Reform des Verfassungsschutzrechts bekämpft keine Journalisten, sagt Seehofer.

Journalismus: Horst Seehofer wehrt sich gegen den Vorwurf, seine geplante Reform des Verfassungsschutzrechts ermögliche das Ausspähen von Redaktionen. Die Reporter ohne Grenzen sehen in dem Entwurf die Möglichkeit, "Server großer Verlage und Rundfunksender zu durchsuchen". Bundesjustizministerin Katarina Barley hatte den Entwurf gestoppt, weil die Befugnisse von Verfassungsschutz und BND damit zu weit gingen. Es wird erwartet, dass Seehofer einen erneuten Versuch unternimmt, wenn Barleys Nachfolge steht.
heise.de

n-tv baut Berichterstattung in Österreich mit eigenem Ticker-Laufband aus.

Österreich: Der Nachrichtensender n-tv bestückt seinen News-Ticker des Programmfensters in Österreich künftig auch mit österreichischen Inhalten. Das Laufband wurde bisher aus Deutschland übernommen. n-tv vermarktet im Nachbarland bereits österreichische Werbefenster und strahlt seit April eine Polit-Talkshow des Boulevard-Portals krone.at aus.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: “Zapp” beschäftigt sich monothematisch mit Relotius-Nachwehen.

Klick-Tipp: Den Fall Relotius und die Folgen für den Journalismus beleuchten Inga Mathwig und Daniel Bouhs am Mittwochabend bei "Zapp". Im Interview lobt etwa Julia Jäkel die Aufarbeitung und fordert allgemein "über unsere Standards nachzudenken".
ndr.de, NDR Fernsehen, 23.20 Uhr

Aus dem turi2.tv-Archiv:
"Mehr Rechte für die Dokumentation" – Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview (Archiv 05/2019).


Meinung: Causa Relotius steht für “Pomp” und “Lückenfüllen” beim “Spiegel”.

Causa Spiegel/Relotius: Die tieferen Ursachen für den Fälschungsskandal beim "Spiegel" liegen in den Lücken, die durch Einsparungen entstanden sind und mit "Pomp und Schönschreiberei" gefüllt wurden, schreiben Horand Knaup und Hartmut Palmer, die jeweils rund 20 Jahre für den "Spiegel" gearbeitet haben. So seien in der Innenpolitik nur noch 10 statt 20 Redakteure "als Wächter politischer Prozesse" tätig. Sein Umfeld habe Claas Relotius "geradezu ermuntert, Geschichten zu erfinden und Fakten zu fälschen".
taz.de

Reporterfabrik veröffentlicht Podcasts zum Fall Relotius und seinen Folgen.

Hör-Tipp: Die Reporterfabrik stellt sechs Audio-Mitschnitte von Workshops zu den Folgen des Relotius-Betruges für den Journalismus online. Es geht u.a. darum, wie Medien mit betrügenden Redakteuren umgehen sollten, was sich an der Reportage als Erzählform ändern muss und was zu tun ist, wenn sich Protagonisten falsch dargestellt fühlen.
reporterfabrik.org

Zitat: “Spiegel”-Chef Thomas Hass will den Relotius-Effekt umkehren.

"Durch die Aufklärung in eigener Sache konnten wir das Vertrauen in die Marke 'Spiegel' erhalten oder zurückgewinnen. Die Marke wird sogar als etwas nahbarer wahrgenommen."

Geschäftsführer Thomas Hass sieht den "Spiegel" aus dem Fall Relotius "mit einem blauen Auge davon gekommen" – auch wenn die verschobene Copypreis-Erhöhung bares Geld gekostet hat.
horizont.net

Aktuell dazu bei turi2.tv: Chefredakteur Steffen Klusmann über die Aufarbeitung des Relotius-Skandals.

Video-Tipp: NDR dokumentiert “Spiegel”-Pressegespräch zum Fall Relotius.

Video-Tipp: Das NDR-Medienmagazin "Zapp" dokumentiert in Auszügen das "Spiegel"-Pressegespräch zum Abschlussbericht der Relotius-Affäre. Reportagen seien generell kein auf Betrug angelegtes journalistisches Format, betont Chefredakteur Steffen Klusmann, der am Gesellschaftsressort festhalten wolle. "Es muss halt stimmen", mahnt Klusmann.
youtube.de (16-Min-Video), turi2.de (Klusmann-Interview)

“Spiegel” veröffentlicht Abschlussbericht der Relotius-Aufklärungskommission.


Allgemeine Relotiutätstheorie: Der "Spiegel" hat sich von Claas Relotius einwickeln lassen, schreiben Geschäftsführer Thomas Hass und Chefredakteur Steffen Klusmann im Artikel zum Relotius-Abschlussbericht, und "in einem Ausmaß Fehler gemacht, das gemessen an den Maßstäben dieses Hauses unwürdig ist."

Die Aufklärungskommission hat nicht mit Relotius selbst gesprochen. Laut Bericht habe Relotius zur Vertuschung gezielt "Kollegen umgarnt, Dokumentare abgelenkt, den Abdruck von Leserbriefen verhindert, Übersetzungen und Making-Ofs abgelehnt". Als Zweifel an Relotius' Arbeit aufkamen, sei man denen zu langsam nachgegangen. Die Kommission beschreibt außerdem das Verhältnis zu den Vorgesetzten und zu den Kollegen des Ressorts, viele hätten Relotius "geradezu verehrt". Seine Beliebtheit habe "offenbar in Dokumentation und Redaktion zu mangelnder kritischer Distanz gegenüber seinen Texten" geführt.

Laut Bericht habe es mehrere kleine und drei "deutliche" Warnungen gegeben, von denen theoretisch jede hätte Relotius auffliegen lassen können. Auf die erste Warnung eines Lesers habe Matthias Geyer, damals Leiter des Gesellschaftsressorts, nicht reagiert. Ob und bei wem und wann die zweite ankam, sei nicht zu klären. Die dritte kam von Juan Moreno. Zwei Wochen später veröffentlichte der "Spiegel" dennoch eine Klima-Titelgeschichte, die gefälschte Passagen von Relotius enthielt. Geyer und Ullrich Fichtner hätten die damals amtierenden Chefredakteure Dirk Kurbjuweit und Susanne Beyer auch nicht über den Verdacht gegen Relotius informiert. Besonders schwer wiegt laut Kommission, dass Geyer keine eigenen Nachforschungen angestellt habe.

Der Bericht enthält eine detaillierte "Chronik der Aufdeckung", die zeigt, dass Fichtner und Geyer Moreno lange nicht glaubten. Fichtner sagte der Kommission, Moreno habe "diffuse Drohungen" ausgesprochen, Moreno widerspricht dem. Das Kommissionsteam kommt zu dem Schluss, dass die Stilform sowie die Fehlerkultur die Fälschungen ermöglicht haben. Problematisch sei auch die "besondere Konstruktion des Gesellschaftsressorts innerhalb des 'Spiegel'" – es schotte sich ab, kooperiere nicht mit anderen Ressorts und ignoriere deren Kritik.

Der zuständige Dokumentar hat den "Spiegel" inzwischen "auf eigenen Wunsch" verlassen, Relotius' Vorgesetzte Ullrich Fichtner und Matthias Geyer wurden wegen des Falls nicht Co-Chefredakteur und Blattmacher. Der Verlag kündigt eine unabhängige Ombudsstelle ein, drei Teams arbeiteten "an einem neuen journalistischen Regelwerk".
spiegel.de, spiegel.de (Abschlussbericht, 17 Seiten)

“Hamburger Abendblatt”: Relotius-Bericht belastet Geyer und Fichtner schwer.


Claasterfuck: Der "Spiegel" veröffentlicht heute den Abschlussbericht der Relotius-Aufklärungsgruppe. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" belastet der Bericht die Relotius-Förderer Matthias Geyer und Ullrich Fichtner schwer.

Geyer habe Relotius im November mit den Vorwürfen des Reporters Juan Moreno konfrontiert, aber keine Konsequenzen gezogen - Relotius konnte noch danach u.a. Eindrücke vom Südseeatoll Kiribati für einen Aufmacher liefern, obwohl er dort nie gewesen sei.
abendblatt.de

TV-Tipp: Arte begleitet drei Reporter der “Sächsischen Zeitung” auf den rechten Spuren Sachsens.

TV-Tipp: Arte, Donnerstag, 19.40 Uhr: Arte begleitet die drei Journalisten Andreas Weller, Ulrich Wolf und Tobias Wolf von der "Sächsischen Zeitung" in der Reportage "Re: Dem Rechtsruck auf der Spur – Eine Zeitung sucht Antworten". Im Vorfeld der bald anstehenden Wahlen begeben sich dir Reporter auf die Spuren rechter Umtriebe in Sachsen.
arte.tv (31-Min-Video)

Zitat: Gabor Steingart will keinen medialen Kleinkrieg.

"Der mediale Kleinkrieg, dessen schärfste Waffe oft das Totschweigen des anderen ist, gehört beendet. Journalismus ist eine pluralistische Veranstaltung."

Gabor Steingart sagt im "Horizont"-Interview, dass er möglicherweise auch in rechercheintensivieren Journalismus investieren will, er deshalb die Medien, auf die er sich derzeit beziehe, aber nicht als Gegner sehe.
"Horizont" 21/2019, S. 10 (Paid)

Studie: Leitmedien haben UN-Migrationspakt als Thema verschlafen.

Medienkritik: Journalistik-Professor Michael Haller untersucht, ob die Medien aus den Fehlern in der Berichterstattung über Flüchtlinge gelernt haben. Er untersucht dafür die Berichterstattung von "FAZ", "Süddeutscher Zeitung", "Welt", "taz", "Bild" und der "Tagesschau" zum UN-Migrationspakt – laut Studie haben die Medien das Thema verschlafen und erst berichtet, als Rechtspopulisten es nutzten. Sie hätten die Fragen der Leser und Zuschauer zu wenig beachtet, aber auch Falschannahmen und Vorurteile richtiggestellt.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Zitat: Bascha Mika reagiert auf einen tätlichen Angriff gegen ihren Kollegen Danijel Majic.

Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau"Wenn, was sich abzeichnet, die Nationalisten und Rechtsextremen stärker werden, können wir uns ausrechnen, was daraus folgt. Nicht nur für den kritischen Journalismus."

Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", reagiert in einem Kommentar auf den tätlichen Angriff gegen "FR"-Reporter Danijel Majic in Österreich am Wochenende. Die Redaktion wisse zwar, wie schnell Hetze in Gewalt umschlagen kann – es sei jedoch "besonders erschreckend, wenn es tatsächlich passiert".
fr.de, fr.de (Background)

Es gibt kaum deutsche Journalismus-Podcasts, beobachtet Marcus Engert.

Podcasts über investigativen Journalismus sind in Deutschland noch rar, beobachtet Marcus Engert, Political Editor bei Buzzfeed. Das liege daran, dass Redaktionen für die Produktion immer eine zweite Person mitfinanzieren müssen, strittige Passagen kaum mehr aus der Welt geschafft werden könnten und beim Fernsehen noch immer das bessere Geld warte. Als Beispiel nennt er den BR-Podcast Aufgedeckt.
uebermedien.de

Zitat: Kleine Redaktionen brauchen Zugang zu KI, sagt Krishna Bharat.

"Die Hauptsorge für Redaktionen, insbesondere für kleine, wird darin bestehen, Zugang zu Datenwissenschaftlern, Maschinenressourcen und KI-Modellen zu erhalten."

Krishna Bharat, Gründer von Google News und KI-Experte, sagt im GEN-Interview, der Zugang zu KI müsse demokratisiert werden, z.B. durch gesetzlich vorgeschriebene Offenlegung von Modelltrainingsdetails.
medium.com

Weitere Zitate:
"KI kann Redaktionen helfen, Kosten zu senken, ohne die Reichweite oder Qualität zu beeinträchtigen. Journalisten werden feststellen, dass die KI ihnen Supermächte gibt, was Analyse, Berichterstattung und Bearbeitung betrifft."

"Mit verbesserter Sprachsynthese und -erkennung und der Möglichkeit, benutzerdefinierte Multimedia-Inhalte on the fly zu erstellen, werden Nachrichten ansprechender, interaktiver und personalisierter."

Investigativ-Projekt The Markup scheitert an Streit zwischen Gründern.

The Markup, Recherche-Plattform zum Handeln von Internet-Konzernen, steht wegen eines Streits zwischen den Gründern vor dem Aus, berichtet Peter Weissenburger. Chefredakteurin Julia Angwin hat The Markup verlassen, fünf von sieben Redakteuren folgten. Angwin will neutrale Datenanalysen vorlegen und wirft Geschäftsführerin Sue Gardner Aktivismus gegen Google und Facebook vor. Gardner widerspricht.
taz.de, turi2.de (Background)

BBC macht große Schritte hin zum ausgeglichenen Geschlechterverhältnis.

BBC-Logo-150x150BBC macht große Fortschritte bei der Gendergerechtigkeit. Vor einem Jahr war ein freiwillige Projekt gestartet – 500 BBC-Teams haben sich beteiligt. Damals hatten lediglich 27 % der Teams ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Beiträgen, im April 2019 waren es bereits 74 %. Auch in der Sportredaktionen und bei BBC Arabic gleiche sich das Verhältnis an.
sueddeutsche.de

Correctiv forscht nun auch in kleineren Städten nach Eigentumsverhältnissen.

Correctiv Ausrufezeichen ohne Schriftzug-150Correctiv forscht mit Lüneburg, Heidenheim und Minden nun auch in kleineren Städten nach den Eigentumsverhältnissen von Grund und Boden. Das Recherche-Büro will damit Bewegung in die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum bringen. Die Aktion startet am Samstag in Kooperation mit der "Landeszeitung Lüneburg" mit einem achtseitigen Spezial. Bisher hat Correctiv die Aktion in Hamburg, Berlin und Düsseldorf durchgeführt.
per Mail

Auch “Der Kritiker” Georg Diez verlässt den “Spiegel”.

Spiegel verliert nach dem Kolumnisten Jan Fleischhauer auch Georg Diez (Foto) zu Ende September. Er ist seit neun Jahren Kultur-Autor und war bis September 2018 "Der Kritiker" auf Spiegel Online. Diez will neue Formate entwickeln, "die die Lücke zwischen medialem, akademischem und politischem Diskurs schließen". 2016 und 2017 forschte Diez bereits als Nieman Fellow in Harvard zur Journalismus-Zukunft.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Fleischhauer)

Meinung: Textroboter und menschliche Sport-Redakteure schreiben “auf Ballhöhe”.

Sport-Journalismus: Spielberichte aus dem Amateur-Fußball stammen inzwischen oft von Textrobotern – und die machen Fehler. Sonderfälle wie Spielabbrüche wegen Unwetter sind bisher nicht vorgesehen, berichtet Holger Pauler am Beispiel eines Regionalliga-Kicks, der nach wenigen Minuten abgebrochen wurde, aber als zähes Unentschieden bei welt.de landete. Sprachlich jongliert Kollege Computer ähnlich ungeschickt mit Fußball-Floskeln wie so mancher menschliche Reporter.
uebermedien.de

Steingart verzichtet auf Co-Moderator Udo van Kampen wegen PR-Tätigkeit.

Udo van Kampen erhält eine Absage von Gabor Steingart: Der ZDF-Pensionär wird doch nicht regelmäßiger Co-Gastgeber des Morning Briefing Podcasts, weil er parallel PR macht, berichtet Daniel Neuen im "PR Report". Van Kampens Arbeit für die Agentur Kekst CNC führte prompt zu Verquickungen: Im Podcast ging es um die Probleme bei Bayer, für die Kekst CNC rund um die Übernahme von Monsanto gearbeitet habe.
prreport.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv: Das lange Interview mit Gabor Steingart, der ein Medienimperium mit 30 neuen Leuten baut. (April 2019)

Zitat: Armin Wolf bringt zum Schutz vor Fake-News-Vorwürfen Quellen physisch mit zu Interviews.

"Neu ist in den letzten Jahren, dass ich die Zitate nicht nur suche, sondern auch physisch mitbringe, in Form von tatsächlichen Zeitungen."

ORF-Anchor Armin Wolf erklärt im Gespräch mit Holger Gertz, wie sich seine Arbeit in den letzten Jahren verändert hat. Wolf habe sich sogar Mitschnitte von Interviews schicken lassen, die er zitieren wollte – vor allem FPÖ-Politiker bestritten Zitate sonst einfach.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3

Lese-Tipp: Julia Bönisch macht sich mit ihrem Text im “Journalist” keine Freunde, beobachtet Anne Fromm.

Lese-Tipp: Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de, hat sich mit ihrem Gastbeitrag im "Journalist" intern keine Freunde gemacht, beobachtet Anne Fromm. Kollegen und Betriebsrat hätten sich nach dem Text, der u.a. internen Konflikte thematisiert, von ihr distanziert. Bönisch spricht sich auch dafür aus, Redaktion und Verlag nicht mehr so strikt zu trennen. In vielen Medien ist das – Digitalisierung hin oder her – ein absolutes No-Go. In der SZ ist jene Trennung seit den 70er Jahren im Redaktionsstatut verankert, vereinbart wurde sie einst von Redaktion und Verlag. Der Betriebsrat sehe in dieser Forderung eine Verletzung des Redaktionsstatuts.
taz.de

Polnische Medien berichten von Einschüchterungsversuchen seitens der Regierung.

Pressefreiheit: Polens nationalpopulistische Partei PiS setzt Medien unter Druck, beobachtet Florian Hassel. Kritische Anfragen wie von der Zeitung "Gazeta Wyborcza" blieben häufig unbeantwortet, Anzeigenkunden würden unter Druck gesetzt. Das Kulturministerium wolle Medien aufspalten, betroffen wären auch deutsche und US-Beteiligungen. Die Sorge vor ausländischer Kritik habe entsprechende Gesetze bisher verhindert.
"Süddeutsche Zeitung", S. 21 (Paid), turi2.de (Background)

Türkei widerspricht Folter-Vorwürfen von Deniz Yücel.

Pressefreiheit: Das türkische Außenministerium widerspricht dem Vorwurf des Journalisten Deniz Yücel (Foto), er sei während seiner Haft gefoltert worden. "Internationale Mechanismen" könnten die Freiheit in der Türkei überprüfen, kontert eine Erklärung aus Ankara die Mahnung des deutschen Außenministeriums zur Einhaltung der Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: CvD von Spiegel Online spricht über pointierte Überschriften.

Hör-Tipp: Levin Kubeth spricht im Podcast mit Janko Tietz, Chef vom Dienst bei Spiegel Online, über über die Kunst der Überschrift. Tietz erzählt unterhaltsam aus der SpOn-Praxis von gelungenen und übergeigten Überschriften und macht klar, warum Überschriften online und in Social Media so wichtig sind.
anchor.fm (49-Min-Audio)

Basta: Pit Gottschalk will der Steingart des Fußballs werden.

Champignons-League: Pit Gottschalk, Fußball-Flüsterer und Spielertrainer des Morning-Briefings Fever Pit'ch, schickt sich an, der Gabor des Fußballs zu werden: Mit der 150. Ausgabe bescheinigt Gottschalk seinem Newsletter "ein Millionenpublikum" und kündigt u.a. einen "Facebook-Newsroom für Fußballthemen" an. Womöglich verlegt er seine Produktion bald in ein gelbes U-Boot, mit dem er regelmäßig in den Kabinen und TV-Studios des Fußballs auftaucht.
newsletter.pitgottschalk.de

Zitat: Steuerbetrug interessiert die Deutschen zu wenig, sagt Oliver Schröm.

"In Deutschland war die Reaktion leider sehr verhalten. Der 'deutsche Michel' braucht offensichtlich etwas länger, bis er sich darüber echauffiert, dass ihm jährlich Milliarden geklaut werden."

Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm sagt im Meedia-Interview, die Recherche zu Umsatzsteuer-Karussellen sei in manchen Ländern Coverstory gewesen, in Deutschland eher Randthema.
meedia.de

Aussage: Deniz Yücel wurde während seiner Haft in der Türkei drei Tage lang gefoltert.


Free Deniz: Deniz Yücel ist während seiner Haft in der Türkei gefoltert worden, erklärt der Journalist in einer Aussage vor dem Amtsgericht in Berlin. Im Gefängnis Silivri bei Istanbul sei der "Welt"-Korrespondent durch Vollzugsbeamte geschlagen, getreten, erniedrigt und bedroht worden. Die Schuld sieht Yücel direkt beim türkischen Präsidenten – seine Folter sei "womöglich auf direkte Veranlassung des türkischen Staatspräsidenten oder dessen engster Umgebung, auf jeden Fall aber infolge der Hetzkampagne, die er begonnen hatte und unter seiner Verantwortung" geschehen.

Die Beamten hätten ihn als "Vaterlandsverräter" und "deutschen Agenten" beschimpft. Tritte gegen die Füße und Schläge auf Brust und Rücken hätten weniger auf körperliche Schmerzen als auf Erniedrigung und Einschüchterung abgezielt. Yücel habe die Folter bereits in seiner Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte öffentlich gemacht.
spiegel.de

Zitat: Für Gabor Steingart stellen Anzeigen eine Art Sollbruchstelle dar.

"Wichtige Anzeigenkunden stellen Forderungen und der Übergang zur Prostitution ist schleichend."

Für Media Pioneer Gabor Steingart sind Anzeigen eine Sollbruchstelle. Durch sie entstünde bei kleinen Fachmedien oder Lokalzeitungen eine Art Angreifbarkeit, sagt er im Interview mit Christian Meier.
soundcloud.com/medien-woche (19-Min-Interview, ab Min 25)

“Salt Lake Tribune” will gemeinnützig werden.

Journalismus: Die US-Tageszeitung "Salt Lake Tribune" will sich in eine gemeinnützige Nachrichtenorganisation umwandeln und so neue Finanzierungsmöglichkeiten ausloten. Die Behörden müssen zustimmen, erst dann kann die Zeitung an Geschäftsmodell und Abos schrauben. In den vergangenen Jahren ist die Printauflage sehr stark zurückgegangen und rund ein Drittel der Mitarbeiter wurden entlassen.
niemanlab.org

Zitat: “Zeit”-Leser würden Formatwechsel fehlinterpretieren, sagt Giovanni di Lorenzo.

"Man spart Papier und gibt trotzdem mehr Geld aus. Und die Leser laden es mit der falschen Bedeutung auf."

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erzählt in der zweiten Folge von Frank Elstners YouTube-Show, dass die Zeitung beim bekannten Format bleibt – u.a., damit es keine Sparflammen-Vorwürfe gibt.
youtube.com (41-Min-Video)

weitere Zitate:
"Eher kriege ich Putin als Helene Fischer." (über Interview-Wunschgäste)

"Das ist auch ein Talent, das kann man sich nicht nur durchs Lernen aneignen." (übers journalistische Schreiben)

"Ich glaube nicht so sehr an Haltung, sondern an die Macht der Fakten und der Recherche." (Rat an den Nachwuchs)

“Fridays for Future”-Organisatorin kritisiert Journalisten.

Journalismus: "Fridays for Future"-Organisatorin Luisa Neubauer kritisiert in einem Gastbeitrag in der neuen "Zeit" die Berichterstattung vieler Politikjournalisten. Der politische Journalismus befasse sich statt mit der Klimapolitk der Bundesregierung lieber mit den Schulstreiks und der Bewegung, über die "in jeder Schattierung ausführlich" berichtet werde.
zeit.de (Vorabmeldung)

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Medium goes Qualitätsjournalismus
Die 2012 von Twitter-Cofounder Williams gestartete Content-Sharing-Plattform Medium will nach der Umstellung des Erlösmodells nun stark in Qualitätsjournalismus investieren. Warum, wieso, weshalb hat Nils Jacobsen auf Editorial Media analysiert.
editorial.media

Meinung: Bücher sind künftig Werbeträger statt reine Produkte.

Digitalisierung: Bücher sind künftig Werbeträger und Autoren das Produkt, sagt Blogger und Journalist Richard Gutjahr im Buchreport-Interview über die Digitalisierung des Buchmarktes. Die Bindung zu den Nutzern und damit auch die Macht der Autoren wachse durch soziale Medien. Verlage müssten mehr auf Bewegtbild setzen, da der Textkonsum abnehme.
buchreport.de

SZ.de-Chefin Julia Bönisch sieht Redaktionsleitungen künftig mehr als Manager denn als Schreiber.

"Für manche in der Branche bin ich ein Affront. Frau, Onlinerin, noch keine 40 – damit stehe ich für fast alles, was unbequem und lästig ist: für Veränderung, für Digitalisierung, für einen Generationenwechsel, der auch Frauen an die Spitze bringt."

Julia Bönisch, Chefredakteurin von SZ.de, schreibt im "journalist", die Rolle der Redaktionsleitung befinde sich mitten in einem Generationenwechsel – "vom Schreiber hin zum Manager".
journalist-magazin.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen. (10/2017)

Basta: Tech-Konzerne, filetiert aus den Familien-Reihen.

Der Apfel und der Stamm: Sophie Schmidt plant ein Magazin, das kritisch über die Macht der Tech-Konzerne berichtet. Mit Redakteuren der "New York Times", "Vanity Fair" und "Wired" berät sie aktuell die inhaltliche Ausrichtung. Vielleicht geht's auch um journalistische Grundregeln wie Unabhängigkeit – ist sie doch nicht irgendeine Schmidt, sondern Tochter des Ex-Google-Chefs.
handelsblatt.com

Video-Tipp: Facebook will Fake News bei Europawahl eindämmen.

Facebook-LogoVideo-Tipp: Um Fake News bei der Europawahl einzudämmen, eröffnet Facebook ein "Election Operation Center", eine Art Lagezentrum, das die ARD als einziges deutsches TV-Team besucht. Fragwürdige Facebook-Inhalte sollen künftig frühzeitig erkannt werden, um Manipulationen im EU-Wahlkampf zu verhindern.
tagesschau.de (3-Min-Video)

Zeit Online gründet das Schwerpunkt-Ressort X.

Zeit Online baut die Hintergrund-Berichterstattung aus: Vier Redakteure widmen sich im neuen Ressort X regelmäßigen Schwerpunkt-Serien zu Themen wie Wohnen oder Mobilität. Los geht’s mit einer Serie über das Verhältnis von Ost- und Westdeutschland. Die Features, Reportagen und Co einer Serie erscheinen alle auf einmal. Philip Faigle, 39, leitet das neue Ressort zusätzlich zu seinem Posten als Redakteur für besondere Aufgaben.
zeit-verlagsgruppe.de