Vertikalisierung der Hollywood-Studios zwingt Sender zum Umdenken, schreibt Torsten Zarges.

Selbst sind die Sender: Die langjährigen Welt-TV-Versorger konzentrieren sich verstärkt auf direkte Kundenbeziehungen mit eigenen Streaming-Diensten, analysiert Torsten Zarges bei DWDL. Free- und Pay-TV-Sender müssten daher künftig auf "Selbstversorgung statt Einkauf" setzen. Europäische TV-Anstalten hätten ihr Produktionsvolumen für Streaming-Formate zuletzt zwar hochgefahren, können mit US-Streamern aber nicht mithalten. Laut Ampere Analysis sind z.B. bei RTL 15 Projekte in Produktion oder Entwicklung, bei der ARD sieben. Netflix, Amazon, Disney+ und Co. haben unterm Strich 821 Eigenproduktionen in der Pipeline.
dwdl.de

Hacker-Forum veröffentlicht Daten von 1,3 Mio Clubhouse-Nutzerinnen.

Tag der offenen Tür: Die Daten von 1,3 Mio Clubhouse-Nutzerinnen sind als kostenloser Datensatz in einem Hacker-Forum aufgetaucht, berichtet CyberNews. Es handelt sich um öffentliche Informationen, u.a. Name und Nutzername, verlinkte Twitter- und Instagram-Accounts sowie die Zahl der Follower. Einen ähnlichen Daten-Diebstahl haben zuletzt auch Facebook und Linked-in erlitten.
cybernews.com, businessinsider.com, turi2.de (Background)

Mai Thi Nguyen-Kim hat eine ambivalente Beziehung zu Talkshows.

Gemischte Gefühle: ZDF-Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim empfindet eine Hassliebe zu TV-Talkshows, weil konstruktives Streiten dort kaum möglich ist, schreibt Senta Krasser bei DWDL. Dennoch geht Nguyen-Kim gelegentlich zu Talkshows, weil sie sich denkt: "Im Zweifelsfall sitze lieber ich dort als jemand anderes, der die große Reichweite für irgendeinen Unsinn ausnutzt."
dwdl.de

Basta: App soll Nachwuchs-Kriminellen auf die Sprünge helfen.

Voll einleuchtend: Das Justizministerium veröffentlicht mit der App Voll erwischt einen "kleinen Helfer" für 14- bis 20-jährige Jugendliche im Strafverfahren. Die Zielgruppe will man "möglichst niedrigschwellig" erreichen. Heraus gekommen sind u.a. bahnbrechende Tipps Selbstverständlichkeiten wie: "Handy ausschalten im Prozess, Mütze abnehmen, keine kurze Hose."
bild.de

Zahl des Tages: US-Dienste mit weltweit mehr als 1,2 Mrd Streaming-Abos.

Zahl des Tages: Insgesamt 1,2 Mrd Streaming-Accounts verzeichnen große US-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ auf der ganzen Welt, errechnet der New Yorker Marktforscher LightShed Research. Regionale Plattformen, wie z.B. aus Deutschland, sind darin nicht eingerechnet. Schon Mitte März hatte der US-Produzentenverband Motion Picture Association verkündet, dass 2020 erstmals die globale Mrd-Marke geknackt worden sei, ein Plus von 26 % zu 2019.
zeit.de

Alibaba muss 2,3 Mrd Euro Kartellstrafe in China zahlen.

Alibaba Group 150Zur Kasse, bitte: China brummt dem Online-Händler Alibaba eine Rekordstrafe von 2,3 Mrd Euro auf. Grund sind Kartell-Verstöße. Alibaba habe Händlerinnen dafür bestraft, dass sie ihre Waren auch bei der Konkurrenz angeboten haben. Seit Konzern-Gründer Jack Ma im vergangenen Oktober Chinas Finanzaufsicht öffentlich kritisiert hat, steht Alibaba zunehmend unter Druck.
n-tv.de, nytimes.com

Hör-Tipp: Miriam Meckel und Léa Steinacker entdecken den QR-Code neu.

Hör-Tipp: Miriam Meckel (rechts) und Léa Steinacker (links) entdecken im "Ada"-Podcast den QR-Code neu, der in der Corona-Pandemie eine Renaissance erlebt. Der Vorläufer des QR-Codes wurde schon 1952 patentiert, 1994 schlug die offizielle Geburtsstunde des Könner-Quadrats. Ursprünglich sollten per QR-Code Autoteile auf dem Fließband getrackt werden.
podcasts.apple.com (30-Min-Podcast)

Zahl des Tages: Die deutsche Games-Branche boomt dank Corona.

Zahl des Tages: Stolze 8,5 Mrd Euro setzt die deutsche Games-Branche 2020 mit dem Verkauf von Spielen und der dafür nötigen Hardware um, meldet der Branchenverband game. Im Vergleich zu 2019 bedeutet das ein Wachstum von 32 %. Grund: In der Corona-Pandemie haben viele Haushalte technisch "aufgerüstet", um die neusten Spiele zocken zu können.
"Focus" 15/2021, S. 16 (Paid)

“Spiegel”: Hacker-Gruppen wollen den Bundestagswahlkampf manipulieren.


Unter Manipulationsverdacht: Deutschland droht im Wahljahr zum Ziel verschiedener Gruppen zu werden, die mit Hackerangriffen und Fake News Wahlentscheidungen beeinflussen wollen, berichtet der "Spiegel". Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Rasmussen sagt mit Blick auf den Abgang von Angela Merkel und die Corona-Pandemie: "Deutschland ist gefährdeter denn je, was Desinformation angeht". Unter anderem das Bundeskriminalamt und der Verfassungsschutz befassen sich mit Bedrohungsszenarien. Auch die Parteien sind in Sorge: CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagt: "Wir müssen wachsam sein. Seit mehreren Jahren erleben wir einen Anstieg an Falschinformationen und Cyberattacken." Sein SPD-Kollege Lars Klingbeil meint: "Wir richten uns darauf ein, dass alle demokratischen Parteien zur Zielscheibe werden bei den Bundestagswahlen."

Die Expertinnen befürchten vor allem Manipulationsversuche durch Russland nahestehende Hackergruppen sowie inländische rechte Bewegungen, die zum Teil Hilfe aus dem Ausland erhalten. Sie rechnen u.a. mit manipulierten Videos. Mit Botnetzwerken würde zudem versucht, Stimmung zu machen. Auch Fake-Profile vermeintlich linksgerichteter Personen kommen zum Einsatz. Zudem würden Amtsträgerinnen Ziel von Phishing-Attacken. In Polen haben im Januar vermutlich Russland nahestehende Hacker den Twitter-Account des Vize-Fraktionschefs der regierenden PiS-Partei übernommen und Dessous-Bilder einer Lokalpolitikerin veröffentlicht. Im Baltikum hat die Hacker-Gruppe Falschnachrichten über die Nato auf Nachrichtenseiten veröffentlicht.
"Spiegel" 15/2021, S. 22 (Paid)

Datenleck ermöglicht Zugriff auf tausende Corona-Testergebnisse.

Datenleck: Die Corona-Testergebnisse sowie persönliche Daten mehrerer Tausend getesteter Menschen standen zeitweise ungeschützt im Internet, berichten NDR, MDR und RBB. Grund war eine Sicherheits­lücke auf der Website des Anbieters Eventus Media International, der neun Test-Center u.a. in Berlin, Hamburg und Leipzig betreibt. Betroffen seien bis zu 7.000 Datensätze. Inzwischen ist die Lücke geschlossen.
tagesschau.de

Jasmina Kuhnke berichtet über Internet-Hass.

Hass im Netz: Als Unbekannte ihre Adresse im Internet veröffentlichen, bekommt Comedy-Autorin und Twitter-Profi Jasmina Kuhnke nicht nur unerwünschte Bestellungen, sondern auch rassistische Drohungen. Kuhnke, die sich für Antifaschismus engagiert, ruft die Polizei, die nur mäßig tätig wird. Am Ende zieht sie mit ihrer Familie um, die Angreiferinnen aus dem "Sifftwitter" kommen ungestraft davon.
spiegel.de (Paid)

Smudo weist die Kritik an der Luca-App zurück und sieht “Kränkung” als Grund.


Gebt uns ruhig die Schuld: Rapper Smudo geht im "Handelsblatt" hart mit den Kritikerinnen an der von ihm mitfinanzierten App Luca ins Gericht: "Mich nimmt persönlich mit, dass die Kritik oft unter die Gürtellinie zielt", sagt er. Einen Grund für die Kritik von Netzaktivisten wittert er darin, dass die auf Anraten von Datenschützern komplett anonyme Corona-Warn-App keinen durchschlagenden Erfolg hat: "Ich führe die Schärfe der Angriffe gegen uns auch auf eine Kränkung der Szene zurück, die aus der mangelnden Pflege der Corona-Warn-App resultiert", so der Rapper, der in seiner Anwendung nun einen Sündenbock sieht: "Es ist absurd, was für eine Fantasie aufgebracht wird, was wir alles im Schilde führen könnten."

In den vergangenen Tagen geriet Luca wiederholt in die Kritik. So soll der Programmcode zum Teil geklaut sein. Jan Böhmermann warnte, es sei leicht, falsche Angaben zu machen. Smudo werfen Kritikerinnen vor, mit seiner Prominenz die Politik unter Druck zu setzen, sodass mehrere Bundesländer Millionen für Lizenzgebühren zahlen.
handelsblatt.com, turi2.de (Böhmermann), turi2.de (Quellcode)

DHL warnt vor Paketbenachrichtigungen per SMS.

Schaden zahlt Empfänger: DHL und die Deutsche Post warnen vor vor einer Betrugsmasche, bei der Empfängerinnen laut SMS oder Mail aufgefordert werden, auf eine Paketbenachrichtigung mit einem Link zur angeblichen Sendungsverfolgung zu klicken. Diese Nachrichten können von verschiedenen Anbietern stammen und fordern auf, Apps zu installieren, hinter der sich Malware verbirgt. Grund für die Nachrichten kann Facebooks Daten-Leak sein.
chip.de, turi2.de (Background)

Die Agma plant einen Standard für Podcast-Leistungswerte.

Podcasts sollen einen einheitlichen Ausweisungs­standard für Werbekunden erhalten, plant die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma). Dafür hat sie gemeinsam mit Expertinnen von Agof, BVDW, IVW und einzelnen Podcast-Publishern eine Arbeitsgruppe geschaffen. Logfiles sollen ab dem 4. Quartal den Regelbetrieb einer plattformübergreifenden, technisch gemessene Reichweite ermöglichen. Spotify als großer Player geht bislang jedoch auf Distanz zu den Plänen.
horizont.net (Paid)

Video-Tipp: “Zapp” berichtet über Todesfälle durch gefährliche Selfie-Versuche.

Video-Tipp: Beim Versuch, waghalsige Fotos für Social-Media-Kanäle aufzunehmen, sterben regelmäßig Menschen, berichtet "Zapp". Das Phänomen wird mittlerweile "Killfies" genannt. Spektakuläre Fotos locken dabei immer weitere Gäste an, was auch zu Übertourismus und Naturschäden führt. Der Nationalpark Berchtesgaden erwägt daher mittlerweile sogar, Gebiete für Besucher zu sperren.
ardmediathek.de (16-Min-Video)

Dorothee Bär macht sich für ein Zukunftsministerium stark.


Sci-Fi-Politik: Digitalstaatsministerin Dorothee Bär schlägt in einem "FAZ"-Gastbeitrag gemeinsam mit Ökonom Jörg Müller-Lietzkow die Bildung eines Zukunftsministeriums vor. Das neue Haus solle sich mit "großen zukunftsweisenden Technologiefeldern, und dem sich daraus ergebenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wandel holistisch auseinandersetzen". Sie beschreiben das Konzept auch als Alternative zu einem Digitalministerium, dessen Fokus auf die "Digitalisierung" womöglich zu kurz greife.

Ein Zukunftsministerium könne Themen noch vor anderen Ministerien aufgreifen, bearbeiten und "bei einem gewissen Reifegrad in die Fachministerien überführen". Dafür müsse das neue Haus "breiter sowie zugleich flexibler und schneller auf tiefgreifende Veränderungen reagieren". Entsprechend sei eine sehr diverse Belegschaft vonnöten. Ein besonderer Schwerpunkt müsse zudem auf der Kommunikation mit der Bevölkerung liegen, um "die Chancen des Fortschritts" zu vermitteln. Das Zukunftsministerium müsste zudem Scouts in die Technologiezentren der Welt entsenden.
faz.net (Paid)

Neue Regeln: Twitch zieht Streamerinnen für deren Offline-Verhalten zur Rechenschaft.

Digitalstrafen: Streaming-Plattform Twitch sanktioniert Streamerinnen jetzt auch für deren Offline-Verhalten. Sie werden bestraft, wenn sie sich z.B. der Gewalt oder deren Androhung, sexueller Belästigung oder terroristischen Aktivitäten schuldig machen. Für die Anwendung der Regeln braucht es "nachprüfbare Beweise" für Verstöße. Dafür arbeitet Twitch mit einer "erfahrenen Ermittlungskanzlei" zusammen.
businessinsider.com

AfD-Politiker teilt irreführende Söder-Collage.

Irreführend: Der AFD-Bundestagsabgeordnete Jörn König hat auf Facebook einen "Netzfund" geteilt, der Markus Söder (Foto) bei sechs verschiedenen Impfterminen zeigt. In der Grafik steht der Satz: "Man fragt sich, wie oft Markus Söder eigentlich schon gegen Corona geimpft wurde?" Mehrere Faktenchecks belegen, dass die teils jahrealten Bilder andere Impftermine zeigen, etwa gegen Grippe. Dennoch steht der Post bisher ohne Warnhinweis auf Facebook.
tagesschau.de, facebook.com

Umfrage: Schlechte Internetverbindungen sorgen für Online-Meeting-Frust.

Hört ihr mich? Schlechte Internetverbindungen und allgemeine Technik-Wehwehchen nerven die meisten Online-Meeting-geplagten Fach- und Führungskräfte, ermittelt eine Umfrage von news aktuell und Faktenkontor. Auch die gestiegene Anzahl von virtuellen Besprechungen schlägt 46 % der Befragten aufs Gemüt. Besser weg kommen Partnerinnen, Kinder und Haustiere, die zufällig durchs Bild springen: Nur 6 % stören sich an derart privaten Einblicken.
kress.de

Maas strebt Tech-Allianz mit USA an, Brüssel zeigt sich aufgeschlossen.

Alle gegen einige: Heiko Maas sucht den Schulterschluss mit internationalen Partnern bei der Regulierung großer Tech-Firmen und ihrer Algorithmen. Dafür haben das Auswärtige Amt und das Institute for Strategic Dialogue eine Initiative gestartet, die Verantwortliche aus EU, USA und weiteren Staaten zusammenbringt. In Brüssel, das mit dem Digital Services Act bereits selbst an neuen Regeln für soziale Netzwerke arbeitet, besteht ebenfalls Interesse an einer transatlantischen Partnerschaft.
handelsblatt.com (Paid), handelsblatt.com (Paid, Vorstoß Maas)

T-Systems übernimmt kurzfristig Impfterminvergabe in NRW.

Eingesprungen: T-Systems hat vor Ostern kurzfristig eine Hälfte der Impfterminvergabe von NRW übernommen. Der Auftrag stammt von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, deren eigene IT zu Jahresbeginn ob des Impf-Runs viele Serverausfälle gemeldet hat. Die dauer-defizitäre Telekom-Tochter, die bereits in Sachsen die Terminvergabe regelt, ist hingegen stabil geblieben. Die andere Hälfte der Impf-Dates hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein selbst verwaltet und erneut Beschwerden wegen Serverausfällen auf sich gezogen.
handelsblatt.com

Zahl des Tages: YouTube berichtet, welche Rolle Regelverstöße für seine Klicks spielen.

Zahl des Tages: Kleinteilige 0,16 % bis 0,18 % aller Views sind im vierten Quartal 2020 auf YouTube-Videos entfallen, die gegen die Guidelines verstoßen haben. Noch 2017 habe der entsprechende Anteil zwischen 0,63 % und 0.72 % gelegen. Die Video-Plattform veröffentlicht solche Zahlen dieser Tage zum ersten Mal, verschweigt aber die Gesamtzahl der Klicks auf regelverletzende Inhalte.
nytimes.com (Paid)

Facebook unterstützt 18 Medienhäuser bei der Entwicklung digitaler Bezahlmodelle.


Blaue Freundschaftsanfrage: Facebook sichert sich mit einer Neuauflage seines Accelerator-Programms die Sympathie lokaler Medien. Das Programm unterstützt Verlage mit Workshops und Beratung bei der Entwicklung digitaler Bezahl­modelle. Für die Umsetzung individueller Projekte und Prototypen stellt Facebook den Verlagen jeweils 50.000 Euro zur Verfügung. Mit dabei sind 18 Medien­häuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, u.a. der "Tagesspiegel", die "Hamburger Morgenpost", Krautreporter und VRM sowie die "Passauer Neue Presse".

Die erste Runde fand 2019 statt, 2020 musste das Programm coronabedingt pausieren. Die zweite Runde läuft nun nun virtuell. Auf dem Stundenplan steht ein dreimonatiges Workshop- und Coaching-Programm für die teilnehmenden Medienhäuser, dazu gehört auch ein länderübergreifender Austausch mit Medien aus den Benelux-Staaten und Skandinavien.
about.fb.com, meedia.de

Clubhouse startet eine Bezahl-Funktion.


Ich werf die Fuffies durch den Club: Clubhouse erlaubt seinen Kreativen ab sofort, Geld auf der Plattform einzunehmen. Künftig können alle Nutzerinnen anderen Usern Geld senden. Dafür müssen sie nur das Profil der Person aufrufen und den neuen Button "Send Money" anklicken. Nutzerinnen müssen für Zahlungen eine Kreditkarte hinterlegen. Geld senden können laut Clubhouse bereits alle, die Funktion, Geld empfangen zu können, werde in Wellen ausgerollt. Zum Start ist eine nicht näher definierte, kleine Testgruppe bereits freigeschaltet.

Als Dienstleister wickelt Stripe die Zahlungen ab und verlangt von der Empfängerin eine kleine Gebühr. Clubhouse gibt an, kein Geld abzuziehen. Die Audio-App schreibt in einem Blogpost, die neue Funktion sei die erste von vielen Features, die Produzentinnen erlauben werde, direkt auf Clubhouse bezahlt zu werden.
joinclubhouse.com, techcrunch.com

Google gewinnt vor dem Obersten US-Gerichtshof gegen Oracle.

Google gewinnt nach elf Jahren vor dem Obersten US-Gerichtshof den sogenannten Android-Streit gegen seinen Konkurrenten Oracle. Der Supreme Court entscheidet, Google habe keinen Rechtsverstoß begangen, als der Konzern unerlaubt 11.000 Zeilen Open-Source-Code für sein Android-Betriebssystem übernommen hat. Oracle forderte eine Entschädigung von 9 Mrd Dollar, das Gericht erachtet Googles Anwendung des Codes aber als "fair".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

“New York Times”: Trump hat sich im Wahlkampf auf fragwürdige Weise Zusatzspenden verschafft.

Abzocke? Die Trump-Kampagne hat durch Tricks gegen Ende des Wahlkampfes Millionen an Zusatzgeldern von Spenderinnen erhalten, berichtet die "New York Times". Dafür hat die Spendenwebsite WinRed versucht, über sich häufig verändernde Zusatzkästchen aus Einmal­zahlungen regelmäßige Spenden zu machen. Etliche Menschen haben in der Folge ihr Geld zurückverlangt. Allein in den zweieinhalb Monaten vor der Wahl geht es um 530.000 Zahlungen und insgesamt 64 Mio Dollar. Ein Trump-Sprecher widerspricht dem "NYT"-Bericht.
nytimes.com (Paid) via faz.net

Persönliche Daten von 533 Mio Facebook-Nutzerinnen sind geleakt worden.

Riesen-Leak: Persönliche Informationen von mehr als 533 Mio Facebook-Nutzerinnen sind in einem Hacker-Forum veröffentlicht worden, schreibt Business Insider. Das Medium hat die Echtheit der Daten, darunter Telefonnummern, Geburtsdaten und teils auch E-Mail-Adressen, verifiziert. Zuerst hatte Alon Gal von der Cybersecurity-Firma Hudson Rock über den Leak auf Twitter berichtet. Er hatte die Daten bereits im Januar entdeckt, damals waren sie nur über einen kostenpflichtigen Bot zugänglich.
businessinsider.com, twitter.com (Post Gal), sueddeutsche.de

Models werden durch die Pandemie zu Influencerinnen.

Pande-models: Corona macht klassische Models zu Influencerinnen, berichtet Cristina Criddle bei der BBC. Agenturen können sich kaum retten vor Anfragen nach Models, die ihren Content selbst aufnehmen können. 73 % aller Marken investieren laut der Agentur Takumi seit Pandemie-Beginn mehr Budget ins Influencerinnen-Marketing. Zentral für den Trend sei der Wunsch nach Authentizität, da "Influencerinnen Follower anziehen, die sich mit ihnen als Person verbunden fühlen".
bbc.com

Willkommen im Club: Ina Remmers.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: 2015 gibt Gründerin Ina Remmers der Nachbarschaftshilfe mit Nebenan.de eine Plattform, bis heute ist sie Co-Geschäftsführerin der Burda-Marke. Remmers ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macherinnen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. David Pfeifer, Matthias Storath und Ute Wolf.
turi2.de/koepfe (Profil Remmers)

Zitat: Facebook will kontroverse Inhalte nicht verbannen, sagt Roger McNamee.

"Es sollte misstrauisch machen, wie gut die Stellungnahmen des Aufsichtsgremiums auf die Kommunikationsstrategie von Facebook abgestimmt sind."

Facebook-Kritiker Roger McNamee sagt im "FAZ"-Interview, er halte die Inhalte-Überwachung für ein Feigenblatt, um "ein gefährliches Geschäftsmodell zu überdecken." Er plädiert dafür, Facebook in mindestens 15 bis 20 Teile aufzuspalten, Google "in Hunderte von Teilen".
faz.net (Paid)

Armin Laschet legt sich mit Nachdenk-Vorsatz über Ostern selbst ein Ei.

Landeslenker und Denker: CDU-Chef Armin Laschet will an Ostern "über eine Lösung nachdenken", wie die Corona-Zahlen eingedämmt werden können, sagt er im "heute journal". Es gebe "nur noch nicht die Lösung". Das Netz reagiert spöttisch und lotet den hohen Meme-Faktor des Vorsatzes aus, #laschetdenktnach trendet bei Twitter.
t-online.de, twitter.com (#laschetdenktnach)

Untersuchung: Onlinewerbung zielt auf verstärkt auf Kinder.

Kinderklicks: Werbetreibende sprechen online häufig Kinder von 6 bis 13 Jahren an, sagt eine Untersuchung der Landesanstalt für Medien NRW. Die meisten Werbekontakte einer Analyse in der Vorweihnachtszeit entfielen auf Profile, die Kindersendungen sehen oder entsprechende Websites besuchen. Drei von zehn Unternehmen, die Kinder besonders stark adressieren, bieten Smartphone-Spiele an.
"Spiegel" 14/2021, S. 67 (Vorab)

Zahl des Tages: Gehalt von “Bet365”-Gründerin steigt auf 550 Mio Euro.

Zahl des Tages: Satte 550 Mio Euro hat Denise Coates, Gründerin und Vorstandschefin des umstrittenen Internet-Wettanbieters Bet365, im Jahr 2020 verdient – fast 50 % mehr als im Vorjahr. Und das, obwohl sich der Gewinn von "Bet365" im Pandemie-Jahr auf 194 Mio Pfund halbiert hat. Coates ist schon seit Jahren Großbritanniens bestbezahlte Managerin. Seit 2010 habe sie laut Bloomberg unterm Strich mehr als 1 Mrd Euro an Gehalt eingestrichen.
bloomberg.com via spiegel.de

Vorgetäuschter Bankraub: YouTuber bekommen Bewährungsstrafe.

Missglückter Scherz: Die US-YouTuber Alan und Alex Stokes sind von einem Gericht in Kalifornien zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und 160 Stunden Sozialdienst verurteilt worden. Die Zwillingsbrüder hatten sich zuvor schuldig bekannt, einen Banküberfall für ein Prank-Video inszeniert zu haben. Der Vorfall hatte im Oktober 2019 zu einem Polizeieinsatz geführt, bei dem ein unbeteiligter Uber-Fahrer zwischenzeitlich festgenommen worden war. Rund 6,7 Mio Abonnentinnen verfolgen die Stokes-Brüder bei YouTube.
spiegel.de, faz.net

Meinung: “Zapp”-Spezial zu “Lovemobil” überzeugt nicht.

Lovemobil: Der NDR drückt sich im "Zapp"-Spezial zur gefälschten Lovemobil-Doku um die eigene Verantwortung, schreibt Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen Zeitung". Fragen nach Verpflichtungen und Verantwortung seien allerdings noch immer offen, weil der Sender kein "Licht in die eigene Vorgehensweise" gebracht habe. NDR-Doku-Chefin Anja Reschke habe bei der "Zapp"-Aufarbeitung "nicht mehr zu bieten als das genervte Eingeständnis, man hätte vielleicht genauer hinschauen müssen". Es sei laut Vahabzadeh eine Sache für einen Sender, einen Fehler öffentlich zu machen, und eine andere, dafür auch einen Teil der Verantwortung zu übernehmen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Macherinnen der “Luca”-App haben sich an fremdem Quellcode bedient.

App-gekupfert: Die Macherinnen der Corona-App "Luca" stehen in der Kritik, da sie Open-Source-Programmmodule genutzt und entsprechende Urheberrechtshinweise entfernt haben. Hacker der Gruppe "Zerforschung" haben analysiert, dass "Luca" den kopierten Code mit einer eigenen Lizenz beinhaltet. Die "Luca"-Entwicklerinnen haben den Quellcode nach der Kritik angepasst.
focus.de

Meinung: Deepfakes sind eine Gefahr für die Demokratie.

Deepfakes, also technisch manipulierte Bilder und Videos, brauchen einen gesetzlichen Rahmen, schreibt Kathrin Werner. Die Technik sei mittlerweile so gut, dass reine Medienkompetenz als Antwort darauf nicht ausreiche. Gefälschte pornografische Inhalte würden oft eingesetzt, um die Opfer einzuschüchtern. Dadurch gefährden sie letztlich die Meinungsfreiheit und Demokratie.
sueddeutsche.de