“Meedia”: Auch Funke will teilweise bei Online-IVW ausssteigen.

Ausgefunkt: Auch Funke will mit "einigen Marken" aus der Online-Reichh­weiten­messung der IVW aussteigen, berichtet "Meedia. Konkrete Namen will der Verlag nicht nennen, der Print-IVW aber weiter treu bleiben. Zuletzt hatte RTL angekündigt, sich mit seinen Angeboten aus der Online-Messung zu verabschieden.
meedia.de, turi2.de (Background)

5 % der Deutschen waren noch nie online.

Generation Offline: 3,1 Mio Menschen in Deutschland haben noch nie das Internet genutzt, sagt das Statistische Bundesamt. Das entspricht 5 % der 16- bis 74-Jährigen. Den größten Offline-Anteil gibt es mit 15 % in der Alters­gruppe der 65- bis 74-Jährigen. Selbst bei den 16- bis 44-Jährigen liegt der Anteil bei 2 %. Den niedrigsten Anteil an Offlinern haben in der EU Luxemburg, Dänemark, die Niederlande und Schweden, den höchsten Kroatien, Griechenland, Portugal und Bulgarien.
tagesschau.de, zeit.de

Video-Tipp: BSI-Kampagne nimmt smarte Hausgeräte als Datenspione ins Visier.

Video-Tipp: Das Bundesamt für Sicher­heit in der Informations­technik will im Rahmen der Kampagne #einfachaBSIchern humor­voll dafür sensibilisieren, dass auch smarte Haus­geräte eine Gefahr sein können. Die Verdächtigen in den drei Clips der Agenturen KNSK und Faktor3 sind ein Smart-TV, ein Saug­roboter und ein Router.
youtube.com (30-Sek-Video Saugroboter), youtube.com (30-Sek-Video Smart TV), youtube.com (30-Sek-Video Router)

Deutsche Bahn testet 5G-Empfang im ICE.

5G-Express: Die Deutsche Bahn testet in Mecklenburg-Vorpommern seit heute den 5G-Empfang an Bord eines ICEs. Die zehn Kilometer lange Teststrecke wurde mit 13 Funk­masten ausge­stattet, deren Antennen auf die Bahn­strecke ausgerichtet sind. Der Test soll zeigen, wie gut die Verbindung in fahrenden Zügen ist, insbesondere beim Wechsel von einer Funkzelle in die nächste.
heise.de, tagesschau.de

Lese-Tipp: Richard Gutjahr fürchtet synthetisch erzeugte Inhalte und KI-gesteuerte Avatare.

Lese-Tipp: Digital-Experte Richard Gutjahr ist besorgt über die Pläne der großen Tech-Konzerne, "synthetisch erzeugte Inhalte und KI-gesteuerte Avatare" auf die Mensch­heit loszu­lassen. Meta, TikTok, X und Google hätten gezeigt, dass ihnen "im Kampf um Reichweite und Engagement offenbar jedes Mittel recht" sei, schreibt Gutjahr im "Journalist". Aus den sozialen Netzwerken von früher, wo echte Menschen sich ausgetauscht haben, seien reine "Medien­abspielkanäle geworden".
journalist.de

Digital-Skepsis in Deutschland steigt laut D21-Digital-Index.

Digitalisierung auf der Überholspur: Die Deutsche Gesellschaft wird zwar digitaler, steht der Digitalisierung gleichzeitig aber skeptischer gegenüber, geht aus dem D21-Digital-Index 2023/24 der Initiative D21 hervor. Der Digital-Index-Wert steigt im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt auf 58 von maximal 100 Punkten. Die Studienautoren stellen aber eine zunehmende digitale Spaltung in der Gesellschaft fest. Immer mehr Menschen laufen Gefahr, den digitalen Anschluss zu verlieren.
sueddeutsche.de

X-Alternative Bluesky ermöglicht Registrierung ohne Einladung.

Tag der offenen Himmelstür: Der Kurz­nachrichten­dienst Bluesky von Twitter-Miterfinder Jack Dorsey ist nun für alle Interessierten offen. Bisher kamen neue Mitglieder nur auf Einladung oder über eine Warte­liste rein. Bluesky hat derzeit 3 Mio Nutzer, durch die Öffnung könnten es bald deutlich mehr werden.
t3n.de, techcrunch.com

Meta steigert Quartalsumsatz um 25% auf 40,1 Mrd Dollar.

Zahltag: Facebook-Mutterkonzern Meta meldet für das abgelaufene Quartal ein Umsatzwachstum von 25 % auf 40,1 Mrd Dollar. Der Gewinn legte von 4,6 Mrd auf 14 Mrd Dollar zu. Das Unternehmen zahlt erstmals eine Dividende aus. Anleger hatten weniger gute Zahlen erwartet, weil Meta viel Geld in den Ausbau virtueller Welten investiert. Dieser Geschäftsbereich verzeichnet zwar steigende Umsätze, unterm Strich steht aber ein Verlust in Höhe von 4,65 Mrd Dollar.
handelsblatt.com (€)

Verbraucherschützer klagen gegen Amazon wegen Werbung bei Prime Video.

Werbeblocker: Der Verbraucherzentrale Bundesverband geht wegen der Einführung von Werbung bei Prime Video gerichtlich gegen Amazon vor. Ab kommender Woche müssen Nutzerinnen des Streamingdienstes in Deutschland für eine werbefreie Version 2,99 Euro monatlich draufzahlen, allen anderen werde ohne aktive Zustimmung Werbung aufgedrückt. Verbraucherschützerin Ramona Pop sieht darin "eine wesentliche Vertragsänderung" und damit eine Missachtung von Verbraucherrechten. Der Verbraucherverband hatte Amazon zunächst abgemahnt.
handelsblatt.com (€)

Konzertierte Aktion: Stiftungen verlassen X.

Gehen stiften: Die Zeit Stiftung Bucerius zieht sich von X zurück – gemeinsam mit dem Bundes­verband Deutscher Stiftungen, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Volkswagen­Stiftung. Seit der Über­nahme durch Elon Musk habe sich X zu einer "Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammen­halt und unsere demokratische Ordnung" entwickelt, teilen die Organisationen in einer Erklärung mit und laden andere Stiftungen ein, ihnen zu folgen.
zeit-stiftung.de

US-Handelsaufsicht ermittelt wegen KI-Investitionen der Tech-Riesen.

KI-Konzentration: Die US-Handels­aufsicht ermittelt bezüglich der Milliarden­investitionen von Microsoft, Amazon und Google in die KI-Start­ups OpenAI und Anthropic. Dabei geht es um die Frage, ob die Tech-Riesen zu viel Markt­macht ausüben. Die "Konzentration von KI-Modellen" berge "enorme Risiken", auch in Bezug auf die Privatsphäre, sagt Kommissarin Rebecca Kelly Slaughter.
nytimes.com (€), mediapost.com

Handelsverband BEVH meldet zweistelligen Umsatzrückgang im Onlinehandel.

Nicht in Kauflaune: Der Branchenverband BEVH meldet für 2023 einen Umsatzrückgang im Onlinehandel um 11,8 % auf 80 Mrd Euro. Der Online-Anteil am gesamten Einzelhandel ist ebenfalls rückläufig. Verbandspräsident Martin Groß-Albenhausen erklärt den Rückgang u.a. mit der angespannten politischen Lage und ausbleibenden Impulskäufen, rechnet für 2024 aber wieder mit einem Umsatzwachstum.
bevh.org, sueddeutsche.de

Zahl des Tages: Digitalisierung hat während Corona 130 Mrd Euro Wirtschaftskraft gerettet.

Zahl des Tages: Bis zu 130 Mrd Euro Wirtschaftskraft hat die Digitalisierung in Deutschland während der Corona-Krise gerettet, sagt eine Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag von Vodafone. Maßnahmen wie Home Office oder der digitale Warenverkehr hätten die Corona-Folgen ähnlich stark abgemildert wie staatliche Rettungspakete. Je nach Sichtweise könne die Zahl aber auch konservativ betrachtet werden, sagt Studienautor Andreas Sachs, da sehr große Teile der Volkswirtschaft sowieso nur dank digitaler Vernetzung funktionierten.
rp-online.de, prognos.com

Reuters: Reddit geht im März an die Börse.

Goes public: Die Online-Plattform Reddit geht angeblich noch in diesem Frühjahr an die Börse, hört Reuters von einem Insider. Es gebe detaillierte Pläne für den lang angekündigten Schritt an den Aktienmarkt. Das US-Unternehmen wolle 10 % seiner Anteile verkaufen und noch im Februar auf einer Investoren-Tour Kapitalgeber werben, bevor im März der Schritt auf's Börsenparkett folgen soll.
reuters.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Der Chatdienst Discord entlässt 17% seiner Belegschaft.

Schlanker ins neue Jahr: Der Chatdienst Discord entlässt 17 % seiner Mitarbeitenden. CEO Jason Citron begründet den Personalabbau von rund 170 Stellen damit, die Belegschaft sei zu schnell gewachsen und koste das Unternehmen Agilität. Die Messaging-App hatte bereits 2023 einen Teil seiner Belegschaft vor die Tür gesetzt.
theverge.com

Xing-Mutter New Work streicht rund 400 Jobs.


No Work: Das Job-Netzwerk Xing streicht "rund 400 Arbeitsplätze". Petra von Strombeck, CEO der Mutterfirma New Work, kündigt einen umfassenden Konzernumbau an. Der Linked-in-Konkurrent mit rund 2.000 Mitarbeitenden rechnet für 2024 mit einem deutlichen Gewinnrückgang und sinkenden Umsätzen. Mit Investitionen in die Marken Xing und die Arbeitgeber-Bewertungs­­­plattform Kununu, Fokus auf Recruiting und höherem Marketing-Budget will New Work gegensteuern.

New Work gehört mehrheitlich zum Medienkonzern Burda, der diese Woche überraschend die Trennung von seinem Vorstandsvorsitzender Martin Weiss bekanntgegeben hat. Weiss ist auch Vorsitzender des Aufsichtsrats bei New Work, was er laut dpa mindestens bis zur nächsten Hauptversammlung auch bleibt.
manager-magazin.de,t-online.denew-work.se (Adhoc), new-work.se (Interview mit von Strombeck), turi2.de (Background)

Korrektur 12.1.2024: In einer früheren Fassung hieß es, auch bei der Arbeit­geber-Bewertungs­­plattform Kununu würden Jobs wegfallen. Das ist nicht richtig. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Influencerin Bianca Claßen erklärt ihre lange Social-Media-Pause.

Bibi is back: Influencerin Bianca Claßen, 30, bisher bekannt als "Bibi", meldet sich nach 20 Monaten Pause zurück – mit neuem Look und nun als Bianca. In einem ausführlichen Instagram-Post schreibt sie, sie habe Social Media mehr als zehn Jahre "in einem extremen Ausmaß" ausgeübt, dass sie am Ende "nicht mehr konnte und wollte". Sie wolle künftig "niemals mehr den Druck" haben, "etwas teilen und posten zu müssen". Sie und ihr früherer Ehemann Julian Claßen waren einst das Vorzeige-Paar bei YouTube. 2022 kam die Trennung.
spiegel.de, t-online.de, instagram.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Miriam Meckel über KI, Maschinisierung des Menschen und die Plattform X.

Hör-Tipp: "Wir sind gerade dabei, uns Menschen zu Maschinen werden zu lassen", kritisiert Kommunikations­wissenschaftlerin und Ada-Mit­gründerin Miriam Meckel im Podcast "Handels­blatt Disrupt". Die Anforderung sei, "immer besser, immer schneller, immer getakteter" funktionieren zu müssen. Gleichzeitig glaubt Meckel, dass die Menschheit mithilfe von KI "eine nächste evolutionäre Entwicklungs­stufe" erreichen kann – "wenn wir es richtig machen". Auf der Plattform X unterwegs zu sein ist für Meckel inzwischen ein "Kampf des Bullshit. Damit möchte ich meine Zeit nicht verschwenden."
spotify.com (66-Min-Audio)


Medienaufsicht: Verstöße von Influencerinnen gegen Kennzeichnungspflicht haben sich 2023 verdreifacht.

Ohne Werbefilter: Influencerinnen machen Werbung häufig nicht kenntlich, meldet die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten am Donnerstag in Berlin. Die Zahl der Verstöße im Influencer Marketing gegen die Kennzeichnungspflicht von Werbeinhalten habe sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. So sei in 12 Entscheidungen die fehlende Trennung von Programm und Werbung festgestellt und in 6 Fällen ein Bußgeld verhängt worden. Bei den meisten Werbeverstöße werde bereits im Vorfeld durch nachträgliche Kennzeichnung nachgebessert.
kek-online.de

ProSiebenSat.1 gibt kommendes Jahr 80 Mio Euro mehr fürs Programm aus.

ProSiebenSat1-P7S1- KonzernlogoBye,bye Hollywood: Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 steigert trotz Sparprogramm im kommenden Jahr die Investitionen ins eigene Programm um 80 Mio Euro auf 1,05 Mrd Euro, teilt das Unternehmen am Dienstag mit. Der Fokus liege dabei auf dem konzerneigenen Streamingdienst Joyn und exklusiven, lokalen Inhalten für die Primetime von Sat.1 und ProSieben statt Hollywood-Produktionen. Ziel sei es, Joyn zur "führenden werbefinanzierten Entertainment-Plattform" im deutschsprachigen Raum zu machen und die Verknüpfung mit den linearen TV-Sendern voranzutreiben. Eigenen Angaben zufolge zählt Joyn 3,8 Mio monatliche Nutzerinnen.
prosiebensat1.com, dwdl.de

BR und WDR rechnen 2024 mit hohen Fehlbeträgen, RBB mit Plus.

Gürtel enger schnallen: Der BR und WDR planen im kommenden Jahr mit einem deutlich Minus, während der RBB für 2024 von einem positiven Ergebnis ausgeht. Das geht aus den am Dienstag von den Rundfunkräten genehmigten Wirtschaftsplänen hervor. Der BR rechnet demnach mit einem Fehlbetrag von knapp 49 Mio Euro und muss an seine Rücklagen. Der WDR plant mit einem Defizit in Höhe von 112,7 Mio Euro. Grund sind allgemeine Teuerungen und kostspielige Sport-Großereignisse wie etwa die Olympischen Spiele in Paris oder die Fußball-EM. Beim in die Kritik geratenen RBB dagegen fruchten die Sparmaßnahmen und sorgen für einen einen Überschuss von 3,8 Mio Euro.
dwdl.de, presseportal.de, epd.de (€)

Plattradio soll Programm wegen fehlender Staatsferne einstellen.

Wird platt gemacht: Der Medienrat der Medienanstalt Hamburg/Schleswig Holstein zieht der Niederdeutschen Medienplattform Plattradio den Stecker. Das fast ausschließlich vom Kultusminsterium des Landes Schleswig-Holstein finanzierte Angebot, verstoße gegen das Gebot der Staatsferne und sei deshalb mit sofortiger Wirkung einzustellen. Plattradio sendet seit Anfang September Programm in plattdeutscher Sprache und arbeitet mit dem NDR zusammen.
radioszene.de

Twitch ändern Regeln für sexuelle Inhalte.

Mehr Brust: Die Streaming-Plattform Twitch schafft mit Regeländerung mehr Klarheit für sexuelle Inhalte. Künftig sind Streams, bei denen Brüste, Gesäß oder Beckenbereich hervorgehoben werden oder animierte Genitalien zu sehen sind, mit entsprechender Kennzeichnung erlaubt. Pornografische Inhalte bleiben verboten. Auslöser für die Änderung dürfte ein virales Video der Streamerin Morgpie gewesen sein. Das mittlerweile gesperrte millionenfach gesehene Video zeigt Morgpie mit freiem Oberkörper, ohne dass ihre Brüste tatsächlich zu sehen sind.
t3n.de, twitch.com

dpa startet Videoprojekt gegen Fake News.

Mit Cola anstoßen: Die dpa startet ihr mit 500.000 Euro von der EU gefördertes Videoprojekt gegen Fake News Think Twice. Im ersten Video klärt Influencerin Elisabeth Edich über die Falschbehauptung auf, die EU habe Cola verboten. Im nächsten Schritt sollen begleitende Lehrmaterialien für Schulen angeboten werden und ab April 2024 sich junge Menschen in einer Community mit virtuellem Newsroom zusammenschließen, an Workshops teilnehmen und eigene Videos erstellen können.
presseportal.de, instagram.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Taiwan an Schulen für Fake News sensibilisiert.

Video-Tipp: Taiwan wird seit langem von einer Flut von Fake News überschwemmt, Experten schreiben der Volks­republik China eine zentrale Rolle zu. Typische Narrative sind z.B. angebliche Versorgungs­engpässe oder der Versuch, die USA als Schutz­macht Taiwans zu diskreditieren, berichtet der "Welt­spiegel". Vor der Präsident­schafts­wahl im Januar setzt eine Gegen­strategie an Taiwans Schulen an, wo junge Menschen lernen sollen, Falsch­nachrichten zu erkennen.
tagesschau.de (6-Min-Video)

Amazon startet Testlauf für Lebensmittel-Abo.

Frei Haus: Online-Riese Amazon startet testweise ein neues Lebensmittel-Abo für Prime-Mitglieder. Abonnenten sparen sich für 9,99 Dollar pro Monat die Lieferkosten für Lebensmittel-Einkäufe ab einem Bestellwert von 35 Dollar bei Whole Foods Market und Amazon Fresh. Alternativ können sie sich ihre Einkäufe innerhalb von 30 Minuten nach Bestellungen zur Abholung bereitstellen lassen. Zunächst startet das Abo in Denver, Sacramento und Columbus.
techcrunch.com

Epic Games veröffentlich Lego-Version seines Spieleklassikers “Fortnite”.

Klotzen nicht kleckern: Spiele-Hersteller Epic Games veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Lego das Spiel "Lego Fortnite". Gamer können darin mit Lego-Bauklötzen eigene virtuelle Welten bauen und ums Überleben kämpfen. Das Videospiel soll offenbar dem meistverkauften Videospiel der Welt "Minecraft" Konkurrenz machen.
fortnite.com, heise.de

Funke kauft Musik-Portal Schlager.de

Zuschlager: Funke Digital übernimmt das Musikportal Schlager.de von Gründer und Inhaber Gregor Nebel, dem Sohn von TV-Moderatorin Carmen Nebel. Zum Kaufpreis schweigen beide Parteien. Die Seite, die nach eigenen Angaben Deutschlands größtes Schlager-Angebot ist, wird Teil der Funke-Boulevard­portale wie derwesten.de oder Moin.de unter Chef­redakteurin Bettina Steinke.
funkemedien.de, kress.de

BCN-Geschäftsführer Tobias Conrad will Print mit Events stärken.


Print-Verfechter: Im Januar starten Burda, Funke und Klambt die gemeinsame Vermarktung unter dem Dach von BCN, im Antritts­interview bei "Horizont" steckt Geschäfts­führer Tobias Conrad das Feld ab und äußert Kritik an den Versäumnissen der Branche. Manche Verlags­leute würden "ihre Gattung gerne mal totreden", beklagt Conrad. Er beobachte aber, dass Print weiterhin sehr wirkungs­stark sei, "allerdings in seiner Selbst­darstellung viel zu wenig daraus" mache. Mit BCN will Conrad "ein wahr­nehmbares und selbst­bewusstes Gattungs­marketing" anschieben. Ein wichtiger Baustein sollen dabei Events sein, auf denen "Werbekunden die Leistung und Stärken der Gattung erleben können". Wenn jemand ins Suchfeld bei Amazon oder Google eine bestimmte Marke eintippe, habe die Werbeleistung, also die Awareness-Bildung für diese Marke, schon vorher statt­gefunden, "meist durch analoge und digitale Werbung in klassischen Medien", argumentiert Conrad. Im Mediamix sei Print dennoch "nicht in dem Maße repräsentiert, wie es der Gattung aufgrund ihrer Reichweite und ihrer zigfach nach­gewiesenen Werbewirkung gebührt". Auch wenn Conrad, der selbst aus der Digital-Welt kommt, Print hochhält, ist ihm klar: "Das Wachstum von BCN liegt klar im Digitalen." Den Schulter­schluss mit anderen Publishern sieht er als Notwendigkeit an: "Wenn wir uns jetzt nicht konsolidieren, dann gibt es uns bald nicht mehr." Es gehe darum, "die Werbekrümel zu verteidigen, die uns die großen Internet­plattformen aus den USA und China übriglassen". Er erwartet, dass es in Deutschland perspektivisch "am Ende nur noch drei oder vier große Vermarkter" geben wird, von denen BCN einer sein will.
"Horizont" 48-49/2023, S. 10/11 (€)

Hessische Internet-Firma hat libanesischen Propaganda-Kanal verbreitet.

Terror-Verbreitung: Der in Deutschland verbotene libanesische Propaganda-Sender Al-Manar TV hat sein Programm bis vor Kurzem über Server einer Firma in Hessen verbreitet, berichtet "Report München". Der Geschäfts­führer der Firma sagt, er vermiete nur den Server und habe auf den Inhalt keinen Zugriff, zudem hätten die Behörden ihn nicht informiert. Inzwischen sendet der Hisbollah-Kanal über Server in Frankreich.
br.de, tagesschau.de

Datenschützer reichen Beschwerde gegen Abo-Gebühren für Facebook und Instagram ein.

Zahlen oder Zustimmen: Die Daten­schutz-NGO Noyb reicht bei der österreichischen Daten­schutz­behörde eine Beschwerde gegen Meta ein. Anlass ist die kürzlich einge­führte Praxis, Nutzerinnen vor die Wahl zu stellen, personalisierter Werbung zuzustimmen oder für die Nutzung von Facebook und Instagram zu bezahlen. Noyb argumentiert, dass Meta den Abopreis unverhältnis­mäßig hoch ansetze und das Grundrecht auf Daten­schutz damit Reichen vorbe­halten bleibe.
netzpolitik.org, noyb.eu, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Medienkompetenz hilft am besten gegen Desinformation.

Lese-Tipp: Keine Social-Media-Plattform schafft es, die Masse an Desinformation "tatsächlich und nachhaltig in den Griff zu bekommen", resümiert Caroline Lindekamp, Leiterin des Forschungsprojekts noFake. Die Plattformen seien nur gut darin, "ihre Bemühungen image­wirksam nach außen zu tragen". Faktenchecks könnten nur nachträglich, Falsch­informationen widerlegen. Wichtig sei daher, Menschen durch Prebunking zu befähigen, manipulierende Inhalte zu erkennen und zu entlarven.
journalist.de

Zahl des Tages: Mail-Anbieter melden neuen Spam-Rekord zur Black Week.

Zahl des Tages: Rekordverdächtige 1,65 Mrd Spam-Mails in nur einer Woche melden die Mail-Dienste GMX und Web.de. Bisher lag die Menge an abgefangenen Spam-Mails mit vermeintlichen Schnäppchen-Angeboten zum Black Friday bei rund 1,5 Mrd Nachrichten pro Woche. Neben nerviger Werbung nimmt auch die Zahl krimineller Phishing-Mails zu. Vorsicht sei vor allem bei Paketdienst- und Shopping-Mails geboten.
newsroom.gmx.net

“Ich gehe selten raus” – Jasmin Gnu ist Deutschlands erfolgreichste YouTube-Zockerin.


Mit den Hörnern voran: Jasmin Sibel alias “Gnu” ist Deutschlands größte Gaming-YouTuberin. Mit gemütlichem Zocken hat ihr Job allerdings wenig zu tun. Im Porträt in der turi2 edition #22 spricht Sibel von sexistischen Kommentaren und schädlichen Schönheits­idealen, durch die sie eine Ess­störung entwickelt. Heute sagt sie: “Ich habe meine Community gut im Griff.”
weiterlesen >>>

Zitat: Daten holen Menschen im Netz aus der Anonymität, sagt Schufa-Chefin Tanja Birkholz.

"In der digitalen Welt sind wir alle anonym, wir kennen einander nicht. Das heißt, Daten ersetzen im Grunde das, was man früher beim Tante-Emma-Laden hatte: Man war bekannt. Weil man jeden Samstag die Brötchen gekauft hat, vielleicht auch mal anschreiben lassen hat, aber man hat immer wieder bezahlt."

Schufa-Chefin Tanja Birkholz wirbt im "FAZ"-Interview dafür, dass Daten auch "eine Chance geben, an Geschäfts­prozessen teilzunehmen" und "maximale Daten­sparsamkeit nicht zu größt­möglicher Teilhabe" führe.
zeitung.faz.net (€)

Hör-Tipp: KI-Inhalte lasen sich immer schwieriger als solche erkennen.

Hör-Tipp: KI-generierte Bilder zum Nahost-Konflikt verbreiten sich tausend­fach im Netz und lassen sich zunehmend nicht mehr als solche erkennen. Gregor Schmalzried und Fritz Espenlaub diskutieren im "KI-Podcast" von BR und SWR die Pläne, KI-Inhalte verpflichtend zu kennzeichnen. Realistischer sei womöglich, bei allen Inhalten künftig erst einmal davon auszugehen, dass sie manipuliert sind, es sei denn, eine Art "Güte­siegel" zeichne sie als echt aus.
br.de (25-Min-Audio)

Unesco fordert Regulierung gegen Hass und Desinformation im Netz.

Diskussionskultur: Die UN-Kultur­organisation Unesco fordert die Schaffung unabhängiger öffentlicher Regulierungs­behörden, um Desinformation und Hass in sozialen Netz­werken einzudämmen. Diese müssten einen klaren Auftrag haben und mit ausreichend Mitteln zur Umsetzung ihrer Aufgaben ausgestattet sein.
rp-online.de, unesco.org

Hör-Tipp: Der RBB und das DFKI untersuchen den Einfluss von KI auf unser Leben.

Hör-Tipp: Der RBB und das Deutsche Forschungs­zentrum für Künstliche Intelligenz starten einen Podcast über KI. Die Hosts von "KI – und jetzt? Wie wir Künstliche Intelligenz leben wollen" sind ARD-Journalistin Nadia Kailouli und DFKI-Experte Aljoscha Burchardt. In den ersten beiden Folgen geht es um die Gefahr von Deepfakes und das Phänomen virtueller Influencerinnen. Der Podcast erscheint immer freitags.
ardaudiothek.de (jeweils 30-Min-Audio)



Luisa Neubauer und Co distanzieren sich nach antisemitischem Post von Fridays for Future International.

Verschworene Gemeinschaft: Die Klima-Bewegung Fridays for Future Deutschland distanziert sich von einem antisemitischen Instagram-Post der internationalen Schwester-Organisation. Darin heißt es u.a., der Nahostkonflikt sei ein gezielter Genozid und "westliche Medien" würden ihn als "kompliziert" bezeichnen, um Menschen davon abzuhalten, sich darüber zu informieren. Der deutsche Ableger um Luisa Neubauer schreibt in einem Statement auf Instagram, der Beitrag sei weder abgestimmt, noch gebe es eine inhaltliche Übereinstimmung. Medien wie die "taz" fordern statt Gegenrede eine klare Abgrenzung zu Antisemitismus. (Bild: picture alliance/dpa / Soeren Stache)
taz.de, t-online.de

Bloomberg: Netflix drängt in den Einzelhandel.

Netflix & shop: Streaming-Gigant Netflix plant die Eröffnung einer eigenen Ladenkette, meldet Bloomberg. Erste Stores öffnen demnach 2025 in den USA unter dem Namen Netflix House und sollen Nutzerinnen mit Merchandising-Artikeln aber auch Lebensmitteln von der Couch locken. Der Streamingdienst wolle so das Engagement der Fans für Filme und Serien erhöhen und neue Einnahmequellen erschließen.
bloomberg.com (€), theverge.com

Google wehrt sich gegen Zerschlagung durch die EU.

Not for sale: US-Konzern Alphabet will sich mit allen Mitteln gegen eine mögliche Zerschlagung des Online-Werbegeschäfts durch die EU wehren, berichtet Bloomberg. Der Google-Mutterkonzern habe den EU-Wettbewerbshütern in einem Schreiben mitgeteilt, einen von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager geforderten Zwangsverkauf nicht zu akzeptieren. Der Suchmaschinengigant wolle formell gegen die Ermittlungsergebnisse der EU Einspruch einlegen. Die EU sieht nach jahrelangen Ermittlungen in der bevorzugten Anzeige beworbener Suchergebnisse in den Google-Suchanfragen einen Verstoß und will die Marktmacht von Google eindämmen.
bloomberg.com (€), derstandard.at

Zahl des Tages: München ist laut Bitkom digitalste Stadt Deutschlands.

Zahl des Tages: Mit 84,5 von 100 möglichen Punkten verdrängt München im Smart City Index Hamburg als digitalste Stadt Deutschlands. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst attestiert deutschen Städten ein steigendes Tempo bei der Digitalisierung, sieht aber auch ein starkes  Leistungsgefälle. Das Sorgenkind sei ausgerechnet die Startup-Hochburg Berlin, die in "allen Bereichen nachgelassen" habe.
rnd.de

Bundeskartellamt und Google einigen sich im Streit um mehr Kontrolle bei Datenverarbeitung.

Mehr Kontrolle: Nutzende bestimmter Google-Dienste wie Gmail erhalten nach einer Einigung zwischen dem Bundeskartellamt und Alphabet mehr Mitspracherecht bei der Weiterverarbeitung ihrer Kundendaten. Das Kartellamt hatte den Google-Konzern zuvor abgemahnt, ursprünglich aber die Begrenzung von deutlich mehr Google Diensten angepeilt, als der Kompromiss nun umfasst.
tagesschau.de

Meta plant Abo-Modell für werbefreie Facebook-Nutzung.


Abo statt Werbung: Der Social-Media-Konzern Meta denkt offenbar über ein werbefreies Bezahl­angebot für Facebook und Instagram nach, berichtet das "Wall Street Journal". Meta reagiere damit auf schärfere Daten­schutz­bestimmungen für personalisierte Werbung in der EU. Die Hoffnung sei, dass eine werbefreie Version die Bedenken von Regulierungs­behörden eindämmen könnte. Im Gespräch seien 10 Euro im Monat. Für ein Abo am Smartphone würde Meta 3 Euro aufschlagen, die Apple und Google vom Kauf­preis einbehalten. Für jeden weiteren verknüpften Account sollen weitere 6 Euro anfallen. Ob die Regulierer in Brüssel und am europäischen Meta-Hauptsitz in Irland sich darauf einlassen, sei unklar.
wsj.com (€), spiegel.de, tagesschau.de

Basta: ZDF ist offline.

Mit dem Zweiten ist man offline: Bauarbeiten in Mainz haben eine Hauptleitung gekappt, die das ZDF ans Internet anschließt. Webseiten und Mediathek sind nicht erreichbar, auch das TV-Programm war betroffen. Die größte Hoffnung ruht nun wohl darauf, dass bei "Bares für Rares" jemand vorbeikommt, der ein altes Modem loswerden will.
dwdl.de

Wegweisender Prozess gegen Google in den USA hat begonnen.

Google steht in den USA wegen möglicher Wett­bewerbs­verstöße vor Gericht. Die Regierung wirft dem Tech-Konzern vor, durch Verträge mit Handy­herstellern sicher­gestellt zu haben, dass seine Such­maschine zur Standard­einstellung auf den Geräten gehört. Ein Schuld­spruch könnte laut Expertinnen weitreichende Folgen für die Branche haben.
cnn.com, zeit.de

Ein Drittel der Minderjährigen hat schon mal Pornos gesehen.

Nackte Tatsachen: Mehr als ein Drittel der Minder­jährigen in Deutschland zwischen 11 und 17 Jahren hat online schon mal porno­grafische Fotos oder Videos gesehen, sagt eine Umfrage der Medien­anstalt NRW. Bei Mädchen zwischen 14 und 17 sind es 45 %, bei gleich­altrigen Jungs sogar 59 %. Ihren ersten Porno hätten die meisten Befragten zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr gesehen. 25 % geben an, dass ihnen die Fotos oder Videos unfreiwillig gezeigt oder zugeschickt wurden.
n-tv.de, medienanstalt-nrw.de