Finanzinvestoren übernehmen Zendesk für 10,2 Mrd Dollar.

Verkauf mit Signalwirkung: Eine Gruppe von Finanzinvestoren übernimmt den Softwarehersteller Zendesk für 10,2 Mrd Dollar. Der 2007 in Kopenhagen gegründete Anbieter cloudbasierter Kundensupport-Software soll anschließend von der Börse genommen werden. Das Unternehmen hatte vor einigen Monaten noch ein deutlich höheres Übernahmeangebot abgelehnt und war selbst mit der Übernahme der Mutter des Umfragesoftware-Anbieters Surveymonkey gescheitert. Experten sehen in dem vermeintlich günstigen Verkaufspreis ein Warnsignal für die Startup-Branche und überbewertete "Einhörner".
handelsblatt.com, techcrunch.com

Hör-Tipp: Web3 ist ein Wilder Westen.

Hör-Tipp: Im Web3 haben "wir es mit einem Wilden Westen im Bereich Tech zu tun", sagen Finn Blug und Marina Löwe im Ada-Podcast "Heute das Morgen verstehen". Web3 gilt als nächste, dezentrale Entwicklungsstufe des Internets, allerdings fehle es besonders im Krypto-Bereich an Regeln. Dennoch könne es "Probleme zentralisierter Infrastruktur lösen", ein "ganzheitlicher Paradigmenwechsel" sei u.a. technisch bisher nicht möglich.
join-ada.podigee.io (31-Min-Audio)

“Manager Magazin”: Maps könnte Google zum wertvollsten Konzern der Welt machen.


In 500 Metern reich: CEO Sundar Pichai arbeitet "still und beharrlich" daran, Google Maps zur Super-App auszubauen und Google damit zum wertvollsten Unternehmen der Welt zu machen, schreibt Jonas Rest im "Manager Magazin". Maps soll demnach "ein Betriebs­system für das alltägliche Leben" werden, das andere Apps wie PayPal und Lieferando überflüssig macht. Die Navigations-App wolle künftig Geldströme kontrollieren, indem Nutzerinnen beispiels­weise Bahn- und Parktickets, Restaurants und Kinos direkt über Google Maps bezahlen. Google hätte damit "nicht nur Informationen darüber, was wir suchen und wohin wir uns bewegen, sondern auch, was wir dort machen, wofür wir bezahlen", sagt der Marketing-Spezialist Mario Gavira.

"Zu einer globalen Gelddruckmaschine" könnte ein kleiner grüner Haken werden, ein Verifizierungszeichen für Geschäfte, das derzeit noch kostenlos ist, aber das Potenzial zum "Schutzgeldkonzept" hat: Geschäfte ohne Haken wirken dann unseriös und büßen Kundschaft ein. Außerdem überlassen immer mehr Autohersteller Google die Navigation für ihre neuesten Fahrzeuge und bezahlen "dafür kräftig". Und auch kostenlose Infos füttern Googles Imperium, nämlich die "Armada von über 100 Millionen sogenannten Local Guides", die täglich Fotos von ihren besuchten Orten in die App laden. Diese Strategie könne Google künftig zur ersten "ten trillion dollar company" machen, einem Unternehmen mit 10 Bio Dollar Börsenwert. Das "Unheimliche" sei, schreibt Rest, dass der Konzern mit besagten Plänen schon viel weiter sei, "als die meisten glauben", obwohl Pichai öffentlich nie von der "Super-App-Strategie" spreche. (Foto: Caroline Brehmann / EPA / Picture Alliance)
manager-magazin.de (Paid)

Twitter ermöglicht mit “Twitter Notes” längere Postings.

XXL-Gezwitscher: Twitter testet die Funktion "Twitter Notes", die das Posten von längeren Texten samt Bild möglich macht – und ausschweifende Threads womöglich bald überflüssig machen könnte. Der sogenannte "Focus Mode" soll die Notizen in eine Fullscreen-Ansicht bringen. Zunächst ist das Feature nur für ausgewählte User in den USA, Kanada, Ghana und den UK verfügbar.
techchrunch.com, twitter.com


Microsoft, Meta und Co. gründen Gruppe für Metaverse-Standards.

Virtuelle Allianz: Die Tech-Riesen Meta, Microsoft, Epic Games und 33 weitere Konzerne und Organisationen gründen das Metaverse Standards Forum. Die Gruppe soll offene und interoperable Standards für Augmented und Virtual Reality, 3D sowie georäumliche Techniken vorantreiben. Der Fokus soll auf "pragmatischen, aktionsbasierten Projekten" liegen. Auch eine einheitliche Terminologie wollen die Beteiligten entwickeln. Apple und Google sind bisher nicht dabei.
theverge.com

Video-Tipp: Philipp Walulis beleuchtet den Metaverse-Hype.

Video-Tipp: Philipp Walulis katapultiert sich ins "Waluverse", um das Metaverse von Mark Zuckerberg zu erklären – und aufzuzeigen, welche Schattenseiten die virtuelle Welt hat. Erste Userinnen berichten z.B. von Cybermobbing und sexueller Belästigung; durch die VR-Brille fühle sich die Situation für die Opfer echt an, während die Täter anonym bleiben. Neu ist die Idee des Metaverse nicht, erste Anleihen davon sehe man bereits in Computerspielen, sagt Netzjournalist Richard Gutjahr.
youtube.com (11-Min-Video)

“Kontraste” wirft Fynn Kliemann Pfusch bei Kunstauktion vor.


Kunstfehler? Das ARD-Magazin "Kontraste" erhebt neue Vorwürfe gegen den Unternehmer und Influencer Fynn Kliemann. Demnach soll Kliemann sich im März 2021 nicht an seine eigenen Bedingungen bei der NFT-Kunstauktion von 99 kurzen Musikstücken gehalten haben, schreibt Daniel Laufer. Anders als angekündigt, habe die "JingleBe"-Versteigerung erst eine Stunde später ein Ende gefunden. Dadurch habe er auch nach dem angekündigten Fristende Gebote annehmen können und so gut 68.000 Euro mehr für die Musik-Kollektion eingenommen. Insgesamt soll der Erlös, umgerechnet nach dem damaligen Krypto-Kurs, bei rund 215.000 Euro gelegen haben.

Der Anwalt von Kliemann sagt, Kliemann habe mit der Auktion Neuland betreten – Kliemann sei im Glauben gewesen, er könne sämtliche Auktionen um 20 Uhr auf einen Schlag beenden. Tatsächlich habe er bei der Auktionsplattform jedoch alle Höchstgebote einzeln bestätigen müssen. Laut "Kontraste" könnte Kliemann nun Schadenersatz drohen.

Kliemann hatte erst am Sonntag wieder von sich reden gemacht, in einer mehrminütigen Instagram-Story teilt er heftig gegen die Medien aus und spricht u.a. von "wildgewordenen Reportern". Den Medien sei es egal, wie die Sachlage zu der Masken-Affäre sei: "Die Wut an sich macht genug Spaß." Auch gegen "einen Teil der woken, linken Szene" wetterte er.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Vor dem Gipfeltreffen: Geheime G7-Dokumente sind im Internet abrufbar.

Bayerischer Leak: Ein anonymer Whistleblower veröffentlicht auf einem linksextremistischen Internetportal vertrauliche Behördendokumente zum G7-Gipfel 2015, berichten der BR und die dpa. Darunter sind u.a. Handynummern von Polizei-Führungskräften sowie Listen von Polizeieinheiten und deren Digitalfunk-Kanälen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann geht davon aus, dass der Leak "nicht kritisch ist für den Einsatz, der jetzt bevorsteht". Genau wie vor sieben Jahren soll das Treffen der Staats- und Regierungschefs in der kommenden Woche auf Schloss Elmau stattfinden. Indes einigen sich die Mitgliedsstaaten nach einem Treffen der G7-Medienminister darauf, gemeinsam mehr Anstrengungen für den Erhalt der Presse- und Meinungsfreiheit und gegen Desinformation zu unternehmen.
br.de, n-tv.de, rnd.de

Die Fifa will stärker gegen Hate-Speech vorgehen.

Rote Karte: Die Fifa und die Profigewerkschaft Fifpro wollen einen "speziellen Moderationsdienst" bei Männer- und Frauenturnieren einrichten, der Hass-Kommentare in den sozialen Medien erkennt und deren Sichtbarkeit verringern soll. Damit reagiert der Fußball-Weltverband auf eine eigene Studie, wonach über 50 % der Spieler Diskriminierung auf den Plattformen erfahren, 400.000 Postings hatte die Fifa dafür mit einer KI untersucht.
kicker.de

Klick-Tipp: Der “Dall-E Mini” erzeugt skurrile Fotokacheln.

Klick-Tipp: Der Text-zu-Bild-Generator Dall-E Mini erzeugt durch eine KI skurrile Meisterwerke wie Darth Vader beim Rasenmähen. Der "Spiegel" nimmt das Browsertool unter die Lupe, zeigt die Schattenseiten auf und verlinkt zudem ein Quiz, bei dem Leserinnen erraten sollen, welche Texteingaben die Userinnen bisher gemacht haben. Mit dabei: "Donald Trump redet mit einem Blumenkohl".
spiegel.de, huggingface.co

Debatte: Der Kapitalismus blüht im Metaverse auf, sagt Roberto Simanowski.

Kapitale Innovation: Im Metaverse schafft sich der Kapitalismus "auf unglaubliche Weise einen neuen Markt", beobachtet der Medien­wissenschaftler Roberto Simanowski. Er glaubt nicht an die Vorstellung des Open-Source-Prinzips mit "einem Kreativitäts­boom von unten herauf". Vielmehr schaffe Meta mit der VR-Welt "neue Verteilungs­mechanismen" abseits von App Store und Google Play. Trotzdem werden wohl viele in die virtuelle Realität strömen, "weil die reale Welt immer unerträglicher wird".
spiegel.de (Paid)

“Spiegel”: Spuren des Cyber-Angriffs auf die Grünen führen nach Russland.

Spitzen-Angriff: Der großangelegte Hacker-Angriff auf die Grünen könnte nach "Spiegel"-Informationen von Russland ausgegangen sein. Darauf schließen Ermittler aufgrund des gezielten Vorgehens und der technischen Details der Attacke. Betroffen sind auch die Mailkonten der beiden Ex-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck, bestätigt eine Parteisprecherin. Am Donnerstag war bereits bekannt geworden, dass teilweise die Mails der Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour an externe Server weitergeleitet worden. Da die E-Mails an einen Server in Moldau gingen, werten Sicherheitsbehörden "dies als ein Indiz für eine mögliche Operation im Auftrag des Kremls". Russland hat einen erheblichen Einfluss in Teilen des Landes.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Türkei: Kritiker befürchten Einschränkung der Freiheitsrechte durch neues Social-Media-Gesetz.

Absolute Kontrolle: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan könnte mit einem neuen Social-Media-Gesetz die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei noch weiter einschränken, befürchten Oppositionelle und Journalisten. Der Gesetzentwurf der rechtspopulistischen und ultranationalistischen Parteien AKP und MHP soll offiziell die Verbreitung von Falschinformationen eindämmen, ist aber an vielen Stellen so schwammig formuliert, sodass Kritikerinnen in ihm einen Freifahrtsschein zur Einschränkung der Grundfreiheiten sehen. Das Gesetz muss noch vom Parlament verabschiedet werden.
welt.de

EU geht mit strengerem Verhaltenskodex gegen Desinformation vor.

Lizenz zum Löschen: Die EU-Kommission hat einen von Tech-Konzernen wie Google und Twitter unterzeichneten verschärften Verhaltenskodex gegen Desinformation im Netz vorgestellt. Die EU hat die 2018 auf freiwilliger Basis eingeführten Regeln noch einmal verschärft und nimmt die Plattformen in die Pflicht, verstärkt gegen Deepfakes, falsche oder irreführende Inhalte vorzugehen. Bei Verstößen drohen Geldbußen in Höhe von bis zu 6 % des globalen Umsatzes. Plattformen soll es Nutzerinnen zudem einfacher machen, sich vor Fälschungen zu schützen und diese früher als solche zu erkennen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”: Hacker erbeuten E-Mails von Grünen-Parteispitze.

Alarmstufe Rot: Die Grünen sind Opfer eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Nach "Spiegel"-Information ist es bisher unbekannten Hackern nicht nur gelungen auf die Partei-IT zuzugreifen, sondern auch in die persönlichen Mail-Accounts vom Führungsduo Ricarda Lang (Foto) und Omid Nouripour einzudringen. Teilweise sollen E-Mails an externe Server weitergeleitet worden sein. Gegenüber dem "Spiegel" bestätigen die Grünen den Hackerangriff auf ihre Vorsitzenden nicht, dementieren ihn aber auch nicht.

Die betroffenen Mailkonten wurden von der Parteispitze hauptsächlich für die Kommunikation nach außen verwendet. Bei einem weiteren Angriff diese Woche wurde das Intranet der Grünen und wohl auch die Cloud der Partei kompromittiert. Über das sogenannte "Grüne Netz" wurden sensible Informationen darunter Verhandlungspositionen innerhalb der Ampelkoalition ausgetauscht. Über welchen Zeitraum die Hacker Zugriff hatten und welcher Schaden entstanden ist, untersuchen Ermittler noch.
spiegel.de (Paid)

Video-Tipp: Warum TikTok ein Zeitfresser ist.

Video-Tipp: "Zapp"-Reporter Daniel Frevel will herausfinden, warum Userinnen bei TikTok so viel Zeit wie in keinem anderen sozialen Netzwerk verbringen. Unter anderem rege das sehr einfache App-Design dazu an, immer weiter zu swipen. Der Berliner Lehrer und TikToker Niko Kappe alias Nikothec verrät, was zu seiner Erfolgsformel gehört – schnelle Schnitte, schnelles Reden, kompakte Infos und ungewöhnliche Kameraperspektiven.
youtube.com (11-Min-Video)

“Handelsblatt”: Online-Plattformen unterzeichnen angepassten Verhaltenskodex.

Desinformations-Kampf: Die EU-Kommission einigt sich mit Twitter, Facebook, Google und TikTok auf neue Verhaltensregeln zur Bekämpfung von Fehlinformationen und Propaganda, berichtet das "Handelsblatt". Der angepasste "Code of Practice" verpflichtet die Plattformen innerhalb von sechs Monaten u.a. zu umfangreicherem "Fact-Checking" und den verbesserten Zugang zu Daten für unabhängige Wissenschaftlerinnen.
handelsblatt.com (Paid)

Bauer startet eine neue Beratungs-Plattform.

Beratung auf Bestellung: Bauer startet die neue Plattform Aurea.de, einen digitalen Marktplatz für "Ratsuchende und professionelle Coaches rund um Themen der Lebensberatung". Die Beratung erfolgt laut Bauer durch "kuratierte Profis mit nachweislichen Qualifikationen". Das Angebot soll von "spirituellen Techniken wie Astrologie bis hin zu Coaching und Entspannungstechniken" reichen.
per Mail, aurea.de

Zahl des Tages: Bedrohungs-Gesamtindex fällt mit 59,8 Punkten auf neues Rekord-Tief.

Zahl des Tages: Auf 59,8 Punkte und damit auf ein neues Rekord-Tief fällt der Bedrohungs-Gesamtindex 2022 der Initiative Deutschland sicher im Netz, 2,9 Punkte weniger als 2021. Der Index-Wert bildet die allgemeine Sicherheitslage der Internetznutzerinnen ab und berücksichtigt u.a. deren subjektive Bedrohungsgefühl. Das beste Ergebnis lag 2016 bei 65,4 Punkten.
zeit.de

EU verpflichtet Google und Co. zum Vorgehen gegen Fakes.

Nachschärfung: Die Europäische Kommission will in den nächsten Tagen einen aktualisierten Verhaltenskodex zu Desinformation veröffentlichen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dieser verpflichtet Tech-Konzerne, gegen Manipulation durch Fake-Accounts und Deepfakes vorzugehen. Bei Nichteinhaltung riskieren die Unternehmen Strafen in Höhe von bis zu 6 % ihres globalen Umsatzes. Der bisherige Verhaltenskodex gilt seit 2018 und beruht auf Freiwilligkeit.
basicthinking.de

Dazn bindet den Boxsportler Anthony Joshua an sich.

Nach oben geboxt: Der Sport-Streamingdienst Dazn vereinbart mit dem britischen Profi-Boxer Anthony Joshua eine umfangreiche Zusammenarbeit. Künftig sind alle Kämpfe des Ex-Weltmeisters, zwei pro Jahr, beim Dienst zu sehen. Darüber hinaus wird Joshua Anteilseigner, Sonderberater und globaler Markenbotschafter. Medienberichten zufolge soll ihm der Deal eine mindestens neunstellige Summe einbringen.
dazn.com, dwdl.de

Robert Hecker wechselt in die Geschäftsführung von AlwaysOn Production.

Alles im Fluss: Produzent Robert Hecker folgt auf Nina Peters als Geschäftsführer der AlwaysOn Production. Hecker kommt von Riverside Entertainment, wo er zuletzt u.a. "Alles auf Freundschaft" für RTL und "Das Spiel beginnt" für das ZDF betreute. AlwaysOn Production produziert vor allem Formate für YouTube und andere Social-Media-Plattformen.
guetsel.de

Hör-Tipp: Obwohl Twitter toxisch sein kann, ist es ein Ort der kreativen Meinungsbildung, sagen Jule und Sascha Lobo.

Hör-Tipp: Twitter ist eine Plattform für kreative Meinungs­bildung und zur Weltverbesserung, sagen Jule und Sascha Lobo in einem Re:publica-Spezial ihres Podcasts Feel The News. Es passiere aber oft, dass Twitter-Userinnen "krass über das Ziel hinaus" schießen und Twitter toxic wird. Dennoch bewundern beide die Wirkmacht von Hashtags, aus denen u.a. große Bewegungen wie Fridays For Future hervorgegangen sind. Das zeige, dass Minderheiten auf Twitter großen Druck entfalten können. Im Fall eines Shitstorms rät Sascha Lobo, sich vor Augen zuführen, dass es nicht nur um den Fehler geht, sondern man zum "Symbol für alle Missstände" wird.
open.spotify.com (48-Min-Audio)

Lese-Tipp: Podcasts brauchen eine Community, um ihre Hörerinnen zu binden.

Lese-Tipp: Um Hörerinnen langfristig an einen Podcast zu binden, braucht es Identifikations- und Interaktions­möglichkeiten, schreiben die Podcast-Kennerinnen Annamaria Herkt (Foto) und Saskia da Costa Zuzarte. Dadurch könne eine Community entstehen. Hosts können diese u.a. durch Live-Events, Podcast bezogene Spitznamen und Fanartikel mit Catchphrases stärken. Auch hilft es, zwischen den Podcast-Episoden Inhalte wie Hintergrund­infos oder exklusive Einblicke auf sozialen Netzwerken zu teilen.
t3n.de

Debatte: ARD und ZDF sollen sich mehr an YouTube orientieren als an Netflix.

Demokratisierung: Der Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch hält Netflix nicht für einen passenden Vergleich zu den Online-Angeboten von ARD und ZDF. Diese sollten sich vielmehr an YouTube orientieren und auf ihren Plattformen Interaktion und nutzergenerierte Inhalte ermöglichen. Dabei sollten sie auf freie Software, offene Standards und Wikipedia-kompatible Lizenzen setzen, fordert Dobusch.
netzpolitik.org

Bundesrat stimmt Internetmindestversorgung in Deutschland zu.

Mindest-Langsamkeit: Der Bundesrat billigt die Vorgaben der Bundesnetzagentur für eine Internetmindestgeschwindigkeit in Deutschland. Nach den neuen Vorgaben muss bundesweit ein Download-Tempo von mindestens 10 Mbit pro Sekunde möglich sein, für den Upload 1,7 Mbit pro Sekunde. Die Reaktionszeit darf maximal 150 Millisekunden betragen. In einem begleitenden Beschluss kritisieren die Länder diese Werte jedoch als zu gering.
deutschlandfunk.de

Olaf Scholz spricht auf Republica über Digitalisierung und Netzpolitik.


Olle Kamellen: Als erster Bundeskanzler hat Olaf Scholz am Donnerstag­nachmittag die Digital­konferenz Republica besucht und sich zu Digitalisierung und Netzpolitik in Deutschland geäußert. In seiner Rede und einem anschließenden Gespräch mit Moderatorin Linda Zervakis sagt er etwa, die Dauer von Verwaltungs­verfahren um mindestens die Hälfte verkürzen zu wollen. Seinen Personal­ausweis habe er jedoch noch offline beantragen müssen: "Das ging nicht anders". Einen Zeitpunkt, wann sich das ändern könnte, möchte der SPD-Politiker nicht festlegen, "weil ich ja die Abläufe kenne in Deutschland". Zuvor hatte schon Digital­minister Volker Wissing in seiner Rede davon gesprochen, die "Zettel­wirtschaft" abzulösen, damit Bürgerinnen "einfach und digital" mit den Behörden kommunizieren können. Scholz macht auch den Ukraine-Krieg zum Thema und warnt vor einer Instrumentalisierung des Internets als Machtinstrument. "Immer häufiger werden digitale Technologien als geopolitisches Machtinstrument missbraucht, teils auch gezielt für Desinformations­kampagnen."

Die Rede "voller digital­politischer Schlagwörter" wirkt, "als würde er über etwas sprechen, mit dem er selbst verantwortungs­historisch wenig bis nichts zu tun hat", analysiert Kristin Becker auf tagesschau.de. Anke Domscheit-Berg, die digital­politische Sprecherin der Linken, bestätigt, dass Scholz der Digitalisierung keine echte Priorität einräume: "Für mich war das keine digitale Zeitenwende."
spiegel,de, handelsblatt.com, tagesschau.de, youtube.de (39-Min-Video)

Zahl des Tages: Kinder und Jugendliche verbringen durchschnittlich fast 111 Minuten täglich im Netz.

Zahl des Tages: Fast 111 Minuten verbringen Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren in Deutschland durch­schnittlich jeden Tag im Netz, sagt eine Bitkom-Studie. Demnach nutzen 98 % der Kinder zwischen sechs und 18 Jahren ein Smartphone oder Tablet. YouTube ist dabei über alle Alters­gruppen hinweg die meist genutzte Online-Plattform.
bitkom.org

Zitat: Tom Buhrow sieht Zukunft des Radios als “emotionale Heimat”.

"Die Radiowelt muss eine emotionale Heimat sein. Die ganze Ansprache muss für die Region sein. Hier hat das Radio seine Chance."

WDR-Intendant Tom Buhrow sagt im dpa-Interview, dass sein Sender manche Zielgruppen linear im Radio und TV gar nicht mehr erreicht. Bei Digital-Angeboten sei nicht allen immer klar, dass sie vom WDR stammten.
meedia.de

Hör-Tipp: Pamela Reif hat sich wie “die Mutter der Influencer” gefühlt.

Hör-Tipp: "Ich habe mich ein bisschen wie die Mutter der Influencer gefühlt, die da jetzt durch muss, damit alle anderen nicht mehr damit zu kämpfen haben", sagt Pamela Reif im OMR-Podcast mit Blick auf ihren gewonnen Schleichwerbe-Prozess. Persönlich habe sie das Ganze "überhaupt nicht" belastet. Im weiteren Gespräch bezeichnet sie sich offen als Corona-Profiteurin; Reif ist vor allem bekannt für ihre Workout-Videos.
omr.com (78-Min-Audio)

Streaming-Dienst AMC+ soll Anfang 2023 flächendeckend nach Europa kommen.

AMC Networks, die US-Heimat von Serien wie The Walking Dead und Better Call Saul, will seinen Streaming-Dienst AMC+ im ersten Quartal 2023 flächendeckend nach Zentral- und Osteuropa bringen, meldet "Broadbandtvnews". AMC+ will sich u.a. mit lokalen Eigenproduktionen von Netflix abheben und mit Kabel- und Satellitenbetreibern kooperieren. In Spanien fällt der Startschuss noch in diesem Monat.
broadbandtvnews.com via dwdl.de

Verfassungsschutz stuft Website “de.Indymedia” als linksextremistisch ein.

Radikal: Der Verfassungsschutz stuft die Website "de.Indymedia" als linksextremistisch ein. Im aktuellen Jahresbericht heißt es, die "Gesamtschau der Beiträge" zeige "eindeutig eine verfassungsfeindliche Linie". Die Internet-Plattform, auf der regelmäßig Bekenner-Schreiben, Aktionsaufrufe und Adressen mutmaßlicher politischer Gegner veröffentlicht werden, ist bereits seit 2020 ein Verdachtsfall.
welt.de

Google muss australischem Politiker rund eine halbe Mio Euro Schadenersatz zahlen.

Google muss einen australischen Politiker mit umgerechnet 466.000 Euro entschädigen, urteilt ein australisches Bundesgericht. YouTube-Videos eines Komikers hätten John Barilaro, Ex-Vize-Regierungschef von New South Wales, so stark traumatisiert, dass dieser sich vorzeitig aus der Politik zurückgezog. Der US-Konzern hatte die Clips zunächst nicht offline genommen.
stern.de, faz.net

Twitter: Elon Musk droht mit der Rücknahme seines Übernahmeangebots.


Twitter-Trouble: Tech-Milliardär Elon Musk droht erneut damit, die geplante Übernahme von Twitter platzen zu lassen. Konkret wirft der Tesla-Chef der Plattform einen Bruch der Übernahme-Bedingungen vor. Twitter weigere sich, eingeforderte Daten zu Fake-Konten und Spam-Bots offenzulegen, heißt es in einem offenen Brief seiner Anwälte. Seit dem 9. Mai habe Musk immer wieder nachgefragt, eine "zufriedenstellende Antwort" sei bis dato ausgeblieben. Twitter weist die Vorwürfe zurück, man habe bisher mit Musk kooperiert und werde dies auch weiterhin tun. Musk zweifelt an den offiziellen Zahlen, wonach von den insgesamt 229 Mio Accounts nur 5 % Fake sind.

Ende April hatte Musk angekündigt, Twitter für 44 Mrd Dollar zu kaufen. Seitdem hat es immer wieder Tumulte um den Twitter-Kauf gegeben, u.a. hat Musk einen niedrigeren Übernahme-Preis ins Spiel gebracht. Ohne Konsequenzen könnte Musk allerdings allerdings nicht aus dem Deal aussteigen: Scheitert der Kauf, blüht Musk eine Strafezahlung in Höhe von bis zu einer Mrd Dollar.

Ein Hin und Her veranstaltet Musk auch bei der Frage, wie viele Angestellte sein E-Autobauer Tesla künftig haben soll. Hatte Musk am Freitag noch angekündigt, wegen einem "super schlechten Gefühl in Bezug auf die Wirtschaft" etwa 10 % der 70.700 Mitarbeitenden zu kündigen, rudert er nur einen Tag später schon wieder zurück. In einem Twitter-Post kündigt er an, mehr Mitarbeitende auf Stundenbasis anstellen zu wollen. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen werde steigen, während die Zahl der Angestellten gleich bleibe.
finanzen.net, zeit.de, theverge.com, turi2.de (Background)