Hör-Tipp: Tommy Krappweis spricht in “Was mit Medien” über den Audioboom.

Hör-Tipp: Hörspielproduzent Tommy Krappweis spricht im Podcast Was mit Medien über die Hörspielbranche. Richtig spannend wird es ab Minute 41: Streamingplattformen bieten laut Krappweis die Möglichkeit, längere Hörspiele zu produzieren als einst für CDs, ändert aber auch die Dramaturgie. Ohne den Audioboom würde sein Geschäftsmodell nicht funktionieren. Im Schatten der Podcasts sieht er sich zumindest zahlenmäßig. Er experimentiert mit Hybrid-Angeboten, bei denen er mit Twitch-Streamer*innen kooperiert, aus den Gesprächen werden im Nachgang Talk-Podcast-Folgen. Krappweis erzählt, dass Hörspiele sich, anders als TV-Produktionen, bisher nicht zu Produkten wie Merchandise oder Zeitschriften weiterverwerten lassen.
wasmitmedien.de, spotify.com (72 Min)

Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?


Innovationen und Diskussionen: Die "taz" lädt an diesem Samstag zur digitalen Genossenschaftsversammlung ein – im turi2.tv-Interview ziehen Geschäftsführer Andreas Marggraf und Vize-Chefredakteurin Katrin Gottschalk schon mal Bilanz. "Wir haben großes Glück", sagt Marggraf zur wirtschaftlichen Situation der linksalternativen Zeitung, die durch ihr Genossenschafts-Modell nur bedingt vom wackeligen Werbemarkt abhängig ist. Gottschalk stellt die neue App der Zeitung vor, spricht aber auch über die umstrittene Polizei-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah. Durch die Entscheidung des Presserats, der den Text von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht, "haben wir uns schon ein bisschen bestätigt gefühlt".

Konsequenzen hatte der Text dennoch: "Es gab schon eine ganze Menge Genoss*innen, die deswegen ihren Anteil gekündigt haben", sagt Marggraf, das gehöre aber "zu einer lebendigen Genossenschaft dazu". Gottschalk ergänzt, dass auch die anschließende in der "taz" ausgetragene Debatte um die Kolumne dafür gesorgt hat, dass Leser*innen ihre Beiträge bei "taz zahl ich" zurückgezogen haben. Intern diskutiere die "taz" nun über die Lehren aus der Debatte und darüber, ob sich etwa Strukturen verändern müssten.

Gleichzeitig arbeitet die Zeitung an ihrer Post-Print-Zukunft – u.a. mit einer neuen App, die Marggraf und Gottschalk im Video zeigen. Anders als bisher verabschiedet sich das Digital-Angebot von der Zeitungs-Optik, will aber dennoch ein lineares Leser-Erlebnis bieten und einmal am Tag "die Welt anhalten". Auch optisch setzt die "taz" auf Opulenz: Die Bilder und Illustrationen lassen sich nun auch heranzoomen, zudem glänzt die App mit Animationen.
turi2.tv (14-Min-Video auf YouTube)

Das BSI befürchtet weitere Cyber-Attacken auf Krankenhäuser.

Cyber-Attacke: Das BSI warnt in einem Schreiben an 130 Kliniken vor weiteren Hacker-Angriffen, schreibt der "Spiegel". Die Krankenhäuser sollten ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. Die Behörde sieht eine Sicherheitslücke mit "hohem Risikopotential". Eine Patientin musste aufgrund des IT-Ausfalls in der Düsseldorfer Uni-Klinik in ein anderes Krankenhaus eingeliefert werden und starb.
spiegel.de

Hör-Tipp: Pia Frey erklärt, welche Themen bei Opinary funktionieren.

Hör-Tipp: Fragen zum politischen Tagesgeschehen, aber auch zu Pietro und Sarah Lombardi oder Meghan und Harry liefern bei Opinary erfahrungsgemäß viele Klicks, verrät Pia Frey im Hamburg Media School-Podcast. Die Zeit von Clickbait und möglichst schrillen Werbe-Bannern sei vorbei, das Bewusstsein für die "Qualität der Nutzeransprache" gewachsen, glaubt die Gründerin.
medienmachtmeinung.de (28-Min-Audio)

Facebook verpasst Gruppen strengere Regeln.


Gruppenhaft: Facebook zieht die digitalen Daumenschrauben im Kampf gegen Hassbotschaften etwas enger. Künftig gelten für Gruppen und deren Mitglieder strengere Regeln. Löscht Facebook eine Gruppe, dürfen künftig nicht nur die Admins, sondern auch die Moderator*innen für 30 Tage keine neue Gruppe gründen. Versuchen sie im Anschluss eine andere Gruppe zu gründen, die gegen Regeln verstößt, verlängert sich diese Frist erneut um 30 Tage. Gruppenmitglieder, die in einer Gruppe gegen die Richtlinien verstoßen haben, müssen für 30 Tage alle ihre Posts von Moderator*innen freischalten lassen. Genehmigen diese verletzende Postings, wird die Gruppe ganz gelöscht.

Facebook will zudem Gruppen ohne aktive Administratoren ausfindig machen. Hier sucht das Netzwerk proaktiv nach Mitgliedern, die diese Rolle ausfüllen können. Bleibt die Suche ergebnislos, wandert die Gruppe ins Archiv. Gruppen zu Gesundheitsthemen schlägt Facebook seinen Nutzer*innen künftig nicht mehr vor, über die Suche sind sie aber weiter auffindbar.

Facebook versucht mit den neuen Maßnahmen Herr über Verschwörungstheorien, Fake News und Hassbotschaften zu werden, für die das Netzwerk wiederholt in die Kritik geraten ist. Ob die Maßnahmen dafür ausreichen, bleibt jedoch fraglich. Erst Mitte August hat Facebook rund 900 Gruppen und Seiten der QAnon-Bewegung verbannt.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Musik-Konsum der Deutschen schrumpft um 8 %.

Zahl des Tages: Um 8 % ist die Zeit, die Deutsche wöchentlich mit Musik verbringen, seit 2018 gesunken, sagt eine Studie des Bundesverbands Musikindustrie – auf 19 Stunden und 43 Minuten. Besonders das Radio leidet darunter. Musik zu "besitzen" wird für Nutzer*innen unwichtiger: Immer mehr Befragte besitzen keine physischen Tonträger und keine digitalen Musikdateien mehr.
musikindustrie.de

“Handelsblatt”: Bei Wirecard kannten mehr als 250 Mitarbeiter*innen die gefälschten Zahlen.


Mehr Füchse, weniger Hasen: Interne Wirecard-Belege deuten darauf hin, dass gut 250 Mitarbeiter*innen, allen voran Produktvorständin Susanne Steidl, von den gefälschten Unternehmenszahlen gewusst haben könnten, schreibt das "Handelsblatt". Sie alle konnten auf Monatsstatistiken über das Transaktionsvolumen zugreifen – und die Zahlen mit denen vergleichen, die Markus Braun nach außen kommunizierte. Neben gefälschten Transaktionszahlen geht es auch um nicht kommunizierte, aber intern sichtbare Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise. Die Fachabteilungen dokumentierten in der Krise einen Umsatzeinbruch von 40 %, nach außen kommunizierte Braun Schönwetter.

Insgesamt könnte deutlich mehr als die Hälfte des Geschäfts gefälscht sein. Die monatlichen Berichte namens "Payment & Risk Monthly Reporting" seien "ebenso wichtige wie breit einsehbar" gewesen, so das "Handelsblatt". Ein Ex-Manager von Wirecard sagt, das System habe funktioniert, weil das Asiengeschäft von Vorstand Jan Marsalek eine Art "Blackbox" gewesen sei. Niemand habe genau wissen wollen, was Marsalek trieb.
"Handelsblatt", S. 1 (Paid)

Video-Tipp: Martin Andree und Timo Thomsen sprechen über ihr Buch “Atlas der digitalen Welt”.

Video-Tipp: Selbst KI-Spezialisten können mit den vielen Daten, die mittlerweile erhoben werden, häufig nicht viel anfangen, sagen der ehemalige Henkel-Manager Martin Andree und GfK-Mann Timo Thomsen im Interview mit Volker Schütz, dem Chefredakteur unseres TV-Kooperationspartners "Horizont". Andree und Thomsen haben sich zusammengeschlossen, um mit ihrem Buch "Atlas der digitalen Welt" vergleichbare Daten zur Lage im Netz zu verdeutlichen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse laut Andree: Die Marktmacht der "Big Four" ist deutlicher als erwartet.
horizont.net (21-Min-Video)

Zitat: Kim Kardashian ruft zum Boykott von Instagram und Facebook auf – für einen Tag.

"Ich kann nicht zusehen und still bleiben, während diese Plattformen es weiterhin erlauben, Hass, Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten."

Reality-Star Kim Kardashian boykottiert für einen Tag Instagram und Facebook. Sie schließt sich damit dem Aufruf der Aktion #StopHateForProfit an, dem u.a. auch Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence folgen.
instagram.com via spiegel.de, zeit.de

Hass im Netz trifft besonders Frauen und Minderheiten.

Hass im Netz: Kommunikationswissenschaftlerin Anna Sophie Kümpel, 31, erforscht, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Hass im Netz und physischer Gewalt besteht – bislang fehlt der wissenschaftliche Beweis, mehrere Studien weisen aber darauf hin. Frauen und Angehörige von Minderheiten seien besonders von Hass im Netz betroffen und zögen sich oft komplett aus der Debatte zurück. Kümpel sagt, wichtiger als Lösch- und Filter-Mechanismen sei Prävention, sie sieht Schulen in der Pflicht.
"Süddeutsche Zeitung", S. 19 (Paid)

EY-Mitarbeiter*innen haben Wirecard professionell geprüft – sagt EY.

Ernst & Young sieht keine Mitschuld am Wirecard-Skandal, schreibt der weltweite Chef Carmine Di Sibio in einem Brief an die Mandant*innen. Die Mitarbeiter*innen hätten das Unternehmen "professionell und nach bestem Wissen und Gewissen" geprüft. Das Unternehmen versucht, den Schwarzen Peter wieder loszuwerden und verweist auf das "komplexe kriminelle Netz" bei Wirecard.
handelsblatt.com, turi2.de

Twitter will US-Nutzer*innen mit “Election Hub” informieren.

Twitter startet in den USA den "2020 US Election Hub", der Nutzer*innen glaubwürdige Wahlberichterstattung auf englisch und spanisch bieten soll. Sie stammt von seriösen Nachrichtenagenturen und den Twitter-Kurator*innen. Das Tool enthält auch Livestreams von Wahlveranstaltungen und zeigt Nutzer*innen Kandidat*innen aus ihrem Bundesstaat.
theverge.com, cbsnews.com

Meinung: Serious Games werden die Gesundheitsbranche aufmischen.

Videospiele bergen großes Potenzial für die Gesundheitsbranche, sogenannte Serious Games könnten etwa Chirurg*innen helfen, operieren zu lernen und Senior*innen beim Gedächtnistraining unterstützen, schreibt Jürgen Klöckner. Mit weltweit fünf Mrd Dollar Umsatz sei die Nische noch klein, McKinsey prophezeit aber, dass sich der Umsatz bis 2023 fast verdoppelt.
"Handelsblatt", S. 20 (Paid)

Google stellt die Pläne für neuen Großstandort in München vor.


Maschinenraum in Deutschland: Google präsentiert die Pläne für seinen neuen Münchner Standort im ehemaligen Paketzustellamt an der Arnulfstraße nahe Hauptbahnhof. Der Konzern will den Betrieb dort Ende 2023 aufnahmen und 1.500 zusätzliche Beschäftigte einquartieren. Google verdoppelt damit seine Präsenz und nennt das Projekt das "Entwicklungszentrum der Zukunft". Standort-Leiter Wieland Holfelder sagt in der Video-Pressekonferenz, Google wolle "einen positiven Beitrag für die Nachbarschaft leisten", etwa Kooperationen mit Bildungseinrichtungen und die Unterstützung sozialer Projekte. Bezahlbaren Wohnraum zu bewahren, dürfte kein Nebeneffekt sein.

Das Grundstück soll teilweise öffentlich zugänglich sein. Der neue Standort liegt in direkter Nachbarschaft zu Googles bisheriger Münchner Dependance, die bestehen bleibt. Die meisten Mitarbeiter*innen kümmern sich im "Maschinenraum in Deutschland" laut Holfelder um den Datenschutz. Hinzu kommen Teams für vernetzte Automobilität, Cloud-Services und YouTube.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Klarna will in Deutschland neue Produkte auf den Markt bringen und wachsen.

Klarna, Zahlungsdienstleister aus Schweden, bekommt 650 Mio Euro von Investoren, ist damit Europas wertvollstes Finanz-Startup und will künftig klassischen Banken im Privatkunden-Geschäft Marktanteile abjagen und weiter wachsen. Noch ist Deutschland der wichtigste Markt, aber die USA holt auf. Co-Gründer und Chef Sebastian Siemiatkowski sagt dem "Handelsblatt", speziell für den deutschen Markt plane Klarna in den nächsten sechs bis zwölf Monaten weitere Bankprodukte. Bisher gibt es eine Kreditkarte und Festgeldkonten, die Einführung eines Girokontos gilt als wahrscheinlich.
handelsblatt.com

Gründer André Mörker verlässt Influencer-Agentur Media-Part.

Media-Part: Gründer und Geschäftsführer André Mörker verlässt die Influencer-Agentur. Seine Anteile übergibt er komplett an die Social Chain Group von Georg Kofler, die bereits zwei Drittel des Unternehmens besitzt. Mörker baut eine neue Firma auf, die sich im Sport- und Musikmarketing betätigen soll.
horizont.net, linkedin.com (Abschiedspost), turi2.de (Background)

“manager magazin”: “Berliner Zeitung” vernebelt ihre sinkende Auflage.

Berliner Zeitung versteckt ihren Auflagen-Rückgang, schreibt Philipp Alvares de Souza Soares. Im 4. Quartal 2019 verkaufte das Blatt nur noch rund 61.000 Exemplare und meldet seitdem keine Verkaufs­zahlen mehr an die IVW. Auf Nachfrage räumt der Verlag ein, dass die Auflage im 1. Quartal 2020 um 8 % und im 2. Quartal um weitere 4 % gesunken sei. Bezahlte Digital-Abos hat der Verlag nach eigenen Angaben erst rund 5.000 verkauft.
manager-magazin.de (Paid)

Zenith: Deutscher Werbemarkt fährt 12,3 % Minus ein.

Weniger Werbung: Die deutschen Werbeausgaben sinken um 12,3 %, prognostiziert eine Studie der Mediaagentur Zenith. Besonders stark betroffen ist das Kino (-55 %), aber auch Radio (-18 %) und Außenwerbung (-17 %) leiden unter den Pandemie-Folgen. Vergleichsweise glimpflich kommen Fernsehen (-10 %) und Digital-Märkte (-7 %) davon. Ohne weiteren Lockdown rechnet Zenith-CEO Jennifer Andree (Foto) mit einer Stabilisierung des Werbemarktes.
horizont.net

Facebook reagiert auf Vorwürfe, Manipulationen ignoriert zu haben.

Facebook-LogoFacebook reagiert mit Floskeln auf die Vorwürfe von Ex-Mitarbeiterin Sophie Zhang, Manipulationsversuche ignoriert und verschwiegen zu haben. Ein Sprecher verweist auf Facebook-Teams, die Fake-Accounts und einen Missbrauch der Plattform bekämpfen: "Wir untersuchen jede Angelegenheit gewissenhaft, einschließlich der von Frau Zhang genannten, bevor wir aktiv werden oder als Unternehmen an die Öffentlichkeit gehen." Ein geleaktes internes Memo von Zhang hatte Facebook in Erklärungsnot gebracht.
Quelle: Stellungnahme per Mail, turi2.de (Background)

Statement im Wortlaut:

"We’ve built specialized teams, working with leading experts, to stop bad actors from abusing our systems, resulting in the removal of more than 100 networks for coordinated inauthentic behavior. It’s highly involved work that these teams do as their full-time remit. Working against coordinated inauthentic behavior is our priority, but we’re also addressing the problems of spam and fake engagement. We investigate each issue carefully, including those that Ms. Zhang raises, before we take action or go out and make claims publicly as a company."

Musik-Streamingdienst Deezer bringt eine Hörbuch-App heraus.

Deezer startet eine eigene App für Hörbücher und Hörspiele. Audiobooks by Deezer ist zunächst nur in Deutschland verfügbar und bietet u.a. redaktionell aufbereitete Hörbuch-Empfehlungen sowie eine Download-Funktion. Zahlende Kund*innen des Musik-Streamingdienstes Deezer können die Hörbuch-App ohne Aufpreis nutzen.
heise.de, youtube.com (40-Sek-Video)

Geleaktes Memo: Facebook soll globale politische Manipulation ignoriert haben.


Nichts gesehen? Nichts gesehen? Facebook-Chef Mark Zuckerberg und andere Führungskräfte des Konzerns sollen tatenlos zugesehen haben, wie führende Politiker*innen weltweit über Facebook Bürger*innen manipulieren. Die gefeuerte Facebook-Daten­wissen­schaftlerin Sophie Zhang schreibt in einem geleakten, internen Memo: "Ich habe mehrere eklatante Versuche ausländischer Regierungen erlebt, unsere Plattform zu missbrauchen, um ihre eigenen Bürger in die Irre zu führen. Ich habe persönlich Entscheidungen, die nationale Präsidenten betrafen, ohne Aufsicht getroffen." Facebook ignoriere Beweise, dass Fake-Konten und Bots Wahlen und die öffentliche Meinung manipulieren.

Zhang habe etwa in Indien, der Ukraine, Spanien, Brasilien, Bolivien und Ecuador Beweise für koordinierte Kampagnen gefunden. Fake-Konten, die Zhang und weitere Facebook-Mitarbeiter*innen löschten, waren "innerhalb von zwei Wochen wieder da und hatten wieder ähnliche Benutzerzahlen". Ein Jahr, nachdem das Netzwerk angekündigt hat, rigoros gegen Fake-Konten vorzugehen, seien die noch immer "lebhaft und erfolgreich" aktiv. Die Lösch-Kolonnen seien angesichts riesiger Netzwerke gefälschter Konten überfordert. Facebook verschweige der Öffentlichkeit die meisten Fälle.
buzzfeednews.com, theverge.com, turi2.de (Reaktion Facebook)

Bafin stoppt Werbeaktion von Check24 zu Kreditausfall-Versicherung.

Bafin pfeift Check24 zurück: Das Vergleichsportal darf Kredit-Abschließer*innen nicht versprechen, ihre Raten zu übernehmen, wenn sie arbeitslos werden. Die Bafin stuft den "Kreditairbag" als Versicherungsgeschäft ein – Check24 fehlt dafür die Lizenz. Das Verbot wird das Portal kaum schmerzen, könnte aber Versicherer beruhigen, die fürchten, dass große Internet-Konzerne wie Amazon und Co selbst als Versicherer in den Markt drängen. Check24 ist bei der Vermittlung von KFZ-Policen Marktführer.
tagesschau.de, spiegel.de

Zitat: Google und Facebook sind Sklaven ihrer Geschäftsmodelle, sagt Tech-Kritiker Tristan Harris.

"Sie sind wie Geiseln in einem Video von Geiselnehmern, reden sinnloses Zeug. Denn außerhalb der Kamera steht jemand mit einer Waffe und zielt auf ihren Kopf. Die Waffe ist das Geschäftsmodell."

Tristan Harris, Ex-Designethiker bei Google, dann Mitbegründer des Center for Humane Technology, sagt im Interview mit der "Süddeutschen", Google- und Facebook-Manager*innen sähen Plattformen "ausschließlich unter Effizienz-Gesichtspunkten".
sueddeutsche.de

weitere Zitate:
"Unser Vertrauen in Informationen kollabiert. Das ist viel wichtiger als die Frage nach Farben und Benachrichtigungen auf unseren Handys."

"Wenn Sie nicht für das Produkt bezahlen, sind Sie selbst das Produkt. 'Gratis' ist das teuerste Geschäftsmodell."

"Facebook ist eine Maschine, die die Demokratie tötet. Und dagegen tut der Konzern nichts, es ist ja sein Geschäftsmodell. Er müsste den Nachrichten-Feed oder die Werbung für längere Zeit abschalten, zumindest während Wahlkämpfen."

Deutsche Telekom und französische OVHcloud verbünden sich für europäische Cloud-Plattform.

Deutsche Telekom plant zusammen mit der französischen Telekommunikations­firma OVHcloud eine europäische Cloud-Plattform für besonders sensible Daten. Das Angebot soll Anfang 2021 starten und richtet sich u.a. sich an den öffentlichen Sektors sowie an wichtige Infrastruktur­betreiber. Die Partnerschaft ist das erste Projekt der europäische Cloud-Initiative Gaia-X.
manager-magazin.de, telekom.com

Orcale soll US-Partner von TikTok werden, Microsoft ist raus.


Das Orakel von TikTok: Microsoft ist aus dem Rennen um die Übernahme des US-Geschäfts der Kurzvideo-App TikTok. Der US-Software-Konzern teilt mit, TikToks chinesische Mutterfirma Bytedance habe sein Angebot abgelehnt. Stattdessen soll der kalifornische Software- und Cloud-Anbieter Oracle US-Partner von TikTok werden, berichten mehre US-Media, u.a. die Washington Post und das Wall Street Journal. Statt eines direkten Verkaufs gehe es um eine "Technologie-Partnerschaft". Eine mögliche Option sei, dass TikTok nur das Daten-Management an ein US-Unternehmen auslagert, aber Eigentümer bleibt, eine andere, dass Bytedance seinen Hauptsitz aus China in ein anderes Land verlagert, um Sicherheitsbedenken zu zerstreuen.

Im August hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, TikTok in den USA zu verbieten, sollte das US-Geschäft und die Daten amerikanischer US-Nutzer*innen nicht in die Obhut eines US-Unternehmens kommen. Die Partnerschaft mit Orcale muss von den Regierungen in Washington und Peking noch abgesegnet werden, sagt ein Insider. Jedoch gilt Oracle-Mitgründer Larry Ellison als einer der wenigen hochrangigen Manager eines Technologiekonzerns, der Trump offen unterstützt. Microsoft gibt sich dagegen zerknirscht: "Wir sind zuversichtlich, dass unser Vorschlag gut für die Nutzer der Plattform gewesen wäre und gleichzeitig die nationalen Sicherheitsinteressen geschützt hätte", teilt der Konzern mit.
sueddeutsche.de, spiegel.de, washingtonpost.com, techcrunch.com

Video-Tipp: Rechte Parteien bedrohen die freie Meinungsäußerung.

Video-Tipp: Das ARD-Kulturmagazin "ttt" spricht mit Umwelt-Aktivistin Luisa Neubauer (Foto) und den Politikerinnen Sawsan Chebli und Janine Wissler über Hasskommentare im Netz. Die digitalen Beschimpfungen seien ein gesellschaftliches Problem, das vor allem politisch aktive Frauen treffe. Wenn rechte Parteien stärker werden, schwäche dies die Gleichberechtigung und die freie Meinungsäußerung.
daserste.de (7-Min-Video)

Lese-Tipp: Oliver Samwer ist der Gewinner beim Delisting von Rocket Internet.

Lese-Tipp: Die Zeit von Rocket Internet an der Börse ist eine "Geschichte einer beiderseitigen Entfremdung", schreibt Dennis Kremer in der "FAS". Vom Delisting profitiere vor allem Mehrheitseigner Oliver Samwer. Er maximiere bei jeder Entscheidung den eigenen Nutzen. Mit dem aktuell niedrigen Börsenkurs habe Samwer "fast alle Trümpfe auf seiner Seite".
faz.net (Paid)

Die Corona-Warn-App funktioniert ab Montag testweise grenzüberschreitend.

Corona-Roaming: Am Montag beginnt ein Test, bei dem die deutsche Corona-Warn-App und die Anwendungen aus Dänemark, Tschechien, Italien, Lettland und Irland testweise Daten austauschen. Verantwortlich für die Infrastruktur sind Telekom und SAP. Der Regelbetrieb soll im Oktober starten. Der Datenaustausch funktioniert nur mit dezentral organisierten Apps, also zum Beispiel nicht mit der Anwendung aus Frankreich.
spiegel.de

Basta: Datenschützer*innen sind sich nicht sicher, ob sie MS Office für nicht sicher halten.

Microsoft 150Schrödingers Office-Software: Eine Arbeitsgruppe der Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern kommt zu dem Schluss, es sei "kein datenschutz­gerechter Einsatz von MS Office 365 möglich". Bayern lehnt diese Interpretation jedoch ab und will die Veröffentlichung des Papiers stoppen. Unklar, ob das daran liegt, dass die deutsche Microsoft-Zentrale in München liegt. Bis auf weiteres diskutieren die Behörden weiter - davon 96 % der Bundesbehörden mithilfe von MS Office.
"Spiegel" 38/2020, S. 55 (Paid)

Der Presserat rügt die “Bild” für ihren Bericht über Christian Drosten.


Sie hatten Besseres zu tun: Der Presserat rügt "Bild" für ihren Bericht über Christian Drosten, in dem das Boulevard-Blatt schrieb, eine Studie des Virologen zur Infektiosität von Kindern sei "grob falsch". Der Presserat teilt mit, er habe im Artikel mehrere schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht gefunden. So sei unter anderem die Formulierung, die Studie sei "grob falsch", von den zitierten Expertenmeinungen nicht gedeckt. Außerdem erwähne der Beitrag nicht, dass es sich bei der Studie um eine Vorveröffentlichung handle. Der Presserat bemängelt zudem, "Bild" habe unsauber zitiert. Auch zur Frist von nur einer Stunde, die "Bild" Drosten für eine Stellungnahme eingeräumt hatte, bezieht der Presserat Stellung und sagt, diese Zeitspanne sei zu kurz gewesen.

Springer reagiert gelassen auf die Rüge und sieht sieht keinen Grund, die Berichterstattung zu revidieren. Der Verlag teilt in einem Statement mit: "Die wie immer zu erwartende Kommentierung des Presserates nehmen wir zur Kenntnis. Der Kern der Berichterstattung von 'Bild' zu der Studie, die große gesellschaftliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen in unserem Land hatte, bleibt davon unberührt."

Im Mai hatte das Springer-Blatt mit einer Reihe an kritischen Berichten zum bekannten Virologen und dessen Studien für Aufsehen gesorgt. Dabei nutze "Bild" mehrere Wissenschaftler als vermeintliche Kronzeugen, die sich im Anschluss von der Art der Berichterstattung distanzierten. Drosten selbst hatte die "Bild" vehement für ihren Umgang mit ihm kritisiert.
spiegel.de, presserat.de, turi2.de (Background)

Apple-Update sorgt für Probleme bei der Corona-Warn-App.

Corona-Warn-App: Bei einigen Apple-Nutzer*innen funktioniert derzeit die Risiko-Bewertung nicht richtig. Die angezeigte Warnstufe kann somit höher ausfallen, obwohl das Infektionsrisiko eigentlich geringer war. Grund dafür ist ein Update des Betriebssystems auf iOS 13.7. Der Fehler ist bei Routine-Tests der Entwickler*innen der App aufgefallen. Wann ein weiteres Update den Fehler behebt, ist noch nicht bekannt. Nutzer*innen älterer iOS-Versionen sind nicht betroffen.
spiegel.de

Die “Zeit” setzt online künftig auch auf Rezepte und Food-Themen.

Die Zeit kocht - aber nicht vor Wut. Online startet sie den Ableger "Zeit Magazin Wochenmarkt". In dem neuen Ressort empfiehlt die Redaktion Rezepte und greift in Reportagen, Kolumnen und Interviews aktuelle Food-Themen auf. Zum Angebot gehört auch ein neues, kostenloser Newsletter. Sowie eine Rezept-Datenbank mit über 1.000 Einträgen.
zeit-verlagsgruppe.de

Facebook startet reines Uni-Netzwerk.

Back to the roots: Facebook, einst als reine Uni-Plattform gestartet, verpasst sich einen Uni-Ableger namens "Facebook Campus". Student*innen können sich mit ihrer Studi-Mail-Adresse anmelden und sollen nur Infos im Newsfeed sehen, die für ihre jeweilige Hochschule relevant sind. Das Netzwerk verspricht sich davon ein Wiedersehen mit jungen Leuten, die kaum noch auf Facebook angemeldet sind.
mashable.com, techcrunch.com, about.fb.com