Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 13: Der perfekte Mord.


7. Februar 2018: Knatsch und Neuanfang bei Gabor Steingart – Selbstmord durch "perfekten Mord"

Im "Morning Briefing" verrät Gabor Steingart, mittlerweile auch "Handelsblatt"-Geschäftsführer und mit ein paar Prozent Junior-Verleger, Details zu einem bevor­stehenden "perfekten Mord": Parteichef Martin Schulz wolle den "derzeit beliebtesten SPD-Politiker", Außenminister Sigmar Gabriel, hinterrücks zur Strecke bringen, um dessen Job zu übernehmen. Verleger Dieter von Holtzbrinck entschuldigt sich noch am selben Tag bei Schulz und wirf Steingart raus.

Steingart erstreitet sich den Zugang zu seiner alten Leserschaft und setzt das "Morning-Briefing" am 11. Juni in eigener Regie fort. Es wird zum Zugpferd und Kern für sein neues Unternehmen Media Pioneer.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Wir graturilieren: Kirsten Ludowig wird 41.


Wir graturilieren: Die Vize-Chefredakteurin des "Handelsblatts", Kirsten Ludowig, wird heute 41 Jahre alt. Sie freut sich in diesem Jahr ganz besonders auf den Juni, wenn ihre Zeitung das erste Mal seit Ausbruch der Pandemie wieder eine Korrespondenten-Tagung ausrichtet. "Dann kommt die gesamte Redaktion aus allen Teilen Deutschlands und der Welt in Düsseldorf zusammen." Außerdem möchte Ludowig unbedingt mal wieder in die USA reisen. Immerhin haben sie und ihr Mann in New York geheiratet. Sie macht sich nur etwas Sorgen, dass sich "ihre" Stadt durch Corona verändert hat. Beruhigung verschafft ihr die Aussage einer Korrespondentin: "New York steht immer wieder auf" – trotzdem möchte sie der Stadt noch etwas Zeit geben, "um sich zu erholen".

Erholen musste sich die Journalistin vergangenes Jahr von der Jagd nach einem Corona-Impftermin. Ganze 180 Kilometer musste sie fahren – auch für die Zweitimpfung, aus bürokratischen Gründen. "Das hat mich schon geärgert." Bei der Arbeit lief es zum Glück weniger holprig, ihr Podcast Handelsblatt Rethink Work, den sie abwechselnd mit Charlotte Haunhorst moderiert, ist vergangenen Herbst "sehr gut gestartet". Sie hofft auf noch mehr Hörerinnen, damit er zum "Lieblingspodcast" im Bereich New Work wird.

In ihren Geburtstag hat die Journalistin letzte Nacht auf dem Bundespresseball reingefeiert. Wenn sie wieder wach und fit ist, freut sie sich über Glückwünsche bei Linked-in.

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 5: Handelsblatt Morning Briefing.


7. April 2011: Gabor Steingart startet für das "Handelsblatt" ein "Morning Briefing"

Gabor Steingart, damals Chefredakteur des "Handelsblatts", geht unter die Frühaufsteher. Er schickt erstmals ein "Morning Briefing" raus und treibt das Thema Morgen-Newsletter früher und ernsthafter voran als die Konkurrenz. Sein "Morning Briefing" präsentiert zum Start eine Sammlung von kurzen Kommentaren und Verweisen auf wichtige Geschichten im "Handelsblatt". Dabei setzt Steingart auf Sprachwitz und Zuspitzung.

Der Newsletter hat Steingarts Abschied im Jahr 2018 überlebt, heute verantwortet ihn Senior Editor Hans-Jürgen Jakobs.
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Debatte: Elon Musk kann Twitter zu neuer Größe führen, glaubt Stephan Scheuer.

Freundliche Übernahme: Die Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist eine gute Nachricht, schreibt Stephan Scheuer im "Handelsblatt". Twitter sei in den letzten 16 Jahren weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben und habe es nicht geschafft, ein Produkt für den Massenmarkt zu werden. Das Unternehmen habe keinen klaren Kurs. Wenn Musk das ändere, glaubt Scheuer, würde das auch "der Landschaft sozialer Netzwerke guttun".
handelsblatt.net

Mein Podcast-Tipp: Kim Alexandra Notz über Handelsblatt Disrupt.


Deep Dive in die Zukunft: Kim Alexandra Notz ist CEO und Partnerin der inhaber­geführten Kreativ­agentur­gruppe KNSK. Ihr Lieblingspodcast ist “Handelsblatt Disrupt”, mit dem Sie in der S-Bahn oder beim Spazieren mit dem Hund in Zukunftsthemen abtaucht. Ihre Hör-Empfehlung erscheint in der neuen Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Meinungs­macherinnen der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

turi2 edition #17: Andrea Wasmuth über Limits und die Lust auf Veränderung.


Einmal auf Anfang: Andrea Wasmuth ist die erste weibliche CEO bei der Handelsblatt Media Group. Sie brennt für den FC St. Pauli und steigt regelmäßig in den Boxring. Allerdings nicht im Job. “Da bin ich Teamsportlerin”, sagt sie im Interview in der turi2 edition #17. Als Chefin bemüht sie sich, Dinge bewusst zu verlernen – und hospitiert deshalb im eigenen Haus. Weiterlesen >>>

“Handelsblatt” und dfv kooperieren in Sachen Recht und Steuern.

Beigesteuert: Das "Handelsblatt" und die dfv Mediengruppe kooperieren in Sachen Recht und Steuern. Ab heute erscheint im "Handelsblatt" wöchentlich eine themenbezogene Seite, deren Inhalt von der dfv-Fachredaktion geliefert wird. "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes verspricht sich davon einen "qualitativ hochwertigen Mehrwert".
dfv.de

Ausfall von Datenschutz-Dienstleister legt Medien-Websiten lahm.

Redaktionen im Blindflug: Der Datenschutz-Dienstleister Source Point ist am Donnerstagabend mehrere Stunden ausgefallen und hat die Website vieler Medien lahm gelegt. Source Point fragt Datenschutz-Berechtigungen zu Cookies und Tracking ab und teilt Website-Betreibern mit, ob zum Beispiel personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen. Der Ausfall legte die Websites vieler großer Medien wie etwa "Handelsblatt" oder "Spiegel" zeitweise lahm und sorgte für massive Probleme.
turi2.de - eigene Infos

Medienhäuser starten Initiative für ukrainische und russische Journalistinnen.


Exil-Hilfe: "Zeit", "FAZ", "Handelsblatt", "Süddeutsche" und "Tagesspiegel" starten eine gemeinsame Initiative, um ukrainische und russische Journalistinnen zu unterstützen. Die Medienhäuser spenden an Reporter ohne Grenzen, vernetzen geflüchtete Journalistinnen und stellen ihnen Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung. "Die Hilfe soll den Menschen ermöglichen, ihre Arbeit im Exil oder vor Ort fortzusetzen", heißt es in der Mitteilung.

Die Leitungen der Medienhäuser stimmen überein, dass ohne freie Presse "Journalismus zur Propaganda" wird. Man wolle deshalb "denjenigen eine Stimme geben, die aufgrund äußerer Aggression ihrer publizistischen Kraft beraubt wurden".

Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagt im Bundestag ebenfalls zu, sich für Arbeits- und Aufnahmemöglichkeiten für bedrohte Journalistinnen beider Länder zu engagieren. Sie arbeite hierfür mit dem Auswärtigen Amt, mit Stiftungen, mit Reporter ohne Grenzen und anderen Organisationen zusammen.
swmh.de, tagesschau.de

Porträt: Ingo Rieper, CEO von Media Pioneer.

Tatendurst statt Perfektionismus: Denkverbote sind verboten an Bord der Pioneer One. Das hat Folgen. "Wer hätte gedacht, dass wir eines Tages ein Medienschiff bauen oder Leseraktien herausgeben?", sagt Chef-Pionier Ingo Rieper. Er und sein Team schippern mit ihrem Elektro-Kahn durchs Regierungsviertel, wollen "Journalismus neu denken" und ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln.

"In der deutschen Medienlandschaft gibt es eine große Innovationslücke, die es zu füllen gilt", sagt Rieper. Kreativität und Tatendurst sind für ihn die Eigenschaften, die die Branche am dringendsten braucht.

Arbeitstage genießt Rieper besonders, wenn er Zeit findet, sich mit dem Publikum auszutauschen: "Lob spornt an, Kritik macht uns besser." Nach 28 Jahren im Beruf hat er erkannt, dass "eine 80-Prozent-Lösung meist der bessere Weg ist, anstatt immer dem eigenen Perfektionismus zu folgen". Es sei wichtiger, seinem Gespür zu vertrauen und nicht den Bedenkenträgern.

Ingo Rieper ist seinem eigenen Rat gefolgt und damit rundum zufrieden. "Ich fühle mich beschenkt. Mehr zu verlangen wäre maßlos." Nur manchmal, da wünscht er sich einen achten Tag in jeder Woche. "Um neue strategische Ideen zu entwickeln."

Ingo Rieper
Geb. 1967 in Köln
1990: Studium BWL in Kiel und Birmingham
1994: Wirtschaftsprüfer KPMG
1997: Stellv. Leiter Finanzabteilung, ProSiebenSat.1 Media
2000: Vertriebsleiter Consorsbank in Madrid
2004: Kaufmännischer Geschäftsführer Ströer
2014: CFO Handelsblatt Media Group
2019: Mitgründer & CEO von Media Pioneer


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Porträt: “Handelsblatt”-Chefredakteur Sebastian Matthes.

Vom Musiker zur ersten Geige: Um den Status quo zu beschreiben, ist Sebastian Matthes der Superlativ gerade groß genug: "Das 'Handelsblatt' befindet sich inmitten der größten Transformation seiner Geschichte." Das spornt einen wie ihn erst richtig an. "Für mich gibt es keine spannendere Zeit, um Journalist zu sein", sagt Matthes. Jetzt gerade werde definiert, wie die Medien der Zukunft aussehen. "Und die Möglichkeiten, unseren Journalismus besser zu machen, waren nie größer." Warum? Weil digitale Tools wie ein Röntgenapparat freilegen, was beim Publikum ankommt und ob Geschichten spannend genug erzählt sind. Und weil sich Storys so vielgestaltig erzählen lassen, über Datenvisualisierungen, Animationen, Videos, Podcasts und in Texten. "Das fasziniert mich", sagt Matthes.

In jungen Jahren will Matthes Musiker werden, übt fleißig, spielt Geige im Orchester. Bis er merkt: Er schreibt lieber über Konzerte, als welche zu geben. Die erste Geige kann er auch als Journalist spielen, erst bei der "Huffington Post" und jetzt beim "Handelsblatt". Dort führt er ein Team aus 200 Menschen.

Dabei hilft ihm seine Dreifach­begabung: Sebastian Matthes ist Vollblut-Journalist, der sich sein Staunen und Schwärmen bewahrt hat. Er kann mit Menschen, tauscht sich gerne aus, auch digital: Auf Linked-in folgen ihm rund 16.000 Menschen. Zugleich betrachtet Matthes seine Branche und neue Technologien mit analytischem Blick. "Es hat mich schon immer interessiert, wie sich dadurch Geschäftsmodelle, Unternehmen und letztlich unser aller Leben verändern werden."

Antworten darauf sucht (und findet) Matthes seit 2019 auch in "Handelsblatt Disrupt". Für seinen Podcast, der inzwischen mehr als 150 Folgen hat, spricht er jeden Freitag mit Investorinnen und Innovatorinnen, Gründerinnen und Politikerinnen. Dabei schürft Matthes nach Erkenntnis. Wissbegierig, aber unparteiisch, stets einem klaren Grundsatz folgend: Journalistinnen sollen in ihrem Job nicht die Welt verbessern wollen, sondern "sie so beschreiben, wie sie ist".

Tipp von Sebastian Matthes: "Man braucht zwar immer einen Plan. Am Ende kommt es dann aber doch ganz anders"

Sebastian Matthes
Geb. 1976 in Berlin
2000: Studium Politik und VWL an der Uni Hamburg
2005: Ausbildung an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten
2008: Ressortleiter Technik & Wissen der "Wirtschaftswoche"
2013: Chefredakteur der "Huffington Post", Burda
2018: Vize-Chefredakteur beim "Handelsblatt"
2019: Podcast "Handelsblatt Disrupt"
2021: "Handelsblatt"-Chefredakteur


(Foto: Max Brunnert / Handelsblatt)


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Lese-Tipp: “Handelsblatt” deckt 315 Mio Wirecard-Scheindeal auf.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" deckt auf, wie Jan Marsalek mit einem Scheingeschäft über 315 Mio Euro die vermeintlich größte Übernahme in der Geschichte von Wirecard eintütet. Der Wirtschaftskrimi in mehreren Akten führt über eine Unternehmensgruppe auf Mauritius, die für das gleiche Unternehmen wenige Wochen zuvor nur 35 Mio Euro gezahlt haben soll, bis hin zu einem indischen Geschäftspartner, den es wohl nie gegeben hat.
handelsblatt.com

Zitat: Digitale Technologien “verändern unser Zeitverständnis”, findet Miriam Meckel.

"Mannigfaltige Apps auf unseren Smartphones machen aus diesem zeitbedingten Gefühl von FOMO (Fear of missing out) ein Geschäftsmodell."

Publizistin und Ada-Gründerin Miriam Meckel schreibt im Handelsblatt darüber, wie mobile und digitale Technologien "unser Zeitverständnis- und empfinden" verändern.
"Handelsblatt", S. 27 (Paid)

“Handelsblatt” erscheint künftig einmal pro Quartal mit Beilage “Monsieur”.

Mehr Luxus wagen: Die Looping Group von Dominik Wichmann kooperiert mit dem "Handelsblatt" und legt ihr Männer-Luxus-Magazin "Monsieur" künftig vier Mal pro Jahr der Wirtschaftszeitung bei. "Eine perfekte Ergänzung zu den Wirtschafts- und Finanzthemen des 'Handelsblattes'", findet Petra Winter, Editorial Director von "Monsieur" und dem Schwester-Magazin "Madame". Die gedruckte Auflage verdoppelt sich damit fast auf 125.000 Exemplare.
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“Handelsblatt” setzt “Crime”-Podcast mit Cum-Ex fort.

Es wird kriminell: Das "Handelsblatt" setzt seinen Wirtschafts-Podcast "Handelsblatt Crime" fort. Ab heute sprechen Mary-Ann Abdelaziz-Ditzow und Ina Karabasz alle zwei Wochen mit dem Investigativ-Team der Zeitung über Kriminalfälle in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Los geht es mit dem Cum-Ex-Skandal. Die erste Staffel des Podcasts hatte sich mit Wirecard beschäftigt.
handelsblatt.com

Philipp Alvares de Souza Soares wechselt zum “Handelsblatt”.

Tech-Transfer: Das "Handels­blatt" holt Reporter Philipp Alvares de Souza Soares Mitte Februar 2022 vom Konkurrenten "Manager Magazin", wo er über Digitalisierung der Wirtschaft und die großen Tech-Konzerne recherchiert. Beim "Handelsblatt" wird er ebenfalls als Tech-Korrespondent arbeiten. Der 36-Jährige kommt von der Deutschen Journalisten­schule München und hat u.a. für Spiegel Online, die "FAZ" und die "Zeit" geschrieben.
per Mail

Handelsblatt Media Group schaltet Anzeigen mit Impf-Appell.

Handelsblatt Media Group startet eine Impf-Offensive mit Unterstützung aus der Wirtschaft. Großformatige Anzeigen im "Handelsblatt" und in der "Wirtschafts­woche" rufen bis Jahres­sende zur Impfung auf. An der Aktion beteiligen sich mehr als 50 namhafte Firmen, u.a. die Allianz, DB Cargo, RWE und SAP, die einen "Solidar­beitrag" in selbst gewählter Höhe beisteuern. Laut "Horizont" spricht der Verlag von einem "Bruttomediawert von 600.000 Euro". Ein "Teil des Gesamt­erlöses", abzüglich eines "Selbstkostenanteils", geht an Projekte und Organisationen, die den Kampf gegen Corona unter­stützen.
handelsblattgroup.com , horizont.net (Paid)

Ex-“Handelsblatt”-Journalist Hans-Peter Siebenhaar verlässt Energiekonzern OMV.

Das Gas abgedreht: Der österreichische Mineralöl- und Gaskonzern OMV und Kommunikations­chef Hans-Peter Siebenhaar gehen nach einem halben Jahr schon wieder getrennte Wege, berichtet der "Kurier". Der frühere "Handelsblatt"-Journalist hatte erst im Juni bei der OMV angeheuert. Die Gründe des Abgangs bleiben unbekannt. Konzern­sprecher Andreas Rinofner übernimmt die Leitung der Kommunikation übergangsweise.
kurier.at via derstandard.at, turi2.de (Backgroudn)

SAP-Chef Christian Klein bietet der Ampel-Koalition Digital-Nachhilfe an.


Mehr Digitales wagen: SAP-Chef Christian Klein äußert sich im Gespräch mit dem "Handelsblatt" enttäuscht darüber, dass die neue Bundesregierung kein Digital-Ministerium einrichtet. "Vielen ist immer noch nicht klar, wie groß der Wandel sein wird, der uns bevorsteht", sagt er im Gespräch mit Chefredakteur Sebastian Matthes und Tech-Experte Christof Kerkmann. Das gelte für Geschäftsmodelle genauso wie für die Verwaltung. Er kritisiert, dass in der Pandemie jedes Bundesland eine eigene Lernplattform eingerichtet habe, was "in den meisten Fällen" schief gelaufen sei. "In Ländern wie den USA digitalisieren wir für die Ministerien bereits die unterschiedlichsten Services. Das würden wir gerne auch hier angehen", bietet Klein an.

Dennoch erkennt der Manager an, dass sich die Digitalisierung "wie ein roter Faden" durch den Koalitionsvertrag zieht. Er lobt den Digital-Check für Gesetze und die Pläne zur Einführung eines zusätzlichen Digitalbudgets und die Bündelung der Kompetenzen in einem Ministerium.

Klein nimmt auch Stellung zu Berichten von "Spiegel" und ARD, die in der Konzern-Geschichte Datenklau und Urheberrechts-Verletzungen sehen. Im Fall eines Datenbank-Herstellers seien die Klagen "zu einem Großteil abgewiesen" worden. Aus Compliance-Verstößen habe der Konzern Konsequenten gezogen, etwa bei Bonusplänen. Klein wolle in dem Bereich "Vorreiter" sein.
handelsblatt.com (Paid)

Hör-Tipp: Philipp Westermeyer erklärt die Podcast-Welt.

Hör-Tipp: OMR-Gründer Philipp Westermeyer erklärt im Gespräch mit Sebastian Matthes die Podcast-Welt. Podcasts müssen das Potential haben, eigene Communitys aufzubauen – "wenn nicht, würde ich gar nicht erst anfangen". Westermeyer glaubt, dass er in entspannter Atmosphäre mehr aus seinen Gästen herausbekommt, als wenn er auf Konfrontationskurs geht.
podigee.io, (61-Min-Audio), handelsblatt.com

Zahl des Tages: Dax-Konzerne suchen Tausende Fachkräfte.

Zahl des Tages: Rund 20.000 Stellen sind bei den 40 Dax-Unternehmen in Deutschland gerade unbesetzt, sagt eine Auswertung der Jobbörse Indeed für das "Handelsblatt". "Der Markt ist fast leer gefegt, nicht nur bei Top-Führungskräften", sagt Headhunterin Sabine Hansen. Den größten Bedarf an Arbeitskräften hat demnach aktuell die Deutsche Post.
handelsblatt.com (Paid)

Leistungsschutzrecht: Google schließt Verträge mit “Zeit”, “Spiegel” und Co.

Leistungsschutz-Lizenz: Google schließt mit dem "Spiegel", der "Zeit", dem "Handelsblatt", dem "Tagesspiegel" sowie mit den Online-Portalen T-Online, Golem und Netzwelt Lizenz-Verträge ab, die auf dem im Juni eingeführten Leistungsschutzrecht basieren. Für "erweiterte Vorschauen von Nachrichten" bekommen die Medienhäuser künftig Vergütungen. Für Snippets gibt es kein Geld, die kurzen Text-Auszüge fallen auch nicht unter das neue Leistungsschutzrecht. Über die Höhe der Zahlungen schweigen sich die Unternehmen aus. Weitere Gespräche mit "großen und kleineren Verlagen" seien laut Google in einem "fortgeschrittenen Stadium". Man sei zuversichtlich, eine "gesetzeskonforme und für alle funktionierende Lösung" zu finden.

Auch mit den Verwertungsgesellschaften sei Google weiterhin im Gespräch. Corint Media hatte von Google zuletzt eine Lizenzgebühr für Nutzung von Überschriften, Artikelausschnitten und Vorschau-Bildern gefordert. Für das Jahr 2022 seien dafür rund 420 Mio Euro fällig. Der Suchmaschinen-Riese wies die Forderungen als "haltlos" zurück.
blog.google, meedia.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Der neue “Handelsblatt”-Podcast “Rethink Work”.

Hör-Tipp: Kirsten Ludowig und Charlotte Haunhorst aus der "Handelsblatt"-Chefredaktion widmen sich im neuen Podcast "Rethink Work" der neuen Arbeitswelt und "was sie mit uns allen macht". In der ersten Folge spricht der Dirigent Raphael von Hoensbroech über Weisheiten, die Unternehmen von einem Orchester lernen können. Beispielsweise entscheide es "innerhalb von fünf Minuten, ob es mit oder gegen den Dirigenten spielt“, ebenso wie die Angestellten einer Firma.
player.fm (33-Min-Audio)

Termin des Tages: Der Autogipfel des “Handelsblatts” startet.

termine2-logoTermin des Tages: Unter dem Banner des "Handelsblatts" trifft sich in den kommenden drei Tagen das Who-is-Who der Mobility-Branche zum Autogipfel. Die Wirtschaftszeitung erwartet u.a. BMW-Boss Oliver Zipse, VW-Chef Herbert Diess und Porsche-Mann Oliver Blume. Der kostenpflichtige Digital-Kongress startet heute mit dem Fokustag "Innovation und Technik".
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Termin des Tages: Giga-Gipfel von “Handelsblatt” und Vodafone diskutiert Zukunft der digitalen Welt.

termine2-logoTermin des Tages: "Handelsblatt", "Tagesspiegel" und Vodafone laden heute Vormittag zum Giga-Gipfel. 50 digitale Vordenkerinnen, darunter Miriam Meckel und Hannes Ametsreiter, diskutieren über Gesundheit, Städte und Bildung der Zukunft. Der Livestream ist nach Anmeldung kostenlos und im Anschluss auch als Aufzeichnung abrufbar.
Die wichtigsten Termine der Branche: turi2.de/termine

Wir graturilieren: Andrea Wasmuth wird 50.


Wir graturilieren: Andrea Wasmuth, Geschäftsführerin der Handelsblatt Media Group, macht die 50 voll. Eigentlich nimmt sich Wasmuth gerne an ihren Geburtstagen frei – etwa um mit ihrem Mann zum Boxen zu gehen. Ihren runden Ehrentag wird sie allerdings auf dem Giga Gipfel verbringen, auf dem das "Handelsblatt" gemeinsam mit Vodafone 50 "digitale Vordenker und Vordenkerinnen" versammelt.

Beeindruckt haben Wasmuth im vergangenen Jahr die Kolleginnen und Kollegen aus dem Event-Bereich, die das Business "quasi über Nacht komplett umgestellt und neu erfunden" haben. Zu den kniffligsten Aufgaben zählte 2020 die interne Reorganisation, die aber trotz des "sehr eingeschränkten persönlichen Kontaktes" und der "fehlenden Nähe zu den Mitarbeitenden" gelungen sei. Beruflich freut sie sich im kommenden Jahr schon jetzt auf ein "ganz neues innovatives Format rund um die Veränderung der Arbeitswelt". Privat hofft sie, dass ihr Highlight der Aufstieg des FC St. Pauli in die erste Bundesliga sein wird. Glückwünsche sind über alle Wege gerne gesehen, z.B. via E-Mail oder Linked-in.

Termin-Tipp: Handelsblatt-Gruppe veranstaltet Vielfalts-Gipfel.

Termin-Tipp: Die Handelsblatt-Gruppe lädt zum zweiten Mal zu ihrem Vielfalts-Gipfel The Shift Summit. Am 7. Oktober ab 11:00 Uhr sind auf parallel bis zu drei Stages digital Gäste wie Facebook-Europa­chefin Angelika Gifford oder Schalke-04-Lizenzleiter Gerald Asamoah zugeschaltet. Themen sind u.a. "Diversity als Innovations­booster" oder "Inklupreneurship – von Anfang an inklusiv gedacht".
anmeldung.me

Wir graturilieren: Dieter von Holtzbrinck wird 80.


Wir graturilieren: Verleger Dieter von Holtzbrinck feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der Mann hinter "Zeit", "Handelsblatt" und "Tagesspiegel" ist in der Öffentlichkeit eine Art Phantom, Auftritte und Interviews sind rar. "Er repräsentiert einen Verleger- und Unternehmertyp, der im Stillen agiert. Das Schrille, das Laute ist nicht sein Ding", schreibt die dpa in ihrem Porträt zum rundem Geburtstag. "Zeit"-Geschäfts­führer Rainer Esser attestiert von Holtzbrinck "einen ungeheuren Mut für unternehmerische Entscheidungen". Sebastian Turner, einer seiner Ziehsöhne, betont in der turi2 edition #12 von Holtzbrincks "konsequentes Bekenntnis zur Qualität".

Volkmar Mair, Verleger beim Reiseführer-Verlag MairDumont, schreibt im "Handelsblatt": "Dieter von Holtzbrinck ist absolut seefest, was selten ist." Er schätzt die Gelassenheit seines Segelfreundes, dessen Hilfsbereitschaft und seinen "auch versteckten Humor, manchmal freundlichen Spott".

In einem seiner seltenen Interviews sagt Dieter von Holtzbrinck 2016 in der "Zeit": "Meine Geschwister und ich sind Verleger geworden, weil wir große Freude an der intellektuellen Herausforderung haben, die das Publizieren von Qualitäts­zeitungen und anspruchsvollen Buch­programmen mit sich bringt." Er habe "natürlich eine Meinung", selbst zur Feder greife er aber nicht: "Das kann schnell fehl­interpretiert werden als Eingriff des Verlegers. Da würde es heißen: 'Aha, der spielt jetzt Ober-Chefredakteur'."
horizont.net (dpa-Porträt), turi2.de (Beitrag Turner), "Handelsblatt" S. 44/45 (Paid), zeit.de (Interview von 2016, Paid)

Greenpeace und Deutsche Umwelthilfe verklagen Autokonzerne.

Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe verklagen deutsche Autokonzerne. Dem "Spiegel" zufolge richtet sich die Klage gegen VW, BMW, Mercedes-Benz und den Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea und fordert, ab dem 31. Oktober 2030 keine Verbrennungsmotor und keinen Sprit mehr zu verkaufen. Grundlage ist offenbar das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom April, wonach der Gesetzgeber beim Klimaschutz nachbessern muss. Die NGOs wollen sich am Freitag äußern. Die Autohersteller teilen mit, man sei bereits auf dem Weg zur Klimaneutralität und sehe der Klage daher gelassen entgegen.
handelsblatt.com (Paid), spiegel.de (Paid)

Klick-Tipp: “Handelsblatt” porträtiert Wirtschaftsgrößen mit Video-Interviews.

Klick-Tipp: Das "Handelsblatt" porträtiert anlässlich seines 75. Jubiläums mit dem Fotografen Jim Rakete zehn deutsche Wirtschafts­größen. In Video-Interviews – alle auf demselben Stuhl geführt – sprechen u.a. Bahn-Vorständin Sigrid Nikutta (Foto), Adidas-Chef Kasper Rorsted, Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter und Multi-Aufsichtsrätin Simone Menne über persönliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen.
media.handelsblatt.com

Debatte: “Handelsblatt” und “FAZ” kassieren mit China-Propaganda ab.

Staats-Werbung: Noch immer machen deutsche Medien das Propaganda-Spiel der chinesischen Regierung mit und verdienen damit Geld, schreibt Hinnerk Feldwisch-Drentrup bei Übermedien. So sind jüngst etwa im "Handelsblatt" und in der "FAZ" ganzseitige Anzeigen der staatlichen Propaganda-Zeitung China Daily erschienen. Dort ist u.a. von dem Aufbau einer "Schicksalsgemeinschaft der Menschheit" die Rede. Die Menschenrechtsorganisation International Campaign for Tibet sieht darin einen "Ausverkauf journalistischer Glaubwürdigkeit". Durch die politischen Anzeigen entstehe der Eindruck, journalistische Grundwerte seien käuflich.
uebermedien.de (Paid)

Sven Prange wird Nachrichtenchef beim “Handelsblatt”.

Handelsblatt verpflichtet Sven Prange (Foto) als CvD und Nachrichtenchef. Er war zuletzt selbst­ständiger Autor und journalistischer Entwickler, kennt den Verlag aus der Vergangenheit aber als "Handelsblatt"-Chefreporter, Mitglied der "Wiwo"-Chefredaktion und ada-Redaktionsleiter. Neu an Bord ist u.a. auch Tobias Böhnke, der von Ströers Watson.de kommt, und Traffic & Channel Strategist wird.
handelsblattgroup.com

Handelsblatt Media Group startet Think-Tank zu digitalem Wandel.

Handelsblatt Media Group gibt im September den Startschuss für ihren "Transformation Circle". In mehreren Konferenzen sollen Unternehmen über Digitalisierung und Veränderungen der Arbeitswelt diskutieren und Lösungen finden. Partner der Aktion sind das IT- und Beratungsunternehmen Capgemini, das Unternehmen für Kunden- und Mitarbeitererlebnismanagement Medallia und Cloud-Sicherheitsunternehmen Zscaler.
handelsblatt.com

“Handelsblatt” deckt Schwachstelle bei digitalen Impfnachweisen auf.

Zertifikats-Hack: Zwei IT-Sicherheitsspezialisten decken für das "Handelsblatt" eine Sicherheitslücke bei den digitalen Impf-Zertifikaten auf. Binnen 48 Stunden hätten diese unberechtigten Zugang zum Impfnachweis-Portal der Apotheken gehabt – und konnten sich so als Apothekenbetreiber ausgeben und falsche Dokumente für Ungeimpfte ausstellen. Der zuständige Deutsche Apothekerverband hat die Ausstellung von Zertifikaten vorläufig gestoppt.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Jens Küsters wird Leiter Digital-Entwicklung und Technologie bei der Handelsblatt Media Group.

Handelsblatt Media Group holt den Digitalstrategen Jens Küsters als Director Digital Development & Technology an Bord. Der Wirtschaftsinformatiker kommt von DuMont.next, wo er für die Neuentwicklung der digitalen Angebote von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express" zuständig war. Zuvor arbeitete Küsters für Trivago und den technischen Dienstleister der "Rheinischen Post". Bei der Mediengruppe des "Handelsblatts" soll er sich um die technische Weiterentwicklung der digitalen Plattformen kümmern.
handelsblattgroup.com

Zitat: Lionel Barber, Ex-Chef der “Financial Times”, kritisiert das “Handelsblatt”.

"Was mich wirklich enttäuscht hat, aber war die Reaktion in der deutschen Presse, vor allem die vom 'Handelsblatt'. Was die damals geschrieben haben, war unverschämt."

Lionel Barber, Ex-Chef der "Financial Times", rüffelt im Interview mit dem "Wirtschaftsjournalist" das "Handelsblatt" für seine Wirecard-Berichterstattung. Niemand habe ihn kontaktiert, obwohl er bereit gewesen wäre, Material zu teilen. Stattdessen sei das "Handelsblatt" auf ein mutmaßlich von Wirecard arrangiertes Gespräch hereingefallen.
wirtschaftsjournalist-online.de (Paid), kress.de

Charlotte Haunhorst wird Digital-Chefin beim “Handelsblatt”.

Handelsblatt macht Charlotte Haunhorst zur Digital-Chefin und zum Mitglied der Chefredaktion. "Spätestens ab dem vierten Quartal" verantwortet sie die inhaltliche und strategische Weiterentwicklung sämtlicher Kanäle, teilt das "Handelsblatt" mit. Zusätzlich soll Haunhorst die redaktionelle Produktentwicklung mit Fokus auf die Subscriber-First-Strategie des "Handelsblatts" vorantreiben. Sie war bis Februar 2021 Leiterin des Jugendportals jetzt.de.
handelsblattgroup.com, kress.de, turi2.de (Background)

Stefan und Anja Knieß gründen Agentur für Nachhaltigkeitsberatung.

Familiensache: Stefan Knieß (Foto), Ex-Geschäfts­führer der Handelsblatt Media Group, und seine Schwester, die Kommunikationswissenschaftlerin Anja Knieß, gründen eine Agentur für interne Nachhaltig­keitsaktivierung. Unter dem Namen Green from within bieten sie Programme für Unternehmen an, die sich besonders ökologisch nachhaltig positionieren wollen. Sie wollen Führungskräfte wie Mitarbeiterinnen dazu befähigen, diese Entwicklung mitzugestalten.
pr-journal.de, meedia.de

Reisebüroverband kritisiert Baerbock wegen Plänen zu Verbot von Kurzstreckenflügen.

Abseits der Strecke: Die Vorsitzende des Verbandes unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) Marija Linnhoff nennt die Denkweise von Annalena Baerbock zum geplanten Verbot von Kurzstreckenflügen "extrem kurzsichtig", schreibt das "Handelsblatt". Deutschland alleine werde die Welt "so nicht retten können", sagt Linnhoff. Sie prophezeit, dass Geschäfte im Falle eines Verbotes u.a. in die Emirate abwandern und deutsche Airlines das Nachsehen hätten.
per Mail

Hör-Tipp: Angela Merkel zieht im Gespräch mit Sebastian Matthes Digital-Bilanz.

Hör-Tipp: "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes diskutiert beim Digitalgipfel der Bundesregierung mit Angela Merkel, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Bitkom-Chef Achim Berg über den Stand der Digitalisierung in Deutschland. Die Kanzlerin sieht den Anfang geschafft, dennoch bleibe viel zu tun. Merkel warnt davor, dass Deutschland "zu einer Art verlängerter Werkbank" von Digitalunternehmen wird. Altmaier fragt sich, warum es in Deutschland noch so viele Faxgeräte gibt.
podigee.io (37-Min-Podcast)

Das “Handelsblatt” gründet einen Herausgeberbeirat.

Presse-Pentagon: Das "Handelsblatt" stellt einen fünfköpfigen Herausgeberbeirat auf, der die Chefredaktion der Zeitung um Sebastian Matthes bei "neuen technologischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen" beraten soll. Als Vorsitzender und Vize wirken bekannte "Handelsblatt"-Köpfe wie der frühere Wirtschaftsweise Bert Rürup, seines Zeichens bereits Präsident des Handelsblatt Research Institutes, und Morning-Briefing-Autor Hans-Jürgen Jakobs. Als Externe ziehen Journalistin und Silicon-Valley-Koryphäe Katharina Borchert, die Bio-Informatikerin Katharina Anna Zweig sowie der Publizist Josef Joffe in das Gremium ein.

Der Beirat startet seine Arbeit als "Sensorium" ab sofort, hinter dem Gremium steht Verleger Dieter von Holtzbrinck, der die Mitglieder beruft. "Ich freue mich sehr, dass wir für die Aufgabe so prominente Persönlichkeiten gewinnen konnten", sagt Chefredakteur Matthes.
handelsblatt.com

Markus Fasse und Jürgen Flauger werden Doppelspitze beim Unternehmensressort vom “Handelsblatt”.

Handelsblatt gibt seinem Ressort "Unternehmen und Märkte" mit Markus Fasse (Foto) und Jürgen Flauger zum ersten Mal eine Doppelspitze. Beide folgen auf Kirsten Ludowig, die im März als erste Frau in die Chefredaktion aufgestiegen ist. Fasse und Flauger sind beide seit über 20 Jahren beim "Handelsblatt" tätig, zuletzt als stellvertretende Ressortleiter.
per Mail, turi2.de (Background)

“Wir sind schon lange keine Gatekeeper mehr” – so lief das Chefgespräch mit Sebastian Matthes.


Abo first: "Die Basis, auf der wir in Zukunft alles aufbauen, werden die Abonnenten sein", sagt Sebastian Matthes im turi2 Clubraum. Im Chefgespräch mit Peter Turi erklärt der "Handelsblatt"-Chefredakteur, dass er und seine Redaktion die Wünsche der Abonnentinnen in den Mittelpunkt stellen. Die Abo-Erlöse seien der Einnahme-Zweig, der am stärksten wachse. Darauf, dass sich die Rolle der Journalistinnen in Zeiten, in denen CEOs via Twitter und Linked-in selbst kommunizieren, hat Matthes sich eingestellt: Er setzt auf exklusive Recherchen, tiefe Analysen und Interviews zu kritischen Themen, die Wirtschafts-Bosse in ihren eigenen Posts lieber umschiffen. Weitere Themen des Gesprächs sind die Rolle der gedruckten Zeitung, die Führungs- und Feedback-Kultur beim "Handelsblatt" und die schlechte Frauen-Quote im Wirtschaftsjournalismus. Aus dem Publikum haben u.a. die frühere Digital-Managerin Katharina Borchert, die "Spiegel"-Journalistin Melanie Ahlemeier und der ARD-Aktuell-Chefredakteur Helge Fuhst mitdiskutiert.

120.000 Abonnentinnen zählt die 75 Jahre alte Wirtschaftszeitung aktuell, berichtet Matthes, knapp 90.000 davon lesen das "Handelsblatt" digital. Das gedruckte Blatt werde dennoch stark nachgefragt und sei hochprofitabel. So lange das so ist, werde es die Zeitung auch gedruckt geben. Ob die Zeitung zum 100. Geburtstag noch gedruckt erscheint, mag Matthes nicht prognostizieren, "in zehn Jahren wird es aber noch eine gedruckte Zeitung geben". Das "Handelsblatt" setzt seit 18 Monaten auf eine Mobile-First-Strategie. Andere Zeitungen, die einen ähnlichen Wandel durchlaufen haben, konnten in der Folge auch ihre gedruckten Auflagen stabilisieren, erklärt der Chefredakteur.

In der Fragerunde mit der turi2-Community geht es u.a. um die Führungs- und Feedback-Kultur beim "Handelsblatt": "Die Zeiten, in denen eine kleine Gruppe so einen Laden durch die Welt gepeitscht hat, sind vorbei", sagt Matthes. In der Redaktion der Zukunft komme es auf jeden an. Da aktuell 85 % der Redaktion im Home Office arbeite, ist ein Kulturwandel schwierig, sagt Matthes. Er beruft Feedback- und Gesprächsrunden ein, in der ganz offen über die Transformation gesprochen werde und in denen er sich auch kritisieren lasse. Angesprochen auf die schlechte Frauenquote beim "Handelsblatt" gibt Matthes zu, dass es die Wirtschaftsmedien insgesamt versäumt haben, hochqualifizierte Frauen zu fördern. Das "Handelsblatt" arbeite an dem Problem – es lasse sich aber nicht über Nacht lösen.
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Text: Markus Trantow

Ist Social Media für Führungskräfte in der Wirtschaft nur Zeitverschwendung, Sebastian Matthes?


Sozial-mediales Management: “Ja, Social Media ist mitunter Zeitverschwendung”, gibt Sebastian Matthes in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 unumwunden zu. Trotzdem glaubt der Chefredakteur des “Handelsblatts”, “eine Abstinenz kann sich keine Führungskraft mehr leisten”. Nirgendwo erreichten Firmenchefinnen Mitarbeiterinnen und Kundschaft besser und direkter als bei Twitter, Linked-in und Co, schreibt Matthes. Die turi2 edition #14 mit allen Gast­beiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Hier können Sie das kostenlose E-Paper vorbestellen. Weiterlesen …

“Handelsblatt”: Dax-Konzerne wollen auch nach Corona weniger Dienstreisen.


Bildschirm statt Boarding: Der Chemiekonzern Bayer plant dauerhaft mit 50 % weniger Dienstreisen gegenüber der Zeit vor der Pandemie und will dadurch 200 Mio Euro jährlich einsparen, erklärt der Konzern in einer Umfrage des “Handelsblatts” und des VDR. Die Deutsche Wohnen spricht von mindestens 30 % weniger Reisen. Allianz und Siemens geben ebenfalls an, weiter stark auf Videoanrufe als Alternativen zum Treffen zu setzen. Der Energieversorger RWE sagt, es werde "immer die Notwendigkeit zum persönlichen Austausch geben, der Reisetätigkeit erfordert". Laut VDR rechnen mehr als 60 % der befragten Unternehmen, auch außerhalb des Dax, mit einem Rückgang der Dienstreisen nach der Pandemie um bis zu ein Drittel.

Während Unternehmen 2019 noch 55,3 Mrd Euro für Geschäftsreisen ausgegeben haben, waren es 2020 nur noch 5,5 Mrd. Die Zahl der Dienstreisen deutscher Firmen ist von 2019 mit rund 195 Mio gegenüber 2020 mit nur noch 19,5 Mio auf ein Zehntel geschrumpft. Diese Zahlen und die Aussichten machen insbesondere der Luftfahrtbranche zu schaffen, für die Job-Vielfliegerinnen lange ein einträgliches Geschäft waren. Dasselbe gilt für Hotelketten.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)