Basta: Tiere suchen ein Zuhause – mit Tierheim-Tinder.

Tinder App-Logo 150Scharfe Hunde: Das Tierheim München setzt bei der Vermittlung von langjährigen Heimbewohnerinnen bald auf die Dating-App Tinder. Wer mit einem Tier matcht, unterhält sich zunächst mit einem Chat-Bot – z.B. über die Frage, ob dem Vierbeiner ein Garten in seinem potenziellen neuen Zuhause erwartet. Das erste Date findet dann mit den Tierpflegerinnen statt. Die versichern schon mal im Vorfeld: Hunde, die tindern, beißen nicht.
zeit.de

WDR will mit Task Force digitales Angebot für Unwetterlagen entwickeln.


Warndeutscher Rundfunk: Der WDR reagiert auf die Kritik, in den Hochwasser-Regionen nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Der Sender kündigt an, ein digitales Angebot für Unwetterlagen zu entwickeln. Dafür setzt der Sender eine Task Force ein, um Menschen in Gefahren­situationen besser zu erreichen. Zur konkreten Zusammensetzung der Task Force ist noch nichts bekannt, der WDR bietet Katastrophenschutz und Behörden jedoch eine Zusammenarbeit an. "Wir brauchen ein besseres, zielgerichtetes digitales Angebot für Menschen in Unwetterlagen", sagt Intendant Tom Buhrow. Das werde "sicher seine Zeit brauchen".

Kritikerinnen werfen dem Sender vor, nicht früh genug vor dem Starkregen und den Entwicklungen der Hochwasserkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli berichtet zu haben. "Bild" hatte etwa von 34 Warnmeldungen zur Flut am 14. Juli berichtet, die vom WDR ignoriert und im Programm nicht thematisiert worden seien.
presse.wdr.de, rnd.de, bild.de, turi2.de (Background)

Spionage-Software “Pegasus” späht offenbar Journalistinnen und Aktivistinnen aus.

Horch & Guck fürs Handy: Hunderte Journalistinnen, Aktivistinnen und Politikerinnen sind offenbar Opfer der Spionagesoftware "Pegasus", die von der israelischen NSO Group entwickelt und weltweit verkauft wird. Das legt eine internationale Recherche nahe, an der u.a. die "Süddeutsche", die "Zeit", NDR und WDR beteiligt sind. Gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories und Amnesty International haben die Reporterinnen einen Datensatz mit mehr als 50.000 Telefonnummern aus rund 50 Ländern ausgewertet. Tausende Nummern konnten konkreten Personen zugeordnet werden. Die Telefone der Betroffenen können mit dem Trojaner komplett ausgespäht werden – vom Anruf über E-Mails bis zum heimlichen Einschalten von Kamera und Mikrofon.

NSO verkauft das Programm nach eigenen Angaben nur an Regierungen und staatliche Einrichtungen. Vorgabe sei, die Software nur im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität einzusetzen. Die aktuellen Recherchen legen aber nahe, dass sich gerade autoritäre Staaten an diese Regeln nicht halten und die Software auch bei politischen Gegnerinnen einsetzen.

Die NSO Group schaltet in ihrer Krisen-PR in den Rechtfertigungs-Modus: Ein US-Anwalt behauptet in Namen der Firma, dass die Telefone nicht zwangsläufig abgehört worden seien und dass es auch legitime Gründe für die Auflistung der Nummern geben könne. Die Firma schreibt sich zudem auf die Fahnen, dass ihre Software Terror-Angriffe verhindere und helfe, Drogen- und Menschenhändlern das Handwerk zu legen.
projekte.sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (12-Min-Audio zu den Recherchehintergründen), zeit.de, tagesschau.de (6-Min-Video)

Armin Laschet entschuldigt sich für Lachen bei Steinmeier-Rede zur Flut-Katastrophe.


Entschuldijung, liebe Trauernde: Armin Laschet irritiert mit einem Auftritt am Rande eines Pressetermins im Flutkatastrophen-Gebiet. Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu den Medien spricht, albert der CDU-Kanzlerkandidat im Hintergrund herum. Auch als Laschet später spricht, sieht man Steinmeier im Hintergrund lachen. Bei Twitter gibt es einen kleinen Sturm der Entrüstung, u.a. kritisiert Pianist Igor Levit Laschet für "würdeloses Verhalten", SPD-Vize Kevin Kühnert nennt den Auftritt "eine Frage des Charakters".

Laschet entschuldigt sich später per Tweet für den Auftritt. Er bedauere den Eindruck, der "durch eine Gesprächssituation entstanden" sei. Er sagt, er habe nicht gehört, was Steinmeier gesagt hat. Grund für die Heiterkeit im Hintergrund war offenbar ein Journalist, der – unsichtbar für die Kameras – einen ungewöhnlichen Anblick bot, weil er auf dem Boden lag und Notizen machte, schreibt "Bild".
bild.de, twitter.com (Tweet Laschet), twitter.com (Tweet Kühnert), twitter.com (Tweet Levit) spiegel.de

Meinung: Entschuldigungen vom Beirat “Junge Digitale Wirtschaft” sind ein erster Schritt, aber keine Lösung.

Junge digitale Entschuldigungen: Der Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" sollte einsehen, dass sich niemand für seine Expertise interessiert, urteilt Anton Rainer (Foto) im "Spiegel". Deren Aufforderungen im Positionspapier zu "horrenden Lizenzgebühren" oder einer Klarnamenpflicht für Bloggerinnen seien Passagen, die Viktor Orbán und Donald Trump nicht besser hätten formulieren können. Die darauf folgenden Entschuldigungen, u.a. von Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, seien zwar eine "gute Krisen-PR", hätten aber mit den "Realitäten der Gründerszene" nicht viel gemein.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Debatte: Jochen Rausch definiert das Radioprogramm, das Taxifahrerinnen hören wollen.

Murmeltiertag: Radiosender, insbesondere Popwellen, tun zu wenig für Dauerhörende, findet Jochen Rausch in seiner DWDL-Kolumne. Insbesondere Taxifahrerinnen schimpfen über stundenlang gleichbleibende Nachrichten oder die immer gleiche Musik. Der 1Live-Programmchef sieht wachsende Chancen für Audiotheken und Podcasts, warnt aber davor, einfach Radioinhalte ins Netz zu stellen: "Für das zeitautonome Hören müssen Themen, Storytelling, Dramaturgie, Stimmen, Sounds neu gedacht werden."
dwdl.de

Donald Trump verklagt Twitter, Facebook und Google.

Blockiert: Ex-US-Präsident Donald Trump hat eine Sammelklage gegen Twitter, Facebook und Google angekündigt. Er will gegen die Sperrungen seiner Nutzerprofile vorgehen und wirft den Firmenchefs Mark Zuckerberg, Jack Dorsey und Sundar Pichai eine Verletzung der Redefreiheit vor. Trump will eine Sammelklage einreichen, bei der sich alle Menschen beteiligen können, die nach dem 1. Juni 2018 von den Plattformen "zensiert" worden seien. Facebook, Twitter und YouTube hatten Trumps Profile Ende Januar nach dem Sturm auf das Kapitol gesperrt.
spiegel.de, zeit.de, turi2.de (Background)

Basta: RTL2 startet Influencerinnen-Serie “Echt Fame”.

Fame fatale? RTL2 nimmt die Serie "Echt Fame" über den Alltag von Influencern wie Rick Azas und Marvin Holm ins Programm auf. Der Sender will "Sonnen- als auch die Schattenseiten des Daseins als Content Creator" zeigen. Die größte Schattenseite dürfte sein, immer wieder erklären zu müssen, dass Influencer wirklich ein ernst­zunehmender Beruf ist.
presseportal.de

Zitat: Facebook-Europachefin Angelika Gifford sieht Hassrede als gesellschaftliches Problem.

"Facebook, Instagram und WhatsApp sind ein Spiegelbild der Gesellschaft – da passieren auch nicht immer nur schöne Dinge."

Facebooks Europachefin Angelika Gifford sagt dem "Handelsblatt", dass sich eine komplette Freiheit von Hassrede auf Facebook nicht garantieren lasse. Die US-Wahl 2016 sei ein "Weckruf" gewesen, die Sicherheit der Bundestagswahl habe "allergrößte Priorität".
handelsblatt.com (Paid)

“WSJ”: BuzzFeed steht vor dem Börsengang via SPAC-Fusion.

BuzzFeed steht vor dem Sprung an die Börse via SPAC-Fusion, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Firmenkreise. Der Digital-Verlag will dafür demnach mit dem bereits an der Börse notierten Mantel-Unternehmen SPAC 890 Fifth Avenue fusionieren. Mit dem Erlös des Börsengangs könnte BuzzFeed weitere Digital-Verlage übernehmen, um auf dem Werbemarkt mit Google und Facebook mithalten zu können. Ende 2020 hatte BuzzFeed bereits die Huffington Post übernommen.
wsj.com, businessinsider.com