“Spiegel”: Steingart forderte happige Investitionen, kritisierte Grabner, erzürnte DvH.

Gabor Steingart hat Dieter von Holtzbrinck am Montag vor seinem überraschenden Abgang um Investitionen in "mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" in die Handelsblatt-Gruppe gebeten, berichtet der "Spiegel". DvH habe sich schockiert gezeigt, der Streit sei Ursache für Steingarts Abgang, so der "Spiegel". Gabor Steingart habe vorgeschlagen, die Fachzeitschriften der Handelsblatt-Gruppe zu verkaufen, um die Hauptmarke zu stärken. Außerdem habe er den Aufsichtsrat und Holzbrinck-Consigliere Michael Grabner als "zu gestrig und zu wenig digital" kritisiert.
"Spiegel" 8/2018, S. 76 (Paid)

Pimpl: Handelsblatt-Gruppe steht “wirtschaftlich sehr gut da”, schreibt die Geschäftsführung.

Handelsblatt Media Group erfreut sich wirtschaftlich bester Gesundheit, betonen die Geschäftsführer Frank Dopheide, Ingo Rieper und Gerrit Schumann in einer internen E-Mail, aus der Roland Pimpl berichtet. Berichte über eine schwierige Lage seien "schlichtweg falsch". Umsatz und Ergebnis seien 2017 "kraftvoll gewachsen".

Schlechte Zahlen, resümiert Pimpl, seien als "vermeintlicher Grund" für die Steingart-Absetzung also nicht zu gebrauchen. Besonders loben die drei Chefs die "positive Entwicklung" der Geschäftsbereiche IQ Digital, Handelsblatt Research, des Event-Geschäfts, der 360-Grad-Vermarktung und der beiden Wirtschaftsclubs von "Handelsblatt" und "Wiwo". Konkrete Zahlen seien in der E-Mail nicht enthalten, schreibt Pimpl.
horizont.net

Dieter von Holtzbrinck: Steingart wollte 2020 sowieso aussteigen.

Dieter von Holtzbrinck 2013-150Rechtfertigung: Dieter von Holtzbrinck war bei der Mitarbeiterversammlung am Freitag laut kress-Mann Bülend Ürük "teilweise hörbar überfordert" und hat seinen Mitarbeitern eine seltsame Interpretation zum Abgang von Gabor Steingart geliefert. Steingart habe sich, so Dieter von Holtzbrinck, Ende 2020 sowieso aus seiner aktiven Rolle beim Handelsblatt zurückziehen wollen, "um weniger stressig zu arbeiten". Über die wahren Gründe für die Ablösung des Verlagschefs ließ Dieter von Holtzbrinck seine Mitarbeiter im Dunkeln: "Das sind Interna, das werden Sie verstehen."
kress.de

Renner: Meedia, Global Edition und Tichy kosten Steingart den Job.


Gründe für den Gang des Gabors: Der üblicherweise gut informierte Kai-Hinrich Renner legt den Kopf auf die Schiene der Handelsblatt Media Group und spekuliert über die Gemengelage, die Verleger Dieter von Holtzbrinck bewogen hat, seinen Junior-Verleger Gabor Steingart zu defenestrieren. Zum ersten habe der von Steingart erworbene Mediendienst Meedia die "erhofften Synergien" mit dem Marketingtitel "Absatzwirtschaft" nicht gehoben.

Die englischsprachige Global Edition, als rheinische Mischung aus "Economist" und "Business-Insider" projektiert, sei ein "Fass ohne Boden". Auch Steingarts Personalentscheidungen hätten immer wieder zu einem gewissen Kopfschütteln geführt. Bei der "Wirtschaftswoche" hatte Steingart 2014 den zumindest ökonomisch erfolgreichen Roland Tichy abgelöst, Nachfolgerin Miriam Meckel habe keine besseren Zahlen geliefert.
abendblatt.de

Kommentar von Peter Turi: Hinter Gabor Steingart tut sich ein Abgrund auf.

Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group, Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem. Ein Kommentar von turi2-Gründer Peter Turi. (Foto: Michael Englert für turi2.de/edition2)

Was wird aus dem Handelsblatt ohne Gabor Steingart? Die beste Idee, sagte Gabor Steingart mir vor nicht mal einem Jahr, die er selbst nie gehabt habe, sei die Idee seines Verlegers Dieter von Holtzbrinck, gewesen, ihn auf die Verlagsseite des "Handelsblatts" zu holen. Heute steht fest: Dieter von Holtzbrinck hat diese Idee jetzt bereut und die Notbremse gezogen. Und steht beim "Handelsblatt" vor einem Scherbenhaufen.

Warum nur ist es zu dieser Trennung gekommen? Die Verbindung schien so gut zu passen: Hier der zurückhaltende, liberale Verleger, der seine Journalisten machen lässt, dort der unternehmungslustige Journalist, der sichtbar Spaß am Verlegen gefunden hat. Als ausgeschlossen darf dabei gelten, dass allein der Ärger Dieter von Holtzbrincks über einen scharfen Kommentar von Steingart gegen SPD-Minus-Mann Martin Schulz die plötzliche Trennung bewirkt hat. DvH gilt als liberal und besonnen.

Die Ursachen dürften tiefer liegen, womöglich in der Persönlichkeit von Steingart. Der ist unfassbar schnell im Denken, Sprechen, Schreiben und Handeln, dazu bis zum Anschlag selbstbewusst. Womöglich hat er die Rolle als Junior-Verleger anders, also weiter und freier definiert, als es dem Senior-Verleger recht war.

Insider, die nicht als Freunde von Steingart gelten, sehen noch einen anderen Grund: "Die Zahlen sind's." Das Erschrecken über die Geschäftszahlen für 2017 sei groß gewesen in der DvH-Holding in Stuttgart. Das Feuerwerk an Konferenzen, Preisen und Events habe das Erodieren des Stammgeschäfts im Vertriebs- und Anzeigenmarkt nicht mehr übertönen können. Steingarts geringes Interesse an der wirtschaftlichen Seite des Verlagsgeschäfts habe die Stuttgarter genervt.

So oder so: Hinter Gabor Steingart tut sich in Düsseldorf ein Abgrund auf - ein Nachfolger ist weit und breit nicht in Sicht. So wenig wie ein neues Konzept. Steingart hat die publizistische Linie und das Führungspersonal ganz auf sich und sein Konzept Live-Journalismus ausgerichtet. Es ist die Frage, was und wer bleibt von der Ära Steingart.

Background-Infos von turi2 zu Gabor Steingart:

Gabor Steingart spricht im September 2016 im 7-Seiten-Interview mit der turi2.de/edition4 über Innovation und darüber, wie er das "Handelsblatt" umgebaut hat. Der Artikel ist vollständig und kostenlos lesbar im E-Paper auf turi2.de/epaper/4, dazu unten bei Gehe zu Seite 44 eingeben.


Gabor Steingart führt turi2.tv durch die neue Firmenzentrale in Düsseldorf-Pempelfort



Gabor Steingart im 40-Minuten-Gespräch mit Peter Turi für turi2.tv zum Thema "Innovation".

“Tagesspiegel” will eine Paywall einführen.

Tagesspiegel will 2018 Paid Content einführen. Der Verlag plant noch sein neues Konzept, Details sind unbekannt. Geschäftsführer Florian Kranefuß sieht die Steigerung der E-Paper-Auflage als Beleg für die Zahlungsbereitschaft der Leser. Bislang setzte das Berliner Blatt darauf, online mit seinen überregionalen Inhalten vor allem Leser außerhalb Berlins zu erreichen.
tagesspiegel.de, turi2 - eigene Infos

“Süddeutsche Zeitung” führt erstes Interview mit Stefan von Holtzbrinck seit zehn Jahren.


Feuer und Flamme: Der Erfolg von "Fire and Fury", Trump-Enthüllungsbuch von Michael Wolff, rückt auch den sonst medial eher zurückhaltenden Verleger Stefan von Holtzbrinck ins Rampenlicht – mit Caspar Busse spricht er in seinem ersten Interview seit mehr als zehn Jahren über das Erfolgsbuch und seine Einstellung zum gedruckten Buch. "Das Buch wird die Vorauszahlungen sicherlich mehr als einspielen", sagt von Holtzbrinck schmunzelnd über "Fire and Fury", dessen Vorschuss er persönlich abgesegnet hat, weil dieser "ein bestimmtes Limit" überzog.

Holtzbrinck, der Verfechter des gedruckten Buchs ist, möchte dennoch "die Lesekultur in jedem Format" stärken. Er warnt im Hinblick auf den wachsenden Markt mit Spracherkennungssystemen davor, "in eine Vor-Gutenberg-Ära ohne Schrift" zu verfallen. (Foto: Picture Alliance)
"Süddeutsche Zeitung" S. 18, blendle.com (Paid)

Busse: Das Enthüllungsbuch “Fire and Fury” wird Stefan von Holtzbrinck einen deutlichen Gewinn bescheren.

Fire and Fury, Trump-Enthüllungsbuch von Michael Wolff, belohnt die Geduld von Stefan von Holtzbrinck, der seit Jahren auf das Buchgeschäft setzt, analysiert Caspar Busse. In den USA erscheint das Buch im Verlag Henry Holt, in Deutschland bei Rowohlt – beide Verlage gehören zur Holtzbrinck-Familie.
"Süddeutsche Zeitung", S. 15, blendle.com (Paid)

Wissenschaftsverlage lizenzieren zu restriktiv, kritisiert Leonhard Dobusch.

Wissenschaftsverlage unterscheiden sich in ihren Open-Access-Angeboten sehr, beobachtet Leonhard Dobusch: Springer Nature verhalte sich mit der Lizenz Creative Commons Namensnennung vorbildlich. Elsevier hingegen lässt Autoren bei freigekauften Artikeln die Wahl zwischen CC BY und der restriktiven Lizenz CC BY-NC-ND. Sage versuche gar, seine Autoren in Richtung restriktive Lizenz zu drängeln und empfiehlt die NC-Variante. Längere, über ein Zitat hinausgehende Studien-Ausschnitte dürfen dabei nicht bei Wikipedia, Wikibooks und Co verwendet werden. Auch die Sharing-Policies unterscheiden sich stark, Springer Nature sei dort ebenfalls am offensten.
netzpolitik.org

Reuters: Springer Nature will an die Börse, Stefan von Holtzbrinck gibt Mehrheit ab.

Finanzen für die Forscher: Springer Nature strebt im kommenden Jahr an die Börse, berichtet Reuters. Der Berliner Wissenschaftsverlag peile einen Börsenwert von 5 Mrd Euro an, 25 % am Unternehmen sollen nach dem Börsengang im Streubesitz sein. Verleger Stefan von Holtzbrinck hält derzeit 53 % der Anteile, er wird beim Börsengang wohl seine Mehrheit abgeben.

Springer Nature entstand 2015 aus einer Fusion von Springer Science und der Holtzbrinck-Tochter Macmillan Science & Education. Zu dem internationalen Medienunternehmen gehören wissenschaftliche Zeitschriften, Buchreihen und akademische Plattformen. Das Unternehmen, Holtzbrinck und die beteiligten Banken äußern sich nicht zu den Börsen-Plänen. (Foto: Picture Alliance / Montage: turi2)
handelsblatt.com

“Zeit” übernimmt den Spotlight Verlag.

Zeit übernimmt den in Planegg bei München ansässigen Spotlight Verlag. Der auf Sprachmedien spezialisierte Verlag gibt unter anderem die Magazine "Spotlight", "Ecos" "Deutsch Perfekt" und "Adesso" heraus und betreibt mehrere Online-Portale wie Sprachtest.de. Der Jahresumsatz lag 2016 bei 15,4 Mio Euro. Der Verlag gehörte bislang wie der Zeitverlag direkt zur Verlagsgruppe Holtzbrinck und hat 70 Mitarbeiter.
zeit-verlagsgruppe.de

Christian Meier und Stefan Winterbauer podcasten über “Die Medienwoche”.


Plauschangriff: WeltN24 und Meedia testen den gemeinsamen Podcast "Die Medienwoche". Immer freitags reden sich "Welt"-Medienmann Christian Meier und Meedia-Chefredaktionsmitglied Stefan Winterbauer durch die vergangenen Tage. Die Springer-Holtzbrinck-Koproduktion läuft auf den Seiten beider Partner und ist auf Spotify und Soundcloud verfügbar. Meier war früher Teil der Meedia-Chefredaktion.

Zum Auftakt sprechen die Medienjournalisten u.a. über den Streit zwischen ARD und Mehmet Scholl und den Start der Wahlinterviews im TV. Hellster Moment in dem gut halbstündigen Talk: Winterbauer spricht anhand der Aufregung um Dunja Hayali und einen Hasskommentar, dem sie gekontert hat, über die Erregungsspirale in den Medien, der auch Meedia folgt.

Auch andere deutsche Medien sind im Podcast-Fieber – im Juni startete "Bild" den Podcast Sicherheit für die Ohren, Spiegel Online bietet den Politik-Podcast Stimmenfang, den Tech-Podcast "Netzteil" und Sascha Lobos Debatten-Podcast, Funk den Podcast Clarify und der BR veranstaltete im Frühjahr den Call for Podcast.
soundcloud.com (34-Min-Audio), spotify.com, "Welt", S. 24 (Paid)



Mitarbeit: Jens Twiehaus

Wir graturilieren: Oliver Finsterwalder wird 47.


Wir graturilieren: Oliver Finsterwalder, Chef der Dieter von Holtzbrinck Medien, wird 47. Er feiert heute entspannt mit seiner Familie unter der Sonne Andalusiens. Viele Reisen sollen in den kommenden Jahren noch folgen, wünscht sich der frühere Steuerberater Finsterwalder. Die Frage nach der besten Tat seines Lebens will er erst mit 80 beantworten.

Dieses stolze Alter erreicht heute tatsächlich ein anderer Medien-Promi: Roberto Ein-bisschen-Spaß-muss-sein Blanco feiert parallel Geburtstag. Mit Finsterwalder verbindet ihn nicht viel, bis auf den Drang Neues anzugehen. Gerade denkt der DvH-Chef über einen streng geheimen Plan nach. Ein Geheimnis macht er auch um die Glückwunsch-Abwurf-Stelle. Wer Finsterwalder gratulieren will, soll das in Gedanken tun, wünscht er sich. E-Mails erreichen ihn aber auch.

lexikon2: Gabor Steingart.

Gabor Steingart ist der große Unvollendete der deutschen Medien: Er wollte erst die Welt retten, dann den “Spiegel” und schließlich das “Handelsblatt” – drei unvollendete Missionen. Am weitesten schien der begnadeter Welterklärer und passionierte Weltverbesserer mit dem Auftrag von Verleger Dieter von Holtzbrinck, den Düsseldorfer Wirtschaftsverlag rund ums “Handelsblatt” zu modernisieren. Doch dort endet sein Weg überraschend im Februar 2018. Steingart bleibt ein Vordenker der Branche und Vorbild für viele: Er hat den Morgennewsletter “Morning Briefing” etabliert, die Sparte Live-Journalismus aufgebaut und das alte Abomodell durch den Club-Gedanken ersetzt.
Weiterlesen …

“Zeit” ernennt Beddoes, Allmendinger, Illies und Obermann zu Herausgebern.


Zeit für neue Köpfe: Die "Zeit" gibt sich ein neues Herausgeberkollektiv. "Economist"-Chefredakteurin Zanny Minton Beddoes, die Soziologin Jutta Allmendinger, Journalist und Kunsthändler Florian "Generation Golf" Illies und Ex-Telekom-Boss René Obermann bilden künftig zusammen mit Josef Joffe den publizistischen Aufsichtsrat der Wochenzeitung. Joffe war seit dem Tod von Helmut Schmidt einziger verbliebener Herausgeber. Die Redaktion habe den neuen Herausgebern mehrheitlich zugestimmt, schreibt Bülend Ürük. Zur Berufung von René Obermann habe es jedoch auch kritische Stimmen gegeben.

Dass die neuen Herausgeber auch im Tagesgeschäft ein Wörtchen mitreden, wie Helmut Schmidt es bis zu seinem Tod getan hat, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist bisher von einem beratenden Gremium die Rede. Dafür spricht auch, dass sich der Kreis der Herausgeber nur zwei Mal pro Jahr trifft. Verleger Stefan von Holtzbrinck sagt: "Wir freuen uns sehr, dass die 'Zeit' jetzt mit einem erweiterten hochkarätigen Kreis unabhängiger Ratgeber eine gute Tradition in neuer, zeitgemäßer Form fortsetzt."
kress.de, sueddeutsche.de, meedia.de

Wir graturilieren: Stephan-Andreas Casdorff wird 58.

Stephan-Andreas CasdorffWir graturilieren: Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegels", feiert heute seinen 58. Geburtstag. Im vergangenen Jahr hat sich der gebürtige Kölner über die positive Entwicklung seiner Zeitung gefreut. So könne es weitergehen. Der "Tagesspiegel" als tägliche Idee - das bringe ihn voran und halte ihn frisch. Mit seinem Co-Chefredakteur Lorenz Maroldt zeigt Casdorff seit Jahren, dass sich auch ein großes Medium zu zweit leiten lässt.

Der politische Kopf würde in seinem Leben gerne noch den Autoren Ken Robinson kennenlernen und das westliche Australien bereisen. Am wichtigsten in seinem Leben ist ihm jedoch eindeutig die Familie, mit der er heute seinen Geburtstag feiert. Gratulationen seien ihm überall willkommen, wo man ihn finde. Persönlich ist das nicht ganz leicht, denn wo der fleißige Kommentator heute feiert, verrät er nicht. "Familie ist auch ein geistiger Ort", sagt er. Eine Anzeige zum Geburtstag fände er lustig, aber auch Glückwünsche per E-Mail sind willkommen.

“Bilanz”: Holtzbrinck-Brüder beraten über kleineres Format der “Zeit”.

Die Zeit-150Zeit: Die Holtzbrinck-Brüder denken über ein kleineres Format der "Zeit" nach, berichtet "Bilanz". Auch eine neue Ressort-Struktur sei im Gespräch. Die beiden Besitzer Dieter und Stefan von Holtzbrinck sollen bei einer Redaktionskonferenz bereits eine Nullnummer für einen Relaunch der Wochenzeitung gezeigt haben. Entschieden sei jedoch noch nichts. Auch ein Nachfolger für den verstorbenen Herausgeber Helmut Schmidt werde gesucht.
"Bilanz", S.8 (Paid)

Thomas Hesse muss für Auctionata vorläufige Insolvenz anmelden.

Thomas_Hesse_150Auctionata, Online-Kunstauktionshaus mit knapp 100 Mio Dollar Risiko-Kapital und Ex-Bertelsmann Thomas Hesse an der Spitze, muss vorläufige Insolvenz anmelden, berichtet die "Wirtschaftswoche". Hesse erklärt, dass "eine nötige Finanzierung nicht ausreichend schnell sichergestellt werden konnte". Als Konsequenz will er sich vom übernommenen US-Konkurrenten Paddle8 wieder trennen und den US-Ableger Auctionata Inc. schließen. Hesse war bei Auctionata erst im September eingestiegen. Zu den Geldgebern des Auktionshauses für Kunst und Luxusartikel gehört u.a. HV Holtzbrinck Ventures.
wiwo.de

Holtzbrinck steigt aus dem Briefgeschäft aus.

Holtzbrinck-150Holtzbrinck trennt sich von seinen 50 % am Postunternehmen PIN Mail. Der zweite Eigner Postcon, Tochter der niederländischen Post, kauft sie. Postcon übernimmt zudem die Holtzbrinck-Anteile am Briefdienstverbund Mail Alliance, der in Teilen auch Madsack und der Mediengruppe Pressedruck gehört. In der Mail Alliance schließen sich 120 regionale Briefversender zusammen.
"FAZ", S. 22 (Paid), dnv-online.net

Arno Makowsky verlässt den “Tagesspiegel”.

makowsky600Tschüss Tagesspiegel: Arno Makowsky, bisheriger Vize-Chefredakteur beim "Tagesspiegel", verlässt das Haus und scheidet zum Jahresende aus der Redaktion aus. In einer Mail an die Redaktion teilt Makowsky mit, es "ziehe ihn wieder nach München", ein genaueres berufliches Ziel ist nicht bekannt. Makowsky verspricht in der Mail weiter, den Kontakt zur Redaktion zu halten und dem "Tagesspiegel" als Autor und Ansprechpartner verbunden zu bleiben. Die Chefredakteure Lorenz Maroldt und Stephan-Andreas Casdorff betonen in einer internen Mitteilung vor allem Makowskys Engagement um die Weiterentwicklung der Zeitung - er hatte unter anderem die hyperlokalen Bezirks-Newsletter vorangetrieben.

Makowsky war im Januar 2015 Stellvertreter von Maroldt und Casdorff geworden, zuvor war er bereits als Berater des "Tagesspiegel" tätig. Von 2008 bis 2014 war er Chefredakteur der Münchner "Abendzeitung".
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

VG Media: Steingart wird Aufsichtsrat, Burda verlässt die Gesellschaft.

Gabor Steingart 2011 dap Karlheinz Schindler 150VG Media: "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart wird Aufsichtsratsmitglied bei der Verwertungsgesellschaft für Leistungsschutzrechte. Er verdankt den Posten dem Einstieg der Verlagsgruppe Handelsblatt Ende September. Burda verlässt nach dem Ausstieg aus den Wahrnehmungsverträgen nun auch als Gesellschafter die VG Media, die Gesellschaft zieht Burdas 8,7 % ein.
horizont.net, turi2.de (Background)

Monica Sawhney wird oberste Kauffrau der “Zeit”, Ulrike Teschke “Tagesspiegel”-Geschäftsführerin.

monica-sawhney-ulrike-teschke-600
Holtzbrinck-Rotation: Die "Zeit" wirbt Monica Sawhney, 45 (Foto links), bei der Otto Group ab und macht sie zur kaufmännischen Leiterin. Sie kommt von Ottos Inkasso-Tochter. Sawhney übernimmt von Ulrike Teschke, 53, die in die Geschäftsführung des "Tagesspiegels" wechselt. In der erweiterten "Tagesspiegel"-Führungsebene ist Florian Kranefuß, 50, der Sprecher der Geschäftsführung.

Sawhney kommt zwar aus einer anderen Branche, ist aber nicht branchenfremd. Vor ihrem Job bei EOS arbeitete sie bei Bertelsmann, u.a. für die BertelsmannSpringer Benelux Gruppe. Teschke soll beim Berliner "Tagesspiegel" neue Angebote aufbauen – eine Spezialität des Zeitverlags, der zahlreiche Magazine, Reisen und E-Commerce-Aktivitäten im Portfolio hat.
zeit-verlagsgruppe.de (Sawhney), tagesspiegel.de (Teschke)

“Tagesspiegel” startet Magazin “Tagesspiegel Berliner”.

tagesspiegel-berliner-600-600x400
Ich bin ein Berliner: Der "Tagesspiegel" bringt am 26. November erstmals das Magazin "Tagesspiegel Berliner" heraus, ein Heft für "Berlinerinnen und Berliner in aller Welt", das das Lebensgefühl der Stadt spiegeln soll. Die 80 Seiten starke Zeitschrift liegt der Wochenend-Gesamtauflage bei, 50.000 Exemplare sollen auch an besonderen Orten der Hauptstadt verteilt werden. Die Druckauflage des Magazins beträgt 180.000 Stück.

Das Projekt ist zunächst unregelmäßig geplant, die zweite Ausgabe soll im März 2017 erscheinen. Die Inhalte werden vor allem von "Tagesspiegel"-Autoren aus dem Haus zugeliefert, verantwortlicher Redakteur der neuen Zeitschrift ist Jan Oberländer (Foto). Artdirektorin ist Suse Grützmacher.
turi2 - eigene Infos

Holtzbrinck trennt sich von MyHammer.

holtzbrinck-digital-150Holtzbrinck lässt den Hammer fallen und verkauft seine Mehrheitsbeteiligung am Portal MyHammer.de. Die Vermittlungs-Plattform für Dienste rund ums Schrauben, Schleifen und Dübeln wechselt in den Besitz der US-Firma HomeAdvisor, die global ähnliche Angebote betreibt. Holtzbrinck stellt sich bei seinen digitalen Beteiligungen neu auf ließ sich 2015 von Parship scheiden.
manager-magazin.de, turi2.de (Parship)

Wir graturilieren: Dieter von Holtzbrinck wird 75.

Dieter von Holtzbrinck
Wir graturilieren: Dieter von Holtzbrinck, Verleger von "Handelsblatt", "Zeit" und "Tagesspiegel", feiert heute seinen 75. Geburtstag und beendet einen wichtigen Lebensabschnitt. Holtzbrinck zieht sich aus der operativen Leitung von DvH Medien zurück und übergibt an seinen langjährigen Weggefährten und Vize Michael Grabner, 67.

Begonnen hatte dieser Abschnitt erst 2009. Mit der Übernahme von "Handelsblatt", "Tagesspiegel" und "Zeit" und der Gründung von DvH Medien setzte er - anders als sein jüngerer Bruder Stefan - nicht auf den schnellen Erfolg im Netz, sondern auf traditionsreiche, solide Marken und feierte ein grandioses Comeback als Verleger. Er bewies ein gutes Gespür für kluge Köpfe an der Spitze seiner Verlage, die sich unter Gabor Steingart, Rainer Esser und Sebastian Turner nicht nur solide gegen die Krise stemmen, sondern größtenteils prächtig entwickeln.

Im Juni ließ Dieter von Holtzbrinck sich mit den Worten zitieren: "Ich freue mich auf meine künftige Rolle als nicht operativer Verleger." In dieser Rolle wird er die Transformation des Erbes, für das Holtzbrincks Vater Georg 1931 den Grundstein gelegt hat, weiter begleiten.

Meinung: Bonnier und Holtzbrinck schaden Bibliotheken mit ihrem E-Book-Lizenzmodell.

Bücher Buch Bücherstapel 150Bibliothekare kritisieren Bonnier und Holtzbrinck: Die Verlagsgruppen haben sich im Frühjahr 2016 mit Bibliotheksdienstleister EKZ geeinigt, ihre E-Books für den digitalen Verleih freizugeben. Die Lizenzen sind ab sofort für Bibliotheken verfügbar, die Preise seien allerdings 2,5-mal so hoch wie die jeweiligen Endkundenpreise und die Nutzung der Lizenz auf vier Jahre oder 52 Ausleihen begrenzt. Das Modell überfordere die finanziellen Ressourcen von Bibliotheken.
buchreport.de

Zitat: Dieter von Holtzbrinck hatte an der “Wirtschaftswoche” anfangs nur wenig Freude.

Dieter von Holtzbrinck 2013-150"Nur vordergründig sind Zeitungsmachen und Magazinverlegen fast das Gleiche."

Verleger Dieter von Holtzbrinck gibt im Editorial der Jubiläumsausgabe der "Wirtschaftswoche" zu, anfangs mehr Sorgen um das Magazin gehabt zu haben als Freude daran. Zuvor hatte er seinen Vater gedrängt, das Blatt von Gerd Bucerius zu übernehmen.
"Wirtschaftswoche", Ausgabe zum 90. Jubiläum, S. 12, blende.com (Paid)

Lese-Tipp: Döpfner und Steingart reden über ihr Geld.

Lese-Tipp turi2Lese-Tipp: Mathias Döpfner verrät im Gespräch mit Gabor Steingart, dass er kein reicher, sondern ein hoch verschuldeter Mann sei. Den Kauf von 3 % Springer-Anteilen finanzierte der Vorstandschef über Kredit. Sein Vermögen auf 150 Mio Euro zu taxieren, sei ein Fehler des hauseigenen Blatts "Bilanz". Die Journalisten vergaßen, die aufgenommenen Kredite gegenzurechnen. Gesprächspartner Steingart gehören 5 % an der Verlagsgruppe Handelsblatt, die ihm Dieter von Holtzbrinck übertragen hat.
"Handelsblatt", S. 20-25 (Paid), turi2.de (Background)

DuMont-Vorstand Bauer sorgt sich um “Berliner Zeitung”.

berliner-zeitung-christoph-bauer-600

High Noon in der Hauptstadt: DuMont blickt mit Schaudern von Köln gen Osten, lässt Vorstand Christoph Bauer im Interview von Markus Wiegand durchblicken. Die "Berliner Zeitung" ist knapp an der Abwicklung vorbei geschrammt und wird eigenständig nicht mehr profitabel sein, bekennt Bauer. Derzeit verbrennt sie einen "tiefen einstelligen Millionenbetrag", der Standort Berlin sei für den Verlag aber wichtig. Zukunft sieht Bauer in der Kooperation mit "Berliner Morgenpost" und "Tagesspiegel" – noch mauert das Kartellamt.

Würden Funke oder Holtzbrinck ihre Titel aufgeben, breche der gemeinsam organisierte Zeitungsvertrieb in Berlin zusammen. Die "Berliner Zeitung" kommt in der 3,5-Mio-Metropole inzwischen auf weniger als 100.000 verkaufte Auflage. Sie verliert kräftig, auch weil DuMont viele kostspielige Abo-Aktionen abschafft. Es sei falsch, "jemandem die Zeitung zu schenken, der sie gar nicht will", sagt Bauer. "Ich frage mich manchmal, wer in Berlin überhaupt noch ein Abo wegen der Zeitung abschließt."
"Kress Pro" 7/2016, S. 16-24 (Paid)