Zitat: Arthur Gregg Sulzberger freut sich über Wettbewerb in der Branche.

"Ich will eine starke Washington Post und ein starkes Journal."

Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der "New York Times", zeigt sich im "Zeit"-Interview erfreut über den Wettbewerb mit "Washington Post" und "Wall Street Journal". Er findet es "großartig", dass noch in seriösen Journalismus investiert wird, während weltweit die Redaktionen schrumpfen.
"Zeit" 19/2019, S. 39 (Paid)

Zitat: Einmal gedruckt, sind die Entscheidungen gefallen, sagt Mathias Müller von Blumencron.

"Der Unterschied zu Online ist: Irgendwann musst du dich entscheiden, und wenn es gedruckt ist, lässt es sich nicht mehr ändern."

Mathias Müller von Blumencron, Blattmacher beim "Tagesspiegel", spricht im "Horizont"-Interview über den Unterschied zwischen Print- und Digital-Arbeitsalltag.
"Horizont" 18/2019, S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

“manager magazin”: Michael Bröcker steigt bei Gabor Steingart ein.

Neustart: Michael Bröcker, 41, Noch-Chefredakteur der "Rheinischen Post", schließt sich Gabor Steingart an, schreibt das "manager magazin". Der baue u.a. ein digitales Informationsangebot für Fachleute aus Politik und Wirtschaft auf. Bröcker, der bei seinem Abgang intern ankündigte, ein "neues digitales Angebot im Journalismus" aufzubauen, soll laut "manager magazin" in Steingarts Firma als Journalist arbeiten.
manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur 1.5., 11.15: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir geschrieben, Michael Bröker sei Ex-Chefredakteur der "Rheinischen Post". Er bleib noch bis Ende September auf dem Posten. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

FES-Studie ist voreingenommen und alarmistisch, kritisiert Juliane Wiedemeier.

Medienkritik: Die "Mitte Studie" der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, was mit Studien, Sperrfristen und dem Herdentrieb der Journalisten schief läuft, meint Juliane Wiedemeier. Die Studie untersucht, wie sich rechtsextreme Einstellungen in Deutschland verbreiten. Der Tonfall bei der Auswertung sei "alarmistisch", die Fragestellung unglücklich, insgesamt sei die Studie nicht sehr ergebnisoffen. Über Spiegel Online machten die Ergebnisse dann die Runde, bevor die Sperrfrist vorbei und die Studie einsehbar war. Nur wenige wie Claus Kleber hätten sich die Mühe gemacht, selbst zu recherchieren.
uebermedien.de

Debatte: Frank Dopheide will seinen Ex-Chef Steingart “mit Argusaugen beobachten”.


Frank Dopheide, Sprecher der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group, zollt seinem früheren Weggefährten Respekt: Der habe "wahre Fans" und "kreativen Geist". Und tue gut daran, nicht auf Werbung setzen.

"Wenn Gabor Steingart 'Ideenreichtum' zur Grundlage für neuen Journalismus und ein neues Geschäftsmodell macht, klingt das stimmig für einen kreativen Geist und ist allemal eine gute Geschichte, die schon vom Start weg für Interesse und Diskussionsstoff sorgt, mehr als es ein ambitionierter Businessplan je könnte. Das hat sich schon mal ausgezahlt.

Die großen Unternehmenslenker lieben es, ihre Botschaften über die Leitmedien zu verbreiten und shiften gleichzeitig ihr Werbebudget in die Billigkanäle. Jeder Mediengründer ist gut beraten, seine Zukunft nicht darauf zu bauen. Das hilft auch bei der Fokussierung.

Die tägliche Relevanz und die Nähe zum Leser/Hörer/Teilnehmer sind die Punkte, an denen sich Businessplan und Zukunft entscheiden. Gabor Steingart hat nicht nur Leser, sondern wahre Fans. Es könnte klappen. Wir werden es mit Argusaugen beobachten."

Debatte: Patrick Kammerer will Papier und Werbung noch nicht einmotten.


Patrick Kammerer, Coca Colas Kommunikator im deutschen Markt, reagiert auf die Worte des vom Werbeglauben abgefallenen Gabor Steingart.

"Etwas zu verliebt in die eigene Formulierkunst, der Herr Steingart. Dabei lieben wir ihn doch schon genug.

Nicht zuletzt klingen seine Thesen - legitimerweise – angetrieben von den eigenen Geschäftsinteressen.

Denn selbstverständlich erlaubt Papier den Dialog. Schon mal (Leser-) Briefe geschrieben? Es ist auch nicht 'prähistorisch', sondern allenfalls historisch. Wie etwa das Grundgesetz oder der Pressekodex, die beide alt und nach wie vor aktuell sind.

Wenn Werbung 'ein Übers-Ohr-Hauen von Leserinnen und Lesern' wäre, gälte das ebenso für jedes meinungsstarke Stück, das als journalistischer Bericht daherkommt. Gute Medien, gedruckt oder online, bestehen jeden Test zur Trennung von Redaktion und Anzeigen. Wie auch von Meinung und Bericht."

Meinung: Öffentliche Medien geraten zunehmend unter Beschuss.

Österreich: Der Ton hat sich verschärft, seit die FPÖ an der Regierung ist, sagt ORF-Redakteursrat Dieter Bornemann im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er beobachte, dass die öffentlich-rechtlichen Medien in mehreren Ländern Europas unter Druck gesetzt und ausgehungert werden, unter Beschuss genommen und still-gespart. Die finanzielle Situation mache Qualitätsjournalismus schwieriger, es sei aber Aufgabe der Journalisten, sich dagegen zu wehren.
"Süddeutsche Zeitung", S. 12, turi2.de (Background)

Debatte: Am schönsten ist, wenn der Nutzer zahlt, schreibt Florian Haller.


Ausgerechnet Florian Haller, Inhaber von Europas größter unabhängiger Kommunikationsagentur Serviceplan, teilt Gabor Steingarts Ansicht, dass ein Medium am besten ohne Werbung vorankommt. Steingarts Absage an Print widerspricht Haller aber energisch.

"Ich schätze den Morning Brief als journalistisches Produkt wirklich sehr. Er ist intelligent geschrieben, intellektuell unterhaltsam und vermittelt einen Überblick zu den wichtigsten Themen des Tages. Der Morning Brief gehört fest zu meinem Morgenritual. Und das obwohl wir ja alle überflutet werden von Newslettern.

Seine Einschätzung zum Thema Papier halte ich für journalistisch zugespitzt. Will heißen: Es ist schon richtig, dass man den Nachrichtenträger Papier nicht mehr zwingend braucht. Aber was braucht man schon alles nicht im Leben und nutzt es trotzdem? Das Papier hat auch ein paar Stärken: es ist unglaublich praktisch, es liegt physisch länger beim Nutzer im Wohnzimmer als der Newsletter und – wenn es gut gemacht ist – kann es auch einen besondere Ästhetik entfalten. Ich glaube eher, dass es nicht auf ein entweder oder, sondern auf ein mit einander von Print und Digital hinausläuft. So ist das übrigens in der Geschichte der Medien – bei Zeitung, Radio, Kino und Fernsehen – immer gewesen. Neue Medien kamen einfach dazu.

Zur Refinanzierung hat Gabor Steingart schon recht. Am schönsten ist es, wenn der Nutzer für das Medium, das er nutzt selber zahlt. Das muss man dann halt durchsetzen. Und in den meisten Fällen ist auch an dieser Stelle die Welt bunt und nicht schwarz-weiß."

Lese-Tipp: Österreichs FPÖ attackiert ORF-Anchor nach kritischem Interview.

Lese-Tipp: Armin Wolf, Anchor der am aufmerksamsten angeschauten alpinen Abendnachrichten ZiB2, steht nach einem Interview unter Beschuss durch die rechtspopulistische Partei FPÖ. Wolf hatte den EU-Spitzenkandidaten des kleinen Koalitionspartners in Österreich u.a. mit einer rassistischen Karikatur seiner Jugendorganisation konfrontiert. Wolf erklärt sich auf seinem Blog ausführlich - und vermutet, ein kalkulierter Konflikt mit den Medien und besonders dem ORF gehöre zur FPÖ-Wahlkampfstrategie.
arminwolf.at

Ohne Print und Werbung: Reaktionen auf das Steingart-Interview von turi2.tv.

"Toll! Finde sein Morning-Briefing großartig! Er hat Mut & Energie: Go!"

Gründer-Figur Frank Thelen begrüßt via Twitter Gabor Steingarts Expansionspläne.
twitter.com, turi2.de (weitere Reaktionen)

weitere Reaktionen:

"Soweit, dass wir durch Werbung 'übers Ohr gehauen' werden, würde ich nicht gehen. Eher gilt: je mehr, desto nerviger!"

Dirk Metz, Kommunikationsberater, via E-Mail

"Steingart hat aus meiner Sicht eine Begabung für verlegerisches Handeln. Schön, dass er es jetzt hier in Berlin ausbaut. Da ist er wagemutig, ohne tollkühn zu sein."

Uwe Walter, Storytelling-Coach, via YouTube

"Ich bin seit etlichen Jahren einer seiner begeisterten Gratis-Leser – äußerst dankbar dafür – bin aber weg, wenn's Geld kostet."

Hermann K. Severin, Kommunikationsberater, via E-Mail

Hat Gabor Steingart Recht und welche Chance hat sein Kurs ohne Werbung? Mailen Sie uns Ihre Meinung an: post@turi2.de



ORF-Stiftungsratschef will regierungskritischen Moderator Armin Wolf auf Sabbatical schicken.

Pressefreiheit macht keinen Urlaub: Im Streit der FPÖ gegen den ORF legt der ORF-Stiftungsratschef Norbert Steger (Foto links) dem regierungskritischen ORF-Moderator Armin Wolf eine Auszeit nahe. "Ich würde ein Sabbatical nehmen, auf Gebührenzahler-Kosten durch die Welt fahren und mich neu erfinden," sagt Steger in der Tageszeitung "Österreich" über Wolf.

Über die umstrittenen Pläne der Abschaffung der ORF-Gebühren äußert sich der als FPÖ-nah geltende Steger nur knapp: "Ich bin primär der Meinung, es soll billiger werden für den Zahlenden." Steger vermisse bei Wolf die "Dankbarkeit" gegenüber den Gebührenzahlern. Wolf sei "ein gut bezahlter, de facto pragmatisierter Journalist", bei dem "die Eitelkeit" mit ihm durchgehe. Ein FPÖ-Politiker kritisierte den Journalisten zuvor scharf nach einem kritischen Interview.
ots.at, twitter.com, sn.at, merkur.de

Debatte: Thomas Wilde: Steingart ist vielleicht naiv und größenwahnsinnig – aber er verdient Respekt!


Ist Gabor Steingart naiv? Größenwahnsinng? Kann er ein Geschäftsmodell ohne Abo und Werbung etablieren? Thomas Wilde, Gründer der PR-Agentur Wilde & Partner, traut es ihm durchaus zu: Er "verdient Respekt", denn "den Mutigen gehört die Welt". (Foto: Wilde & Partner / Michael Englert für turi2.de/edition2)

"Die Frage wird sich so mancher gestellt haben, der am Morning Briefing von Gabor Steingart Gefallen gefunden hat und den Podcast so schätzt, dass er morgens regelrecht darauf wartet: Welches Geschäftsmodell steckt eigentlich hinter dem (bislang) kostenlosen und werbefreien Informationsangebot?

Da scharrt ein allseits hochgeschätzter Journalist und Autor mit nachweislich kaufmännischem Background und entsprechenden Ambitionen aus "der Mitte der Gesellschaft" eine Gruppe von Medienschaffenden um sich und startet ein Mediengeschäft – wie er selbst sagt – "ohne Plan, aber mit Business-Plan", will nichts von klassischen Abos wissen, erteilt der herkömmlichen Werbung und dem Produkt Print eine deutliche Absage, sieht sich aber auch nicht als Experimentier-Labor für einen möglichen Investor aus dem Kreis der Großverlage.

Und kündigt gegenüber Peter Turi in einem unterhaltsamen Interview über eine Dreiviertelstunde so nebenbei an, seine Mannschaft in Berlin von derzeit rund 20 auf 50 Mitarbeiter ausbauen und einen zweiten Standort in der Hauptstadt errichten zu wollen.

Naiv? Größenwahnsinnig? Mein erster Gedanke nach dem Interview: Warum denn nicht – warum sollte es nicht funktionieren? Und danach: In unserem Land fehlt es an mutigen Medienschaffenden, die abseits der bekannten Formeln auf die Suche nach neuen Formen des Dialogs mit dem Leser gehen und bereit sind, für ein durchaus nicht auszuschließendes Scheitern auch eigenes Geld in den Sand zu setzen. Das verdient Respekt – den Mutigen gehört die Welt. Die Debatte ist eröffnet.

Dank an Peter Turi für das aufschlussreiche Gespräch. So etwas ist Inspiration pur – nicht nur für den Moment an einem Sonntagvormittag."

Debatte: Christoph Schwennicke gibt Gabor Steingart recht – aber nur in Teilen.


Gabor Steingart will den Journalismus der Zukunft ohne Papier und Werbung realisieren (Text, Video und Podcast hier). Christoph Schwennicke, Verleger von "Cicero" und "Monopol" widerspricht in Teilen und warnt: "Wer Geld gibt, will Einfluss nehmen" - auch bei Steingarts Medienprojekt.

"Was Gabor Steingart sagt, ist immer interessant und immer schön markant. Seine Aussagen zum Papier teile ich gleichwohl nicht. Es wird weiter einen Markt für inhaltlich, optisch und haptisch reizvolle Magazine geben. Nicht mehr den Massenmarkt. Aber jenen, den sich Vinyl gerade von der CD zurückerobert. Wie bei der Musik wird es Vinyl geben und Streamingdienste, aber keine CD mehr. Heißt: Es wird weiter Feinkost-Magazine geben, aber keine Papier-Massenware mehr - und es wird die digitalen Kanäle geben, wie Gabor Steingart gerade einen auf- und ausbaut.

Dass wir besser mit unserer originären Dienstleistung (Inhalte) als über den Umweg Werbung unser Geschäft finanzieren, teile ich uneingeschränkt. Deshalb sind wir auch so froh mit dem Aufwuchs von Cicero Plus und unseren digitalen Abos. Da hat sich was verändert in der Bereitschaft der Nutzer, für guten Stoff auch im Netz zu bezahlen. Spotify und Netflix wirken hier.

Die Frage ist nur: Reicht das mittelfristig fürs Geschäftsmodell? Und wie verhält es sich mit den anderen Geldgebern, von denen er spricht: Ich wünsche Gabor Steingart wirklich, dass er Partner und Investoren findet, die Geld geben, ohne sich inhaltlich einzumischen. Unsere Erfahrung ist bei Sondierungen immer eine andere: Wer Geld gibt, will Einfluss nehmen. So einfach ist das. Und so verständlich irgendwo auch. Deshalb sind wir froh und dankbar, dass sich in den drei Jahren unserer Selbständigkeit der Res-Publica-Verlag ohne fremde Hilfe trägt."

Meinung: Die “heute-show” ist humorlos, aber Ernstes wird verlacht.

Satire: Karnevalswitze werden zu ernst genommen, Regierungserklärungen aber verlacht, beobachtet Hajo Schumacher. Die "heute-show" sei humorloser als eine Pressekonferenz mit Peter Altmaier. Glaubwürdigkeit habe wie im Journalismus weniger mit den Inhalten als mit dem Personal zu tun - so auch bei der Standup-Künstlerin Enissa Amani.
morgenpost.de, turi2.de (Background)

Meinung: Ohne “Spiegel”-Aufschrei hätte Enissa Amani keine Schlagzeilen gemacht.

Satire darf alles, aber nicht alle dürfen Satire, beobachtet Leo Fischer, Ex-Chefredaktur von "Titanic". Hätte sich "Spiegel"-Autorin Anja Rützel nicht als Opfer inszeniert, hätte es Enissa Amanis (Foto) Kritik nie in die Schlagzeilen geschafft. Satire von Menschen mit ausländisch-klingenden Namen werde in Deutschland immer noch zu wenig ernst genommen.
neues-deutschland.de, turi2.de (Background)

Spanische rechtspopulistische Partei ignoriert kritische Presseanfragen.

Pressefreiheit: Die rechtspopulistische spanische Partei Vox ignoriert Anfragen von kritischen Medien, schreibt Reiner Wandler. Wahlprognosen trauen der Partei ein zweistelliges Ergebnis bei den anstehenden Parlamentswahlen zu. Autoren der größten spanischen Tageszeitung "El País" würden als "Manipulatoren" beschimpft, die Fake News verbreiteten.
taz.de

Ohne Werbung: Gabor Steingart baut an einem Medienimperium mit 30 neuen Leuten.


Journalismus im Schaufenster: Gabor Steingart arbeitet von einer ehemaligen Berliner Bekleidungs-Boutique aus an seinem eigenen Medienreich. Im Video- und Podcast-Interview mit Peter Turi sagt der frühere Juniorverleger des "Handelsblatts", dass er ein weiteres Studio in bester Lage eröffnen und noch in diesem Jahr fünf bis zehn neue Podcasts starten will. Dafür sucht der Chef von bisher rund 20 Leuten 30 weitere Mitarbeiter. Bei der Frage nach der Finanzierung des Projekts wird Steingart ungewohnt schmallippig. Bisher stemmt er die Mio-Investition aus eigener Tasche und erteilt Werbe-Finanzierung eine schroffe Absage: Werbung sei "ein Übers-Ohr-Hauen der Leser und Hörer".

Steingart sagt, dass auch andere Medien die Werbefreiheit entdecken werden und nimmt sich demokratische US-Politiker zum Vorbild, die auf Gelder von Waffen- und Pharma-Riesen verzichten. Wie Steingart künftig mit seinem "Morning Briefing" Geld verdienen will, deutet er allenfalls an: Partner und Investoren sind willkommen, solange sie inhaltlich nicht zu sehr mitreden. Auch von Lesern und Hörern Geld zu nehmen, sei eine Option – im Moment aber zu früh.

Hat Gabor Steingart Recht und welche Chance hat sein Kurs ohne Werbung? Mailen Sie uns Ihre Meinung an post@turi2.de!

Das 45-Min-Gespräch von Gabor Steingart mit Peter Turi ist als turi2.tv-Video bei YouTube abrufbar und steht als Audio unter turi2.tv/podcast sowie bei iTunes, Spotify, Deezer und AudioNow bereit.



Kapitelmarken bei YouTube:

0:47 Gabor Steingart findet Papier als Medium "prähistorisch" und "autokratisch" – Bücher schreibt er dennoch.

2:28 ...über seinen "zeitgemäß interpretierten Journalismus"

3:58 ... will dem "Handelsblatt" keine Konkurrenz machen

6:21 ... über einen partnerschaftlichen Umgang mit Lesern und Hörern

8:05 ... über die Akquise von Promi-Gesprächspartnern

8:55 ... erklärt, warum er derzeit kein Geld verdienen will, und warum er eine Werbe-Vermarktung ablehnt

12:57 ... erklärt, warum er auch keine klassischen Abos verkaufen will, und vergleicht sich mit Mick Jagger

15:47 ... über einen Club als Geschäftsmodell

17:03 ... will sich als Gründer in seinem Unternehmen ersetzbar machen

18:43 ... will keine One-Man-Show machen, weitere Shows entwickeln und neue Mitarbeiter einstellen

31:39 ... will noch 5-10 weitere Podcasts produzieren und ein weiteres Studio aufbauen

24:32 ... will moderner Verleger und aktiver Journalist sein

25:31 ... hat keinen Plan aber einen Business-Plan

26:40 ... will keine Experiementier-Abteilung für einen klassischen Verlag sein

28:49 ... will noch nichts zur wirtschaftlichen Zukunft seines Unternehmens sagen

31:07 ... über Podcasts als Mittel der Hörer-Emanzipation

33:39 ... über seinen Arbeitsalltag

38:13 ... wie lange er noch früh aufstehen und an der Front Journalismus betreiben will

41:09 ... über seine Rausschmiss-Routine von der Schulbank bis zum "Spiegel"

43:13 ... will seinen Kindern keine publizistische Macht hinterlassen

Basta: Yellow Press enthüllt vermeintliche Eltern von Tochter des Funke-Sprechers.

Zu dieser Meldung gibt es weiter unten eine Aktualisierung

Die Korenkturen: Funke-Sprecher Tobias Korenke kennt die Märchenstunden der Yellow Press von Berufswegen. Bauers "Neue Post" macht auch vor ihm keinen Halt: Auf einem Foto mit Hubertus Meyer-Burckhardt und Dorothee Röhrig wird seine Tochter Clara zu deren Nachwuchs.
twitter.com



Update 29.4., 12:15 Uhr: Auch das Klambt-Magazin "Die neue Frau" hat die Familienzugehörigkeit von Clara falsch dargestellt. Die Redaktion gibt ihr außerdem einen falschen Namen. Der eingebundene Tweet zeigt die Klambt-Seite, unser Screenshot die "Neue Post".

Mitarbeit: Markus Trantow

Video-Tipp: Leica-Spot erzürnt Chinas Zensoren.

Video-Tipp: Leica ist in Chinas sozialen Medien nun ein geblocktes Wort. Hintergrund ist ein Werbefilm, den die brasilianische Saatchi-Agentur F/Nazca produziert hat. Er zeigt fiktionale Fotoreporter bei der Arbeit, u.a. beim Fotografieren des berühmten einsamen Demonstranten, der sich 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking den Panzern entgegenstellte, die die Studentenproteste niederschlugen.
youtube.com, scmp.com (Background)

“Spiegel”-Journalistin erntet Shitstorm nach Kritik an Standup-Künstlerin.

Social Media: "Spiegel"-Journalistin Anja Rützel erntet einen Shitstorm von Fans der Standup-Künstlerin Enissa Amani (Foto). Rützel kritisierte Amanis Auftritt bei einem Influencer-Award als "sonderbaren Vortrag". Amani sagte darin u.a., sie höre die Berufsbezeichnung Komikerin nicht gerne. Rützel stellte ihren Account auf privat, nachdem sie bei Twitter beschmipft wurde. Amani distanzierte sich von den beleidigenden Postings gegen Rützel.
twitter.com, watson.de, spiegel.de (Rützels Amani-Kritik), instagram.com (Amani gegen Beleidigungen)

Meinung: Pressefreiheit ist keine Hitparade.

Reporter ohne Grenzen Logo 150Pressefreiheit: Die Rangliste von Reporter ohne Grenzen erleichtert die Berichterstattung, erschwert aber eine tiefgründige Auseinandersetzung, schreibt Lea Fauth. Deutschland habe sich im Ranking der Pressefreiheit nur verbessert, weil sich die Arbeitsbedingen für Journalisten in anderen Teilen der Welt verschlechterten. Pressefreiheit verkomme damit "scheinbar zu einem relativen Wert".
uebermedien.de, reporter-ohne-grenzen.de (Rangliste), turi2.de (Background)

Pressefreiheit in Europa zunehmend eingeschränkt, mahnt Reporter ohne Grenzen.

Pressefreiheit in Europa verschlechtert sich zusehends wegen eines "Klimas der Angst", mahnt Reporter ohne Grenzen. Auf der jährlichen Rangliste fällt Österreich um fünf Plätze auf Rang 16, die USA um drei Plätze auf Rang 48. Deutschland klettert von 15 auf 13, weil sich die Lage für Journalisten in anderen Staaten noch mehr verschlechterte. Reporter ohne Grenzen beobachtet zunehmende verbale Gewalt gegen Journalisten und in diesem Klima eine steigende Anzahl tätlicher Angriffe. In Deutschland waren es mindestens 22, nach 16 Angriffen im Jahr 2017. Die größte Pressefreiheit herrscht in Norwegen, Finnland und Schweden.
spiegel.de, reporter-ohne-grenzen.de (Rangliste), reporter-ohne-grenzen.de (Deutschland)

Zahl des Tages: Jeder 15. Heavy User schließt bei der “Welt” ein Digital-Abo ab.

Zahl des Tages: Jeder 15. Heavy User entscheidet sich bei der "Welt" für ein Digital-Abo, plaudert Chefredakteur Ulf Poschardt im "Horizont"-Interview aus dem Nähkästchen der Tracking-Daten. Zwischen 30 und 60 % der Nutzer landeten "bewusst und direkt" auf den Online-Angeboten der "Welt".
"Horizont" 16/2018, S. 10-11 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Strengere Maßstäbe für freie Mitarbeiter": "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt im Gespräch.

Zitat: Mathias Döpfner spricht sich gegen Upload-Filter aus.

"Wir als Journalisten-Haus sind per se gegen den Einsatz von Upload-Filtern, weil sie theoretisch zur Inhaltskontrolle missbraucht werden können."

Springer-Chef Mathias Döpfner, vorab eifriger Befürworter der EU-Urheberrechtsreform, erklärt bei der Springer-Hauptversammlung und nach der finalen Abstimmung in Brüssel, dass er Upload-Filter im Journalismus ablehnt.
per Mail

Paid-Content-Startup Steady erhält Millionen-Investment.

Steady erhält eine Millionen-Investition von Müller Medien und der IBB Beteiligungsgesellschaft. Das Startup aus Berlin liefert 400 Journalisten, Bloggern und Podcastern die Technologie für digitale Abos. Medien wie Krautreporter, "Titanic" und Übermedien verwalten über Steady ihre Mitgliedschafts-Modelle. Müller hält nun rund 15 %, IBB rund 5 % der Anteile – die genaue Höhe des Investments bleibt geheim. Geschäftsführer von Steady sind die einstigen Krautreporter-Gründer Sebastian Esser und Philipp Schwörbel.
steadyhq.com, eigene Infos, turi2.de (Background)

Meinung: Facebook schnürt Journalismus die Luft ab und inszeniert sich als Überlebenshelfer.

Facebook: Für das Geschäft der Tech-Konzerne hat Journalismus keine Relevanz, sagt der Journalist Mathew Ingram im Medienwoche-Interview. Wenn Medien Facebook den Rücken kehrten, büßten sie Reichweite ein. Doch etablierte Marken könnten die Interaktionsrate mit den Nutzern auf deren Online-Portalen als "wertvollere Währung" ausbauen.
medienwoche.ch

Finanzaufsicht zeigt Journalisten wegen Verdachts der Marktmanipulation an.

Wirecard: Die Finanzaufsicht BaFin zeigt rund ein Dutzend Personen an – darunter auch Journalisten der "Financial Times". Sie haben möglicherweise gemeinsame Sache mit Spekulanten gemacht, die auf fallende Wirecard-Kurse setzten. Die "Financial Times" hatte schwere Vorwürfe gegen Wirecard veröffentlicht und später Manipulationen durch ihre Journalisten dementiert. Die Wirecard-Aktie verlor zeitweise massiv an Wert.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Gericht weist Böhmermanns Klage gegen Merkel ab.

Schmähgedicht-Streit: Moderator Jan Böhmermann scheitert mit seiner Klage gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel – das Gericht sieht sie als unzulässig an. Böhmermann möchte der Bundesregierung verbieten, sein Erdogan-Schmähgedicht "bewusst verletzend" zu nennen. Das Kanzleramt will die Formulierung ohnehin nicht wiederholen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Nutzer verzeihen Fehler, glaubt Manfred Protze vom Presserat.

Medienkritik: Nutzer sind nicht "von vornherein bösgläubig und verzeihen auch Fehler, sagt Manfred Protze vom Presserat im "taz"-Interview. Wichtig sei, dass Medien Fehler nicht unter den Teppich kehren. Zwischen sozialen Medien und journalistischen Formaten zu unterscheiden, gelänge nicht allen Nutzern – u.a. daraus resultiere der Vorwurf der Lügenpresse, weil Medien mitunter "aus ethischen Gründen nicht publizieren".
taz.de

Pressesprecher müssen hauptsächlich zuhören, findet Daniel Neuen.

Pressesprecher werden nicht aussterben, solange sie zeitgemäß arbeiten, glaubt "PR Report"-Chefredakteur Daniel Neuen. Zeitgemäß bedeute, dass sie nicht nur mit Journalisten sprechen, sondern auch mit Influencern, Kunden, Mitarbeitern, NGOs "und wer weiß noch wem". Und dass sie nicht nur sprechen, sondern v.a. zuhören und Beziehungen "bauen, pflegen und reparieren".
newsroom.de

“Spiegel”-Aufklärer Clemens Höges: Relotius-Kommission möchte keinen Zeitdruck.


Wortkarge Aufklärer: Knapp vier Monate nach der Relotius-Affäre treffen sich hunderte Journalisten beim Reporterforum im "Spiegel"-Haus – und sind teils verwundert über die wenigen Antworten. "Spiegel"-Blattmacher Clemens Höges bittet um Geduld und sagt: "Die Kommission möchte sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen". "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann sagt seine Teilnahme am Workshop der Reporter kurzfristig ab – wegen einer Management-Tagung.

Die dreiköpfige Kommission habe viele Gespräche mit Beteiligten geführt und interne Abläufe hinterfragt, erzählt Höges. Ihr Bericht gehe zunächst an Chefredaktion und Geschäftsführung. Auf ungeduldige Fragen von Anwesenden, wann Ergebnisse vorliegen werden, antwortet Höges lediglich: "bald". "Es ist für uns eine große Aufgabe, denn wir stellen absolute Transparenz her", sagt Höges bei der Eröffnung der Veranstaltung (siehe Video). In Zeiten von Fake News gehe es darum, wieder das Vertrauen der Leser zu gewinnen: "Das gilt für den 'Spiegel', aber nicht nur für den 'Spiegel' – obwohl der 'Spiegel' gewissermaßen Ground Zero war." (Foto: Jens Twiehaus)
turi2.tv (2-Min-Video mit Höges)

Clemens Höges zur Relotius-Aufklärung im Video:

“Spiegel”: Ecuador hat Assanges Asyl-Widerruf lange vorbereitet.

Ecuador hat den Widerruf des Asyls von WikiLeaks-Gründer Julian Assange lange vorbereitet, schreibt der "Spiegel". Im März 2018 habe das Außenministerium Assange von Internet und Telefon abgeschnitten, im November ein restriktives Umgangs-Protokoll erlassen. Seine Besucher mussten u.a. ihre Social-Media-Accounts an- und ihre elektronischen Geräte abgeben. Assange wollte das Protokoll nicht unterschreiben, damit Verletzungen nicht als Grund für Asyl-Entzug verwendet werden könnten. Ecuadors Präsident Lenin Moreno begründet die Verhaftung damit, dass WikiLeaks Dokumente über einen Korruptionsskandal der Familie des Staatsoberhaupts veröffentlicht habe.
"Spiegel" 16/2019, S. 77 (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

PR-Büros von Parteien sind keine Newsrooms, kritisiert Nora Frerichmann.

PR, die auch so heißt: Bei Parteien sind Newsrooms aktuell ein Hype, sie geben sich damit "gern einen journalistischen, unabhängigen Anstrich", kritisiert Journalistin Nora Frerichmann im "Altpapier" des MDR. Auch vom Storytelling im Politik-PR-Bereich, z.B. im Verkehrsministerium, hält sie wenig. Ministerien sollten Fakten statt Geschichten liefern.
mdr.de

Britisches Medien-Startup Tortoise will Slow Journalism etablieren.

Medien-Startup Tortoise versucht sich an "Slow Journalism". Nachrichten befeuern laut den Gründern Katie Vanneck-SmithJames Hardings und Matthew Barzun die allgemeine Unruhe. Digitaldetoxende Nutzer seien für Demokratien aber auch Gift. Per Crowdfunding haben sie 625.000 Euro zusammenbekommen und arbeiten mit acht Investoren, das Geld reicht so für zunächst drei Jahre. Langfristig soll sich ihr Schildkrötenmodus-Journalismus durch Mitgliedschaften finanzieren.
deutschlandfunk.de

Spiegel Online startet das Journalismus-Projekt “Globale Gesellschaft”.

spiegel online_spon_logo_150Spiegel Online lässt eigens abgestellte Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Ungerechtigkeiten der globalisierten Welt und gesellschaftspolitische Herausforderungen berichten. Das Projekt heißt "Globale Gesellschaft". Geplant sind Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts. Die Projektleitung übernimmt Lena Greiner, sie steuert das Team von Hamburg aus. Die Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt das Projekt drei Jahre, sie unterstützt schon ähnliche Projekte bei "The Guardian" und "El Pais".
dwdl.de

Bloomberg-Chef John Micklethwait sieht ein “Comeback des Bezahlens”.

Bloomberg war besser auf die Umbrüche im Journalismus vorbereitet, weil es schon immer Bezahlinhalte für Firmenkunden angeboten hat, sagt Chefredakteur John Micklethwait im Interview mit der "Welt". Er sieht ein "Comeback des Bezahlens für Informationen", erkennt aber dennoch Schwierigkeiten, etwa für Lokalzeitungen. Google und Facebook beunruhigten Micklethwait nicht. Da sie keine Informationen erstellen würden, seien sie keine Medienunternehmen, würden Anbieter wie Bloomberg aber gleichwohl herausfordern.
"Welt", S. 21 (Paid)

Meinung: Apple News Plus ist kein großer Wurf.

Apple wird mit seiner News-Flatrate den Journalismus "weder retten noch ruinieren", kommentiert Marcus Schuler im Deutschlandfunk. Die ersten zwei Wochen hätten gezeigt, dass die App kein großer Wurf sei und bisweilen anstrengend in der Bedienung. Mittelfristig könnte sich das Angebot am ehesten für Magazine lohnen, die so ein Schaufenster für neue Leser erhalten.
deutschlandfunk.de

Meinung: Fake News verdeutlichen den Wert des unabhängigen Journalismus.

Fake News verbreiten sich zuletzt stärker, verdeutlichen Menschen aber den Wert von unabhängigem Journalismus, sagt Klaus Meier, Professor für Journalistik, im Interview mit der "Schwäbischen Zeitung". Journalisten sollten künftig transparenter Quellen offenlegen und Lesern erklären, warum bestimmte Themen redaktionell stärker gewichtet werden.
schwaebische.de