Zahl des Tages: t3n kassiert für das Membership-Model 19 Euro im Monat.

Zahl des Tages: Monatlich 19 Euro kostet der Zugang zum neuen Membership-Model des Tech-Magazins t3n, schreibt New Business. Zu den Vorteilen einer Mitgliedschaft zählt u.a. ein vierteljährlich erscheinendes Print-Magazin, ein Freikontingent für kostenpflichtigen Online-Content sowie Fragerunden mit Expert*innen. t3n feiert 15-jähriges Jubiläum.
new-business.de

Snapchat will Trump-Beiträge nicht mehr prominent platzieren.

Snapchat platziert Beiträge von US-Präsident Trump künftig weniger prominent, indem die Beiträge nicht mehr im "Discover"-Bereich erscheinen. Dort zeigt die Plattform als besonders relevant eingestufte Inhalte an. Snapchat wolle kein Verstärker für rassistische Stimmen sein und ihm "kostenlose Werbung" geben. Der Trump-Account, dem rund 1,5 Mio Nutzer*innen folgen, bleibt bestehen.
zeit.de

Stadt München unterliegt Airbnb in Streit um Herausgabe von Daten.

Airbnb muss der Stadt München Vermieterdaten nicht preisgeben, urteilt der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Das Sozialreferat verlangte eine Auskunft darüber, wer eine private Wohnung mehr als acht Wochen ohne Genehmigung an Urlaubsgäste vermietet. Anbieter würden aufgrund des Zweckentfremdungsverbots eine Ordnungswidrigkeit begehen, was die Stadt bisher kaum nachweisen kann.
sueddeutsche.de

OMR will eine Eventfläche auf dem Hamburger Fernsehturm betreiben.

OMR will mit der Hamburg Messe und dem Projektentwickler Home United den Hamburger Fernsehturm ab 2023 wieder öffentlich zugänglich machen. Geplant ist eine Kombination aus Aussichtsplattform, Gastronomie und Veranstaltungsfläche. Das Catering übernimmt der Feinkost-Händler Käfer. Für die Sanierung stellen Bund und die Stadt Hamburg jeweils 18,5 Mio Euro bereit.
omr.com, ndr.de

Konkurrenz für Alexa: BBC startet männlichen Sprach-Assistenten “Beeb”.

BBC führt ihren eigenen digitalen Sprach-Assistenten Beeb ein. Der hat eine "warme und freundliche" männliche Stimme mit nord­englischem Akzent und spielt auf Sprachbefehl u.a. Radiosender und Podcasts ab oder liefert News und Wetter. Zunächst findet ein Beta-Test unter Windows 10 statt, später will die BBC "Beeb" auch in eigene Apps und Geräte von Drittanbietern einbauen, plant aber keine eigene Hardware
bbc.com, theguardian.com, theverge.com, twitter.com/bbcpress (40-Sek-Hörbeispiel)

Jan-Eric Peters verlässt Springer endgültig.

Springer und Jan-Eric Peters gehen ab 2021 getrennte Wege. Er will sich laut Pressemitteilung nicht näher genannten, "neuen Projekten" widmen. Peters ging vor rund einem Jahr in ein Sabbatical und sollte ab Juni eigentlich in einer neuen Funktion wieder bei Springer loslegen. Zuletzt wirkte er als Chef der News-App Upday. Davor war er u.a. lange Chefredakteur der "Welt"-Gruppe und Gründungsdirektor der Axel Springer Akademie.
kress.de, turi2.de (Background)

Zoombombing wird zunehmend zum Problem.

Zoom wird zunehmend Ziel von Spammern und Kriminellen, berichten mehrere Medien. Unbekannte wählen sich in Räume ein, deren Links öffentlich geteilt wurden, und teilen unangemessene Inhalte. In den schlimmsten Fällen zeigen sie dabei kinderpornografische Inhalte. In mindestens 16 Fällen ermittelt in Deutschland deshalb die Polizei. Nutzer*innen können sich am besten schützen, indem sie den Beitritt in Channels erst nach vorheriger Bestätigung erlauben und das Teilen des Bildschirms deaktivieren.
vice.de, spiegel.de

Cloud-Projekt Gaia-X will den Anbieterwechsel durch Standards erleichtern.

Gaia-X: 300 Unternehmen und Organisationen beteiligen sich bereits am europäischen Cloud-Projekt, schreibt das "Handelsblatt". Die Initiative wolle u.a. Standards bei Abrechnungssystemen schaffen, die Firmen weltweit nutzen dürfen, sofern sie sich an EU-Gesetze halten. Anders als bei Amazon und Microsoft wolle Gaia-X die Daten im gleichen Format speichern, um einen Anbieterwechsel oder eine firmenübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern.
handelsblatt.com

Zoom zählt in der Krise täglich 300 Mio Videokonferenz-Teilnahmen.

Es hat Zoom gemacht: Der Videokonferenz-Dienst Zoom profitiert vom Home-Office-Trend und zählt in der Krise täglich 300 Mio Teilnahmen an Videokonferenzen – im Dezember lag die Zahl noch bei 10 Mio. Im abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal steigt der Umsatz im Jahresvergleich von 122 auf 328 Mio Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr schraubt das US-Unternehmen die Gewinnerwartung nach oben und rechnet mit einer Verdreifachung der Erlöse. Der Gewinn liegt im ersten Geschäftsquartal bereits bei rund 27 Mio Dollar - ein Jahr zuvor waren es rund 200.000 Dollar.

Die stark gestiegene Nutzerzahl führe bei Zoom nicht automatisch zu höheren Einnahmen, da der Videokonferenz-Dienst in der Krise zum Teil Einschränkungen bei der Gratis-Nutzung aufgehoben hatte. Dies führe zu höheren Kosten bei der Infrastruktur. Mit der Pandemie steigt auch die Nutzung durch Privatleute, beispielsweise bei Sportkursen oder Schulklassen. Das deutliche Wachstum bei zahlenden Firmenkunden stimme Zoom für 2020 optimistisch: Für das bis Ende Januar 2021 laufende Geschäftsjahr rechnet der US-Konzern sogar mit einem Umsatz von bis zu 1,8 Mrd Dollar.
handelsblatt.com, cnbc.com, gruenderszene.de

Zahl des Tages: Medienhäuser in den USA und UK verkaufen in der Krise 1 Mio Digitalabos.

Zahl des Tages: Über 1 Mio digitale Abonnent*innen gewinnen die zehn größten Zeitungen in den USA und Großbritannien seit Beginn der Pandemie hinzu, sagt eine Auswertung von Press Gazette. Zu den Gewinnern zählen u.a. die "New York Times", das "Wall Street Journal" und die "Daily Mail".
pressgazette.co.uk

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst nicht als Blogger.

Video-Tipp: YouTuber Rezo sieht sich selbst als Künstler, sagt er im Video-Interview mit Netzpolitik-Journalist Markus Beckedahl. Den Begriff Blogger, wie einige Medien ihn schwammig umschreiben, passe nicht auf seine Tätigkeit. Er produziere mehrheitlich Videos als "Unterhaltung ohne tieferen Sinn", selten Content, "wo es um mehr Inhalt geht". Rezo glaubt, dass es einige Journalist*innen störe, dass er teils so viel Aufmerksamkeit bekomme, "obwohl ich so viel Quatsch mache".
netzpolitik.org (26-Min-Video)

Jens Twiehaus wechselt zu Scholz & Friends.

Scholz & Friends holt den Journalisten Jens Twiehaus als Content Marketer ins Team. Twiehaus hat zuvor sieben Jahr freiberuflich gearbeitet, u.a. für das "Medium Magazin" sowie fünf Jahre für turi2.de, wo er das Branchenfernsehen von turi2.tv mit voranbrachte.
twitter.com, turi2.de (Background)

Rassimus in den USA: Weiße Gästeauswahl sorgt bei Sandra Maischberger für Shitstorm.

ARD erntet für die Gäste-Auswahl des "Sandra Maischberger"-Talks einen Shitstorm: Unter den für Mittwochabend angekündigten Gästen befindet sich mit Anja Kohl, Dirk Steffens, Heiko Maas, Jan Fleischhauer und Helga Rübsamen-Schaeff niemand mit dunkler Hautfarbe, um über die rassistische Polizeigewalt in den USA zu sprechen - die ebenfalls Thema der Sendung sein wird. "Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?", versucht Sandra Maischberger die Kritiker*innen zu besänftigen.
twitter.com (Kritik), twitter.com (Maischberger)

Blackout Tuesday: Stars und Marken protestieren auf Instagram gegen Rassismus.


Paint it black: Zahlreiche Stars und Marken beteiligen sich an einer weltweiten Protest-Aktion gegen Rassismus und Diskriminierung. Dazu posten sie auf Instagram ein schwarzes Quadrat. Ausgangspunkt des Protestes ist eine Initiative der US-Musikindustrie, die zum Blackout Tuesday aufgerufen hat. In Verbindung mit dem Hashtag #TheShowMustBePaused rufen sie dazu auf, die Musik für einen Tag abzustellen, die sonstige Arbeit zu unterbrechen und gemeinsam Wege zu finden, zueinander zu finden und einander zuzuhören. Zu den ersten Unterstützern zählen unter anderem Eminem, Ariana Grande, Radiohead und Mick Jagger.

Mittlerweile haben sich auch zahlreiche Marken und Stars anderer Branchen an der Aktion beteiligt. In Deutschland gibt es u.a. von RTL.de, dem "stern", dem "Handelsblatt", Funke, der "FAZ", T-Online und Vox aus der Medien-Branche, aber auch z.B. von Bayern München und Borussia Dortmund und zahlreichen Prominenten entsprechende Posts. Auslöser für den Protest ist der gewaltsame Tod von George Floyd in Minneapolis durch einen Polizisten vergangene Woche. Seitdem gibt es in den USA zahlreiche friedliche wie gewaltsame Proteste.
thenational.ae, spiegel.de

Analyse: Reisebüros gewinnen durch Corona wieder an Bedeutung.

Reisebüros erleben in der Coronakrise ein Comeback, schreibt Anne-Kathrin Velten. Zuvor durch das Internet an den Rand gedrängt, böten sie nun wieder einen erkennbaren Mehrwert, wenn die Mitarbeiter*innen gut informiert sind. Diese würden für die Kundschaft dann zu Risikomanagern, die über die aktuellen Beschränkungen, die Risiken durch das Virus und die Chancen einer möglichen Erstattung informieren können.
absatzwirtschaft.de

Meinung: Medien stecken bei Rezos Kritik in einem Dilemma, findet Daniel Bouhs.

Rezo-Video ist "ein Stück Medienkompetenz, wie sie in dieser Zeit mehr denn je nottut", kommentiert Daniel Bouhs beim RBB. Seriöse Medien steckten "in einem Dilemma", da sie Exklusivmeldungen aus Politik oder Wirtschaft, die auch von Boulevardtiteln wie der "Bild" stammen, ihrem Publikum nicht verschweigen könnten. Auch die Klatschpresse werde ihr Vorgehen angesichts der Auflagen wohl nicht ändern.
rbb24.de, turi2.de (Background)

Tom Buhrow verabschiedet Hans Hoff bei seinem “Rückzug aus dem Minenfeld”.

Abgang: WDR-Intendant Tom Buhrow verabschiedet DWDL-Kolumnist Hans Hoff, der in den Ruhestand geht, in einem Gastbeitrag bei seinem "Rückzug aus dem Minenfeld". Hoff habe einen "scharfen Blick auf die Medienwelt" und verfolge "immer eine klare These". Dass das dem Objekt der Kritik "manchmal auch etwas einseitig vorkam – geschenkt", schreibt Buhrow.
dwdl.de

Meinung: Streit zwischen Trump und Twitter schadet Facebooks Image-Kampagne.

Facebook: Mark Zuckerberg hat das Image von Facebook zu Beginn der Corona-Krise deutlich verbessert, schreibt Gustav Theile. Facebook kündigte Maßnahmen gegen Falschinformationen an und versuchte, Menschen zu verbinden. Der Streit zwischen Donald Trump und Twitter komme Zuckerberg nun in die Quere und zerstöre die Hoffnung auf mehr Zusammenhalt. Zudem werde immer deutlicher, dass sehr wohl viele Verschwörungstheorien verbreitet wurden.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Dänischer Fußball-Club bindet Fans via Zoom live im Stadion ein.

FussballDigitale Geister: Der dänische Fußball-Verein Aarhus GF hat zum Restart der Liga seine Fans via Zoom digital ins Stadion geholt. Thilo Adam berichtet, dass die Fans zwar auf 22 großen Videotafeln im Stadion gut zu sehen sind, die aber andersherum wegen fehlender Übertragungsrechte das Spiel oft nicht verfolgen können. Kommunikation gestaltet sich mit zu vielen Fans gleichzeitig auch schwierig. Eine Fortsetzung ist dennoch geplant.
spiegel.de

Klick-Tipp: Entwickler*innen zeigen erste Screenshots der geplanten Corona-App.

Klick-Tipp: Die Entwickler*innen der deutschen Corona-Warn-App geben bei Github weitere Einblicke in die geplante Anwendung. Darunter sind auch Screenshots, die zeigen, wie die App auf iOS- und Android-Geräten aussehen soll. Die App gibt unter anderem an, wie hoch das Infektionsrisiko ist. Zum Start wird sie nur innerhalb Deutschlands funktionieren.
github.com via spiegel.de

Die Berliner Beauftrage für Datenschutz prüft Zalando.

Zalando muss sich einer Prüfung seiner Systeme Zalos und Zafeto stellen, mit denen der Konzern die Abläufe in seinen Logistikzentren steuert. Die Berliner Beauftragte für Datenschutz leitet ein Prüfverfahren ein, weil die Systeme womöglich zu viele Daten über die Belegschaft erfassen, u.a. wie viele Artikel Mitarbeiter*innen abarbeiten. Business Insider berichtet über zahlreiche Arbeitskräfte, die sich durch die Systeme stark kontrolliert fühlen.
businessinsider.de

Die Bundeszentrale für politische Bildung will junge Leute auf YouTube erreichen.

Bildungsauftrag: Die Bundeszentrale für politische Bildung will nicht mehr nur mit Heften für den Schulunterricht Wissen vermitteln, sondern die junge Zielgruppe auch aktiv in den sozialen Medien erreichen, schreibt Volkan Agar. Eine neue Video-Reihe mit Comedian Abdelkarim sei zwar gut gemacht, konnte bisher aber nur ein überschaubares Publikum erreichen. Nach zehn Folgen will die BPB ihr Konzept auswerten.
taz.de

Carsten Maschmeyer investiert Millionen in das ID-Startup Nect.

Löwen-Anteil: Carsten Maschmeyer beteiligt sich mit einem höheren siebenstelligen Betrag am Hamburger Startup Nect. Nect produziert eine Software, mit der Kund*innen von Banken oder Versicherungen ihre Identität über eine Videoaufnahme am Smartphone bestätigen können. Auch Holtzbrinck ist über seine Beteiligungsgesellschaft bereits an Nect beteiligt und legt nun frisches Geld nach.
gruenderszene.de

Meinung: Trumps Social-Media-Dekret ist vor allem Show.

Mehr Schein als Sein: Donald Trumps jüngst erlassenes Social-Media-Dekret glänzt mehr durch Inszenierung als Inhalt, urteilt Autor und Philosoph Jan Skudlarek. Der US-Präsident wolle zeigen, dass er sich nicht "von Faktencheckern auf der Nase herumtanzen lässt" - selbst wenn die Öffentlichkeit sehe, dass "die Nase eine Pinocchio-Nase ist". Trump wüte wie ein Vierjähriger, ein Verhalten, das Skudlarek als "würdelos" bezeichnet. Soziale Medien sollten öfter Informationen zu irreführenden Aussagen Trumps ergänzen.
volksverpetzer.de, turi2.de (Background)

Springer steigt aus Bieterrennen um Ebay-Kleinanzeigen aus.

Springer steigt aus dem Bieterrennen um Ebay-Kleinanzeigen aus, berichet Ulrike Simon. Die Preisvorstellung von mindestens 8 Mrd Euro habe dem Konzern zu wenig Spielraum für andere Akquisitionen gelassen. Auch eine strategische Partnerschaft oder eine Teilinvestition sind vom Tisch - Springer hält lieber nach Übernahmekandidaten im Bereich News Media Ausschau.
horizont.net, turi2.de (Background)

Grüne fordern Gesetz zur Corona-App.

Grüne im Bundestag fordern, die Einführung der Corona-Warn-App per Gesetz zu begleiten, das deren Missbrauch ausschließt sowie ihren Einsatz befristet. Die Bundesregierung hält ein Gesetz nicht für nötig, da der Download der App freiwillig sei und und ihre Anwendung sich an "geltendes Recht" halten müsse. Andere Länder haben bereits Begleitgesetze verabschiedet, z.B. Australien.
"Spiegel" 23/2020, S. 41 (Paid)

Twitter kennzeichnet Trump-Tweet als “gewaltverherrlichend”.

Gewaltiges Ge(t)witter: Twitter kennzeichnet zum ersten Mal einen Tweet von US-Präsident Donald Trump als "gewaltverherrlichend". Der Tweet ist dennoch weiter abrufbar. Die Twitter-Kommunikationsabteilung begründet dies u.a. mit dessen Wichtigkeit für die Öffentlichkeit. Trump hatte sich in dem beanstandeten Tweet zur Situation in Minneapolis geäußert, wo nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz Unruhen ausgebrochen sind. Trump twitterte sinngemäß: "Wenn die Plünderungen beginnen, beginnt auch das Schießen."

In einem Tweet zuvor hatte er bereits angekündigt, die Nationalgarde einzusetzen, sollte die Situation in der Stadt nicht unter Kontrolle gebracht werden. Minnesotas Gouverneur Tim Walz hat bereits den Notstand ausgerufen, nachdem Protestanten u.a. eine Polizeiwache angezündet haben.
twitter.com (beanstandeter Tweet), twitter.com (Statement Twitter), zeit.de via Reuters (1:16-Min-Video Proteste Minneapolis)

Social-Media-Dekret: Trump droht Twitter & Co mit Klagen.

Persönliche Fehde: US-Präsident Donald Trump sagt seinem Lieblings-Sprachrohr Twitter den Kampf an. Am Abend hat Trump ein Dekret unterzeichnet, mit dem er soziale Netzwerke stärker regulieren will. Die US-Telekommunikations­aufsicht FCC soll die bisherige Regelung prüfen und überarbeiten, dass Online-Dienste nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte wie Kommentare und Videos haftbar gemacht werden können. Die als "Section 230" bekannte Regelung erlaubt den Plattformen zudem, gegen bestimmte Inhalte oder Nutzer*innen vorzugehen, etwa sie zu löschen. Diese Privilegien könnten durch Trumps Vorstoß kippen. Auch eine mögliche Zerschlagung der Konzerne bringt Trump ins Gespräch.

Offiziell begründet Trump seinen Schritt mit dem Schutz der Meinungsfreiheit: Die Plattformen seien nicht länger neutral, sondern betrieben politischen Aktivismus. Konkreter Auslöser dürfte sein, dass Twitter zwei Tweets von ihm als irreführend markiert hat. Rechtsexpert*innen bezweifeln, dass Trumps Vorgehen juristisch stichfest ist. (Foto: Evan Vucci / AP Photo / Picture Alliance)
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, spiegel.de, cnn.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Roland Pimpl interviewt Carina Laudage und Frank Thomsen zur Zukunft des “stern”.

Lese-Tipp: Carina Laudage, Geschäftsführerin der G+J-Digitalmedien und Verlagsleiter Frank Thomsen stellen sich im Doppel-Interview Roland Pimpls Fragen zur Zukunft des "stern". Über die genaue Zahl der bisher abgeschlossenen "stern"-Digitalabos schweigen sich beide aus; dafür wollen sie "stern plus" werbefrei halten. Printtechnisch ist im Herbst wohl ein Heft-Relaunch geplant; auch die engere Verzahnung des "stern" mit RTL- oder n-tv-Personal scheint möglich.
horizont.net

Parship-CEO Tim Schiffers über unfreiwilliges Home Office und Werbung im Lockdown.


Liebesdienst mit Abstandsregeln: "Wir waren keine Firma, die für New Work an vorderster Front stand." Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Parship-CEO Tim Schiffers über die anfangs eher unfreiwillige Nachhilfe in Sachen Home Office, die sein Unternehmen durch die Corona-Krise erhalten hat. Seit Mitte März arbeiteten alle Mitarbeiter*innen von zuhause aus, gerade werde diskutiert, wie und wann zumindest Teile der Belegschaft in die Büros zurückkehren sollen. Auch wenn er von der Produktivität seines Teams in der Situation "extrem positiv überrascht" sei, kann sich Schiffers mit einer dauerhaften Home-Office-Lösung für alle, wie es sich etwa Facebook für seine Beschäftigten wünscht, nicht anfreunden.

Genug zu tun hatten Schiffers Mitarbeiter*innen in den letzten Monaten offenbar: Die Registrierungen und Aktivitäten auf den Parship-Angeboten hätten sich nach einem kurzen Rückgang zu Beginn der Pandemie "ganz eindeutig positiv" entwickelt, so der Geschäftsführer. Das Unternehmen, bekannt für seine Werbeplakate mit schönen Menschen auf rotem Grund, die sich angeblich alle elf Minuten ineinander verlieben, sei "weiterhin sehr stark werblich aktiv". Vom kleineren Wettbewerbsumfeld habe Parship profitiert und etwa im Fernsehen günstige Werbeplätze eingekauft.

Im März wurde bekannt, dass die Parship-Gruppe durch die Übernahme des US-Entertainment-Anbieters The Meet Group u.a. den Konkurrenz-Dienst Lovoo aus Dresden unter das eigene Dach holen möchte. Schiffers spricht auch darüber, wie sich das Geschäft mit kurz- und langfristigen Liebes-Absichten in dieser Konstellation künftig nebeneinander entwickeln könnte. Er hoffe, dass aus den Lovoo-Nutzer*innen von heute die Parship-Nutzer*innen von morgen werden.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Background), turi2.de (Dating in der Corona-Krise)

“Horizont”: Julian Reichelt und Paul Ronzheimer sprechen über Freundschaft und Streitkultur.


Bild' dir deinen Bro Code: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt und sein Vize Paul Ronzheimer treten bei Ulrike Simon zum Doppel-Interview an – über ihre Streitkultur und ihre Freundschaft. "Ich glaube, mich schützt nichts mehr vor Fehlern, als auf Paul zu hören, von dem ich weiß, dass er nur das Beste für mich will", sagt Reichelt über den professionellen Umgang der beiden Journalisten miteinander. Ronzheimer könne "im Ton durchaus unangenehm werden", schütze ihn aber davor, Dinge zu veröffentlichen, die der Marke "Bild" schaden würden – etwa ein Gleichsetzen von Hygiene-Demos und Pegida-Protesten. Dass Reichelt als Chefredakteur am längeren Hebel sitze, störe Ronzheimer nicht. Er setze sich oft durch, das merke aber niemand, weil diese Texte nicht erscheinen.

Insgesamt wird klar, dass Ronzheimer eine der wenigen Stimmen ist, auf die Reichelt hört, von der er sich korrigieren lässt. Ein Grund ist sicher, dass beide wichtige Erfahrungen teilen, etwa die als Kriegsreporter. Auch persönlich sind sich die Männer nah: Der Bezeichnung "Ziehsohn Reichelts", die einst der "Spiegel" für Ronzheimer fand, widersprechen beide. "Wenn schon, dann haben wir ein brüderliches Verhältnis", sagt der fünf Jahre jüngere Ronzheimer und ergänzt: "Es gibt Dinge, die ich nur ihm erzähle, und ich weiß, dass ich immer auf ihn zählen kann."

Gleich zu Beginn des Gesprächs gesteht Reichelt übrigens einen Fehler ein: Den Satz, dass er Menschen danach beurteile, ob er mit ihnen gemeinsam im Schützengraben liegen wolle, sammelt er ein. "Das war die falsche Metapher. Ich würde das so nicht wieder sagen."
horizont.net (Paid)

Roland Tichy siegt vor dem Oberlandesgericht im Streit gegen Correctiv.

Correctiv durfte im Auftrag von Facebook einen Beitrag von "Tichys Einblick" aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mit dem Stempel "teils falsch" versehen, urteilt das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die Darstellung einer Faktenprüfung auf Facebook dürfe nicht "missverständlich" sein. Über die Rechtmäßigkeit von Faktenprüfungen auf Facebook im Allgemeinen habe das Gericht aber nicht geurteilt.
faz.net, turi2.de (Background)