Zitat: Kurt Otto nennt anonyme Bertelsmann-Kritiker “Weicheier”.

"Was sind das für Weicheier, die sich mit ihrer kritischen Haltung den Bertelsmännern gegenüber öffentlich ins Anonyme flüchten? Haben die vielleicht Schiss, dass ihnen der Bertelsmann-Rabe ein Auge ihrer noch üppigen Betriebspensionen aushacken könnte?"

Kurt Otto, bis 2010 Sprecher von Gruner + Jahr, kritisiert bei "Clap", dass sich viele frühere Führungskräfte mit ihrer Kritik an Thomas Rabe nicht aus der Deckung wagen. Sie würden Spöttern recht geben, dass aus dem einstigen "'Haus der Inhalte' ein 'Haus der Hinterhalte'" geworden sei.
clap-club.de

DWDL wittert Stellenabbau “in dreistelliger Höhe” bei RTL Deutschland.


Großes Streichkonzert? Im Zuge der Zusammenführung aller bisheriger Gruner+Jahr-Aktivitäten mit dem RTL-Deutschland-Geschäft wittert DWDL einen möglichen Stellenabbau in "dreistelliger Höhe", der das gesamte RTL-Universum betreffen könnte. Bei allen Abteilungen seien via Unternehmensberatung "Vorschläge zu Einsparmöglichkeiten" angefordert worden. Ob es dazu beim geplanten "Townhall Hamburg" am Baumwall kommenden Dienstag Informationen gibt, sei noch nicht klar. Stattdessen ist sich DWDL sicher, dass von den ehemaligen G+J-Titeln nicht nur der "stern" im Bertelsmann-Portfolio bleibt, sondern auch weitere Magazine vom Verkauf verschont werden.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Gruner + Jahr: Medien-Senator Carsten Brosda appelliert an die Verantwortung von Familie Mohn.

Politische Schützenhilfe: Der vor der Zerschlagung stehende Verlagsarm von RTL, das ehemalige Gruner + Jahr, bekommt via "Hamburger Abendblatt" Unterstützung von Medien-Senator Carsten Brosda. Der SPD-Politiker vergleicht im Interview die Bedeutung des Verlags für Hamburg mit der Bedeutung von Hapag-Lloyd für den Hafen, sagt aber, dass die Politik das Medienhaus, anders als 2012 den Logistiker, nicht retten könne. Er appelliert an die Eigner-Familie Mohn: "Ich hoffe sehr, dass Bertelsmann auch weiterhin den Anspruch hat, als ganzes Unternehmen und nicht nur mit der eigenen Stiftung seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden."
abendblatt.de (€)

Meistgeklickter Wirtschafts-Kopf war gestern Stephan Schäfer.

Meistgeklickter Wirtschafts-Kopf gestern war der ehemalige G+J-Manager Stephan Schäfer, über den frühere Beschäftigte im "Spiegel" berichten, er habe mit dem "stern" wenig anfangen können. Ihm folgt im Ranking seine Vorgängerin Julia Jäkel, deren Strategie ein ehemaliger Kollege als "Achterbahn­fahrt" beschreibt.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Wirtschafts-Köpfe am 29.1.2023)

Lese-Tipp: RTL ist damit gescheitert, vom “alten KrawalIimage” wegzukommen.

Lese-Tipp: RTL ist grandios damit gescheitert, netter zu werden und hat den Trash zurückgeholt, schreibt Imre Grimm. Die Personalie Inga Leschek, seit Kurzem neue Programmchefin, passe dazu gut ins Bild: "Auch bei Netflix kennt man keine Verwandten, wenn es um das Erzeugen von Aufmerksamkeit geht." Mit dem "geplanten Nettigkeitskurs" habe man möglicherweise die "nervösen Redaktionen" der G+J-Zeitschriften davon überzeugen wollen, dass eine gemeinsame Zukunft mit RTL möglich sei.
rnd.de

Meistgeklickter Kopf gestern war Kai Pflaume.

Meistgeklickter Kopf gestern war Kai Pflaume, der am Samstag­abend die ARD-Show "Wer weiß denn sowas XXL" moderiert hat. Auf ihn folgt der ehemalige Manager von Gruner + Jahr, Stephan Schäfer. Mehrere Mitarbeiter des inzwischen zu RTL gehördenen Verlags hatten am Mittwoch gegen Ausverkaufspläne der Zeitschriften protestiert.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 28.1.2023)

Der “Spiegel” liefert ein düsteres Stimmungsbild zur Fusion von G+J mit RTL.

Gruner + Jahr + Frust: Der "Spiegel" sammelt negative Stimmen zur Fusion von Gruner + Jahr mit RTL. Ein früherer G+J-Chefredakteur etwa vergleicht die Strategie der ehemaligen Chefin Julia Jäkel mit einer Achterbahnfahrt: "Man bekam davon ein Schleudertrauma." G+J habe "im Dornröschenschlaf die Digitalisierung verpennt", meint ein RTL-Beschäftigter: "Die saßen in ihrem Schloss und dachten, es gibt nur Print." Die G+J-Leute in Hamburg schieben Bertelsmann die Schuld für die Misere in die Schuhe: Der Konzern habe immer nur Geld aufgesaugt; beim "stern" hätte die Strategie nur darin bestanden, zu sparen.
spiegel.de (€)

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel.

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel. Sie war von 2013 bis 2021 CEO von Gruner + Jahr – jenem Verlag, der inzwischen zu RTL gehört und bei dem bis auf den "stern" etliche Titel zur Disposition stehen. Am Freitag war bekannt geworden, dass Bertelsmann wohl bis zum 15. Februar darüber entscheiden will.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 27.1.2023)

Langjähriger “Geo”-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede kritisiert den Umgang von Thomas Rabe mit den G+J-Titeln.


Abrechnung von einem alten Hasen: In einem offenen Brief geht Peter-Matthias Gaede, von 1994 bis 2014 Chefredakteur der "Geo", hart mit dem Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ins Gericht. Vor der Fusion von Gruner + Jahr und RTL habe Rabe zunächst alles Mögliche versprochen, doch "nicht einmal einen Wimpernschlag" später sei davon keine Rede mehr gewesen, heißt es darin laut der "FAZ". Es gebe "keine Synergien zwischen 'Bauer sucht Frau' und 'art', zwischen 'Bachelor in Paradise' und '11 Freunde'". Bei Bertelsmann sei zudem in Vergessenheit geraten, was auf CEO-Ebene noch als Verantwortlichkeit für eine "vierte Gewalt" im Staat verstanden werde. Gaede engagiert sich bei Unicef Deutschland, bis 2022 war er dort stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Komitees. 1983 kam Gaede zu “Geo”, 1994 bis 2014 war er Chefredakteur. Bis auf den "stern" stehen alle G+J-Titel auf dem Prüfstand, bis spätestens 15. Februar sollen laut "Hamburger Abendblatt" Entscheidungen fallen. Auf "FAZ"-Anfrage sagt RTL, dass es zurzeit keinerlei Gespräche oder Verhandlungen mit Interessenten gebe.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: IMAGO / epd)

Zitat: Für Peter Lewandowski wäre der Verkauf von G+J-Titeln eine “verlegerische Sünde”.

"Diese starken Marken anderen zu überlassen, sehe ich als verlegerische Sünde."

Peter Lewandowski, ehemals Chefredakteur und Mitherausgeber bei Gruner + Jahr, wünscht sich im "Clap"-Interview, dass Bertelsmann die G+J-Printtitel statt abzustoßen "konstruktiv wieder mit Leben füllt". Nicht alles müsse "mit dem Fernsehen synchronisiert werden".
clap-club.de

Frühere Führungskräfte kritisieren Bertelsmanns Umgang mit Gruner+Jahr.

Planlos? Mehrere ehemalige Führungskräfte von Gruner + Jahr monieren im "Hamburger Abendblatt" den Umgang von Bertelsmann mit dem Verlag, der inzwischen zu RTL gehört. Erstaunt zeigen sie sich darüber, wie zurück­haltend die Proteste gegen das Vorgehen von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ausfallen: "Da ist offensichtlich keine Energie mehr, die Kolleginnen und Kollegen sind gebrochen", sagt ein ehemaliger G+J-Vorstand. Ein anderer früherer Manager äußert den Verdacht dass Rabe "gar keinen Masterplan für Gruner + Jahr gehabt hat" und irgendwann festgestellt habe, dass die Verschmelzung von Verlag und TV-Sender "ein großer strategischer Fehler war". Nun wolle er das Thema schnell vom Tisch haben: "Ob er für die Zeitschriften 100, 150 oder 200 Mio Euro bekommt", sei Rabe dabei wohl egal.
abendblatt.de (€), turi2.de (Background)

IVW 4/2022: Fast alle RTL-Magazine verbuchen massiven Auflagen-Rückgang.

Prozente im Aus­verkauf: Während RTL darüber nachdenkt, die ehemaligen Magazin von Gruner + Jahr zu verkaufen, gehen die Auflagen der Titel teils massiv nach unten. Laut IVW 4/2022 sinkt die harte Auflage beim "stern" im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 %. Bei "Brigitte" sind es 14,5 %, bei "Geo" 17 %, "Gala" verliert 7,6 %. "Capital" hält sich mit einem Minus von 3,6 % noch am besten. Der IVW-Gewinner unter den Zeit­schriften ist der "Spiegel" mit einem Auflagen-Plus von 1,4 %. Betrachtet man allerdings nur Abo und Einzel­verkauf, sinkt auch beim Nachrichten-Magazin die Auflage um 0,2 %.
dwdl.de

CEO Susan Molzow: Jalag interessiert sich für RTL-Magazine.

Beef-Freunde: Der Hamburger Jahreszeiten Verlag hat an der Übernahme einzelner Gruner + Jahr-Magazine "Interesse bekundet", sagt CEO Susan Molzow bei "Meedia" zu Gregory Lipinski. Auf die Frage, ob das Fleisch-Magazin "Beef" nicht gut in das Portfolio des Hauses passe, sagt Molzow: "Ja, das könnte sein." Es gebe "die ein oder andere Zeitschrift von G+J", auf die dies zutreffe. Entscheidend für das Medienhaus sei, ob sich ein Titel in das "Premium- und Luxussegment" einfüge, auf den sich der Verlag konzentriere. Auch "Häuser" und "Salon" habe Jalag im Blick, hört Lipinski "aus Branchenkreisen". Jalag verlegt u.a. den "Feinschmecker", "Merian" und "Architektur & Wohnen". Chefin Molzow war vor ihrer Zeit bei Jalag und der "Hamburger Morgenpost" als Verlagsleiterin bei G+J. Nach der RTL-Übernahme stehen laut Medienberichten zig G+J-Titel vor dem Verkauf, RTL selbst dementiert das jedoch konsequent.
meedia.de (Molzow, €), meedia.de (Überblick, €), turi2.de (Background)

G+J-Betriebsrat beklagt Schweigen von RTL zu Verkaufsgerüchten.

Sind sich nicht grün? Der Betrieb­rat von Gruner + Jahr beschwert sich intern über die Stille der RTL-Führung zu Verkaufs­gerüchten um diverse Titel. Man hätte erwartet, dass die "tiefe Verunsicherung" des Personals "ernst genommen wird", zitiert Meedia aus einem entsprechenden Schreiben. Die Funk­stille sei für die Angestellen "kaum auszuhalten". RTL solle weiteren Schaden von G+J-Produkten abhalten und die Belegschaft schützen.
meedia.de (€)

WDR: Bertelsmann bestreitet Verkaufspläne von “Geo” und Co.

Gruner + Nein: Bertelsmann dementiert Berichte über den bevor­stehenden Verkauf prominenter Zeitschriften aus dem G+J-Regal wie "Geo" oder "Brigitte", meldet der WDR. Demnach gebe es zwar eine "Analyse des Titel­port­folios", aber keine konkreten Verkaufs­gespräche. Die Zeit­schriften stehen seit der Verlags-Übernahme unter RTL-Dach. Über entsprechende Pläne hatte die "Süd­deutsche Zeitung" vergangene Woche berichtet.
wdr.de, turi2.de (Background)

Ex-G+J-Manager Bernd Klosterfelde, 79, ist tot.

Bernd Klosterfelde, 79, ist tot. Der frühere Verlags­geschäfts­führer von Gruner + Jahr Exclusive ist am 3. Dezember gestorben, teilt seine damalige Nachfolgerin Julia Jäkel bei Linked-in mit. Klosterfelde hatte u.a. das Magazin "Gala" mit aufgebaut und "National Geographic" gelenkt. "Sein IQ überstieg den der meisten deutlich", erinnert sich Jäkel. Er habe stets mit "Wärme, Herz und Witz" gewirkt, auch wenn er in seiner Karriere "viele harte Entscheidungen" treffen musste.
linkedin.com

Übermedien: “Geo Epoche” verlangt Geld für eine nicht bestellte Abo-Erweiterung.

Zwangs-Heft? Gruner + Jahr stellt den Abonnenten seines Geschichts-Magazins Geo Epoche ein "unverlangt zugesendetes" Sonderheft für zwölf Euro in Rechnung, schreibt Eckhard Stengel bei Übermedien. Das Abonnement beinhalte "neben den regulären sechs Ausgaben ab sofort zusätzlich eine Ausgabe der Geo Epoche Panorama pro Jahr", teilt der inzwischen zu RTL gehörende Verlag mit: "Sollte der Bezug nicht gewünscht werden, sind wir selbstverständlich kulant." Im Einzelverkauf kostet das besagte Heft 18 Euro. Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert das Vorgehen als "sehr dubios" und prüfe derzeit, ob sie dem Verlag eine Abmahnung schicken sollte.
uebermedien.de

“Landlust” bekommt eigene App und Bezahlmodell.

Lust auf mehr: Die Zeitschriftenmarke "Landlust" bekommt in der ersten Jahreshälfte 2023 eine eigene App und ein Bezahlmodell. Nach dem Relaunch der Website im Oktober läuft zurzeit eine Testphase, in der sich Nutzer kostenlos registrieren können. Mit den Start der App soll das Angebot dann teilweise kostenpflichtig werden. "Landlust" gehört zu je 50 % RTL und der Deutschen Medien-Manufaktur.
per Mail

Meedia: Bertelsmann will “Spiegel”-Anteile behalten.

Schmettert ab: Bertelsmann gibt der Spiegel-Mitarbeiter-KG einen Korb. Der Medien­konzern plane nicht, sich von seiner "Spiegel"-Beteiligung von 25,5 % zu trennen, sagt ein Sprecher auf Nachfrage von Meedia. Die Mitarbeiter-KG, die 50,5 % am "Spiegel" hält, hatte Bertelsmann via "Horizont" Avancen gemacht und Interesse an einer Übernahme bekundet.
meedia.de, turi2.de (Background)

“Horizont”: Mitarbeiter-KG zeigt Interesse an Bertelsmanns “Spiegel”-Anteilen.

Spiekulationen: Die Mitarbeiter-KG zeigt Interesse an der Übernahme der Bertelsmann-Anteile am "Spiegel" oder Teilen davon, berichtet Roland Pimpl. Die Mitarbeiter-KG, der 50,5 % gehören, "stünde bereit und wäre gewappnet", sagt Carsten Türke, Vorsitzender Geschäfts­führung, zu "Horizont". Die Bertelsmann-Anteile von 25,5 % liegen bei der RM Hamburg Holding GmbH, die bisher Gruner + Jahr GmbH hieß. Eine Übernahme könnte akut werden, wenn Bertelsmann-Boss Thomas Rabe selbst verkaufen möchte oder die RM Hamburg Holding einen neuen Eigner bekäme. Dann hätte die Mitarbeiter-KG ein Vorkaufsrecht. Anders als das Verlags­geschäft von G+J ist die "Spiegel"-Beteiligung nicht unter das Dach von RTL gerutscht.
horizont.net (€)

Zitat: Helmut Markwort kann sich mit Hubert Burda über den G+J-Niedergang freuen.

"Wir reden nicht ganz ohne Selbstzufriedenheit über den Niedergang von Gruner + Jahr."

Ex-"Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort kann sich bei Telefonaten mit seinem ehemaligen Verleger Hubert Burda Schadenfreude über die G+J-Fusion nicht verkneifen: Schließlich hätten die Hamburger Burda früher verächtlich "Schwarzwald-Springerle" genannt.
zeit.de (€)

G+J-Lizenzchef Frank Stahmer hat RTL nach Fusion verlassen.

Es kann nur einen geben: Nach der Fusion von Gruner + Jahr mit RTL hat der frühere G+J-Lizenzchef Frank Stahmer das Unternehmen verlassen, berichtet "Horizont". Stahmer hatte fast 30 Jahre lang beim Hamburger Verlag gearbeitet. Roland Pimpl vermutet, "auf dem neuen Chef­posten war nur Platz für einen", und zwar für Super-RTL-Chef Thorsten Braun, der sich jetzt "Chief Consumer Products Officer RTL Deutschland" nennen darf.
horizont.net (€)

Debatte: DJV fordert Erhalt der Arbeitsplätze der Gruner + Jahr-Zeitschriften.

Kein Schlussverkauf: Der DJV fordert RTL auf, die redaktionellen Arbeitsplätze bei den Zeitschriften der Marke Gruner + Jahr zu erhalten. Diese haben zum Teil "jahrzehntelang zur wirtschaftlichen Prosperität des renommierten Hamburger Verlags beigetragen", sagt DJV-Vorsitzender Frank Überall. Es gebe keinen Grund, sie "unter neuer Führung jetzt zu verramschen". RTL-Chef Thomas Rabe hatte laut Medienberichten intern angekündigt, nicht alle Zeitschriftentitel erhalten zu wollen.
djv.de

Gabor Steingart erklärt Thomas Rabe zum “Totengräber” von Gruner + Jahr.

Asche zu Asche? Gabor Steingart stimmt angesichts der Ankündigung, nicht alle G+J-Zeitschriften zu RTL zu übernehmen, den Trauermarsch für Gruner + Jahr an. In seinem Morning Briefing erklärt er Bertelsmann-CEO und RTL-Chef Thomas Rabe zum "Totengräber" des einstigen Großverlags: "Wenn der 'stern' seiner rebellischen Tradition die Krone aufsetzen wollte, würde er Thomas Rabe zum Coverboy erheben", kommentiert Steingart und liefert das passsende Titelbild gleich mit.
thepioneer.de (€)

Geschäftsführer Oliver Radtke verlässt RTL.


Einer nach dem anderen: Mit Oliver Radtke verliert RTL das letzte Mitglied der früheren Führungsriege von Gruner + Jahr. Der Geschäfts­führer, der für die Gesamt­koordination bei der Zusammen­führung von des Verlags mit dem Sender verantwortlich war, gehe offiziell auf "eigenen Wunsch", sagt ein RTL-Sprecher gegenüber Meedia. Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe hat Anfang der Woche das Magazin-Geschäft von Gruner + Jahr zur Disposition gestellt. RTL werde "das Titel­­portfolio überprüfen und nur solche Titel mit RTL zusammen­führen, die wirklich synergetisch sind." Uwe Mantel vermutet bei DWDL, dass Radtke "kein Anhänger der neu vorgegebenen Richtung" ist und deshalb mit sofortiger Wirkung geht. Die ehemaligen G+J-Vorstände Julia Jäkel und Stephan Schäfer haben RTL bereits den Rücken gekehrt.

Personell ist der Hamburger Zeitschriftenverlag jetzt nur noch durch wenige Köpfe auf höherer Ebene bei RTL vertreten, u.a. durch Kommunikations-Leiter Frank Thomsen, Ad-Alliance-Geschäftsführer Frank Vogel, Christina Dohmann, die die Verantwortung für den Endkunden-Vertrieb übernommen hat; sowie Bernd Hellermann, verantwortlich fürs Print- und Digitalgeschäft bei RTL.
meedia.de (€), dwdl.de, turi2.de (Background)

RTL-Chef Thomas Rabe will nicht alle G+J-Magazine behalten.


Synergetische Selektion: Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe stellt das Magazin-Geschäft von Gruner + Jahr zur Disposition. In einem Interview im Intranet, aus dem DWDL und Meedia zitieren, sagt Rabe, das Magazin­geschäft steht "aktuell besonders unter Druck", deshalb "werden wir das Titel­portfolio überprüfen und nur solche Titel mit RTL zusammen­führen, die wirklich synergetisch sind." Konkrete Titel nennt er nicht. Große Magazin-Marken, wie "stern", "Geo" und "Gala", die es bereits ins TV-Programm von RTL geschafft haben, oder auf dem Sprung davor stehen, dürften einstweilen auf der sicheren Seite sein.

Investitionen in Inhalte für die RTL-Sender und den Streamingdienst RTL+ will Rabe künftig "zielgerichteter einsetzen". Ein neues Projekt­management-Office soll bei strategisch wichtigen Projekten "Prioritäten setzen und die Projekte effizient steuern und vor allem umsetzen". Die Überlegungen sind Teil des "Zukunfts­programms One", das für "Aufbruch, Fokus und Effizienz" stehen soll. (Foto: Adam Berry / Getty Images for RTL Deutschland)
dwdl.de, meedia.de (€)

Gruner + Jahr schaltet seine Corporate-Seite ab.

Umleitung: Gruner + Jahr verabschiedet sich aus dem Netz und schaltet seine Corporate-Seite ab. Traditionsbewusste Nutzerinnen werden automatisch auf die Website von RTL Deutschland weitergeleitet. Vor wenigen Tagen waren bereits die Verlagsschilder am Hamburger Baumwall durch RTL-Logos ersetzt worden, auch die Social-Media-Accounts verweisen mittlerweile auf die Senderprofile.
meedia.de, turi2.de (Background)

“stern” baut Chefredaktion um, Vize-Chefredakteurin Stefanie Hellge geht.

Sternen­wanderung: Der "stern" macht Giuseppe Di Grazia (Foto) zum neuen Vize-Chefredakteur. Er folgt auf Stefanie Hellge, die nach 16 Jahren bei Gruner + Jahr "auf eigenen Wunsch" geht. Cornelia Fuchs wird ebenfalls Mitglied der Chefredaktion mit Fokus auf den Ausbau des digitalen Abo-Modells. Neue Aufgaben erhalten auch Julia Prosinger und Helen Bömelburg: Prosinger wird neue Text­chefin des "stern", Bömelburg neue Leiterin des Ressorts "Gesellschaft". Der "stern" hatte erst vergangenes Jahr seine Redaktions­struktur verändert und über 30 Leitungs­positionen neu besetzt.
media.rtl.com, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version der Meldung hieß es, dass "stern"-Chef­redakteur Gregor Peter Schmitz nun auch Chef­redakteur Primetime bei RTL News werde. Diese Funktion hat er allerdings schon seit seiner Berufung inne. Wir haben den Hinweis entsprechend entfernt.

Das neue Führungsteam von RTL Deutschland wird nicht lange halten, schreibt das “Manager Magazin”.

Vom Zerfall bedroht? Das Führungsteam unter dem neuen RTL-Deutschlandchef Thomas Rabe wird "eine sehr kurze Halbwertszeit" haben, schreibt Sven Clausen im "Manager Magazin". Oliver Radtke, der die Übernahme von Gruner + Jahr koordiniert, plane bereits seinen Ausstieg. Finanzchef Alexander Glatz müsse "unfreiwillig" gehen. Für ihn soll eine "Fachfrau aus der Kosmetikbranche" übernehmen. Vermarktungs-Kopf Matthias Dang habe bereits mit einem Weggang geliebäugelt.
manager-magazin.de (Paid), turi2.de (Background)

RTL trennt sich von Geschäftsführer Stephan Schäfer – Thomas Rabe übernimmt.

Rabe, übernehmen Sie: Thomas Rabe (rechts im Bild), CEO von Bertelsmann, macht nun auch die Geschäfts­führung von RTL Deutschland zur Chefsache. Er leitet das TV- und Verlags­haus zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben, zu denen seit 2019 auch der Chef­posten der RTL Group gehört. Der bisherige Co-Chef und Inhalte-Kopf des Unternehmens, Stephan Schäfer (links), muss gehen – angeblich "in bestem Einvernehmen". Er bleibe dem Unternehmen "als Berater verbunden", teilt RTL mit. Im Zuge des Wechsels wird Andreas Fischer Chief Operating Officer von RTL Deutschland, er wirkt seit Jahren im Business Developement der RTL Group, seit 2020 als Executive Vice President. Matthias Dang, der Vermarktungs-Kopf des Unternehmens, bleibt Co-CEO, Alexander Glatz wirkt weiter als Finanzchef. Oliver Radtke, der die Übernahme von Gruner + Jahr durch RTL koordiniert, ist mit dem Abgang Schäfers die letzte Führungs­kraft in der obersten Ebene aus dem alten G+J-Vorstand um Julia Jäkel los.

Die "Hauruck-Aktion" von Rabe ist verständlich, schreibt Gregory Lipinski bei Meedia. Schließlich stehe der TV-Konzern vor "massiven Herausforderungen, die Schäfer nur schwer meistern konnte". Der Rauswurf von Dieter Bohlen etwa "wurde für Schäfer zum Desaster". Auch die Bezahl-Plattform RTL+ "kommt nicht recht voran". Im aktuell wirtschaftlich schwierigen Umfeld fehle es Schäfer an "notwendiger Durchsetzungs­kraft", um eine "dringend benötigte Schlankheits­kur" durchzuziehen.
t-online.de, meedia.de

Hör-Tipp: Ex-G+J-Manager Stan Sugarman will als Unternehmer was bewegen.

Hör-Tipp: 15 Jahre lang war Stan Sugarman das "digitale Gesicht von Gruner + Jahr", bis er 2015 zum Cloud-Software-Konzern Salesforce wechselte. "Die Reise war zu Ende", sagt er im Podcast von Lars Haider, er habe sich nicht mehr gefordert gefühlt. Die Fusion von G+J mit RTL findet er von außen betrachtet "nicht nur mutig, ich finde das richtig". Es gebe nicht viele andere Möglichkeiten, für einen Verlag, zu überleben. Fünf Jahre stand Sugarman im Dienste von Salesforce, "ein wahn­sinnig tolles Unternehmen", bei dem er jedoch nicht an den "wirklichen Entscheidungen" beteiligt war. "Ich wollte etwas selbst bewegen", sagt Sugarman, der heute Mit­inhaber der Hamburger Firma Gaia ist, die digitale Gesund­heits­anwendungen entwickelt.
abendblatt.de (52-Min-Audio)

Zitat: Frank Vogel nimmt die Stimmung bei G+J nach der RTL-Fusion positiv wahr.

"Bei einem so tiefgreifenden Change-Prozess, wie wir ihn gerade durchlaufen, ist es das Normalste der Welt, dass alle bis in die Haarspitzen gespannt sind und sich fragen, was das alles für sie persönlich bedeutet."

Frank Vogel, Geschäftsführer der Ad Alliance, nimmt die Stimmung bei Gruner + Jahr nach der Fusion mit RTL "anders und sehr viel positiver wahr", als in der Presse zu lesen ist, sagt er im "Horizont"-Interview. Mitarbeitende könnten sehen, "dass von einer RTL-Dominanz nicht die Rede sein kann".
"Horizont" Nr. 30-31, S. 10 (Paid)

Krisen-Werbung und Retro-Trend: Frank Vogel über die Vermarktung von RTL. (6/2022)

Susanne Althoff und Timo Pache leiten neues Ressort “Wirtschaft” bei RTL News.

RTL News macht Susanne Althoff und Timo Pache zur Doppelspitze des neu geschaffenen Ressorts "Wirtschaft". Althoff ist seit 2006 bei ntv tätig und leitet seit 2020 das Team der Wirtschafts­autorinnen bei RTL News. Pache ist seit 2015 Vize-Chefredakteur von "Capital" und seit 2021 zudem Vize-Leiter des gemein­samen Hauptstadt­büros von "Capital" und "stern".
dwdl.de

Let me docutain you – rockt Guttenberg RTL? Michael Ridder über den Freiherrn im Fernsehen.


Karriere-Wechsel: Der frühere Bundes­verteidigungs­minister Karl-Theodor zu Guttenberg geht als Moderator in den “knallharten RTL-Journalismus”, doch Infos zu konkreten Inhalten gibt der Sender nicht bekannt. “Merkwürdig”, schreibt Redakteur Michael Ridder (links im Bild) bei epd Medien und stellt Thesen auf, mit welchen investigativen Themen sich Guttenberg mit seiner “besonderen Expertise” wohl befassen könnte. Womöglich mit den Plagiats­­vorwürfen gegen Springer-Chef Mathias Döpfner.
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Julian Reichelt beschwert sich per Brief über die Vergabe des “stern”-Preises.


Preis-Schelte: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt hat sich im Vorfeld der Vergabe des "stern"-Preises (ehemals Henri-Nannen-Preis) bei der Jury über die Auszeichnung der "Spiegel"-Story "Warum Julian Reichelt gehen musste" beschwert. Sie war gestern als "Geschichte des Jahres" gewürdigt worden. Reichelt schreibt, der Text bestehe "aus Verleumdungen und Erfindungen, die sowohl persönlich als auch politisch motiviert" waren. Den beteiligten Journalistinnen schreibt er "brutalen Aktivismus" zu, sie wollten "Menschen vernichten". Die Autorinnen hätten Methoden verwendet, die "gegen alle journalistischen Standards verstoßen". Auch auf Twitter stellt sich Reichelt gegen die Berichterstattung des "Spiegel" und betont, das Zitat "Vögeln, fördern, feuern", das das Magazin in einem ersten Text zur Causa verwendet hatte, sei eine "freie Erfindung".

Zudem schreibt Reichelt, er habe "lange Zeit nicht die Kraft gefunden", sich "gegen die Wucht dieses Vernichtungsschlags zu wehren". Mut gegeben habe ihm u.a. das jüngste Urteil im Prozess Johnny Depp versus Amber Heard. In seinem Brief zieht er zusätzlich Journalistenpreise in Zweifel, die "zu allererst durch die unsäglichen Relotius-Methoden des 'Spiegel' in Verruf geraten" seien: Sie sollten nicht an "skrupellose Aktivisten" vergeben werden, die "Zitate erfinden" und "bereit sind, ihre Quellen zu verraten". (Foto: Tobias Steinmaurer / APA / Picture Alliance)
kress.de, twitter.com (Thread Reichelt), turi2.de (Background)

KNSK Bissinger+ schnappt sich Jan Henne von Geo Digital.

Seitenwechsel: KNSK Bissinger+ schnappt sich Journalist Jan Henne als Creative Director Content. Henne kommt zum 1. Juli, bisher ist er Redaktionsleiter von Geo Digital. In seiner neuen Position soll er u.a. die Leitung des Agentur-Redaktionsteams übernehmen sowie Plattformen und Formate entwickeln. Henne folgt auf Stefanie Wille, die nach vier Jahren "neue berufliche Herausforderungen" sucht.
new-business.de

Ausgezeichnete beim Stern-Preis bekommen Trophäe nachgeschickt.

Verleihung ohne Preis: Beim kurzfristig von Nannen-Preis in Stern-Preis umbenannten Journalisten-Preis von Gruner + Jahr müssen die Ausgezeichneten am Abend ohne Trophäe nach Hause gehen. Grund: Es gibt noch keine neue. Die Auszeichnung wird den Gewinnerinnen nachgeschickt, kündigt "stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz an. Den Egon-Erwin-Kisch-Preis erhalten Özlem Gezer und Timofey Neshitov für Die Hanau Protokolle im "Spiegel", der Preis für die beste Geschichte geht an die "Spiegel"-Story über Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt.
zeit.de, stern.de (alle Ausgezeichneten), turi2.de (Backgeround)

Gruner + Jahr und RTL Deutschland stellen Führung der Publishing-Geschäfte neu auf.

Gruner + Jahr und RTL Deutschland stellen für den Publishing-Bereich ein neues Führungs­team auf. Bianca Wannemacher (Foto) und Julian Kösters verantworten "News, Wissen & Wissenschaft", Iliane Weiß und Thorsten Heger leiten "Leben & Leute", um den Bereich "Living & Food" kümmern sich Christine Nieland und Matthias Frei und für "Kids" ist Mina Manoussi verantwortlich.
new-business.de

Zitat: Julia Jäkel verzweifelt an der Debatte um Henri Nannen.

"Die Debatte um die Geschichte und Bedeutung des einstigen stern-Chefs Henri Nannen hat mich in den letzten Wochen verzweifeln lassen."

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner + Jahr, schreibt sich auf Linked-In ihren Frust über den Umgang mit "stern"-Gründer Henri Nannen von der Seele. Sie pflichtet u.a. Nils Minkmar bei, der die Debatte um Nannens Vergangenheit in der "Süddeutschen Zeitung" als "unterkomplex" bezeichnet hatte.
linkedin.com (Post Jäkel), turi2.de (Background Minkmar)

Zitat: Für Stephan Schmitter ist wichtig dass Mitarbeitende, neue Strukturen bei RTL verstehen.

"Für Außenstehende ist die Struktur nicht so leicht durchschaubar. Allerdings finde ich es aus journalistischer Sicht schwierig, wenn jemand über uns schreibt, ohne sich genug Mühe gegeben zu haben zu verstehen, was wir vorhaben."

RTL-News-Chef Stephan Schmitter sagt im Meedia.de-Interview, jeder dürfe schreiben, "dass ich mit dem Ansatz baden gehe". Wichtig ist ihm, dass die eigenen Redaktionen "die Struktur verstehen" und "die großen Chancen für ihre Inhalte erkennen".
meedia.de

“stern” kündigt baldige Stellungnahme zu Henri Nannen an.

Gruner + Jahr will zur Debatte um "stern"-Gründungs­heraus­geber Henri Nannen "demnächst detaillierter Stellung nehmen", kündigt "stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz im Zuge der Verkündung der Nominierten des Nannen-Preises an. Laut Meedia.de soll das noch vor der Preisverleihung am 22. Juni geschehen. Das Funk-Form Strg_F hatte Nazi-Flugblätter gezeigt, die Nannen in der NS-Zeit veröffentlicht hatte.
meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Doris Brückner wird Chefredakteurin von “Gala”, Brigitte Huber übernimmt “Eltern”.

Galant getauscht: Nach der Über­nahme von Gruner + Jahr durch RTL ordnet der Verlag die Zuständigkeiten im Ressort "Leute und Leben" neu. Doris Brückner (Foto) wird Chef­redakteurin von "Gala". Sie übernimmt die Stelle von Brigitte Huber, die wiederum die Chef­redaktion von "Eltern" übernimmt. Annika Lau wird Editor-at-Large bei der gedruckten "Gala" und moderiert außerdem die gleichnamige Promi-Sendung, die ab 11. Juni bei RTL läuft.
meedia.de

Debatte: René Martens kritisiert die “komplizierte Struktur” des RTL-Konzerns.

Komplizierte Konstruktion: "Management-getriebene Top-down-Strukturen" sind ein Auslöser für das, "was wir nun auch schon seit sehr vielen Jahren 'Medienkrise' nennen", meint "taz"-Autor René Martens mit Blick auf die neue "komplizierte" Organisationsstruktur von RTL. Journalistinnen hätten dabei nicht das letzte Wort. Das sei "aberwitzig", wenn man bedenke, dass bei Gruner + Jahr einst "Alphajournalisten" wie Manfred Bissinger, Hermann Schreiber oder Michael Jürgs Chefredakteure waren.
taz.de, turi2.de (Background)

Debatte: “stern”-Aufarbeitung von Henri Nannens Vergangenheit hat mit RTL zu tun.

Stern-Sorgen: Dass der "stern" sich um Aufklärung in der Causa Henri Nannen bemüht, hängt neben den jüngsten Berichten auch mit dem neuen Besitzer RTL zusammen, vermutet "Süddeutsche"-Autor Christian Mayer: "Gruner + Jahr ist an RTL verkauft worden, wo man Nannen nichts verdankt." Gregor Peter Schmitz müsse als neuer Chefredakteur zudem ein Interesse haben, "dass sein Magazin nicht irgendwann von der Vergangenheit des Gründers eingeholt wird".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Debatte: Die Folgen der Fusion von G+J und RTL zeigen sich erst jetzt, schreiben Aurelie von Blazekovic und Anna Ernst.

Synergie: Die Folgen der Übernahme von Gruner + Jahr durch RTL beginnen sich jetzt erst abzuzeichnen, schreiben die Journalistinnen Aurelie von Blazekovic (Foto) und Anna Ernst in der "Süddeutschen Zeitung". Bereits vor der Fusion seien die "glanzvollen Jahre" der G+J-Titel vorbei gewesen. Nun stelle sich die Frage, was vom Traditionshaus G+J journalistisch bleibt. Das Wort Synergie ist letztlich eine Beschönigung für kanalübergreifende Eigenwerbung, Inhalts-Recycling und Gewinnmaximierung, schreiben die Autorinnen.
sueddeutsche.de (Paid)

Fusion von RTL und Gruner + Jahr: RTL News stellt 14 Chefredakteurinnen vor.


14 gewinnt: RTL News stellt nach der Fusion von RTL und Gruner + Jahr das neue Chefredaktionsteam vor, das aus 14 Personen besteht. Gregor Peter Schmitz, bisher Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen", wird Vorsitzender der Chefredaktion des "stern". Florian Gless, bisher "stern"-Chef, verlässt das Magazin "auf eigenen Wunsch". Gless' Co-Chefin Anna-Beeke Gretemeier soll nach ihrer Elternzeit auf ihren Posten zurückkehren. Gregor Peter Schmitz wird zudem gemeinsam mit Stephanie McClain, Lotte Lang und Michael Wulf in die Chefredaktion "Reportage, Dokumentation & Investigativ" berufen.

Die Chefredaktion "Nachrichten & Gesellschaft" übernehmen Jutta Bielig-Wonka, Gerhard Kohlenbach und Wolf-Ulrich Schüler. Sonja Schwetje und Horst von Buttlar sind ab sofort Chefredakteure "n-tv, Wirtschaft & Wissen". Für "Leute und Leben" zeichnen Doris Brückner, Brigitte Huber und Martin Gradl verantwortlich; Christina Gath und Jan Spielhagen bekommen den Bereich "Wohnen & Genuss". RTL betont, bei den "Verantwortlichkeiten für die Printmarken" ändere sich durch die neue Organisation nichts – die Teams sollen sich vor allem um Organisation und Struktur ihrer Ressorts kümmern. Der DJV mahnt die tarifliche Bezahlung aller Beschäftigten an.
presseportal.de (Gesamt), presseportal.de (Gless), dwdl.de, djv.de

Video-Tipp: Prominente Leserinnen gratulieren “Capital” zum 60. Geburtstag.

Video-Tipp: Das Wirtschaftsmagazin "Capital" wird 60 und lässt sich von Promi-Leserinnen gratulieren. In kurzen Videobotschaften grüßen u.a. Douglas-Chefin Tina Müller, Investor Carsten Maschmeyer und OMR-Gründer Philipp Westermeyer, bei dem "Capital" "Erinnerungen an die Kindheit" weckt, wenn er das Magazin "samstags in der Kassenschlange" liest.
capital.de (4 Videos à 1-3 Min)

Meedia: Chefredakteur Florian Gless verlässt den “stern”.

stern und der bisherige Co-Chefredakteur Florian Gless gehen "offenbar" getrennte Wege, berichtet "Meedia" unter Berufung auf "unternehmensnahe Kreise". RTL äußert sich nicht zu der Personalie und verweist auf Informationen "über die Strukturen im journalistischen Bereich", die im Laufe des 2. Quartals folgen sollen. Gless leitet den "stern" seit 2019 gemeinsam mit Co-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier. Er wirkt seit der Jahrtausendwende bei Gruner + Jahr in unterschiedlichen leitenden Positionen.
meedia.de (Paid)

DWDL: Dirk Steffens wechselt vom ZDF zu RTL.

Senderwechsel: Der Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens kehrt dem ZDF im "Laufe diesen Jahres" den Rücken und heuert bei RTL Deutschland an, meldet DWDL. Dort soll er sich "über alle Ausspielwege hinweg" um den Ausbau der Wissenschaftsmarke "Geo" kümmern, die seit dem Zusammenschluss mit Gruner + Jahr zu RTL gehört. Steffens moderiert seit 2007 verschiedene "Terra-X"-Formate im ZDF, seit 2008 etwa "Faszination Erde".
dwdl.de