Jesper Doub steuert den “Spiegel” durch den digitalen Umbruch.


Innovation von oben: Mit Jesper Doub hat der “Spiegel” einen IT-Mann als Verlagsleiter. Und der liest sein Blatt nur noch selten auf Papier, sondern auf dem iPad. Im Video-Interview zur neuen turi2 edition5 sagt Doub: “Die normale, neue Realität ist: Wir sind ständig in einem Transitionsprozess.” In dem Prozess kann der “Spiegel” wieder wachsen – abseits der Kernmarke. Weiterlesen …

“Welt”-Chefin Stephanie Caspar denkt und lenkt digital.


Es lebe der Umbruch: Stephanie Caspar ist nicht die lauteste, aber eine der erfolgreichsten digitalen Medienfrauen. Als neue Chefin von Springers digitalen Verlagsaktivitäten lebt sie nach dem Motto: Veränderungen sind positiv, denn sie bedeuten Weiterentwicklung. Jens Twiehaus hat die Architektin von WeltN24 für die neue turi2 edition5 und mit der turi2.tv-Kamera besucht. Weiterlesen …

Beim Teutates! Chefredakteur Wolf Stegmaier über die Arbeit am neuen “Asterix”.


Klirr, Mampf, Boing: turi2.tv nimmt einen großen Schluck vom Zaubertrank und dringt mit der Kamera ins gallische Dorf vor. Ganz ohne obelixsche Tracht Prügel gibt Comic-Macher Wolf Stegmaier Einblick in den neuen Asterix. Stegmaier hat sich mit seinem Team vom Egmont Ehapa Verlag in ein Hotel eingeschlossen, um mit den geheimen Zeichnungen zu arbeiten. Noch mehr als kriegslustige Römer fürchtet er nämlich neugierige Fans und Journalisten.

Über Wochen arbeiten Übersetzer und Comic-Redakteure an jedem Dialog und an jedem Witz, lesen sich die Sprechblasen immer wieder vor. Ab 19. Oktober liegt Asterix in Italien dann weltweit im Handel. Zugreifen werden dann vor allem die Erwachsenen. "Asterix" ist seit Jahrzehnten ein Phänomen und die inzwischen großen Kinder geben die Comics an ihre Kinder weiter. Das habe etwas Nostalgisches und sei in vielen Haushalten Familientradition, sagt Stegmaier. Im Reich der Römer ist Print-Krise ein Fremdwort.
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube)

dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch: Das Finden von Fake News wird zum zentralen Geschäftsmodell.


Richtig wichtig: Kaum ein aktuelles Medium kommt ohne die dpa aus. Seit diesem Jahr führt der Österreicher Peter Kropsch die Nachrichtenagentur. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv gibt er Einblick in seinen Kurs: Für Kropsch wird das Verifizieren von Nachrichten immer wichtiger. Wahr und Falsch in der Info-Flut auseinanderzuhalten, ist für ihn ein zentrales Geschäftsmodell. Nicht nur im Auftrag klassischer Medien: Kropsch sucht neue Kunden vor allem unter Institutionen und Unternehmen.

"Die Information als Vertrauensgut ist immer unser Geschäftsmodell gewesen", sagt Kropsch, der von der Agentur APA aus Wien kommt. "Für uns wird das Bewerten, Einordnen und Verifizieren von Nachrichten als Geschäft immer wesentlicher." Die Redaktion habe deshalb viele Abläufe umgestellt. Im Berliner Newsroom gibt es jetzt einen Radar Officer, der vor allem das Grundrauschen der sozialen Medien im Blick behält. Ein Verification Officer versucht, Fake News zu enttarnen.

Das helfe nicht nur anderen Redaktionen. Auch Institutionen und Unternehmen seien auf faktisch richtige Informationen angewiesen. Für die dpa werden diese Kunden immer wichtiger: Der frühere Wirtschaftsredakteur Kropsch scheut sich nicht, journalistische Dienste noch offensiver Unternehmen anzubieten, die darauf dann ihre PR-Arbeit aufbauen. Die sich ändernde Kundenstruktur ist zumindest ein Drahtseilakt – auch wenn Kropsch eine Firewall zwischen Redaktion und Vertrieb verspricht.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube), turi2.de (dpa-Dossier, Dezember 2015)

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der “taz” für beendet.


Da geht wieder was: "taz"-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch ist fast 40 Jahre auf dem Posten – und strahlt Optimismus aus. Von Zeitungskrise will er nicht reden. Ruch spricht von einer "Transformation" mit wachsenden Umsätzen und ein wenig Gewinn. Im Video-Interview von turi2.tv beschreibt er, warum die Zeitung zwar schrumpft, das Geschäft aber gesund bleibt.

Ruchs Bestandsaufnahme ist nüchtern: Die Anzeigen seien zum großen Teil weg, viele Print-Leser auch. Von den 70 % Umsatzanteil durch die tägliche Printausgabe sind noch 57 % übrig: Es gebe immer noch genug Zeitungsleser, aber es werden weniger. Eine Online-Bezahlschranke funktioniere auch nicht, denn: "Von dem, was wir machen, ist zu viel im Netz da."

Dennoch verfällt Ruch nicht ins Heulen und Zähneklappern: "Wir wollen, dass die Leute bezahlen." Und sie tun es tatsächlich. Ruch sagt, die "taz" habe im Gegensatz zu anderen Verlagen nie an das große Geld aus dem Internet geglaubt. Als "Crowdfunding-Projekt der Urzeit" habe das Haus früh das Bewusstsein unter Lesern geschaffen, Geld für unabhängigen Journalismus zu brauchen.
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Aus dem Archiv: turi2.tv-Interview mit Karl-Heinz Ruch von 2009.

Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die neue “taz”.


Neustart mit Print: Die "taz" bekennt sich zur schwächelnden Werktag-Ausgabe und legt am 2. Oktober ein runderneuertes Blatt vor. In großen Teilen dominieren opulente Optiken, die Seiten 4 und 5 widmen sich als Doppelseite einem Thema. Im turi2.tv-Video führt Chefredakteur Georg Löwisch durch seine neue Zeitung.

taz-Urgestein Löwisch, der vor zwei Jahren als Chefredakteur zurück kam, sagt zur neuen Zeitung: "Wir wollen uns die Wildheit der Anfangsjahre zurückholen." Die neue "taz" geht deshalb noch stärker einen eigenen Weg, verzichtet auf Agenturmeldungen vorne und zeichnet lieber den Hashtag des Tages. Auf Seite 2 ("Der Tag") schreibt die Redaktion künftig täglich, was sie intern bewegt. Seite 3 ("Schwerpunkt") dreht sich um ein nachrichtliches Tagesthema, die üppig bebilderten Seiten 4 und 5 ("Nahaufnahme") blicken thematisch weit über den Tellerrand.

Die Artdirektoren Janine Sack und Christian Küpker haben ein neues Logo gestaltet, führen neue Schriften ein und lassen die Optiken bis ganz an den Rand laufen – "taz"-typisch natürlich an den linken Rand. Sie versprechen "systematische Regelbrüche" und eine Zeitung, in der keine immer gleichen Formate mehr befüllt werden. Zeitgleich mit der neuen Zeitung wandelt sich auch die Redaktion: Im Newsroom ist symbolisch die Stahlwand zwischen Print und Online weggeflext worden. Künftig steuern "Themenchefs" den gesamten "taz"-Tag. Nur eines ist künftig etwas normaler: Die Medienseite "Flimmern und Rauschen" heißt jetzt "Medien".
turi2.tv (3-Min-Video auf YouTube), taz.de

Multi-Chefredakteurin Maria Sandoval erklärt, warum in Gemeinschaftsredaktionen bessere Zeitschriften entstehen.


Lust auf mehr: Maria Sandoval ist bei Burda in Offenburg Magazin-Mutti von gleich drei Zeitschriften-Kindern. Die Chefredakteurin verantwortet zwei der erfolgreichsten wöchentlichen Frauen-Titel Deutschlands – Lisa für jüngere Frauen und Frau im Trend für ältere. Alle zwei Monate kommt noch das Achtsamkeits-Magazin Ma Vie dazu. Wie schafft die Multi-Mutti den Spagat zwischen ihren drei Kindern? Mit drei Kindsvätern: Ihren tollen Teams, wie Sandoval im Interview von "Horizont" und turi2.tv sagt.

Die Hefte entstehen inzwischen alle unter einem Dach – keine Sparmaßnahme, beteuert Sandoval. Durch die Nähe ergeben sich aber neue Möglichkeiten und Ideen: "Wir haben Projekte in Planung und Umsetzung, die wir nicht machen könnten, wenn die Teams für sich alleine arbeiten müssten." Sonderhefte und Spezialausgaben entstehen so viel leichter.

Da liegt es fast auf der Hand, dass Sandoval noch "Lust auf mehr" hat – so heißt eine redaktionsübergreifende Zeitschrift für konsumfreudige Frauen über 50. Das Monatsheft bietet das Beste aus den Burda-Redaktionen von der "Freizeit Revue" über "Guter Rat" bis "Lisa" aus dem Sandoval-Reich. Der Reiz liegt für die Multi-Chefredakteurin auch hier im Austausch: "Wir bekommen viel mehr voneinander mit, als wir es vorher je getan haben."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Retresco-Gründer Alexander Siebert: Verlage verpennen den Trend Roboter-Journalismus.


Wer hat Angst vorm Roboter? Alexander Siebert forscht mit seiner Firma Retresco an maschinell geschriebenen Texten. Seine Roboter-Journalisten verwandeln Wetter- und Fußball-Daten in Artikel. "Leser erkennen keinen Unterschied", sagt Siebert im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv. Ihn wundert, dass Verlage so zurückhaltend bei automatisierten Texte sind. Siebert warnt, dass allmählich Datenlieferanten hellhörig werden und selbst Artikel publizieren.

Siebert sagt im Interview auf der dmexco, dass Medienhäuser mit Roboter-Innovationen ihre Schwierigkeiten haben. Dabei ersetze er keine Jobs echter Journalisten, sondern liefere Texte, die es ohne die Technologie nicht geben würden, wie etwa personalisierte Wettberichte. Maschinell geschriebene Texte seien ein zusätzlicher Service – und ein Roboter gewinne in den nächsten 20 Jahren keinen Pulitzer-Preis.
turi2.tv (2-Min-Interview auf YouTube)

Stoyo-Gründer Patrick Bales garantiert Kunden 1 Mio Views pro Video.

Viral oder Geld zurück: Patrick Bales liefert seinen Kunden Videos, die mindestens 1 Mio Mal auf Facebook angesehen werden. Der Gründer der Agentur Stoyo gibt eine Geld-Zurück-Garantie, falls es nicht klappt. Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv erläutert Bales, warum er kein Hochstapler ist. Seine Leute bauen Videos streng nach einem Bauplan aus 15-20 Werten: "Für einen Kreativen ist das manchmal sehr komisch", sagt Bales.

Stoyo plant den viralen Erfolg, indem es Videos sehr technisch und datengetrieben produziert. Für die Kunden identifiziert das Team Themen, die Engagement erzeugen. Das Wichtigste sei, dass sich Menschen in einem Video wiederfinden können – oder ihre Schwester oder die Ehefrau darin erkennen. Bales findet, dass jeder seine Inhalte streng nach Daten-Plan erstellen sollte: "Es wird viel zu viel Geld verwendet, Content zu distribuieren, der nicht funktioniert."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

ProSiebenSat.1-Sportchef Zeljko Karajica will E-Sports richtig groß machen.


Daddeln ist das neue Kicken: ProSiebenSat.1 setzt große Hoffnungen auf E-Sports. Computer-Athleten sind in der jungen Zielgruppe beliebt und deshalb für Sender und die Werbung spannend. P7S1-Sportchef Zeljko Karajica wagt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv die Prognose: "E-Sports wird sehr viel Platz einnehmen." Sein Plan ist, E-Sports ähnlich zu entwickeln wie das inzwischen sehr beliebte American Football.

Zunächst sollen sich E-Sports auf dem kleinen Sender ProSieben Maxx entwickeln. Wie American Football können die Profi-Daddler dann in der Hierarchie der Sender aufsteigen. American Football laufe inzwischen 150 Stunden live im Jahr, teilweise sogar im Flaggschiff-Programm ProSieben. E-Sports zu entwickeln werde schneller gehen, denkt Karajica, weil die Sportart schon heute online und über soziale Medien Millionen erreicht.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Managerin Kay Hsu: Instagram Stories sorgen für “Explosion an Kreativität”.


Geschichten, die verkaufen: Instagram ist mit seiner Funktion "Stories" erfolgreich. Täglich nutzen 250 Mio Menschen die Snapchat-Kopie aus dem Hause Facebook. Kreativchefin Kay Hsu beobachtet eine "Explosion an Kreativität", sagt sie im Interview von "Horizont" und turi2.tv bei der dmexco.

Die Chef-Kreative sagt zwar: "Es gibt keine Formel für Kreativität." In Bezug auf Marken, die Instagram Stories nutzen, sieht sie aber vor allem drei erfolgreiche Wege: Sie können Produkte vorstellen, Nutzer in ihre Welt hineinziehen und Wissen vermitteln. Und das besonders intensiv, denn nach 24 Stunden sind die Fotos und Videoclips weg.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Grosso-Streit: Frank Nolte hofft auf Einigung und sieht keine Möglichkeit mehr zum Sparen.


Currywurst statt Champagner: Frank Nolte, Chef des Bundesverbandes Presse-Grosso, will den Streit um Handelsspannen mit den Verlegern beilegen. Im Video-Interview von Peter Turi am Rande der Grosso-Tagung in Baden-Baden schlägt er deeskalierende Töne an. Grosso und Verlage hätten bei der vergangenen Verhandlungsrunde Einigungs-Vorschläge vorgelegt, die kurzfristige Kongressabsage der Verlage sieht Nolte als "Druckmittel". Sparpotential findet der Grosso-Boss bei seinen Mitgliedern allerdings nicht mehr: "Wir haben alle Ecken ausgekehrt."

Bei den Händlern herrscht Flaute, zwischen 5 und 8 % Umsatz haben die Großhändler in den ersten sechs Monaten 2017 verloren. Nolte sieht weiter einen hohen Fusionsdruck in der Branche. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Pressegroßhändler von 100 auf unter 50 gesunken, in fünf Jahren könnten es nur noch 20 sein, sagt Nolte. Der Verlags-Allianz um Burda-Boss Philipp Welte schwebt ein Netz von nur noch 15 Großhändlern vor.
turi2.tv (5-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Background)

Google startet sein Kinder-Angebot YouTube Kids in Deutschland.

Google-Jugendschützerin Sabine Frank (Bild, links) verspricht Eltern, mit YouTube Kids ein sicheres Umfeld zu schaffen. Sollten unpassende Inhalte auftauchen, behandeln die Lösch-Trupps von Google Hinweise mit besonderer Priorität.

Kinderkanal im Internet: Google bringt seine App für Kinder nach Deutschland und Österreich. YouTube Kids besteht aus kindgerechten Videos, die YouTube von Hand und automatisch filtert. Die jungen Nutzer bekommen auch Werbung zu sehen. Im turi2.tv-Video (siehe oben) verspricht Googles Jugendschutz-Chefin Sabine Frank, dass alle Anzeigen von Google-Mitarbeitern ausgewählt werden – Werbung für Nahrungsmittel und Getränke ist verboten.

Die Steuerung von YouTube Kids soll in der Hand der Eltern liegen. Sie müssen die App einrichten und können auch die Suchfunktion deaktivieren. Suchen sind für Kinder, die noch nicht schreiben können, auch über Spracheingabe möglich. Unpassende Inhalte können gemeldet werden – YouTube verspricht, Meldungen rund um die Uhr zu überprüfen. Die Fälle landen bei den Lösch-Teams von Google in aller Welt. Sabine Frank räumt im Video-Interview ein: Wie alle technischen Systeme sei auch YouTube Kids nicht unfehlbar.

YouTube bezieht Kinder- und Jugendschützer in die Arbeit an dem Angebot mit ein. Bei einer Pressekonferenz bewerteten die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter und Jugendschutz.net das Angebot als passend für Kinder. Auch Kindermedien-Verlage begrüßen den Start: Kiddinx Media, Vermarkter u.a. von "Benjamin Blümchen" und "Bibi & Tina", sagt, YouTube sei die wichtigste Video-Plattform für Kinderinhalte. YouTube Kids ist bereits in 38 Ländern verfügbar und erreicht laut YouTube 11 Mio Zuschauer wöchentlich.
turi2 – vor Ort bei Pressekonferenz in Berlin, turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), kids.youtube.com

Mindshare-Chefin Katja Brandt vermisst ausgereifte Erfolgskontrollen für digitale Werbung.


Für uns alle Neuland: Die Wirkung von digitaler Werbung ist noch immer weitgehend unerforscht, sagt Katja Brandt, neue Chefin der Mediaagentur Mindshare im deutschsprachigen Raum. Es fehlten einheitliche "Währungen", also Messgrößen, über die sich Erfolg definiert. Brandt plädiert im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv dafür, nicht nur auf Klicks zu gucken, sondern auf den Effekt der Werbung auf das Geschäftsergebnis.

Anders als viele andere Medienmacher geht Brandt nicht pauschal auf Google und Facebook los. Intransparenz mag sie den Unternehmen nicht per se vorwerfen: "Die Global Player haben eine andere Perspektive auf die Märkte und damit auch, wie sie mit ihren Daten umgehen", sagt Brandt. Sie erkennt eine konstruktive Haltung. Dabei sieht sie auch die klassischen Medien in der Pflicht, die sich der Diskussion um digitale Daten stellen müssen.
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Zu Besuch im FDP-Wahlquartier: Nicola Beer steuert die Christian-Lindner-Kampagne.


Frau hinter der One-Man-Show: Nicola Beer führt den FDP-Wahlkampf von Christian Lindner. Die Generalsekretärin findet die Kampagne aber gar nicht so lindnerig. Ihre Idee sei ein "stimmiges Konzept von Personalisierung über Inhalte bis Auftritt", sagt sie beim turi2.tv-Video-Besuch.

Als Partei, die für Digitalisierung wirbt, bietet die FDP auch besonders viele Inhalte digital an. Beer serviert Wahlwerbung eben so mundgerecht, wie es Bürger oder Parteimitglieder mögen: per Push über Twitter, WhatsApp, Facebook Messenger oder als Podcast zum Hören. Beer will "mit den Menschen ins Gespräch kommen" und bietet unter dem Label FDP@home in Bayern einen liberalen Lieferdienst: Parteimitglieder kommen auf Bestellung ins Wohnzimmer.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Das Interview ist Teil der Wahlkampf-Serie von turi2 und dem Hamburger Wahlbeobachter. Auch Peter Tauber (CDU), Elias Kouloures (Piraten), Robert Heinrich (Grüne) und Tobias Nehren (SPD) sprachen schon über ihre Strategien. Tauber, Kouloures, Heinrich, SPD-Generalsekretär Hubertus Heil und FDP-Chef Christian Lindner gewährten zudem einen Blick auf ihren Homescreen.

“George Orwell hoch drei”: Kantar-TNS-Chef Hartmut Scheffler über Bedrohungen für Marktforscher.


Das Google-Gespenst geht um: Markt- und Meinungsforscher erwischt der digitale Wandel mit voller Wucht. Kantar-TNS-Chef Hartmut Scheffler sieht für seine Branche zwei Bedrohungen: Kunden, die Big Data überschätzen. Und Tech-Konzerne wie Google, die mit künstlicher Intelligenz die Marktforschung überflüssig machen. Ein solches Szenario sei zwar fern, sagt Scheffler im Video von "Horizont" und turi2.tv, aber auch "George Orwell hoch drei".

Scheffler ruft seine Branche zu mehr Selbstbewusstsein auf. Marktforscher seien nicht nur Daten-Erheber, sondern zunehmend Analysten. Umfragen wird es künftig weniger geben, prognostiziert Scheffler, weil das Auswerten großer Datenmengen wichtiger wird. Scheffler warnt aber, die nackten Daten zu überschätzen: Mit Big Data werden keine Motivationen oder unbefriedigten Bedürfnisse erhoben und es wird nicht erfasst, wie Freunde über Produkte reden.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

GfK-Deutschland-Chef Michael Müller erwartet eine zunehmend automatisierte Marktforschung.


Die Vermessung der Welt: Marktforscher Michael Müller blickt einer zweigeteilten Zukunft entgegen. Der GfK-Chef für Deutschland und die Schweiz erwartet durch die Digitalisierung mehr automatisierte Arbeit und zugleich mehr Bedarf nach persönlicher Beratung, sagt er im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv.

Müller ist zuversichtlich, Programmierer und Daten-Experten zu bekommen. Mehr als anderswo dürften junge Talente in der Marktforschung wirklich Neues anpacken und "echt mit Daten arbeiten", sagt er im Gespräch mit "planung&analyse"-Redaktionsleiterin Sabine Hedewig-Mohr.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

“Bild” relauncht “Die richtigen Fragen”: Kai Weise will mit Politiker-Talks “Nachrichten machen”.


Den Morgen beherrschen: "Bild" überarbeitet sein Live-Format "Die richtigen Fragen" und sendet ab morgen aus einem neuen Studio. Redaktionschef Kai Weise will das politische Frühstücksfernsehen im Internet freundlicher, frischer, aber nicht kuscheliger gestalten. "Wir wollen morgens Nachrichten machen, Relevanz erzeugen", sagt Weise im Videointerview von turi2.tv. Die Politiker ziehen mit: Sogar die anfangs störrische CSU hat sich in München einen Platz für Skype-Schalten eingerichtet.

Die Moderatoren Anna von Bayern und Ali Aslan begrüßen in ihrer Frühsendung regelmäßig Minister oder Kanzleramtschef Peter Altmaier von zu Hause, aus dem Auto oder dem Wartezimmer beim Arzt. Das Format wolle authentische Momente schaffen und mit frischen Zitaten in die Meldungen der Nachrichtenagenturen. Weise, früher Redaktionschef von "Günther Jauch", scheut nicht den Vergleich mit den Früh-Interviews im Deutschlandfunk und sagt angriffslustig: "Wir wollen Diskussionen lostreten – an die letzte vom Deutschlandfunk kann ich mich nicht erinnern."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

L’Oréal-Digitalchefin Dana Duch setzt auf die Zugkraft schöner Social-Media-Sternchen.

Schön einflussreich: Digitalchefin Dana Duch vertraut für die Kosmetik-Linie L'Oréal Paris zunehmend auf Influencer. Kaum eine Werbekampagne kommt ohne reichweitenstarke Schminke-Bloggerinnen aus. Beim Werbewirkungsgipfel lobt Duch die Influencer für ihre echte Art, Geschichten zu erzählen. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv spricht sie über das "große Gut" der Authentizität.

Niemand ist näher an den Konsumenten als die scheinbaren Amateure mit ihren YouTube-, Instagram- oder Snapchat-Kanälen. Um das daraus entstehende Vertrauen nicht aufs Spiel zu setzen, verspricht Duch immer eine saubere Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt. Um die Kampagne zum Erfolg zu führen, sei es besonders wichtig, nicht irgendeinen, sondern den passenden Influencer auszuwählen.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Meetrics-Chef Philipp von Hilgers glaubt (noch) nicht an die Wahl-Stasi im Netz.


Halb durchsichtige Wähler: Vor der kommenden Bundestagswahl tobt eine Schlacht um die besten Daten. Meetrics-Chef Philipp von Hilgers zweifelt aber, dass die Auswertungen auf amerikanischem Niveau stattfinden können – dazu fehlt die Datengrundlage. Beim Werbewirkungsgipfel, der heute fortgesetzt wird, ordnet Werbedaten-Experte von Hilgers die laufenden Kampagnen ein.

Im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv ist er vor allem auf die Rolle von Bots gespannt. "Wir wissen heutzutage ja gar nicht mehr: Sprechen wir noch mit Menschen oder sprechen wir schon mit Bots?" Was die Werbung schon lange beschäftige, erreiche jetzt auch die Politik. Auch Daten-Könner von Hilgers muss zugeben: Es steht nicht alles in den Zahlen. Bei einer Wahl gebe es keine Generalprobe – und wenige Touchpoints, um festzustellen, ob die Kampagne auf dem richtigen Wege ist.
turi2.tv (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Besuch in der SPD-Kampa: Online-Chef Tobias Nehren kämpft für Kanzler Schulz.

Mehr Schulz im Stream: Tobias Nehren ist der digitale Kanzler-Macher. In der Berliner SPD-Zentrale steuert er die Online-Kampagne für Martin Schulz. Beim turi2.tv-Besuch in der Kampa blickt Nehren auf erste Erfolge: Eines seiner viralen Videos habe 7 Mio Menschen erreicht. Im Video-Interview muss aber auch er zugeben: An der Kanzlerin beißen sich alle ihre Zähne aus.

Angela Merkel sei keine harte, sondern eine weiche Gegnerin, sagt Nehren – weil sie sich schwer auf Positionen festnageln lässt. Nehren will diesem Kurs klare Positionen entgegenhalten. "Wir denken online für offline und offline für online", erläutert er. Ziel der Online-Kampagne sei es auch, SPD-Anhänger an die Haustüren der Republik zu bewegen.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Das Interview ist Teil der Wahlkampf-Serie von turi2 und dem Hamburger Wahlbeobachter. Auch Peter Tauber (CDU), Elias Kouloures (Piraten) und Robert Heinrich (Grüne) sprachen schon über ihre Strategien. Tauber, Kouloures, Heinrich und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil gewährten zudem einen Blick auf ihren Homescreen.

Die Grünen setzen im Wahlkampf auf digitalen “Snackable Content”.


Mit einem Happs sind die im Hirn: Die Grünen wollen im Wahlkampf vor allem digital auftrumpfen. Kern ihrer Kampagne ist schnell verdaulicher "Snackable Content" für soziale Medien. Die halbe grüne Kriegskasse wird für Werbung im Web geplündert, sagt Kampagnen-Manager Robert Heinrich im Video-Interview von turi2.tv. Heinrich ziert sich nicht, beim Datenfresser Facebook zu buchen: Schließlich plakatiere die Partei auch an Umgehungsstraßen, die sie politisch verhindern will.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir möchten sich mit einem "Zukunfts-Wahlkampf" positionieren. Das bedeutet: nicht zurück zu alten Zeiten, sondern Gutes noch besser machen. Die Kernbotschaften lauten auf mehr Klimaschutz, mehr Integration und mehr soziale Gerechtigkeit. Die Themen sprechen viele junge Wähler an – und die wiederum sind digital unterwegs. Heinrich will aber auch gute Fernsehbilder inszenieren, weil er weiß, dass Grünen-Anhänger häufig "Tagesschau" gucken.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Das Interview ist Teil der Wahlkampf-Serie von turi2 und dem Hamburger Wahlbeobachter. Auch Peter Tauber (CDU) und Elias Kouloures (Piraten) sprachen schon über ihre Strategien. Tauber, Kouloures und Heinrich gewährten zudem einen Blick auf ihren Homescreen.

Lokalredaktion der “Süddeutschen Zeitung” sucht Leser-Kontakt im Container.


Container-Kontakte: Ein Teil der Münchner Lokalredaktion der "Süddeutschen Zeitung" hat sich in den vergangenen zwei Wochen in einem ausrangierten Schiffscontainer einquartiert. Nicht um sich abzugrenzen, wie aus Container-Sendungen im TV bekannt, sondern um mehr Kontakt zu den Lesern zu bekommen. Im Container Collective am Münchner Ostbahnhof ist die Chance darauf weit höher als im "SZ"-Hochhaus am Stadtrand in Berg am Laim. turi2.tv hat den SZ-Container besucht.

"Wir wollten ein Stück näher an die Stadt ran, näher an die Leser ran", sagt Redakteurin Elisa Britzelmeier, die sonst am Newsdesk von SZ.de arbeitet. Die Redaktion hat die Leser zu Diskussionen über Urbanes Wohnen, Verkehr oder Sicherheit eingeladen, aber auch Laufkundschaft war willkommen, ebenso Themenvorschläge. "Wir hoffen, dass wir dadurch auch Leser ansprechen, die noch nicht Leser sind", sagt Britzelmeier. Sowohl bei den Besuchern, als auch bei den Kollegen im Verlag war das Interesse groß, schon wird über eine Neuauflage nachgedacht. Nach zwei Wochen im Container kehrt Elisa Britzelmeier mit einem guten Gefühl zurück ins Verlagshochhaus am Stadtrand: "Da draußen sind durchaus Leute, die gerne mit uns reden und an denen wir nicht vollkommen vorbei arbeiten."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Bahn-Marketingchefin Antje Neubauer schiebt das Analoge noch nicht aufs Abstellgleis.


Bahn mit Charme: Marketingchefin Antje Neubauer fährt bei den Medien der Deutschen Bahn zweigleisig. Im Gespräch mit Peter Turi erläutert Neubauer, warum die Bahn digital denkt und weiter auf gedruckte Medien baut. "Jeder Kunde muss abgeholt werden" – nicht nur am Bahnhof, sondern auch emotional. Mit Familien-Bereichen und Barrierefreiheit versucht die Bahn eine Charme-Offensive.

Neubauer fährt persönlich oft auf der Ost-West-Achse. Sie pendelt vier Stunden, oft in umgekehrter Wagenreihung, zwischen Düsseldorf und Berlin. Den Lebensraum ICE nutzt Neubauer zum Arbeiten, Essen und mit zurückgestellter Rückenlehne "'n büschen zum Träumen".
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Antje Neubauer will die Werbung der Deutschen Bahn journalistischer machen.

Besuch in der CDU-Zentrale: Wahlkampf-Chef Peter Tauber kämpft um jede Haustür.


Mission "Merkel bleibt": Das Kampagnen-Team der CDU geht in den Nahkampf. Für den Machterhalt mobilisiert Generalsekretär Peter Tauber zu Hausbesuchen. Im direkten Kontakt an der Haustür sollen CDU-Mitglieder für Kanzlerin Angela Merkel werben. "Das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen", sagt Tauber beim Gegen-Hausbesuch von turi2.tv im Konrad-Adenauer-Haus. Die "Merkel-muss-weg-Fraktion" will er rechts liegen lassen.

Im persönlichen Kontakt soll seine Partei "mit Stolz und Überzeugung für die CDU Werbung machen". Niemand solle sich "daheim verstecken", mahnt Tauber. Er motiviert und vernetzt seine Mannschaft digital auf der Plattform Connect17 – dort können sich auch Plakatkleber, Leserbrief-Schreiber und Merkel-Zujubler registrieren. "Wir müssen die Wähler ansprechen, die dieses Land tragen und lieben", sagt er und klammert bewusst einige aus: "Wer Volksverräter ruft, steht erkennbar nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

turi2 besucht in Kooperation mit dem Hamburger Wahlbeobachter Martin Fuchs die Kampagnen-Zentralen der großen Parteien. Die obersten Wahlkampf-Werber zeigen zudem ihr digitales Leben in der Rubrik Mein Homescreen. Den Homescreen von Peter Tauber gibt es hier.

Stephan Seiler blättert durch die 200. Ausgabe von “DB Mobil”.


Einsteigen und durchblättern: DB Mobil ist der Reichweiten-Schnellzug unter den deutschen Magazinen. Donnerstag feiert Chefredakteur Stephan Seiler die 200. Ausgabe - wie alle 199 vorher realisiert von Gruner + Jahr, beziehungsweise deren Tochter Territory. Die Jubi-Nummer kommt mit knapp 500.000 Auflage, 134 Seiten Umfang und rund 20 Seiten Fremdwerbung, darunter Hawesko, Sioux, Lifta, Heyne und die Bundesregierung. Mit Peter Turi blättert Seiler im Video durch das neue Heft – und sagt, dass er nicht einfach ein Kundenmagazin macht: "DB Mobil ist ein Kommunikationskanal der Deutschen Bahn, aber auch ein Commitment für Journalismus."

Seiler will mit jedem Heft das Zugfenster aufstoßen für echte Geschichten aus dem Leben – von zart bis hart: "Wir versuchen, die besondere Lesesituation im Zug zu berücksichtigen." Die Promis auf dem Titel liefern für viele Leser den Anreiz. Die aufwändige Reisegeschichte soll den Reisenden im Zug neue Inspiration bringen. Eine Story fürs Herz gehört auch dazu: In der 200. Ausgabe ist es eine Strecke über Liebespaare, die sich in der Bahn kennengelernt haben - darunter auch ein schwules Pärchen.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Der “Spiegel” stellt sich visuell neu auf – Ressortleiter wird Jens Radü.



Hamburg macht sich hübsch: Der "Spiegel" vereint seine Teams von Multimedia und Grafik. Unter dem Leiter Jens Radü soll sich die visuelle "Spiegel"-Gestaltung neu ordnen. Multimedia-Mann Radü hat in der neuen Struktur auch Print-Grafiker unter sich – ein klares Bekenntnis des Hauses zur digitalen Zukunft. Im turi2.tv-Video sagt Radü: "Das Digitale ist das, wo sich spannende Entwicklungen auftun." Er träumt von einem "Visual Lab" nach Vorbild von "Guardian" und "New York Times".

Radü will mit seinem Team visuellen Journalismus für alle Ausspielkanäle aus einer Hand entwickeln. Sein vereintes Team soll schneller und zugleich in höherer Qualität arbeiten, indem sich künftig alle gemeinsam um die Gestaltung in Print, Digital und bei Spiegel TV kümmern. Radü liefert bereits für die digitale Ausgabe des "Spiegel" jede Woche eine sogenannte Visual Story – jede Digitalausgabe kommt auf rund 60.000 zahlende Nutzer. "Die Leute sind gerne bereit, für diese Art des Journalismus Geld zu bezahlen."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2.tv)

Ben Lesegeld will mit sporttotal.tv alle Amateursportler zu Stars machen.

Hollywood in Hankofen-Hailing: Die Plattform sporttotal.tv tritt an, den deutschen Amateursport ins (Internet-)Fernsehen zu bringen. Wige Media stattet deutsche Bolzplätze mit klugen Kameras aus, die ganz ohne Menschenhand das Spielgeschehen filmen. Perlen der Pöhl-Kunst – etwa die SpVgg Hankofen-Hailing gegen TuS Holzkirchen – landen so technisch einwandfrei im Netz. Projektchef Ben Lesegeld, selbst Kicker beim FC Gudesding, erklärt sein Fußball-Netflix im turi2.tv-Video und sucht Verlage als Partner.

Schon heute können Nutzer kostenlos Spiele aus Regionalliga Nord, Oberliga Niedersachsen und den Bayernligen Nord und Süd schauen – live und zeitversetzt. Die meisten Clips haben einige hundert Abrufe. Keine Konkurrenz für FC Bayern gegen Borussia Dortmund. Aber: Die Masse macht's. Und Lesegeld sagt: "Der Verein um die Ecke ist der Herz-Verein – die Leute gucken sich das gerne an." Die voll automatische Produktion ist billig und werbefinanziert. Deshalb sucht Lesegeld vor allem Reichweite.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Serviceplan-Boss Florian Haller: Eine digitale Welt braucht mehr Persönlichkeits-Marken.


Marken-Mann: Florian Haller ist der große, schnieke Kerl der deutschen Werbebranche. Seit den 90er Jahren geht der Serviceplan-Chef mit dem Beinamen "Hugh Grant der Werbung" durch die Welt – und Haller findet, sein vermeintliches Spiegelbild macht vieles richtig: Hugh Grant ist als Persönlichkeit eine Marke. Und genau solche Persönlichkeits-Marken braucht es dringender denn je, sagt Haller im turi2.tv-Interview. Denn unsere zunehmend virtuelle Welt erzeugt einen starken Gegentrend: die "Sehnsucht nach Persönlichkeit".

Auf der einen Seite abstrakte Daten – auf der anderen das Bedürfnis nach Menschen und etwas Anfassbarem. Das kennzeichnet für Haller die heutige Lebenswelt und auch den Anspruch an die Werbebranche. Sie muss höchst abstraktes Performance Marketing beherrschen, aber auch Gesichter groß machen, die Verbrauchern als Orientierung dienen. Haller räumt ein, dass es nicht immer gelingt: "Es gibt Branchen und Themen, die sind schwieriger zu emotionalisieren." Doch der Werbeprofi, Sohn von Agentur-Gründer Peter Haller, sagt auch: "Man muss einen Trick finden, aus langweiligem Zeug tolle Sachen zu machen."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Florian Haller wagt sich für die turi2 edition2 als Verkäufer an den Gemüsestand.

Weltjournalisten-Präsident Philippe Leruth appelliert an Solidarität für Pressefreiheit.


Mission Pressefreiheit: "Solidarität ist die wichtigste Waffe von Journalisten, um ihre Rechte durchzusetzen", sagt Philippe Leruth im Interview mit turi2.tv am Rande seines Besuchs beim Bayerischen Journalistenverband im Presseclub München. Er ist seit Juni 2016 Präsident der Internationalen Journalisten Föderation, der weltweiten Vereinigung der nationalen Journalistengewerkschaften. Der Weltverband unterstützt Journalisten bei ihrem Kampf für Pressefreiheit und faire Arbeitsbedingungen. Der erste Schritt liege aber bei den Journalisten selbst, in ihren Unternehmen und ihren Ländern für ihre Rechte zu kämpfen, "die Internationale Journalisten Föderation kann aus sich selbst nichts tun", sagt Leruth, der hauptberuflich als Redakteur bei der belgischen Tageszeitung L'Avenir arbeitet.

Sorgen bereiten ihm derzeit vor allem die Türkei, "das größte Gefängnis für Journalisten", und Mexiko, wo seit Anfang 2017 bereits acht Journalisten getötet wurden. Ihn ärgert besonders, dass Journalisten-Morde in Mexiko straflos bleiben. In Deutschland sei die Pressefreiheit im Vergleich dazu zwar sehr hoch, jedoch begrenze jede Maßnahme gegen Terrorismus auch die Pressefreiheit. Ebenso wirtschaftliche Interessen: Mehr und mehr Medienunternehmen sind Teil großer Konzerne, daher sieht Leruth die Gefahr, dass deren Gesellschafter auf Journalisten Druck ausüben könnten, über Themen nicht zu berichten, die für den Konzern problematisch sind.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Spiegel Online startet zwei weitere Podcasts – Sascha Lobo wird Audio-Kolumnist.


Iro auf die Ohren: Spiegel-Online-Chefredakteurin Barbara Hans präsentiert zwei neue Podcasts. Internet-Erklärmaschine Sascha Lobo feiert Freitag mit einem Debatten-Format Premiere. Ende des Monats geht das Ressort Netzwelt mit dem Tech-Podcast "Netzteil" auf Sendung. Barbara Hans sagt im turi2.tv-Video: "Podcasts haben den Vorteil, dass sie eine andere Authentizität vermitteln."

Für Spiegel Online sind es die Podcasts Nummer Zwei und Drei. Seit März produzieren die Video-Redakteurinnen Sandra Sperber und Yasemin Yüksel das wöchentliche Polit-Format Stimmenfang, rund 50.000 hören pro Folge zu. Sie ziehen viele Themen aus Nutzerreaktionen – Hans sagt im Video-Interview, dass auch Sascha Lobo in seinem Podcast Reaktionen auf seine Text-Kolumne aufgreifen will. Lobo schreibt seit 2011 unter dem Titel Mensch-Maschine.

In zunächst acht Folgen "Netzteil" sind Judith Horchert, Matthias Kremp, Angela Gruber, Markus Böhm und Fabian Reinbold zu hören, Teresa Sickert moderiert. Alle Podcast-Formate stehen auf spiegel.de sowie auf iTunes, Soundcloud, Spotify und über Podcatcher zum Abruf bereit.
turi2.tv (2-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2), turi2 – eigene Infos

Frauke Böger snappt für SpOn – ein Video-Besuch beim Snapchat-Team im “Spiegel”-Haus.


Im Kinder-Paradies: Zehn Mitarbeiter produzieren die tägliche Snapchat-Ausgabe von Spiegel Online. turi2.tv besucht Chef-Snapperin Frauke Böger – und blickt ihrem Team mit der Kamera über die Schulter. Die junge Truppe soll Nutzer im Schüler-Alter zur Marke "Spiegel" holen. Im Monat erreichen sie bereits eine Mio-Anzahl Unique User im News-Bereich Snapchat Discover, meldet der Verlag. 85 % sind jünger als 24 Jahre.

Die frühere "taz"-Onlinechefin Böger versucht ständig, die Balance zu finden zwischen der kunterbunten Snapchat-Welt und der traditionsreichen Marke "Spiegel". Ein fundamentaler Unterschied: Die Snapchat-Macher erzählen ihre Themen visuell. Jeder Snap enthält Bilder, Sound und spielerische Elemente. "Wir lernen, dass sich Themen ganz anders erzählen lassen", sagt Böger. "Es geht kürzer, es braucht nicht immer den langen Text."
turi2.tv (2-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Ströer-Chef Udo Müller glaubt nur noch ans Digitale.

Radikal digital: Ströer-Chef Udo Müller fokussiert sich auf das post-analoge Zeitalter. Print und Funk lösen sich auf – "alles geht auf eine zentrale Plattform: das Internet", prophezeit der Pionier der Außenwerbung im turi2.tv-Interview. Müller selbst hat seinen digitalen Wandel absolviert. Der öffentlichkeitsscheue Betreiber von t-online.de fasst Zeitungen nur noch im Flugzeug an.

Für seinen Ströer-Konzern sieht Müller nur einen Weg: permanente Wandlung und Wachstum. Bei T-Online will er das auf zwei Wegen erreichen: Florian Harms soll als neuer Chefredakteur für mehr Qualität sorgen. Zugleich sollen die Ströer-Strategen neue Kanäle zum Ausspielen der Inhalte finden. Radikal pragmatisch gibt sich Müller im Umgang mit Google und Facebook. Er akzeptiert, dass die Konzerne auf manchen Feldern die Besten sind – und nimmt sich vor, auf anderen Wegen zu wachsen.
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Eindrücke von der Eröffnung des T-Online-Newsrooms in Berlin.

Michaela Kammerbauer verdient für Zalando Geld mit Werbung.

Werben, wo verkauft wird: Michaela Kammerbauer macht kräftig Reklame für Reklame im Klamotten-Shop Zalando. Die Operativ-Chefin von Zalando Media Solutions vermarktet die Werbeflächen auf jenen Plattformen, die Frauen vor Glück schreien lassen. "Retail Media", so der Fachbegriff, stehe ganz am Anfang. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv denkt Kammerbauer aber schon über Allianzen nach – zum Beispiel mit den Werbeleuten vom Online-Warenhaus Otto.

Kammerbauer blickt bei den Digital Marketing Days in Berlin zurück auf 220 Kampagnen, die Zalando Media Solutions für Kunden abgewickelt hat. Wer auf Zalando wirbt, bekomme eine zielgruppengerichtete Werbung. Viele Kunden hätten das Potenzial noch nicht erkannt. Vielleicht auch, weil Zalando längst mehr ist als ein Online-Händler: Mit eigenen Events, Labels und Influencer-Netzwerken ist Zalando eine Plattform für alles, was mit Mode zu tun hat.
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube Kanal von turi2)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Torsten Ahlers über das Geschäft von Otto Media und die Reichweiten-Allianz mit Ströer.

Michaela Kammerbauer im Interview von 2015, damals als COO von Clipkit.

Berater Michael Heine warnt werbende Unternehmen vor dem Daten-GAU.

Mein Wissen gehört mir: Marketing-Analyst Michael Heine betrachtet den digitalen Werbemarkt voller Sorge. Google und Facebook saugen das Wachstum auf – und Heine sagt im Video-Interview bei den Digital Marketing Days: "Es ist absehbar, dass wir bald keinen funktionierenden Markt mehr haben werden." Heine beobachtet, wie große Plattformen und Agenturen die Intransparenz für leere Reichweiten-Versprechen ausnutzen.

Der Chef der Agentur Companion vermutet deshalb im Interview von "Horizont" und turi2.tv: "Alle großen Unternehmen werden einen großen Teil ihrer Datenhaltung hinter ihre eigene Firewall ziehen." Im zunehmend digitalen Leben sei es fatal, wenn Kundendaten und -verbindungen an intransparente Plattformen und Agenturen outgesourct würden.
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Sarah Kübler will Influencer-Interessen politisch durchboxen.

Mehr Einfluss für die Influencer: Social-Media-Stars stehen zunehmend unter Beobachtung der Behörden. Marketing-Expertin Sarah Kübler von der Agentur HitchOn will deshalb "einen ersten Pflock reinhauen" und die kritischen Medienanstalten influencen. Im Interview von "Horizont" und turi2.tv erklärt Kübler, was der neue Bundesverband der Influencer-Marketing-Branche will.

Kübler geht es darum, einheitliche Regeln zu schaffen. Webvideo-Stars sind derzeit verunsichert, weil Medienanstalten jüngst von mehreren eine Rundfunklizenz forderten. Auch Schleichwerbung wird immer seltener toleriert. Wie die ganz Großen will die noch junge Branche sich mit Medienanstalten "austauschen", sagt Kübler bei den Digital Marketing Days – im Klartext: Lobbyarbeit betreiben.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube Kanal von turi2)

Felix Jahnen lässt Jägermeister digital röhren.


Schnaps fürs Smartphone-Volk: Felix Jahnen will Jägermeister zur digitalsten Leber-Granate im Spirituosen-Regal transformieren. Der Chef-Hirsch im Jägermeister-Digitalmarketing begeistert Teenager über Chatbots fürs hochprozentige Kräuterkram. Jahnen erzählt im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv, warum auch die alte, etablierte Marke aus Wolfenbüttel ins Neuland strebt.

Jahnen geht es darum, dass auch ein etablierter Schnaps unbedingt digital präsent sein muss. Er fragt sich im Alltag, was die traditionsreiche Schnapsfabrik von Plattformen wie Uber und Airbnb lernen kann. Und auch Jägermeister kann sich vorstellen, mit Startups zu kooperieren. Jahnen freut sich über einen erfolgreichen digitalen Versuch: Mit dem Jäm Bot stellt sein Marketing-Team einen Chatbot bereit, über den sich Nutzer 40.000 Rap-Videos selbst bastelten.
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

“rtv”-Chefredakteur Matthias Roth macht ein biederes Blatt aus Überzeugung.


Gerne grau: Die Gratis-TV-Zeitschrift rtv erreicht 7,5 Mio Auflage und einen großen Teil der deutschen Haushalte. Chefredakteur Matthias Roth und sein Team nehmen sich als Zeitungs-Beilage vornehm zurück – und wollen auch sonst nicht auffallen. Roth sagt Peter Turi beim Redaktionsbesuch: "Bieder zu sein finde ich gar nicht so falsch."

Die "rtv"-Leser, im Schnitt 55 Jahre alt, stehen mit beiden Beinen in der linearen Fernsehwelt. Hinweise auf Netflix-Hinweise gibt es online, aber in der Zeitschrift wünschen sie es nicht, weiß Roth. Er glaubt an klassisches Fernsehen, aber auch an einen großen Wandel hin zu neuen Plattformen. Das zu verkennen hält auch der besonnene Roth für "völlig albern".
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Podcast-Rockstar Vincent Kittmann glaubt an den Boom für Audio auf Abruf.


Vom Handy ins Ohr: Inhalte zum Anhören verbreiten sich auf immer mehr Smartphones. Podcasts sind Gold für manche Werbungtreibende – weil sie Nischen nachhaltig besetzen können, sagt Vincent Kittmann im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv bei den Digital Marketing Days in Berlin.

Audio-Alleskönner Kittmann beobachtet für die Online Marketing Rockstars, wie Apple das Thema Audio auf Abruf immer stärker pusht – künftig auch durch mehr Daten für Media-Entscheider. Kittmann rät im Gespräch mit Giuseppe Rondinella: "Mit Podcasts kannst du einen Kanal belegen, der noch nicht so viel belegt ist – und den dann dominieren."
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Mathias Meier und Jakob Wais: Ein Blick ins “Bild”-Labor.


Auf allen Hochzeiten tanzen: Mathias Meier (links) und Jakob Wais erschließen Springers Boulevard-Bomber "Bild" immer neue Kanäle. Der Chef-Produktentwickler und der Chef für neue Plattformen fragen sich bei jeder digitalen Entwicklung: Was können wir daraus machen? Wais versichert im turi2.tv-Interview: Reichweite baut "Bild" nicht durch billige Klicks auf, sondern mit Relevanz.

Die sozialen Medien verlangen ganz neue Formate. Nutzer sehen "Bild" auf Facebook an der Bushaltestelle, in einer Konferenz oder während sie auf dem Klo hocken. Videos werden zu 90 % stumm geschaut und oft nach zwei Sekunden ungeduldig wieder gestoppt, sagt Wais. "Der Konkurrenzkampf ist hoch." Auch deshalb müssen er und Produktentwickler Meier möglichst früh auf neue Kanäle, um zum Platzhirsch zu werden.
(aufgezeichnet bei Recherchen zur turi2 edition4 im Januar 2017)
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Stefan Plöchinger setzt für die “Süddeutsche” voll auf Paid Content.


Digitales Power Pay: Stefan Plöchinger wundert sich über die These, Paid Content und Journalismus passten nicht zusammen. Der Digitalchef der "Süddeutschen Zeitung" verbreitet Optimismus für leserbezahlten Online-Journalismus. Im turi2.tv-Video sagt Plöchinger: "Viele Menschen haben sich vielleicht 20 Jahre gewundert, warum das alles kostenlos im Internet steht."

Plöchinger argumentiert mit 55.000 digitalen "SZ"-Abos im Rücken. Sie verdienen inzwischen mehr Geld für Süddeutsche.de als klassische Display-Werbung. Für Leitartikel öffnen nur wenige Leser ihre Geldbörse. Plöchinger kann sie mit Magazin-Inhalten, Interviews und "einfach guten Geschichten" zum Bezahlen bewegen. Die Panama-Papers-Recherche habe "ein paar hundert" Nutzer zu zahlenden Kunden konvertiert. Plöchinger rät: "Man darf nicht viel Zeit vergehen lassen mit kostenlosen Abos, sodass sich die Leute daran gewöhnen."
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Christoph Keese denkt radikal digital – weil der Wandel extrem ausfällt.


Frisch voraus: Christoph Keese hat keine Zeit zum Verschnaufen. Die Digitalisierung verläuft immer schneller. Mehr und mehr Bereiche sind betroffen. Springer-Manager Keese fasst beim Kongress Zeitung Digital für turi2.tv die Entwicklungen zusammen. Sein persönliches Motto stammt vom französischen Lyriker Arthur Rimbaud: "Il faut être absolument moderne" – frei übersetzt: Mach dich selbst zur Speerspitze des Fortschritts.

"Mich hat früh eine Experimentierfreude befallen", sagt Keese, der durch private Neugierde getrieben auch immer nach dem neuesten Handy Ausschau hält. Das Nachdenken über digitale Geschäftsmodelle machte ihn zum "Mister Leistungsschutzrecht". Heute steht Keese mit der Springer-Tochter Hy anderen Unternehmen bei der Digitalisierung zur Seite.

Keese ist überzeugt, dass jeder mit möglichst vielen gesammelten Infos und Menschenverstand drei bis fünf Jahre vorhersehen kann. Doch kein Individuum könne alleine alles verstehen – es brauche Berater, Kooperationen und Netzwerke. Autoherstellern und Banken rät Keese einen Blick auf die Verlagsbranche: "Die anderen Branchen haben den Vorteil, dass sie von den Medien lernen können. Aber sie haben den Nachteil, dass sie viel weniger Zeit zur Verfügung haben."
turi2.tv (5-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Wann kommen Ihnen die besten Ideen, Herr Steingart?


Mehr Muße wagen: Gabor Steingart gibt im Gespräch mit Peter Turi tiefe Einblicke in den Modus Operandi des modernen Verlegers. Steingart rät ab von Termin-Taktungen im Wall-Street-Style. Ideen entstehen, wenn Kopf und Kalender frei sind. Mit klarem Blick analysiert Steingart für die turi2 edition4: Manche Medienmarke kümmert sich “in nostalgischer, fast weinerlicher Absicht” um das Vergangene, statt mutig die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Weiterlesen und Videos schauen …

Daimler-Kommunikator Jörg Howe klagt über schlampig-schnelle Journalisten.


Schnell und schludrig: Daimler-Kommunikationschef Jörg Howe hat es zunehmend schwerer mit Journalisten. "Die Geschwindigkeit nimmt zu, die Recherche ab", berichtet Howe im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche. Vielen Journalisten fehle zudem Fachwissen – in Workshops versucht der frühere Sat.1-Chefredakteur Howe den viel beschäftigten Schnellschreibern nun das kleine Einmaleins der Autoindustrie zu vermitteln.

Kursiert dennoch ein Bericht, der Howe nicht passt, besteht seine Pressestelle auf Richtigstellung. Höchste Priorität habe dann Schnelligkeit – deshalb kommunizieren der Konzern und seine PR-Leute individuell über Twitter. Dennoch müssen immer drei Leute auf Veröffentlichungen schauen – und häufig auch die eigenen Anwälte: "Die Arbeit ist juristischer geworden", sagt Howe, der einst für KarstadtQuelle und dessen umstrittenen Chef Thomas Middelhoff sprach.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Marco Fenske will bei Madsack mit Fußball-Inhalten Bundesliga spielen.


Traffic mit Toren: Madsack verzeichnet dank dem Zugpferd Fußball digitales Wachstum. Sportchef Marco Fenske blickt im turi2.tv-Interview zufrieden auf die ersten Monate des Portals Sportbuzzer – unter der Marke bündelt der Verlag Fußball-Inhalte. Weitere Sportarten sollen folgen. Fenske vergleicht den Sportclub Madsack – nicht zuletzt wegen der verlagseigenen "Leipziger Volkszeitung" – mit dem RB Leipzig: "Wir spielen Bundesliga und haben Spaß daran gefunden."

Mit "Bild" und "Kicker" will sich Fenske noch nicht messen. Sicher ist aber, dass sich der Sportbuzzer in den Top 10 der deutschen Sportseiten festsetzen soll. Dabei hilft nicht nur der große Sport. Madsack, selbst in der ländlichen Umgebung zuhause, setzt auf Amateurfußball mit seinen Dorfclubs und deren Millionen Anhänger. "Der Amateurfußball ist die Basis", sagt Fenske – und macht zudem Sportbuzzer-Fernsehen im Netz.
turi2.tv (4-Min-Interview auf dem YouTube-Kanal von turi2)

Gabor Steingart steht ganz früh auf für gute Ideen.


Die Ein-Mann-Morningshow: Gabor Steingart ist der auffälligste Herausgeber in der deutschen Zeitungs-Szene. Im Livegespräch zur turi2 edition4 mit Peter Turi philosophiert er über sein "Handelsblatt", Ideen und das Morning Briefing. Für den Newsletter beginnt Steingarts Tag oft um 4.30 Uhr. Ein Team sortiert die nächtliche Lage und klingelt ihn aus dem Bett, erzählt Steingart auf dem Podium von Landau Media in Düsseldorf.

Steingart hängt sich rein – jeden Morgen und überhaupt. Er bringt das "Handelsblatt" auf Vordermann und einen ganzen Verlag auf Trab. Für ihn ist es das Programm "Dornröschen wach küssen". Bei seinem Antritt habe er "eine gewisse Verstaubtheit" vorgefunden und "vielleicht auch eine gewisse Lieblosigkeit". Das ist längst vorbei, aus Steingart sprudeln die Ideen. Das ausführliche Gespräch mit ihm steht gedruckt in der turi2 edition Innovation. Leser sehen Teil 1 des Live-Mitschnitts aus Düsseldorf über die Augmented-Reality-Funktion der edition.
turi2.tv (4-Min-Zusammenfassung im YouTube-Kanal von turi2), turi2.de (Steingart-Gespräch gekürzt)

Serviceplan-Chef Ronald Focken frohlockt über den Berlin-Boom.


Nicht mehr arm und trotzdem sexy: Serviceplan bezieht ein neues Quartier in Berlin-Mitte – und Geschäftsführer Ronald Focken strahlt im turi2.tv-Interview kräftiger als die Sommersonne. Für Agenturen läuft es super in der Hauptstadt, denn all die Startups und digitalen Hoffnungsträger brauchen kreative Werber und ausgebuffte Markenarchitekten. Focken freut eines besonders: Nach Berlin kommt endlich das Geld. So kann es sich Serviceplan leisten, komplett die Finger aus dem Bundestags-Wahlkampf zu lassen.

Focken macht im Interview deutlich, dass Berlin den traditionellen Agenturstandorten wie Frankfurt den Rang abläuft. In Berlin ist die Innovation zuhause – das soll sich auch im Haus der Kommunikation von Serviceplan spiegeln. Auf 1.000 Quadratmeter großen Geschossen sitzen 90 Strategen, Kundenbetreuer und Kreative in Papierkügelchen-Wurfweite.
turi2.tv (7-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Philipp Schindera luschert für die Social-Media-Strategie der Telekom bei der US-Tochter.


Ein bisschen US-Glamour: Telekom-Chef Tim Höttges tritt neuerdings bei Instagram und Facebook auf und erklärt Quartalszahlen und andere Neuigkeiten vom rosa Riesen in kurzen Selfie-Videos. Das klingt verdächtig nach T-Mobile USA – US-Chef John Legere ist ein Social-Media-Star mit mehr als 4 Mio Twitter-Followern. Philipp Schindera, Kommunikationschef der Telekom, sagt im Interview mit "Horizont" und turi2.tv, dass er die US-Kollegen nicht kopieren wolle, aber John Legere zeige, wie man sehr erfolgreich Social Media machen kann. "Davon können einige – auch wir – was lernen."

Neue Impulse für die Kommunikation des Konzerns mit knapp 220.000 Mitarbeitern zieht Schindera nicht nur aus den USA. Er setzt auf ein bunt gemischtes Team aus "alten Haudegen", die die klassische Kommunikation von der Pike auf gelernt haben, und vielen jungen Kollegen, die sich mit den neuen Medien bestens auskennen. Schindera geht es nicht darum, die eine perfekte Idee zu haben. Er will gerade in den sozialen Medien viel ausprobieren. Wenn sich eine Idee am Ende als schlecht erweise, sei das nicht schlimm.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Iris Bode macht das “Handelsblatt” zur Marke für jede Lebenslage.


Mächtige Markenwelt: "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche" wollen sich im Leben ihrer Leser festsetzen. Immer mehr und immer spezifischere Angebote sollen Kunden durch den Tag begleiten. Marketing- und Vertriebschefin Iris Bode gibt auf der Launchparty der turi2 edition4 Einblick in ihre Strategie. Im Video für "Horizont" und turi2.tv sagt sie: "Wir versuchen entlang der Lesegewohnheiten für jede Lebenssituation das passende Angebot zu haben."

Das "Handelsblatt" betrachtet sich schon lange nicht mehr nur als Zeitung. Journalismus hat in Bodes Augen drei Darreichungsformen: gedruckt, digital und live. Bode selbst taucht in die orange Markenwelt meist digital ein. Ihr Tag beginnt mit dem Morning Briefing von Herausgeber Gabor Steingart, tagsüber nutzt sie die mobile Website und am späten Nachmittag die Handelsblatt10-App. Viele Veranstaltungen der verlagseigenen Clubs finden abends statt. Die Berlin-Düsseldorf-Pendlerin nutzt an ihren vollen Tagen oft Flugzeiten, um auf neue Ideen zu kommen.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)

Ex-Minister Wolfgang Clement nimmt Einfluss im Dauerlauf.


Macht macht müde Männer munter: Wolfgang Clement ist mit 76 Jahren umtriebig wie eh und je. Der Ex-Chefredakteur und Ex-Bundesminister bekleidet zig Ämter – weil ihn der Einfluss interessiert. Wach und fit halten Clement eine Stunde Jogging jeden Morgen, erzählt er bei der Launchparty für die turi2 edition Innovation in Düsseldorf. Im Videointerview sagt Clement: "Das Laufen ist eine unglaubliche Stunde der Konzentration und auch eine Stunde, um Neues zu entwickeln."

Clement ist u.a. Kuratoriumsvorsitzender des Lobby-Verbandes Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und Oberaufseher bei Landau Media. "Mir geht es nicht ums Geld verdienen, ich hab überhaupt kein Verhältnis zum Geld", sagt Clement im Interview. "Die Möglichkeit, Dinge zu verändern, hält mich wach." Seine wichtigsten Leistungen seien die Agenda-2010-Reformen gewesen, für die er hart kritisiert wurde. Entscheidend sei aber, was hinten raus kommt – und Clement sieht seine Ergebnisse "in größerer Gelassenheit als früher" positiv.
turi2.tv (4-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)