“Münchner Merkur” trennt sich nach erfundenem Papst-Treffen von einem Reporter.


Du sollst nicht lügen: Der "Münchner Merkur" trennt sich von einem freien Mitarbeiter, der sich zuvor mit einem Papst-Treffen schmückte, obwohl er selbst nicht vor Ort war, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Der Reporter hatte seinen Text auf Basis von BR-Recherchen verfasst, der gemeinsam mit der Zeitung im Vatikan angefragt hatte. Zum Zeitpunkt des Treffens war der Reporter vom "Münchner Merkur" nicht in Rom, sodass nur der BR den emeritierten Papst Benedikt XVI. besuchte, was der Reporter nicht kenntlich machte.

Anfang Januar titelte der "Münchner Merkur" irreführend "Unsere Zeitung zu Besuch bei Benedikt XVI". Dass der Reporter nicht persönlich vor Ort war, bestätigt der Autor auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" und bittet für den falschen Eindruck um Entschuldigung. Er wollte sich "umständliche Erklärungen" im Artikel sparen. Für den Text habe der Reporter autorisierte Zitate verwendet.
sueddeutsche.de

Ippens regionaler Nachrichten-Verbund will ohne Clickbaiting wachsen, schreibt Henning Kornfeld.

Ippen wächst "im Stillen" zum reichweitenstärksten Netzwerk regionaler Nachrichten-Webseiten, schreibt Henning Kornfeld. 40 Journalisten beliefern rund 50 werbefinanzierte Webseiten. Newsroom-Leiter Markus Knall (Foto) wolle mit Clickbaiting nichts zu tun haben. Aber dank Boulevard-Themen erreiche der Nachrichten-Verbund auch jüngere Zielgruppen, die ansonsten keine "Bindung zu Print-Titeln" hätten.
"Journalist" 12/2018 (Paid), turi2.de (Background)

Ippen schiebt Anzeigenblätter der Frankfurter Societät zu anderen Töchtern.

Mediengruppe Frankfurt, Tochter von Ippens Zeitungsholding Hessen und früher unter dem Namen Frankfurter Societät bekannt, stellt das Anzeigenblatt "Mix am Mittwoch" ein. Es erscheint am 26. September zum letzten Mal. Ippens "Offenbach-Post" bringt dafür ab 1. Oktober das "Frankfurter Wochenblatt" und den "Taunus Wochenblick" heraus. Die Anzeigenblätter "Bad Vilbeler Anzeiger" und "Karbener Zeitung" aus der Mediengruppe Frankfurt erscheinen künftig in Ippens Gießener Mittelhessischem Druck- und Verlagshaus.
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Score Media verliert Ippen als Kunde und holt Carsten Dorn als Chef.


Stürmische Zeiten: Score Media verliert die Verlagsgruppe Ippen als Kunden, erfährt Ulrike Simon. Das Vertragsende könnte den Vermarkter hart treffen und einen großen Geschäftsanteil kosten. Laut Simon hoffe Score Media, Verleger-Neffe Daniel Schöningh in Gesprächen noch umzustimmen. Der sagt zu Simon, entscheidend sei, "dass und wie sich der noch junge Vermarkter weiterentwickle."

Simon hört außerdem, Score Media erweitere die Führungsspitze um Ex-Springer-Verlagsmanager Carsten Dorn. Dorn, zuletzt bei Media Impact, solle ab Mitte August Co-Geschäftsführer von Heiko Genzlinger werden und Finanzen, IT, Vertrieb und strategische Agenturbeziehungen verantworten.
horizont.net, turi.de (Background)

Ippen-Redakteure müssen monatlich 2 Mio Desktop-Visits wuppen.

Lokaljournalismus: Online-Redakteure bei Ippen müssen 2 Mio Desktop-Visits im Monat schaffen, sagt Thomas Kaspar, Chefredakteur Ippen Digital, beim Forum Lokaljournalismus. Mobil sind es 3 Mio Visits, dann trage sich die Redakteursstelle. Auf fragende bis ungläubige Blicke antwortet er, dieses Pensum sei mit "geballtem Wissen" und Analyse-Tools möglich.
kress.de, turi2.de (Background)

Zitat: Ippen-Digitalchef Thomas Kaspar verteidigt Click-Baiting.

"Wir wissen aus unseren Analysen, dass die Aufenthaltsdauer und die Weiter-Klick-Raten überdurchschnittlich hoch auf solchen vermeintlich reißerisch aufgemachten Artikeln sind – anders als bei den seriösen Politik-Meldungen, die die Leute oft nur einmal kurz rezipieren und dann wieder rausgehen."

Thomas Kaspar, Digital-Chefredakteur bei Ippen, verteidigt im Interview mit Rupert Sommer spielerisches Click-Baiting.
kress.de

“Münchner Merkur” kündigt Münchner Lokalredakteuren Wechsel zur “tz” an.

tz merkur Ippen 150Münchner Merkur teilt den Mitarbeitern der Lokalredaktion München per Brief mit, dass ihr Vertrag zum 30. September endet. Ab Oktober sind sie bei Ippens Boulevardblatt "tz" angestellt. Vier Wochen haben die Journalisten Zeit, dem Schreiben zu widersprechen. Bereits im Juni hatte der Verlag angekündigt, die Stadtredaktionen beider Zeitungen zusammenzulegen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 39 (Paid), turi2.de (Background)

Georg Anastasiadis ist Chefredakteur des “Münchner Merkur”.

Münchner Merkur 150Münchner Merkur macht Georg Anastasiadis, 51, zum neuen Chefredakteur. Nach dem Weggang von Bettina Bäumlisberger, 55, hat er die Redaktion seit März kommissarisch geleitet. Anastasiadis gilt als politisch konservativ. Verleger Dirk Ippen erregte zuletzt durch die Fusion der Lokalredaktionen von "Münchner Merkur" und "tz" Aufmerksamkeit.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Ex-Chef kehrt doch nicht zum “Münchner Merkur” zurück.

Münchner Merkur 150Münchner Merkur: Ex-Chefredakteur Karl Schermann kehrt nun doch nicht aus dem Ruhestand auf seinen alten Posten zurück. Kommissarisch übernimmt stattdessen Vize-Chefredakteur Georg Anastasiadis die Leitung der Ippen-Zeitung bis ein Nachfolger für Bettina Bäumlisberger, 55, gefunden ist, die nach nur zwei Jahren geht. Es gelte als eher unwahrscheinlich, dass Anastasiadis den Posten langfristig behalten möchte, so die "SZ".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Keine Strategie beim “Münchner Merkur” erkennbar.

Münchner Merkur 150Münchner Merkur: Die Redaktion wundert sich, dass Chefredakteurin Bettina Bäumlisberger, 55, wegen "unterschiedlicher strategischer Auffassungen" geht, da eine Strategie bei ihr "nie wirklich klar geworden" sei, berichtet Katharina Riehl. Die Rückkehr von Vorgänger Karl Schermann wecke Befürchtungen einer engeren Zusammenarbeit oder gar der Fusion mit der tz.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)