Das ZDF verzeichnet für seine Mediathek 104,6 Mio Sichtungen im Juli.

ZDF-Mediathek erzielt im Juli 104,6 Mio Sichtungen - 45 % mehr als im Juli 2019. Im Schnitt verzeichnet das Angebot im ersten Halbjahr sogar 120 Mio Sichtungen und 140 Mio Visits pro Monat. Großen Erfolg bringen Eigenproduktionen. Die Dramaserie "Sløborn" wurde in den ersten beiden Wochen über 3 Mio mal aufgerufen, die ZDFinfo-Dokumentationen erzielten im Juli 5,8 Mio Zugriffe.
digitalfernsehen.de

Google lässt persönliche Audio-Dateien wieder von Menschen abhören.

Google lässt Audio-Daten wieder von Menschen auswerten – aber nur, wenn die Nutzer*innen von Google Assistant und Co zustimmen. In der Standardeinstellung bleibe der menschliche Zugriff ausgeschlossen, sagt das Unternehmen. Die fragwürdige Abhör-Praxis persönlicher Audio-Daten durch Google und andere Tech-Firmen löste 2019 einen Skandal aus.
theverge.com, businessinsider.com, turi2.de (Background)

TikTok will sich mit Faktencheck-Team für US-Wahl rüsten.

TikTok plant, vor der US-Wahl im November gegen Falschinformationen vorzugehen. Ein Faktencheck-Team soll dabei helfen, Lügen und irreführende Informationen zu finden. Außerdem sollen Nutzer*innen verdächtige Inhalte melden können. Ziel der chinesischen App ist es, auch dann einem drohenden Verbot in den USA zu entgehen, wenn Microsoft den Kurzvideo-Dienst nicht übernehmen sollte.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Instagram soll Trump-Hashtags zulasten von Biden ausgespielt haben.

Trump-stagram: Der Algorithmus von Facebooks Foto-Plattform Instagram hat offenbar Pro-Trump-Inhalte denen seines demokratischen Rivalen Joe Biden über Wochen vorgezogen, entdeckt das US-amerikanische Tech Transparency Project. Wer in den letzten Wochen auf beliebte Trump-Hashtags klickte, darunter #trump oder #presidenttrump, habe demnach keinerlei verwandte Hashtags angezeigt bekommen. Bei Biden-Hashtags wie #joebiden oder #teambiden habe Instagram dagegen Hashtags vorgeschlagen, die den Herausforderer in ein schlechtes Licht rücken oder Falschinformationen streuen, darunter #creepyjoebiden oder #joebidenpedophile. Außerdem hätten die Biden-Hashtags auf positive Trump-Posts geführt, während bei Trump keine Inhalte aus dem demokratischen Lager zu sehen gewesen seien. Instagram hat die Politiker also offenbar unterschiedlich behandelt.

Ein Sprecher räumt den Fehler gegenüber BuzzFeed News grundsätzlich ein und bezeichnet ihn als "bug". Zehntausende Hashtags seien betroffen gewesen. Das "Related Hashtags"-Feature hat Instagram nach der Medienanfrage vorerst abgeschaltet. Weil auch bei Begriffen wie #democrats keine Vorschläge angezeigt worden seien, wirft Instagram dem Tech Transparency Project per Twitter "Rosinenpickerei" vor, um eine "sensationelle Geschichte" zu liefern.

Der Fund erinnert jedenfalls an die Rolle von Facebook während des US-Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016. Damals hatte der Social-Media-Riese zu wenig gegen die politische Beeinflussung von Wähler*innen auf seiner Plattform unternommen. Jetzt muss sich die Instagram-Mutter den Vorwurf gefallen lassen, aus den alten Fehlern noch immer nicht gelernt zu haben.

Ebenfalls am Mittwoch hat Facebook einen Facebook-Post von Trump gelöscht. Begründung: Der Beitrag habe Falschinformationen zu Corona enthalten.
techtransparencyproject.com, buzzfeednews.com, theverge.com, techcrunch.com, edition.cnn.com (Facebook-Post gelöscht)

Marketingchef Phil Schiller verlässt den Apple-Vorstand.

The Next Big Thing Exit: Apples Marketingchef Phil Schiller gibt seinen Posten im Vorstand auf. Künftig will er sich als "Apple Fellow" um die Events des Tech-Konzerns sowie um den App-Store kümmern. Nachfolger wird Greg Joswiak, der bisherige Vize. Schiller ist die vierte Top-Personalie, die Apple innerhalb der letzten 18 Monate verlässt.

Zuletzt kehrten Design-Chef Jony Ive, PR-Chef Steve Dowling sowie Einzelhandelschefin Angela Ahrendts Apple den Rücken.Schiller gehörte zu den Vertrauten von Apple-Gründer Steve Jobs und arbeitet seit 1987 für das Unternehmen. Seit 1997 gehört er zum Führungsteam und tritt u.a. bei Produktpräsentationen von Apple auf.
manager-magazin.de, apple.com

Zahl des Tages: Im Home Office arbeiten die Menschen 48,5 Minuten am Tag mehr.

Zahl des Tages: Durchschnittlich 48,5 Minuten am Tag länger haben die Menschen im Home Office während des Corona-Lockdowns weltweit gearbeitet, analysiert ein Forscherteam der Harvard Business School sowie der New York University. Die Zahl der verschickten E-Mails steigt im häuslichen Büro, Videokonferenzen dauern im Schnitt kürzer als physische Meetings.
spiegel.de

Red Bull zieht bei der Rechercheplattform Addendum den Stecker.

Rechercheplattform Addendum stellt in Österreich den Betrieb ein, entscheidet Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (Foto) mit Herausgeber Michael Fleischhacker. Die Zielsetzungen der Plattform seien "nicht in ausreichendem Maße erfüllt" worden. 57 Mitarbeiter*innen verlieren ihren Job. Die Quo Vadis Veritas Stiftung will unabhängigen Journalismus fördern und wird von Mateschitz finanziert.
derstandard.at, ots.at (Pressemitteilung)

Basta: WhatsApp schlägt Google zum Gegenchecken vor.

Let me google that for you: WhatsApp will mit einem einfachen Trick gegen die Verbreitung von Fake News vorgehen: In vielen Ländern können Nutzer*innen nun mit einem Klick weitergeleitete Beiträge googlen, um sich mehr Informationen zu verschaffen. Vielleicht wäre das auch etwas für twitternde Präsidenten, damit sie nicht versäumen, zusätzlich zu Infos vermeintlicher Ärzte zu Hydroxychloroquin auch die zu Alien-DNA zu teilen.
mashable.com

Meinung: Microsoft könnte mit TikTok-Kauf Facebooks Rivale werden.

Microsoft könnte mit der Übernahme von TikTok "aus dem Stand zu einem ernsthaften Rivalen von Facebook" werden, beobachten Roland Lindner, Hendrik Ankenbrand und Gustav Theile in der "FAZ". Gelingt der Deal, wäre dies "ein Paukenschlag". Dass Tiktok bisher einem chinesischen Konzern gehört, sei den meisten Nutzer*innen egal. Es sei kaum argumentierbar, dass in den USA Waffen erlaubt sind, die App aber nicht.
faz.net (Paid)

ZDF: Nachfolge-Sendung von “heute+” steht fest.


Dienstwechsel in der Nachtschicht: Das heute journal des ZDF bekommt mit heute journal update einen neuen nächtlichen Ableger. Ab dem 7. September soll die 15-minütige Sendung von Montag bis Freitag jeweils gegen Mitternacht laufen. Moderiert wird sie abwechselnd von den Journalistinnen Nazan Gökdemir (Foto, links) und Hanna Zimmermann (Foto, rechts). Zimmermann hatte bereits das Vorgänger-Magazin heute+ auf demselben Sendeplatz moderiert, Gökdemir stand bisher u.a. für das Arte Journal vor der Kamera. Ein paar Wochen im Jahr soll "heute journal"-Redaktionsleiter Wulf Schmiese übernehmen.

"Die Sendung um 21.45 Uhr bleibt das große Flaggschiff des Abends", sagt ZDF-Vize-Chefredakteurin Bettina Schausten. Das Update werde "eigene Akzente haben – durch Themensetzung und Interviews". Auch Redaktionsleiter Schmiese gibt an, dass die Sendung eine "eigene Kontur" haben werde. Sie soll wohl auch jüngere Zuschauer*innen erreichen. Darauf deutet die Ankündigung hin, dass das ZDF in der Sendung "Elemente von Social Media zurück ins lineare Fernsehen" holen will. Auf ein jüngeres Publikum war zuvor schon das Nachrichtenmagazin "heute+" angesetzt, allerdings ohne langfristigen Erfolg: Nach fünf Jahren lief es Mitte Juni zum letzten Mal. Mit "heute journal update" verpasst sich das ZDF nun eine "+"-Nachfolgerin.
presseportal.zdf.de, turi2.de (Letzte Folge "heute plus")

Die Gaming-Branche will grüner werden, hat aber ein “Ökologie-Problem”.

Gamer*innen wurde lange "unpolitisches und anti-gesellschaftliches Verhalten unterstellt", sagt Game-Design-Professor Dominik Rinnhofer. Dabei könnten aktuelle Spiele, in denen es um Umweltschutz geht, den sorgsamen Umgang mit Ressourcen trainieren. Gleichzeitig habe die Gaming-Branche durch ihren hohen Stromverbrauch ein "großes Ökologie-Problem".
sueddeutsche.de

Paul-Bernhard Kallen sieht Burda trotz Corona auf gutem Kurs und fordert eine europäische Digital-Infrastruktur.


Auf Kurs: Burda ist an der Corona-Krise offenbar nur mit einer Delle vorbeigeschrammt. "Wir haben im ersten Halbjahr mehr oder weniger den gleichen Umsatz gemacht wie 2019. Es gab also keinen Einbruch", sagt Burda-Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen im "Handelsblatt"-Interview. Das geplante Wachstum von 4,5 % sei jedoch ausgeblieben. "Wachstum und Aufräumen" standen bei Burda schon vor Ausbruch der Corona-Krise im Vordergrund, sagt Kallen, daher sei der Verlag "mit einem gewissen Kostenvorteil ins Jahr gestartet", der "manches abgefedert" habe. Das klassische Anzeigengeschäft sei rückläufig, aber "nach wie vor lukrativ", mache mit 3 bis 4 % jedoch "einen sehr geringen Anteil am Konzern­umsatz" aus. Das Tourismus- und Eventgeschäft dagegen ist auch bei Burda komplett weggebrochen. Kallen glaubt jedoch, dass Reisen "ein Grundbedürfnis der Menschen" ist und will mit Holidaycheck künftig mehr eigene Reisepakete verkaufen. Im Event-Geschäft gehe ohne physische Treffen "ein Teil von dem verloren, was so einen Event ausmacht". Webinare könnten zwar "die bestehende Community am Leben erhalten", aber nur schwerlich eine neue aufbauen.

Im Interview spricht sich Kallen auch für eine eigene digitale Infrastruktur in Europa aus. "Wir müssen den bestehenden Playern Vorschriften machen, wie unsere Infrastruktur auszusehen hat. Diese Vorschriften müssen Europas Werte widerspiegeln, Werte wie Datenschutz, Datensicherheit, Datenintegrität." EU-Wettbewerbs­kommissarin Margrethe Vestager habe zwar "eine ganze Reihe mutiger Entscheidungen getroffen", an den Spielregeln habe sie aber nichts verändern können. "Wir beschützen die Bürger in Deutschland sehr effizient vor deutschen Unternehmen, aber null vor außereuropäischen Unternehmen. Das ist ein Akt der Selbstgeißelung, der mir nicht einleuchtet", sagt Kallen.

Zu seiner eignen Zukunft bei Burda sagt Kallen, 63, es gebe "eine klare Regelung", was passiert, "wenn mir ein Ziegelstein auf den Kopf fällt". Einmal im Jahr überdenke er, welche Vorkehrungen für den "Ziegelsteinfall" notwendig sind. Kallen verspricht: "Ich werde nicht fahnenflüchtig und gründe mein nächstes Digitalunternehmen. Obwohl die Versuchung groß ist." (Foto: Imago Images)
handelsblatt.com (Paid)

Meinung: Desinformationen zur Corona-Demo sollen das Vertrauen in Medien untergraben.

Corona-Demo: Insbesondere Verschwörungsideologen und rechtsextreme Kräfte, aber auch u.a. die AfD, verbreiten gezielt manipulierende Beiträge, wonach die Teilnehmerzahlen bei den Demonstrationen in Berlin deutlich über den Angaben der Polizei lagen, beobachtet Patrick Gensing. Damit wollen die Ideologen den Teilnehmenden das Gefühl geben, Polizei und Medien würden sich gegen sie stellen. Für Zahlen von mehreren hunderttausend Demonstrierenden gebe es keine Belege.
tagesschau.de

Microsoft bestätigt TikTok-Verhandlungen, Deadline am 15. September.

Microsoft bestätigt in einem Statement Verhandlungen über eine Übernahme des US-Geschäfts von TikTok von ByteDance. Laut Microsoft gab es dazu ein Gespräch zwischen Firmenchef Satya Nadella und Donald Trump. Microsoft kündigt an, möglicherweise weitere US-Investoren für Minderheitsanteile gewinnen zu wollen. Die Gespräche über eine mögliche Übernahme will Microsoft spätestens am 15. September beenden.
techcrunch.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Corona ebnet Gesichtserkennung den Weg in Sportstadien.

Lese-Tipp: Mehrere Sportclubs planen den Einsatz von Techniken zur Gesichtserkennung, schreibt Parmy Olson. Sie könnte helfen, bei reduzierten Zuschauerzahlen Corona-Maßnahmen einzuhalten. Einen weiteren Vorteil sehen die Befürworter darin, dass so auf Kontakte verzichtet werden kann, wenn das Gesicht beispielsweise das Ticket ist und keine Barcode-Scanner nötig sind.
wsj.com

Werbe-Boykott ist eher ein Warnschuss als ein Problem für Facebook.

Facebook-Logo#StopHateForProfit: Der Boykott von über 1.000 Werbenden trifft Facebook eher in der Reputation, als finanziell, schreiben Tiffany Hsu und Eleanor Lutz. Zwar seien die Werbeeinnahmen durch die Top-Spender zurückgegangen, viele Unternehmen planen aber eine Rückkehr. Zudem wachsen Facebook Werbeeinnahmen insgesamt weiter. Die Protestaktion könnte Facebook aber dennoch gefährden, weil sie das Image des Konzerns verschlechtert.
nytimes.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Tilo Jung, Wolfgang Schmitt und Gert Scobel sprechen über die Welt nach Corona.

Video-Tipp: Tilo Jung und Wolfgang Schmitt sprechen mit dem Philosophen Gert Scobel über die Gesellschaft nach und während Corona. Viele Menschen würden zum Leben vor Corona zurückkehren wollen, weil es scheinbar bequem wirke, sagt Scobel. Schmitt hält entgegen, dass es falsch wäre zu vergessen, was vorher schlecht lief. Ihren Talk beginnen die drei mit einen Blick auf die gestrigen Demonstrationen in Berlin. Der Kampf gegen die Maskenpflicht habe auch Spuren von Rassismus in sich. Doch nicht nur selbsterklärte Widerstandskämpfer seien ein Problem, sondern auch Prominente, die mittlerweile wieder durch die Welt reisen und so tun, als sei alles vorbei.
youtube.com (1:40-Std-Video)

Gründer Thomas Griesel glaubt noch an mehrere hundert Prozent Wachstum für Hello Fresh.

Hello Fresh versteht sich nicht allein als Corona-Gewinner, sagt Gründer Thomas Griesel in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Lieferdienst für Kochboxen hat zwar mittlerweile einen höheren Börsenwert als die Lufthansa oder die Commerzbank, allerdings habe man vorher schon Wachstum generiert und könne in der Zukunft noch mehrere hundert Prozent zulegen. Griesel sieht Hello Fresh auch als Tech-Unternehmen. Neben den Rezepten seien gute Algorithmen wichtig, um Mengenangaben und Lieferungen zu optimieren.
"FAS", S. 19 (Paid)

Reuters: ByteDance übergibt das US-Geschäft von TikTok an Microsoft.


MicroTok: ByteDance, der chinesische Mutterkonzern hinter TikTok, und Microsoft haben sich auf einen Deal geeinigt, berichtet Reuters. Demnach würde Microsoft das US-Geschäft der App übernehmen und ByteDance als Gesellschafter dort aussteigen. Microsoft wäre dann auch für alle Nutzerdaten in den USA verantwortlich. Einige in den USA ansässige Investoren können dem Bericht zufolge weiter einen Minderheitsanteil halten. Auch ByteDance hatte dies ursprünglich vor. Der Plan ist jedoch wohl vom Tisch, weil er keine Zustimmung durch die US-Regierung bekommen hätte. Finanzielle Eckpunkte des Deals sind bislang nicht bekannt, ebensowenig ob Trump dem Deal zustimmen wird.

Mit dem Handel versucht ByteDance, TikTok in den USA zu retten. Erst Freitag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, die App in den USA zu verbieten. Seine Administration wirft TikTok vor, Nutzerdaten an chinesische Geheimdienste weiterzuleiten. TikTok selbst wendet sich mit einer Botschaft an seine Nutzer und sagt, der Dienst habe nicht vor, zu verschwinden.
reuters.com, turi2.de (Background)

Wie sehr trifft Corona den “Kicker”, Martin Schumacher?


Der 100-Jährige und die Pandemie: "Mit der Einstellung der Live-Spiele sind die Reichweiten eingebrochen." Im Video-Interview mit turi2.tv zieht "Kicker"-Vermarktungschef Martin Schumacher eine Corona- und Geburtstags-Bilanz für das nun 100 Jahre alte Sport-Magazin. Die Reichweiten, sagt Schumacher, sind inzwischen zurück – die Geisterspielen haben für einen Rekord von 2,1 Mrd Page Impressions gesorgt, die große Feier für den 100. "Kicker"-Geburtstag muss aber noch bis zum nächsten Jahr warten. Obwohl die "Vollbremsung" durch Corona hart war, kann Schumacher dem Umdenken, zu dem die Pandemie geführt hat, auch gute Seiten abgewinnen.

Er geht davon aus, dass es auch in Zukunft eine Mischung aus Anwesenheit und mobilem Arbeiten geben wird, und dass viele Kolleg*innen gemerkt haben, wie angenehm es sein kann, "flexibler zu sein in der Arbeitszeitmodellgestaltung". In der Vermarktung, sagt Schumacher, knüpft er jetzt schon wieder an die Zeiten vor Corona an. "Jetzt müssen wir einfach noch eine Schippe draufpacken, um möglichst viel wieder hereinzuholen." Der "Kicker" habe durch Corona gelernt, wie abhängig er vom Live-Sport ist. "Wir werden uns jetzt an die Hausaufgaben machen, um zukünftig noch besser gewappnet zu sein."
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Mehr vom "Kicker" auf turi2.de: Der Hundertjährige, der durchs Fenster der Innovation stiegt ("turi2 edition 11")

Bloomberg: Donald Trump will Bytedance zwingen, TikTok zu verkaufen.

TikTok soll nach dem Willen der US-Regierung in den USA nur dann ein Verbot umgehen können, wenn die chinesische Mutter Bytedance das US-Geschäft der App verkauft. Das meldet Bloomberg und bringt Microsoft als potentiellen Käufer ins Spiel. Anfang Juli hatte bereits US-Außenminister Mike Pompeo ähnliche Pläne geäußert. Viele US-Politiker äußern Bedenken, Bytedance könnte US-Nutzerdaten an chinesische Geheimdienste weiterleiten.
bloomberg.com, faz.netturi2.de (Background)

Twitter-Hack: US-Behörden verhaften einen 17-jährigen Verdächtigen.

Twitter-Hack: Das FBI hat in Zusammenarbeit mit weiteren US-Behörden einen 17-Jährigen in Florida verhaftet. Die Ermittler*innen verdächtigen ihn, der Kopf hinter dem jüngsten Hack auf prominente Twitter-Accounts zu sein. Insgesamt werfen die Behörden ihm 30 verschiedene Verbrechen vor. Ein weiterer Amerikaner und ein Mann aus Großbritannien sollen ihm geholfen haben. Mitte Juli wurden die Twitter-Accounts vieler Prominenter, darunter Barack Obama, Bill Gates und Elon Musk, gehackt und missbraucht, um die Follower aufzurufen, Bitcoins zu versenden.
theverge.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”: Bei deutschen Marken bröckelt die Motivation zum Facebook-Werbeboykott.

Facebook-LogoFacebook-Boykott: Mehrere deutsche Unternehmen, darunter Beiersdorf und Puma, wollen wieder Werbung bei Facebook schalten, berichtet der "Spiegel". Laut Puma habe der bisherige Boykott "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt". Auch VW, Adidas, Bayer, Siemens und Henkel denken "laut Spiegel" über ein Ende des Boykotts nach. Vaude, Fritz-Kola, Fresenius und SAP hingegen ziehen ihn weiter durch. Laut SAP seien die von Facebook skizzierten Maßnahmen "nicht ausreichend, um eine wirklich kategorische Ablehnung von Online-Hass und Rassismus zu erreichen".
"Spiegel" 32/2020, S. 60, turi2.de (Background)

Google kennzeichnet “Black-owned Businesses” mit eigenem Label.

Google führt ein Label für "Black-owned Businesses" in der Suche und Google Maps ein, um Inhaber*innen der Black Community zu unterstützen. Es zeigt ein schwarzes Herz vor orangefarbenem Hintergrund. Wie Google prüfen will, ob die Unternehmer*innen tatsächlich Schwarze sind, sagt der Konzern nicht. Um das Label zu bekommen, müssen sich Unternehmen "per Mail, Telefon oder Post verifizieren".
theverge.com

BuzzFeed will mit eigener Shopping-Plattform Umsätze generieren.


Wandel mit Handel: BuzzFeed startet die Plattform BuzzFeed Shopping. Bisher hat das Unternehmen auf Affiliate-Marketing gesetzt und damit 2019 rund 300 Mio Dollar verdient. Nun entwickelt sich BuzzFeed zu einer "ungewöhnlichen Kombi aus Nachrichten, Unterhaltung und Kommerz", schreibt Ann-Marie Alcantara bei WSJ.com. Wohl nicht ohne Zwang: Das Unternehmen hatte schon vor der Krise wirtschaftliche Probleme, die sich durch Corona verstärkt haben. Im Mai hat BuzzFeed bekannt gegeben, sich künftig auf Nachrichten zu konzentrieren, die großes Klickpotential in den USA haben, die lokale Nachrichten- und Politikberichterstattung in Großbritannien und Australien an den Nagel zu hängen und einen Käufer für den deutschen Ableger zu suchen.

Nilla Ali, verantwortlich fürs Shopping bei BuzzFeed, erklärt den Schritt gegenüber WSJ.com mit den sich wandelnden Gewohnheiten der Zielgruppe, die vor zwei Jahren noch nicht geneigt gewesen sei, außerhalb der "traditionellen" Online-Shops zu kaufen. Durch Instagram Shopping und Co habe sich das geändert. BuzzFeed kooperiert bei seiner Plattform mit Shop Bonsai, einer E-Commerce-Plattform, die Verlage und Marken verbindet. Die redaktionelle Unabhängigkeit sieht Ali nicht gefährdet.
wsj.com, turi2.de (Background)

ProSiebenSat.1 macht im 2. Quartal einen Nettoverlust von 52 Mio Euro.

ProSiebenSat.1 rutscht aufgrund wegbrechender Werbeerlöse im 2. Quartal in die roten Zahlen. Der Umsatz des Konzerns bricht um 25 % auf 709 Mio Euro ein. Der bereinigte Nettoverlust beträgt 52 Mio Euro. Im Juli haben sich die Werbeerlöse laut Konzern-Angaben erholt und lagen nur noch 20 % unter Vorjahresniveau, für August erwartet P7S1 ein Minus von 10 %.
handelsblatt.com, presseportal.de

Jugendliche Gründer stoßen oft auf Hürden.

Jugendlichen Gründer*innen steht oft die Bürpkratie im Wege, schreibt Sebastian Späth im "Handelsblatt" über die Probleme von Jung-Gründern wie Charles Bahr (Foto). Auch aus den Schulen komme zu wenig Verständnis, dabei könne sich Deutschland die "Gering­schätzung von Gründern eigentlich nicht leisten". Prominente Unterstützung kommt von FDP-Chef Christian Lindner, der selbst als Jugendlicher schon unternehmerisch tätig war.
"Handelsblatt", S. 54/55 (Paid)

US-Tech-Konzerne schlagen sich in der Corona-Krise besser als erwartet.


Krisenimmunität: Die Tech-Konzerne Google, Apple, Facebook und Amazon scheinen weitgehend immun gegen die Auswirkungen der Corona-Krise und schneiden im 2. Quartal besser ab als erwartet. Vor allem Amazon profitiert vom Boom beim Online-Shopping während der Krise und steigert seinen Umsatz um 40 % auf knapp 89 Mrd Dollar. Der Versandriese vermeldet mit 5,2 Mrd Dollar zudem den höchsten Nettogewinn der Konzerngeschichte, der sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat.

Für Apple ging es im 2. Quartal seit Langem auch bei den iPhones wieder bergauf – der Smartphone-Umsatz des Konzerns stieg um 2 % auf 26,4 Mrd Dollar. Insgesamt kommt Apple beim Umsatz auf 59,7 Mrd Dollar, ein Plus von 11 %. Der Konzern hat außerdem einen Aktien-Split im Verhältnis eins zu vier angekündigt. So soll die Aktie laut Konzern für eine "breitere Basis von Investor*innen" zugänglich sein.

Facebooks Wachstum ist im 2. Quartal zwar abgeflacht, der Umsatz wächst aber dennoch um 11 % auf 18,7 Mrd Dollar. Der weltweite Werbeboykott kann dem sozialen Netzwerk offenbar nicht viel anhaben – laut Konzernangaben sind die Werbeumsätze in den ersten drei Juli-Wochen um 10 % gestiegen.

Nur Google-Mutter Alphabet schwächelt – der Konzern muss erstmals in seiner börsennotierten Geschichte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dieser schrumpft um 2 % auf 38,3 Mrd Dollar, Analyst*innen waren von 4 % ausgegangen. Alphabet leidet unter den Rückgängen im traditionellen Kerngeschäft der Suchmaschinen-Werbung, da viele Werbungtreibende ihre Ausgaben in der Krise zurückgefahren haben. YouTube entwickelt sich hingegen positiv und auch das Cloud-Geschäft kann beim Umsatz um 43 % auf 3 Mrd Dollar zulegen.
faz.net, golem.de (Google), turi2.de (deutsche Wirtschaft)

SAP und Telekom sollen Datenaustausch europäischer Corona-Apps betreuen.

Corona-Warn-App: SAP und die Deutsche Telekom sollen eine Plattform aufbauen und betreiben, über die nationale Corona-Apps verschiedener Länder Daten austauschen können, berichtet die "Wirtschaftswoche". Ein Konzept der beiden Konzerne, die die deutsche App entwickelt haben, habe von der EU-Kommission den Zuschlag erhalten, Verträge sollen "kurzfristig unterschrieben werden", die Plattform soll "ab Spätsommer" bereitstehen. Der Datenaustausch mit Apps aus Ländern, die ihre Daten zentral verarbeiten, etwas Frankreich, sei vorerst nicht geplant.
"Wirtschaftswoche" 32/2020, S. 6 (Paid)

Zahl des Tages: Huawei überholt Samsung als Smartphone-Marktführer.

Zahl des Tages: Mit weltweit 55,8 Mio verkauften Smartphones ist Huawei im 2. Quartal trotz US-Sanktionen erstmals die Nummer 1, berechnet der Marktforscher Canalys. Huawei profitiert von der Schwäche des bisherigen Marktführers Samsung, dessen Absatz weltweit um 30 % auf 53,7 Mio Geräte einbricht. Außerhalb Chinas verkauft zwar auch Huawei 27 % weniger Smartphones, im Heimatmarkt dafür 8 % mehr.
t-online.de, digitalfernsehen.de, canalys.com

TikTok startet europaweiten Fonds und will Influencer*innen mit 60 Mio Euro fördern.


Es regnet chinesisches Geld: TikTok unterstützt über einen Kreativitäts-Fonds Inhalte-Ersteller*innen in Europa mit 60 Mio Euro. Nähere Details zur Bewerbung will die Plattform in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Deutschland ist einer der Kernmärkte von TikTok, der Fonds richtet sich aber auch an Influencer*innen in Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien. Er soll innerhalb von drei Jahren auf insgesamt rund 255 Mio Eurowachsen.

TikTok hat kürzlich angekündigt, seine Algorithmen, Datenströme und Moderationsregeln in einem "Transparency and Accountability Center" offenzulegen, um zu beweisen, dass es seiner Verantwortung nachkomme und sich an das jeweils geltende Recht halte. Wer genau in diesem Center Einblicke erhalten wird, ist aber nicht klar. CEO Kevin Mayer forderte Unternehmen wie Facebook auf, es TikTok gleichzutun.
horizont.net, presseportal.de, t3n.de (Algorithmus), turi2.de (US-Fonds)

Der französische Online-Kiosk Cafeyn kauft Blendle.


Dutch Deal: Blendle wechselt den Besitzer und gehört künftig zum französischen Online-Kiosk Cafeyn, schreibt Blendle-Gründer und Chef Alexander Klöpping in einem Blogbeitrag. Er verkauft sein Unternehmen zu einem nicht genannten Preis, gibt seinen Geschäftsführer-Posten ab und wechselt in den Vorstand von Cafeyn. Die neue Unternehmensgruppe hat rund 150 Mitarbeiter, "vorläufig" sollen beide Kioske erhalten bleiben.

Klöpping schreibt, mit dem Verkauf werde das Angebot in mehr Ländern verfügbar und Leser*innen könnten neue Funktionen nutzen. Es sei sinnvoll, die ähnlichen Ziele gemeinsam zu verfolgen. Blendle startete einst mit dem Einzelverkauf von Artikeln, fokussierte sich später aber, um profitabel zu werden, auf den Verkauf von Premium-Abos.
faz.net, meedia.de, medium.com

Meinung: Netflix bringt Liberalismus in autoritäre Staaten.

Netflix bringt "neben dem Kapitalismus auch ein bisschen Liberalismus mit sich", schreibt Alice Bota. Die Moskau-Korrespondentin der "Zeit" beobachtet, dass Streamingdienste in autoritären Staten Tabu-Themen wie Homosexualität, Rassismus und Menschenrechte ins Bewusstsein junger Menschen bringen. Verbote seien nutzlos und könnten leicht umgangen werden.
"Zeit" 32/2020, S. 1 (Paid)

Video-Tipp: Wie Kochvideos in die rechte Blase führen können.

Video-Tipp: Vermeintlich harmlose Kochvideos oder Styling-Tutorials mit unterschwellig politischen Botschaften können der Einstieg in die rechte Internet-Blase sein. Die Puls Reportage vom BR testet, wie der YouTube-Algorithmus den Zuschauer*innen immer wieder Videos der gleichen Akteure vorschlägt, ohne eine Gegenposition anzubieten, aber manchmal auch überraschend ausschlägt.
youtube.com (21-Min-Video)

Zahl des Tages: Ägyptisches Gericht verurteilt erneut eine Influencerin zu Haft.

Zahl des Tages: Bereits die 6. Influencerin innerhalb einer Woche hat ein ägyptisches Gericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Die Fashion-Bloggerin Manar Samy muss wegen angeblicher "Anstiftung zur Ausschweifung und Unmoral" drei Jahre in Haft und zusätzlich eine Geldstrafe von umgerechnet knapp 16.000 Euro zahlen. Erst am Montag waren fünf andere ägyptische Influencerinnen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
spiegel.de

Google, Apple, Facebook und Amazon reden sich vor dem US-Kongress klein.


Strategische Bescheidenheit: Die Chefs von Google, Apple, Facebook und Amazon haben sich bei einer Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwochabend große Mühe gegeben, ihre Marktdominanz kleinzureden. Der Vorsitzende des Kongress-Ausschusses, der Demokrat David Cicilline, wirft den Konzernen vor, "zu viel Macht" zu haben. Die vier Tech-Bosse, die alle per Video zugeschaltet sind, nennt er die "Kaiser der Online-Wirtschaft". Die sehen sich schon in ihren Eingangs-Statements gar nicht in kaiserlicher Rolle: Google-Chef Sundar Pichai etwa argumentiert, "Googles fortgesetzter Erfolg ist nicht garantiert". Apple-Chef Tim Cook spricht von einem "Straßenkampf um Marktanteile", in dem sich sein Konzern befinde. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg lässt die Abgeordneten wissen, dass Facebook in vielen Bereichen hinter seinen Konkurrenten liege: "Die größte Messaging-App ist iMessage, die am schnellsten wachsende Plattform ist TikTok", sagte Zuckerberg. Und auch Amazon-Boss Jeff Bezos sieht sich als Winzling – gemessen am globalen Einzelhandelsmarkt, an dem Amazon weniger als 1 % ausmache.

Zuckerberg appelliert, seinen Konzern nicht allein aufgrund seiner Größe zu beurteilen: "So wie ich unsere Gesetze verstehe, sind Unternehmen nicht schlecht, nur weil sie groß sind." Alle vier verbreiten Patriotismus: "Die Tech-Industrie ist eine amerikanische Erfolgsgeschichte", sagt Zuckerberg. Bezos lässt wissen, es sei kein Zufall, dass Amazon hier entstanden sei, "diese großartige Nation" unterstütze risikofreudige Unternehmer. Gleich zu Beginn der Anhörung meldet sich per Twitter US-Präsident Donald Trump zu Wort: Wenn der Kongress die Tech-Konzerne nicht zur "Gerechtigkeit" zwinge, werde er dies mit Regierungsdekreten tun, so Trump. (Foto: Mandel Ngan/Pool AP / Picture Alliance)
faz.net, spiegel.de, sueddeutsche.de, handelsblatt.com (Paid), edition.cnn.com, theguardian.com

Constantin Film verkauft “Black Beauty” an Disney+.

Constantin Film reitet mit der Neuverfilmung des Pferde-Romans Black Beauty am Kino vorbei direkt zu Disney+. Der Streamingdienst kauft die internationalen Rechte an der Co-Produktion von Constantin und JB Pictures von Jeremy Bolt. Der bereits fertige Film soll Ende des Jahres laufen. Die Stimme des schwarzen Pferdes spricht in der englischen Fassung Schauspielerin Kate Winslet.
presseportal.de, hollywoodreporter.com, cnet.com (Winslet)