Zitat: Ohne Eltern in den Redaktionen wird Journalismus einseitig, warnt Marina Weisband.

"Nach und nach wird es wieder Events geben, von denen es zu berichten gilt. Wer wird dort hinfahren? Nicht die Journalistin, die auch Mutter eines kleinen Kindes ist."

Ex-Piraten-Politikerin Marina Weisband warnt davor, Journalist*innen, die ihre Kinder Corona-bedingt zuhause betreuen müssen, bei Debatten zu vergessen. Mit ihnen fehle "die Stimme der Menschen, die die nächste Generation ganz genau vor Augen haben".
deutschlandfunk.de

Spiegel-Spitze soll sich das Gehalt kürzen, um Jobs zu sichern.

Spiegel diskutiert intern über einen "Spiegel-Soli", bei dem 50 Spitzenverdiener*innen des Verlags freiwillig auf einen Teil ihrer Bezüge verzichten sollen, liest Gregory Lipinski aus einer Mitteilung des Betriebsrats. Das soll die Jobs anderer Arbeitnehmer*innen im Haus sichern. Als eine der ersten Redaktionen könnte das Team von "Spiegel TV" künftig in Kurzarbeit gehen.
meedia.de

Studie: Lösungsorientierung kann Journalismus “nachhaltig verändern”.

Konstruktiver Journalismus, der Problemlösungen präsentiert statt bloß Fakten wiederzugeben, trifft in Redaktionen in Deutschland noch auf Skepsis, legt eine qualitative Befragung der Otto Brenner Stiftung nahe. Dabei kann es die Negativität im Nachrichtengeschäft aufbrechen, wenn das Publikum von Zukunftsperspektiven und Lösungsvorschläge erfährt, glauben die Autoren der Studie. Negativ-Übertreibungen "vergifteten" das politische Klima.
otto-brenner-stiftung.de

CNN greift mit erstem tschechischen Ableger nach Mitteleuropa.

CNN Logo 150CNN will seinen Einfluss in nicht-englischsprachigen Ländern ausbauen, beobachtet Kilian Kirchgeßner. In Tschechien hat der US-Sender zusammen mit dem Fernsehsender "Prima" den Nachrichtenkanal "CNN Prima" gestartet. Weltweit verfolge er eine Art Franchise-Strategie. In Mitteleuropa ist die Kooperation die erste ihrer Art. "CNN Prima" soll sich über Werbung finanzieren.
deutschlandfunk.de, cnn.iprima.cz

Französische Behörden ermitteln nach Belästigungsvorwürfen einer WDR-Journalistin gegen Ex-Präsidenten.

Frankreich: Wegen sexueller Belästigung ermitteln die Behörden gegen den ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing (Foto). Ann-Kathrin Stracke, Journalistin beim WDR, wirft Giscard d'Estaing vor, ihr 2018 nach einem Interview in Paris mehrmals ans Gesäß gefasst zu haben. Stracke hatte daraufhin gegen den 94-Jährigen Strafanzeige gestellt. Laut seinem Anwalt erinnert sich Giscard d'Estaing nicht an den Vorfall.
zeit.de, wdr.de (Anzeige wegen sexueller Belästigung)

“Zeit” verpasst sich neuen Claim und will “anders” sein.

Zeit wirbt ab Mitte Mai mit dem übersichtlichen Claim "Die Zeit ist anders" für sich. "Früher sagte man uns nach, wir seien ein etwas oberlehrerhaftes Blatt für Studienräte und Zahnarztgattinnen", sagt Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im "W&V"-Interview. Jetzt wolle der Verlag zeigen, dass sich die Zeitung in den letzten 20 Jahren "erheblich verändert" habe. Der alte Werbespruch lautete: "Genießen Sie die Zeit."
zeit-verlagsgruppe.de, wuv.de (Paid)

Gabor Steingarts Media Pioneer startet sein Abo-Modell.


Die Fahrkarten, bitte: Media Pioneer, das Medien-Startup von Gabor Steingart, startet heute sein bereits zu Beginn angekündigtes Bezahlmodell. Abonnenten bekommen Zugang zu verschiedenen Briefings, Podcasts, Live-Streams und Grafiken. Sie entscheiden selbst, wie viel sie monatlich zahlen wollen: Der reguläre Satz beträgt 25 €, für beispielsweise Student*innen gibt es einen ermäßigten Satz von 10 €. Abonnent*innen können aber auch freiwillig mehr geben und monatlich 50 € zahlen. Zudem gibt es eine 833 € teure Förder-Mitgliedschaft, die "exklusive Vorteile" verspricht, diese aber nicht konkret benennt.

Herzstück des Abonnements ist der neue werktägliche Newsletter "Hauptstadt Briefing", in dem Michael Bröcker und Gordon Repinski hinter die Kulissen des Berliner Politikbetriebs blicken wollen. Der Newsletter ist heute zum ersten Mal erschienen, zur Premiere noch kostenlos. Club-Mitglieder sollen zudem das Redaktionsschiff Pioneer One besuchen können, das ab dem 18. Mai in Berlin kreuzen wird. Das Morning Briefing von Gabor Steingart selbst soll nicht Teil des Abos werden und weiterhin kostenlos abonnierbar bleiben.
wuv.de, horizont.net, thepioneer.de (Newsletter und Anmelde-Funktion mit Preisen)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Gabor Steingart baut ein Podcast-Imperium ohne Werbung. (04/2019)

Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, schreibt für Russia Today.

Russia Today heuert Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, als Kolumnistin an. Kneissl hat sich zuletzt öffentlich beschwert, trotz null Einkommen wegen der Krise kein Geld aus dem Härtefallfonds für Selbstständige zu bekommen. Ihre erste Kolumne bei RT dreht sich um die Zukunft des Autos. Putin war 2018 Ehrengast bei Kneissls Hochzeit.
derstandard.de, sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Kai Gniffke, Klaus Meier und Bernhard Pörksen diskutieren zum Journalismus zu Corona.

Hör-Tipp: Bei SWR2 diskutieren SWR-Intendant Kai Gniffke (Foto) sowie die Medienwissenschaftler Klaus Meier und Bernhard Pörksen zum Journalismus über Corona. Alle diagnostizieren, dass in der ersten Phase vor allem Experten aus der Virologie zu Wort kamen und das Fachwissen in den Redaktionen fehlte. Klaus Meier kritisiert, dass die Distanz zur Politik zu Beginn gering war. Bernhard Pörksen findet, es sei eine Diskussionslücke entstanden, weil Medien ihren Blick zu spät über die Einschränkungen hinaus geweitet haben.
swr.de (44-Min-Audio)

Zitat: Natalie Amiri hofft auf ein entschleunigtes Leben nach Corona.

"Wenn sich die Welt ein bisschen weniger schnell dreht, vielleicht müssen wir dann auch weniger gehetzt für die nächsten Schlagzeilen und Titel sorgen."

Natalie Amiri, ehemalige ARD-Korrespondentin in Teheran und Weltspiegel-Moderatorin, wünscht sich im Medienmagazin "Mediasres", dass die Corona-Krise die Wirtschaft zur Vernunft und die Menschen zur Ruhe bringt.
deutschlandfunk.de (2-Min-Audio)

Zahl des Tages: 6 von 10 Journalist*innen berichten von Hass-Reaktionen.

Zahl des Tages: Insgesamt 6 von 10 Journa­list*innen haben innerhalb eines Jahres mindestens eine hasserfüllte Reaktion auf ihre Arbeit erhalten, zeigt eine anonyme Befragung der Uni Bielefeld mit dem Mediendienst Integration. Die Zahl ist gegenüber 2017 gestiegen. 84 % der Betroffenen verorten die Hass-Reaktionen im rechten politischen Spektrum. Je rund 16 % der 322 Befragten berichten von körperlichen Angriffen oder Morddrohungen.
sueddeutsche.de, mediendienst-integration.de

Opposition will Geld für Presse und privaten Rundfunk locker machen.

Medienvielfalt: Grüne und Linke wollen Presse und privaten Rundfunk mit Corona-Hilfsgeldern unterstützen, um weggebrochene Werbeeinnahmen abzufedern, berichtet "Zapp". Das Geld soll u.a. in Technik und Zeitungszustellung fließen. Um die Verteilung kann sich ein "staatsfernes und politisch neutrales" Gremium kümmern, schlagen die Grünen vor. Bestehende Hilfsprogramme kämen der Medienbranche nicht ausreichend zugute.
ndr.de

Französische Medien wehren sich gegen Qualitätsprüfung der Regierung.

frankreichFrankreich: 32 Redaktionen bekannter Medienhäuser fordern die Regierung in einem offenen Brief dazu auf, die Auswertung und öffentliche "Zertifizierung" von Medienberichten über Corona zu stoppen, berichtet Michaela Wiegel. Die Journalist*innen stellen in dem Schreiben klar, dass die Presse unabhängig ist. Die Regierung empfiehlt auf ihrer Homepage ausgewählte Medienbeiträge – offiziell, um vor Fake News zu schützen.
faz.net (Paid)

Ziztat: Marietta Slomka fragt hart nach, will Politiker aber nicht unbedingt schlecht aussehen lassen.

"Es geht mir immer darum, Dinge zu hinterfragen. Insofern ist ein gelungenes Interview das, was dem Zuschauer Erkenntnisse bringt. Und sei es die Erkenntnis, dass es auf manche Fragen keine Antworten gibt."

Marietta Slomka, Moderatorin des heute-Journals", sagt im "Journalist"-Interview, dass sie trotz harter Nachfragen, nicht darauf hofft, dass ein Politiker im Interview schlecht dasteht.
"Journalist" 5/2020, S. 20 - 25 (Paid), journalist.de (Kurzfassung)

Weitere Zitate aus dem Interview:

"Claus Kleber und ich begegnen uns im Moment gar nicht mehr, damit zumindest einer immer einsatzbereit ist. Wir haben uns vergangene Woche nur einmal von ganz, ganz Weitem zugewunken."

"Natürlich zeigen die Öffentlich-Rechtlichen im Moment, welchen Wert sie haben. Wobei ich es jetzt ein bisschen zynisch fände zu sagen: 'Oh wie toll, das ist ja ein prima Marketing für uns.'".

"Leute, die sonst vielleicht nicht oft ARD oder ZDF sehen, gerade jüngere Leute, haben offenbar das Gefühl: Hier kriegen wir ziemlich seriös durchdachte, sortierte und überprüfte Nachrichten und Einordnungen."

Springer, Funke und Bauer holen erste Mitarbeiter zurück aus dem Home Office.

Zurück ins Office Office: Springer und Funke holen erste Mitarbiter*innen wieder in den Verlag - zunächst maximal 20 % der Belegschaft, berichtet Meedia. Bei Springer beginnen die Bereiche, die "nachweisbar produktionskritisch" sind oder im Mobile Office "deutlich weniger effizient" arbeiten, als im Büro. Bei Funke kehren auch Teile der Redaktion zurück, bei Bauer ein Teil aller Abteilungen. Beim "Spiegel" dagegen bleibt die Belegschaft im Home Office.
meedia.de

Meinung: Es war ein Fehler, Rezo den Nannen-Preis zu verleihen.

Rezo-Zerstörung: Rezo mit dem Nannen-Preis auszuzeichnen, ist "verantwortunglos unserer Zunft gegenüber", kommentiert Ben Krischke. Es sei verdient, den CDU-Zerstörer mit Preisen auszuzeichnen – jedoch nicht mit der "größten Auszeichnung, die ein Journalist in Deutschland erhalten kann". Rezo sei kein Journalist, weil er nicht "journalistisch sauber" arbeite. Der Nannen-Preis für ihn bringe aber nun viele Journalist*innen in Erklärungsnot, die genau dies täten.
meedia.de, turi2.de (Background)

Zitat: Marlis Prinzing wundert sich über die Corona-App in den Medien.

"Zu Wort kommen offenbar nur Personen, deren Positionen zur Tendenz des Berichts passt."

Journalistik-Professorin Marlis Prinzing wundert sich im "Tagesspiegel" über die Berichterstattung zur Corona-App. Sie glaubt, dass viele Medien es "kaum erwarten" könnten, bis die App da sei, und fast ohne Gegenstimmen berichteten, "als sei sie unsere letzte Rettung".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Angriff auf ZDF-Team war laut Polizei nicht spontan.

heute Show: Die Attacke auf ein ZDF-Team ereignete sich nicht spontan, davon gehen Ermittler*innen nach der Anhörung von Zeug*innen aus. Die mutmaßlichen Täter*innen seien "dem linken Spektrum zuzuordnen", teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Innenminister Horst Seehofer verurteilte den Angriff scharf. Der dpa sagte er, der Staat habe zu garantieren, dass Pressefreiheit jederzeit und überall gewährleistet sei.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meinung: “NZZ” predigt bei der Dividenden-Ausschüttung Wasser, trinkt aber Wein.

NZZ fordert in ihrer Berichterstattung Zurückhaltung bei den Divi­denden­, zahlt aber 8 Mio Franken an ihre Aktionär*innen, beobachtet Johannes Ritter in der "FAZ". Der Verlag hatte zuvor Kurzarbeit beantragt. "Für unsere Zeitung ist das ein Armutszeugnis", sagt ein anonymer Mitarbeiter. "Wir können doch nicht gegen Staatsbeteiligungen und Subventionen wettern und dann selbst die Hand aufhalten."
faz.net

Festgenommene sind nach dem Angriff auf das “heute-show”-Team wieder frei.


Ohne Haftbefehl: Nach dem Angriff auf ein Kamerateam der "heute-show" am 1. Mai in Berlin sind die sechs Festgenommenen wieder frei, berichten dpa und ZDF. Ein Haftbefehl ist laut Generalstaatsanwaltschaft nicht erlassen worden. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte am Samstagmorgen im RBB Inforadio, dass der Staatsschutz in der Sache ermittele. Slowik sprach von einem "wirklich feigen Angriff" von circa 20 Vermummten. Sechs Personen mussten nach dem gewaltsamen Übergriff im Krankenhaus behandelt werden, sind laut ZDF inzwischen aber wieder zuhause. "Sie sind mit Totschlägern auf das Team los", beschreibt der Chef der beteiligten Produktionsfirma TV United, Harald Ortmann, dem ZDF die Situation. Wie einige Personen in Deutschland mit den Medien umgingen, finde er "alarmierend".

Kabarettist Abdelkarim hatte am 1. Mai bei der Demo gegen Corona-Maßnahmen in Berlin für die "heute-show" Interviews geführt, das Kamerateam sowie Security-Leute begleiteten ihn. Er blieb unverletzt. Auf Twitter stellte Abdelkarim klar: "Weil es wirklich Menschen gibt, die das glauben: Der Angriff war nicht inszeniert." Man müsse "nicht auf alles mit einer Verschwörungstheorie reagieren". ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler mahnte vor dem Hintergrund des Angriffs, dass Pressefreheit "gerade in diesen Tagen" ein hohes Gut sei. Der DJV sieht in dem Vorfall einen "Angriff auf die Pressefreiheit". Hintergründe zum Motiv sind derzeit noch unklar, die Polizei geht aber von politischen Beweggründen aus.
zdf.de, rnd.de (Freilassungen), rnd.de (Motive) inforadio.de (6-Min-Audio, Barbara Slowik), twitter.com (Abdelkarim), twitter.com (DJV), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Süddeutsche” zeigt grafisch, wie frei die Presse weltweit ist.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche" hat die Daten von Reporter ohne Grenzen zur weltweiten Lage der Pressefreiheit in übersichtliche Grafiken gegossen. Sie zeigen zum Beispiel, dass derzeit insgesamt 359 Medienschaffende in Ländern wie Saudi-Arabien oder China im Gefängnis sitzen. Im Vergleich zu 2012 sind aktuell mehr Journalist*innen inhaftiert.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Staatsschutz ermittelt nach dem Angriff auf ein Kamerateam der “heute-show”.

ZDF: Nach dem Angriff auf ein Kamerateam der "heute-Show" am 1. Mai in Berlin ermittelt der Staatsschutz, sagt Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik im RBB Inforadio. Slowik spricht von einem "feigen Angriff" von circa 20 Vermummten. Mehrere Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, sechs Personen wurden festgenommen.
inforadio.de (6-Min-Audio), turi2.de (Background)

Funke stellt sich bei Gewinnausschüttung an “Kronen”-Familie Dichand quer.

Funke verhindert die üppige Gewinn­aus­schüttung von 7,3 Mio Euro an die "Kronen"-Dynastie Dichand um Herausgeber Christoph Dichand (Foto), meldet "Die Presse". Funke versucht seit Jahren, die Privilegien der Dichands ein­zu­schränken. Die "Kronen Zeitung" gehört zu je 50 % den Erben von Verleger Hans Dichand und der WAZ Ausland Holding, an der Funke 51 % und Investor René Benko 49 % hält. Funke und Benko hatten Anfang 2020 bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde "alleinige Kontrolle" über das Boulevard-Blatt angemeldet – bisher jedoch ohne Ergebnis.
derstandard.at, diepresse.com (Paid), turi2.de (Background)

Trumps neue Sprecherin bringt die regelmäßigen Pressekonferenzen zurück.

USA: Kayleigh McEnany, die neue Sprecherin des Weißen Hauses, will die seit mehr als einem Jahr ausgesetzten Pressekonferenzen wiederbeleben. "Ich werde Sie nie belügen. Darauf haben Sie mein Wort", sagt McEnany. Traditionell stellen sich Sprecher des Weißen Hauses regelmäßig den Journalisten-Fragen. McEnanys Vor-Vorgängerin Sarah Sanders beendete diese Praxis.
t-online.de

Zitat: Mai Thi Nguyen-Kim mag keine Vergleiche mit der “Sendung mit der Maus”.

"Es ist ein Missverständnis, Wissenschaftsjournalismus darauf zu reduzieren, schwierige Sachverhalte einfach darzustellen. Es geht auch darum, Aussagen von Wissenschaftlern einzuordnen."

Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim mag es nicht, wenn ihre Arbeit mit der "Sendung mit der Maus" verglichen wird, sagt sie im "Spiegel".
"Spiegel" 19/2020, S. 81 (Vorabmeldung, Paid)

Klick-Tipp: Die Live-Übertragung der Nannen-Preisverleihung läuft ab 19 Uhr.

Klick-Tipp: Ab 19 Uhr wird die Online-Verleihung des Nannen-Preises 2020 live übertragen und die Sieger*innen in sieben Kategorien verkündet. Moderator Michel Abdollahi und "stern"-Chefredakteur Florian Gless führen durch die Verleihung. Nominiert ist u.a. Rezo in der Kategorie Web-Projekt, für sein Video Die Zerstörung der CDU.
youtube.com

Lokalzeitungen verabschieden sich dank Corona vom Termin-Journalismus.

Lokalzeitungen verabschieden sich dank Corona vom lange üblichen Termin-Journalismus, beobachtet Erica Zingher. Stattdessen setzen sie auf mehr eigene Recherchen und politische Themen, die nicht zwingend an Papier gebunden sind. Es wächst die Einsicht, "regionaler Inhalte-Ersteller für relevante Themen" zu sein - egal ob per Podcast oder Online-Artikel.
taz.de

“Max”-Gründer beleben Lifestyle-Magazin wieder – auf Englisch.

Max kehrt auf Englisch an die Kioske zurück. Initiatoren sind die Max-Erfinder Paolo Pietroni und Max Iannucci; sie wollen Leser ab 25 Jahren ansprechen, die nach "Sinn stiftenden und inspirierenden Inhalten in Wort und Bild" suchen. Geplant sind vier 168 Seiten starke Hefte pro Jahr. Die gedruckte "Max" war 2008 eingestellt worden, danach folgten printtechnisch nur einzelne One Shots.
wuv.de, revival.maxmagazineonline.com, turi2.de (Background One Shots)

“Bild” startet politische Frauen-Talkshow.

bildlogoBild startet die politische Frauentalkshow "Jetzt reden vier", in der vier Frauen 30 Min lang über "die drei wichtigsten Themen, die Deutschland in der Woche bewegen" debattieren. Zu sehen ist das Format wöchentlich auf bild.de, dem Youtube- und Facebook-Account der Zeitung sowie waipu.tv. Fester Bestandteil des Talk-Quartetts sind Charlotte Würdig, Düzen Tekkal und Patricia Platiel; erster Gast am heutigen Donnerstag ist Schauspielerin Uschi Glas.
axelspringer.com

Die “Wirtschaftswoche” holt “Focus”-Chefkorrespondent Daniel Goffart.

Wirtschaftswoche lockt mehrere profilierte Journalist*innen in ihr Team. Daniel Goffart, bisher Chefkorrespondent bei "Focus", wird Chefreporter der "Wirtschaftswoche" in Berlin. Ebenfalls vom "Focus" kommt Nele Husmann, die bisher aus New York berichtet. Sonja Álvarez Sobreviela wird neue stellvertretende Büroleiterin in Berlin. Sie wechselt vom "Tagesspiegel" zur "Wirtschaftswoche",
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Focus"-Chefkorrespondent Daniel Goffart über den medialen Umgang mit Corona. (02-20)

Gründerszene startet Bezahl-Modell “Gründerszene Plus”.

Gründerszene zieht die Paywall hoch. Mit "Gründerszene Plus" sind ausgewählte "Analysen, Interviews und exklusive Inhalte" künftig nur noch kostenpflichtig abrufbar. Einen Monat können Leser*innen das Modell kostenfrei testen, danach liegt der monatliche Abo-Preis je nach Vertrag bei 7,99 oder 9,99 Euro. Anfang April hatte Gründerszene-Mutter Springer angekündigt, das Online-Wirtschaftsmagazin unter das Dach von Business Insider zu holen.
gruenderszene.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Buzzfeed-Reporterin Juliane Löffler wünscht sich mehr LGBT-Journalist*innen.

Juliane LoefflerHör-Tipp: LGBT-Reporterin Juliane Löffler (Foto) spricht mit Stephanie Kuhnen und Johannes Kram im Queerkram-Podcast darüber, was die Corona-Krise für Schwule und Lesben bedeutet. Queere Themen seien Menschenrechtsthemen. Für die LGBT-Community sei es wichtig, dass Journalist*innen sie anhörten und ihre Geschichten erzählten, sagt Löffler. "Ich würde mir wünschen, dass es diese Position in viel mehr Redaktionen gäbe."
queer.de (65-Min-Podcast), turi2.de (Buzzfeed)

Zitat: Philipp Welte über die Relevanz von Journalismus während Corona.

"Die letzten Wochen haben gezeigt, wie sehr die Menschen in Deutschland dem Journalismus der Verlage vertrauen."

Burda-Vorstand Philipp Welte interpretiert den Reichweitensprung bei Publikumszeitschriften zu seinen Gunsten - die Menschen hätten "die Bedeutung des Verlagsjournalismus in diesen Wochen der Unsicherheit eindrucksvoll unterstrichen".
"Focus" 18/2020, S. 34 (Paid)

Lese-Tipp: Wie Giano Holding die italienische Presselandschaft beeinflusst.

Lese-Tipp: Ein Viertel aller italienischen Zeitungen und Magazine geht an die Unternehmerfamilie Agnelli und ihre Giano Holding - eine "tektonische Verwerfung großen Ausmaßes", analysiert Italien-Korrespondent Oliver Meiler für die "Süddeutsche Zeitung". Insbesondere stelle sich die Frage, ob die zwei vom Deal betroffenen Tageszeitungen, "La Repubblica" und "La Stampa", in ihrer bisherigen politischen Prägung bestehen bleiben. Bei der "Repubblica" geht es zusätzlich um Stellen: Mehr als 100 der 350 festangestellten Redakteure müssen vermutlich gehen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background Übernahme), turi2.de (Background "La Repubblica")

RKI beantwortet nicht mehr alle Presseanfragen.

Robert-Koch-Institut beantwortet aufgrund Überlastung nicht mehr alle Presseanfragen zu Corona, erklärt die Leiterin der Pressestelle Susanne Glasmacher. Stattdessen werde nun sortiert, wer Antwort erhält - u.a. nach "Reichweite der Medien". Glasmacher und ihr Team sind maximal zu viert, an einem "vergleichsweise ruhigen Tag" hätten ihre Pressestelle alleine 120 E-Mails erreicht.
taz.de

Urteil: Münchner Feuerwehr darf Einsatzfotos an Medien weitergeben.

Landgericht München I entscheidet, dass die Münchner Feuerwehr Einsatzfotos an Medien weitergeben darf, ohne gegen das Gebot der Staatsferne der Presse zu verstoßen. Geklagt hatte der freie Fotograf Dominik Bartl, der die Feuerwehr-Fotos als Konkurrenz zu Pressefotografen sieht. Der Vositzende des Bayerischen Journalistenverbands Michael Busch bezeichnet das Urteil als "schweren Schlag gegen die Pressefreiheit"; der BJV überlegt, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.
justiz.bayern.de, bjv.de

Zitat: Jürgen Drensek über Reisejournalismus in Corona-Zeiten.

"Was für eine Art Reisen wird das denn dann sein? Und welche Bilder soll ich da machen oder beschreiben? Urlauber mit Mundschutz?"

Jürgen Drensek, Ehrenpräsident der Vereinigung deutscher Reisejournalisten, sieht seine Branche in einer Art "Schockstarre" - und kann sich derzeit keine Produktion von neuen, großen Reisereportagen vorstellen.
br.de (25-Min-Podcast; ab 11:45 Min)

Reporter ohne Grenzen: Corona verstärkt Einschränkung der Pressefreiheit.

Reporter ohne Grenzen Logo 150Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen sehen eine "gute Lage" fast nur noch in Nordeuropa. An der Spitze des jährlichen Rankings stehen die skandinavischen Länder und die Niederlande, am unteren Ende unverändert Nordkorea, Turkmenistan, Eritrea und China. Deutschland rangiert auf Platz 11. Die Corona-Pandemie verstärke bestehende repressive Tendenzen.
br.de, derstandard.at, reporter-ohne-grenzen.de

Lipinski: Handelsblatt Media Group führt Kurzarbeit ein.


Sparplan für die Toulouser Allee: Die Handelsblatt Media Group führt rückwirkend zum 6. April Kurzarbeit ein, schreibt Gregory Lipinski. Betroffen seien u.a. die Redaktionen von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche", die 10 % weniger arbeiten sollen. Darauf hätten sich Betriebsrat und Geschäftsführung geeinigt. Die Maßnahmen seien vorerst für drei Monate bis einschließlich Juni geplant.

Auch die HMG hat durch die Corona-Krise Mit mit wegbrechenden Vermarktungserlösen zu kämpfen. In der Führungsetage verzichten Geschäftsführung, Geschäftsleitung und Chefredaktionen ebenfalls bis Juni auf 20 % ihres Gehaltes, erklärt eine HMG-Sprecherin gegenüber Meedia. "Viele weitere Führungskräfte des Hauses" hätten sich dem Verzicht freiwillig angeschlossen.
meedia.de

Hör-Tipp: Levin Kubeth analysiert den TikTok-Auftritt der “Tagesschau” mit Antje Kießler.

Hör-Tipp: Levin Kubeth analysiert in seinem Medienpodcast Unter zwei den TikTok-Auftritt der "Tagesschau" zusammen mit Antje Kießler, "Tagesschau"-Moderatorin bei TikTok und Instagram. Mit einer Mischung aus Fun- und News-Videos wolle die "Tagesschau" nahbarer werden sowie "Austausch und Interaktion" stärken – und so für die jüngere Generation ein Gegengewicht zum 20-Uhr-Flaggschiff bieten.
anchor.fm (65-Min-Audio)


Meinung: Gabor Steingart vermisst in den Medien eine zweite Meinung zu Eurobonds.

Journalistischer Herdentrieb: Gabor Steingart kritisiert in seinem Morning Briefing, dass es zu Eurobonds in den Medien "keine zwei Meinungen mehr" gebe. Den "lieben Kollegen" attestiert er einen "geistigen Lockdown" und vermutet, der Journalismus habe sich selbst "ein Kontaktverbot mit dem Gegenargument verordnet". Der Zweifel stehe unter Quarantäne. "FAZ" und "Handelsblatt" hat Steingart wohl nicht gelesen.
gaborsteingart.com (frei nach Anmeldung), twitter.com (Reaktion)