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Christoph Hartlieb, Headhunter für Führungskräfte in der Medien- und Digitalbranche, sagt im turi2 Jobs-Podcast, dass sein Unternehmen einen Großteil der Kandidatinnen "von einem Wechsel überzeugen" muss.
Hartlieb ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 Edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor.
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“Ein gepflegtes Profil auf Linked-in kann nicht schaden” – Christoph Hartlieb über die Suche nach guten Führungskräften.


Auf der Jagd: "Ein Chef­redakteur, der sich nicht mit Digital­themen auseinandersetzt, wird es schwer haben", sagt Christoph Hartlieb im turi2 Jobs-Podcast. Der Headhunter für Führungs­kräfte in der Medien- und Digital­branche spricht mit turi2-Autor Roland Karle darüber, wie sich Job­anforderungen in der Branche in den vergangenen Jahren verändert haben. Seit der Gründung 2008 habe sein Unternehmen Hartlieb Partner Executive Search etwa 900 Positionen besetzt. Angefangen im Medien­bereich, sei die Beratung "schnell in digitale Themen" übergegangen. Das liege u.a. daran, dass sich "viele Positionen in den An­forderungen sehr stark digitalisieren". Dadurch haben es auch Kandidatinnen schwer, "wenn sie digital gar nicht stattfinden". Ein "gut gepflegtes Linked-in Profil" und "ein bisschen in der Öffentlichkeit stattzufinden", kann laut Hartlieb nicht schaden. Andererseits sollten Job-Anwärterinnen nicht ihr "ganzes Privat­leben auf Social Media offenlegen".

Auch er als Head­hunter nutzt Plattformen wie Xing und Linked-in, um mit interessanten Menschen Kontakt aufzunehmen. Dann gehe es darum "sie in den Prozess zu holen und zu begeistern". Hartlieb persönlich mache es am meisten Spaß, wenn jemand am Anfang gar nicht interessiert ist. "98 % der Kandidatinnen suchen ja gar keinen Job", sagt er. Häufig rufen die Kandidatinnen dann nach drei Monaten im neuen Job an und "bedanken sich, weil es genau das richtige war". Um das zu erreichen, hilft es laut dem ehemaligen CEO, eigene Management-Erfahrung zu haben, "weil man Strukturen und Positionen versteht". Außerdem brauchen Headhunter ein "gutes Gefühl für Menschen" und sollten in der Lage sein, ein "nachhaltiges Netzwerk" aufzubauen.

Er müsse immer "sauber arbeiten" – auch gut begründete Absagen gehören zum Alltag. Das Headhunter-Geschäft ist diskret, sagt Hartlieb. Auch deshalb, weil er Angestellte aktiv aus Firmen heraushole. "Das nicht ganz transparent werden zu lassen, ist Usus in dem Markt." Lorbeeren für neu besetzte Stellen kann er also nicht ernten. Trotzdem muss Hartlieb schmunzeln und ist stolz, wenn er "turi2 liest und weiß, hinter wie vielen der neuen Personalien man steckt".

Christoph Hartlieb ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

“Ein multimediales Technik-Wunder” – Michael Bröcker über Newsletter, Podcast und Video als medialen Dreiklang.


Digital-Pioneer: Viele Tages­zeitungen haben das Problem, "dass sie zu viel Kapazitäten, Gehirn­schmalz und Technik immer noch in Strukturen geben, die nicht zeitgemäß sind", sagt Michael Bröcker im turi2 Jobs-Podcast. Der ehemalige Chefredakteur der "Rheinischen Post" steuert nun als Chef­redakteur von The Pioneer das Redaktions­schiff "PioneerOne" von Gabor Steingart. Im Gespräch mit Peter Turi kündigt er einen Vorstoß in digitalen Lokal-Journalismus an. Er sagt, dass "ein guter Newsletter" für eine Stadt als "digitale Tageszeitung" dienen kann und Print nicht mehr nötig sei. Außerdem verrät er, dass Bewegtbild bald eine größere Rolle auf dem Schiff spielt, etwa in Form eines politischen Formats in Kooperation mit Netflix oder verschiedenen TV-Sendern. Für Entlastung soll dann ein zweites Pioneer-Medienschiff dienen, das zurzeit gebaut wird. Die "PioneerTwo", laut Bröcker ein "multimediales Technik-Wunder", soll ab 2024 europäische Wasser­straßen befahren.

Mit verschiedenen Live-Events will Media Pioneer seinen Abonnentinnen einen "Mehrwert" bieten. Es gehe nicht mehr nur darum, "Sender von Information, Kommentaren und Analysen" zu sein. "Journalismus muss Community-building sein", sagt Bröcker. Das wichtigste seien jedoch nach wie vor die Inhalte: "Am Ende jeden journalistischen Models muss es guter Content sein". Für eine gedruckte Tages­zeitung sieht Bröcker keine Zukunft, dennoch sei Print nicht grund­sätzlich tot. Es gebe "viele tolle Magazine und Bücher". Trotzdem ist der Journalist sicher, dass die Zukunft des Journalismus "konsequent digital, live und mobil" ist. Medienunternehmen, die Geld in Technologie, daten­informierten Journalismus, Newsletter und Podcasts stecken, seien "zukunfts­fester aufgestellt".

Durch all die verschiedenen Formate können Journalistinnen heutzutage eine Vielfalt erleben, "die hat es in meinem Volontariat nie gegeben", meint Bröcker. Gerade jetzt könne er jungen Journalistinnen den Einstieg in die Medien­welt besonders empfehlen. Sie sollten dabei allerdings beachten, dass es nicht mehr genüge, einen sehr guten Text zu schreiben: "Du musst in der Lage sein, den Content an den Mann und an die Frau zu bringen." Eine "kleine graue Maus" werde es im Journalismus der Zukunft daher schwer haben.

Der Podcast erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag der Gattung Morgen-Newsletter.
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“Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe” – Katherina Reiche über die Führung eines Energiekonzerns.


Tough Cookie: In Zeiten, in denen "die Politik der Wirtschaft misstraut" und umgekehrt, ist es umso wichtiger, "dass man in einem stetigen Austausch ist", sagt Katherina Reiche im turi2 Jobs-Podcast. Deswegen ist die Chefin der E.on-Tochter Westenergie und ehemalige CDU-Politikerin froh, beide Seiten zu kennen. Im Gespräch mit Peter Turi sagt sie, es sei nicht gut, wenn sich jeder in "Filter­blasen" zurückzieht, "wie wir das auch in der Gesellschaft sehen". Einigung sieht sie hingegen in Sachen Klima­schutz. Obwohl Reiche die Bilder aus der Ukraine "tief treffen", beschleunige der Krieg zumindest eins: "Die Überzeugung, dass wir die Energie­wende und den Klima­schutz vorantreiben müssen". Auch die bisherigen Sanktionen gegen Russland im Zuge des Kriegs unterstütze Reiche: "Das schrittweise Vorgehen der Regierung ist gut und klug". Es müsse bedacht werden, dass Gas in Deutschland nicht nur zum Beheizen von Wohnungen und Kranken­häusern genutzt werde, "sondern für deutlich mehr als ein Drittel der Industrie­prozesse". Der Schaden eines unmittelbaren Wegfalls von Gas­lieferungen wäre daher "sehr groß".

Nicht nur in Krisen­zeiten ist es für Reiche wichtig, zu kommunizieren – sowohl intern als auch nach außen. "Kommunikation ist ein absolut wichtiger Baustein, ein Unternehmen erfolgreich zu führen", sagt sie. Eine gute Mitarbeiter­bindung sei nur möglich, "indem man spricht, sich austauscht, zuhört und wertschätzend argumentiert". Auch Fehler sollten diskutiert werden – "nicht, um jemanden bloß­zustellen, sondern um besser zu werden". Um all das gewähr­leisten zu können, braucht es laut Reiche Leidenschaft für Themen, Disziplin, Organisation und "eine gewisse Stress­resilienz". Die 48-Jährige kommuniziere sehr offen und direkt, "Hierarchie-Stufen sind mir ziemlich schnuppe". Ihre Mit­arbeitenden würden sie wahrscheinlich als "tough cookie" bezeichnen. Ihr sei vor allem ein "menschliches Unternehmen" wichtig, "wo man gerne arbeitet".

Als weibliche Führung eines technischen Unternehmens betont Reiche, dass auch Bewerberinnen gerne gesehen sind. "Wir sind ein Unternehmen, wo du als Mädel gut aufgehoben bist." Reiche, selbst Mutter von drei Kindern, möchte Kolleginnen die Chance geben, "Familie und Beruf zu vereinbaren".

Katherina Reiche ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

“Wer gut schreiben kann, hat einen riesigen Fundus” – Andreas Fischer-Appelt über die Suche nach Talenten.


Unternehmer-Herz: "Ich wollte nie konservativ sein", sagt Andreas Fischer-Appelt im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit turi2-Verleger Peter Turi verrät der Gründer und Vorstand der Agentur­gruppe FischerAppelt, dass er es in manchen Situationen dennoch ist. Grund­sätzlich versuche er, "für das neue zu sein" und "etwas auszuprobieren". Allerdings gebe es auch Dinge, "die muss man sein lassen, weil man die Lebens­erfahrung hat, dass man damit nicht arbeiten kann". Progressivität wollen er und sein Bruder und Mitgründer Bernhard Fischer-Appelt auch bei der Mitarbeiterinnen-Suche zeigen. Ihnen gehe es eher darum, "Top-Talente zu kriegen" und diese an passenden Stellen einzusetzen, als sich auf strikte Stellen­beschreibungen zu versteifen. Dabei muss der Unternehmer mittlerweile "echt dafür werben und etwas bieten", um passende Mitarbeitende zu finden.

Wer in der Kommunikation arbeiten will, sollte sich die Branche anschauen, Kontakt aufnehmen und "herausfinden, was für eine Kultur in der Firma herrscht", rät Fischer-Appelt. Job-Portale allein reichen seiner Meinung nach nicht aus. Wichtiger sei es, mit bestehenden Mitarbeitenden zu sprechen. Großen Respekt habe er vor jungen Bewerberinnen, die schon wissen, was sie können und wollen: "Darauf kannst du aufbauen". Auch "sprachliche Kompetenz" spielt für Fischer-Appelt eine große Rolle. "Wer gut schreiben und erzählen kann, hat einen riesigen Fundus." Das könne sowohl als Journalistin als auch in der Kommunikations-Branche eingesetzt werden.

Einsatz­möglichkeiten gebe es in der Agentur viele: "Wir haben inzwischen bestimmt 50 Berufs­bezeichnungen in der Firma". Fischer-Appelt, der selbst schon als Kind vom Handel fasziniert war, will genau das auch bei seinen Mitarbeitenden sehen. "Die Inspiration unternehmerisch zu denken, Bereiche auszubauen und soziales Engagement zu bringen, wird gefördert." Im Vordergrund stehe bei Fischer-Appelt immer, "moderne PR zu machen, Menschen direkt zu erreichen und Verhaltens­veränderungen durchzuführen".

Andreas Fischer-Appelt ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

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Wir haben Jobs für Euch!
Studis, Unis, Profs aufgemerkt: In der turi2 edition #17 Jobs - Arbeiten in der Kommunikation geben 100 Role Models aus Medien, Wirtschaft und Politik wertvolle Anregungen und Tipps zur Berufswahl. turi2 macht´s möglich: Wer jetzt schnell ist, kann 20 Exemplare des 200 Seiten starken Karriere-Guides für die Uni kostenfrei bestellen. Schreibt eine Mail mit Studiengang und Lieferadresse an svenja.kordmann@turi2.de

“Das Thema Haltung hat eine unglaubliche Relevanz” – Christine Scheffler über den Wandel im Bewerbermarkt.


Optimistin: Christine Scheffler hatte "Glück im Leben" und ist "in den richtigen Momenten durch die richtigen Türen gegangen", sagt sie im turi2 Jobs-Podcast. Die Personal­chefin von ProSiebenSat.1 möchte nun Menschen, die "nicht so viel Glück hatten", dabei unterstützen, ihren Weg zu gehen. Im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi verrät sie, dass es aber auch in ihrem Leben Dinge gibt, "die nicht geglückt sind". Doch sowohl die Absage der Journalisten­schule als auch der mehrfache Studienfach-Wechsel seien für sie Schritte gewesen, um herauszufinden, "was mir wirklich Spaß macht". Grundsätzlich findet Scheffler: "Wer nie gescheitert ist, hat vielleicht nicht genug ausprobiert."

Nach diesem Motto führt sie auch ihre Bewerbungs­gespräche. Es gehe weniger um den "super-straighten Lebenslauf" als darum, was die Bewerberinnen für Menschen sind: "Wissen sie, wo sie hin wollen? Haben sie aus Fehlern gelernt und sich weiterentwickelt?" Scheffler höre vor allem auf das, "was nicht gesagt wurde" und spreche direkt Stationen an, welche die Bewerberinnen schnell überspringen. "Es ist spannender, Menschen zu haben, die sich ihren Weg selbst bauen und ihn dann auch gehen", sagt die Personal­vorständin. Aber auch Dinge wie Auslands­erfahrungen seien wichtig: "Da lernt man unglaublich viel über sich und über das, was einem wichtig ist."

In den vergangenen Jahren beobachtet Scheffler, dass Themen wie Personal und Nachhaltigkeit immer wichtiger werden. "Der Bewerber­markt hat sich komplett gedreht." Für Arbeitgeber sei es "unglaublich wichtig, für Menschen attraktiv zu sein, sie zu halten, sie weiter­zu­entwickeln, sie zu binden". Für Arbeit­nehmer habe auch die Haltung eines Unternehmens eine "unglaubliche Relevanz". In Zeiten "in denen man schnell die Orientierung verliert, will man einen Arbeitgeber, der Position bezieht".

Christine Scheffler ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

“Eine Karriere ist ein Marathonlauf” – Christof Ehrhart über die Entscheidung zwischen Journalismus und PR.


Blick auf die Zielgerade: Junge Menschen in der Kommunikations­branche sollten frühzeitig ihr "Ambitionsniveau" festlegen, rät Christof Ehrhart, Chefkommunikator von Bosch im turi2 Jobs-Podcast. Er fragt den Nachwuchs immer: "Wo sehen Sie sich im Scheitelpunkt Ihrer Karriere?" – und ist überrascht, "wie selten jemand eine Vision hat", erzählt er turi2-Gründer Peter Turi. Ehrhart betrachtet seine eigene Karriere als Marathonlauf. Ihm sei früh bewusst gewesen, was er erreichen will und was er bereit ist, dafür zu tun. Und: "Ich muss auch für die hinteren Kilometer noch Energie übrig haben."

Ehrhart, ein "klassisches Lower-middle-class-Kid“, studiert Politikwissenschaft und arbeitet als TV-Journalist, bevor er sich in die raue Welt von Tabak und Arzneimitteln begibt, um auch Kommunikation im Gegenwind zu beherrschen. Seit 2019 ist er Leiter der Unternehmens­kommunikation beim Technik-Konzern Bosch. Peter Turi will von ihm, der beide Seiten kennt, wissen, wer denn im Journalismus, wer in der PR besser aufgehoben ist. "Wenn jemand Lust hat, die Welt mit guter Kommunikation zu einem besseren Ort zu machen, dann muss er nicht unbedingt Journalist werden", ist Ehrhart überzeugt. Er kann in seinem Job an vielen Stellen darauf verweisen, welche Folgen eine wirtschaftliche oder politische Entscheidung hat.

In der Unternehmens­kommunikation könne er zudem etwas "mit aufbauen". In dieser Rolle fühle er sich wohler als in der des Beobachters, die er als Journalist hatte. So oder so: Jede Erfahrung sei wertvoll gewesen für seine Karriere. "Alte Zirkuspferde erschrecken nicht so schnell, wenn es knallt und blitzt", sagt er. Auf Trends springe er nicht hastig auf, was aber nicht bedeutet, dass er die PR bei Bosch nicht weiterentwickeln will. Das bloße Fokussieren auf Zielgruppen habe ausgedient, "Beziehungs­management" sei nun gefragt: Nicht nur große Kampagnen, auch direkte Gespräche zählen.

Das funktioniere besonders gut in einer Firma, die auch intern auf Augenhöhe kommuniziert. Sein neuer Chef Stefan Hartung sei der erste, den er von Anfang an duze. Und: "Bei Bosch habe ich die Krawatte für immer ausgezogen." Was nicht bedeute, dass sich Ehrhart nicht gerne schick anziehe, betont er. Während des Studiums habe er immerhin in einer Herrenmoden­abteilung gejobbt. "Wenn man Fragen wie 'Steht mir das?' beantworten kann, kann man auch die Kommunikation eines Weltkonzerns leiten", witzelt er.

Christof Ehrhart ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" gibt es hier als kostenloses E-Paper. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Nancy Riegel


“Hater kann ich unter ‘Spinner’ ablegen” – Awet Tesfaiesus über ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete.


Meilenstein-Setzerin: Awet Tesfaiesus hat öfter mit dem Gedanken gespielt, Deutschland zu verlassen, sagt die Bundestags-Abgeordnete im turi2 Jobs-Podcast. Als Abiturientin habe sie das erste Mal gedacht: "Ich habe keine Chance in diesem Land, in dem Asylbewerber-Heime angezündet werden und Menschen drumherum applaudieren." Mit Aline von Drateln spricht die gebürtige Eritreerin über die Einsicht, die sie letztendlich hatte: "Vor Rassismus kann man nicht weglaufen." Also beschließt Tesfaiesus "daran mitzuwirken, etwas zu verändern". Ihrer politischen Karriere helfe es, dass sie Juristin ist. Die Arbeit mit den Gesetzen sei ihr bekannt, "ich kann mich damit schnell anfreunden". Ansonsten brauche sie vor allem die persönliche Erfahrung als schwarze Frau, "um zu erkennen, wo Veränderung nötig ist".

Seit September sitzt Tesfaiesus für die Grünen als erste schwarze Frau im deutschen Bundestag. Sie habe nicht jahrelang auf das Mandat hingearbeitet: "Das war eine kurzfristige Entscheidung." Grundsätzlich sei sie aus "recht unpolitischen" Gründen in der Partei gelandet und habe sich aus Zeitmangel anfangs wenig eingebracht. Erst 2016, mit dem Einzug der AfD ins Kasseler Stadtparlament, wird Tesfaiesus aktiver. Als schwarze Frau möchte sie der AfD gegenübersitzen und "den Gegenpart bilden". Der Anschlag in Hanau 2020 rüttelt Tesfaiesus schließlich wach. "Das hat mich emotional so getroffen, dass ich das System verändern wollte."

Den Hass im Netz, den sie in ihrer Position als schwarze Politikerin erfährt, blendet Tesfaiesus aus. "Hater kann ich unter 'Spinner' ablegen." Worüber sie sich wirklich ärgere, sei der Rassismus im Alltag. Menschen, "die meinen, es sei nicht so schlimm", oder die "selbst nicht erkennen, wenn etwas rassistisch ist" – das präge ihren Alltag und "erniedrigt unsere Chancen".

Awet Tesfaiesus ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17 – das kostenlose E-Paper gibt es hier. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

“Podcasts sind das neue Radio” – Philip Banse über die Zukunft journalistischer Audio-Produkte.


Pionier-Arbeit: Als Philip Banse 2005 seinen ersten Podcast Küchenradio startet, entstehen "unglaublich grauenhafte, langweilige, scheppernde" Aufnahmen, sagt der Journalist und Podcast-Pionier rückblickend im turi2 Jobs-Podcast. Im Gespräch mit turi2-Chefredakteur Markus Trantow und Redakteurin Pauline Stahl erzählt er, dass aber auch "ein paar richtig schöne Folgen" dabei waren, die "im normalen Setting" nicht möglich gewesen wären. Zu dieser Zeit arbeitet Banse beim öffentlich-rechtlichen Radio – eine Institution, die er "toll und wichtig" findet. Allerdings gibt es Regeln: "Die haben ihre Formate, Längen, Rhythmen und Vorgaben." Beim "ungeregelten Labor-Podcast" hingegen "konnten wir machen, was wir wollten". Vor allem der Austausch mit Zuhörerinnen hat ihn fasziniert. "Das Feedback hat alles übertroffen, was ich bisher kannte", sagt Banse. Der Charme von Podcasts sei, "dass sie leben".

Gemeinsam mit Jurist Ulf Buermeyer hostet Banse mit der Lage der Nation einen der beliebtesten deutschen Podcasts. Mit einem Geschäftsmodell, das auf Spenden, Werbung, Live-Events und Abos basiert, rentiert sich das Format mittlerweile auch wirtschaftlich. Anfangs habe das Podcasten vor allem zur "Markenbildung" gedient, sagt Banse. An sich selbst als Personen-Marke habe er sich erst gewöhnen müssen: "Lange Zeit war es mein innerer Kampf, zu dem zu stehen, was ich mache." Sich nicht mehr in einer Gruppe oder hinter einem Projekt zu verstecken, "war für mich der größte Schritt". Mittlerweile hat er seine eigenen Vorstellungen und "manchmal einen dicken Kopf". Weil sein Co-Host ähnlich ticke, gebe es ab und zu auch mal Streit. Doch nach sechs Jahren gemeinsamer Arbeit "kennen wir uns, wissen was uns wichtig ist und nehmen Rücksicht darauf".

Dass die Zuhörerinnen irgendwann keine Lust mehr auf zwei Männer haben, die sich unterhalten, kann sich Banse vorstellen. "Das passiert wahrscheinlich jeden Tag", sagt er, "dafür kommen dann neue dazu". Der Zukunft des Formats ist er sich aber sicher und bezeichnet es als "das neue Radio". Audio-Produkte journalistischer Art werde es weiterhin geben, "solange Leute etwas ohne Bild hören wollen". Ob das Podcast heißt und wie es sich weiterentwickele, sei eine andere Frage.

Philip Banse ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Text: Pauline Stahl

“Moderator nach innen, Übersetzer nach außen” – Florian Scholbeck über die Arbeit als Kommunikator bei Aldi Nord.


Tacheles reden: Der Job eines Kommunikators hat sich in den vergangenen Jahren verändert, sagt Florian Scholbeck im turi2 Jobs-Podcast. Der Kommunikations-Chef von Aldi Nord erklärt im Gespräch mit turi2-Verlegerin Heike Turi, dass sein Job heutzutage "mehr als eine Schreibstube" sein muss. Es gehe nicht mehr nur darum, der Welt die Vorteile des Unternehmens zu erklären. Scholbeck sieht seine Rolle eher als "Moderator nach innen" und "Übersetzer nach außen". Dabei hilft ihm das Handwerk, das der studierte Bauingenieur in seiner Zeit als Journalist gelernt hat: "Fragen stellen, Dinge verstehen, komprimiert darstellen und übersetzen." Um "Sachen besser zu machen", helfe es außerdem, "auch mal die Gegenposition einzunehmen".

Aldi Nord ist zurzeit in einer "sehr großen Transformation", sagt Scholbeck. In "rasender Geschwindigkeit" werde das Unternehmen modernisiert. Hauptaufgabe der Kommunikation sei es dabei, "Kontext herzustellen" und die Auswirkungen der Digitalisierung darzustellen. Dass Aldi Nord nicht immer so kommunikativ und transparent gewesen ist, weiß Scholbeck: "Die 40 Jahre des Schweigens funktionieren in unserer Medienwelt nicht mehr." Das Unternehmen wolle ein "sichtbarer Teil der Gesellschaft" sein und müsse sich daher einem öffentlichen Diskurs stellen. Dazu müsse es Aspekte wie Tierwohl, CO2 Reduzierung oder Mindestlohn thematisieren.

Das Interesse an verschiedenen Themen ist das A und O für Menschen, die in der Kommunikation arbeiten wollen, findet Scholbeck. Außerdem sollten sie sich "intern schnell vernetzen" und auf hoher fachlicher Ebene mich Menschen sprechen können. Während ihn Social-Media-Expertise und die Anzahl an Followern weniger interessiert, achtet Scholbeck bei Bewerbungsgesprächen vor allem auf die Persönlichkeit. "Wenn man im Unternehmen helfen will, braucht man eine Meinung." Er wolle auf keinen Fall nur hören, dass Aldi Nord "alles super" mache – denn das sei nicht der Fall.

Florian Scholbeck ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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“Unterschiedliche Charaktere, um erfolgreich zu sein” – Andreas Arntzen über die Arbeit im Wort & Bild Verlag.


Verantwortung übernehmen: Der Wort & Bild Verlag in Baierbrunn baut um, um zu helfen. In pandemiebedingt leerstehenden Räumen sind in den vergangenen Tagen 25 ukrainische Geflüchtete eingezogen, Unterkünfte für 20 weitere Menschen entstehen gerade. Im Jobs-Podcast von turi2 spricht CEO Andreas Arntzen zum ersten Mal öffentlich über das Engagement des "Apotheken Umschau"-Verlags. Arntzen und Mitarbeitende hatten sich zuvor einem Konvoi angeschlossen, an der Grenze zur Ukraine Flüchtende aufgenommen und nach Deutschland gebracht. Mit ihrem Engagement wollen Arntzen und der Verlag ein Vorbild sein und auch andere Menschen "mobilisieren und motivieren, etwas zu machen". Es sei okay angesichts des Krieges und der Not, sprachlos zu sein, "das sollte aber nicht dazu führen, dass wir tatenlos sind".

Im Podcast turi2 Jobs spricht der Medien-Manager außerdem über das Arbeiten im Gesundheitsverlag Wort & Bild und seinen Führungsstil. Viele Eigenschaften, die für "Arntzi" schon als Hockey-Torwart in der Nationalmannschaft wichtig waren, prägen ihn noch heute. Im Teamsport und im Management gehe es etwa um "Vorbereitung, Disziplin, Motivation, den Biss". Damit sein Führungsstil nach dem "Trial and Error"-Prinzip auch in einem traditionsreichen Unternehmen funktioniert, sei es wichtig, "mit gewissen Traditionen auch mal zu brechen". Es brauche einen Ausgleich "zwischen alten Werten und der Moderne".

Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, Home Office und Teilzeit-Möglichkeiten auch in Führungs-Positionen. Bei Wort & Bild arbeiten mehr Frauen als Männer – in Führungspositionen ist das Verhältnis inzwischen ausgeglichen, berichtet Arntzen. "Ich glaube, dass es sehr viele Mütter gibt, die Top-Ausbildungen haben und extrem motiviert sind." Ihnen passende Angebote zu machen, ist Arntzen wichtig. Grundsätzlich sei für ihn weniger der Lebenslauf wichtig, als dass Bewerberinnen "Charakterstärke zeigen" und "wissen, was sie können und was sie nicht können".

Andreas Arntzen ist eines von 100 Jobs-Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobs-Plattform turi2.de/jobs.
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Mitarbeit: Markus Trantow

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Top-Job der Woche – von journalist und turi2:
Die Landeshauptstadt Stuttgart sucht eine*n Redenschreiber*in für das Referat Verwaltungskoordination, Kommunikation und Internationales, das dem Geschäftskreis des Oberbürgermeisters zugeordnet ist. Alle Ausschreibungs-Details zum Top-Job der Woche stehen auf www.journalist.de/jobs – dem Stellenmarkt für Journalist*innen.

“Man muss kein Techie sein” – Karin Schlautmann über die Arbeit in der Bertelsmann-Kommunikation.


PR und Verantwortung: Das Setting, die Optik, Kleidung, die Dekoration – "am Ende kann alles eine Botschaft sein", sagt Karin Schlautmann. Kommunikation sei mehr als das geschriebene oder gesprochene Wort. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" sagt die Bertelsmann-Kommunikationsleiterin, dass genau das eins der wichtigsten Dinge ist, "die man sich in dem Beruf klar machen muss". Auch Neugierde und ein offener Blick für Technik und neue Formate spielen eine große Rolle, denn nichts verändere sich so schnell, wie die Kommunikationsarbeit. "Dafür muss man aber kein Techie sein", sagt Schlautmann im Gespräch mit Peter Turi. Es gehe eher darum, zu erkennen, welche Technik zur Vermittlung der Botschaft passt.

Auch Schlautmann selbst ist kein Technik-Freak und kommt aus dem Journalismus. Fast 20 Jahre lang war sie für verschiedene Medien in Deutschland unterwegs. Nach einem Volontariat beim "Westfalen-Blatt" in Bielefeld arbeitet sie unter anderem bei der "Bild" im Chemnitz und wird Redakteurin bei der ersten deutschen Late-Night-Show mit Thomas Gottschalk in München. Auch, wenn sich diese Stationen von ihrem jetzigen Job unterscheiden, konnte Schlautmann in jedem Bereich etwas lernen. Bei Gottschalk etwa "ging es sehr stark um Inszenierungen". Das hilft ihr auch heute noch, wenn die Bertelsmann-Party geplant oder der Image-Teil des Geschäftsberichtes erstellt wird.

Vor allem aus ihrer Zeit als Lokaljournalistin hat Schlautmann viel mitgenommen. Sie ist fest davon überzeugt: "Wer keine Freude hat an Lokalthemen, der findet auch schwer Zugang zu großen, internationalen Geschichten." Eine Journalismus-Vergangenheit ist dennoch keine Voraussetzung, um in der Unternehmens­kommunikation zu arbeiten, sagt Schlautmann. In ihrem Team gibt es "alle Hintergründe" vom Politik- oder Wirtschaftsstudium bis zur Historikerin. Wichtiger sei es, zu überlegen: "Was finde ich spannend und wie kann ich mich einbringen?"

Karin Schlautmann ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs.
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Diverser als ihr Ruf – Herausgeber Carsten Knop über die Arbeit der “FAZ”.


Frankfurter Allgemeine Zeitungsjobs: "Für mich war Journalismus immer ein Traumberuf", sagt Carsten Knop. Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" verrät der Herausgeber der "FAZ", dass er schon im Alter von 17 Jahren Journalist werden wollte und das auch heute dem Nachwuchs nur empfehlen kann. Für ihn ist das der "abwechslungsreichste Beruf", ein tägliches "Studium generale". Im Gespräch mit Peter Turi sagt Knop auch, dass die "FAZ" längst diverser ist, als viele glauben. So sind 95 % der aktuellen Neueinstellungen der Zeitung Frauen, ein Teil mit Migrationsgeschichte. Schon heute hätten in vielen Ressorts Frauen das Sagen – die Frage, wann erstmals eine Frau einen der vier Herausgeber-Posten der "FAZ" übernimmt, werde sich daher mit der Zeit von allein beantworten.

Auf die Job-Situation von Journalistinnen schaut Knop positiv: Die "Dienstleistung" der Medienschaffenden, die Welt zu erklären und zu ordnen, werde weiter gebraucht. Die Jobs in den Redaktionen würden zudem vielfältiger. So brauche es heute u.a. auch Programmiererinnen und Audio-Spezialisten. An der Voraussetzung, nur Menschen mit abgeschlossenem Studium zu beschäftigen, will Knop allerdings nicht rütteln. "Die 'FAZ' gibt den Leserinnen und Lesern ein Qualitätsversprechen", sagt Knop. Das müsse die Redaktion bedienen, dafür brauche sie einen hohen Bildungsgrad in Breite und Tiefe.

Knop und Turi sprechen außerdem über die Konkurrenz-Situation mit ARD und ZDF: "Die Angebote tagesschau.de und hessenschau.de der Öffentlich-Rechtlichen sind eine Zumutung für privat finanzierten Journalismus", sagt der "FAZ"-Herausgeber. Er vergleicht die Zeitung mit einer Fabrik, die ein Produkt herstellt – und vor dem Fabrik-Tor steht ein Konkurrent, der dieses Produkt kostenlos anbietet. Dennoch gelinge es der Zeitung immer besser, Verluste im Print-Geschäft digital auszugleichen. So zähle die "FAZ" aktuell mehr als 200.000 Digital-Abonnentinnen, 80.000 von ihnen nutzten das Basis-Angebot F+. "Wir wachsen", freut sich Knop.

Carsten Knop ist eines von 100 Vorbildern in der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs. In der ersten Folge des Podcasts spricht Agentur-Inhaber Florian Haller über den Kultur-Wandel in der Agentur-Branche.
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“Der Kampf um die Ressource Kreativität ist härter geworden” – Florian Haller über die Arbeit bei Serviceplan.


Die Agentur als Marke: "Die Zeit, in der man bis Mitternacht in der Agentur gesessen hat, ist wirklich vorbei." Im neuen Podcast "turi2 Jobs – Arbeiten in der Kommunikation" spricht Agentur-Inhaber Florian Haller über den Kultur-Wandel in der Agentur-Branche. Der betrifft für den Chef der Agentur-Gruppe Serviceplan nicht nur die Arbeitszeiten, sondern auch die Aufgaben. So arbeiten in seinen Agenturen heute nicht nur Kreative, sondern auch immer mehr Data Scientists, Media- und Programmatic-Strateginnen. Im Gespräch mit turi2-Gründer Peter Turi zählt Haller 100 unterschiedliche Profile. Egal, um welchen Job es geht: Lust an Kommunikation, Neugier und Offenheit für andere Kulturen und Spaß an Internationalität sind für Haller die wichtigsten Voraussetzungen.

Seit Haller die Agentur-Gruppe 2002 von seinem Vater übernommen hat, ist die Zahl der Serviceplan-Beschäftigten von 300 auf heute rund 4.500 gewachsen. Seine Vision ist es, "die global führende Independent-Agentur" zu werden. Er sieht wachsenden Kommunikationsbedarf und kann sich vorstellen, die Zahl der Beschäftigten in den kommenden Jahren zu verdoppeln. "Unser größtes Thema ist es, dass wir unser Wachstum mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abfedern." Allein 2021 habe die Agentur 700 neue Beschäftigte eingestellt – deutlich mehr als die Agentur verlassen haben. Haller spricht von einer Fluktuation von 15 % und von einer durchschnittlichen Verweildauer von sechs Jahren.

Mit Blick auf den Agentur-Nachwuchs stellt Haller fest, dass der Wettbewerb um die klügsten Köpfe härter geworden ist. "Für die junge Generation ist ein sicherer, gut bezahlter Arbeitsplatz die Grundvoraussetzung", sagt Haller. Die wichtigste Frage sei die nach dem Sinn. Unternehmen müssten ihren Beschäftigten heute einen Purpose bieten. Serviceplan selbst bemüht sich in unterschiedlichen Programmen um die Themen Fürsorge, Diversität und Nachhaltigkeit. So sei es der Gruppe gelungen, in Deutschland den CO2-Fußabdruck auf Null zu fahren, nun weitet Haller die Bemühungen auf andere Standorte aus. In Sachen Diversität gibt Haller Nachholbedarf zu: Zwar sei der Aufsichtsrat zu jetzt 50 % mit Männern und Frauen besetzt, in den Agenturen läge die Frauenquote auf den ersten beiden Führungsebenen immerhin bei 40 %. Die Agentur-Holding ist allerdings rein männlich – Haller sagt: "Das werden wir ändern".

Florian Haller ist eines von 100 Vorbildern aus der turi2 edition #17. Das Buch zum Thema "Arbeiten in der Kommunikation" erscheint am 6. April und stellt die 100 wichtigsten Arbeitgeber aus Werbung, Marketing, PR und Medien vor. Die neue Podcast-Reihe turi2 Jobs begleitet die Buch-Veröffentlichung und die neue Jobplattform turi2.de/jobs.
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Werbenachwuchs wanted: So lief jobs@turi2 bei Serviceplan.


Werbung im Wandel: Glanz, Glamour und Ausschweifungen aller Art – das war vielleicht früher mal üblich in der Werbebranche. Heute ist das anders: Bei jobs@turi2, der Partnerbörse der Kreativwirtschaft, präsentiert sich Serviceplan, Europas größte inhabergeführte Agenturgruppe, vor allem als auf Nachhaltigkeit bedachter Arbeitgeber. Geschäftsführer und Gesellschafter Ronald Focken berichtet, dass die Agentur ihren Mitarbeiter*innen für Wege in der Münchner Innenstadt Fahrräder zur Verfügung stellt, Papier möglichst beidseitig bedruckt und im Rahmen einer Nachhaltigkeits-Initiative mehr als 1.000 Flüge gespart hat. "Wir sehen uns als Multiplikatoren", sagt Focken, der selbst meist mit dem Fahrrad ins Büro kommt. Sein Kollege Felix Bartels, Head of Business Developement, bestätigt, dass das Prinzip Vorbild funktioniert und auch viele Werbekunden nach nachhaltigen Kampagnen fragen. Auch für Nachhaltigkeitchefin Julia Nicolaisen gehören Werbung und Nachhaltigkeit unter einen Hut. Sie findet das Genre "superspannend, um das Konsumverhalten der Menschen in Richtung Nachhaltigkeit zu beeinflussen".

Dass Serviceplan vor diesem Hintergrund nicht jeden Werbe-Job annimmt, betont Focken: Eine Anfrage des Rüstungskonzerns Rheinmetall habe er abgelehnt. Grundsätzlich überlässt er es aber den einzelnen Einheiten, welche Aufträge sie annehmen, bzw. auf welche Etats sie sich bewerben. Wie fast alle Agenturen sucht auch Serviceplan Mitarbeiter*innen in allen Bereichen – rund 700 Menschen stellt die Gruppe pro Jahr ein, berichtet Recruiting-Chefin Julia Schweizer. Wer Interesse an Serviceplan habe, der solle "einfach mit uns ins Gespräch kommen", oft hätten sich erst aus dem Austausch Job-Optionen und -Positionen ergeben. Studierenden in der Kommunikationsbranche ruft sie zu, neben der Uni schon möglichst viel Erfahrungen im echten Berufsleben zu sammeln, etwa über Praktika. Und auch eine Altersgrenze sieht sie nicht: Ein- oder umsteigen könne man eigentlich immer.
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jobs@turi2 – Klappe, die Zweite: Heute mit Serviceplan – wie tickt die internationale Agentur in Sachen Jobs, Diversity und Nachhaltigkeit? Und sonst so? Stellt Eure Fragen an jobs@turi2.de oder kommt heute Abend ab 19 Uhr zu uns in den turi2 Clubraum. Mit dabei sind u.a. Geschäftsführer Ronald Focken und Sustainability-Expertin Julia Nicolaisen. Wir hören uns!
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Kommunikationsnachwuchs verzweifelt gesucht – so lief der turi2 Clubabend bei FischerAppelt.


Klein anfangen, groß rauskommen: Mehr Konkurrenz als Bewerberinnen stehen am Ende im turi2 Clubraum beim neuen Format jobs@turi2 auf der Bühne – und der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs wird greifbar. Co-Gründer Andreas Fischer-Appelt lüftet das Geheimnis um den Doppelnamen der Agentur FischerAppelt, Geschäftsführerin Eugenia Lagemann wirbt mit warmen Worten um junge Leute, "die digital ticken" und für ihr Trainee-Programm. Die Kommunikations-Branche ist "längst kein Sammelbecken für Journalist*innen mehr", betont Andreas Fischer-Appelt. In seiner Agentur hätten nur 50 der insgesamt 700 Mitarbeitenden Wurzeln im Journalismus. Auch der Netzwerker und Fachjournalist Nico Kunkel glaubt, dass die PR mehr Gewerke als den Journalismus braucht. Er wünscht sich mehr Quereinsteiger*innen, etwa Menschen mit Wirtschaftsstudium.

Wo eine große, deutsche Kommunikations-Agentur für sich als Arbeitgeber trommelt, ist die Konkurrenz nicht weit: Aus dem Kreis der 150 Zuhörer*innen entern zwei Konkurrenten das Podium: Lars Cords von Scholz & Friends berichtet von seiner Vergangenheit bei FischerAppelt, sucht aber selbst Nachwuchs-Talente. Eine ähnliche Guerilla-Taktik verfolgt Tilo Bonow von Piabo-PR: Auch er hat offene Stellen und via Social Media und Clubhouse bereits einige Bewerber*innen gefunden. Die Suche bei jobs@turi2 geht weiter – am kommenden Dienstag ist Europas größte inhabergeführte Agentur Serviceplan Gastgeber der neuen Job-Plattform.
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turi2 eröffnet im Clubhouse jobs@turi2.de, die Partnerbörse der Kreativwirtschaft.


In Villabajo prüft noch der Justitiar, ob abgespült werden darf, Villarriba feiert schon die nächste Party: turi2 startet in der Audio-App Clubhouse am Dienstag um 19 Uhr jobs@turi2, die Partnerbörse der Kreativwirtschaft. Zur Premiere erzählt Gastgeber und Gründer Andreas Fischer-Appelt vom Aufstieg der Agentur FischerAppelt vom Zwei-Mann-Studentenprojekt zur führenden Content-Marketing-Agentur mit über 700 Mitarbeiter*innen. Eugenia Lagemann, Geschäftsführerin bei FischerAppelt Relations, spricht über die Job-Anforderungen der Agentur. Im Gespräch mit den Gästen, darunter Berater*innen, Moderator*innen und Stimmtrainer*innen mit Clubhouse-Expertise, werden Chancen der Kooperation ausgelotet.

jobs@turi2 bringt jeden Dienstag von 19-20 Uhr im turi2 Clubraum auf Clubhouse Unternehmen & Kreative der Branche zusammen. Ab März bietet auch die Website turi2.de/jobs einen Marktplatz für Jobs, Stellen & Projekte der Kommunikations- und Kreativwirtschaft. Fragen, Anregungen, Bewerbungen (auch als Gastgeber) bitte per Mail an jobs@turi2.de. turi2 hat damit fürs Clubhouse jeweils ein tägliches Event an fünf Tagen pro Woche geschaffen - von Sonntag bis Donnerstag. Und dafür 1,5 neue Arbeitsstellen geschaffen.
joinclubhouse.com (Link zum Event)

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