern" vor, die damaligen Mitarbeiterinnen "auf billigste Weise zu verunglimpfen". Die Schilderung, Redakteurinnen hätten sich "gegenseitig belauert" und deswegen keine guten Geschichten mehr schreiben können, sei "schlichtweg gelogen".

Auf Nachfrage von Übermedien entgegnet Gruner+Jahr es liege "nichts ferner als die Arbeit ehemaliger 'Stern'-Redakteurinnen - und Redakteure schlecht zu machen". Die Veröffentlichung sollte viel mehr zeigen, warum "die heutige Zeit" einen Zusammenschluss von G+J und RTL "sinnvoll und möglich" mache.

Gruner + Jahr, wo der "stern" erscheint, ist seit Jahresbeginn Teil von RTL. Aus diesem Anlass hatte das Magazin einen nicht namentlich gekenn­zeichneten Beitrag veröffentlicht, in dem es etwa heißt: "Einer aus der Politik sitzt mit einem aus dem Deutschland-Ressort in der Kantine? Da ist was im Busch! 'Geo' arbeitet an einem Thema, an dem wir auch sitzen? Leute, da müssen wir Tempo machen!". (Bild: Screenshot "stern")
uebermedien.de, "stern" 3/2022, S. 8/9 (Paid), turi2.de (Background)

“stern TV”-Redaktion grenzt sich von “stern TV” aus RTL-Produktion ab.

Krieg der TV-Sterne: Die Produktions­firma i&u TV, Produzent von "stern TV" am Mittwoch, distanziert sich von der gestrigen Sonntags­ausgabe mit Frauke Ludowig und Nikolaus Blome. "Die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Auswahl der Themen und Gäste verantwortet die Redaktion von RTL", schreibt "stern TV" bei Twitter. Alexander Krei sieht darin einen "etwas verzweifelten Versuch" der Produktions­firma, "drohenden Schaden von sich und der eigenen Sendung abzuwenden", wenn durch zunehmende TV-Präsenz des "sterns" die Marke "stern TV" verwässert werde.
dwdl.de, twitter.com/sterntv

Debatte: ProQuote Medien kritisiert neues RTL-Führungsteam.

Männer-Überschuss: Die neue Führungsriege von RTL ist "ein Schritt zurück in die Vergangenheit", sagt Edith Heitkämper (Foto) von ProQuote Medien. Nach dem Ausscheiden von Julia Reuter besteht die Geschäfts­führung nur noch aus Männern. Das sei "eine nicht nachvoll­ziehbare Botschaft auch an Leserinnen und Zuschauerinnen", zumal viele Zeitschriften und Sendungen des fusionierten Unternehmens auf Frauen ausgerichtet sind.
per Mail, turi2.de (Background)

“stern” erinnerte an frühere Konkurrenz im eigenen Haus und will häufiger ins TV.

Konkurrenzlos? Der "stern" erklärt seinen Leserinnen auf zwei Seiten die Hochzeit von Gruner + Jahr mit RTL – und erinnert an frühere Konkurrenz innerhalb des eigenen Hauses: "Einer aus der Politik sitzt mit einem aus dem Deutschland-Ressort in der Kantine? Da ist was im Busch! 'Geo' arbeitet an einem Thema, an dem wir auch sitzen? Leute, da müssen wir Tempo machen!" Dabei mache "mit den richtigen Spiel­regeln" Zusammen­arbeit Journalismus "nicht schwächer, sondern stärker und damit unabhängiger", heißt es in dem nicht namentlich gekenn­zeichneten Beitrag. Folglich soll der "stern" mit neuen Formaten künftig häufiger im TV statt­finden, etwa bei einem "stern TV"-Spezial am Sonntag mit Nikolaus Blome und Frauke Ludowig.
"stern" 3/2022, S. 8/9 (Paid), turi2.de (Background)

RTL benennt nach Fusion neues Führungsteam.


Aus zwei macht eins: Nach der vollständigen Übernahme von Gruner + Jahr stellt RTL die Führungsriege im Unternehmen neu auf. Zur Geschäftsführung gehören Alexander Glatz und Oliver Radtke sowie die Co-CEOs Matthias Dang und Stephan Schäfer, die RTL+ "zum größten digitalen Entertainmentangebot" ausbauen wollen. Julia Reuter, Geschäftsführerin Strategie, Personal und Kultur, verlässt das Unternehmen zu Ende April "auf eigenen Wunsch", heißt es in der Mitteilung. Der Bereich Strategie wird künftig von Dang verantwortet. Den Bereich Personal und Kultur übernimmt Radtke. Die Geschäftsführung steht rund 1.500 Journalistinnen vor, die durch die Verschmelzung von RTL und Gruner + Jahr enger zusammenarbeiten sollen.

Das neue Führungsteam soll im Laufe des zweiten Quartals 2022 seine Aufgaben aufnehmen und an die Geschäftsführung berichten. Henning Tewes ist für das TV-Geschäft verantwortlich, Bernd Hellermann verantwortet die Print- und Digitalgeschäfte, Stephan Schmitter alle journalistischen Inhalte von Bewegtbild über Digital und Audio bis Print. Frank Vogel wird neuer Geschäftsführer der Ad Alliance und verantwortet mit Matthias Dang das gesamte Vermarktungsgeschäft. Eva Messerschmidt und Henning Nieslony sind für den Ausbau von RTL+ zuständig. Karin Immenroth führt den Bereich Data und Christina Dohmann den Endkunden-Vertrieb. Der Kommunikations-Bereich wird künftig von Frank Thomsen geleitet, der bislang für G+J sprach.

Das Unternehmen schafft außerdem einen neuen Bereich für crossmediale Projekte und Partnerschaften, den Mirijam Trunk verantwortet. Das Unternehmen geht durch die Fusion von Synergien in Höhe von 100 Mio Euro aus, "die zum größten Teil wachstumsgetrieben sind". (Foto: Pascal Bünning / RTL Deutschland)
presseportal.de (Führungsteam), presseportal.de (Reuter), turi2.de (Background)

RTL verkündet die Einheit mit Gruner + Jahr mit Prime-Time-Spot und Waldschutz-Projekt.

RTL Deutschland meldet Vollzug bei der Übernahme von Gruner + Jahr. Der Medienkonzern verschreibt sich in einer Pressemitteilung "positiver Unterhaltung und unabhängigem Journalismus" und nennt den Zusammenschluss ein "Bündnis für nachhaltiges Wachstum". Zur Feier des "Geburtstags" läuft am Abend um 20.14 Uhr einmalig ein TV-Spot auf allen Sendern der Gruppe. Der Einminüter zeigt Programm-Beispiele aus dem TV, Online- und Print-Marken und feiert "Mehr Vielfalt". Gleichzeitig übernimmt RTL den Schutz eines 7.500 Quadratmeter großen Waldstücks – in Kooperation mit Förster und G+J-Testimonial Peter Wohlleben. Die Quadratmeter-Zahl ist angelehnt an die Zahl der Konzern-Beschäftigten. Die CEOs Stephan Schäfer und Matthias Dang laden die Belegschaft zu einer virtuellen Feierstunde ein.
kommunikation.mediengruppe-rtl.de (mit 1-Min-Spot)

turi2 edition #16: Wie verbessert Kunst das Klima, Tim Sommer?


Eine Kunst für sich: Eintracht und Konsens in der Gesellschaft sind die Todfeinde der Kunst, meint Tim Sommer. Wie passt da der Klimawandel rein, der so viel Einigkeit und Kompromisse fordert? Der Chefredakteur von “art”, Europas größtem Kunstmagazin, zeigt sich in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #16 optimistisch, dass sich Kunst und Klimakrise letztendlich sogar gegenseitig helfen. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

Meedia: Ärger um Gewinnbeteiligung bei G+J und RTL.

Gewinn-Rationierung: Die Angestellten von Gruner + Jahr ärgern sich über die Gewinn­ausschüttung, die mit der Übernahme durch RTL ab 1. Januar 2022 nicht an den Sender-Standard angepasst wird. Wie Gregory Lipinski bei Meedia berichtet, erhalten die dann ehemaligen G+J-Mitarbeitenden weniger Gewinn­beteiligung als die RTL-Kolleginnen. Dadurch entstehe der Eindruck, "wie ein unliebsames Anhängsel" behandelt zu werden, zitiert Lipinski aus G+J-Kreisen.
meedia.de (Paid)

Meedia: Stephan Schäfer will die Marke Gruner+Jahr einmotten.

Ende der Grünphase: Dem Firmennamen Gruner + Jahr sowie dem grünen Logo steht mit der Übernahme durch RTL offenbar ein schleichender Tod bevor, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia.de. Teilnehmende einer Betriebs­versammlung am Dienstag berichten, RTL-Co-Chef Stephan Schäfer habe auf Nachfrage angekündigt, Marke und Logo würden verschwinden. Hausintern werde spekuliert, die Maßnahme solle sukzessive und möglichst geräuschlos bis Ende 2022 erfolgen. Eine G+J-Sprecherin sagt: "Die Diskussion über unsere Dachmarke läuft."
meedia.de (Paid)

“stern” bringt ungarisches Kinderbuch “Märchenland für alle” auf Deutsch heraus.

stern sichert sich die Rechte an dem umstrittenen, ungarischen Märchenbuch "Meseország mindenkié". Es soll im Frühjahr 2022 unter dem Titel "Märchenland für alle" auf Deutsch erscheinen. Das Kinderbuch will traditionelle Märchen neu erzählen, es geht u.a. um einen schwulen Prinzen oder ein Aschenputtel mit alkoholsüchtigem Vater. Das Buch war in Ungarn Gegenstand einer monatelangen politischen Debatte.
guj.de

Lese-Tipp: Peter Steinkirchner über Unruhe bei RTL und Gruner + Jahr.

Lese-Tipp: Bei RTL und Gruner + Jahr herrscht Unruhe, schreibt Peter Steinkirchner in der "Wirtschaftswoche". Rund 200 teils langgediente RTL-Kräfte verlassen die Gruppe in einem Freiwilligenprogramm – doppelt so viele wie vom Unternehmen erwartet. Auf interne Skepsis stoßen u.a. das erneuerte RTL+ und das neue Nachrichten-Magazin mit Jan Hofer, für welches man "Maximen über Bord" geworfen habe und das vielen "wie ein Fremdkörper" im Programm erscheine.

Zudem sorge ein "täglicher Abstimmungsmarathon" bei den Formaten für Frust in der Belegschaft, da "alles in einen Topf geworfen und das Ergebnis auf unterschiedliche Teller verteilt" werde. Mitarbeitende könnten sich nicht mehr so gut wie früher mit ihren Sendungen identifizieren – für den Erfolg des Produkts sei das Gift, sagt ein RTL-Mitarbeiter. Auch am Gelingen der Fusion von RTL mit dem Verlag Gruner + Jahr gebe es Zweifel, es würden "völlig unterschiedliche Kulturen" aufeinanderprallen. Zudem gebe es in vielen G+J-Redaktionen eine Spaltung, "vor allem zwischen den jungen, die weniger kosten und nicht so sehr in der Tradition etwa eines 'Stern' verwurzelt sind, und den erfahrenen, die sich nicht als Teil des sogenannten 'integrierten Contentcenters' sehen".
emagazin.wiwo.de (Paid)

G+J legt Living-Redaktionen zusammen.


Aufwendige Renovierung: Gruner + Jahr fusioniert die Print- und Online-Redaktionen von "Schöner Wohnen", "Häuser", "Couch", "Guidos Deko Queen" und "Wohnklamotte". An der Spitze der neuen Living-Redaktion stehen Andrea Fischer (Foto) und Christina Gath als gleichberechtigtes Führungsduo. Publisher Matthias Frei und Publishing Director Andrea Kobelentz (Foto, von links nach rechts) gehören ebenfalls zum Directors Board. Ein Product Board kümmert sich um Produkt- und Themenentwicklung und ein Visual Board um die optische Aufbereitung.

"G+J wird zur Magazininhalte-Produktionsabteilung der Marketingmaschine RTL" kommentiert Roland Pimpl den Umbau. Aus Pimpls Sicht steht beim ehemaligen Großverlag künftig der Werbemarkt "proaktiver" im Mittelpunkt als früher. 56 Beschäftige erstellen in der Living-Redaktion in "crossmedialen und interdisziplinären Teams" die marken- und kanalübergreifenden Inhalte, schreibt der Verlag. Laut Matthias Frei arbeiten sie "kreativer, kunden- und marktorientierter" als bisher. Die Titel erreichen laut G+J rund 4 Mio Menschen und zählen zusammen gut 2 Mio Fans in den sozialen Netzwerken. (Foto: Gruner + Jahr)
guj.de, horizont.net (Paid)

Zitat: Moritz Bleibtreu wundert sich über gefälschte Hitler-Tagebücher.

"Und ihr habt wirklich geglaubt, die sind echt?"

Der "stern" holt anlässlich des Serien-Starts von Faking Hitler bei RTL+ die gefälschten Hitler-Tagebücher aus dem Giftschrank und zeigt sie Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu. Über seine Rolle als Fälscher Konrad Kujau sagt Bleibtreu: "Ich hätte diesem Kujau nicht einmal eine Katze anvertraut."
"stern" 48/2021, S. 61 (Paid)

Matthias Dang und Stephan Schäfer erklären die Fusion von RTL und G+J.


Übernahme-Gespräch: Die RTL-Chefs Matthias Dang und Stephan Schäfer sprechen im "Handelsblatt"-Interview über die bevorstehende Übernahme von Gruner + Jahr durch RTL – ohne allzu konkret zu werden. So soll der Streaming-Dienst RTL+ "das Deutschland-Abo für jedermann werden", das neben Video-Inhalten auch Lese-Stoff und Hörbücher bietet. Die Nutzer-Zahlen sollen von 2,4 auf über 7 Mio im Jahr 2026 steigen.

Netflixiger als Netflix will die Mediengruppe nicht werden. Stattdessen setzt der Dienst auf Lokalkolorit: "Wir haben Möglichkeiten, die für Netflix kaum realisierbar sind in nur einem Markt – seien es lokale Nachrichten oder die Übertragung der Europa League." Was die Übernahme durch RTL für die G+J-Belegschaft bedeutet, beantworten die Chefs nur oberflächlich: "Dabei entstehen neue Positionen, andere werden sich verändern, manche auch wegfallen." Im Journalismus, bei Tech und Data "bauen wir derzeit auf". (Foto: RTL Deutschland / Marina Rosa Weigl)
handelsblatt.com (Paid)

Wir graturilieren: Julia Jäkel wird 50.

Wir graturilieren: Julia Jäkel, frisch und friedlich geschieden vom CEO-Job bei Gruner + Jahr, den sie von 2013 bis Anfang 2021 in guten wie in schlechten Tagen fröhlich und vorwärtsdrängend interpretiert hat, feiert heute ihren 50. Geburtstag. Nach 23 Jahren bei Gruner + Jahr liegt auf Jäkels Weg jetzt "mehr Raum für Spontanität, Freunde und natürlich Familie". Am Telefon erzählt sie: "Ich genieße die Freiheit", aber auch: "Ich vermisse mein Team ein bisschen". Der Rückruf kommt aus Dortmund, wo sie für die DFL-Stiftung in der Kabine des BVB mit Jugendlichen über Toleranz, Vorurteile und Rassismus diskutiert hat.

Einer der ersten Anrufe nach der Meldung vom Abgang bei Gruner + Jahr kam von Stefan von Holtzbrinck aus Stuttgart. Dessen Holtzbrinck Publishing Group, ein Unternehmen von "zauberhafter Dezenz", dient Jäkel jetzt als Aufsichtsrätin. Ihre Expertise bringt Jäkel auch als "Non-Executive-Director" bei Adevinta ein, einem Joint-Venture von Schibstedt und Ebay, das sich noch vor Springer führend bei den digitalen Kleinanzeigen-Marktplätzen sieht.

Mehr Job soll gar nicht sein, derzeit. Ihren Start in die zweite Lebenshälfte feiert Jäkel mit Ehemann Uli und den Zwillingen. Eine größere Sause ist in Post-Corona-Zeiten verschoben. Das Handy-Selfie zeigt sie beim Wandern in Bayerischzell. Glückwünsche erreichen sie u.a. über Linked-in.

“Meedia”: Ex-Online-Vize Cordula Schmitz verlässt den “stern”.

stern: Die Leitende Redakteurin für die Plus-Inhalte des Magazins, Cordula Schmitz (Foto), verlässt den Titel, bestätigt Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier "Meedia". Schmitz war zuvor Vize-Chefredakteurin von stern.de. Bei den Plus-Inhalten übernehmen Julia Rieke, 2020 von "Spiegels" Bento zum "stern" gekommen, und Cornelia Fuchs von Schmitz, schreibt Stefan Winterbauer.
meedia.de, turi2.de (Background)

DDR-Vergleich und Kolleginnen-Schelte: Die Kritik an Springer-Chef Döpfner wächst.


Gegenwind: Die Kritik an Springer-Chef Mathias Döpfner in Folge seines DDR-Vergleichs und der Bezeichnung von Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" wächst – auch im Zeitungs-Verband BDZV, dem Döpfner seit 2016 als Präsident vorsteht. Madsack-CEO Thomas Düffert, selbst BDZV-Vize, sieht in Döpfners Äußerungen "für alle Journalistinnen und Journalisten" eine "unangemessene und verfehlte Herabsetzung". Düffert findet, dass "auch in privaten Diskussionen kein Zweifel an der Integrität und Unabhängigkeit der Redaktionen" aufkommen sollten. Funke-Chef Christoph Rüth schlägt bei Übermedien in die gleiche Kerbe: "Die – wenn auch angeblich überspitzte – Formulierung 'Propaganda-Assistenten'" hält er "für völlig unpassend" und "dem Amt eines BDZV-Präsidenten nicht angemessen".

Von Carsten Lohmann, Geschäftsführer des ebenfalls im BDZV organisierten "Mindener Tageblatt", kommt die erste Rücktrittsforderung: "Ich finde, dass jemand, der oberster Repräsentant der Tageszeitungen in Deutschland ist, mit so einer Aussage nicht mehr haltbar ist", sagt er im Deutschlandfunk. Das fordert auch "stern"-Chefredakteur Florian Gless. Er schreibt in einem langen Meinungsbeitrag, Döpfner solle "von allen Posten und Ämtern" zurücktreten. In seiner privaten Nachricht verfalle "der CEO eines der größten deutschen Medienkonzerne der Querdenker-Lyrik". Gless findet: "Das alles wiegt umso schwerer, als Döpfner sich stets als feingliedriger Intellektueller gibt."

Übermedien fragt neben Funke auch bei zahlreichen anderen Verlagen an, wie sie zu Döpfners Äußerungen stehen, kassiert aber Absagen oder erhält keine Antworten. Der BDZV teilt mit, dass er "grundsätzlich keine einzelnen Vorgänge unternehmerischer Tätigkeiten von Mitgliedsverlagen" kommentiere.

Der Springer-Verlag hatte die in einem Beitrag der "New York Times" geleakte SMS zuvor in einem Pressestatement relativert. In einer Video-Botschaft hatte Döpfner auch noch mal im O-Ton Schadensbegrenzung versucht.
newsroom.de (Düffert), uebermedien.de (Rüth), deutschlandfunk.de (Lohmann), stern.de (Gless)

Wir graturilieren: Lena Rautenstrauch wird 38.


Wir graturilieren: Lena Rautenstrauch, Projektleiterin beim "stern", wird 38. Ihren Geburtstag feiert sie in einer "2G-Kneipe" mit ihrer Familie und "einem kleinen Kreis an Freunden". Besonders beeindruckt hat Rautenstrauch im vergangenen Jahr, "wie viel Kreativität trotz Remote-Arbeit entstehen kann". Bei einer Produkt-Entwicklung mit Kolleginnen von RTL und Gruner + Jahr sei man bereits "nach kurzer Zeit eng zusammengerückt" – obwohl man sich vorher nicht gekannt hat: "Totales Start-Up-Feeling im positivsten Sinne." Gut gelungen ist trotz Home-Office auch ein unternehmensinterner Jobwechsel – vor allem dank des "starken Teams der 'stern'-Redaktion". Für das kommende Lebensjahr wünscht sich Rautenstrauch – wie viele andere sicherlich auch – wieder mehr "echte Treffen". Auch über eine Weihnachtsfeier würde sie sich freuen: "Fast schon unvorstellbar – aber toll wäre es." Wir drücken dafür die Daumen. Glückwünsche kommen z.B. via Linked-in oder E-Mail an.

Meedia: Gruner + Jahr verabschiedet sich mit dem Verkauf an RTL vom VDZ.

Gruner + Jahr scheidet mit der Übernahme durch RTL endgültig aus dem Verleger-Verband VDZ aus, berichtet Meedia und zitiert aus einem internen Schreiben. Was das für die Tarif-Bindung des Verlagsgeschäfts bedeutet, ist noch nicht klar. Der Verlag war bereits vor fünf Jahren aus dem Fachverband Publikumszeitschriften ausgeschieden, aber über den Landesverband im VDZ geblieben.
meedia.de (Paid)

Update: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir unter Berufung auf Meedia berichtet, dass 708 G+J-Beschäftigte künftig für RTL arbeiten. Diese Zahl ist offenbar falsch. Es handelt sich insgesamt um 1.800 Mitarbeiterinnen. Die 708 wechselnden Beschäftigten sind Teil der bisherigen G+J GmbH, zu der auch die Abteilungen gehören, die bei Bertelsmann verbleiben und nicht zu RTL wechseln.

RTL.de überträgt Vollendung von Beethovens 10. Sinfonie.

KI-Komposition: Die Deutsche Telekom vollendet die 10. Sinfonie Beethovens mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz – für den Medien-Aufschlag zur Präsentation kooperiert der Konzern mit Bertelsmann-Medien. Am 9. Oktober überträgt ein Livestream auf RTL.de, n-tv.de und stern.de das Ergebnis der KI-Komposition. RTL, n-tv und Vox begleiten die Veröffentlichung auch im TV-Programm mit mehreren Beiträgen zu KI und Kreativität, in Print berichten "stern" und "Gala". Beethoovens 10. Sinfonie ist seit fast 200 Jahren unvollendet.
mediengruppe-rtl.de

Korrektur: OMR und G+J zahlen doch nicht 4 Mio Euro für Anteile an Finanz-Szene.

Verrechnet: OMR von Philipp Westermeyer (Foto) und Gruner + Jahr berappen für den Einstieg beim Banken- und Fintech-Newsletter Finanz-Szene doch nicht jeweils 2,075 Mio Euro, wie der "Wirtschafts­journalist" im Handels­register entdeckt haben will. "Das stimmt so nicht, da hat sich jemand verrechnet", kommentiert Westermeyer die Zahlen bei Twitter. Auf Nachfrage von turi2 stellt er klar: Der im Handels­register einsehbare Wert "2.075" ist die Beteiligung am Stamm­kapital der Finanz-Szene GmbH von 25.000 Euro. Bezogen auf den Anteil von 8,3 % an der Firma, die OMR und G+J jeweils halten, sind das 2.075 Euro und nicht 2,075 Mio Euro. Wieviel Geld beide darüber hinaus investiert haben, werde nicht kommuniziert und sei auch dem Handels­register nicht zu entnehmen.
turi2 - eigene Infos, newsroom.de, twitter.com/Westermeyer (Reaktion Westermeyer) turi2.de (Background)

Anmerkung: In einer früheren Fassung dieser Meldung hatten wir unter Bezug auf Newsroom.de berichtet, OMR und G+J hätten jeweils 2,075 Mio Euro bei der Finanz-Szene GmbH investiert, insgesamt 4,15 Mio Euro. Diese Information ist falsch, wir haben die Meldung daher korrigiert und angepasst.

Mitarbeit: Björn Czieslik

Zitat: Thomas Voigt spricht von Kompromissen bei der Corporate-Zeitschrift “Now”.

"Beide Seiten mussten Kompromisse eingehen."

Thomas Voigt, Kommunikationschef der Otto Group, erklärt im Interview mit dem "Journalist" die Produktion der Corporate-Zeitschrift "Now": Gemeinsam mit der "Geo"-Redaktion sei ein "nahbares und spannendes" Heft entstanden, alle Beteiligten würden aber auch "die Grenzen dieser Zusammenarbeit" kennen.
journalist.de, turi2.de (Background "Now")

“Horizont”: Philipp Welte teilt scharf gegen deutsche Politik und US-Riesen aus.


Einer gegen alle: Burda-Vorstand Philipp Welte schießt im Interview mit "Horizont" schärfer denn je gegen die US-Tech-Riesen, gegen die deutsche Politik und fordert von der Verlagsbranche ein "neues Denken". "Wir sind nur noch ein kleiner Teil des Werbemarktes, aber wir sind unverzichtbar für das Funktionieren unserer Demokratie", sagt Welte im Gespräch mit Jürgen Scharrer. Diese Rolle könne die Branche nur wahrnehmen, wenn "wir unsere Inhalte auch in Zukunft weiter unabhängig finanzieren können". Der Politik wirft Welte vor, mit den sozialen Netzwerken zu flirten – etwa wenn Angela Merkel ihre Botschaften lieber selbst bei YouTube verbreitet, statt sich kritischen Interviews zu stellen. Welte beklagt bei der Politik fehlendes Verständnis für die wirtschaftlichen Bedingungen, die die Verlagsbranche braucht – als Beispiel gilt ihm die gescheiterte Förderung der Zeitungs- und Zeitschriften-Zustellung.

Welte nimmt auch Stellung zum Umbau bei Gruner + Jahr unter dem Dach von RTL: "Gruner + Jahr war für Burda immer der Nummer-1-Wettbewerber, an dem wir uns gemessen haben." Er hofft, dass der Konkurrent aus Hamburg der Verlagsbranche und "unserem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger" erhalten bleibt und plädiert für mehr organisatorische Zusammenarbeit bei gleichzeitigem "publizistischen Wettbewerb". Als möglichen neuen Kooperations-Partner bringt Welte den Zeitungs-Vermarkter Score Media ins Spiel. Er kann sich eine Zusammenarbeit in der Werbewirkungsforschung und die Entwicklung gemeinsamer Reichweiten-Produkte vorstellen.
"Horizont" 37/2021, S. 8-9

Meedia.de: Gruner + Jahr könnte sich aus dem VDZ zurückziehen.

Raus aus dem VDZ? Bei Gruner + Jahr wachsen offenbar die Sorgen darüber, dass der Verlag unter dem Dach von RTL aus dem VDZ und der Tarifbindung aussteigen könnte, berichtet Gregory Lipinski. Mitarbeitende müssten in einem solchen Fall bei künftigen Gehaltsrunden möglicherweise mit Einschnitten rechnen. Meedia.de berichtet unter Berufung auf Teilnehmerinnen einer Betriebsversammlung am Dienstag weiter, dass "stern"-Redakteurinnen offenbar mit einer Unterschriftensammlung gegen die Pläne protestieren wollen.
meedia.de (Paid)

“Schöner Wohnen” steigt ins Siegel-Geschäft ein.

Stempel drauf: Das Wohnmagazin "Schöner Wohnen" vergibt künftig einmal pro Jahr das Siegel "Best of Design". In die Bewertung sollen neben dem Design auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ergonomie oder Funktionalität der Produkte einfließen. Die ersten Prämierten sind 258 Möbel von 164 Herstellern, die das Magazin in einer Spezialausgabe zeigt und die das Siegel "Best of Design" erwerben und in ihrer Werbung einsetzen können.
presseportal.de, meedia.de

Julia Jäkel und weitere Top-Managerinnen legen Reform-Pläne vor.

Appell der Wirtschaftsfrauen: Sechs deutsche Top-Managerinnen, darunter Ex-G+J-Chefin Julia Jäkel (Foto) und BASF-Vorständin Saori Dubourg, schalten sich mit konkreten Reform-Vorschlägen in den Wahl­kampf ein. Sie fordern u.a. höheres Tempo bei der Digitalisierung, ein zukunfts­orientierten Bildungs­programm sowie den Kampf gegen den Klima­wandel auf europäischer Ebene. Der Staat müsse technologie­offene und berechen­bare Rahmen­bedingungen schaffen.
wiwo.de, manager-magazin.de, faz.net

Meedia: Gruner + Jahr will aus Tarifbindung aussteigen.

Gruner + Jahr will im Zuge der Fusion mit RTL aus der Tarifbindung aussteigen, berichtet Meedia. Demnach verteilt die Gewerkschaft Verdi entsprechende Flugblätter vor dem Redaktionsgebäude und kritisiert, ein solcher Sparkurs passe nicht zum Plan des Unternehmens ein "nationaler Medien-Champion" werden zu wollen. Die Digital-Redaktion von G+J kämpfe seit Jahren für eine Anpassung ihrer Verträge an den Tarif.
meedia.de (Paid)

Arne Wolter wechselt in die Geschäftsleitung von Statista.

Neue Zeitrechnung: Statista holt Arne Wolter als Chief Sales und Marketing Officer in die Geschäftsleitung. Dort soll er sich um das globale Account-Geschäft kümmern. Wolter hat mehr als 20 Jahre bei Bertelsmann und Gruner + Jahr gearbeitet, bis Frühjahr 2021 war er G+J-Digitalchef und in dieser Rolle u.a. für die Rezepte-Plattform Chefkoch und das Digital-Labor Greenhouse verantwortlich. Wolter hat den Verlag zeitgleich mit Julia Jäkel verlassen, wohl vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Fusion mit RTL.

Wolter schreibt am Mittwoch auf Linked-in, dass er 2015 mit Statista-Chef Friedrich Schwandt über eine Partnerschaft oder Übernahme verhandelt hat, die allerdings scheiterte. Als Schwandt ihm die Stelle bei Statista anbot, habe er sofort Ja gesagt.
de.statista.com, horizont.net, linkedin.com (Arne Wolter), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Thomas Lückerath analysiert die Fusion von RTL und Gruner + Jahr.

Hör-Tipp: DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath sieht im Podcast "Zwei Herren mit Hund" schwere Zeiten für RTL/Gruner + Jahr. Er glaube nicht, dass Gruner + Jahr ein stabiles Unternehmen bleiben könne, dafür seien die Fusionspartner zu unterschiedlich. Er rechnet mit einer baldigen Sanierung und einem Sparkurs. "Das wird noch hässlich."
dwdl.de, podcastsapple.com (54-Min-Audio)

ProQuote Medien fordert mehr Frauen in der Führungsspitze von RTL/Gruner + Jahr.

ProQuote Medien kritisiert die männliche Führungsspitze von RTL/Gruner + Jahr als "unmodern" und "ohne jegliche Diversität". Der Verein zitiert aus einem Brandbrief von Mitarbeiterinnen, nachdem vor allem Frauen von dem Abbau von Führungspositionen betroffen seien. Bereits vor der Fusion hätten "mehr als eine Handvoll" gehen müssen, während männliche Mitarbeiter profitieren würden.
meedia.de

DWDL: Bernd Reichart und die Mediengruppe RTL Deutschland gehen getrennte Wege.

Führungs-Frage geklärt: Nach insgesamt rund achteinhalb Jahren und zweieinhalb als CEO verlässt Bernd Reichart die Mediengruppe RTL Deutschland, meldet der in Köln bestens vernetzte Thomas Lückerath bei DWDL. Künftig leitet ein Duo das Haus: Stephan Schäfer, CEO von Gruner + Jahr und seit 2019 zusätzlich Geschäftsführer Inhalte & Marken bei RTL, macht gemeinsame Sache mit Matthias Dang, dem langjährigen Chefvermarkter und Ad-Alliance-Chef. Unklar ist noch, in welcher Form Reichart Bertelsmann erhalten bleibt.

Im Rahmen der Übernahme von Gruner + Jahr war zuletzt viel darüber spekuliert worden, wer den Chefposten bei RTL Deutschland übernimmt. Das "Manager-Magazin" sah Stephan Schäfer schon vor einigen Wochen im Vorteil, weil er "beide Kulturen" kennt. Dass Schäfer und Reichart den Job als Duo machen würden, galt dagegen als ausgeschlossen: Beide würden sich nicht gut verstehen. Lückerath sieht einen weiteren Grund in der "Dopplung der Expertise": Sowohl Schäfer als auch Reichart seien "in den Inhalten zuhause". Mit Matthias Dang seien die "Zuständigkeiten zwischen Finanzen und Inhalten in der neuen Führung klarer verteilt". Schäfer und Dang stehen nun vor der "Mammut-Aufgabe", Gruner + Jahr zu integrieren und einen "nationalen Champion" aufzubauen, wie ihn sich Bertelsmann-CEO Thomas Rabe wünscht.
dwdl.de

“Packen wir’s an”: Bertelsmann Content Alliance macht eine Wasser-Themenwoche.

Wasser marsch: Vom 4. bis 10. Oktober geht es bei RTL, UFA, RTL Radio, Penguin Random House und Gruner + Jahr schwerpunktmäßig um Themen rund ums Wasser. Mit der Nachhaltigkeits-Themenwoche "Packen wir's an! Damit es auch morgen noch läuft" will die Bertelsmann Content Alliance "ein Bewusstsein für den Zustand der Ressource und des Lebensraums Wasser schaffen" und zeigen, "wie der Klimawandel unser Leben verändern kann".
presseportal.de

Zitat: Für Ex-Vorstand Axel Ganz ist RTL der Sargnagel für G+J.

"In den Archiven: ja."

Axel Ganz, 15 Jahre lang Vorstand bei Gruner + Jahr, glaubt im Interview mit Klaus Boldt nicht daran, dass der einstige Großverlag die Fusion mit RTL überlebt.
edition.welt.de  (Paid)

 

Weitere Zitate aus dem "Welt"-Interview:

Auf die Frage, ob RTL und G+J zueinander passen.

"Nein. Im Rückblick gesehen, war es – soweit ich über viele Jahre im selben Unternehmen beobachten konnte – stets nur ein Nebeneinander und nie ein echtes Miteinander."

Auf die Frage, ob eine Zusammenarbeit der Magazinsparte von G+J mit RTL funktionieren kann.

"Fernsehen und Print sind zwei verschiedene Welten – und zwei verschiedene Metiers! Hier das Bewegtbild, dort das geschriebene Wort. Außer gemeinsamer Themenentwicklung und gebündelter Informationsbeschaffung gibt es nicht viele Synergien. "

"Der Zusammenschluss von RTL und G+J ist aus meiner Sicht deshalb vor allem eine defensive Maßnahme. Der Beitrag für offensive Marktstrategien, für die Entwicklung neuer Produktformate als Antwort auf die vordringenden Streaming-Angebote wird gering sein."

Auf die Frage, was Axel Glanz von der Bertelsmann-Strategie der crossmedialen „nationalen Champions“ hält.

"Ich halte nichts von derartigen Slogans. Das klingt nach Unternehmensberatung."

Meedia: Oliver Radtke soll G+J-Beteiligungen verantworten, die RTL nicht übernimmt.

Gruner + Jahr: Chief Operating Officer Oliver Radtke (Foto) soll künftig alle Beteiligungen verantworten, die nicht unter das Dach von RTL wechseln, hört Gregory Lipinski aus Unternehmens­kreisen. Konkret sind das Territory, Applike, die "Spiegel"-Beteiligung und die sächsische DDV Mediengruppe, bei der Radtke drei Jahre Vorsitzender der Geschäfts­führung war. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe will an den Beteiligungen festhalten, sollte es doch zu einem Verkauf kommen, sieht Lipinski am ehestens Bauer als möglichen Käufer der DDV-Gruppe. Beim "Spiegel" erwartet er gemeinsame Produktionen mit RTL.
meedia.de (Paid)

Meinung: Mit RTL hat G+J eine Zukunft, schreibt Christian Meier.

Gruner + Jahr: In der Übernahme durch RTL liegt "vermutlich die einzig realistische Zukunft" des Verlags, schreibt Christian Meier in der "Welt". Die von einigen Medien "demonstrativ zur Schau gestellte Trauer oder gar Empörung" sei vor allem auf eine "anachronistische Sicht auf eine Medienwelt" zurückzuführen, die es "nicht mehr gibt oder die so nicht mehr funktioniert".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Thomas Lückerath kritisiert “verspätete Trauerreden” auf G+J.

Trauerfall: Thomas Lückerath kritisiert den "oft sentimentalen, manchmal gar theatralischen" Abgesang der Verlage auf Gruner + Jahr, seit die Übernahme durch RTL besiegelt ist. "Verspätete Trauerreden" auf einen "glorifizierten Verlag, den es so schon lange nicht mehr gab" würden die "Selbstüberhöhung der Verlagswelt" bedienen. Verlage würden sich nach wie vor schwer damit tun, "dass immer mehr Medienangebote an dem Monopol der Deutungshoheit rütteln".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Meinung: Politikerinnen scheuen Medienpolitik als Wahlkampf-Thema.

Medienpolitik sollte im Wahlkampf eine größere Rolle spielen, schreibt Wolfgang Michal im "Freitag". Die Szene befinde sich in "einem gewaltigen Umbruch", gekennzeichnet u.a. durch die Fusion von RTL und Gruner + Jahr. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe könne sich sogar eine Fusion von RTL und ProSiebenSat.1 vorstellen, was das Kartellamt vor 15 Jahren noch verweigerte, nun aber denkbar sei. Die Politik mische sich nicht ein, weil sie schlechte Presse befürchte.
freitag.de

Debatte: Wer schafft es an die Spitze von RTL/Gruner + Jahr?

Machtkampf: Das neue Medienhaus RTL/Gruner + Jahr wird nicht von einer Doppelspitze geführt, spekulieren Gregory Lipinski und Thomas Borgböhmer. Für Print-Vertreter Stephan Schäfer spreche "sein Händchen für neue Konzepte" und seine Fähigkeit, Audio- und Videokonzepte für Print-Marken zu entwickeln. Konkurrent Bernd Reichart bringe dagegen die "richtige Vita fürs Fernsehgeschäft mit".
meedia.de (Paid)