Zwei Arbeitsgruppen sollen die ARD-Reform vorantreiben.

Werkeln herum: Die ARD gründet zwei Arbeits­gruppen, die die Reform der öffentlich-rechtlichen Sender zügig auf den Weg bringen sollen. In der AG Umschichtung soll es darum gehen, "was wir im linearen Rundfunk sein lassen, um dafür mehr im Digitalen machen zu können", sagt WDR-Intendant Tom Buhrow im Presse­gespräch nach der jüngsten ARD-Sitzung. Verantwortlich dafür sind demnach HR-Intendant Florian Hager und BR-Verwaltungs­direktor Albrecht Frenzel. Gemeinsam sollen sie ARD-weit mögliche Programme und Projekte ausfindig machen, die "zugunsten der nonlinearen Zukunftsfähigkeit" der Sender umgeschichtet werden können. Bis 2030 etwa spielt die lineare Verbreitung jedoch weiterhin eine Rolle, sagt Buhrow. Weil die Budgets nicht mehr ausreichen, um sowohl im Linearen als auch in der Mediathek abzuliefern, solle insbesondere ab 2024 eine Umstellung erfolgen. Eng mit der AG Umschichtung hängt die AG Digitale föderale ARD zusammen. Deren Aufgabe ist es, im Digitalen "moderner, agiler, smarter" zusammen­zuarbeiten, erklärt die Intendantin von Radio Bremen, Yvette Gerner. Sie soll gemeinsam mit Hager die zweite Arbeitsgruppe leiten und "effiziente Lösungen finden, bei denen jede Landes­rund­funk­anstalt ihr spezifisches Know-how gezielt einsetzt – ohne Doppel­strukturen". Radio Bremen betreut derzeit den ARD-YouTube-Kanal und steuert mit dem "Y-Kollektiv" einen der erfolgreichsten Kanäle zum Funk-Netzwerk bei.

Zudem bekommen die Justiziare der ARD-Anstalten bei der Versammlung in Bremen die Aufgabe, bis zur Intendanten­tagung im November einheitliche Standards für Compliance-Richt­linien zu entwerfen. Auch soll es eine striktere und einheitlichere ARD-Governance geben. "Das klingt alles ein wenig, als wolle man nach einem Brand mehr Feuerlöscher installieren, statt nach dem Brandherd zu fragen", kommentiert Aurelie von Blazekovic die Vorhaben in der "Süddeutschen". Während der Presse­konferenz beschleiche einen "recht früh das Gefühl, dass diese Sache mit der Krise jetzt mal nicht unnötig aufgeblasen werden sollte". Sowohl NDR-Intendant Joachim Knuth als auch RBB-Interims­präsidentin Katrin Vernau fehlten. Sie könne über den RBB noch nicht viel mitteilen, habe es geheißen. "Ist das die Feuerwehr­frau, die der RBB jetzt braucht?", fragt Blazekovic. (Foto: Henning Kaiser / dpa / Picture Alliance)
dwdl.de, sueddeutsche.de (€)

Hör-Tipp: Community-Manager sind “Mikro-Pressesprecher”, sagt Tom Klein.

Hör-Tipp: Viele Journalistinnen haben immer noch eine "extrem ausgeprägte Sende­mentalität" ohne Interesse an Austausch mit dem Publikum, was "extrem gefährlich" sei, sagt Tom Klein, Koordinator für Community-Management beim HR, im Podcast "Newsfluence". Community-Manager seien eine Art "Mikro-Presse­sprecher". Klein kann es deshalb nicht verstehen, dass die Arbeit mit Social Media immer noch als "Hiwi-Job" angesehen wird.
newsfluence.podigee.io (36-Min-Audio)

Video-Tipp: HR-Intendant Florian Hager sieht RBB-Krise als Chance, Reformen anzugehen.

Video-Tipp: HR-Intendant Florian Hager hat den gleichen Dienst­wagen mit Massage­sitzen wie Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, sagt er im "Hessen­schau"-Interview. Er hätte lieber einen kleineren, habe das Fahrzeug samt Leasing­vertrag aber von seinem Vorgänger übernommen. Den RBB-Skandal nennt er die "größte Krise" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sieht aber auch die Chance, "Reformen, die wir seit Jahren vor uns herschieben, nun auch konsequent anzugehen".
hessenschau.de (29-Min-Video), hessenschau.de (2-Min-Kurzversion) via faz.net

BR-Intendantin Katja Wildermuth nennt Vorgänge im RBB “singulär”.

Schlesinger-Affäre: BR-Intendantin Katja Wildermuth (Foto) bezeichnet die Enthüllungen rund um den RBB und Ex-Intendantin Patricia Schlesinger als Einzelfall innerhalb der ARD. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagt sie: "Nach meinem Kenntnisstand und nach dem, was wir jetzt wissen: Ja, die Vorgänge im RBB sind singulär." Indes fordert HR-Intendant Florian Hager einen "Neubeginn unter neuer Führung", meldet die dpa. SWR-Intendant Kai Gniffke habe indes nicht den Eindruck, "dass die RBB-Geschäftsführung willens oder in der Lage ist, die Vorgänge hinreichend aufzuklären, um den Sender wieder zu stabilisieren".
sueddeutsche.de (Paid), spiegel.de, rnd.de

Lese-Tipp: Florian Hager glaubt an lineare Angebote.

Lese-Tipp: Lineare Sendeangebote werden weiterhin relevant sein, glaubt HR-Intendant Florian Hager. Er plädiert dafür, in der journalistischen Arbeit ein "neues Betriebssystem" zu entwickeln, das es ermöglicht, "anders zu denken und trotzdem die Linearität weiter zu befüllen". Zudem plädiert er dafür, im ARD-Netzwerk Kräfte zu bündeln - so könne "deutlich mehr Reichweite" erzeugt werden.
journalist.de

ARD startet Podcast zur Energiekrise.

Energie-Synergie: Die ARD starte den wöchentlichen Podcast Energiekrise - und jetzt?. Fachjournalistinnen von SWR, WDR, HR und RBB analysieren und diskutieren mit Expertinnen die energie­politische Lage und deren Folgen in Deutschland. Die erste Episode befasst sich mit der Frage: "Kommt Deutschland mit 'weniger' Gas durch den Winter?".
presseportal.de, ardaudiothek.de (24-Min-Audio)

“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Der HR übersetzt Kindergeschichten ins Ukrainische.

Ablenkungsmaßnahme: Der HR stellt 16 Lesungen für Kinder aus der Ukraine in die ARD-Audiothek, darunter "originäre traditionelle Geschichten", Märchen und deutsche Kinderliteratur. Mit den ins Ukrainische übersetzten Hörbüchern wolle man den Kindern "ein Stückchen Heimat und Geborgenheit" bieten und sie "von den Strapazen der letzten Wochen" ablenken.
radiowoche.de, ardaudiothek.de

Britische Fußballfans attackieren ARD-Radioreporter.


Eklat am Spielfeldrand: Britische Fußball-Fans haben beim Europapokal-Spiel zwischen West Ham United und Eintracht Frankfurt am Abend in London zwei Hörfunkreporter der ARD attackiert. Philipp Hofmeister und Tim Brockmeier berichten hörbar geschockt von Schlägen der Gastgeber-Fans. In den Sekunden vor dem Vorfall sind Tumulte hörbar. "Wir werden hier attackiert. Meinem Kollegen Tim haben sie das Headset runtergeworfen", kommentiert Hofmeister den Vorfall live.


Möglicherweise hätten die "Tor"-Schreie der Reporter beim zwischen­zeitlichen Führungstreffer von Eintracht Frankfurt die britischen Fans aufgebracht, vermutet Brockmeier. Beide überstehen den Vorfall unverletzt und moderieren nach dem Wechsel der Kommentatoren­plätze das Spiel bis zum Schluss. Während des Angriffs sei den Betroffenen zufolge kein Sicherheits­personal in der Nähe gewesen, die Presse­verantwortlichen der Heimmannschaft hätten aber schnell und vorbildlich reagiert. (Foto: Arne Dedert / dpa / Picture Alliance)
hessenschau.de (2-min-Audio), bild.de

Bundesverwaltungsgericht: Rundfunkbeitrag darf in Ausnahmefällen auch bar bezahlt werden.

Schwarze Kasse: Der Hessische Rundfunk muss die Bezahlung des Rundfunkbeitrags in Ausnahmefällen auch in bar akzeptieren, urteilt das Bundesverwaltungsgericht. Zahlungspflichtigen, die kein Girokonto eröffnen können, müsse Barzahlung ohne Mehrkosten eingeräumt werden. Die Klage zweier Wohnungsinhaber, die trotz Konto ihre Beiträge bar zahlen wollten, hat das Bundesverwaltungsgericht aber abgewiesen.
tagesspiegel.de

HR und NDR kooperieren bei einer neuen Quizshow.

Rätselhafte Zusammenarbeit: HR und NDR machen gemeinsame Sache bei der neuen Quizshow "Stimmt’s? Das Wahrheit oder Lüge Quiz". Insgesamt sechs Ausgaben laufen auf beiden Sendern parallel, los geht es schon am Ostermontag ab 21.45 Uhr. Evren Gezer, bisher vor allem als Moderatorin von Hit Radio FFH bekannt, übernimmt die Moderation. In der Sendung müssen Promis "verblüffende Geschichten aus dem Internet" auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen.
ndr.de

Zitat: Florian Hager ist beim Thema Nutzerdaten neidisch auf Netflix.

"Da hinken wir Netflix hinterher und da bin ich ein bisschen neidisch."

Florian Hager, frisch gebackener HR-Intendant, sagt im dpa-Interview, dass die ARD ohne entsprechende Nutzerdaten keine langfristige Kundenbeziehung aufbauen könne. Er wünsche sich daher "noch ein wenig mehr" Freiheiten: "Wer, wenn nicht wir, geht sauber mit diesen Daten um?"
digitalfernsehen.de

Zitat: HR-Intendant Krupp will bis zum letzten Tag arbeiten, “wie ich 38 Jahre lang gearbeitet habe”.

"Im digitalen Wandel ist der Medienbereich das Auge des Orkans, und dort ein bisschen Einfluss zu nehmen, ist etwas Tolles."

Kurz bevor er nach fast vier Jahrzehnten beim Hessischen Rundfunk in den Ruhestand geht, möchte HR-Intendant Manfred Krupp auch in den letzten Tagen so arbeiten, "wie ich 38 Jahre lang gearbeitet habe". Er freue sich aber auch auf die Zeit danach, "weil ich auf vieles habe verzichten müssen".
dwdl.de

Andrea Schafarczyk wird neue WDR-Programmdirektorin NRW, Wissen und Kultur.

Vollzug: Journalistin Andrea Schafarczyk, 46, wird neue WDR-Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur. Der Rundfunkrat bestätigt damit die Personalie, die von Intendant Tom Buhrow vorgeschlagen wurde. Schafarczyk war seit 2020 medienübergreifende Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks. Sie folgt auf Valerie Weber, die den WDR verlässt.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Andrea Schafarczyk soll WDR-Programmdirektorin werden.

WDR: Intendant Tom Buhrow schlägt Andrea Schafarczyk als Programm­direktorin für die Bereiche NRW, Wissen und Kultur vor – als Nachfolgerin von Valerie Weber, die den Sender verlässt. Am 25. Januar entscheidet der Rundfunkrat. Schafarczyk war bis 2015 Wortchefin beim jungen WDR-Radio 1Live, derzeit ist sie medien­übergreifende Chef­redakteurin beim HR.
presseportal.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Comedian Negah Amiri bekommt eine Show in der ARD-Mediathek.

Hessischer Rundfunk produziert für die ARD-Mediathek das upDATE mit Negah Amiri. In der Show thematisiert die aus dem Iran stammende und in Wiesbaden aufgewachsene Comedian die Suche nach einem Mann, die Erwartungen ihrer iranischen Familie und nutzlose Vorschläge von anderen. Bis zum Jahres­wechsel erscheint jeden Sonntag eine neue, rund 15-minütige Episode.
hr.de, ardmediathek.de (13-Min-Video, erste Folge)

HR erwartet 2022 einen Fehlbetrag von 81 Mio Euro, NDR rechnet mit -38 Mio.

Klamme Kassen: Der HR rechnet mit einem Minus von 81 Mio Euro im kommenden Jahr, geht aus dem Haushaltsplan für 2022 hervor. Demnach plant der Sender mit Aufwendungen in Höhe von 612 Mio Euro, demgegenüber stehen Erlöse von nur 531 Mio. Gründe für den hohen Fehlbetrag seien die "anhaltende Niedrigzinsphase" sowie ein "Rückstellungsbedarf für die Altersversorgung". Derweil erwartet der NDR ein operatives Ergebnis von -38 Mio Euro. Zudem will man in der laufenden Beitragsperiode bis Ende 2024 insgesamt 187 Stellen abbauen.
dwdl.de, presseportal.de

HR-Rundfunkrat wählt Florian Hager zum Intendanten.


Hagerer Sieg: Florian Hager wird neuer Intendant des Hessischen Rundfunks. Der Rundfunkrat hat ihn mit 18 Stimmen von 32 anwesenden Mitgliedern gewählt. Hager, der aktuell Vize-Programm­direktor des Ersten und Channel Manager der ARD-Mediathek ist, tritt im März 2022 die Nachfolge von Manfred Krupp an. Bei der ersten Wahl Ende Oktober hatte es nach drei Wahlgängen einen Patt zwischen Hager und HR-Betriebsdirektorin Stephanie Weber gegeben, beide erhielten jeweils 16 Stimmen. Danach gab es innerhalb des Senders Rufe nach einer Doppelspitze. Dazu kommt es nun nicht. Amtsinhaber Krupp lobt Hager als "innovativen Programm­macher" und ist überzeugt, dass er den Veränderungs­prozess im HR "fortentwickeln und verantwortungs­bewusst gestalten wird".

Rolf Müller, Vorsitzender des HR-Rundfunkrats, sagt, Hager bringe als Gründungs­geschäfts­führer von Funk "die Expertise mit, um den Heraus­forderungen des digitalen Medien­zeitalters zu begegnen". Hager selbst gibt zu Protokoll: Mit "starker regionaler Vernetzung" und eigen­ständigem Programm­angebot" könne es der HR "auch unter immer schwierigeren finanziellen Vorzeichen" schaffen, "über die Landes­grenzen hinweg auf allen Ausspiel­wegen sicht- und auf­findbar zu sein".
hr-rundfunkrat.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Nach Intendanten-Wahl-Patt: HR-Mitarbeitende liebäugeln mit einer Doppelspitze.

Gemeinsame Lösung? Im Hessischen Rundfunk formiert sich nach dem Patt bei der Intendanten-Wahl offenbar der Wunsch nach einer Doppelspitze, hört RND-Medienjournalist Imre Grimm aus Senderkreisen. HR-Betriebsdirektorin Stephanie Weber sei kaufmännisch "über jeden Zweifel erhaben" und werde "dringend gebraucht". Vize-ARD-Programmdirektor und Ex-Funk-Mann Florian Hager habe sich vor allem "unter den jüngeren ARD-Kollegen den Ruf einer digitalen Heilandsgestalt erworben". Weber und Hager würden sich "ideal ergänzen", zitiert Grimm eine anonyme Mitarbeiterin: Es nütze nichts, "sich komplett zu digitalisieren, aber die Finanzen nicht im Blick zu haben", sonst wäre man "in fünf Jahren tot".

Im HR beklagen "nicht wenige" schon länger eine "gewisse Entscheidungsunlust" bei Reformen, schreibt Grimm weiter. Der scheidende Intendant Manfred Krupp habe nicht gerade als "digitaler Reformer" gegolten. Auf eine mögliche Doppelspitze angesprochen, wiegelt Rundfunkratsvorsitzender Rolf Müller ab, das HR-Gesetz sehe eine solche Lösung nicht vor. Am 3. Dezember stellen sich Weber und Hager erneut zur Wahl auf.
rnd.de, turi2.de (Background)

HR-Intendantenwahl: Patt zwischen Hager und Weber

Unentschieden: Bei der HR-Intendantenwahl gibt es am Freitag nach drei Wahlgängen einen Gleichstand zwischen HR-Betriebsdirektorin Stephanie Weber und dem stellvertretenden ARD-Programmdirektor Florian Hager, teilt die Geschäftsstelle des Rundfunk- und Verwaltungsrats mit. Beide erhalten 16 Stimmen vom 32-köpfigen Rundfunkrat. Die Nachfolge von Manfred Krupp soll deshalb bei einer erneuten Wahl am 3. Dezember geklärt werden. Bis dahin können weitere Kandidatinnen vorgeschlagen werden.
dwdl.de

Debatte: Besetzung von Spitzenposten bei ARD und ZDF ist fragwürdig.

Klüngeln: ARD und ZDF erweisen sich "bei der Besetzung von Spitze­nposten auf einzigartige Weise als reform­unfähig", schreibt Michael Hanfeld anlässlich der HR-Intendanz­wahl zur Nachfolge von Manfred Krupp. Die Findungs­kommission schlage bloß Kandidatinnen vor, auf die "bestimmte Lager und Strippenzieher" sich verständigen. Eine geheime Wahl, wie beim HR, zeuge zudem nicht von Transparenz. Bei der hessischen Anstalt treten HR-Betriebs­direktorin Stephanie Weber und der Channel Manager der ARD-Mediathek Florian Hager an.
faz.net, turi2.de (Background)

Debatte: Der HR ist hoch verschuldet und braucht Leuchtturmprojekte.

Hessisches Hilfsprogramm: Der HR ist "mehr als alle anderen öffentlich-rechtlichen Sender verschuldet" und steht ohne Zukunftsvision vor der Fusion mit einer anderen Anstalt, glaubt Filmemacherin Ina Knobloch, die gerne als Unabhängige für die Intendanz kandidieren würde. Helfen könnten "Leuchtturmprojekte", die "über die Landesgrenzen hinaus strahlen". Knobloch kritisiert, der HR bewege sich derzeit in einer finanziellen und inhaltlichen "Bubble, aus der er offensichtlich nicht mehr rauskommt".
faz.net

HR-Rundfunkrat schlägt Florian Hager und Stephanie Weber für Intendanz vor.

Hessisches Rennen: Der HR-Rund­funk­rat spricht zwei Wahl­vorschläge für die Nachfolge des im Februar 2022 scheidenden Intendanten Manfred Krupp aus. Die erst 2021 vom SR gekommene Betriebs­direktorin Stephanie Weber (Foto) konkurriert mit Florian Hager, ehemals Funk-Gründungs­geschäftsführer und heute Channel Manager der ARD-Mediathek. "Erstaunlich" ist – wie Daniel Bouhs auf Twitter feststellt – dass Programm­direktorin Gabriele Holzner nicht im Rennen ist.
hr-rundfunkrat.de

Leonie Koch moderiert neben “Explosiv” bei RTL bald auch “Hallo Hessen” im HR.

Hello again, HR: Ab 20. September moderiert Leonie Koch die HR-Sendung "Hallo Hessen". Koch war erst 2020 als Moderatorin beim RTL-Boulevard-Magazin "Explosiv" gestartet, diesen Job wird sie weiterhin machen. Für Koch ist es ein berufliches Wiedersehen mit der Hessen-Anstalt: Von 2015 bis 2018 stand die gelernte Radio-Journalistin schon für die "Morningshow" der Jugend-Sparte You FM vorm Mikrofon.
hr.de, dwdl.de

Zitat: HR-Intendant Manfred Krupp will Ausrichtung auf nonlineares Publikum.

"Wenn wir alle Menschen ansprechen wollen, dann müssen wir vermehrt Angebote für diejenigen machen, die kaum noch linear schauen, aber mit hohem Interesse Information, Bildung und Kultur zeit- und ortsunabhängig souverän nutzen wollen."

HR-Intendant Manfred Krupp stellt sich im DWDL-Interview hinter die Pläne von ARD-Programm­direktorin Christine Strobl, politische Inhalte aus dem Magazin-Korsett zu befreien und in Lang-Formate zu gießen, die auch in der Mediathek funktionieren.
dwdl.de

Zukunftsdebatte: Ex-Intendanten vermissen bei ARD und ZDF gemeinsame Strategie.


ARD-Ältere ächten Änderungswillen:: ARD und ZDF haben "keine erkennbare" und "schon gar nicht" eine gemeinsame Strategie "für die anstehenden Auseinandersetzungen", schreiben die Ex-Intendanten Jobst Plog (NDR) und Heinz Glässgen (Radio Bremen) sowie die ehemalige HR-Chefredakteurin Lukrezia Jochimsen in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Sie werfen den Sendern vor, die Zukunftsdebatte "nicht wirklich akzeptiert" zu haben. Stattdessen würden sie den Istzustand verteidigen und in vielen Fällen betonen, lediglich politische Entscheidungen umgesetzt zu haben – teilweise zu Recht: "Radio Bremen gibt es nicht, weil ein Intendant ein Haus besetzt hat und dort heimlich Rundfunk veranstaltet." Zudem hätten ARD und ZDF "zu spät" eine Strategie für das digitale Zeitalter entwickelt, auch programmliche Fehlentwicklungen seien mit Blick auf die Quote "nicht schnell genug" korrigiert worden.

Die Autoren nehmen sich auch die Presse und generell die private Konkurrenz vor. Sie würden als "Lobbyist ihrer eigenen kommerziellen Interessen" bei der Reformdebatte ausfallen und konsequent versuchen, von der "Formschwäche und der angeschlagenen Position" der Sender zu profitieren – etwa, wenn es um den Rückzug der Öffentlich-Rechtlichen aus dem Unterhaltungsbereich oder den Verzicht auf Werbung geht. Nur eine "gänzlich unabhängige, hochrangig besetzte Kommission" könne eine Art "Blaupause" für die bevorstehende Reformdebatte erarbeiten. Ziel sei letzten Endes kein "unrealistischer Kahlschlag des Bestehenden", sondern die transparente Verabredung eines Modells, "auf das hin das derzeitige Schritt für Schritt in eine Zukunft überführt werden könnte".
"FAZ", S. 17 (Paid)

Manfred Krupp will demokratische Algorithmen bei ARD und ZDF.

Allumfassend: HR-Intendant Manfred Krupp wünscht sich Algorithmen für die Online-Angebote von ARD und ZDF, die auf "möglichst große Teilhabe und Abbildung von Vielfalt" getrimmt sind. Statt in "einer wie auch immer zu definierenden Primetime" müsse das öffentlich-rechtliche Profil im Gesamtangebot sichtbar werden, schreibt er im "FAZ"-Gastbeitrag.
zeitung.faz.net (Paid)

Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate beleben die Kulturreportage wieder.

Netzkultur: Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate bescheren der Kulturreportage eine Renaissance, findet René Martens. Das Genre, das im linearen TV "keine nennenswerte Rolle mehr spielt", gewinne im Internet an Tiefe – auch, weil die Clips mit 15 bis 20 Min länger sind als klassische Fernsehbeiträge. Außer dem NDR will künftig auch der Hessische Rundfunk mehr Kultur zu YouTube bringen.
taz.de

Manfred Krupp verlässt den Hessischen Rundfunk und geht in Rente.

Hessischer Rundfunk: Intendant Manfred Krupp, 65, verabschiedet sich Ende Februar 2022 in den Ruhestand und tritt nicht für eine zweite Amtszeit an. Seine Nachfolge soll diesen Oktober geregelt werden. Gute Chancen, neue HR-Intendantin zu werden, hat Gabriele Holzner – Programmdirektorin und bisher Stellvertreterin Krupps.
dwdl.de, turi2.de/koepfe (Holzner im Profil mit turi2-Fragebogen)

Ist Instagram der Jungbrunnen für Regionalnachrichten, Gabriele Holzner?


Sich immer wieder neu erfinden: Mit der “Hessenschau” erreicht Gabriele Holzner, Programmdirektorin und Vize-Intendantin des Hessischen Rundfunks, bei Instagram 200.000 Fans. In ihrem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 erklärt sie, dass soziale Medien “insgesamt ein ganz wunderbarer Jungbrunnen für traditionelle Medienhäuser” sind, weil die Netzwerke sich ständig selbst neu erfinden. Auch für Sie als Nutzerin wirke das erfrischend, selbst wenn sie nicht alles gut findet, “was wir als Medienschaffende dort treiben”. Die turi2 edition mit allen Gastbeiträgen und Interviews erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Freund oder Feind der Redaktion? So lief die turi2-Montagsrunde über Clubhouse und Social Media.


Es ist kompliziert: Clubhouse könnte ein guter Freund für Redaktionen werden, darüber sind sich die Teilnehmerinnen der Montagsrunde im turi2 Clubraum einig. Doch zu welchem Preis? "Hype hin oder her: Es ist so, dass man sich grämt, dass man es nicht selbst erfunden hat", gesteht Lorenz Maroldt, "Tagesspiegel"-Chef seit 2004. Ein Stichwort zieht sich trotz des Lobs für die App durch die Clubhouse-Runde: Kapazitätsprobleme. "Wofür ein Talk, der nur 50 oder 100 Leute erreicht?", fragt Swen Thissen, Social-Media-Manager bei stern.de. Jörg Rheinländer vom Hessischen Rundfunk ergänzt: "Sinn macht es nur, wenn wir in einer Community Qualitätsvolles mitnehmen können." Wichtig im Social-Media-Alltag über Clubhouse hinaus: "Leidenschaft und Neugier haben, um neue Plattformen auszuprobieren", sagt Enita Ramaj, Cosmopolitan.de-Chefin. Dennoch müsse das Kosten-Nutzen-Verhältnis bedacht werden. Clubhouse sei für Bauer eher Business- als Reichweiten-Plattform.

"Ich erkenne noch nicht, wie gut der Freund werden könnte und zu welchem Zwecke", sagt Rheinländer. Bisher sei Clubhouse eher der Feind aufgrund des Aufwands. Und wie ist allgemein der Beziehungsstatus zwischen Redaktionsalltag und Social Media? Thissen: "In jeder Beziehung gibt es Stress und man muss nicht alles wunderbar finden." Für ihn überwiegen die Chancen der sozialen Netzwerke. "Wir begreifen das als Tool - entweder man setzt das Ding richtig an oder es knickt ab", ergänzt Lorenz Maroldt.
turi2.tv, turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de/clubraum (weiteres Programm)

Ist Crossmedia nur Schönsprech für mehr Arbeit für weniger Leute, Andrea Schafarczyk?


Über Gattungsgrenzen hinweg: Crossmedialität ist kein Handwerk, sondern “eine Art zu denken”, schreibt HR-Chefredakteurin Andrea Schafarczyk in der turi2 edition #13. Der Kampf um die Aufmerksamkeit des Publikums klappe in crossmedialen Teams besser, denn das Publikum sei selbst auf allen Kanälen unterwegs. Sie können den Gastbeitrag hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Zitat: HR-Programmdirektorin Gabriele Holzner erteilt getanzten News eine Absage.

"Wir werden niemals auf irgendeiner Plattform Nachrichten tanzen."

Gabriele Holzner, Programmdirektorin des Hessischen Rundfunks, sagt im "FAZ"-Interview, dass sie Plattformen wie TikTok zwar beobachtet, aber auch eine "plattform- und zielgruppen­gerechte Aufbereitung" immer "die Grundsätze des öffentlich-rechtlichen Auftrags berücksichtigen" muss.
faz.net (Paid)

AG Dok demonstriert für mehr Doku-Sendeplätze vor dem HR.

AG Dok veranstaltet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen Flashmob vor dem Sendergebäude des HR. Sie kritisieren, dass der Sender zu wenige unabhängige Dokumentarfilme zeige. Auf einer Leinwand liefen Ausschnitte, Kurzfilme und Trailer von hessischen Dokumentarfilmen, die beim HR keine Chance bekommen hätten. Der Sender ist laut AG Dok das Schlusslicht der Sender, was Doku-Sendeplätze angeht.
faz.net

HR-Intendant gibt Fehler bei HR2-Umbau zu.

Hessischer Rundfunk: Intendant Manfred Krupp räumt Fehler beim vorgesehenen Umbau des Hörfunksenders HR2 ein. Der Sender hätte "den Dialog mit den Kulturinstitutionen früher suchen müssen“, was inzwischen geschehen sei. Außerdem sei der Begriff "Klassikwelle" unpassend gewesen. Damit reagiert der Intendant auf Kritik aus der Kulturbanche, die in den Plänen Sparmaßnahmen sah. Ein "Kahlschlag" bei dem Sender sei im Zuge der Reform nicht vorgesehen, versichert Krupp.
"FAZ" (Paid), turi2.de (Background)

Mein Homescreen: Christoph Hammerschmidt.


Christoph Hammerschmidt, Leiter der Kommunikationsabteilung beim Hessischen Rundfunk, zeigt, wie Corona seinen Homescreen verändert – und seinen Job. Die Schlagzahl der internen Kommunikation, sagt er, hat sich stark erhöht und macht jetzt 80 % seiner Arbeit aus. Die große Frage, die ihn beschäftigt: “Wie können wir im Mobile Office das Wir-Gefühl stärken?” Weiterlesen …

Der Hessische Rundfunk macht Andrea Schafarczyk zur Chefredakteurin.

Hessischer Rundfunk: Andrea Schafarczyk kommt von Radio Bremen und wird ab August medienübergreifende Chefredakteurin. In der neu geschaffenen Funktion folgt sie auf Fernseh-Chefredakteur Harald Kieffer, der im September in Altersteilzeit geht, und auf die frühere Hörfunk-Chefredakteurin Katja Marx, die mittlerweile Hörfunkdirektorin beim NDR ist. Schafarczyk ist seit 2015 Chefredakteurin bei Radio Bremen. Davor war sie Wort-Chefin des WDR-Radiosenders 1Live.
hr.de

HR verteilt Mitarbeiter ohne Arbeit auf andere Redaktionen.

Hessischer Rundfunk will über eine interne Personal-Plattform Mitarbeiter*innen verteilen, die Corona-bedingt arbeitslos sind, sagt Intendant Manfred Krupp in einem Interview auf der HR-Website. Es könnten sich Feste wie Freie melden, die bereit seien, "auch mal was anderes zu tun", als sie bisher machen. Gerade im Aktuellen gebe es derzeit einen "gewaltigen Bedarf". Krupp will auch darüber nachdenken, "möglicherweise Vorschusszahlungen zu leisten". In der Diskussion um die Erhöhung des Rundfunksbeitrags setzt er darauf, dass Politik und Bevölkerung in der aktuellen Situation erkennen, "wie wichtig wir für sie sind".
hr.de (8-Min-Video)