Bundesjustizministerium bereinigt Online-Handelsregister.

Datenleck: Bundesjustizminister Marco Buschmann will nach massiven Protest aus der Wirtschaft sensible Daten aus dem Handelsregister entfernen, berichtet das "Handelsblatt". Seit Wochen sind sensible Daten wie Privatadressen, Unterschriften oder Ausweiskopien im Online-Handelsregister frei einsehbar. Künftig sollen solche Daten nicht mehr zur Veröffentlichung im Handelsregister eingereicht werden.
handelsblatt.com (€)

“Wiwo”: ProSiebenSat.1 nähert sich Berlusconi-Konzern an.

ProSiebenSat1-P7S1- KonzernlogoRolle Südwärts: Der Chefwechsel bei ProSiebenSat.1 könnte den Weg für die Konsolidierung freimachen. Die "Wiwo" folgt einer Spur nach Italien und berichtet von mehreren Treffen zwischen Chefkontrolleur Andreas Wiele und Marco Giordani vom unliebsamen Großaktionär und von Silvio Berlusconi kontrollierten Medienkonzern MediaforEurope. MFE strebt einen europäischen Senderverbund an und wünscht sich eine engere Zusammenarbeit mit dem Medienkonzern aus Unterföhring. Der ehemalige Senderchef Rainer Beaujean hatte Gespräche mit dem Großaktionär stets verweigert.
wiwo.de, turi2.de (Background)

TikTok-Mutter Bytedance macht 2021 über 7 Mrd Dollar Verlust.

Wachstum um jeden Preis: Das rasante Wachstum von TikTok hat für Konzernmutter ByteDance seinen Preis. Der Betriebsverlust hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr auf 7 Mrd Dollar mehr als verdreifacht, meldet das "Wall Street Journal". Der chinesische Internetgigant scheint aber langsam die Kurve zu bekommen und meldet seinen Mitarbeiterinnen in einem detaillierten Finanzbericht für das 1. Quartal 2022 Gewinne. Der Umsatz stiegt 2021 um 80 % auf 61,7 Mrd Dollar.
wsj.com (€)

ProSiebenSat.1 baut Führungsriege bei Flaconi um.

Makeover: Der Online-Beauty-Anbieter Flaconi, Tochter von ProSieben­Sat.1, stellt seine Führungs­riege neu auf. Neuer CEO wird Bastian Siebers, sein Vorgänger Christoph Honnefelder musste das Unternehmen verlassen. Siebers war zuvor sieben Jahre lang Geschäfts­führer der Tengelmann-Tochter babymarkt.de. Zum Flaconi-Management-Team gehören zudem CCO Dorit Posdorf, CFO Stefan Köhler und CPO Karolin Wisch.
manager-magazin.de

EU-Parlament winkt USB-C-Kabel als Standard ab 2024 durch.

Endlich Entwirrung: Das EU-Parlament winkt USB-C als Standard-Ladebuchse final durch. Ab Mitte 2024 sollen damit Smartphones, Kameras und viele weitere elektronische Geräte einheitlich geladen werden können. Für Laptops greift die neue Kabelordnung ab Frühjahr 2026. In einem letzten Schritt müssen noch die EU-Länder zustimmen, was als Formsache gilt.
ict-channel.com, turi2.de (Background)

Facebook stellt seinen Newsletter-Service Bulletin ein.

Subscription failed: Facebook stellt seinen im Juni 2021 gestarteten Newsletter-Service Bulletin Anfang 2023 ein, gibt das Unternehmen bekannt. Für Bulletin schreiben derzeit vor allem bekannte US-Autorinnen, die einen "direkteren Draht" zu ihrer Leserschaft suchten. Facebook übergibt ihnen sowohl den von ihnen produzierten Content als auch ihre persönlichen Abo-Listen.
nytimes.com

Elon Musk will Twitter nun doch kaufen.


Rückzug vom Rückzug: Tesla-Gründer und reichster Mensch der Welt Elon Musk will Twitter nun doch kaufen, melden die Nachrichtenagentur Bloomberg und das "Wall Street Journal" mit Berufung auf Insider. Der Milliardär habe sein erstes Übernahme-Angebot von 54,20 Dollar pro Aktie in einem Schreiben erneuert. Der Wert des Deals beläuft sich demnach wieder auf circa 44 Mrd Dollar. Weder Musk noch Twitter haben die Meldung bisher kommentiert.

Den ersten unterzeichneten Kaufvertrag aus dem April dieses Jahres ließ Musk platzen, weil der Konzern "falsche und irreführende Angaben" zu Spam-Konten gemacht haben soll. Twitter ließ das nicht auf sich sitzen, reichte Klage gegen Musk ein und bezeichnete ihn mehr oder minder als Geizhals, der den vereinbarten Preis nicht zahlen wolle. Musk was not amused und reagierte mit Gegenklage. Der Prozess um die im ersten Anlauf geplatzte Übernahme, bei dem Musk schlechte Chancen eingeräumt wurden, sollte eigentlich am 17. Oktober starten. Er dürfte nun hinfällig sein.
bloomberg.com, wsj.com, handelsblatt.com, faz.net, turi2.de (Background)

YouTube löschte Oktoberfest-Kotz-Video von Hip-Hop-Gruppe KIZ.

YouTube löscht ein Video der Berliner Rapper KIZ, weil es nach Ansicht der Plattform gegen die Nutzungs­bedingungen verstößt. Der drei­minütige Clip mit dem Titel "Oktoberfest" zeigt u.a. kotzende Wiesn-Besucher, verpixelte Genitalien, Drogen­konsum und Alkohol­leichen. Zeitweise hatte YouTube auch den gesamten Kanal von KIZ gesperrt, inzwischen ist er wieder zugänglich. Die Band hat das Video derweil bei Telegram hochgeladen.
bild.de

Video-Tipp: Rezo spricht über Agenturen, die zu viel vom Influencer-Hype erwarten.

Video-Tipp: "Horizont" spricht auf der Dmexco 2022 mit Rezo über Social Media und Influencer. Rezo ist heute nur noch selten bei Twitter, weil er aufgrund der "Grund-Pissigkeit" dort sofort "schlechte Laune" bekommt. Beim Thema Influencer-Marketing rät er Agenturen, nicht damit zu rechnen, dass der Hype der letzten Jahre sich heute noch immer in ihren Zahlen zeigt. "Das tut psychologisch nicht gut, wenn man einen Hype nicht als Hype erkennt, sondern als Standard festlegt."
youtube.com (18-Min-Video)

Lese-Tipp: Dirk von Gehlen gibt Tipps, um online immer recht zu haben.

Lese-Tipp: Social-Media-Experte Dirk von Gehlen sammelt in seinem Blog zehn Tipps, um online jederzeit im Recht zu bleiben. Die "ausschließlich und vollständig ernst gemeinte Anleitung" umfasst Empfehlungen wie "Sprechen Sie anderen Meinung stets die Kompetenz ab" und "Halten Sie sich für den Mittelpunkt der Welt". Auch gut zu wissen: "Ambiguitäts­tolerenz hat für Sie – wie Toleranz überhaupt – ihre Grenzen."
dirkvongehlen.de via bildblog.de

US-IT-Firmen sollen Internetzugang in Iran verbessern.

Überland-Leitung: Amerikanische IT-Firmen dürfen ihre Geschäfts­tätigkeit in Iran ausweiten, um den Menschen vor Ort besseren Zugang zum Internet und zu unabhängigen Nachrichten zu ermöglichen, teilt US-Außenminister Antony Blinken mit. US-Sanktionen hatten seit 2014 verhindert, dass IT-Firmen Soziale Medien, Video­konferenz-Software und Cloud-Dienste voll umfänglich anbieten können. Die iranische Regierung hat wegen der aktuellen Proteste den Zugang zum Internet massiv eingeschränkt.
spiegel.de

Zahl des Tages: HateAid bekommt vom Bund einen Zuschuss von fast 500.000 Euro.

Zahl des Tages: Mit 497.000 Euro unterstützt der Bundestag 2023 die NGO HateAid, die Opfern von Hass und Hetze im Netz hilft. Im Haushalt 2022 sind dafür 350.000 Euro veranschlagt worden. Bisherige Förderer waren u.a. das Bundesministerium der Justiz und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
bundestag.de via spiegel.de

“Menschen mögen Brüche” – Henning Beck über Fernsehformate und Freiheit.


Fernseh-Forschung für Fortgeschrittene: "Alle tollen Format-Ideen haben einen Bruch, etwas Unerwartetes, was es vorher nicht gab", erklärt Henning Beck im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des AGF Forums in Frankfurt. Das gelte auch für gute Werbung. Dieses "Unerwartete" lässt sich – trotz KI und digitaler Vermessung der Welt – nicht digitalisieren, ist der Neurowissenschaftler überzeugt. Zuschauer-Zahlen lassen sich super auswerten, aber "alles, woran sich keine Kennzahl schreiben lässt, ist nicht digitalisierbar", erklärt Beck und denkt an Kreativität oder an das Gefühl, mit dem ein TV-Programm das Publikum zurücklässt.

Außerdem erklärt Beck, was im Gehirn passiert, wenn der Fernseher oder das Handy Bewegtbild abspielen: Das Publikum konsumiert nicht nur, im Idealfall werde es mit auf eine "gedankliche Reise" genommen. "Menschen simulieren die TV-Welt in ihrem Kopf und werden so Teil des Geschehens", sagt Beck. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen großen Formaten wie Kino und TV und kleinen Screens wie Tablet und Handy. Bei Live-Sendungen und im Kino hat das Publikum keine Kontrolle, etwa weil es sich an Sendezeiten und Startzeiten halten muss. Streaming funktioniere auch deswegen so gut, weil es dem Publikum die Macht gibt – über das Programm, die Startzeit und Unterbrechungen.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

Netzpolitik.org: Google News zeigt auch Staatspropaganda an.

Google News listet auch "chinesische Staatspropaganda und für Falschmeldungen bekannte rechte Blogs", ergibt eine Analyse von rund 5.200 Suchergebnissen und 900 Quellen durch Netzpolitik.org. Damit halte sich der Suchmaschinen-Riese nicht an sein eigenes Versprechen, Nachrichten aus "vertrauenswürdigen und verlässlichen" Quellen zu liefern, schreibt Sebastian Meineck.
netzpolitik.org

Zahl des Tages: Rund 91 % der Deutschen wollen Influencern kein Geld geben.

Zahl des Tages: Knausrige 91,4 % der Deutschen schließen es grundsätzlich aus, Influencer für ihre Inhalte finanziell zu supporten, sagt eine Studie von nextMedia.Hamburg und Civey. Nur 1,5 % könnten sich vorstellen, zu spenden – aber auch nur bis zu zwei Euro. 83,5 % der Befragten finden Produktempfehlungen und Kauf-Tipps durch Influencer zudem nicht glaubwürdiger als klassische Werbung.
per E-Mail

Hör-Tipp: Über den Aufstieg und Fall der Internet-Firma Unister.

Hör-Tipp: "Macht und Millionen" beschäftigt sich mit der einstigen Erfolgs-Firma Unister, die hinter Reiseportalen wie Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de stand. Dessen Inhaber Thomas Wagner (Foto) ist 2016 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. "Spiegel"-Journalist Martin U. Müller beschreibt Wagner als "Anti-Stück" zu den Gründern, "wie wir sie heute kennen und uns vorstellen". Wagner sei u.a. "nicht besonders öffentlichkeitsaffin" gewesen und habe "breit sächsisch" geredet. Zudem sei er "recht wendig" gewesen, "was die Auslegung von bestimmter rechtlicher Rahmenbedingungen betraf".
businessinsider.de (50-Min-Audio)

Zitat: Richard David Precht wirft den Medien vor, Stilmittel aus digitalen Echokammern zu übernehmen.

"Was dem Mainstream nicht passt, wird zum Abschuss freigegeben."

Richard David Precht sagt im "stern"-Interview, Qualitätsmedien würden die Stilmittel aus digitalen Echokammern übernehmen, "extreme Personalisierung, bis hin zu Diffamierungen, Polarisierung". Zudem wäre es "ein Fehler, zu glauben, dass Sie Ihre Existenz retten können, indem Sie dem Wahnsinn, der im Netz tobt, immer ähnlicher werden."
stern.de (€)

Google besteht auf Ende der Werbe-Cookies.

Alle Kekse gegessen: Google hält am Aus der Werbe-Cookies bis zur zweiten Jahres­hälfte 2024 fest, teilt Google-Top-Manager Matt Brittin auf der Werbemesse DMEXCO in Köln mit. Es müssten neue Lösungen her, bei denen der Daten­schutz im Vorder­grund stehe. Google hatte bereits Anfang 2020 das Ende der Cookies angekündigt und die Frist nach Protesten der Werbe­branche mehrfach verlängert.
tagesschau.de

Group M führt Maßstab für Bewertung von Cookie-Alternativen ein.

Group M führt mit Prepit einen einheitlichen Bewertungs­maßstab für Cookie-Alternativen ein. In einem Netz­diagramm vergleicht das Tool die Leistungs­fähigkeit verschiedener personen­bezogener sowie nicht-personen­bezogener Cookieless-Alternativen nach den Kriterien Privacy und Datenethik, Reichweite, Effizienz, Präzision, Inter­operabilität und Transparenz.
wuv.de

“Tagesschau” entschuldigt sich für Simbabwe-Ente.

Tagesschau App-Logo 150Sorry from Simbabwe: Die "Tagesschau" entschuldigt sich für die am vergangenen Freitag auf ihrer Website veröffentlichte Ente, in der sie über einen angeblich energieerzeugenden Fernseher berichtet hatte. Korrespondentin Jana Genth, die Autorin des Beitrags, begründet, sie sei "den pseudowissenschaftlichen Erklärungen des Protagonisten aufgesessen". Die "Tagesschau" will ob des Vorfalls die Abläufe im Vorfeld von Veröffentlichungen verbessern.
blog.tagesschau.de, turi2.de (Background)

Bundesverband Digitale Wirtschaft wirbt für Datennutzung.

Daten-Kompetenz: Der Bundesverband Digitale Wirtschaft wirbt mit einer Kampagne für eine positiv besetzte Diskussion rund um den Einsatz von Daten. Sie steht unter dem Motto: "Deine Daten können das." Die Kampagnen-Motive sollen zeigen, wie Daten das Leben einfacher machen und Menschen schützen – etwa vor Stau, vor Wucherpreisen oder vor leeren Regalen. In den kommenden zwei Monaten werden die Motive auf den Werbeplätzen von vielen BVDW-Mitgliedern zu sehen sein.
bvdw.org

Newsletter werden häufiger gelesen, sagt eine Studie von United Internet Media.


Populäre Post: Die Relevanz von Newslettern steigt, sagt eine Studie des 1&1-Mutterkonzerns United Internet Media. Das ließe sich u.a. an der gestiegenen Nutzungsintensität ablesen: So sei der Anteil der Newsletter-Lesenden von 70 % im Jahr 2019 auf 76 % in 2022 gestiegen. 57 % davon lesen die Mailings mindestens wöchentlich, ein Plus von vier Prozentpunkten im Vergleich zu 2019. Zudem würden Newsletter zunehmend zu direkten Online-Käufen verleiten: 43 % der weiblichen Befragten haben demnach schon einmal ein Produkt aus einem Newsletter heraus gekauft, bei den Männern sind es 23 %. Rund die Hälfte der Befragten erhält redaktionelle Newsletter, 76 % von Online Shops.

Am beliebtesten seien Newsletter wie 2019 aus dem Bereich "Mode & Accessoires". Auf Platz 2 liegt das Themengebiet "Medien & Unterhaltung", einen Rang höher als zuletzt. Darauf folgen "Finanzen & Versicherungen". Immer mehr Wert legen Newsletter-Leser der Studie zufolge auf eine "passende Länge", einen "interessanten Inhalt" und eine "übersichtliche Struktur". United Internet Media hat 900 User seiner Mail-Dienste Web.de und Gmx.de befragt und die Daten mit der ersten Erhebung dieser Art von vor drei Jahren verglichen.
per E-Mail

Ist TV ein Oldtimer, Kerstin Niederauer-Kopf?


Große Bilder: "Der Big Screen war nie weg", sagt Kerstin Niederauer-Kopf im Video-Interview mit turi2.tv. Im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi am Rande des AGF-Forums in Frankfurt widerspricht die Chefin der AGF Videoforschung der These, dass das Fernsehen zum alten Eisen gehört. Von der analogen Vergangenheit des Mediums sei heute schon nichts mehr übrig. Das bestätigen auch die Messergebnisse der AGF, die traditionell TV-Quoten erhebt, aber längst auch Streaming-Nutzung, etwa bei Netflix oder Amazon Prime erfasst.

Als eine ihrer größten Herausforderungen beschreibt Niederauer-Kopf es, Digital-Publisher für die Messung von Bewegtbild zu gewinnen, um eine möglichst "konvergente Reichweite" ausweisen zu können. Anders als bei den TV-Quoten, wo automatisch alle empfangbaren Sender ausgewertet werden, müssen sich Digital-Publisher aktiv für die Messung entscheiden.

Mit Blick auf das überragende Interesse an Nachrichten und Unterhaltung während der Corona-Zeit erklärt die TV-Forscherin, dass die Nutzung von Bewegtbild weiter über dem Vor-Krisen-Jahr 2019 liegt, verglichen mit den Hoch-Phasen der Pandemie aber abnimmt. Außerdem beobachtet sie den Wunsch nach Eskapismus, was auf die Nutzung von Unterhaltungs-Angeboten einzahlt.
turi2.tv (12-Min-Video auf YouTube)

Der WWF eröffnet eine Ausstellung über Plastikmüll im Metaverse.

Pixel-Plastik: Der WWF will mit einer Ausstellung im Metaverse auf das Plastikmüll-Problem aufmerksam machen. Zum "World Cleanup Day" am Samstag eröffnet die Natur­schutz­organisation einen virtuellen Raum, in dem es u.a. einen Wal zu sehen gibt, der aus Plastik­müll besteht. Gäste können seine digitalen Einzelteile kaufen, der Erlös fließe in den Umweltschutz.
wuv.de

Heute im turi2 Clubraum: Valerie Weber über Radio in bewegten Zeiten.


Hingehört: Valerie Weber kennt wie wohl keine andere Medienmanagerin das Innenleben von privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Als Programmgeschäftsführerin von Audiotainment Südwest, der Mutter von Sendern wie RPR1 und Radio Regenbogen, plädiert sie für konstruktiven Journalismus im Radio. Im turi2 Clubraum spricht sie heute Mittag mit Aline von Drateln und Markus Trantow darüber, wie das auch in Krisenzeiten gelingen kann. Außerdem spricht das Trio im Live-Podcast über die Zukunft des Hörens zwischen Radio, Podcast und Streaming.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren der Journalist Nils Minkmar, Journalistin Ina Karabasz und Steady-Gründer Sebastian Esser zu Gast. Diese Ausgabe ist erneut Teil der turi2 Podcast-Wochen: Acht Wochen lang geben Podcast-Profis und Audio-Experten Tipps und Insights zum Trend-Thema Podcast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

Zum Thema Audio veröffentlicht turi2 die turi2 edition #19 Audio – Erscheinungstermin: 12. Oktober 2022. Du kannst die Buchreihe turi2 edition kostenfrei lesen und als E-Paper hier kostenlos abonnieren.

Kartellrechtsklage: Kalifornien wirft Amazon Missbrauch seiner Marktmacht vor.

Amazon: Der US-Bundesstaat Kalifornien reicht eine Kartellrechts-Klage gegen den Online-Versandhändler ein. Der Konzern treibe die Preise durch wettbewerbsschädigendes Verhalten nach oben und missbrauche so seine Marktmacht. Zudem würde Amazon Drittanbieter zu Knebelverträgen zwingen, die es ihnen verbieten, ihre Waren woanders günstiger zu verkaufen.
spiegel.de

Hör-Tipp: Warum es Mai Thi Nguyen-Kim schwerer fällt, Social Media zu nutzen.

Hör-Tipp: "Ich werde immer vorsichtiger, je größer die Reichweite ist", sagt Mai Thi Nguyen-Kim bei "Hotel Matze". Früher habe sie Social Media daher mit mehr Leichtigkeit benutzt. Inzwischen denke sie noch mehr darüber nach, was sie von sich gibt: "Das Schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass ich groben Unfug erzähle." Auch vor jedem Video-Upload würde sie sich mit ihrem Team inzwischen "sehr viel mehr Gedanken" machen: "Es wäre schön, wenn jeder so mit Reichweite umgehen würde."
open.spotify.com (131-Min-Audio)

Sinkende Konsumlaune: About You rechnet mit weniger Umsatz und mehr Verlust.

About Down: Der Online-Modehändler About You senkt seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wegen der derzeitigen Kaufzurückhaltung. Statt mit 25 bis 35 % rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Umsatz-Plus von 10 bis 20 %, also 1,9 bis 2,1 Mrd Euro. Der bereinigte Verlust werde 120 bis 140 Mio Euro betragen statt wie bisher erwartet 50 bis 70 Mio Euro.
welt.de

“FAZ”: Die ARD plant eine Richtlinie für problematische Nutzer-Kommentare.


Kommentar-Kompass: Die ARD will künftig einheitlich regeln, wie sie auf justiziable Kommentare in den sozialen Netzwerken der Sender reagiert, meldet die "FAZ" unter Berufung auf den RBB. Demnach soll eine Richtlinie festlegen, warum und wie lange User von ARD-Accounts ausgeschlossen werden können, u.a. bei Twitter. Auch über die Modalitäten einer späteren Entsperrung werde "von Digitalexperten aus der ganzen ARD" nachgedacht.

Konkret ausgearbeitet scheint die Richtlinie also noch nicht zu sein; der "FAZ" liegen allerdings Informationen vor, wie der verantwortliche RBB derzeit mit heiklen Fällen umgeht. Demnach sperrt der RBB derzeit Nutzer, die mehrfach gegen die Netiquette verstoßen und hebt die Sperre "nach einiger Zeit" wieder auf. Die Dauer der Sperrung beträgt aktuell zwischen einem Monat und einem halben Jahr. Die Zahl der Geblockten liegt innerhalb der letzten drei Jahre "vermutlich etwa im dreistelligen Bereich", lässt der RBB wissen.
faz.net (€)

Twitter: Mehrheit der Aktionäre stimmt für eine Übernahme durch Elon Musk.

Ok, Elon: Die Mehrheit der Aktionäre von Twitter gibt grünes Licht für die Annahme des Kaufangebots von Elon Musk in Höhe von 54,20 Dollar je Aktie. Zuletzt lagen die Anteile bei deutlich niedrigeren 41,7 Dollar. Musk weigert sich jedoch nach wie vor, den 44 Mrd Dollar schweren Deal durchzuziehen. Derweil kritisiert der Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko bei einer Senatsanhörung in Washington erneut Sicherheitsmängel, Twitter sei eine "tickende Bombe an Sicherheitsschwachstellen".
zeit.de

Debatte: Kevin Kühnert hat sich die miese Diskussionskultur bei Twitter selbst ins Haus geholt.

Selbst schuld: Die Blasen und schlechten Diskussionskulturen, die SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert bei Twitter beklagt, hat er selbst geschaffen, meint "FAZ"-Autor Claudius Seidl. Jeder entscheide schließlich für sich, wem er folge. Dadurch habe jeder "sein eigenes Twitter" und sei für "den Geist und die Kultur, denen er sich dort ausgesetzt sieht", selbst verantwortlich: "Wer von diesem Strukturwandel der Öffentlichkeit überfordert ist, sollte nicht unbedingt in der Politik etwas werden wollen."
faz.net, turi2.de (Background)

Wegen der Disskusionskultur: Kevin Kühnert zieht sich von Twitter zurück.


Rückzug: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat seinen Twitter-Account deaktiviert, weil die Diskussionskultur dort zu "Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen" führe, sagt er im RND-Videointerview. Zudem kritisiert Kühnert "die Art und Weise wie dort Gesellschaft repräsentiert oder, ich würde sagen, absolut gar nicht repräsentiert wird". Bei sich selbst habe er festgestellt, dass er eine verzerrte Wahrnehmung von Wirklichkeit habe, wenn er zu viel Zeit auf der Plattform verbringe.

In den letzten Monaten habe Kühnert den Kurznachrichten-Dienst "quasi nicht mehr genutzt". Daher müsse "man für sich auch einfach mal die Konsequenz ziehen und sagen: Das scheint für meine politische Arbeit gerade nicht das richtige Medium zum Senden und Empfangen zu sein". Zuletzt folgten ihm rund 370.000 Menschen. Der Instagram-Account von Kühnert mit knapp 93.000 Followern ist weiterhin abrufbar.
rnd.de (mit 9-Min-Video), t-online.de, thepioneer.de (Paid)
(Foto: Picture Alliance/dpa, Kay Nietfeld)

Lese-Tipp: Der “Spiegel” über die “Tinder-Primetime” und weitere Fun-Facts zur Dating-App.

Lese-Tipp: Montags um 20 Uhr ist "Tinder-Primetime" in Deutschland, kramt "Spiegel"-Autor Carl Winterhagen anlässlich des zehnjährigen Tinder-Jubiläums zehn Fun-Facts zur Dating-App heraus. Montagabends seien die meisten Liebessuchenden aktiv, die meisten Likes vergeben Nutzer aus Stuttgart. 2021 hatte es sogar Versuche von Tierheimen gegeben, Hunde und Katzen über Tinder zu vermitteln.
spiegel.de

Dazn denkt über ein frei empfangbares Angebot nach.


Sport-Schaufenster: Der Sport-Streamingdienst Dazn spielt mit dem Gedanken, ein werbefinanziertes Angebot zu starten, für das kein Abo nötig ist. Dort könnte man "Sport rund um die Uhr sehen", sagt DACH-Chefin Alice Mascia im "Süddeutsche"-Interview. Einen ähnlichen Weg hatte einst Konkurrent Sky mit Sky Sport News HD eingeschlagen, der anfänglich als Free-TV-Kanal ebenfalls mitunter als eine Art Schaufenster für das Bezahl-Sportprogramm dienen sollte. Generell wolle Dazn neue Kundengruppen erschließen: "Die werden in Zukunft zum Beispiel auch alle relevanten Sportnachrichten auf Dazn lesen können, Sportartikel über uns kaufen oder Wetten auf Dazn abschließen können." Kerngeschäft blieben aber Live-Sport-Übertragungen.

Mascia gibt auch Auskunft über die wirtschaftlichen Ziele von Dazn: In 12 bis 18 Monaten wolle man profitabel sein, genaue Zahlen will sie aber nicht nennen. Die vielfach bei Kunden auf Kritik gestoßene Verdopplung der Abo-Preise Anfang des Jahres verteidigt sie: "Ich bin froh, dass die überwiegende Mehrheit der Kunden den neuen Preis verstanden hat und bei uns geblieben ist."
sueddeutsche.de (€)

“Handelsblatt”: Deutsche Bank plant ein neues Online-Angebot.

Online-Offensive: Die Deutsche Bank plant für 2024 ein "eigenständiges digitales, app-basiertes Angebot für Kunden mit Anlagebedarf", sagt Vize-Chef Karl von Rohr dem "Handelsblatt". Zielgruppe seien Menschen, die ihr "Vermögen professionell verwalten lassen wollen, Wertpapiere online handeln möchten und ihre Bankgeschäfte rein digital tätigen wollen". Eine eigens dafür neue Bank sei nicht geplant, das neue Angebot soll an bestehende Strukturen andocken.
handelsblatt.com (€)

Twitter-Kauf: Elon Musk stört sich an einer Abfindung an einen Whistleblower.

Musk meckert: Tesla-Gründer Elon Musk findet eine weitere Rechtfertigung dafür, den Twitter-Deal nicht durchzuziehen. Demnach habe Twitter dem Ex-Sicherheitschef Peiter Zatko eine Abfindung von 7 Mio Dollar gezahlt, ohne Musk vorher gefragt zu haben. Damit habe die Plattform gegen die Übernahme-Bedingungen verstoßen, die derartige Zahlungen beschränke. Zatko hatte Twitter "katastrophale Zustände" vorgeworfen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Strg+F: Telegram leitet Nutzerdaten nun doch an deutsche Sicherheitsbehörden weiter.

Rücken raus: Telegram hat in 25 Fällen Bestandsdaten, z.B. IP-Adressen, an das BKA übermittelt, recherchiert das Funk-Format Strg+F unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Dabei sei es um Kindesmissbrauch und islamistischem Terrorismus gegangen. Zudem sei der Messenger-Dienst rund 400 Löschbitten der Behörde nachgekommen. Telegram hatte bisher damit geworben, keine Daten an Regierungen weiterzugeben.
presseportal.de, youtube.com (32-Min-Video)

Gericht verweigert eine Verschiebung des Twitter-Verfahrens.

Aufschub abgelehnt: Tech-Milliardär Elon Musk scheitert mit seinem Antrag auf eine Verschiebung des Gerichtverfahrens rund um die geplatzte Twitter-Übernahme. Die Richterin sei davon überzeugt, dass "auch vier Wochen Verzögerung weitere Schäden bei Twitter verursachen könnten". Die Anwälte von Musk hatten damit argumentiert, Informationen von Twitter zur Sicherheit der Daten prüfen zu wollen. Der Prozess beginnt somit wie geplant am 17. Oktober.
handelsblatt.com (€), theverge.com, turi2.de (Background)

Ex-Ministerin Brigitte Zypries berät Apple.

Apfel-Rat: Die ehemalige Justiz- und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries berät Apple seit Anfang September "zu verschiedenen Themen", bestätigt sie T-Online. Die 68-Jährige beschäftige sich für ihren neuen Arbeitgeber mit "digitalen Themen". T-Online vermutet, Apples Interesse an Zypries hänge mit der Ermittlung des Bundeskartellamt gegen den Konzern zusammen.
t-online.de, turi2.de (Background)

Nancy Faeser will Wiedereinführung der Vorrats­daten­speicherung.

Reload: Innenministerin Nancy Faeser will die Vorrats­daten­speicherung wieder einführen. Viele pädophile Kriminelle gingen der Polizei "durch die Lappen", weil Daten zu ihrer Identifikation nicht erhoben werden dürfen, sagt Faeser der "Zeit". Der EuGH will am 20. September verkünden, ob die deutsche Vorrats­daten­speicherung rechtens ist. Anschließend will die Regierung das Gesetz anpassen.
zeit.de

Debatte: Account-Sperre von Pornhub bei Instagram ist falsch, meint Sebastian Meineck.

Sebastian MeineckPorno-Problem: "Die Account-Sperre von Pornhub auf Instagram setzt ein falsches Zeichen", schreibt Netzpolitik.org-Autor Sebastian Meineck. Längst würden "fundamentalistische Porno-Feinde einen Deutungskampf um die Entscheidung führen", viele Nachrichtenmedien fielen "auf deren Porno-feindliche Meinungsmache" herein: "Man kann die Praktiken von Pornoseiten kritisieren, ohne Pornografie zu verteufeln."
netzpolitik.org