Basta: Volker Wissing stellt Essens-Fotos in Frage.

Fragliche Futter-Fotos: Verkehrsminister Volker Wissing stellt beim Treffen der G7-Digitalminister die Frage, ob Fotos vom Essen in sozialen Netzwerken wirklich notwendig seien. Weltweit komme man dadurch auf einen "enormen Energieverbrauch". Es dauert nicht lange, bis Userinnen Foodies ihm diese Äußerung aufs Brot schmieren – und ihm z.B. Instagram-Screenshots seines "Waffeltags" Ende 2020 servieren.
welt.de, twitter.com


“Wir müssen transparenter kommunizieren” – Angelika Gifford über Meta und Meinungsfreiheit.



IT-Angie: Soziale Medien sind "ein Spiegel der Gesellschaft und da passieren nicht immer nur gute Sachen", sagt Angelika Gifford im turi2 Clubraum. Die Vize-Präsidentin für EMEA bei der Facebook-Mutter Meta sagt im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chefredakteur Markus Trantow, dass Meinungsfreiheit für den US-Konzern "ein hohes Gut" ist. Menschen eine Stimme zu geben, sei "nicht bloß ein Poster", sondern ein "Wert, den wir Tag für Tag leben". Dabei gelte es stets, den Spagat zwischen Redefreiheit und Hate-Speech oder Fake-News zu schaffen. Zu beachten sei dabei auch der kulturelle Hintergrund: Was in Holland als schlechter Witz durchgehe, könne in Deutschland als Hassrede wahrgenommen werden. Um damit in Zukunft noch besser umzugehen, müsse Meta vor allem "transparenter kommunizieren, was wir eigentlich tun".

Gifford, die zuvor Führungspositionen u.a. bei Microsoft und HP innehatte, erzählt, dass sie 2020 vor allem wegen der "gesellschaftlichen Relevanz" des Unternehmens zu Meta gegangen ist. Auch gefalle ihr, was ihr Arbeitgeber in Sachen Metaverse und KI auf den Weg bringe: "Ich liebe Innovation". Eine der erfolgreichsten deutschen Managerinnen zu sein, habe sie nie geplant. "Ich hatte aber nie Angst, in zu große Schuhe zu schlüpfen", sagt Gifford. Anderen Frauen möchte sie damit gern als Vorbild dienen. In den 30 Jahren, die sie in der Tech-Branche unterwegs ist, "sind immer viel zu wenige Frauen im Raum". Da sei es schon mal vorgekommen, "dass ich zur Sekretärin degradiert wurde".

Für Aufmerksamkeit sorgt in Meetings häufig auch Giffords Herkunft aus Deutschland, das Kolleginnen gerne als "Fax-Republik" abstempeln. Das halte sie zwar für "nicht richtig", dennoch "müssen wir mutiger, schneller und geländegängier im Denken sein". Ein "Herzensprojekt" ist daher das Buch Die Digitale Dekade – Wie wir unsere Wirtschaft transformieren können, das Gifford im April herausgebracht hat. Auf 232 Seiten schreiben Autorinnen wie Sigrid Nikutta, Florian Haller, Achim Berg oder Brigitte Zypries ihre Ideen und Wünsche zur Digitalisierung auf. Gifford lernt daraus u.a., dass die "transformative Kraft" der Technologie auch für Nachhaltigkeit – ihr "zweites Herzensthema" – nutzbar ist.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Chefredakteur von T-Online, Florian Harms, zu Gast.
turi2.tv (45-Min-Podcast bei YouTube), turi2clubraum.podigee.io (Audio-Podcast), apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Zitat: Katrin Kolossa wünscht sich weniger “Bullshit” bei Influencer-Werbung.

"Ich will niemandem zu nahetreten, aber es reicht vielleicht nicht mehr zu sagen, diese Zahnpasta ist super. Vielleicht muss man erzählen, wie ein Zahn aufgebaut ist, wie der auf Zucker reagiert, und so weiter."

Katrin Kolossa, Chefin der Content-Marketing-Agentur Sapera Studios, wünscht sich "less Bullshit" bei Influencer-Werbung, sagt sie im Meedia-Interview. Es gebe den Bedarf nach einer "tieferen und intensiveren Kommunikation an Stelle von bloßem Blabla".
meedia.de (Paid)

Sat.1 distanziert sich von Comedian Faisal Kawusi.

Causa Mockridge: Sat.1 distanziert sich von Comedian Faisal Kawusi, der den umstrittenen Instagram-Post der Komikerin Joyce Ilg kommentiert hat. Kawusi schrieb unter das Statement von Künstlerin Silvi Carlsson, sie sei einmal fast an K.O.-Tropfen verstorben: "Das nächste Mal werde ich die Dosis verstärken, versprochen." Sat.1 schließt daher eine Zusammenarbeit mit Kawusi für die Zukunft aus. Der Comedian hat sich mittlerweile für seinen Post entschuldigt.
bild.de, turi2.de (Background)

Instagram-Post von Joyce Ilg mit Luke Mockridge stößt auf Kritik.


Fragwürdiger Witz: Ein Instagram-Selfie mit Luke Mockridge samt Missbrauchswitz bringt der Komikerin Joyce Ilg an Ostersonntag Kritik im Netz ein. Auf dem Foto ist zu lesen: "Hat hier irgendwer von euch Eier gefunden? Ich hab nur ein paar K.O. Tropfen bekommen." Die Journalistin Kathrin Weßling etwa wirft Ilg bei Twitter Verhöhnung von Opfern sexualisierter Gewalt vor: "Diese beiden Menschen auf dem Bild ergötzen sich am Leid von Millionen von Frauen und feiern sich dafür." In einer später ergänzten Erklärung verteidigt Ilg den Gag: "Das war einfach nur ein lockerer Spruch. Wer da mehr Aussage meinerseits reininterpretiert, dann liegt das an der persönlichen Wahrnehmung, nicht an dem, was ich aussagen wollte."

Mehrere Frauen hatten Mockridge 2021 in einem "Spiegel"-Artikel sexuelle Belästigung vorgeworfen, der Comedian nahm daraufhin eine Auszeit. Im Februar 2022 erwirkte Mockridge eine einstweilige Verfügung gegen den Bericht, der laut dem Landgericht Hamburg teilweise eine "unzulässige Verdachtsberichterstattung" darstellt. Seit März 2022 steht Mockridge wieder auf der Bühne, Ilg hatte den Comedian immer wieder in Schutz genommen.
berliner-zeitung.de, instagram.com, turi2.de (Background)




 










Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an























 

Ein Beitrag geteilt von Joyce Ilg (@joyceilg)




Video-Tipp: Instagram-Filter schaffen ein “unerreichbares Schönheitsideal”, kritisiert Jan Böhmermann.

Video-Tipp: Instagram hat ein "völlig unerreichbares Schönheitsideal" geschaffen, kritisiert Jan Böhmermann im "ZDF Magazin Royale" die Filter der Foto-App. Userinnen würden sich mit "der besseren Version" von sich selbst vergleichen – und dadurch immer mehr, teils gefährliche, Schönheits-OPs mitmachen. Der "Zwang zur Selbstoptimierung" werde durch einen Algorithmus verstärkt, der sie daran erinnere, wie sie auszusehen hätten.
youtube.com (16-Min-Video)

Trotz Blockade: Nutzung von Facebook und Instagram bleibt in Russland legal.

Russland: Ein russisches Gericht hat die Nutzung von Facebook und Instagram für legal erklärt. Trotz der vor einer Woche beschlossenen Sperrung wegen angeblicher "extremistischer" Aktivitäten dürfen russische Bürgerinnen die Meta-Plattformen weiterhin benutzen. Abrufbar sind die sozialen Netzwerke derzeit wegen der Blockade aber nur über geschützte Netzwerkverbindungen, sprich VPNs.
t-online.de, turi2.de (Background)

Debatte: Bilder vom Ukraine-Krieg tragen zur Eskalation bei, sagt Katharina Körting.

Aggressives Teilen: Bilder von zerbombten Straßen in der Ukraine oder getöteten Zivilisten sind "gefährliche Kriegstreiber", deren "Zweischneidigkeit" man sich bewusst sein sollte, schreibt Katharina Körting im "Freitag". Sie ruft zur Zurückhaltung beim Teilen solcher Bilder in den sozialen Medien auf, denn der Algorithmus "trägt zur Eskalation in den Köpfen bei".
freitag.de

Meta löscht Deepfake-Video über Selenskyj.

Gefährliche Fälschung: Facebook-Mutter Meta löscht nach eigenen Angaben ein Deepfake-Video von Wolodymyr Selenskyj. In dem technisch manipulierten Video wurde dem ukrainischen Präsidenten eine Erklärung in den Mund gelegt, in der er die Ukrainer zur Kapitulation aufruft. Das unscharfe Video sei zwar kein sonderlich gut gemachter Fake, habe sich aber in Foren und Netzwerken verbreitet. Selenskyj hatte das Video bei Instagram als "kindische Provokation" bezeichnet.
spiegel.de, twitter.com (Video), twitter.com (Erklärung Meta)

Basta: Soyeon Schröder-Kim gibt mal wieder Rätsel bei Instagram auf.

Bilderrätsel: Die Ehefrau von Gerhard Schröder, Soyeon Schröder-Kim, postet bei Instagram eine kryptische Karikatur von zwei Männern, die auf einem Baugerüst auf einem Brett stehen. Während der Vordere seelenruhig pafft, will ihn sein Hintermann offenbar in den Abgrund stürzen. Die rätselhafte Bildunterzeile: "Manche Menschen sind sich der Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst." Eine Botschaft, die auch wunderbar auf Schröder-Kims bizarres Instagram-Auftreten zutrifft.
bild.de, instagram.com




 










Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an























 

Ein Beitrag geteilt von Soyeon Schröder-Kim (@soyeonschroederkim)




Debatte: Staatliche Stellen haben in sozialen Medien nichts verloren.

Nicht sozial: Das Geschäftsmodell sozialer Medien ist "Manipulation als Wahrheit zu verkaufen", schreiben der Landes­beauftragte für den Daten­schutz und die Informations­freiheit in Baden-Württemberg, Stefan Brink, und Referentin Clarissa Henning auf netzpolitik.org. Die Rolle öffentlicher Stellen sei dabei "den irregulären Regularitäten der Social Media-Monopolisten entgegen­zutreten". Daher müssen sie "raus aus Instagram, Twitter und TikTok".
netzpolitik.org

Die russische Medienaufsicht sperrt Instagram.

Insta-aus: Nach Twitter und Facebook ist nun auch Instagram in Russland blockiert. Die Medienaufsicht Roskomnadsor hatte den Schritt angekündigt, weil auf der Plattform Gewaltaufrufe gegen russische Bürger und Soldaten verbreitet würden. Hintergrund ist die Ankündigung von Meta, Aufrufe zur Gewalt gegen russische Truppen in der Ukraine zuzulassen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Basta: Soyeon Schröder-Kim sendet Stoßgebete aus Moskau.

Stoßgebet aus Moskau: Als könne allein der Glaube an Ehemann Gerhard Schröder Truppen versetzen, inszeniert sich Soyeon Schröder-Kim bei Instagram betend mit Fensterblick auf den Kreml. Das surreale Bild wird zum Meme. Die alles entscheidende Frage bleibt aber ungeklärt: Ist "Pendeldiplomat" Schröder, der bei Kumpel Putin einen Waffenstillstand aushandeln will, selbst Urheber dieser ja vielleicht friedensstiftenden Fotografie.
twitter.com, n-tv.de

Biathlet Erik Lesser überlässt Instagram-Account ukrainischem Athleten.

Übergabe: Der deutsche Biathlet Erik Lesser (Foto) überlässt seinen Instagram-Kanal dem ukrainischen Tennisprofi Sergej Stachowski. Damit will er seine Reichweite nutzen, "damit in Russland mehr Leute wirkliche Nachrichten bekommen". Dem Sportler folgen wegen einer Hilfsaktion für einen russischen Kollegen rund 30.000 Menschen aus dem Land. Zuvor hatte die ukrainische Biathletin Anastassija Merkuschina seinen Kanal genutzt
faz.net

Twitter kennzeichnet Tweets, die Links zu russischen Staatsmedien enthalten.

Twitter will Tweets, die Links zu russischen Staatsmedien enthalten, mit einem entsprechenden Hinweis labeln. Zudem will der Kurznachrichten-Dienst die Sichtbarkeit dieser Posts reduzieren. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine registriere Twitter täglich mehr als 45.000 Tweets, in denen Userinnen Links von kremlnahen Medien teilen. Derweil schränken Facebook und Instagram den Zugang zu Seiten von RT und Sputnik ein.
reuters.com, techcrunch.com, rnd.de

Update: Facebook widerspricht Rückzugsplänen aus Europa.

Will bleiben: Facebook-Mutter Meta widerspricht Berichten, der Konzern drohe mit einer Abschaltung seiner Plattformen in Europa. Es handele sich vielmehr um eine "Warnung" über Risiken rund um das Thema Data Transfers. Meta habe "weder den Wunsch noch die Absicht", sich aus Europa zurückzuziehen, sagt eine Pressesprecherin. Allerdings seien viele Unternehmen auf den Datentransfer zwischen der EU und den USA angewiesen, "um globale Dienste anbieten zu können". Der Konzern habe sich an die europäischen Vorschriften gehalten, beobachte die "Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere europäischen Entwicklungen" aber genau.
per Mail, turi2.de (Background)

Debatte: Eine Facebook-Abschaltung in der EU ist sehr unwahrscheinlich, meint Holger Schellkopf.

Leere Drohung? Die Drohung von Meta, seine Plattformen Facebook und Instagram in Europa abzuschalten, ist "Theaterdonner", schreibt t3n-Chefredakteur Holger Schellkopf. Bereits Ende 2020 habe der Facebook-Konzern laut darüber nachgedacht, sich aus der EU zurückzuziehen – passiert sei aber nichts, "obwohl sich die Grundlagen für die Datenverarbeitung eher verschlechtert als verbessert haben". Zudem habe Meta "sicher nur wenig Lust darauf, der rasant wachsenden chinesischen Konkurrenz quasi per Freiticket den europäischen Markt zu überlassen".
t3n.de, turi2.de (Background)

Meta droht mit Abschaltung von Instagram und Facebook in Europa.

Meta-Aus: Der Facebook-Konzern Meta droht, seine Plattformen in Europa abzuschalten, berichtet die Nachrichten-Website Mashable. Die Datenschutz-Regeln der EU mache es dem Unternehmen schwer, "sein Geschäft auf dem Kontinent auszuüben", schreibt Meta demnach in einem Bericht an die US-Börsen­aufsichts­behörde SEC. Dabei geht es um den Austausch von Nutzerdaten zwischen Servern in der EU und den USA. Der Europäische Gerichtshof hatte den EU-US Privacy Shield, auf dem die Regelung basiert, im Juli 2020 für ungültig erklärt. Demnach dürfen personenbezogene Daten nicht mehr ohne Prüfung in die USA übermittelt werden.
mashable.com via meedia.de, t-online.de, turi2.de (Background)

Update, 8.2.: Facebook widerspricht den Absichten und sagt, das Unternehmen habe "weder den Wunsch noch die Absicht", sich aus Europa zurückzuziehen. Die "Realität" allerdings sehe so aus, dass Meta und andere Konzerne und Organisationen auf den Datentransfer zwischen der EU und den USA angewiesen seien. Meta habe sich an die europäischen Vorschriften gehalten, beobachte aber "wie mehr als 70 andere Unternehmen" auch, die "möglichen Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere europäischen Aktivitäten genau".

Zahl des Tages: ARD gewinnt im Social Web an Bedeutung.

Zahl des Tages: ARD-Videos wurden vergangenes Jahr über 8,3 Mrd Mal auf YouTube und Facebook gestreamt. Die Zahl der Social-Media-Interaktionen von ARD-Angeboten ist laut eigenen Angaben 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 563 Mio auf 753 Mio gestiegen. Likes, Kommentare und geteilte Inhalte auf Instagram nehmen besonders stark zu.
ard.de

Debatte: Je kränker man ist, umso mehr Likes bekommt man, sagt die Psychotherapeutin Anke Glaßmeyer.

Posts mit Nebenwirkungen: Psychotherapeutin Anke Glaßmeyer, selbst bei Instagram aktiv, findet es positiv, dass mehr über psychische Krankheiten gesprochen wird, rät aber davon ab, den eigenen Genesungs­prozess auf Instagram auszustellen. Userinnen erhielten mehr Likes, "je dünner man ist, je kränker man ist". Es gebe zwar auch viel Verständnis und aufmunternde Worte, dieser "sekundäre Krankheits­gewinn" könne aber zu einer Verschlimmerung der Krankheit führen. Die Krankheit dürfe nicht Teil der eigenen Online-Identität werden.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Instagram bindet junge Nutzerinnen an sich, “so gut es eben geht”.

Lese-Tipp: Junge Nutzerinnen sind für Instagram eine "Lebensversicherung", schreiben die "Welt"-Autorinnen Christina Brause und Anette Dowideit. Damit das soziale Netzwerk sie nicht an Konkurrenten wie TikTok verliere, "bindet Instagram die Jungen an sich, so gut es eben geht." Gefahren, die von der "allgegenwärtigen Inszenierung" auf der Plattform ausgehen, nehme der Konzern in Kauf.
welt.de

US-Richter lässt Kartell­klage gegen Facebook im zweiten Anlauf zu.

Im zweiten Anlauf: Die Kartell­klage der US-Regierung gegen Facebook ist von einem Gericht in Washington zugelassen worden. Ziel der Staats­macht ist eine Zerschlagung des Konzerns, indem die Übernahmen von WhatsApp und Instagram rückgängig gemacht werden, da Facebook eine Monopol­stellung innehabe. Der zuständige Richter James Boasberg hatte die Argumentation dieses Vorwurfs beim ersten Einreichen der Klage im Sommer als unzureichend abgetan. Nun hat die Federal Trade Commission ihre Klage nachgebessert.
spiegel.de

Recherche-Team zeigt, wie Instagram Ess-Störungen befeuert.


Haut und Knochen: Der Algorithmus von Instagram befeuert mit "zerstörerischen Körperbildern" Ess-Störungen, sagt eine Recherche von NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und Tamedia. In Experimenten hat das Recherche-Team mehrere Accounts angelegt, die typischen Profilen von Jugendlichen ähneln, die bei Instagram nach Inspiration für Essstörungen suchen. Schnell melden sich ältere, männliche Nutzer, die anbieten beim Abnehmen zu helfen oder um Nacktbilder bitten. Obwohl das Reporter-Team die Profile der "Mager Coaches" meldet, entfernt Instagram sie nicht, weil sie "von außen" nicht zu erkennen seien.

Als problematisch erweist sich auch der Algorithmus von Instagram, der Nutzerinnen Inhalte und Accounts empfiehlt, die sie interessieren könnten. Die Testkonten mit Namen wie "sk1nny_Sarah" oder "My Thinspo" gewinnen in kürzester Zeit Follower. Als die Reporterinnen ähnlichen Accounts folgen, sind die nächsten Freundschaftsvorschläge "My fasting diaries" oder "starving is beauty".

Für die Recherchen haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR interne Studien ausgewertet und mit Betroffenen gesprochen. Das Fazit: Dem Anspruch, "die sicherste globale Gemeinschaft mit der meisten Unterstützung" zu sein, werde Instagram bei weitem nicht gerecht.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

(Foto: Picture Alliance / photothek / Ute Grabowsky)

Tanja Rest findet Gerhard Schröder auf Instagram herzerwärmend.

Insta-Kanzler: "Süddeutsche"-Autorin Tanja Rest beobachtet auf Instagram die Woke-Werdung des einstigen Basta-Kanzlers Gerhard Schröder. Sie fühlt sich bestens unterhalten und findet die Posts von Schröder und seiner Frau Soyeon Schröder-Kim "herzerwärmend" in einem von Pandemie und Flut gezeichneten Jahr. Sie ließen die "Häme der Bescheidwisser abtropfen" und seien damit vielleicht "die freiesten Deutschen" 2021.
sueddeutsche.de (Paid)

“SZ Magazin” zeigt Bilder einer echten Geburt auf Instagram.

SZ-Magazin zeigt auf Instagram ungewöhnlich intime Bilder einer Geburt. Die Plattform versieht die Aufnahmen, die u.a. Körperflüssigkeiten und Geschlechtsorgane zeigen, mit einem Warnhinweis – löscht sie aber nicht. Das Magazin hat mit den Bildern bisher zehnmal mehr Reaktionen ausgelöst als mit anderen Posts. Viele Kommentare feiern die Fotos als einen "Tabubruch".
instagram.com via wuv.de

Basta: Regierungsmitglieder zeigen auf Instagram ihre Füße.

Für die Füß: Finanzminister Christian Lindner zeigt blütenweiße Turnschuhe, Wirtschaftsminister Robert Habeck schlamm-beschmierte Wanderstiefel. Die "FAZ" hat einen Blick hinter die Inszenierungen der Regierungsmitglieder auf Instagram geworfen – und ist häufig auf deren Treter gestoßen. Die Politik will sich damit wohl beim Fußvolk beliebt machen.
faz.net (Paid)

Instagram bringt 2022 chronologischen Feed zurück.

Zeit für Kids: Instagram-Chef Adam Mosseri hat vor dem US-Kongress angekündigt, dass sein Netzwerk den chronologischen Feed zurückbringt. "Eine Version" davon sei für das 1. Quartal des kommenden Jahres geplant. Mossieris Auftritt vor dem Kongress drehte sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen auf Instagram. Der Algorithmus-getriebene Feed ist immer wieder Kritik ausgesetzt.
onlinemarketing.de

Wissenschaftlerinnen wollen Instagram erforschen.

Mehr Transparenz: Mehr als 200 Forschende fordern, dass sich Instagram der Wissenschaft öffnet. In einem Brief an Meta-Chef Mark Zuckerberg erheben sie Anspruch darauf, untersuchen zu dürfen, wie die Social-Media Plattform die mentale Gesundheit von Teenagern beeinflusst. In einer internen Befragung gaben 13 % der britischen Teenager Instagram als Auslöser ihrer Selbstmordgedanken an.
sueddeutsche.de

BurdaVerlag startet Klima-Magazin “2050” für die Generation Z.


Burda for Future: Der BurdaVerlag will mit einem eigenen Magazin die Generation Z abholen. "2050" heißt die neue Medienmarke, die im Frühjahr 2022 zum World Earth Day als Printmagazin und E-Paper sowie bei Instagram starten soll. Zentrale Themen sind Umwelt, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Entwickelt hat "2050" ein kleines Team um Brand Director Elfi Langefeld, "Esquire"-Chefredakteur Dominik Schütte und "Instyle"-Vize Bianka Morgen. Ein festes Team gibt es nicht, statt­dessen einen "agilen Zusammen­schluss interessierter und engagierter" Journalistinnen. Ein Beirat aus "starken gesell­schaftlichen Stimmen" unterstützt bei der Themen­auswahl, kündigt Langfeld an. Auch in Sachen Vertrieb geht das Magazin neue Wege: Es kommt nicht an den Kiosk, sondern zweimal im Jahr mit 30.000 Auflage direkt zur Zielgruppe – kostenlos verteilt z.B. über Universitäten und Ausbildungs­stätten.

"2050" richtet sich an eine junge Generation, "bei der die Themen Klima- und Umwelt­schutz ganz oben auf der Agenda stehen und die uns sehr deutlich auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht", sagt Langfeld. "Wir sind überzeugt, dass wir diese Ziel­gruppe nicht über die konventionellen Wege erreichen." Das Magazin berichtet von Ideen, Projekten und Menschen, "die an einer lebens­werten Zukunft" arbeiten und will "mit unerschütterlichem Optimismus und großer Begeisterung" zu einer "konstruktiven gesellschaftlichen Haltung beitragen".
per Mail

Madonna beschwert sich über Nippel-Zensur auf Instagram.

Zu freizügig: Popstar Madonna ist sauer auf Instagram, weil der Konzern Fotos gelöscht hat, auf denen ihre Brustwarzen zu sehen waren. Die Bilder seien "ohne Vorwarnung oder Benachrichtigung" entfernt worden, moniert sie in einem neuen Post, in dem sie die Fotos retuschiert hat. Sie fände es "immer noch erstaunlich, dass wir in einer Kultur leben, die es erlaubt, jeden Zentimeter des Körpers einer Frau zu zeigen, außer einer Brustwarze".
t.online.de, instagram.com (Madonna)

Rechte Szene macht mit Memes 80er-Jahre Nostalgie zur alternativen Moderne.

Lese-Tipp: Bei Instagram tauchen unter dem Hashtag #Fashwave Memes mit rechten Gedankengut auf. Unter "scheinbar unpolitischen, futuristischen Bildern" finden sich "kontroverse Aussagen", schreibt Sabina Zollner in der "Süddeutschen Zeitung". Medienwissenschaftler Simon Strick sieht eine Ästhetik der 80er-Jahre als Versuch, eine "glorreiche Vergangenheit" als "alternative Moderne" in die Zukunft zu projezieren.
sueddeutsche.de

Kosmetik-Hersteller Lush legt alle Social-Media-Konten auf Eis.

Wäscht sich rein: Der britische Kosmetik­hersteller Lush löscht weltweit seine Konten bei Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok, "bis die Social-Media-Sites die Benutzer besser vor schädlichen Inhalten schützen". Chief Digital Officer Jack Constantine sagt, man wolle die Kundinnen nicht mehr bitten, "uns in einer dunklen und gefährlichen Gasse zu treffen". Das Unternehmen, das mehr als 400 Filialen in 48 Ländern besitzt, will vorerst auf Twitter und YouTube bleiben.
theguardian.com

Facebook verschiebt Start der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Messenger.

Facebook verschiebt den Start der angekündigten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Sprach- und Videoanrufen im Messenger und bei Instagram auf das Jahr 2023. Bisher hieß es, die Verschlüsselung beginne frühestens 2022. Der Sicherheitschef bei Meta, Antigone Davis, begründet die Verzögerung mit Sicherheitsbedenken in Bezug auf die Nutzerinnen.
golem.de , turi2.de (Background)

Gefahren für Kinder? US-Bundesstaaten ermitteln gegen Instagram.

Instagram: Acht US-Bundesstaaten leiten Untersuchungen zu möglichen schädlichen Auswirkungen der Foto-App auf Kinder und Jugendliche ein. Die Plattform habe Kinder "im Interesse des eigenen Profits ausgebeutet", sagt Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts. Dabei habe Facebook, jetzt Meta, von den Risiken gewusst. Jetzt soll geprüft werden, ob der Konzern damit gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen hat. Whistleblowerin Frances Haugen ging vor kurzem mit schweren Vorwürfen gegen Facebook an die Öffentlichkeit.
reuters.com, stern.de, turi2.de (Background)

Messenger-App Threads wird eingestellt.

Sendeschluss: Instagram schaltet die Messenger-App Threads Ende 2021 ab. Fehler und schlechte Benutzerführung hatten eine erfolgreiche Etablierung verhindert. Eine Überarbeitung 2020 brachte keine Verbesserung. Ohnehin verändert Meta derzeit seine Nachrichtenfunktionen mit Fokus auf die plattformübergreifende Nutzung von Instagram, Facebook und WhatsApp.
techcrunch.com