Debatte: Rechtsanwalt Carsten Brennecke verteidigt Verschwiegenheitsvereinbarungen mit Medien.

Stumm gestellt: Verschwiegenheits-Verträge mit Medien­schaffenden sind nicht unüblich, sagt Rechts­anwalt Carsten Brennecke im "Journalist"-Interview. Er hält sie für ein "nützliches Instrument für beide Seiten". So bekämen Journalistinnen zum Beispiel Infos "zu kriminellen Machenschaften". Als "Gegenleistung" müssen sie Details verschweigen, wie die Identität des Straf­täters, den der Anwalt vertritt.
journalist.de

IVW: Zeit Online legt am meisten zu, Bild.de fällt auf Ein-Jahres-Tief.

Weggeklickt: Bild.de verzeichnet im September laut der Klickbilanz des IVWs ein Minus von 9,3 % im Vergleich zum Vormonat und fällt damit erstmals seit einem Jahr unter 400 Mio Aufrufe (396,2 Mio). Bild.de bleibt aber die beliebteste Online-Zeitung. Auch Spiegel.de (-2,6), Focus Online (-3,7) und Welt.de (-3,7) büßen an Reichweite ein. Gewinner ist Zeit Online mit einem Plus von 4,7 % auf 77,3 Mio Visits.
meedia.de

Kress.de: Georg Mascolo hört als Chef des Verbunds von WDR, NDR und “Süddeutscher” auf.

Recherche rum: Der Leiter des Recherche-Verbunds von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung", Georg Mascolo, 56, gibt den Posten ab, bestätigt die Kooperation Kress.de. Er wolle seinen Vertrag auslaufen lassen. Mascolo, von 2008 bis 2013 "Spiegel"-Chefredakteur, macht den Job demnach noch bis März 2022. Eine Nachfolge stehe noch nicht fest. Unter seiner Leitung hat der Verbund u.a. die Panama Papers aufgearbeitet. Mascolo bleibt laut Kress.de Autor bei der "Süddeutschen".
kress.de

Medien-Podcast Flurfunk wird eingestellt.

Vorerst ausgefunkt: Die Journalisten Peter Stawowy und Lucas Görlach legen ihren Medien-Podcast Flurfunk "nach vier Jahren und über 80 Folgen" auf Eis. Auch auf der Website bleibe es ruhig, kündigt Stawowy an. Der Fokus werde auf "1:1-übernommenen Pressemitteilungen und Lesehinweisen" liegen. Stawowy begründet den Rückzug damit, dass sein MDR-Job immer mehr Zeit in Anspruch nehme. Flurfunk sei nach wie vor ein Hobby.
flurfunk-dresden.de

Julia Krittian wünscht sich mehr gesellschaftliche Stimmen in Berichten über Sondierungen.

Was Wählerinnen wollen: MDR-Sprecherin Julia Krittian fordert im "Tagesspiegel" mit Blick auf die Sondierungsgespräche der Parteien "neue Formate der politischen Berichterstattung". Statt "immer gleicher Worthülsen oder inhaltsleerer Betrachtungen" sollten Journalistinnen lieber "Jungwähler, Familien, Kunstschaffende, digital Natives, Bildungs­einrichtungen" zu Wort kommen lassen und damit "gesellschaftliche Erwartungen" spiegeln.
tagesspiegel.de

HR-Chef Manfred Krupp will keine gemeinsame ARD- und ZDF-Mediathek.

Keine Kopplung: HR-Intendant Manfred Krupp lehnt eine Fusion der Mediatheken von ARD und ZDF ab, sagt er der dpa: "Ich bin gegen eine Mega-Einheits­mediathek". Bei Lokalzeitungen mit gemeinsamem Mantel bestehe schließlich auch – trotz Über­ein­stimmungen zum Nachbar­blatt – eine Bindung zur Marke vor Ort. Es gehe darum, Vielfalt zu wahren. Seit Sommer arbeiten ARD und ZDF bei ihren Mediatheken enger zusammen.
horizont.net, turi2.de (Background)

Paul McCartney gibt John Lennon Schuld am Aus der Beatles.

Musikgeschichte: Musiker Paul McCartney, 79, will nicht Schuld sein am Auseinanderbrechen der Beatles – er gibt John Lennon die Schuld. In einem Interview mit der BBC sagt er: "John kam eines Tages in einen Raum und sagte: 'Ich verlasse die Beatles.' Klingt das nach Trennung oder nicht?" McCartney habe 1970 Anwälte eingeschaltet, um das Erbe der Band zu retten.
theguardian.com via spiegel.de

Zitat: Von Elon Musk als Event-Manager könne man noch etwas lernen, sagt Thomas Fromm.

"Power, Party, große Pläne: Dass der Tesla-Chef einen Bau feiern lässt, für den es noch gar keine endgültige Baugenehmigung gibt, das ist ganz große PR-Kunst."

Thomas Fromm von der "Süddeutschen Zeitung" sieht in Elon Musk einen "Event-Impresario", der ganz genau weiß, dass ihn am Ende niemand dazu zwingen wird, "seinen Jahrmarkt wieder einzustampfen".
sueddeutsche.de (Kommentar), sueddeutsche.de (Bericht, Paid)

Zitat: Das Ausbremsen von Interviewten ist eine Kunst für sich.

"Schwätzer zum Schweigen zu bringen, ist für Sender ein uraltes Dilemma. Politiker werden von Geburt an ausgebildet, auszuweichen."

Ed Cumming sinniert im "Guardian" darüber, wie man Interviewte mehr oder minder höflich in ihrem Redeschwall bremsen kann – Hand heben, laut Luft holen, übertrieben nicken? Am Ende die Erkenntnis: "Flucht ist einfacher als Eingreifen."
theguardian.com

Lese-Tipp: Den “Revolverjournalismus” in Österreich gab es schon vor 100 Jahren.

Lese-Tipp: "Auch der Journalist auf Entlohnung von Seite der Personen Anspruch erheben könne, welchen er durch Publizieren, aber auch durch Verschweigen von Mitteilungen Dienste erwiesen habe." Dieser Satz ist rund 100 Jahre alt und doch brandaktuell, denn über eben jene mediale Gefälligkeiten ist Österreichs Kanzler Sebastian Kurz gestolpert. Der "Standard" porträtiert den Zeitungsgründer Imre Békessy, der 1918 die Grundlage für den "Revolverjournalismus" legte.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Debatte: Das Sparprogramm bei Condé Nast ist eine Chance für kleinere Magazine.

Glattgespart: Die Krise von Condé Nast und seinen Mode­magazinen "Vogue" und "GQ" ebnet den Weg für unbekanntere Hefte wie "032c" oder "Achtung Mode", schreibt Alfons Kaiser im "FAZ Magazin". Durch das Sparprogramm wirken die großen Player "konfektioniert" und "beliebig", wohingegen die kleinen Hefte mit Foto­strecken punkten, die "nicht drapiert, arrangiert, retuschiert" sind.
faz.net

Hör-Tipp: Im Deutschen Film fehlt Diversität bei Alter und sexueller Orientierung.

Hör-Tipp: Das Filmmagazin von Deutschlandfunk Kultur beschäftigt sich mit Diversität im deutschen Film. Die Zahl von männlichen und weiblichen Rollen sei inzwischen fast gleichgroß. Mängel gebe es bei der sexuellen Orientierung und beim Alter. Silke Burmester, Journalistin und Gründerin des Portals Palais F*luxx, etwa kritisiert "ein konservatives Bild von Alter". Ältere Menschen, die normal leben, feiern und Sex haben, würden nicht abgebildet.
deutschlandfunkkultur.de (6-Min-Audio)

Meinung: Die Zwei-Manegen-Strategie der ARD ist nicht bis zum Ende durchdacht.

Offline chancenlos: Der ARD-Mediathek blüht der gleiche Fehler, den das Erste schon im linearen Fernsehen macht, schreibt Peer Schader bei DWDL: der "Zwang zur permanenten Formatierung". Nicht der Algorithmus bestimmt in der Mediathek, was prominent oben platziert wird, sondern ein Mensch. Schade befürchtet, dass deshalb nur Formate "maximaler Netflixhaftigkeit" durchgewunken werden, die dann wiederum im TV keine Chance haben.
dwdl.de

DTM und Formel E wechseln von Sat.1 zu ProSieben.

Spurwechsel: ProSiebenSat.1 verschiebt die Übertragungen von DTM und Formel E von Sat.1 zu ProSieben. Senderchef Daniel Rosemann lobt die "sehr gute Entwicklung" der Rennserien und erhofft sich von dem Sender-Wechsel "einen weiteren Impuls". ProSieben erreicht im Durchschnitt mehr junges Publikum, liegt beim Gesamt-Publikum aber deutlich hinter Sat.1.
presseportal.de, dwdl.de

Zahl des Tages: Doppelt so viele Studierende sind durch Corona internetsüchtig.

Zahl des Tages: Laut "FAS" galten 7,8 % der Studierenden im Sommer 2020 als internetsüchtig, sagt eine Untersuchung der Uni Mainz. Das sind doppelt so viele Studienteilnehmer wie im Jahr zuvor. Matthias Anbuhl vom Deutschen Studentenwerk sagt, die negativen Auswirkungen dreier Digitalsemester "lassen sich nicht mit einem Präsenz­semester beheben".
"FAS", S. 1 (Paid)

Basta: Indiens Transportminister will Autohupen durch Melodien ersetzen.

Ampel-Party: Indiens Transportminister will den tosenden Straßenlärm erträglicher machen und Lieder als Ton für Autohupen per Gesetz erlauben. Er schlägt persönlich ein Stück vor, "das er im Radio gehört" hat. Hoffen wir, dass Andreas Scheuer nicht beim nächsten DJ-Versuch auf die gleiche Idee kommt – sonst ballert bald schwedische House-Musik durch unsere Gassen.
faz.net

Zitat: Journalismus ist im Internet quasi verschwunden, sagt Martin Andree.

"Wenn Onlineartikel nicht mehr gelesen werden, ist es so, als würden sie nicht existieren. Diese Entwicklung wird sich gnadenlos weiter fortsetzen."

Der Medienwissenschaftler Martin Andree nennt die Situation des Onlinejournalismus in der "FAS" "alarmierend". Die Nutzungszeiten von Online-Medien seien im Vergleich zu Plattformen wie YouTube "mikroskopisch gering".
"FAS", S. 39 (Paid)

Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa attackiert Facebook.

Öl ins Feuer: In einem ihrer ersten Interviews nach der Auszeichnung mit dem Friedens­nobelpreis bezeichnet die philippinische Journalistin Maria Ressa Facebook als eine "Gefahr für die Demokratie". Das Netzwerk ziehe die "Verbreitung von Lügen, die mit Wut und Hass durchsetzt sind", Fakten vor. Damit könnten "existenzielle Probleme" wie Klimakrise und Corona-Pandemie nicht gelöst werden.
reuters.com, derstandard.de, turi2.de (Background)

Sebastian Kurz tritt wegen Verdachts der gekauften Berichterstattung zurück.


Halber Rückzug: Wegen des Vorwurfs gekaufter Medien­bericht­erstattung tritt Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz zurück. "Ich möchte Platz machen, um Stabilität zu gewährleisten", sagt er am Samstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Er wolle weiterhin ÖVP-Chef bleiben, für das Kanzleramt schlägt er den bisherigen Außenminister Alexander Schallenberg vor. Die Staats­anwaltschaft ermittelt gegen Kurz und Mitglieder seines Teams wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Untreue. Sie sollen sich mit Anzeigen positive Bericht­erstattung in Medien wie "Kronen Zeitung" und "Österreich" erkauft haben.

Laut Nachrichtenagentur APA will Kurz eine Aufhebung seiner Immunität beantragen, damit die Ermittlungen fortgesetzt werden und er seine Unschuld beweisen kann. Der "Spiegel" schreibt deshalb, der Rücktritt sei "eher ein Schritt zur Seite als einer zurück". "Offenbar hat Kurz gar nicht vor, die Fäden aus der Hand zu geben", schreibt auch Michael Völker im "Standard". Dabei sei Kurz für viele Österreicher nicht mehr haltbar, da er "ganz offensichtlich ein moralisches Manko hat".

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bedauert bei Twitter den Rücktritt des österreichischen Kanzlers, hält ihn aber für "den richtigen Schritt". Jan Böhmermann, der schon vor einigen Wochen Anspielungen zu den Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gemacht hatte, orakelt mit einem Zombie-Gif Kurz Wiederkehr "in drei Monaten". (Foto: Georg Hochmuth / APA / Picture Alliance)
oe24.de, spiegel.de (Paid), derstandard.at, twitter.com (Tweet Poschardt), kurier.at, twitter.com (Tweet Böhmermann)

Lese-Tipp: Die “FAZ” besucht eine TikTok-Villa auf Ibiza.

Lese-Tipp: Acht Influencerinnen leben in einer Villa auf Ibiza den "Traum einer ganzen Generation", schreibt die "FAZ" nach einem Besuch. Doch die Momente "routiniert gespielter guter Laune" mit Tänzen, Akrobatik und Modenschau für die App TikTok sind nur die virtuelle Wirklichkeit. Es herrscht "ein strenges Regiment" bis bis zu 14 Stunden Arbeit am Tag.
faz.net (Paid)

“Spiegel”: LKA-Beamter aus Sachsen könnte Interna an rechtes “Compact”-Magazin gegeben haben.

Der "Spiegel" wirft einem Polizisten des Landes­kriminal­amts Sachsen vor, Ermittlungs­interna an das rechte "Compact"-Magazin gegeben zu haben. Der auf linke Straftaten spezialisierte Ermittler soll laut Magazin rufschädigende Details über einen Sach­bearbeiter des Leipziger Bau-Amtes durchgestochen haben – offenbar wegen einer Nachbarschafts-Fehde. Die Staats­anwaltschaft Chemnitz ermittelt wegen des möglichen Verrats von Dienst­geheimnissen.
spiegel.de (Paid), welt.de

Debatte: Ehemaliger Vize-Regierungssprecher Georg Streiter wettert gegen Gabor Steingart.

Streiter streitet: Georg Streiter, von 2011 bis 2018 Vize-Regierungs­sprecher, bezeichnet Gabor Steingart in einem Blog-Eintrag als "Heuchler". Steingarts Vorwürfe, die Medien würden Armin Laschet nieder­schreiben, klingen "angesichts seiner eigenen Vergangenheit" wie Hohn. Steingart habe früher beim Handelsblatt" selbst "die nieder­trächtigsten Stories" über SPD-Politiker Martin Schulz geschrieben, so Streiter.
georgstreiter.de

Hör-Tipp: Haltungsjournalismus beeinflusst die Wählerinnen nur bedingt, aber Applaus muss nicht sein.

Hör-Tipp: Im Podcast der Hans-Seidel-Stiftung diskutieren die Journalisten Andreas Bachmann (Foto) und Christian Jakubetz darüber, ob sich Medien im Wahlkampf zu sehr auf eine politische Seite schlagen. Bachmann sagt, die Wahl habe gezeigt, dass die Menschen nicht zwangsweise denjenigen wählen, "der auf dem Titel" abgedruckt ist. Jakubetz findet es unmöglich, wenn Moderatorinnen Politikerinnen nach einem Interview beklatschen, wie bei ProSieben geschehen.
hss.de (24-Min-Audio)

Meinung: Die Sperrung von RT Deutsch bei YouTube war ein Fehler, sagt Roland Bathon.

Fake News vs. Pressefreiheit: Osteuropa-Journalist Roland Bathon kritisiert YouTube dafür, den Kanal von RT Deutsch wegen Fake News gesperrt zu haben. Er halte es für einen "restriktiven politischen Akt" eines Unternehmens, "das gerne Vielfalt und Toleranz preist". Die Gesellschaft müsse auch Inhalte wie die des "Putin-Senders" im Sinne der Meinungsvielfalt aushalten. "Sonst müsste man auch eine Zeitung wie 'Bild' sanktionieren", schreibt er im "Freitag".
freitag.de, turi2.de (Background)

“Welt”: Minderjährige konnten bei der Bundestagswahl ihre Stimmen abgeben.

Pannenherd Berlin: Bei der Bundestagswahl konnten Minderjährige in der Hauptstadt per Briefwahl mit abstimmen, schreibt die "Welt". Die Sicherheitslücke entstand durch die gleichzeitig stattfindenden Bezirkswahlen und die Volksabstimmung über die Enteignung großer Wohnungsunternehmen, bei denen bereits 16-Jährige mitmachen durften. Einige Jugendliche hätten demnach zusätzlich die Stimmzettel für die Bundestagswahl per Post erhalten. Das erforderliche Aussortieren dieser Zettel in den Wahllokalen ist dann "offenbar nicht überall geschehen".

Laut Bericht hatte der Bundeswahlleiter die "Verantwortlichen" in Berlin im Vorfeld gewarnt. Die Landeswahlleiterin wird mit der Aussage zitiert, ihr seien keine offiziellen Berichte bekannt, bei denen 16- bis 18-Jährige unberechtigt abgestimmt hätten. Aber: "Allein unserer Redaktion sind mehrere Jugendliche bekannt, die Wahlzettel für die Bundestags- und Abgeordnetenhauswahlen sowie für die Volksabstimmung erhielten", so die Autoren.
welt.de (Paid)

Weiteres Ministerium räumt illegales Microtargeting nach Böhmermann-Recherche ein.

Erwischt, die zweite: Das von den Grünen geführte Umweltministerium in Rheinland-Pfalz räumt ein, mit Facebook-Anzeigen gezielt Grünen-Anhänger umworben zu haben. Laut SWR wurde diese verfassungswidrige Methode drei Jahre lang angewendet. Sie wurde erst kürzlich beendet, nachdem das "ZDF Magazin Royale" um Jan Böhmermann auf das illegale Microtargeting aufmerksam gemacht hatte. Das Bundes­arbeits­ministerium hatte sich vor wenigen Tagen von einem Werbe­dienstleister getrennt, weil dieser ebenfalls Facebook-Anzeigen speziell an Partei-Mitglieder ausgespielt hatte, in diesem Fall SPD.
swr.de, turi2.de (Background)

BBC entschädigt nach 25 Jahren Hinweisgeber im Diana-Skandal.

Späte Entschuldigung: Rund 25 Jahre nach einem TV-Interview mit Prinzessin Diana entschädigt die BBC einen Grafikdesigner, der auf die unlauteren Methoden des Interviews aufmerksam gemacht hatte. Matt Wiessler hatte 1995 erkannt, dass der BBC-Journalist Martin Bashir gefälschte Dokumente nutzt, um Zugang zu Diana zu erhalten. Daraufhin wurde der befristete Vertrag des Hinweisgebers nicht mehr verlängert. Laut "Telegraph" beläuft sich die Entschädigung auf rund 750.000 Pfund.
spiegel.de

Video-Tipp: ARD zeigt Doku über die Arbeit von Friedensnobelpreis-Trägerin Maria Ressa.

Video-Tipp: Die Doku "Die Unbeugsamen" zeigt die Arbeit von von Friedensnobelpreis-Trägerin Maria Ressa und ihrem Recherche-Team auf den Philippinen, wo sie die Morde an Tausenden Drogenabhängigen und Unbeteiligten aufdecken. Der Film erschien bereits 2020 bei Arte und ist nun in der ARD-Mediathek verfügbar.
ardmediathek.de (85-Min-Video), turi2.de (Background)

Zitat: Deutsche Medien müssen Diversität abbilden, um zu überleben, sagt Ferda Ataman.

"Viele Entscheider*innen in Medienhäusern denken offenbar immer noch, ihr Publikum sei so: weiß, binär-geschlechtlich, heterosexuell, ohne Behinderung, konservativ und nicht feministisch. Aber das ist falsch."

Deutsche Medien dürfen Diversität nicht als "Charity-Projekt" betrachten, sagt Ferda Ataman. Diese sei notwenig, um den "Anschluss an die Gesellschaft nicht zu verpassen".
uebermedien.de

Meinung: “The Guardian” vergleicht Facebook mit Waffen-, Alkohol- und Tabakindustrie.

Uneinsichtiger Riese: Facebook ist ähnlich gefährlich und unnachgiebig wie die Tabak-, Waffen- und Alkoholindustrie, schreibt Jonathan Freedland im "Guardian". Die Politik solle Einblick in die Algorithmen von Facebook fordern, um "zu enthüllen, was das Unternehmen bereits über sich selbst weiß": dass es davon lebt, "Wut zu schüren und zu nähren".
theguardian.com

Hör-Tipp: Precht und Lanz sprechen über den Wandel der Arbeitswelt.

Hör-Tipp: Markus Lanz und Richard David Precht diskutieren in ihrem Podcast den Wandel von einer Arbeits- hin zu einer Sinngesellschaft. Zum Einstieg berichtet der ZDF-Moderator, wie er einst als Tellerwäscher an einer Raststätte angefangen und sich zum Tankwart hochgearbeitet hat. Precht erzählt, wie er früher bei Haribo mit ganzem Körpereinsatz Zuckerzeug in Himbeerform herstellte und praktisch eins wurde mit dem Puderzucker.
open.spotify.com (69-Min-Podcast)

Die “taz” baut ihre Wochenend-Ausgabe aus und will künftig zur Wochenzeitung werden.

Aufwärm-Übung: Die "taz" erscheint diesen Samstag erstmals als erweiterte Wochenend-Ausgabe mit vier zusätzlichen Politik-Seiten. Co-Chefredakteurin Barbara Junge sagt im Meedia-Interview, das ist der erste Schritt zum Relaunch als Wochenzeitung "im kommenden Herbst". Perspektivisch soll die gedruckte Ausgabe unter der Woche wegfallen, allerdings "nicht vor 2023".
meedia.de (Paid), taz.de

Friedensnobelpreis geht an Maria Ressa und Dmitri Muratow.


Prämierte Pressefreiheit: Das norwegische Nobelkomitee investiert eine knappe Million Euro in die Pressefreiheit. So hoch ist das Preisgeld für den Friedensnobelpreis, der in diesem Jahr an zwei prominente Köpfe aus dem Journalismus geht. Maria Ressa ist Journalistin von den Philippinen. Sie hat 20 Jahre lang für CNN International gearbeitet und ist heute Chefin des Online-Mediums "Rappler", das u.a. kritisch über die Arbeit der philippinischen Regierung berichtet. Ressa ist mehrfach für ihre Arbeit inhaftiert worden. Dmitri Muratow ist Chefredakteur der "Nowaja Gaseta", einer der letzten unabhängigen Zeitungen in Russland. Er kritisiert u.a. die Einmischung der Regierung in Berichterstattung. Der Kreml hat ihm zum Nobelpreis gratuliert, er sei "talentiert" und "mutig".

"Freier, unabhängiger und faktenbasierter Journalismus dient dem Schutz vor Machtmissbrauch, Lügen und Kriegspropaganda", begründet Berit Reiss-Andersen, Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees, die Entscheidung. Das Gremium will den Preis als Lanze für Presse- und Meinungsfreiheit verstanden wissen: "Freier, unabhängiger und faktenbasierter Journalismus dient dem Schutz vor Machtmissbrauch, Lügen und Kriegspropaganda". Ressa und Muratow stünden "stellvertretend für alle Journalisten, die dieses Ideal verteidigen".

"Sie verkörpern in ganz besonderer Weise den Kampf für die Unabhängigkeit des Journalismus", schreibt Michael Rediske, Vorstandsprecher von Reporter ohne Grenzen. "Es ist eine starke Botschaft in einer Zeit, in der Demokratien weltweit durch Desinformation und Hassrede bedroht werden." Ähnlich kommentiert "Monitor"-Chef Georg Restle bei Twitter: Die Auszeichnung "kommt zur richtigen, weil schweren Zeit für unabhängigen, regierungskritischen Journalismus weltweit". DJV-Chef Frank Überall empfindet den Preis als Ohrfeige für "Autokraten und Presseunterdrücker". "Dass sich das Nobelpreiskomitee erstmals für Journalisten als Preisträger entschieden hat, unterstreicht die Bedeutung der Pressefreiheit." Investigativ-Journalist und Netzwerk-Recherche-Chef Daniel Drepper wertet die Ehrung als "ein starkes Signal für den Journalismus und die Pressefreiheit weltweit". (Fotos: dpa)
tagesschau.de, spiegel.de, t-online.de, reporter-ohne-grenzen.de, twitter.com (Restle), djv.de, netzwerkrecherche.org

Jan Josef Liefers schreibt in “Bild” über Einsatz auf Corona-Intensivstation.

Praktikumsbericht: Schauspieler Jan Josef Liefers schreibt in einem Gastbeitrag in der "Bild" über seinen Einsatz auf einer Corona-Intensivstation. Alle Patienten seien "dem Tod näher als dem Leben", "alle jung" und "alle ungeimpft". Er befürworte die Impfung für Erwachsene, überlasse aber jedem die Entscheidung selbst. Liefers hatte sich nach Kritik an #allesdichtmachen bereiterklärt, eine Corona-Intensivstation zu besuchen.
bild.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Francoise Brougher spricht über Sexismus im Silicon Valley.

Hör-Tipp: Die frühere Pinterest-COO Francoise Brougher berichtet im Podcast von Sebastian Matthes von ihren Sexismus-Erfahrungen im Silicon Valley. Pinterest nennt sie einen "Boys Club" – als sie sich dagegen wehrte, bei wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen zu werden, wurde sie gefeuert. Nachdem sie ihre Erfahrungen öffentlich machte, zahlte Pinterest ihr 20 Mio Dollar Entschädigung.
open.spotify.com (35-Min-Podcast)

RTL verlegt das “Dschungelcamp” nach Südafrika.

RTL sendet sein "Dschungelcamp" im Januar aus Südafrika statt aus Australien. Grund ist der anhaltende Corona-Lockdown in Down Under. Die 15. Staffel der Sendung soll in der Nähe des Kruger-Nationalparks entstehen. Dass Südafrika – anders als Australien – Deutschland im Winter nur eine Stunde voraus ist, könnte sich allerdings auf die Tageszusammenfassungen in der Show auswirken.
presseportal.de

Rezo hat ein gefährliches Verständnis von Journalismus, schreibt Curd Wunderlich.

Gefährliches Halbwissen: Rezo hat ein falsches Verständnis von Journalismus, moniert Curd Wunderlich in der "Welt". Der YouTuber halte Journalismus nur dann für wertvoll, wenn er beeinflussen will. Das sei aber nicht die Aufgabe der Medien, stattdessen gelte es die Meinungs­bildung zu unterstützen. Dass Rezo dies falsch verstehe, sei "gefährlich", weil "Jugendliche und junge Erwachsene sein Videoangebot als Ersatz für traditionelle Medien" nutzen.
welt.de (Paid)

Beschwerden über die Medien wegen Gesprächs-Leaks sind unangebracht, schreibt Steffen Grimberg.

Schuldzuweisung: Leaks aus den Sondierungs­gesprächen sind das Problem der Politik, nicht des Journalismus, schreibt Steffen Grimberg. Wer Medien vorwirft, zugespielte Infos zu verwenden, "zäumt das Pferd von hinten auf". Früher seien Durch­stechereien substanzieller gewesen, heute "gibt's oft nur schlichte Sätze, die Julian, Paul und Co vom Handy ablesen".
taz.de

ARD begleitet “Tatort” und “Polizeiruf” mit Podcast.

Krimi aufs Ohr: Die ARD stellt seinen Serien "Tatort" und "Polizeiruf 110" einen Podcast zur Seite. "Sonntag 20.15 Uhr" startet am 17. Oktober und erscheint jeden Sonntag. Die Moderatorinnen Visa Vie und Philipp Fleiter greifen jeweils gemeinsam mit Expertinnen die Kriminalfälle der beiden Serien auf. In der ersten Folge zum Dresdner "Tatort - Unsichtbar" geht es um Stalking.
presseportal.de

Debatte: ZDF-Format “Das Zockerhaus” bedient schwulenfeindliche Klischees.

Kein Fairplay: Journalistin Clara Meyer sieht "schwulenfeindliche Entgleisungen" bei dem ZDF-Format "Das Zockerhaus". In der Gaming-Show, die in dem Jugendprogramm ZDFtivi läuft, müssen Jungen sich als Strafe die Nägel lackieren oder Kleider tragen. Die Show-Teilnehmer, Frauen und Homosexuelle würden durch die Bestrafungen herabgesetzt, kritisiert der Verein klische*esc.
sueddeutsche.de via bildblog.de