“NZZ”-Newsletter “Der andere Blick“ erscheint künftig werktäglich.

NZZ will seine Expansion in Deutschland fortsetzen und veröffentlicht den Newsletter "Der andere Blick" künftig werktäglich und nicht nur wöchentlich. Redakteurinnen aus Berlin und Zürich schreiben montags bis freitags jeweils einen "exklusiven Tageskommentar" oder eine "prägnante Analyse" zu einem wichtigen Deutschland-Thema. Freitags schreibt wie gehabt Chefredakteur Eric Gujer für den Newsletter der Schweizer Zeitung.
meedia.de

Zitat: Robert Habeck findet es erforderlich, den Streit mit Boris Palmer formal zu schlichten.

"Das Wochenende hätten wir uns alle anders vorgestellt. Wäre super gewesen, Boris hätte einfach geschwiegen."

Grünen-Chef Robert Habeck äußert sich auf einer Pressekonferenz deutlich zu dem Parteiausschlussverfahren seines Parteikollegen Boris Palmer. Man habe im Hintergrund "immer wieder" versucht, die Probleme zu klären, das gehe jetzt allerdings nicht mehr, so Habeck.
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Wirtschaftswoche”: Adidas fordert den DFB auf, seinen Machtkampf in den Griff zu kriegen.


Causa Keller: Adidas fordert den DFB im Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und seinem Generalsekretär Friedrich Curtius auf, die Krise an der Verbandsspitze schnell zu lösen, schreibt die "Wirtschaftswoche". Das sei der DFB den "Spielern und Spielerinnen und Partnern schuldig", teilt Adidas der "Wirtschaftswoche" in einem Statement mit. Die "internen Führungsquerelen" würden demnach "kein gutes Licht" auf den DFB werfen. Der Ausrüster-Vertrag zwischen dem Sportartikel-Hersteller Adidas und dem DFB läuft noch bis 2026. Die Partnerschaft besteht seit mehr als 60 Jahren, Adidas zahlt als Ausrüster jährlich 50 Mio Euro.

Auch Sponsor Volkswagen hatte beim DFB bereits am Wochenende ein persönliches Gespräch sowie eine schnelle Klärung gefordert. Vergangene Woche hatten die Landesverbände eine außerordentliche Vorstandssitzung im Fall Fritz Keller beantragt, nachdem er seinen Stellvertreter Rainer Koch in einer internen Sitzung mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte. Keller hatte daraufhin Koch vergeblich Entschuldigung gebeten und seinen Rücktritt abgelehnt.
wiwo.de (Paid), deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Linda Zervakis interviewt auch Armin Laschet für ProSieben.

ProSieben: Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis interviewt auch CDU-Chef Armin Laschet in der Sondersendung "Pro Sieben Spezial Live. Der Kanzlerkandidat im Interview". Laschet stellt sich den Fragen von Zervakis und ihrem Kollegen Louis Klamroth am 17. Mai ab 20.15 Uhr. Zervakis feiert am Mittwoch ihr Debüt bei ProSieben, ihr erster Gast ist Olaf Scholz.
rnd.de

Süddeutsche Zeitung: Telegram ist für viele der Einstieg in die Radikalisierung.

Süddeutsche Zeitung SZ 150 Radikale Recherche: Für etliche Menschen sind Corona-Gruppen auf Telegram die Einstiegsdroge zur Radikalisierung, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die "SZ"-Journalistinnen haben knapp 12 Mio Nachrichten aus 967 deutschsprachigen Gruppen und Kanälen auf problematische Begriffe untersucht, um die Gefahr der dortigen Kommunikation zu messen. Ein stetiger Anstieg extremistischer Nachrichten lasse sich dabei "eindeutig festhalten", jede zehnte Interaktion sei u.a. von rassistischen und gewaltverherrlichenden Inhalten geprägt.
projekte.sueddeutsche.de

Basta: H.P. Baxxter findet Gendern doof.

Ist nicht gehyped: Scooter-Frontmann H.P. Baxxter findet Gendern "zum Kotzen", erklärt er in einem Interview mit Radio Hamburg. Es sei für ihn "Idiotensprache", die Sprache werde dadurch "ruiniert". Interessant wäre da noch Baxxters Meinung zu Fans, die seit Jahrzehnten Scooters sprachgewandte Lyrik-Perlen wie Hyper, Hyper mitgröhlen oder sich rhetorisch fragen, wieviel der Fisch denn jetzt eigentlich kostet.
radiohamburg.de

Übermedien sieht einen Zusammenhang zwischen Gottschalks Podcast-Aus und der Klatschpresse.

Klatschpressen-Konter: Podschalk, der mittlerweile eingestellte SWR-Podcast von Moderator Thomas Gottschalk, war für die Klatschpresse "eine der Hauptquellen für vermeintliche Skandalgeschichten", schreibt Mats Schönauer bei Übermedien. Scherzhaft gemeinte Aussagen von Gottschalk seien dabei in ernste Schlagzeilen verwandelt worden. Dem Moderator sei die Klatschpresse vor zwei Jahren noch "am Arsch vorbei" gegangen. Mit dem Eheaus nach 40 Jahren rückte er in den Fokus der Magazine.
übermedien.de, turi2.de (Background)

“Katapult”-Gründer Benjamin Fredrich macht sich seine Regeln selbst, schreibt Anne Fromm.

Wer im Glashaus sitzt: Katapult-Gründer Benjamin Fredrich, "der Hoffnungsträger des norddeutschen Lokaljournalismus, arbeitet selbst mit Bild-Zeitungs-Methoden", schreibt Anne Fromm in der "taz". Fredrich hatte dem Übermedien-Redakteur Jürn Kruse eine manipulative Interviewführung vorgeworfen und daraufhin unerlaubt den Mitschnitt veröffentlicht: "Fredrich, der anderen vorwirft, sich nicht an Regeln zu halten, macht sich seine Regeln einfach selbst."
taz.de, turi2.de (Background)

Schröders Podcast & Baerbocks Chancen – so lief das Clubfrühstück mit Béla Anda und Ina Tenz.


Hören und wählen: "Der Wahlkampf wird vor allem digital", sagt Béla Anda, früher Regierungssprecher von Gerhard Schröder und heute Politik- und Kommunikations-Berater, im turi2 Clubraum. Beim Clubfrühstück am Sonntag haben Anda, die frühere Antenne-Bayern-Chefin Ina Tenz sowie turi2-Clubhouse-Redakteurin Tess Kadiri und Peter Turi über die Rolle von Audio-Formaten im kommenden Bundestagswahlkampf und die Chancen des Bewerbertrios gesprochen. Weiteres Thema des Talks ist der Podcast "Die Agenda" von Gerhard Schröder, den Tenz und Anda gemeinsam erfunden haben und der ein wachsendes Publikum findet. Tenz, in Andas Agentur ABC Communikation Audio-Chefin, freut sich über mehr als 250.000 Abonnentinnen und fast genauso viele regelmäßige Hörerinnen – "die Konvertierungsrate ist unglaublich".

Aber warum macht ein Altkanzler überhaupt einen Podcast? Für Anda ist das Format ein guter Weg zu zeigen, dass Gerhard Schröder für mehr steht als die Themen Putin, Nord Stream und Russland. Der These, dass Schröder mit seinen publizistischen Aktivitäten seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern verändern will, widerspricht Anda dagegen. Anders als Helmut Kohl habe Schröder daran kein Interesse. Dass die Schröder-Podcasts als Zeitzeugnisse irgendwann mal für die Wissenschaft interessant werden könnten, kann Anda sich dagegen schon vorstellen. Tenz, die von Haus aus eher konservativ geprägt ist, interessiert sich für Schröders Blick auf die aktuelle Politik und gesteht: "Langsam werde ich zum Schröder-Fan."

"Ich glaube, dass sich die Audiowelt im Moment sehr stark verändert", sagt Ina Tenz. Sie beobachtet, dass neben dem Massenmedium Radio die Nischen blühen und wichtiger werden, sei es durch Podcasts, Nischensender oder Streamingdienste. Beide Expertinnen sehen viel Potential für Audio-Formate, auch im aktuellen Wahlkampf, aber nicht für jeden Politiker. So kann sich Anda einen Podcast mit Robert Habeck sehr gut vorstellen, Armin Laschet und Olaf Scholz findet er sperriger. Am Ende der Diskussion sind sich beide einig, dass aktuell Annalena Baerbock die größten Chancen aufs Kanzleramt hat, weil die Popularität der Grünen und die der Kandidatin zusammenkommen. Olaf Scholz würde den Direktvergleich mit Laschet und Baerbock zwar jeweils gewinnen, die Schwäche der SPD bremse den Kandidaten aber aus.
turi2.tv (62-Min-Video/-Podcast), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de/clubraum (weiteres Programm)



Text: Markus Trantow

“Bild am Sonntag”: Ballack wird EM-Experte bei MagentaTV.

Fußball-EM: Die Telekom holt Ex-Nationalspieler Michael Ballack als Experten für das Turnier ab dem 11. Juni zu MagentaTV, meldet die "Bild am Sonntag". Er wird demnach neben Johannes B. Kerner vor der Kamera stehen. Für den US-Sender ESPN, stellenweise auch für RTL oder Sky, war Ballack schon als Experte aktiv. MagentaTV wird alle 51 EM-Spiele zeigen.
bild.de via dwdl.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” wirft “SZ”, ZDF und “Bild” Parteilichkeit im DFB-Machtkampf vor.

DFB: Im Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und seinem Generalsekretär Friedrich Curtius teilen "Süddeutsche Zeitung", ZDF und "Bild" "fulminant gegen die Keller-Gegner" aus, wirft der "Spiegel" den Medien vor. "SZ" und ZDF hätten "bis aufs Wort" identische Fragenkataloge an den früheren DFB-Berater Kurt Diekmann geschickt, die auf geleakten internen E-Mails fußten, aus denen zuerst die "Bild" zitiert hatte. Diekmann vermutet einen Hackerangriff und hat Strafanzeige gestellt.

In einem "Bild"-Bericht von Ende April wird Diekmann als dubioser Berater dargestellt – dabei soll das Springer-Blatt selbst mit ihm zusammengearbeitet und ihm "8000 Euro netto plus Spesen" für DFB-Interna bezahlt haben, schreibt der "Spiegel". Das Magazin resümiert: Hätte sich Keller nicht mit einem Nazi-Vergleich ins Abseits manövriert, "wäre der Kampf deshalb wohl für ihn entschieden gewesen".
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

“Bild”-Buch: Wer Julian Reichelt widerspricht, hat es schwer.

Bild: "Man muss parieren – oder unter Julian Reichelt wird das Leben schwer", schreiben die Bildblog-Betreiber Mats Schönauer und Moritz Tschermak in ihrem neuen "Bild"-Buch, aus dem ein erster Text in der "FAS" zu lesen ist. "Dieses Gefallenmüssen oder Gefallenwollen" sei eine der Quellen für "verzerrte Berichterstattung", wird ein Mitglied der Redaktion zitiert. In einem Fall sei ein kompletter Kommentar von der Chefredaktion vorgegeben worden sein, "anschließend sei nach einem Mitarbeiter gesucht worden, der seinen Kopf hinhalten müsse".
"FAS", S. 43 (Paid), turi2.de (Background)

“Bild” wirft NDR Unterstützung von Linksextremistinnen vor.

Tatort Hamburg: "Bild" wirft dem NDR vor, mit einem "Tatort"-Dreh die linksextreme Szene zu unterstützen. In dem Text schreiben Georg Altrogge und Sina Kedenburg, dass die Produktions-Firma Wüste Medien dem linken Zentrum M1 3.000 Euro zahlt, um die Location als Drehort für einen "Tatort" mit Wotan Wilke Möhring zu nutzen. In dem Haus treffe sich laut Hamburger Verfassungsschutz auch die linksextreme Szene. Der NDR wird mit der Info zitiert, dass die Produktionsfirma Drehorte ohne Rücksprache mit dem Sender aussuche.
bild.de (Paid)

Hör-Tipp: Kai Traemann spricht über die Wichtigkeit des Zuhörens.

Hör-Tipp: Kai Traemann, Host des "Bild"-Fußball-Podcasts Phrasenmäher, erklärt bei "Freitags Franky" mit Frank Behrendt, wie wichtig gutes Zuhören ist: Er will nicht nur bei der Arbeit wissen, was sein Gegenüber umtreibt, sondern braucht auch als Mitarbeiterinnen-Coach bei Springer ein offenes Ohr. Ex-Chef und Namensvetter Kai Diekmann stellt Traemann das Zeugnis aus, es sei ihm "immer egal gewesen, wer unter der Sport-Redaktion Chefredakteur ist".
open.spotify.com (33-Min-Podcast)

Video-Tipp: Das “c’t Magazin” knöpft sich die Shopping-Plattform Wish vor.

Video-Tipp: Das Computer-Magazin "c't" knöpft sich auf seinem neuen YouTube-Channel c't 3003 die Shopping-Plattform Wish vor, die u.a. gefakte Huawei-Smartphones an gutgläubige Käuferinnen bringen will. Konkret nimmt "c't" das "Huavvei Mate 40 Pro+" auseinander, das zwar nur 112 Euro kostet, anstatt dem versprochenen Betriebssystem Android 10 aber nur Android 8 liefert – von einer grottenschlechten Kameraleistung ganz zu schweigen.
youtube.com (6:30-Min-Video)

Mai Thi Nguyen-Kim will Hasskommentare schneller löschen.

Hatespeech unerwünscht: Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim will Hasskommentare auf ihrem YouTube-Kanal schneller löschen und etwaige Absenderinnen konsequent blocken. In einem Video sagt sie, bisher habe man Posts "praktisch gar nicht" gelöscht und auch niemanden aus den Kommentaren verbannt. Helfen soll ein Community-Management, das justiziable Inhalte auch zur Anzeige bringen kann.
youtube.com (21-Min-Video) via rnd.de

Medienanstalt: Springers Bild TV kann wohl am 1. August starten.

bildlogoBild TV: Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg wird den von Springer geplanten TV-Sender wohl zum 1. August lizensieren, antwortet die Behörde auf eine Anfrage der dpa. Der Antrag für das Fernsehprogramm zur Boulevardzeitung liegt demnach seit 30. April vor. Ob der Sendebetrieb auch am 1. August beginnt, ist unklar. Bild TV soll laut Springer zur Bundestagswahl im Herbst startklar sein.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Sky Sport News wird wieder zum Pay-TV-Sender.


Nur für Vereinsmitglieder: Sky schließt sein öffentliches Sport-Schaufenster und macht seinen frei empfangbaren Sender Sky Sport News nach viereinhalb Jahren wieder zum Pay-TV. Wie "Clap" berichtet, soll der Sender spätestens mit Beginn der Champions-League-Saison ab August nur noch für zahlende Kundinnen empfangbar sein. Die Mitarbeiterinnen seien über die Veränderung bereits informiert worden. 2020 hatte sich der Sender bereits von Doppelmoderationen verabschiedet. Das englische Sky Sport News verschwand schon vor einigen Jahren wieder hinter die Bezahlschranke.

Sky Sport News sendet seit Dezember 2011. Die ersten anderthalb Monate waren frei empfangbar, danach nur noch für Sky-Abonnentinnen. Fünf Jahre nach dem Senderstart machte Sky den Kanal im Dezember 2016 für alle frei empfangbar – auch, um sein Bezahl-Angebot zu bewerben. Das führt zu absurden Formaten wie der Champions Corner, bei der Expertinnen im Free-TV Champions-League-Spiele kommentieren, die nur sie sehen, weil das Bild dazu nur im Pay-TV läuft.
clap-club.de

Sophia Thiel fühlte sich von Social Media unter Druck gesetzt.

Fitness-Influencerin Sophia Thiel sehnt sich "nach einem komplett freien Leben auch in Richtung Essen", sagt sie im "Spiegel"-Interview. Thiel hat nach fast zwei Jahren Social-Media-Auszeit ihre Essstörung im Buch "Come back stronger" verarbeitet. Als einen Tiefpunkt nennt sie ein Shooting für ihr Fitness-Magazin, bei dem ihr Manager hinterher mitgeteilt hat, dass die Fotos "nicht zu gebrauchen" seien. Followerinnen hätten sie nach einer Gewichtszunahme auf Instagram u.a. als "Cheating Sophia Thiel" bezeichnet, als aktuelle Fotos von ihr aufgetaucht sind.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Fast 300 Personen haben sich in Berlin wegen Behörden-Diskriminierung beschwert.

Diskriminierung: Knapp ein Jahr nach Einführung des neuen Antidiskriminierungsgesetzes in Berlin haben sich 287 Menschen wegen Behörden-Diskriminierung beschwert. Der "Spiegel" schreibt u.a. von 45 Beschwerden bei der Polizei. Die meisten Beschwerden habe es wegen "rassistischer Zuschreibungen" gegeben, sagt der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt im "Spiegel". An zweiter Stelle kämen Diskriminierungen wegen Behinderung oder Krankheit.
"Spiegel" 19/2021, S. 24 (Paid)

Der “Spiegel” erscheint mit neuer Optik.

Spiegel relauncht seine Heft-Gestaltung. Das neue Layout nimmt dem weißen Schriftzug auf dem Titel seinen schwarzen Schatten, der weiße Rahmen um das Titelbild ist leicht reduziert. Im Heftinneren gibt es weniger Platz für Weißraum und mehr für Fotos. Der Entwurf dafür stammt von Frances Uckermann, die bis 2019 Art Direktorin beim "stern" war. "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann sieht die Neuerungen "bildstärker, solange die Textlänge nicht darunter leidet".
spiegelgruppe.de, devspiegel.medium.com (Werkstattbericht)

Jan Böhmermann überzeugt mit dem “ZDF Magazin Royale”, meint Timo Niemeier.

Zelebriert das Format: Das "ZDF Magazin Royale" von Jan Böhmermann verbindet Unterhaltung und Relevanz, schreibt Timo Niemeier zur letzten Episode vor der Sommerpause. Trotz des Fokus auf journalistische Recherchen habe "man sich eine breite Spielfläche bewahrt, innerhalb derer man so ziemlich alles umsetzen kann, was denkbar ist." Der Wechsel ins ZDF-Hauptprogramm mit weniger Sendezeit habe der Show nicht geschadet, schreibt Niemeier. Es sei gut gewesen, dass sich Böhmermann ein Jahr lang Zeit genommen hat, um das neue Format zu entwickeln.
dwdl.de

Dörte Spengler-Ahrens erklärt die Stärken der Kreativität.

Kreativität gehört zu den Top Skills unserer Zeit, sagt Dörte Spengler-Ahrens, Präsidentin des Art Directors Club. Im "Horizont"-Interview erklärt sie, dass "ein bisschen Wahnsinn" zur kreativen Branche gehört. Menschen bräuchten beim Zusammenleben zwar Regeln, die Branche nehme sich aber auch heraus, Grenzen zu überschreiten und manchmal "Konventionen zu sprengen". Dabei würden Kreative "idealerweise" auch dafür arbeiten, "das Geläufige aufzuwerten, zu stützen und – wenn nötig – zu optimieren".
horizont.net (Paid)

Hör-Tipp: Linked-in ist eine Plattform der “Lobekartelle”.

Hör-Tipp: Auf Linked-in geht es "immer um scheinbar weltbewegende Errungenschaften, die es oft nicht sind", sagt Philipp Alvares de Souza Soares im "Manager Magazin"-Podcast. Er macht das am Beispiel von VW-Chef Herbert Diess fest, der von seinen Kolleginnen – auch für Banales – zuverlässig Lob kassiert. Das sei "manchmal schon fast komisch". Martin Noé prognostiziert: "Alle deutschen Chefs werden Linked-in künftig nutzen."
manager-magazin.de (24-Min-Podcast), turi2.de (Background)

“Junge Welt” sieht sich wettbewerbsrechtlich benachteiligt.

Keiner will das Kapital: Die Junge Welt sieht sich durch die seit 2004 angeordnete Verfassungsschutz-Beobachtung wettbewerbsrechtlich benachteiligt und benennt "in eigener Sache" etliche Konsequenzen. So lehnen etwa Radioanstalten ab, bezahlte Werbespots der Zeitung zu senden, die Verkehrsbetriebe in Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig genehmigen keine "Junge Welt"-Plakate. Auch in öffentlichen Bibliotheken werde die linke Publikation ausgegrenzt: Ihre Webseite sei auf dort zugänglichen Computern oft verboten.
jungewelt.de

Zitat: Stefan Raue findet, Radio ist mehr als nur ein Ausspielweg für Content.

"Die Vorstellung von manch engagierten namenlosen Unternehmensberatern, journalistische Inhalte könnten in einer Art moderner Fabrikhalle Stück für Stück losgelöst von einem Gesamtkonzept und hocharbeitsteilig produziert werden, um dann als Video, Audio oder Text in alle Welt verschickt zu werden, führt zu Programmen, die keiner nutzen, hören und sehen will."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue plädiert in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" für mehr Anerkennung des Radios – das Medium sei mehr als ein bloßer Ausspielweg für Inhalte.
sueddeutsche.de (Paid)

Dennis Aogo zieht sich nach “Vergasen”-Kommentar bei Sky zurück.

Im Abseits: Ex-Fußball-Profi und Sky-Experte Dennis Aogo lässt seine Tätigkeit beim Sender vorerst ruhen. Grund ist seine am Dienstag geäußerte Einschätzung, Manchester City trainiere "bis zum Vergasen". Aogo hatte am Mittwoch eine Nachricht von Jens Lehmann veröffentlicht, in der dieser ihn als "Quotenschwarzer" bezeichnete. Lehmann verlor daraufhin seinen Aufsichtsratsposten bei Hertha BSC Berlin, Sky und Sport1 wollen ihn nicht mehr als Gast einladen.
dwdl.de, t-online.de, turi2.de (Background Lehmann)

RTL entgeht Anklage im Fall von Lynchjustiz nach TV-Beitrag.

RTL: Das Amtsgericht Bremen-Blumenthal eröffnet kein Verfahren gegen einen Reporter und eine freie Mitarbeiterin des Senders. "Punkt 12" hatte 2018 einen Beitrag über vermeintlich Pädophile ausgestrahlt. Ein Mann aus dem im Beitrag gezeigten Wohnblock war daraufhin von einem Lynchmob zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Täterinnen hatten ihn – fälschlicherweise – für den Mann aus dem Beitrag gehalten, dessen Gesicht darin verpixelt war. Das "brutale Vorgehen" sei den Journalistinnen jedoch nicht zuzurechnen, so das Gericht.
dwdl.de, presseportal.de (PM RTL), turi2.de (Background)

Presserat rügt das “Zeit Magazin” wegen Schleichwerbung.

Presserat rügt das "Zeit Magazin" Nr. 41/20 wegen Schleichwerbung in der Titelgeschichte "Alles anders". In sieben Artikel haben Autorinnen über die Zukunft vom Wohnen und Arbeiten berichtet, die jeweils um Illustrationen mit herausgestellten und namentlich genannten Produkten ergänzt wurden. Die Nennungen hätten laut Presserat unterbleiben müssen, um einen werblichen Effekt zu vermeiden. Das "Zeit Magazin" akzeptiert die Rüge.
blog.zeit.de via bildblog.de

Divimove hebt “Sportstudio” für ZDF auf TikTok.

Neue Disziplin: Das Video-Netzwerk Divimove verantwortet den TikTok-Kanal des ZDF-"Sportstudios", meldet "Meedia". Gastgeberinnen des Accounts sind die Boxerin Zeina Nassar (Foto) und Sportjournalistin Magdalena Austermann. Der Kanal soll im EM- und Olympia-Jahr vor allem junge Nutzerinnen erreichen. Bisher zählt er rund 150 Followerinnen. Das älteste Video ist sechs Tage alt.
meedia.de, tiktok.com (@sportstudio.de)

“Bild” wirft dem Jugendformat “STRG_F” Stimmungsmache gegen Israel vor.

Impf-Irritation: Die "Bild" wirft dem Funk-Format STRG_F Stimmungsmache gegen Israel vor. STRG_F hatte vor zwei Tagen eine Reportage veröffentlicht, in der es heißt: "Israel geimpft, Palästina leidet!" Dadurch entstehe der Eindruck, Israel würde Palästinenserinnen den Zugang zu Impfstoffen verweigern oder erschweren. Der Impfstoffmangel in Palästina liege allerdings an der zuständigen Autonomiebehörde, die aufgrund von Geldmangel nicht genügend Dosen kaufen konnte.
bild.de, youtube.com (33-Min-Reportage)

Die “New York Times” meldet 7,5 Mio Abos.

New York Times wächst langsamer: Die US-Zeitung meldet 7,5 Mio zahlende Abonnentinnen, allerdings ist der Zuwachs verglichen mit 2020 deutlich gebremst. In den ersten 90 Tagen 2021 konnte die Zeitung 301.000 neue zahlende Online-Leserinnen gewinnen, im Vorjahr waren es noch 587.000. Bei den neu abgeschlossenen Abos entscheiden sich dabei nur 167.000 Personen für das "Times"-Newsangebot, die restlichen 134.000 Kundinnen bevorzugen das günstigere Koch-, Spiele- und Audioangebot.
nytimes.com (Abo-Zahlen)

Hör-Tipp: Belén Garijo erläutert den Zusammenhang von Inklusion und Quote.

Hör-Tipp: "Wenn du keine inklusive Organisation hast, werden uns Quoten nicht sehr weit bringen," meint Merck-Chefin Belén Garijo im "Die Boss"-Podcast mit Simone Menne. Sie rät jungen Frauen dazu, hart zu arbeiten, ein Netzwerk aufzubauen und nicht zu schnell vorauszustürmen. Außerdem erzählt Garijo von ihrem notgedrungenen Wechsel von der Medizin- in die Pharmabranche.
audionow.de (39-Min-Audio), stern.de

“Medium Magazin”: Volontärinnen berichten von Sexismus in Redaktionen.


Machtmissbrauch: Toxische Führungskulturen, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung sind in deutschen Medienhäusern weit verbreitet, schreiben Eva Hoffmann und Pascale Müller im "Medium Magazin". Während ihrer Recherche melden sich binnen einer Woche 189 Medienschaffende, davon 142 Frauen, um ihre Erfahrungen aus den Redaktionen zu schildern. Aus 25 Interviews geht hervor, dass "kaum eine Redaktion" frei von Problemen sei. Berichtet wird u.a. von der Ansprache erwachsener Frauen als "Mäuschen" oder "Schätzchen" und dem Nutzen des rassistischen Begriffs "Neger". Insbesondere Praktikantinnen und Volontärinnen seien von unangemessenen Berührungen und sexistischen Kommentaren betroffen. Sie berichten besonders häufig von körperlichen Übergriffen. Gemeldete Vorfälle werden laut der Recherche oftmals nicht ernst genommen.

Frauen haben es nach Recherche des "Medium Magazin" schwerer, in Führungspositionen zu gelangen. So habe eine Journalistin Anfang der 2000er trotz zehn Jahren Berufserfahrung keinen Job in der Pressestelle bekommen, mit der Begründung, dass man "keine weiteren Frauen im gebärfähigen Alter" einstellen könne. Eine Redakteurin glaubt an "riesigen strukturellen Sexismus" und fordert, Machtstrukturen neu zu denken, damit sich am Arbeitsklima etwas ändert. (Anmerkung: Das Foto stammt von einer Vorab-Demo zum Weltfrauentag 2021.)
medium-magazin.de (Paid)

Steffen Klusmann beruft Melanie Amann und Thorsten Dörting in die “Spiegel”-Chefredaktion.

Team komplett: Steffen Klusmann, Vorsitzender der "Spiegel"-Chefredaktion, beruft die Leiterin des Spiegel-Hauptstadtbüros Melanie Amann und Blattmacher Thorsten Dörting zu Mitgliedern der Chefredaktion. Beide führen die Funktion zusätzlich zu ihrer bisherigen Tätigkeit aus und ergänzen das Team um Klusmann und Clemens Höges, der seit 2019 Teil der Chefredaktion ist. Der "Spiegel" wolle sich, so Klusmann, zum Superwahljahr 2021 "publizistisch optimal" aufstellen. Amann soll dabei u.a. Einschätzungen zu politischen Streitfragen liefern. Mit Dörtings Expertise will der Verlag die Transformation vorantreiben.
spiegelgruppe.de

Film-Tipp: “Hinter den Schlagzeilen” zeigt Investigativ-Arbeit der “Süddeutschen Zeitung”.

Film-Tipp: Die Doku Hinter den Schlagzeilen gibt Einblick in die Arbeit des Investigativ-Teams der "Süddeutschen Zeitung" um Bastian Obermayer und Frederik Obermaier. Der Film von Daniel Sager beleuchtet u.a. die Recherchen zur Ibiza-Affäre. Heute um 20 Uhr ist Online-Premiere beim Dokfest München @Home, bis zum 23. Mai kann der Film für 6 Euro gestreamt werden.
dokfest-muenchen.de, sueddeutsche.de (Interview Sager), vimeo.com (2-Min-Trailer)

Wir graturilieren: Miriam Krekel wird 44.

Miriam Krekel. Foto: Christian Lohse
Wir graturilieren: Miriam Krekel, Chefredakteurin von Springers "BZ" und Redaktionsleiterin von "Bild" Berlin/Brandenburg, wird heute 44. Am liebsten würde sie zur Feier des Tages viele Freunde auf der Terrasse bewirten. Doch Krekel ist auch dankbar für ihre Familie und feiert stattdessen mit ihrem Mann und den drei Kindern irgendwo in Berlin am Wasser. Das Schönste an der zurückliegenden 12 Monaten ist der Zusammenhalt und die Unterstützung der Menschen in ihrer Redaktion, die "unter völlig neuen Bedingungen auf allen Kanälen berichten und sich dabei inhaltlich selbst übertreffen".

Für das neue Lebensjahr wünscht sich Krekel vor allem, ihren ersten Neffen Lior endlich kennenzulernen. Der Einjährige ist im vergangenen März in Israel während des Lockdowns zur Welt gekommen. Gratulationen sind auf allen Wegen herzlich willkommen, gerne per E-Mail, Linked-in oder Twitter.

RBB muss wegen Streik der freien Mitarbeiterinnen Programm umstellen.

Freie machen frei: Der RBB muss aktuell Programmeinschränkungen hinnehmen, weil etliche freie Mitarbeiterinnen noch bis 5. Mai gegen Sparmaßnahmen demonstrieren. Am Montag- und Dienstagabend sind deswegen alte Ausgaben der TV-Sendung "Zibb" gelaufen, die im kommenden Jahr vom Sender geht. Die RBB-Freienvertretung und 450 Mitarbeiterinnen in diversen Redaktionen unterstützen die Aktion.
tagesspiegel.de, frei-im-mai.rbbpro.de, turi2.de (Background)

Ulrich Wilhelm kritisiert politische Kommunikation in der Corona-Pandemie.


Zu uneindeutig: Ex-BR-Intendant Ulrich Wilhelm vermisst die klare Kommunikation der Politik in der Corona-Pandemie, sagt er im "FAZ"-Interview. Es sei angesichts der sich verändernden wissenschaftlichen Erkenntnisse schwierig, eindeutige Aussagen zu treffen. Zudem beförderten soziale Medien "leicht Missverständnisse und Überzeichnungen". Das Geschäftsmodell von Plattformen wie YouTube und Facebook habe "keinerlei Sensibilität für die Erfordernisse der demokratischen Meinungsbildung" und sei ein "Störfaktor ersten Ranges für unser politisches Modell".

Nicht zum ersten Mal fordert Wilhelm eine eigene digitale Infrastruktur für Europa, "analog zum öffentlichen Straßennetz, das allen offensteht". Der Kontinent sei zu abhängig von amerikanischen und chinesischen Anbietern. Er befürchtet, dass die "Vorherrschaft der Plattformgiganten" akzeptiert werde, anstatt "in die technologische Tiefe zu gehen". Wilhelm vermisst "Gesprächspartner in der Politik, die sich um so langfristige Dinge kümmern" und glaubt, dass die Politik stärker durch die digitale Revolution verändert werde als der Journalismus. Zwar sei die Finanzierung der Medien teils weggebrochen, aber ihre Bedeutung habe "gar nicht so sehr gelitten".
zeitung.faz.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018):

Twitter kauft Adblocking-Dienstleister Scroll.

Twitter übernimmt den Abo-Dienst Scroll, der seinen Nutzerinnen werbefreien Zugang zu teilnehmenden Websites anbietet. Die Medien erhalten im Gegenzug Geld vom Werbe-Blocker, der sich über monatliche Beiträge finanziert. Scrolls Technologie soll im laufenden Jahr in Twitter integriert werden und sein geplantes Abo-Modell unterstützen. Twitter will Verlage, die kostenfreie Artikel zur Verfügung stellen, ähnlich wie Scroll aus Beiträgen seines Abo-Dienstes bezahlen.
blog.twitter.com via t3n.de

Yasmine M’Barek stößt zum Ressort X bei Zeit Online.

Zeit für Zuwachs: Journalistin Yasmine M'Barek heuert bei Zeit Online an. Die 22-Jährige ist ab sofort Teil des vor etwa zwei Jahren eingeführten Ressort X, das sich großen gesellschaftlichen Themen widmet. Schon zuvor hat M'Barek als freie Autorin für Zeit Online geschrieben. Zum Team von Ressortleiter Philip Faigle gehören zudem Annabelle Seubert, Julia Kopatzki und Vanessa Vu.
twitter.com, kress.de (Interview Faigle)