“Horizont”: Philipp Welte teilt scharf gegen deutsche Politik und US-Riesen aus.


Einer gegen alle: Burda-Vorstand Philipp Welte schießt im Interview mit "Horizont" schärfer denn je gegen die US-Tech-Riesen, gegen die deutsche Politik und fordert von der Verlagsbranche ein "neues Denken". "Wir sind nur noch ein kleiner Teil des Werbemarktes, aber wir sind unverzichtbar für das Funktionieren unserer Demokratie", sagt Welte im Gespräch mit Jürgen Scharrer. Diese Rolle könne die Branche nur wahrnehmen, wenn "wir unsere Inhalte auch in Zukunft weiter unabhängig finanzieren können". Der Politik wirft Welte vor, mit den sozialen Netzwerken zu flirten – etwa wenn Angela Merkel ihre Botschaften lieber selbst bei YouTube verbreitet, statt sich kritischen Interviews zu stellen. Welte beklagt bei der Politik fehlendes Verständnis für die wirtschaftlichen Bedingungen, die die Verlagsbranche braucht – als Beispiel gilt ihm die gescheiterte Förderung der Zeitungs- und Zeitschriften-Zustellung.

Welte nimmt auch Stellung zum Umbau bei Gruner + Jahr unter dem Dach von RTL: "Gruner + Jahr war für Burda immer der Nummer-1-Wettbewerber, an dem wir uns gemessen haben." Er hofft, dass der Konkurrent aus Hamburg der Verlagsbranche und "unserem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger" erhalten bleibt und plädiert für mehr organisatorische Zusammenarbeit bei gleichzeitigem "publizistischen Wettbewerb". Als möglichen neuen Kooperations-Partner bringt Welte den Zeitungs-Vermarkter Score Media ins Spiel. Er kann sich eine Zusammenarbeit in der Werbewirkungsforschung und die Entwicklung gemeinsamer Reichweiten-Produkte vorstellen.
"Horizont" 37/2021, S. 8-9

Meedia.de: Gruner + Jahr könnte sich aus dem VDZ zurückziehen.

Raus aus dem VDZ? Bei Gruner + Jahr wachsen offenbar die Sorgen darüber, dass der Verlag unter dem Dach von RTL aus dem VDZ und der Tarifbindung aussteigen könnte, berichtet Gregory Lipinski. Mitarbeitende müssten in einem solchen Fall bei künftigen Gehaltsrunden möglicherweise mit Einschnitten rechnen. Meedia.de berichtet unter Berufung auf Teilnehmerinnen einer Betriebsversammlung am Dienstag weiter, dass "stern"-Redakteurinnen offenbar mit einer Unterschriftensammlung gegen die Pläne protestieren wollen.
meedia.de (Paid)

“Schöner Wohnen” steigt ins Siegel-Geschäft ein.

Stempel drauf: Das Wohnmagazin "Schöner Wohnen" vergibt künftig einmal pro Jahr das Siegel "Best of Design". In die Bewertung sollen neben dem Design auch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Ergonomie oder Funktionalität der Produkte einfließen. Die ersten Prämierten sind 258 Möbel von 164 Herstellern, die das Magazin in einer Spezialausgabe zeigt und die das Siegel "Best of Design" erwerben und in ihrer Werbung einsetzen können.
presseportal.de, meedia.de

Julia Jäkel und weitere Top-Managerinnen legen Reform-Pläne vor.

Appell der Wirtschaftsfrauen: Sechs deutsche Top-Managerinnen, darunter Ex-G+J-Chefin Julia Jäkel (Foto) und BASF-Vorständin Saori Dubourg, schalten sich mit konkreten Reform-Vorschlägen in den Wahl­kampf ein. Sie fordern u.a. höheres Tempo bei der Digitalisierung, ein zukunfts­orientierten Bildungs­programm sowie den Kampf gegen den Klima­wandel auf europäischer Ebene. Der Staat müsse technologie­offene und berechen­bare Rahmen­bedingungen schaffen.
wiwo.de, manager-magazin.de, faz.net

Meedia: Gruner + Jahr will aus Tarifbindung aussteigen.

Gruner + Jahr will im Zuge der Fusion mit RTL aus der Tarifbindung aussteigen, berichtet Meedia. Demnach verteilt die Gewerkschaft Verdi entsprechende Flugblätter vor dem Redaktionsgebäude und kritisiert, ein solcher Sparkurs passe nicht zum Plan des Unternehmens ein "nationaler Medien-Champion" werden zu wollen. Die Digital-Redaktion von G+J kämpfe seit Jahren für eine Anpassung ihrer Verträge an den Tarif.
meedia.de (Paid)

Arne Wolter wechselt in die Geschäftsleitung von Statista.

Neue Zeitrechnung: Statista holt Arne Wolter als Chief Sales und Marketing Officer in die Geschäftsleitung. Dort soll er sich um das globale Account-Geschäft kümmern. Wolter hat mehr als 20 Jahre bei Bertelsmann und Gruner + Jahr gearbeitet, bis Frühjahr 2021 war er G+J-Digitalchef und in dieser Rolle u.a. für die Rezepte-Plattform Chefkoch und das Digital-Labor Greenhouse verantwortlich. Wolter hat den Verlag zeitgleich mit Julia Jäkel verlassen, wohl vor dem Hintergrund der sich anbahnenden Fusion mit RTL.

Wolter schreibt am Mittwoch auf Linked-in, dass er 2015 mit Statista-Chef Friedrich Schwandt über eine Partnerschaft oder Übernahme verhandelt hat, die allerdings scheiterte. Als Schwandt ihm die Stelle bei Statista anbot, habe er sofort Ja gesagt.
de.statista.com, horizont.net, linkedin.com (Arne Wolter), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Thomas Lückerath analysiert die Fusion von RTL und Gruner + Jahr.

Hör-Tipp: DWDL-Chefredakteur Thomas Lückerath sieht im Podcast "Zwei Herren mit Hund" schwere Zeiten für RTL/Gruner + Jahr. Er glaube nicht, dass Gruner + Jahr ein stabiles Unternehmen bleiben könne, dafür seien die Fusionspartner zu unterschiedlich. Er rechnet mit einer baldigen Sanierung und einem Sparkurs. "Das wird noch hässlich."
dwdl.de, podcastsapple.com (54-Min-Audio)

ProQuote Medien fordert mehr Frauen in der Führungsspitze von RTL/Gruner + Jahr.

ProQuote Medien kritisiert die männliche Führungsspitze von RTL/Gruner + Jahr als "unmodern" und "ohne jegliche Diversität". Der Verein zitiert aus einem Brandbrief von Mitarbeiterinnen, nachdem vor allem Frauen von dem Abbau von Führungspositionen betroffen seien. Bereits vor der Fusion hätten "mehr als eine Handvoll" gehen müssen, während männliche Mitarbeiter profitieren würden.
meedia.de

DWDL: Bernd Reichart und die Mediengruppe RTL Deutschland gehen getrennte Wege.

Führungs-Frage geklärt: Nach insgesamt rund achteinhalb Jahren und zweieinhalb als CEO verlässt Bernd Reichart die Mediengruppe RTL Deutschland, meldet der in Köln bestens vernetzte Thomas Lückerath bei DWDL. Künftig leitet ein Duo das Haus: Stephan Schäfer, CEO von Gruner + Jahr und seit 2019 zusätzlich Geschäftsführer Inhalte & Marken bei RTL, macht gemeinsame Sache mit Matthias Dang, dem langjährigen Chefvermarkter und Ad-Alliance-Chef. Unklar ist noch, in welcher Form Reichart Bertelsmann erhalten bleibt.

Im Rahmen der Übernahme von Gruner + Jahr war zuletzt viel darüber spekuliert worden, wer den Chefposten bei RTL Deutschland übernimmt. Das "Manager-Magazin" sah Stephan Schäfer schon vor einigen Wochen im Vorteil, weil er "beide Kulturen" kennt. Dass Schäfer und Reichart den Job als Duo machen würden, galt dagegen als ausgeschlossen: Beide würden sich nicht gut verstehen. Lückerath sieht einen weiteren Grund in der "Dopplung der Expertise": Sowohl Schäfer als auch Reichart seien "in den Inhalten zuhause". Mit Matthias Dang seien die "Zuständigkeiten zwischen Finanzen und Inhalten in der neuen Führung klarer verteilt". Schäfer und Dang stehen nun vor der "Mammut-Aufgabe", Gruner + Jahr zu integrieren und einen "nationalen Champion" aufzubauen, wie ihn sich Bertelsmann-CEO Thomas Rabe wünscht.
dwdl.de

“Packen wir’s an”: Bertelsmann Content Alliance macht eine Wasser-Themenwoche.

Wasser marsch: Vom 4. bis 10. Oktober geht es bei RTL, UFA, RTL Radio, Penguin Random House und Gruner + Jahr schwerpunktmäßig um Themen rund ums Wasser. Mit der Nachhaltigkeits-Themenwoche "Packen wir's an! Damit es auch morgen noch läuft" will die Bertelsmann Content Alliance "ein Bewusstsein für den Zustand der Ressource und des Lebensraums Wasser schaffen" und zeigen, "wie der Klimawandel unser Leben verändern kann".
presseportal.de

Zitat: Für Ex-Vorstand Axel Ganz ist RTL der Sargnagel für G+J.

"In den Archiven: ja."

Axel Ganz, 15 Jahre lang Vorstand bei Gruner + Jahr, glaubt im Interview mit Klaus Boldt nicht daran, dass der einstige Großverlag die Fusion mit RTL überlebt.
edition.welt.de  (Paid)

 

Weitere Zitate aus dem "Welt"-Interview:

Auf die Frage, ob RTL und G+J zueinander passen.

"Nein. Im Rückblick gesehen, war es – soweit ich über viele Jahre im selben Unternehmen beobachten konnte – stets nur ein Nebeneinander und nie ein echtes Miteinander."

Auf die Frage, ob eine Zusammenarbeit der Magazinsparte von G+J mit RTL funktionieren kann.

"Fernsehen und Print sind zwei verschiedene Welten – und zwei verschiedene Metiers! Hier das Bewegtbild, dort das geschriebene Wort. Außer gemeinsamer Themenentwicklung und gebündelter Informationsbeschaffung gibt es nicht viele Synergien. "

"Der Zusammenschluss von RTL und G+J ist aus meiner Sicht deshalb vor allem eine defensive Maßnahme. Der Beitrag für offensive Marktstrategien, für die Entwicklung neuer Produktformate als Antwort auf die vordringenden Streaming-Angebote wird gering sein."

Auf die Frage, was Axel Glanz von der Bertelsmann-Strategie der crossmedialen „nationalen Champions“ hält.

"Ich halte nichts von derartigen Slogans. Das klingt nach Unternehmensberatung."

Meedia: Oliver Radtke soll G+J-Beteiligungen verantworten, die RTL nicht übernimmt.

Gruner + Jahr: Chief Operating Officer Oliver Radtke (Foto) soll künftig alle Beteiligungen verantworten, die nicht unter das Dach von RTL wechseln, hört Gregory Lipinski aus Unternehmens­kreisen. Konkret sind das Territory, Applike, die "Spiegel"-Beteiligung und die sächsische DDV Mediengruppe, bei der Radtke drei Jahre Vorsitzender der Geschäfts­führung war. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe will an den Beteiligungen festhalten, sollte es doch zu einem Verkauf kommen, sieht Lipinski am ehestens Bauer als möglichen Käufer der DDV-Gruppe. Beim "Spiegel" erwartet er gemeinsame Produktionen mit RTL.
meedia.de (Paid)

Meinung: Mit RTL hat G+J eine Zukunft, schreibt Christian Meier.

Gruner + Jahr: In der Übernahme durch RTL liegt "vermutlich die einzig realistische Zukunft" des Verlags, schreibt Christian Meier in der "Welt". Die von einigen Medien "demonstrativ zur Schau gestellte Trauer oder gar Empörung" sei vor allem auf eine "anachronistische Sicht auf eine Medienwelt" zurückzuführen, die es "nicht mehr gibt oder die so nicht mehr funktioniert".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Thomas Lückerath kritisiert “verspätete Trauerreden” auf G+J.

Trauerfall: Thomas Lückerath kritisiert den "oft sentimentalen, manchmal gar theatralischen" Abgesang der Verlage auf Gruner + Jahr, seit die Übernahme durch RTL besiegelt ist. "Verspätete Trauerreden" auf einen "glorifizierten Verlag, den es so schon lange nicht mehr gab" würden die "Selbstüberhöhung der Verlagswelt" bedienen. Verlage würden sich nach wie vor schwer damit tun, "dass immer mehr Medienangebote an dem Monopol der Deutungshoheit rütteln".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Meinung: Politikerinnen scheuen Medienpolitik als Wahlkampf-Thema.

Medienpolitik sollte im Wahlkampf eine größere Rolle spielen, schreibt Wolfgang Michal im "Freitag". Die Szene befinde sich in "einem gewaltigen Umbruch", gekennzeichnet u.a. durch die Fusion von RTL und Gruner + Jahr. Bertelsmann-Boss Thomas Rabe könne sich sogar eine Fusion von RTL und ProSiebenSat.1 vorstellen, was das Kartellamt vor 15 Jahren noch verweigerte, nun aber denkbar sei. Die Politik mische sich nicht ein, weil sie schlechte Presse befürchte.
freitag.de

Debatte: Wer schafft es an die Spitze von RTL/Gruner + Jahr?

Machtkampf: Das neue Medienhaus RTL/Gruner + Jahr wird nicht von einer Doppelspitze geführt, spekulieren Gregory Lipinski und Thomas Borgböhmer. Für Print-Vertreter Stephan Schäfer spreche "sein Händchen für neue Konzepte" und seine Fähigkeit, Audio- und Videokonzepte für Print-Marken zu entwickeln. Konkurrent Bernd Reichart bringe dagegen die "richtige Vita fürs Fernsehgeschäft mit".
meedia.de (Paid)

“Horizont”: Gruner + Jahr gibt’s künftig zwei Mal.

Der doppelte Gruner: Gruner + Jahr gibt es mit der Übernahme durch RTL künftig zwei Mal, berichtet Roland Pimpl bei "Horizont". Neben der RTL-Tochter Gruner + Jahr Deutschland GmbH wird es weiterhin die Gruner + Jahr GmbH geben als Hülle für die "Spiegel"-Anteile, DDV, Territory und Applike. Wie es mit den Unternehmen weitergeht, findet Pimpl ungewiss.
horizont.net (Paid)

Ralf-Dieter Brunowsky nennt Gruner + Jahr “sterbenden Verlag”.

Bertelsmann hätte Gruner + Jahr besser am Stück oder in Teilen verkaufen sollen, so wie Springer es mit seinem Zeitschriften-Geschäft gemacht hat, urteilt Ralf-Dieter Brunowsky. Dass RTL nun die inhaltliche Führung im Verlagsgeschäft übernehme, ist für ihn "ein strategischer Gau". Die Vision von Thomas Rabe, mit RTL internationalen Streaming-Riesen einen nationalen Champion entgegenzusetzen, vergleicht der langjährige G+J-Journalist mit dem vergeblichen Versuch der Sparkassen, eine Alternative zu PayPal zu etablieren.
meedia.de (Paid)

Meinung: Helmut Thoma glaubt nicht an einen Erfolg von G+J und RTL.

Skeptiker: Bei dem geplanten Medienverbund von Gruner + Jahr und RTL handelt es sich wahrscheinlich eher um "eine Art Abwicklung des einstigen Großverlags" und um ein "Marketingkonzept", sagt Ex-RTL-Chef Helmut Thoma dem "Handelsblatt". Er selbst habe in den 1980er-Jahren erwartet, dass durch eine engere Zusammenarbeit mit Bertelsmann eine "kreative Welle" heranrolle: "Aber da kam nichts." Versuche mit der Frauenzeitschrift "Brigitte" seien gescheitert, "Stern TV" sei vor allem wegen Moderator Günther Jauch beliebt gewesen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Zitate: Kritische Stimmen zur Zusammenlegung von RTL und Gruner + Jahr.

"Die Spiegel-Redakteure wollten partout nicht unters gemeinsame Dach RTL – dabei wäre diese Fusion diejenige gewesen, die am meisten Sinn macht: Die Spiegel-TV-Kanäle als seriöser Teil des RTL-Imperiums, also ntv mit wirtschaftlichem, Spiegel-TV mit politischem Fokus, der History-Kanal parallel zu Vox, der Doku-Kanal als Ergänzung zu RTL."

Hans Mahr, ehemaliger Chefredakteur von RTL, spricht sich für einen Zusammenschluss von RTL und dem "Spiegel" aus. So könne der von Bertelsmann-CEO Thomas Rabe "zu Recht herbeigesehnte" nationale Champion tatsächlich entstehen. Von den G+J-Magazinen sei dagegen fürs TV "nicht viel zu erwarten".

"Bewegtbilder und Magazine sind wie Feuer und Wasser – das passt nicht zusammen."

Dass Gruner + Jahr "in den Untiefen von RTL" verschwindet, sei eine "Riesenschande und ein herber Rückschlag für die freie Publizistik in Deutschland", sagt Manfred Bissinger, ehemaliger stellvertretender Chefredakteur des "stern".
sueddeutsche.de

Debatte: Unterschiedliche Kulturen könnten G+J und RTL zum Verhängnis werden.

Himmelweiter Unterschied: Die unterschiedlichen Kulturen von RTL und Gruner + Jahr könnten zum Problem werden, schreibt Caspar Busse in der "Süddeutschen Zeitung". RTL habe bisher für "leichte Unterhaltung" gestanden, G+J dagegen für "gehobene Zeitschriften": In Hamburg hätten man "auf die Fernsehkollegen in Köln immer belustigt hinuntergeschaut". Ähnliche Zweifel am Gelingen der Fusion äußern Isabell Hülsen und Alexander Kühn im "Spiegel". Die Pressekonferenz von Konzernchef Thomas Rabe habe auf wie ein "Management-Seminar" gewirkt, er habe ein "Requiem" auf den Verlag gehalten.
sueddeutsche.de, spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: RTL/G+J gelingt nur, wenn Eigenständigkeit der Marken erhalten bleibt.

Bertelsmann: Die Übernahme von Gruner + Jahr durch RTL wird nur dann zum Erfolg, wenn es gelingt, die "Eigenständigkeit und den Charakter der Marken und ihrer Redaktionen" zu erhalten, urteilt Peter Steinkirchner. Auch die Frage, wer an der Spitze des Medienunternehmens steht, dürfte entscheidend sein: Weder RTL-Chef Bernd Reichart noch G+J-Boss Stephan Schäfer werden wohl freiwillig auf den Top-Job verzichten. Steffen Grimberg erwartet bei T-Online einen Zusammenprall der Kulturen, zumal das "immer noch von mildem hanseatischen Dünkel geprägte Verlagshaus von der Elbe" beim "Privatfernsehmoloch vom Rhein nur auf den Beifahrersitz" darf.
wiwo.de (Steinkirchner), t-online.de (Grimberg)

Bertelsmann gemeindet Gruner + Jahr bei RTL ein.


Rückschnitt: Zwei Tage nach dem Tod des früheren Gruner + Jahr-Chefs Gerd Schulte-Hillen verkündet Bertelsmann das Ende von Gruner + Jahr als eigenständiges Unternehmen. Offiziell spricht der Konzern davon, die Unternehmen zusammenzuführen, der letzte Absatz der Pressemitteilung legt aber nahe, dass vom einstigen Großverlag nicht mehr viel übrig bleibt. Dort heißt es, dass die G+J-Zukunftsfelder Territory und Applike, sowie das Zeitungsgeschäft DDV und die "Spiegel"-Beteiligung bei Bertelsmann "verbleiben". RTL kauft das Mediengeschäft von G+J für 230 Mio Euro. Die Nachricht dürfte die schlimmsten Befürchtungen der Gruner + Jahr-Mitarbeiterinnnen erfüllen, wenn nicht übertreffen.

Für Konzernchef Thomas Rabe ist das Gemeinschafts-Unternehmen der Anfang eines "nationalen Medien-Champions", der das Mediengeschäft auf dem Deutschen Markt gegen die internationale Konkurrenz stärkt. "Kein anderes Medienunternehmen hierzulande kann ein derartiges, gattungsübergreifendes Wachstumsbündnis schaffen." Das neue Unternehmen soll Anfang 2022 an den Start gehen. Der Verlagssitz von Gruner + Jahr soll in Hamburg bleiben.

Über die künftige Führung der Gruner + Jahr Deutschland GmbH sagt Thomas Rabe auf der Pressekonferenz zur Fusion noch nichts Konkretes, legt aber Wert darauf, dass das künftige Management "geschlossen" hinter der Fusion stehen muss. Mitarbeiter-Befragungen hätten ergeben, dass "die überwältigende Mehrheit" den Zusammenschluss befürworten. DJV und Verdi mahnen, auch unter RTL-Flagge die Tarifbindung zu erhalten.
horizont.net, faz.net, dwdl.de, djv.de, dju.verdi.de

Gerd Schulte-Hillen, 80, ist tot.

Gerd Schulte-Hillen, Medienmanager und langjähriger Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 80 Jahren. Von 1981 bis 2000 stand Schulte-Hillen an der Spitze des Hamburger Großverlags, zuvor wirkte er schon mehr als ein Jahrzehnt für Bertelsmann und verantwortete die Druckereien des Konzerns, 1987 wurde er zusätzlich Bertelsmann-Vize. Im Jahr 2000 übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz, 2003 verließ er G+J und Bertelsmann.

Stephan Schäfer, CEO von Gruner + Jahr, drückt per Pressemitteilung seine Trauer aus: "Wir trauern heute nicht nur um den langjährigen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Gruner + Jahr, sondern um eine der prägenden Figuren der Verlagsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland." Schäfer lobt Schulte-Hillen als "Verfechter des unabhängigen Journalismus". "Mit dieser Haltung hat er G+J bis in die heutige Zeit geprägt."

In Schulte-Hillens Zeit fällt zwar auch der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher im "stern", dennoch steht er wie kaum ein anderer für die goldenen Zeiten von Gruner + Jahr in den 1980er und 1990er Jahren. So expandierte G+J in die USA und verstärkte sich in Frankreich. In den vergangenen Jahren zieht sich G+J aus dem internationalen Geschäft zurück und steht heute vor einer Fusion mit der Konzern-Schwester RTL. (Foto: Christian Charisius/dpa)
presseportal.de

“stern” will mit “Neustart Deutschland” Veränderung zum Besseren aufzeigen.

stern stellt sein eigenes Wahlprogramm auf: In der acht­teiligen Serie "Neustart Deutschland" beleuchtet das Magazin bis zur Bundestags­wahl Themen wie Klima­schutz, Bildung und Mobilität. "Mit guten Beispielen aus dem In- und Ausland wollen wir zeigen, dass Veränderung zum Besseren möglich ist", schreiben Florian Gless und Anna-Beeke Gretemeier im Editorial. Ein Online-Talk am 19. August ergänzt die Aktion.
"stern" 32/2021, S. 24-36 (Paid), stern.de (Aktionsseite)

Gruner + Jahr und RTL verkünden Fusion vermutlich am Freitag.

Könnten Ja(hr) sagen: Gruner + Jahr und RTL machen ihre Fusion vermutlich am Freitag durch Bertelsmann-Chef Thomas Rabe öffentlich, schreibt Gregory Lipinski bei Meedia. RTL lädt zum Freitagvormittag Medienvertreterinnen ein, um die Halbjahreszahlen zu verkünden – ausnahmsweise in deutscher statt englischer Sprache. Lipsinski beschreibt unterschiedliche Szenarien von einer Komplett-Übernahme durch RTL bis zu einem journalistischen Gemeinschaftsunternehmen.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

“stern” veröffentlicht Sonderheft zur Hochwasser­katastrophe.

stern bringt am 31. Juli ein Sonderheft zur Hochwasserkatastrophe auf den Markt. Das Magazin mit dem Titel "Die Flut" enthält neben Reportagen auch einen Beitrag des Försters und Autors Peter Wohlleben. Außerdem spendet "stern" pro verkaufter Ausgabe einen Euro an die Flutopfer. Das Heft kostet 6,50 Euro. Auch die Titelgeschichte des aktuellen "stern" vom 29. Juli dreht sich um das Hochwasser und seine Folgen.
clap-club.de

“Manager Magazin” sieht Stephan Schäfer vorn im TV-Duell um den Chefposten bei RTL.

Vorteil Schäfer: Das "Manager Magazin", in aller Regel über Vorgänge beim eigenen, mit 44 % beteiligten Gesellschafter Bertelsmann bestens informiert, berichtet von einem "TV-Duell" um den Chefposten bei RTL Deutschland. Stephan Schäfer, CEO bei Gruner + Jahr und Geschäftsführer Inhalte & Marken bei RTL, habe bei der für Anfang August vorgesehenen Zusammenführung einen "Vorteil", weil er "beide Kulturen" kennt. Amtsinhaber Bernd Reichart lässt laut "mm"-Autor Christoph Neßhöver "aus Sicht mancher Insider" bei der Performance "zu wünschen übrig". Dass Schäfer und Reichart den Job als Duo machen, kann Neßhöver "fast ausschließen": "Man mag sich nicht."
manager-magazin.de (Paid)

Wir graturilieren: Kurt Otto wird 74.

Wir graturilieren: Kurt Otto feiert heute seinen 74. Geburtstag – an der Nordsee und an der frischen Luft. Der langjährige Pressesprecher von Gruner + Jahr beobachtet auch heute noch die Entwicklungen bei seinem früheren Arbeitgeber. "Ob G+J und seine profilierten Zeitschriftenmarken es verdienen, künftig ihre publizistische Identität weitgehend zu verlieren und dann vorrangig für ein Streaming- und Fernsehpublikum in der RTL Group weiterentwickelt zu werden, das sehe ich skeptisch", schreibt Otto angesichts der sich abzeichnenden Fusion mit RTL. Er verweist auf die Erfolge das Verlags und die "pressegeschichtliche Bedeutung vieler seiner Titel". Den "medienöffentlichen Diskurs" über die Zukunft von G+J findet er "noch sehr verhalten".

Für sein kommendes Lebensjahr wünscht Otto sich Gesundheit und weiterhin einen klaren Blick auf die Welt – "ohne klagende Larmoyanz und die falsche Attitüde, das früher alles besser war". Dabei helfe ihm die Lektüre schlauer Bücher und Aufsätze, jüngst etwa das aktuelle Buch Zeitreise von Stefan Aust. Gratulationen erreichen Kurt Otto heute per E-Mail.

“Ich hatte das Gefühl, ich kann gehen.” Julia Jäkel spricht in der “Zeit” über ihr Ausscheiden bei Gruner + Jahr.


Don't look back in anger: Vor gut drei Monaten hat Vorstands-Chefin Julia Jäkel überraschend ihren Abgang bei Gruner + Jahr verkündet – in einem Porträt in der "Zeit" spricht sie erstmals über ihr Ausscheiden beim Großverlag und will damit wohl auch Deutungshoheit zurückgewinnen. In dem Text von Cathrin Gilbert findet Jäkel es "irre", dass sich andere, meist männliche Top-Manager an Posten klammern, bis sie mit Abfindungen gefeuert werden. Ihr Verhalten breche "einfach aus dem Muster aus", sagt Jäkel. Ob sie ihrer Absetzung nur zuvorgekommen ist? Gilbert schreibt von "Briefen kilogrammweise und Mails" zu Jäkels Abschied und zitiert Aufsichtsratschef Christoph Mohn: "Deine Entscheidung ist zu respektieren, wenn auch mit Bedauern." Viele Frauen hätten sich bedankt für das weibliche Vorbild und Jäkels Offenheit für Neues. Eine Fusion des Verlags mit RTL zu begleiten, wäre für sie aber "more of the same" gewesen. "Ich wollte wie gerade eineinhalb Wochen in den Bergen kraxeln, ohne auf mein Handy zu schauen."

Kritik, die Qualität der G+J-Zeitschriften hätten unter ihrer Führung gelitten, auch weil es nur noch Multi-Chefredakteurinnen gibt, weist Jäkel zurück. Sie findet viele Zeitschriften besser als andere, manche besser denn je und lobt den "Kooperationsgeist": "Wir haben gelernt, mutig Neues zu machen und gleichzeitig mit Effizienz und Kosten umzugehen."

Bereit, sich nun ganz dem Bergwandern zu widmen, sei Jäkel indes noch nicht. Ihre neue Nebentätigkeit als Aufsichtsrätin des Kleinanzeigen-Portalbetreibers Adevinta findet sie "noch spannender, als ich dachte, wieder ein neuer Blick in die Welt". (Foto: Johannes Arlt für turi2)
"Zeit" 29/2021, S. 27 (Paid)

Willkommen im Club: Doris Brückner.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Seit ihrer Ankunft bei Gruner + Jahr 2015 als Vize-Chefin der "Gala" zieht Doris Brückner Verantwortung förmlich an. Heute ist sie Chefredakteurin der aus sieben Ressorts bestehenden Redaktion G+J Women, People & Family Digital. Brückner ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Brückner)

Burda übernimmt Content-Agentur C3 komplett.

Ohne Kircher Burkhardt: Lukas Kircher und Rainer Burkhardt verkaufen ihre restlichen 15 % an der Content-Agentur C3 an Burda und ziehen sich damit komplett aus dem einstigen Joint-Venture zurück. Operativ sind die beiden Mitgründer schon seit zwei Jahren bei C3 ausgestiegen, sagt Adel Gelbert in "Horizont". Mit der Komplett-Übernahme durch Burda soll sich strategisch nichts ändern. Gelbert kündigt aber an, für weitere Agentur-Übernahmen und Partnerschaften offen zu sein: "Wir führen Gespräche in alle Richtungen." Dass der Konkurrent Territory nun – ähnlich wie C3 schon länger – mit Beratung Geld verdienen will, sieht der C3-Chef ganz unbescheiden als "Bestätigung unseres Weges".
horizont.net (Paid), turi2.de (Background Territory)

“New Business”: Gruner + Jahr testet Mehrfachverwertung von Inhalten.

Gruner + Jahr testet die kanal- und ausgabenneutrale Planung und Produktion von Inhalten, berichtet "New Business". Das Ziel des Projekts "Story First" sei die Mehrfachverwertung von Inhalten. Der Verlag testet die Arbeitsweise derzeit in der Community of Interest Wissen, zu der u.a. "Geo" gehört. Die Leitung hat Michael de Vries, der als Berater für IT-Systeme wirkt und zuvor 22 Jahre als Geschäftsführender Redakteur der "Gala" arbeitete.
new-business.de

Gruner + Jahr und OMR steigen beim Fachdienst Finanz-Szene ein.


Kapital von Capital: Gruner + Jahr steigt über seine Wirtschaftsmarke Capital zusammen mit OMR von Philipp Westermeyer beim Fachdienst Finanz-Szene ein. Beide Unternehmen beteiligen sich als Minderheits­gesellschafter an der neuen Finanz-Szene GmbH, laut "Horizont" zu jeweils gleichen Teile in "wohl niedrig zweistelliger Prozenthöhe". Die Gründer Heinz-Roger Dohms und Christian Kirchner behalten die Mehrheit. Beide sind G+J-sozialisiert: Dohms war bis zur Einstellung Ende 2012 Redakteur der Financial Times Deutschland, Kirchner wirkte zuletzt als Büroleiter von "Capital" in Frankfurt am Main. Finanz-Szene.de, gegründet 2015, kommt nach eigenen Angaben pro Monat auf knapp 800.000 PIs, die Öffnungsrate des morgendlichen Newsletters zur Banken- und Fintech-Branche liege bei 48 %.

"Capital"-Chefredakteur Horst von Buttlar sieht die Beteiligung als Chance, "unsere Aktivitäten im Finanz­journalismus auszubauen". OMR-Gründer Philipp Westermeyer outet sich als "seit Jahren begeisterter Anhänger des Finanz-Szene.de-Newsletters" und will das Fach-Portal mit seinem "umfassenden Plattform-Know-how" unterstützen – gemeint sind wohl Events und Podcasts. Mit dem frischen Geld will Finanz-Szene die Redaktion ausbauen. Schon seit 2019 kooperieren "Capital" und OMR beim Portal Finance Forward.
presseportal.de, horizont.net (Paid)

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Heute: Annalena Baerbock zu Gast bei BRIGITTE LIVE
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock spricht mit Brigitte Huber (BRIGITTE-Chefredakteurin) und Meike Dinklage (Ressortleiterin Zeitgeschehen) über Politik und Persönliches. Heute um 18:30 Uhr kostenlos und ohne Anmeldung unter www.brigitte.de/live – oder im Fernsehen live bei ntv.

“Gala” und RTL bringen Sonderausgabe zum 60. Geburtstag von Prinzessin Diana.

Royale Content Alliance: "Gala" und "RTL Exklusiv" veröffentlichen ein Sonderheft anlässlich des 60. Geburtstags von Prinzessin Diana am 1. Juli. Auf 116 Seiten schwelgen Bekannte und Freunde in Erinnerungen an die "Königin der Herzen", die im August 1997 bei einem Autounfall starb. Das Heft ist ab heute erhältlich. RTL sendet am 1. Juli ab 10 Uhr mehrere Dokumentationen über Diana.
per Mail

Territory baut um: Die Marken Webguerillas, Honey und Influence sterben.


Neuer Kurs: Territory, Content-Dickschiff von Gruner + Jahr, schraubt kräftig an der Struktur und trennt sich von den Marken Webguerillas, Honey und Influence. Die bisher eigenständigen GmbHs verschmelzen unter dem Dach von One Territory, meldet "Horizont". Territory-Chefin Sandra Harzer-Kux begründet: "Jeder im Markt kennt Territory, aber man nimmt uns vor allem in Einzeldisziplinen wahr und weniger als das große Ganze, das wir sind." Eigenständig bleiben nur Territory Media und Territory Embrace, die mit Media und Employer Branding ohnehin abseits des klassischen Content-Marketings arbeiten.

Zusätzlich will Territory in neue Geschäftsfelder vorstoßen: Der Bereich Digitale Produkte soll wachsen – schon aktuell tragen eine Influencer-Plattform und Webseiten wir Ausbildung.de ein Drittel zum Umsatz bei. Zudem will Territory auch im wachsenden aber umkämpften Markt der Berater-Firmen Geld verdienen – hier vor allem bei den Themen Marketing, Kommunikation, Personal und Organisation.

Sandra Harzer-Kux betont bei "Horizont", dass der Umbau "aus einer Position der Stärke" geschehe. Der Umsatz des Content-Ablegers von Gruner + Jahr liege 2020 nur knapp unter dem Vorjahr, das Ergebnis sogar darüber.
horizont.net (Paid), wuv.de

Willkommen im Club: Florian Gless.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Florian Gless hat sein journalistisches Handwerk an der Nannen-Schule gelernt, heute sitzt er in der Jury des Nannen-Preises. Der "stern"-Co-Chefredakteur baut bei dem Magazin um – und muss sich schon mal gegen Aktivismus-Vorwürfe verteidigen. Gless ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Gless)

Adrian Pickshaus und Nina Grygoriew übernehmen die Chefredaktion von “DB mobil”.

Fahren vor: Adrian Pickshaus und Nina Grygoriew übernehmen als Doppelspitze die Chefredaktion des Bahn-Kundenmagazins "DB mobil". Sie folgen auf Stephan Seiler, der ab August zum "stern" wechselt, wo er das Gesellschafts- und Sportressort leiten wird. Pickshaus und Grygoriew kommen beide von der zuständigen G+J-Agentur Territory: Pickshaus kümmerte sich seit 2019 bei Territory um Neuentwicklungen und Pitches, Grygoriew war für Markeninhalte in verschiedenen Kundenmagazinen zuständig.
presseportal.de

“Copy & Paste reicht nicht” – Doris Brückner über die neue Frauen-Online-Redaktion bei G+J.


Gemeinsam stärker? Vor einem halben Jahr hat Gruner + Jahr die Online-Redaktionen von "Gala", "Brigitte" und "Eltern" fusioniert, im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv zieht Doris Brückner Bilanz des Umbaus unter Pandemie-Bedingungen. Die Chefredakteurin erklärt, dass die Großredaktion mit aktuell ca. 65 Menschen "keine Sparmaßnahme" und für den Verlag auch nicht günstiger sei als die Einzelredaktionen. Es gehe darum, Kräfte zu bündeln und so mehr Zeit und Freiheiten für Leuchtturmprojekte zu haben. Als Beispiel nennt sie den Pride-Monat Juni, in dem sich die Webseiten mit Aktionen rund um die LGBTQ-Community abwechseln. Im Video zeigen wir, viele Beispiele der Kampagne.

Die Zahlen geben Brückner recht: So erreicht Gala.de heute deutlich mehr Nutzerinnen als früher – im April zählt die Website 73 Mio Visits, vor zwei Jahren waren es nicht mal halb so viele. Für die Chefredakteurin ist das ein Resultat von "ganz viel Fleißarbeit". So ist die Redaktion nun 24 Stunden am Tag besetzt und nimmt sich Zeit für eigene Recherchen. Zudem gibt es ein Team, dass sich um SEO kümmert und Texte, Videos und Bild-Strecken auch nach der ersten Veröffentlichung noch optimiert.

Im ausführlicheren Podcast-Gespräch erklärt Brückner auch die Zusammenarbeit mit den TV-Kolleginnen von RTL. Inzwischen gebe es täglich Kontakt und Abstimmungen. Es sei etwa vorstellbar, dass Homestorys von Prominenten bei Gruner + Jahr erscheinen und auch bei RTL laufen – "der Bertelsmann-Kosmos ist groß", sagt Brückner. Und die Chefredakteurin kündigt Zuwachs an: Auch das "Guido"-Magazin rund um Guido Maria Kretschmer soll bald eine eigene inhaltlich getriebene Website erhalten. Außerdem gibt es Paid-Content-Überlegungen bei den Online-Ausgaben der Frauen-Marken von Gruner + Jahr.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube), turi2.de/podcast (19-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Chef der Pressedatenbank von Gruner + Jahr wechselt zu news aktuell.

news aktuell holt Conrad Leilich als Leiter für Software-Entwicklung und Produkt-Management. Der Wirtschaftsinformatiker verantwortete bisher die Pressedatenbank beim "stern", die Gruner + Jahr zum Ende des Jahres einstellt, um Geld zu sparen. Bei der dpa-Tochter soll Leilich Software-Entwicklung und Produkt-Management enger miteinander verzahnen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Liz Mohn macht Sohn Christoph zum Familiensprecher der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft.


Generationenwechsel: Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn übergibt zu ihrem 80. Geburtstag am 21. Juni das Amt des Familiens­prechers der Bertelsmann Verwaltungs­gesellschaft (BVG) an ihren Sohn Christoph Mohn. Der 55-Jährige ist bereits Teil des Gremiums und bleibt zudem Aufsichts­ratschef von Bertelsmann. Nach dem Tod von Reinhard Mohn 2009 hieß es zunächst, dass seine Kinder Christoph und Brigitte Mohn gleiche Chancen auf seine Nachfolge haben. Die Entscheidung für Christoph habe sich jedoch abgezeichnet, seine Jahre als Aufsichtsratschef hätten als bestandene "Probezeit" gegolten, schreibt der "Spiegel".

Mohn hat in seiner Zeit als Aufsichtsratschef mit dem Führungsstil seines Vaters gebrochen, der auf die Unabhängigkeit der Einzelun­ternehmen gesetzt hatte. Mohn sagt dem "Spiegel", es sei "unter einem Konzerndach leichter zu erkennen", welche Geschäftsmodelle sich überlebt haben und spricht sich gegen emotionale Entscheidungen aus. Den ebenfalls im Gespräch gefallenen Satz "man kann alles machen, aber überraschungs­frei muss es sein", beschreibt das Magazin als sein "Lebensmotto und Devise des Konzerns".

Liz Mohn ist auch nach der Staffel­übergabe Teil der BVG und des Aufsichtsrats sowie Ehrenmitglied im Kuratorium der Stiftung. 1999 hatte Reinhard Mohn die BVG sowie das Amt des Familiensprechers ins Leben gerufen, um den Einfluss der Familie auf den Konzern zu sichern. Das Gremium hält alle Stimmrechte und besteht aus drei Familien­mitgliedern und drei externen Kräften. Als Familiensprecher hat Christoph Mohn bei Stimmausgleich ein Vetorecht. Liz Mohn hat das Amt seit 2002 inne.
bertelsmann.de, spiegel.de (Paid), handelsblatt.com (Paid)

“Brigitte” interviewt Kanzlerkandidatinnen bei Live-Veranstaltungen.

Wahlkampf on Air: "Brigitte"-Chefredakteurin Brigitte Huber (Foto) und die Ressortleitung Zeitgeschehen Meike Dinklage interviewen im Juli bei Brigitte Live die Spitzenkandidatinnen der Bundestagswahl. Am 1. Juli macht Annalena Baerbock den Anfang, am 7. Juli folgt Armin Laschet und Olaf Scholz beschließt die Reihe am 28. Juli. Die Veranstaltungen sind kostenlos auf der Website abrufbar und sollen politische wie persönliche Themen umfassen.
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