“Spiegel”: FischerAppelt berät Kai Gniffke.


Fishing for Compliments: ARD-Chef Kai Gniffke lässt sich in PR-Dingen noch bis Ende März von der Agentur Fischer­Appelt beraten, meldet der "Spiegel". Der SWR begründet das mit einem "umfang­reichen Reform­prozess" im Verbund, zudem sei der ARD-Vorsitz "deutlich früher als vor­gesehen" an Gniffke gegangen. Kosten nennt der Sender nicht. Die Autoren Alexander Kühn und Anton Rainer erinnern an eine Aussage Gniffkes aus dem Doppel-Interview mit Tom Buhrow Ende 2022. Darin hatte der Journalist prognostiziert, dass von der ARD-Reform Betroffene "jaulen und quieken" würden. Verdi hatte diese Wort­wahl kritisiert. Bei Fischer­Appelt arbeitet inzwischen u.a. Ex-ARD-Sprecher Birand Bingül.
"Spiegel" 05/23, S. 57, turi2.de (Doppel-Interview), turi2.de (Kritik an Gniffke)

Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod

BGH-Urteil: Amazon haftet nicht für Inhalte von Affiliate-Websites.

Klicks frei Haftung: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe schließt Amazon von der Haftung für die Inhalte externer Webseiten aus, die mit Werbe-Links auf den Online-Marktplatz verlinken. Geklagt hatte der Matratzenhersteller Bett1, dessen Matratze in einem fragwürdigen Produkt-Ranking mit Affiliate-Links zu Amazon beworben wurde. Der BGH bestätigt damit Urteile verschiedener Oberlandesgerichte.
sueddeutsche.de, t3n.de

Basta: Smartphone-Detox ist Auslegungssache.

Undigital Detox: Junge Menschen wie die Sängerin Camila Cabello sagen der Smart­phone-Sucht den Kampf an und steigen aufs gute alte Klapp­handy um. Das Retro-Teil postet sie bei Instagram, andere berichten bei TikTok von ihrem "Smart­phone-Detox". Das ist ungefähr so, als würden wir behaupten, der turi2-News­letter entstünde nach ausführlicher Telefon­buch-Recherche unter Kerzen­schein auf einer Olympia-Schreib­maschine.
faz.net (€), instagram.com

Google holt sich KI-Unterstützung von seinen Gründern.

Zu hülf: Der Aufsehen erregende KI-Chatbot ChatGPT ist für Google offenbar eine so große Bedrohung, dass das Unternehmen seine 2019 ausgeschiedenen Gründer Sergey Brin (Foto) und Larry Page zu Hilfe ruft. Laut "New York Times" sollen die beiden von Google-Chef Sundar Pichai beauftragt worden sein, neue KI-Funktionen für die Such­maschine zu finden. Google arbeite aktuell an einer eigenen Chatbot-Variante namens "Sparrow".
t3n.de, nytimes.com (€)

Wikipedia ist laut “FAZ” unter Corona-Dauerbeschuss.

Querdenker-Lobby: Einträge zum Thema Corona sind auf Wikipedia unter Dauerbeschuss, berichtet die "FAZ". Bei Artikeln mit Covid-Bezug gebe es häufig Nutzer-Beschwerden und Überarbeitungen. Die "FAZ" vermutet Einflussversuche von Corona-Leugnern und Querdenkern hinter den "Editierkriegen". Der Artikel "Falschinformationen zur COVID-19-Pandemie" sei beispielsweise besonders oft von sogenannten Vandalismus-Meldungen betroffen. Einträge zu "Covid-19-Pandemie" und "Covid-19-Pandemie in der Schweiz" seien inzwischen sogar geschützt und nur noch von verifizierten Wikipedia-Usern editierbar.
faz.net (€)

Die “Zeit” verlängert ihre Titelstorys künftig mit Scrollytelling ins Netz.

Scrollable Content: Die Zeit reichert die Titelstories der gedruckten Ausgabe künftig mit Bild, Video und Charts an und verlängert sie als interaktive speziell für Mobilgeräte angepasste Stories ins Netz. Dazu arbeitet der Verlag mit Scrollytelling zusammen, die auf das digitale Erzählformat spezialisiert sind. Die Zeit verschickt die sogenannten Scrollys u.a. über die Newsletter "ZEIT Brief" und "Freunde der ZEIT" an ihre Leserinnen. Den Anfang macht eine Geschichte zum Thema Greenwashing bei Unternehmen. Auch Spiegel Online und andere Medien nutzen diese Art des Storytellings bereits.
per Mail, zeit.scrlly.com

Studie: ProQuote beurteilt den Aufstieg von Frauen in Print- und Onlinemedien als “mühsam”.

Kein leichter Weg: Laut dem Verein ProQuote sind die meisten deutschen Medien weit von einer fairen Verteilung von Macht zwischen Frauen und Männern entfernt. Eine Studie, die der Verein heute vorlegt, zeigt etwa, dass nur 9 von 97 Regionalzeitungen ausschließlich von Frauen geführt werden – reine Männer-Riegen gibt es dagegen bei 77 Zeitungen. Bei den Leitmedien liegt der Anteil der Frauen in den Chefetagen insgesamt bei 38,9 %. Nur bei der "taz" kann man mit 64,2 % Frauenanteil von einer Chefinnen-Etage sprechen. Bei der "FAZ" liegt mit 23,9 % Frauen das meiste Testosteron in der Luft. Auch alle anderen Mediengattungen wie Zeitschriften, Online und Nachrichten-Agenturen bleiben männerdominiert. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen wächst aber fast überall. ProQuote kämpft sei zehn Jahren für ein ausgeglichenes Geschlechter-Verhältnis in den Medien.
pro-quote.de (Pressemitteilung), pro-qoute.de (78-Seiten-PDF)

kicker eSport und der Spezial-Vermarkter Pushfire machen gemeinsame Sache.

Kicker-Kooperation: Pushfire, Spezial-Vermarkter für die Millennial-Zielgruppe, übernimmt gemeinsam mit der Schwester-Agentur Player One die Vermarktung der Online-Marke kicker eSport. Dazu gehören die Auszeichnung "eFootballer des Jahres" sowie Formate bei Twitch. Ziel sei es, noch präziser jüngere Zielgruppen anzusprechen. Nicole Lange, Produktmanagerin E-Sport im Olympia Verlag, spricht von einer "strategischen Erweiterung, die nur logisch ist".
per E-Mail

“Bild” entschuldigt sich für Fake-Interview mit “Drachenlord” Rainer Winkler.

Interview mit einem Fabelwesen: Die "Bild" entschuldigt sich in ihrer Donnerstag-Ausgabe für ein Fake-Interview mit "Drachenlord" Rainer Winkler. Die Boulevardzeitung hatte Anfang des Jahres einen Artikel über den "meistgehassten Mann des Internets" mit Zitaten des YouTubers veröffentlicht, der in einem Livestream sein Mitwirken an dem Interview dementiert hat. Laut "Bild" habe man stattdessen "eine andere Person interviewt, die sich mit Fälschungen amtlicher Ausweisdokumente und hoher krimineller Energie" als Rainer Winkler ausgegeben habe.

"Bild" hatte die Interviewfragen nur schriftlich übermittelt und sei wohl auf einen gefälschten Twitter-Account reingefallen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der "Bild"-Artikel ist inzwischen offline. Ein anonymes Bekennervideo zeichnet nach, wie sogenannte Drachenlord-Hater "Bild" hinters Licht geführt haben wollen. Das Boulevardblatt kündigt an, Strafanzeige zu erstatten. Rund um den umstrittenen YouTuber "Drachenlord" hat sich ein Mob sogenannter Hater gebildet, die ihn sowohl im Netz als auch im realen Leben schikanieren.
sueddeutsche.de, rnd.de

YouTube teilt Werbeeinnahmen mit Shorts-Produzentinnen.

Kurz bezahlt: Die Produzentinnen hoch­kantiger Kurz­videos, sogenannter Shorts, werden von YouTube ab 1. Februar an den Werbe­ein­nahmen aus dem Format beteiligt, teilt die Video-Plattform und Google-Tochter mit. Der Schritt ist Teil eines Umbaus des Partner-Programms von YouTube. Alle Teilnehmenden, die dabei bleiben und weiter Geld verdienen wollen, müssen den geänderten Nutzungs­bedingungen bis 10. Juli zustimmen.
theverge.com, onlinemarketing.de, support.google.com

Nach saftiger Preiserhöhung: Verbraucherschutz bereitet eine Sammelklage gegen Dazn vor.

Sportliche Sammelklage: Der Verbraucher­zentrale Bundesverband will mit einer Musterfest­stellungsklage gegen die drastische Preiserhöhung des Sport-Streamers Dazn vorgehen. Seit August 2022 müssen Bestandskunden 29,99 Euro im Monat statt 14,99 Euro berappen. Der Verbraucherschutz hält die entsprechende AGB-Klausel für intransparent. Auf einer Website können betroffene Nutzer ihre Daten hinterlegen. Zu viel gezahlte Abo-Beiträge will der VBZV von Dazn für die Betroffenen zurückholen.
t3n.de, musterfeststellungsklagen.de, turi2.de (Background)

Frankreich will Influencern Verhaltensregeln auferlegen.

Spielregeln: Die französische Regierung plant einen Verhaltenskodex für Influencer. Bis Ende Januar dürfen die Franzosen auf einer Website Feedback zu möglichen Regeln geben. Dazu gehören die Rechte und Pflichten von Influencern und der Verbraucherschutz. Influencer spielten "eine Rolle in unserem täglichen Leben, das gibt ihnen eine besondere Verantwortung", twittert Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.
bild.de, twitter.com

Hör-Tipp: Google “ist vier bis fünf Jahre voraus”, glaubt Pip Klöckner.

Hör-Tipp: Tech-Podcaster Pip Klöckner glaubt nicht daran, dass die Künstliche Intelligenz ChatGPT Google den Garaus machen kann. Im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer wagt Klöckner traditionsgemäß einige Voraussagen für das neue Jahr. Der Suchmaschinen-Riese habe längst eigene KI-Fähigkeiten entwickelt, glaubt er. Diese würde Google aber nicht implementieren, um das eigene, lukrative Anzeigen-Geschäft nicht zu gefährden. ChatGPT beantwortet unmittelbar die vom User eingegebene Frage.
omr.com (95-Min-Audio)

Mastodon kann hohe Nutzerzahlen nicht halten.

Tröten wieder ab: Die vermeintliche Twitter-Alternative Mastodon zählt in der ersten Januar-Woche nur noch 1,8 Mio aktive User, 700.000 weniger als Anfang Dezember, meldet der "Guardian". Als Elon Musk Ende Oktober 2022 Twitter übernommen hat, gab es nur 500.000 Mastodon-Nutzer. Bis Mitte November hat das dezentrale soziale Netzwerk die 2-Mio-Marke geknackt.
theguardian.com via golem.de

Hör-Tipp: Warum mehrdeutige Emojis in der Rechtsprechung problematisch sind.

Hör-Tipp: In der Rechtsprechung führen die unterschiedlichen Bedeutungen von Emojis zu Problemen, sagt der Rechtswissenschaftler Matthias Pendl bei "Breitband" von Deutschlandfunk Kultur. Insbesondere bei Hate-Speech sei das zu beobachten, etwa wenn ein Zwinker-Smilie als als scherzhaft statt beleidigend wahrgenommen wird. Pendl wünscht sich daher ein größeres Problembewusstsein der Juristen. Oft würden die Bilder in Gerichtsentscheidungen nicht einmal abgebildet, sondern nur der Überbegriff "Emoji" in eckigen Klammern aufgeschrieben.
deutschlandfunkkultur.de (12-Min-Audio)

Biden-Karikatur: Facebook will ein satirisches Cover von “The Spectator” nicht anzeigen.

Satire darf nicht werben: Facebook lehnt eine bezahlte Anzeige des konservativen britischen Wochenmagazins "The Spectator" ab. Das Titelbild zeigt eine Karikatur von Joe Biden, auf dem der US-Präsident fünf Finger in die Luft hält, versehen mit der Überschrift "Six more years". Laut einer automatisierten Antwort von Facebook auf den Einspruch entspreche der Beitrag nicht den Werbe-Richtlinien. "Spectator"-Herausgeber Fraser Nelson wittert darin eine "Bot-Zensur". Das Cover sei "ein netter Witz" gewesen, "aber kein grausamer".
spectator.co.uk via bild.de

Alibaba-Gründer Jack Ma gibt die Kontrolle über die Ant Group ab.

Ali-byebye: Der Milliardär und Gründer der größten chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, gibt die Kontrolle über seinen Finanzkonzern Ant Group ab. Vor zwei Jahren hatten chinesische Aufsichtsbehörden einen 35 Mrd Dollar schweren Börsengang verhindert. Ma war nach Kritik an Chinas Finanzsystem offenbar in Ungnade gefallen und hatte sich Ende Oktober 2020 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Zitat: “Privates” im Netz oder vor Publikum ist nicht mehr privat, meint Laura Hertreiter.

"Privat ist nichts, wenn es erst mal hochgeladen oder vor Publikum ausgesprochen wurde."

"SZ"-Autorin Laura Hertreiter beobachtet den Trend, dass sich Funktions­trägerinnen wie Christine Lambrecht oder Tom Buhrow öffentlich "privat" äußern, auch wenn es in ihren Aussagen meist dennoch um ihren Beruf geht. Hertreiter hofft, dass weder Lambrechts Leute im Ministerium noch Buhrows Redenschreiber wirklich glauben, "dass das Argument der Privatheit im Ernstfall hilft".
"Süddeutsche Zeitung am Wochenende", S. 40 (€)

Deutsche Bahn wirbt mit Deichkind für digitales DB-Mobil-Angebot.

Ein bisschen Remmidemmi: Die Deutsche Bahn frischt die Website des eingestampften Kundenmagazins DB Mobil auf und startet eine digitale Content-Offensive. Als Zugpferd spannt Marketing-Chef Jürgen Kornmann die Band Deichkind vor den Karren, um in sozialen Medien zu punkten. Ein Exklusiv-Interview und ein Podcast mit Salwa Houmsi und Bandmitglied Philipp Grütering sind der Start einer umfassenden Werbekampagne und einer erhöhten "Aktualisierungsfrequenz" auf DB Mobil, berichtet "Horizont".
horizont.de (€), wuv.de (€),  turi2.de (Background)

Verfassungsschutz warnt vor Ausspähung durch im Netz veröffentlichte Daten.

Offene Geheimnisse: Das Bundes­amt für Verfassungs­schutz fordert Unternehmen und Behörden auf, weniger Informationen zu kritischer Infra­struktur oder Notfall­plänen im Internet zu veröffentlichen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Daten, Karten und Bau­pläne böten Hinweise auf etwaige Anschlags­ziele. Ausländische Geheim­dienste und andere mögliche Saboteure würden das Netz systematisch nach Informationen über Digital-, Strom- und Gas­netze absuchen.
sueddeutsche.de (€), tagesschau.de

Rumänien verhaftet umstrittenen Influencer Andrew Tate.

Knast-Influencer: Der umstrittene Influencer Andrew Tate ist in Rumänien fest­genommen worden. Die Behörden werfen ihm und seinem Bruder Menschen­handel, Vergewaltigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Seinen Aufenthalts­ort hat er womöglich durch seinen öffentlich aus­getragenen Streit mit Greta Thunberg verraten.
faz.net, bild.de, turi2.de (Background)

Twitter läuft nach stundenlangem Ausfall wieder.

Auf Standby: Der Kurznachrichtendienst Twitter läuft nach stundenlangen Ausfällen wieder. Vor allem Nutzer in den USA, Japan und Großbritannien konnten zeitweise weder über den Browser noch über die App auf den Dienst zugreifen. Es war eine der größten Störungen seit der Übernahme durch Elon Musk im Oktober. Musk selbst war von dem Ausfall offenbar nicht betroffen. Er antwortete per Tweet auf die Frage ob Twitter kaputt sei:  "Bei mir funktioniert's".
tagesschau.de, sueddeutsche.de

Online-Plattform Amal eröffnet Büro in Frankfurt.

Nochamal: Das Online-Medium Amal, das Nachrichten für Geflüchtete auf Arabisch, Dari und Ukrainisch publiziert, eröffnet nach Berlin und Hamburg einen Standort in Frankfurt. Ab Januar berichten dort sechs Medien­schaffende aus dem Gebäude des Gemeinschafts­werkes der evangelischen Publizistik. Das Projekt Amal entstand 2017 in Zusammen­arbeit mit der Evangelischen Journalisten­schule, mittlerweile hat es 25 Mitarbeitende.
faz.net (€), amalberlin.de

MDR-Sprecherin Anika Giese verlässt den Sender.

MDR und Sender-Sprecherin Anika Giese gehen ab Ende Januar getrennte Wege. Sie war erst Anfang August nach Leipzig gewechselt. Damals kam sie von Springer, wo sie digitale Transformation, Leadership, New Work und Business Strategie bei "Welt" und "Bild" verantwortet hatte. Bei ihrem Amtsantritt beim MDR wurde die ARD gerade durch den Skandal um die damalige ARD- und RBB-Chefin Patricia Schlesinger erschüttert. "Es war eine intensive Zeit, die ich nicht missen möchte. Dennoch habe ich mich entschlossen, eine neue Herausforderung anzugehen", kommentiert Anika Giese ihren Rückzug vom MDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Hacker fordert Twitter zum Kauf von 400 Mio gestohlenen Datensätzen auf.

Elon wird erpresst: Ein Hacker ruft Twitter-Chef Elon Musk dazu auf, 400 Mio gestohlene Datensätze von Nutzerinnen des Kurz­nachrichten­dienstes zu kaufen, um einer hohen Geldstrafe wegen Verstößen gegen den Datenschutz zu entgehen. Sollte Twitter nicht zustimmen, droht "Ryushi" mit dem Verkauf der Daten an Dritte. Die irische Datenschutz-Behörde prüft aktuell bereits ein anderes Twitter-Datenleck über 5,4 Mio Konten.
spiegel.de, ict-channel.com

Piers Morgans Twitter-Account fällt Hackern zum Opfer.

Uncensored: Der Twitter-Account des umstrittenen britischen Moderators Piers Morgan wurde gehackt, meldet der "Mirror". Am Dienstagmorgen waren dort unter Morgans Namen u.a. despektierliche Botschaften über die verstorbene Queen, Musiker Ed Sheeran und Ex-Premier Boris Johnson aufgetaucht. Das gesamte Profil ist mittlerweile leer. Hinter dem Hack steht laut "Mirror" offenbar die Gruppe "Chuckling Squad".
mirror.uk, dailymail.co.uk, twitter.com (Morgan auf Twitter)

Mobile Datennutzung steigt 2022 deutlich an.

Unterwegs-Streaming: Die deutschen Mobilfunk-Anbieter verzeichnen 2022 ein deutliches Wachstum beim mobilen Daten­aufkommen. Vodafone meldet ein Plus von 34 % auf gut 1,8 Mrd Gigabyte, bei der Telekom steigt der Traffic um 30 % auf 2,4 Mrd Gigabyte. Grund ist die zunehmende Nutzung daten­intensiver Dienste wie Video-Streaming, Instagram oder TikTok auch unterwegs.
handelsblatt.com (€), tagesschau.de

Elon Musk lässt Sicherheitsfunktion #ThereIsHelp bei Twitter abschalten.

Twitter nimmt unter Elon Musk das Sicherheits- und Hilfsangebot #ThereIsHelp offline. Die Funktion soll vor Fake-News schützen, dient aber auch der Suizid-Prävention – sie wurde seit fünf Jahren im Umfeld entsprechender Tweets angezeigt. Eine Twitter-Sprecherin sagt, die Funktion sei nur vorübergehend abgeschaltet.
golem.de, businessinsider.com

Update 26.12.:
Inzwischen ist die Hilfs-Funktion wieder online.

“Clap”: United Internet lässt Sky Deutschland offenbar fallen.

Dommer zieht weiter: Der Netz-Konzern United Internet soll sich aus den Verhandlungen um den Kauf von Sky Deutschland zurückgezogen haben, erfährt "Clap" aus "gut informierten Kreisen". Dem Unternehmen von Ralph Dommermuth sei demnach der Kaufpreis von Comcast zu hoch. Weiter im Rennen ist offenbar das französische Medienunternehmen Canal+.
clap-club.de, turi2. de (Background)

Nora Tschirner verletzt sich leicht bei “Dalli Dalli”-Aufzeichnung.

ZDF: Schauspielerin Nora Tschirner hat sich bei der Aufzeichnung eines "Dalli Dalli"-Specials mit Johannes B. Kerner leicht am Knie verletzt. "Bild" spricht zunächst von einem "Horror-Unfall", passt die Berichterstattung aber offenbar später an. Tschirner relativiert zuvor via Insta-Story: Es habe sich um "den lustigsten Unfall der Welt" gehandelt.
faz.net, bild.de, instagram.com

Zitat: Anne Karoline Frizen sieht wachsendes Bedürfnis nach Nachhaltigkeit in Unternehmen.

"Wir machen heute in puncto Nachhaltigkeit mehr als früher. Und in Zukunft müssen wir mehr machen als heute. Aber damit steht Burda ja nicht allein da."

Anne Karoline Frizen, Leiterin des Burda-Nach­haltig­keits­­programms Getting Better, äußert sich im turi2-Interview dazu, wie sich die Klima­schutz-Standards für Unternehmen im Laufe der Zeit erhöhen.
weiterlesen auf turi2.de

Hacker attackieren britischen “Guardian”.

Unguarded: Hacker haben die IT-Infrastruktur der britischen Zeitung "The Guardian" attackiert und Störungen im Betrieb verursacht. Der Verlag geht von einem Erpressungsversuch mit Ransomware aus. Die Veröffentlichung von Artikeln auf der Website und in der App seien jedoch nicht gefährdet. Auch bei der Produktion der gedruckten Donnerstagsausgabe erwartet das Blatt keine Probleme.
spiegel.de, theguardian.com

Kartellamt sieht Bedenken gegen Google News Showcase als ausgeräumt.


Wer hört, muss nicht fühlen: Das Kartell­amt stellt das Verfahren gegen das Nachrichten-Angebot Google Showcase ein. Google habe "wesentliche Anpassungen zum Vorteil von Verlagen vorgenommen" und damit die Bedenken der Behörde ausgeräumt, erklärt Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. Der Konzern hat u.a. bereits Anfang des Jahres davon abgesehen, die News in die allgemeine Google-Suche zu integrieren und den Verlagen ermöglicht, Leistungen nach dem Presse-Leistungs­schutz­recht geltend zu machen. Markus Runde und Christoph Schwennicke, Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Corint Media, bezeichnen den News Showcase als "Versuch Googles, die gesetzlichen Rechte von Presseverlegern zu umgehen". Die Vorgaben des Kartellamts machten dies aber nun schwerer.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Beschweren über rechtswidrige Inhalte in sozialen Netzwerke steigen stark an.

Steigender Unmut: Die Beschwerden beim Bundesamt für Justiz über rechts­widrige Inhalte in sozialen Netzwerken erreichen mit 1.513 Meldungen 2022 ihren Höhepunkt, berichtet das "Handelsblatt". Demnach handelt es sich um die höchste Anzahl seit Inkraft­treten des NetzDG 2017. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Beschwerden verfünffacht – 2021 sind nur 319 Beschwerden eingegangen.
handelsblatt.com

ARD stellt auch “Weltspiegel-Reportage” ein.

Programm gestutzt: Die ARD stellt nach dem Magazin "W wie Wissen" auch die "Weltspiegel-Reportage" ein. Die Auslandsreportagen hatten seit 2016 einen festen Sendeplatz am Samstagnachmittag. Um die thematische Lücke zu füllen, plant der Sender monatlich ein bis zwei Filme von Auslandskorrespondentinnen mit Fokus auf Auslandsthemen in Mediathek und TV.
wunschliste.de, turi2.de (Background)

Microsoft soll Corint Media mindestens 1,2 Mio Euro für Presseinhalte auf Bing zahlen.

Die Kasse bingelt: Im Streit mit Microsoft um Zahlungen nach dem Presse­leistungs­schutz­recht kann die Verwertungs­gesellschaft Corint Media einen ersten Zwischensieg einfahren. Die Schieds­stelle beim Deutschen Patent- und Markenamt schlägt vor, dass Microsoft für die Nutzung von Presse­inhalten in der Such­maschine Bing 1,2 Mio Euro an Corint Media zahlt. Microsoft stimme dem zu. Die Vergütung stellt laut den Geschäfts­führern Christoph Schwennicke und Markus Runde eine "einstweilige Regelung" dar, die endgültige Entscheidung folgt wohl spätestens Mitte 2023. Corint Media geht davon aus, dass die Vergütung "noch einmal deutlich über der interimistischen Zahlung liegen wird". Die Verwertungs­gesellschaft, die die Rechte von rund 350 Presse­angeboten vertritt, sieht in der Entscheidung der Behörde "ein entscheidendes Signal", mit der die Schiedsstelle "urheberrechtliches Neuland" betritt. Corint Media hofft, mit der Summe gut gerüstet in die Verhandlungen mit Marktführer Google zu gehen, dessen bisheriges Angebot im Vergleich dazu "deutlich unter dem Angebot Microsofts" liegt. Google hat bei der mobilen Suche einen Markt­anteil von 96 %. Bei den Desktop-Anfragen erzielt Google 80 %, Bing kommt auf 14 %.
pressebox.de, statista.de (Marktanteile), turi2.de (Background)

“Ein direkter Draht zum Vorstand hilft enorm” – Anne Karoline Frizen von Burda über Klima­schutz und Kreislauf­gedanken.

Burda buddelt: Echte Nachhaltigkeit in Unternehmen braucht ein eigenes Team, die Lust, Dinge auszu­probieren sowie die Unterstützung der Unternehmens­führung, sagt Anne Karoline Frizen. Sie leitet das Nachhaltigkeits­programm Getting Better von Hubert Burda Media, das u.a. lokale Projekte der regenerativen Landwirtschaft unterstützt. Im turi2-Interview erklärt Frizen, warum Burda bei der CO2-Kompensation “viel mehr, als wir müssten” macht, in welchen vier Bereichen sie die größten Einspar-Potentiale für Emissionen sieht und weshalb sich ihr Team “durch dutzende Kilo Hausmüll gewühlt” hat. Weiterlesen >>>

Viele Regierungen empfinden die DW als bedrohlich: Nadja Scholz über Zensur und Konstruktiven Journalismus.


Probleme und Lösungen: Das Interesse daran, wie Deutschland mit Krieg, Klimakrise und wachsendem Populismus umgeht, ist im Ausland sehr groß, sagt Nadja Scholz. Die neue Programmdirektorin der Deutschen Welle zieht im Interview mit turi2 Chefredakteur Markus Trantow Jahresbilanz. Sie erklärt, dass es die Medienschaffenden des deutschen Auslandssenders vor allem in China, Russland, der Türkei und im Iran in diesem Jahr besonders schwer hatten. Scholz sagt auch, dass der Sender nicht nur Probleme benennt, sondern auch Lösungsansätze liefert, um den Menschen zu zeigen, dass “wir sie nicht mit den Problemen der Welt alleine lassen”. Und sie erklärt, warum TikTok, Instagram und andere soziale Medien für die Arbeit der DW wichtig sind.
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Zahl des Tages: Nur 101 Verwaltungsleistungen lassen sich komplett online nutzen.

Zahl des Tages: Nur 101 von eigentlich bis Ende 2022 angedachten 579 Verwaltungs­leistungen können die Deutschen online erledigen, sagt eine Verivox-Analyse laut dem "Spiegel". 143 Leistungen seien zumindest teilweise online abrufbar, 326 hingegen gar nicht – im Vergleich zur vorherigen Auswertung im März sind lediglich zwölf neue dazugekommen.
spiegel.de

Jung von Matt, Brandneo, Kickz und Jacob Fatih gründen Metaverse-Unternehmen.

Zu viert ins 3D: Die Agenturen Jung von Matt und Brandneo, der Online-Shop Kickz und Unternehmer Jacob Fatih gründen ein Metaverse-Unternehmen. M3ta Collective soll Unternehmen helfen, ihre Produkte im Metaverse zu vermarkten. Teil des Joint Venture ist die Marke Kickzm3ta, die sich auf Mode und Kosmetik spezialisiert.
horizont.net (€), meedia.de

Verdi droht Twitter mit einer Strafanzeige.

Verdi vs. Vogel: Die Gewerkschaft Verdi droht Twitter in Deutschland mit einer Strafanzeige wegen "Behinderung der Betriebsratswahlen". Der Kurznachrichten-Dienst habe die Frist für die Herausgabe der Wählerliste verstreichen lassen, Verdi will jetzt per einstweiliger Verfügung an die Listen herankommen. Zuvor hatte Verdi bereits Kündigungsschutzklagen gegen die von Twitter auch in Deutschland ausgesprochenen Entlassungen eingereicht.
verdi.de, turi2.de (Background)