Debatte: Instagram ist “aus Nutzersicht eine Katastrophe”.

Back to the roots: Instagram sollte sich "lieber auf sein Alleinstellungsmerkmal konzentrieren, es betonen und modernisieren", schreiben Lisa Hegemann und Henrik Oerding in der "Zeit". Das lasse sich runterbrechen auf "Fotos schön machen und teilen". Stattdessen baue Instagram derzeit so viele Features ein, dass der Überblick verloren gehe – und bei den Usern die Lust, sich mit der Plattform zu befassen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Apple und Amazon legen überraschend gute Quartalszahlen vor.

Apple und Amazon melden für das 2. Quartal überraschend gute Zahlen. Der iKonzern steigert seinen Umsatz um 2 % auf 83 Mrd Dollar, als Gewinn bleiben 19,4 Mrd – weniger als 2021 aber mehr als von der Börse erwartet. Ähnlich bei Amazon: Der Umsatz wächst um 7 % auf 121 Mrd Dollar, der Nettoverlust von 2 Mrd Dollar ist durch Investitionen begründet.
spiegel.de

Instagram zieht die von TikTok inspirierten Änderungen zurück.

Zurück zu den Wurzeln? Instagram will die jüngsten, von TikTok inspirierten Änderungen in der App rückgängig machen, die Anzahl der empfohlenen Posts reduzieren und den Algorithmus verbessern. Eine Testversion der App, die Fotos und Videos im Vollbildmodus öffnet, soll auslaufen. Das Unternehmen reagiert auf Nutzerinnen, die ein Comeback der Foto-App fordern.
theverge.com, turi2.de (Background)

Mann wird wegen Internet-Hetze gegen Gil Ofarim verurteilt.

Internet-Hetze: Ein Mann aus dem sächsischen Niesky wird wegen Volksverhetzung zu sieben Monaten Haft verurteilt. Auf Facebook hatte er zum angeblichen Vorfall zwischen Sänger Gil Ofarim und einem Angestellten des Leipziger Westin Hotels geschrieben: "In Buchenwald wäre er mit seinem Davidstern gern gesehen". Der Sänger soll im Hotel antisemitisch beleidigt worden sein, ein Überwachungsvideo hatte Zweifel aufkommen lassen.
rnd.de, turi2.de (Background)

Debatte: Meta steht vor der Herausforderung, junge Generationen zu erobern und ältere zu halten.

Schlechte Kopie? Bei dem Versuch, die Gen Z zu erobern, darf Meta die älteren Generationen nicht vergraulen, schreibt "Süddeutsche Zeitung"-Journalist Simon Hurtz. Millennials, Gen X und Boomer würden keinen TikTok-Klon wollen, sondern lieber "das gute, alte Instagram. Ihnen sei eine App wichtig, "die sie kennen und verstehen".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Unvergessen.de bietet Trauernden eine digitale Anlaufstelle.

Lese-Tipp: Die Plattform Unvergessen.de bietet Trauernden eine digitale Anlaufstelle, auf der sie u.a. Fotos oder Nachrichten posten können. Trauer in den öffentlichen Raum zu bringen, hilft dabei, ohne Angst über den Tod reden zu können, meint Co-Gründer und CEO Philip Pelgen. Mit einer eigenen Marketing-Agentur will er künftig Bestattungsunternehmen dabei unterstützen, digitaler zu werden.
omr.com

Meta erstmals ohne Umsatz-Wachstum seit dem Börsengang 2012.


Daumen runter: Facebook-Mutter Meta erleidet im 2. Quartal den ersten Umsatzeinbruch seit dem Börsengang 2012 – wenngleich der Verlust moderat ausfällt. Um 1 % auf 28,8 Mrd Dollar fallen die Erlöse, Analysten hatten mit 28,9 Mrd gerechnet. Größer ist das Minus beim Gewinn, hier geht es um 36 % auf 6,7 Mrd Dollar runter. Schuld daran seien vor allem höhere Personalkosten. Für das laufende Quartal erwartet Meta Umsätze zwischen 26 bis 28,5 Mrd Dollar, Anleger hatte eine Umsatzprognose von 30,3 Mrd Dollar erwartet. Zur Einordnung: Im 3. Quartal 2021 waren knapp 28,3 Mrd Dollar Umsatz drin.

Auf die User-Zahlen kann Meta dagegen teilweise positiver blicken: Die Zahl der weltweit täglich aktiven Nutzer liegt bei 1,97 Mrd, also leicht über den erwarteten 1,95 Mrd. Rund 2,93 Mrd Menschen nutzen Facebook mindestens einmal im Monat, bei 2,95 Mrd lag die Analysteneinschätzung.

Darüber hinaus hat Meta derzeit Ärger mit der FTC: Die Handelsbehörde will dem Konzern von Mark Zuckerberg den Kauf der VR-Firma Within Unlimited verbieten. Mit der Übernahme könnten weniger Wettbewerb und höhere Preise einhergehen, argumentiert die FTC. Meta kritisiert, die Klage bestehe aus "Ideologie und Spekulationen" statt aus Fakten.
handelsblatt.com, deraktionaer.de, cnbc.com

PR-Anweisungen: TikTok will Verbindungen zu China herunterspielen.

Leitfaden-Leak: PR-Mitarbeitende von TikTok bekommen offenbar die Anweisung, unliebsame Themen bei Medien-Anfragen kleinzureden, berichtet die US-Plattform Gizmodo unter Berufung auf interne Dokumente. Demnach sollen vor allem drei Dinge "heruntergespielt" werden: der Mutterkonzern Bytedance, die Verbindungen zu China und sämtliche KI-Thematiken. Auf Gespräche zum Algorithmus solle sich die PR-Abteilung gar nicht erst einlassen, sondern herausstellen, dass der personalisierte Feed die Entdeckung neuer Musik fördere. Beim Thema Datenschutz sollen PR-Leute darauf verweisen, dass viele andere Apps ebenfalls Daten sammeln.
gizmodo.com via heise.de

Basta: Threema macht mit Eis-Aktion auf Datenschutz aufmerksam.

Eis gegen Daten: Der Messengerdienst Threema verteilt in Zürich Eis umsonst, doch um ihre Erfrischung zu bekommen, müssen Passantinnen zunächst eine Menge persönlicher Fragen beantworten. Damit will die (kostenpflichtige) App zeigen, dass nicht alles umsonst ist, was nichts kostet. Aus Sicht der schwitzenden Passanten bewegt sie sich dabei wohl auf ziemlich dünnem Eis.
persoenlich.com

Debatte: Das Internet kennt keine Gegenwart, schreibt Samira El Ouassil.

Täglich Murmeltiertag: Die Gesellschaft befindet sich "in einer Wiederholungsschleife der Diskurse und Verhandlungen", schreibt Samira El Ouassil bei Übermedien. Grund dafür sei, dass es online nur darum geht, "die Vergangenheit immer wieder neu zu interpretieren". Dadurch nehme die Fähigkeit ab, "in der Gegenwart zu leben und uns die Zukunft vorzustellen".
uebermedien.de (Paid)

Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse integriert die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung.

Aus zwei mach eins: Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) übernimmt die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (Agof). Die beiden Joint Industry Committees teilen sich bereits seit einem Jahr die Büroräume und arbeiten gemeinsam an Projekten. Der vor 20 Jahren gegründete Online-Reichweitenforscher Agof steht wegen neuer Datenschutzanforderungen und der veränderten Mediennutzung spätestens seit Anfang 2022 unter Druck. Die Zukunft der Publikation "Daily Digital Facts" ist noch offen.
horizont.net (Paid), meedia.de

Quartalsbericht: Google macht weniger Gewinn, Microsoft bleibt hinter Erwartungen zurück.

Alphabet: Der Google-Mutterkonzern verzeichnet im 2. Quartal einen Gewinnrückgang von 18,5 auf 16 Mrd Dollar – weniger als von Analystinnen erwartet. Das Werbegeschäft als wichtigster Bereich des Konzerns wächst um 11,6 % auf 56,3 Mrd Dollar. Schlechter als erwartet schneidet dagegen Microsoft ab: Der Gewinn wächst nur um 2 % auf 16,7 Mrd Dollar. Dem Konzern setzen u.a. ein starker US-Dollar und eine geringe Nachfrage nach Computern zu.
spiegel.de, handelsblatt.com (Google)

Debatte: Dating-Apps schützen Mitglieder schlecht vor sexuellen Übergriffen.

Probleme weggewischt: Dating-Apps reagieren bei sexuellen Übergriffen oft nicht auf Beschwerden Betroffener, berichtet das neue SWR-Investigativ-Format "Vollbild". Frauen fühlten sich mit ihren Erfahrungen allein gelassen. Bei einem Selbstversuch der Redaktion habe keine Plattform nach der Meldung direkten Kontakt mit der vermeintlichen Betroffenen aufgenommen.
tagesschau.de, youtube.com (28-Min-Video)

Software-Anbieter Shopify setzt 1.000 Beschäftigte vor die Tür.

Personal-Rabatz: Shopify, Anbieter von E-Commerce-Software, trennt sich von 10 % seiner Belegschaft, von den 10.000 Beschäftigten müssen rund 1.000 gehen, berichtet das "Wall Street Journal". Als Grund nennt Firmen­chef Tobias Lütke verändertes Shopping-Verhalten: Konsumentinnen würden wieder weniger online bestellen als noch zu Hochzeiten der Pandemie.
wsj.com (Paid) via t3n.de

Apple bietet Straßenfotos nun für fast ganz Deutschland an.

Apple baut seinen Panorama-Dienst Look around in Deutschland deutlich aus, berichtet zuerst heise.de. Der Google-Streetview-Konkurrent sei nun fast flächen­deckend verfügbar, sogar in kleinen Dörfern. Ende April hatte Apple den Dienst zunächst in München gestartet, weitere Großstädte folgten. Ein Teil der Aufnahmen stamme offenbar von 2020, zuletzt war Apple nach eigenen Angaben zwischen April und Juni vielerorts unterwegs. Google hat sein Bild­material in Deutschland nach Zoff um verpixelte Häuser seit 2011 nicht mehr aktualisiert.
heise.de, stadt-bremerhaven.de

Facebook beteiligt Video-Creator an Musiklizenz-Einnahmen.

Moneten mit Musik: Facebook startet das neue Monetarisierungs-Feature "Music Revenue Sharing", mit dem Video-Ersteller künftig 20 % der Einnahmen aus Musiklizenzen erhalten. Voraussetzung ist, dass das Musikstück 60 Sekunden oder länger im Clip zum Einsatz kommt. Weitere, von Meta nicht näher definierte, Anteile gehen an die jeweiligen Musik-Rechteinhaber und den Konzern selbst.
about.fb.com, deraktionaer.de

Debatte: Das EU-Digitalgesetz “vernichtet die Pressefreiheit im Internet”.

Zensur-Angst: Der beschlossene Digital Services Act der EU "vernichtet die Pressefreiheit im Internet", befürchtet Christoph Fiedler, Geschäftsführer Europa- und Medienpolitik des MVFP, in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Plattformen dürften legale Presse dann mit Blick auf AGB-Verstöße "nach ihren eigenen Maßstäben verbieten"; die Internet-Giganten würden somit "endgültig die Kontrolle über die freie Meinungsbildung" übernehmen.
zeitung.faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Antonia Rados plädiert, die Berichterstattung nicht Algorithmen zu überlassen.

"Wenn Facebook, Twitter und Co sich daran halten müssten, dass stimmen muss, was auf der Plattform gepostet wird, dann würden wir uns alle etwas wohler fühlen."

Antonia Rados sagt im "stern"-Podcast "heute wichtig", man sollte Bericht­erstattung nicht Algorithmen überlassen, denn sie liefern sehr schnell, sehr viele Informationen ohne Zusammenhang.
stern.de (26-Min-Audio, Rados-Interview ab 07:30)

Lese-Tipp: TikTok spielt seinen Einfluss auf die Popkultur herunter, sagt Amelia Som.

Lese-Tipp: TikTok ist ein mächtiger Riese in der Popkultur "und zugleich machtlos, etwas in dieser Kultur zu verändern", kritisiert Creatorin und Projekt­managerin Amelia Som im Netzpolitik-Interview. TikTok spiele seinen Einfluss auf die Lebensrealität herunter, um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Sie fordert "mehr als ein paar Marketing­kampagnen" und dass das Unternehmen plattformweite Probleme, wie z.B. die Moderation von Inhalten, angeht.
netzpolitik.org

Bitkom: 70 % der Deutschen vertrauen ukrainischen Medien.

Hohes Vertrauen: 70 % der Deutschen finden ukrainische Medien vertrauenswürdig, wenn es um den Wahrheits­gehalt von Informationen zum Ukraine-Krieg geht, sagt eine Bitkom-Studie. 4 % vertrauen russische Medien. 57 % der Befragten finden es schwer, Informationen richtig einzuordnen und knapp ein Drittel sorgt sich um die Verbreitung von Fake News in sozialen Netzwerken.
bitkom.org

Transparenzangaben von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken sind schwer zu durchschauen.

Kein Durchblick: Die Transparenzangaben von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken sind oft versteckt und schwer zu verstehen, sagt eine Onlinebefragung der Medienanstalten. 16 % der Befragten finden die Angaben bei Google ohne Probleme, bei YouTube sind es 11 %. Instagram schneidet am schlechtesten ab: 4 % gelangen, ohne sich zu verklicken auf die richtige Seite. Die Plattform schneidet dafür am besten bei der Verständlichkeit ab, Google am schlechtesten.
die-medienanstalten.de

Hör-Tipp: Mit Facebook lässt sich noch Reichweite generieren, sagt Andreas Rickmann.

Hör-Tipp: Der erste Satz eines Facebook-Postings ist unheimlich wichtig, sagt Journalist und Social-Media-Berater Andreas Rickmann im "Horizont"-Podcast "Newsfluence!". Diesen brillant und präzise zu schreiben, lohne sich für Redaktionen, da Facebook weiterhin relevant für die Reichweite und der "direkte Eintritt zur Marke" sei. Wichtig sei jedoch, die eigene Seite regelmäßig zu bespielen und die Insights zu analysieren. Rickmann rät, nicht auf die Relevanz der Plattform in fünf Jahren zu setzen, sondern "mit Facebook im Hier und Jetzt" zu leben.
horizont.net (32-Min-Audio)

Debatte: Der erste Menschenrechtsbericht von Meta klammert Probleme aus.

Blinde Flecken: Aufschlussreich ist am ersten Menschenrechtsbericht von Meta vor allem, was nicht darin steht, schreibt "Süddeutsche"-Autor Philipp Bovermann. Der Konzern bereite wortreich aus, wie er u.a. die Meinungsfreiheit schütze. Ein externes Gutachten über Indien halte Meta dagegen wegen "Sicherheitsbedenken" zurück. Desinformations­expertin Ritumbra Manuvie zufolge lösche Meta den zunehmenden Online-Hass in dem Land kaum.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: Woran sich Deep-Fakes erkennen lassen.

Klick-Tipp: Das MIT Media Lab erklärt in einem Leitfaden, worauf es beim Erkennen von Deep-Fakes ankommt. Achten sollte man vor allem auf das Gesicht, da Manipulationen oftmals dort ansetzen. Auch häufiges Blinzeln oder unnatürliche Schatten können Hinweise auf Fälschungen sein. Mit dem Tool "Detect Faces" können User interaktiv testen, wie gut sie gefälschte Clips erkennen.
media.mit.edu (Leitfaden), detectfakes.media.mit.edu (Tool) via ada.com (Brief aus der Zukunft)

Hör-Tipp: Ralph Dommermuth setzt auf Themen, die “auf Dauer funktionieren”.

Hör-Tipp: Als junger Mann hat sich Ralph Dommermuth von dem Wunsch, viel Geld zu verdienen, antreiben lassen, sagt er im "Handelsblatt"-Podcast "Disrupt". Mittlerweile haben Geld und Statussymbole für den 1&1-Chef an Bedeutung verloren. Die Dotcom-Blase hat sein Unternehmen überlebt, weil er sich auf stabile Beteiligungen, wie das Hosting- und Mailgeschäft, fokussiert hat. Geheimnis seines Erfolgs sei nicht "das große strategische Vorgehen", sondern Themen, von denen er denkt, "dass sie auf Dauer funktionieren".
open.spotify.com (76-Min-Audio)

Zitat: Fußball befindet sich durch den Konkurrenzkampf der Streaming-Dienste in einem Umbruch, findet Ronald Reng.

"Das Gefühl ist da, dass der Fußball in Deutschland an Grenzen stößt, vor allem bei der Refinanzierbarkeit der Fernsehrechte."

Sportjournalist Ronald Reng kritisiert im "FAZ"-Interview, dass verschiedene Streaming-Anbieter sich die Rechte an Fußballspielen teilen und die Abo-Gebühren steigen. Der Kampf der verschiedenen Dienstleister führe dazu, dass Fußball sich in einer Umbruchphase befindet.
zeitung.faz.net (Paid)

Twitter macht im 2. Quartal einen Verlust von 270 Mio Dollar.

Twitter beendet das 2. Quartal mit einem Minus von 270 Mio Dollar, im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 66 Mio Dollar. Die Erlöse sinken um 1 % auf 1,18 Mrd Dollar. Die Zahl der täglichen User steigt binnen drei Monate nur um 8,8 Mio auf 237,8 Mio, im Quartal zuvor lag das Plus noch bei 14 Mio. In einer Mitteilung macht Twitter u.a. das Durcheinander um die Übernahme durch Elon Musk für die schwachen Zahlen verantwortlich.
tagesschau.de

Kinder, die wie Sprachassistenten heißen, können ihren Namen ändern.


Alexa, ändere ...: Leiden Kinder mit dem Namen Siri oder Alexa unter seelischer Belastung, können sie ihren Namen ändern, urteilt das Verwaltungsgericht in Göttingen. Die Eltern einer Grundschülerin aus Niedersachsen haben geklagt, um die Namensänderung ihrer Tochter durchzusetzen, nachdem die zuständige Stadtverwaltung den Antrag abgewiesen hatte. Das Mädchen leide unter Mobbing, da sie wie einer der Sprachassistenten heißt. Vor Gericht argumentierten die Eltern, andere Menschen würden mit ihrer Tochter wie mit den technischen Assistenten sprechen. Dem habe die Behörde entgegengesetzt, dass die Belastung des Mädchens nicht durch Gutachten belegt sei. Das Gericht stuft jedoch den Wunsch der Betroffenen höher ein als das öffentliche Interesse des gleichbleibenden Namens, vor allem da das Mädchen in ihrem Alter sich nicht gegen das Mobbing wehren kann.
spiegel.de

“Manager Magazin”: Die Digitalsparte von ProSiebenSat.1 läuft schlecht.

ProSiebenSat.1: Das "Manager Magazin" wirft Rainer Beaujean, CEO des Medienkonzerns, Management-Fehler im Digital-Geschäft vor. So gebe es, seitdem Beaujean die Digital-Beteiligungen zur Chefsache gemacht hat, einen Exodus an Führungskräften, etwa bei Flaconi. Auch bei der Gutschein-Plattform Jochen Schweizer sollen Führungskräfte vor dem Abgang stehen. Einen möglichen Flaconi-Exit für 600 Mio Euro habe Beaujean verpasst, weil er mehr Geld gewollt habe. Aktuell bröckeln bei dem Beauty-Shop die Gewinne.
manager-magazin.de (Paid)

Hör-Tipp: Die Porno-Industrie braucht mehr Fairness und Transparenz, findet Denise Kratzenberg.

Hör-Tipp: Die Porno-Industrie leidet unter ganz starken Transparenzmängeln, sagt Porno-Produzentin Denise Kratzenberg im "How to Hack"-Podcast vom "Business Punk". Unter Konsumierenden herrsche oft die Meinung: "Das ist sowieso alles schlecht und dann ist es mir auch egal." Auch bei der Nutzerfreundlichkeit sei noch viel zu tun. Als Frau habe sie sich auf Porno-Seiten fast nie wohlgefühlt, sondern hatte "eher Angst". Kratzenberg will auf ihrer Plattform Cheex faire Pornos für alle Geschlechter anbieten.
open.spotify.com (48-Min-Audio)

Nach Cyberangriff: Kundendaten von hessischem Energieversorger tauchen im Darknet auf.

Heikler Hack: Nach einem Hackerangriff im Juni auf eine IT-Tochter des hessischen Energieversorgers Entega stellen Kriminelle massenweise Kundendaten ins Darknet. Namen, Anschriften und teilweise sogar Bankverbindungen sind dort nun vorzufinden – ebenso persönliche Daten von Mitarbeitenden und Geschäftspartnern. Ermittler vermuten eine russische Hackergruppe hinter dem Angriff, sie hatten damals angeblich 15 Mio Dollar Lösegeld gefordert. Ende 2021 zählte Entega rund 700.000 Kunden.
spiegel.de

HelloFresh senkt seine Prognose für 2022.

HelloFresh, Versender von Kochboxen, schraubt seine Jahres-Prognose herunter und rechnet nur noch mit einem bereinigten Ergebnis zwischen 460 und 530 Mio Euro statt von 500 bis 580 Mio. Die Verbraucherstimmung habe sich "erheblich eingetrübt". Im 2. Quartal geht der Gewinn vorläufigen Zahlen zufolge von 158 Mio nur auf 140 bis 150 Mio Euro zurück – Analystinnen gingen von 133 Mio Euro aus.
wiwo.de

Zahl des Tages: Facebook und Co können 52 % der Internet-Aktivitäten verfolgen.

Zahl des Tages: Bis zu 52 % der Surf-Aktivitäten aller Internetnutzer könnten Social-Media-Plattformen wie Facebook technisch nachvollziehen und speichern, sagt eine Studie des DIW Berlin. Das entspreche rund 40 % der von den Menschen im Internet verbrachten Zeit. Möglich machen das sogenannte Tracker, welche die Anbieter über Like-, Share- oder Login-Buttons laden.
diw.de via heise.de

Wir graturilieren: Michael Bröcker wird 45.


Wir graturilieren: Michael Bröcker, Chefredakteur von The Pioneer, feiert heute seinen 45. Geburtstag – "erst mit guten Freunden bei Bier & Burger im heimischen Garten, dann mit Gabor, Gordon und der Pioneer Crew". Am Abend wird sicher auch Annalena Baerbock gratulieren – auch wenn die Außenministerin nicht in erster Linie zum Feiern auf der Pioneer One vorbeischaut, sondern für eine Veranstaltung. Beeindruckt hat den unter Steingart-Flagge schippernden Journalisten ausgerechnet Armin Laschet: "Wie man eine Wahl so vergeigen kann, ist schon bemerkenswert." Gelernt hat Bröcker, dass Twitter-Debatten und die Anliegen des Pioneer-Publikums nur wenige Schnittmengen haben, und dass es nicht nur der Deutschen Bahn schwerfällt, Fahrpläne einzuhalten, sondern auch elektrischen Spree-Schiffen.

Privat freut Bröcker sich in nächster Zeit auf eine "hoffentlich traumhafte USA-Reise mit der ganzen Familie". Beruflich winken in seinem kommenden Lebensjahr "50.000 Pioneers". Glückwünsche zu seinem Ehrentag erreichen Michael Bröcker bei "Twitter, Facebook, Insta, E-Mail – ich nehme sie alle :-)"

“Republik”: Zensur richtet russischen Google-Konkurrenten Yandex zugrunde.


Aufstieg und Fall: Der russische Tech-Riese Yandex ist Uber, Google, Microsoft, Amazon, YouTube, Spotify in einem einzigen Unter­nehmen vereint und marktführend im russischsprachigen Internet. Doch obwohl das Unternehmen von der Sperre der amerikanischen Konkurrenz profitiert, steckt es in einer Krise. Wie eine Recherche des Schweizer Magazins "Republik" zeigt, hängt das mit der immer engeren Kontrolle durch den Kreml zusammen, die ein weltoffenes und politisch neutrales Tech-Unternehmen mit gemütlicher Startup-Atmosphäre in eine Propagandamaschine verwandelt hat.

Als Arkadi Wolosch, Jelena Kolmanowskaja und Ilja Segalowitsch das Unternehmen 1997 gründen, wollen die Mitarbeitenden vor allem programmieren und mit Politik nichts zu tun haben. Damit haben sie Erfolg: Yandex News wird zum wichtigsten Generator von Traffic und "yandexisiert" die russischen Medien. Aber bereits 2008 beginnen die Besuche aus dem Kreml. 2016 treten in Russland erste repressive Mediengesetze in Kraft, 2017 lässt der der damalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko alle Yandex-Dienste im Land sperren. Heute segnet der Kreml alle angezeigten Medien­links bei Yandex News ab.

Seit der Sperrung der amerikanischen Konkurrenz hat Yandex mehr Nutzende als je zuvor, ist aber wirtschaftlich in Schieflage geraten. Die EU hat die Führungs­kader des Unter­nehmens mit Sanktionen belegt, inzwischen sind viele zurückgetreten, unzählige Mitarbeitende ins Ausland gezogen. "Ein IT-Riese wie Yandex lebt von frei verfügbarem Wissen und Austausch, von freien Märkten und verfügbaren Software­komponenten. Und an allem mangelt es mehr und mehr", beschreibt "Republik" die Situation.

Das Unternehmen versucht nun den Befreiungsschlag: Es will die "vergifteten Propaganda-Assets" Yandex News und die Blogging-Plattform Yandex Zen an das russische soziale Netzwerk VK verkaufen. (Illustration: Jakub Porzycki / Picture Alliance)
republik.ch

Lese-Tipp: Ben Tarnoff fordert eine Entprivatisierung des Internets.

Lese-Tipp: Tech­journalist und Autor Ben Tarnoff fordert ein Internet, das nicht von Profit dominiert wird, sondern den Nutzerinnen dient. Aktuell sei das Netz eine "Sammlung atomisierter Individuen, allein vor ihren Bildschirmen". Das sei für Unternehmen profitabel, aber führe eben auch zu "unsozialem und unsolidarischem Verhalten". Es brauche stattdessen Online-Dienste, die die Grenze zwischen "den Schöpfern und den Nutzern von Technologie" aufweichen.
zeit.de

Video-Tipp: BSI-Kampagne zeigt Helden der Cyber-Sicherhit.

Video-Tipp: Das BSI startet die Kampagne #einfachaBSIchern, die Aufmerksamkeit für IT-Security im Alltag schaffen soll. In Spots und Erklär-Videos setzen die Agenturen Faktor 3 und KNSK die "Helden der Cyber-Sicherheit" in Szene: Eine junge Social-Media-Nutzerin wird zur Kriegerin, ein Baby zum Sicher­heits­profi und eine ältere Dame zur Online-Shopping-Expertin.
youtube.com (Playlist mit allen Clips), bsi.bund.de (Kampagnen-Seite)

Nancy Faeser will Deutschland gegen Cyberattacken rüsten.


Digitale Aufrüstung: Innenministerin Nancy Faeser stellt Maßnahmen vor, um Behörden, Unternehmen und Bürgerinnen besser vor Cyberattacken zu schützen. "Die Zeitenwende, die wir angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erleben, erfordert eine strategische Neuaufstellung und deutliche Investitionen in unsere Cybersicherheit", sagt sie. Im Rahmen der Maßnahmen will Faeser das Bundesamt für Sicherheit in der Informations­technik zu einer Schnittstelle zwischen Bund und Ländern ausbauen und Verfassungsschutz, Bundes­kriminalamt und -polizei mit mehr Personal und neuer Technik stärken. Zudem plant sie, die Cybersicherheitsarchitektur und den digitalen Verbraucherschutz zu modernisieren.

Der Krieg verdeutlicht, "wie essenziell Cybersicherheit für einen modernen, hochtechnologisierten und digitalisierten Industriestaat ist", sagt Faeser. Deshalb sollen Bund und Länder "Cybergefahren koordiniert entgegentreten". Dafür kündigt sie eine Änderung des Grundgesetzes an. (Foto: Frederic Kern / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
spiegel.de, handelsblatt.com

Hacker versuchten, die Messenger-Accounts von Politikerinnen zu übernehmen.

WhatsApp-Knacker: Hacker haben offenbar versucht, sich per WhatsApp Zugang zu von Politik-Promis zu erschleichen und die Accounts zu übernehmen, berichtet Business Insider. So haben sie u.a. mit der Handynummer von Altkanzlerin Angela Merkel die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, kontaktiert und sie nach dem WhatsApp-Authentifizierungscode gefragt. Wie die Hacker an Merkels Nummer gekommen sind, ist bisher unklar. Auch Staatssekretär Jörg Kukies soll betroffen sein. Die Sicherheitsbehörden ermitteln.
businessinsider.de

Zitat: Elster-Ausfall ist ein “Digital-Desaster”, sagt Bitkom-Chef Achim Berg.

"Zettelwirtschaft bei Corona, Flops bei elektronischer Gesundheitskarte und digitalem Führerschein, Schulen ohne Breitbandanschluss und jetzt der Ausfall beim Vorzeigeprojekt Elster. Die Verwaltung schlittert von einem Digital-Desaster ins nächste, und es wird von Mal zu Mal schlimmer."

Bitkom-Chef Achim Berg bezeichnet den Ausfall des Steuerportals Elster im Gespräch mit der "Bild" als ein "Paradebeispiel dafür, was bei der Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland schiefläuft".
bild.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Twitter-Aktie fällt nach dem geplatzten Musk-Kauf um 7 %.

Zahl des Tages: Um 7 % an Wert verliert die Aktie von Twitter nach der am Wochenende geplatzten Übernahme durch Elon Musk. Der Aktienkurs liegt nur noch bei rund 34 Dollar – ein Vier-Monats-Tief. Zum Vergleich: Musk hatte ursprünglich 54,20 Dollar pro Aktie geboten. Auch auf Tesla hat das Twitter-Debakel des Chefs Auswirkungen: Die Aktie des E-Autobauers fällt um 4 %.
spiegel.de, wiwo.de, turi2.de (Background)