Reuters Institute: In Redaktionen herrscht zu wenig Vielfalt.

Redaktionen fehlen Mitglieder mit Migrationshintergrund, vom Land und aus sozial schwächeren Schichten. Das ist das Ergebnis einer qualitativen Studie des Reuters Institutes der Universität Oxford in Deutschland, Großbritannien und Schweden. Personen abseits der klassischen Mittelstandsfamilie fehle es an Vorbildern. Zudem seien viele sprachlich oder kulturell mit höheren Einstiegshürden konfrontiert.
sueddeutsche.de

Wir graturilieren: Sonia Mikich wird 68.

Wir graturilieren: Sonia Mikich wird heute 68 Jahre alt. Am Ehrentag geht sie Wandern, trotz angekündigtem Regenwetter: Schon "ewig" wolle ihr Mann ihr den Märchenwald bei Kassel zeigen. Am Abend stößt die langjährige WDR-Chefredakteurin mit Freunden auf das neue Lebensjahr an.

Ihr größter Erfolg im vergangenen Jahr sei die "Freiheit nach dem Ausstieg". Nach ihrem Ruhestand sei sie künftig nur für sich selbst verantwortlich. Auch "die wundervollen Gesprächsrunden" im Schauspielhaus Bochum blieben ihr positiv im Kopf. Im neuen Lebensjahr wolle Mikich ein Buch mit Erzählungen von "seltsamen Menschen und seltsamen Orten" weiterschreiben. Gratulationen erreichen sie bei Twitter.

Ermittlungen gegen Correctiv-Chefredakteur werden eingestellt.

Pressefreiheit: Die Staatsanwaltschaft stellt die Ermittlungen gegen den Correctiv-Chefredakteur Oliver Schröm ein. Die Schweizer Privatbank Sarasin zeigte den Journalisten aufgrund des Verdachts der Wirtschaftsspionage an. Die Staatsanwaltschaft sieht "keinen hinreichenden Tatverdacht". Der damalige "stern"-Reporter berichtete über CumEx-Geschäfte.
correctiv.org , abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: "Zeit"-Chef Rainer Esser will in Meetings keine Machtdemonstrationen.

"Viele Meetings finden im Stehen statt, das diszipliniert ungemein."

"Zeit"-Chef Rainer Esser will die Diskussionskultur im Verlag künftig "zielgerichteter" gestalten, sagt er an der Seite von Giovanni di Lorenzo im "Horizont"-Doppelinterview.
"Horizont", S. 14 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Jammern verboten": Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt (12/2018).

WDR-Mitarbeiter streiken, "MoMa" und "Tagesschau" laufen vom Band.

WDR hat das ARD-"MoMa" sowie die "Tagesschau" heute zwischen 7 und 8 Uhr nicht live, sondern nur eine Aufzeichnung der Stunde zuvor gesendet. Grund war ein Streik, zu dem die Gewerkschaft Verdi u.a. Kameraleute für heute zwischen 6 und 24 Uhr aufgerufen hatte.
noz.de

Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim.


Die Chemie von YouTube: Mai Thi Nguyen-Kim hat das Labor gegen das Studio getauscht. Die promovierte Chemikerin funkt bei YouTube, im WDR und beim ZDF – gegen Fake News und für einen gemeinsamen gesellschaftlichen Wahrheits-Nenner. Anne-Nikolin Hagemann porträtiert die Wissenschafts-Journalistin im Berufe-Alphabet der turi2 edition #8 als W wie Welterklärerin. Das ganze Porträt lesen Sie hier als Online-Text und hier im kostenlosen E-Paper.

Türkische Denkfabrik attackiert internationale Medien wie die Deutsche Welle.

Pressefreiheit: Eine regierungsnahe türkische Denkfabrik wirft internationalen Medien in einer Studie "regierungsfeindliche" Berichterstattung vor, meldet die Deutsche Welle. Dabei seien Journalisten namentlich mit ihren Twitter-Accounts genannt, darunter auch Reporter der BBC sowie des US-Senders Voice of America. Die Türkei versuche objektive Berichterstatter einzuschüchtern, kritisiert die Deutsche Welle, der allein 30 Seiten der Studie gewidmet seien.
dw.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Die Regierung redet uns nicht rein." – Peter Limbourg über 65 Jahre Deutsche Welle. (6/2018)

Zitat: Gelebt haben hilft ungemein.

"Ich bin froh, dass ich in meinem Leben nie etwas gekauft habe, keine Wohnung, kein Haus, sondern das Geld immer im Hier und Jetzt ausgegeben habe. Die Erinnerungen haben mir geholfen, manche dunklen Nächte zu überleben."

Der in der Nacht zum Freitag verstorbene Michael Jürgs erklärt im Interview mit Kress Pro Ende 2018, wie er seinen Frieden mit seiner Krebsdiagnose gemacht hat.
kress.de, turi2.de (Background)

Mathias Döpfner erinnert an Michael Jürgs als "absoluten Journalisten".

Michael Jürgs verstand es Leser für das zu interessieren, was er selbst interessant fand, erinnert Springer-Chef Mathias Döpfner an den verstorbenen, früheren "stern"-Chefredakteur. Dieser Übertrag sei ihm gelungen, da er sich stets absolut gesetzt habe, "eitel wie ein Kind und die Eitelkeit kontrollierend wie ein Profi".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Michael Jürgs, 74, ist tot.


Michael Jürgs, 74, ist tot. Der Publizist und frühere "stern"-Chefredakteur ist nach langer Krankheit in der Nacht zu Freitag in Hamburg gestorben. Er arbeitete nach seiner Zeit beim "stern" u.a. als Chefredakteur des Magazins "Tempo", als Co-Moderator der "NDR Talkshow". Er produzierte TV-Dokumentationen und schrieb Biographien, u.a. über Axel Springer und Günter Grass. Jürgs hatte erst im Juni den Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk bekommen. In der Laudatio sagte sein Freund, Ex-Kulturstaatsminister Michael Naumann, der Preis komme "ein wenig zu spät, aber gerade noch in womöglich letzter Minute".

Jürgs ließ seine Dankesrede von Mathias Döpfner vorlesen, und schrieb u.a.: "Die Umschreibung unseres geliebten Berufes als vierte Macht war mir stets zu martialisch. Jetzt aber, in Zeiten, da Barbaren unsere Zivilgesellschaft attackieren und vor Mord nicht zurückschrecken, ist es der passende Begriff. Den Feinden der Demokratie, auf der Straße oder im Netz, ist zu begegnen mit aller Macht des Staates, aber auch mit unseren eigenen Waffen - Wörtern und Worten."
sueddeutsche.de, youtube.com (Ausschnitt Laudatio, ab 3:00 Min), horizont.net (Nachruf von Ulrike Simon)

"Hamburger Morgenpost" verliert Vize-Chefredakteur Maik Koltermann.

Hamburger Morgenpost und Vize-Chefredakteur Maik Koltermann, 43, gehen getrennte Wege. Nach 19 Jahren verlässt der Journalist die Redaktion, wie das Boulevardblatt schreibt. Hintergründe zum Abgang nennt die Zeitung nicht. Der frühere Vize-Chefredakteur Frank Wieding wechselte im Sommer 2018 in die PR.
"Hamburger Morgenpost", S. 10 (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Polizei ist bei RWE-Protesten keine zuverlässige Informationsquelle.

Polizeimeldungen sind für Journalisten eine unzuverlässige Quelle, beobachtet Übermedien-Autor Sebastian Weiermann am Beispiel der linken Proteste gegen RWE im Rheinland. Die Klimaaktivisten übten "zivilen Ungehorsam" aus, was "auch mit Straftaten" einhergehe. Medienanfragen dazu beantworte die Polizei häufig verspätet oder ungenau.
uebermedien.de

Berufe mit Zukunft: Q wie Queraussteigerin – Domenika Ahlrichs.


Journalistin macht Schule: Domenika Ahlrichs hat ihre persönliche Exit-Strategie aus dem Journalismus umgesetzt – seit 2018 arbeitet die einstige Vize-Chefredakteurin von Zeit Online zunächst als Referendarin und heute als Lehrerin an einer Berliner Schule. Ihr Journalistinnen-Handwerk kann sie auch vor der Klasse gebrauchen, erklärt sie im Porträt von Maria Gramsch. Den ganze text aus der turi2 edition #8 lesen Sie hier online und hier im kostenlosen E-Paper.

Lese-Tipp: Michael-Jürgs-Laudatio enthält Sprengstoff für Springer und den BDZV.

Lese-Tipp: Michael Naumann laudatiert seinem schwer kranken Freund Michael Jürgs, der den Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk erhält. Seine Passage zu Jürgs' Recherchen über den Lebemann Axel Springer hatte den Ausrichter BDZV vorab in Wallung versetzt. Ulrike Simon berichtet, dass ausgerechnet BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner dazu aufrief, alles zu sagen, was er sagen wolle.
horizont.net

Journalistin beschuldigt Trump, sie in den Neunzigern sexuell missbraucht zu haben.

USA: Die Journalistin E. Jean Carroll wirft Donald Trump vor, sie in einem Kaufhaus sexuell missbraucht zu haben. Das "New York Magazine" hat Auszüge aus ihrem neuen Buch veröffentlicht, in dem sie schreibt, der Vorfall habe sich 1995 oder 1996 ereignet. Trump habe sie um Hilfe bei der Auswahl von Damenunterwäsche gebeten und in der Umkleidekabine versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe fliehen können. Trump bestreitet die Anschuldigungen. Außer Carroll werfen 15 weitere Frauen Trump sexuelle Belästigung vor.
zeit.de, welt.de

Indien: Sand-Mafia ermordet Investigativ-Journalisten.

Journalisten, die in Indien über den illegalen Abbau von Sand berichten, leben gefährlich, schreiben vier Autoren der "Süddeutschen Zeitung". In den letzten vier Jahren wurden vier Journalisten umgebracht, weitere bedroht und eingeschüchtert. Investigativjournalisten der Organisation Forbidden Stories versuchen, die Arbeit von getöten Kollegen fortzuführen, die über Umwelt- und Ressourcenausbeutung geschrieben haben.
sueddeutsche.de

dpa-Mitarbeiter streiken erstmals für Lohnangleichung.

dpa: Rund 100 Mitarbeiter haben am Dienstag­mittag in Berlin gestreikt, etwa 80 % der gerade Diensthabenden. Es war der erste Warnstreik in der Geschichte der dpa. DJV und Verdi fordern vor allem die Angleichung der Löhne zwischen der dpa und ihren tariflosen Tochterunternehmen. Die dpa sagt, die Geschäftsführung habe die Aktion "zur Kenntnis genommen".
taz.de

Zitat: Lokaljournalismus muss weg vom Schreibtisch, findet Benjamin Piel.

"Die Probleme entstehen immer dann, wenn man von so einer arroganten Warte aus Leute beurteilt oder eigentlich nicht mit ihnen redet."

Benjamin Piel, Chefredakteur des "Mindener Tageblatts", findet, dass Lokaljournalisten "viel mehr draußen aktiv" sein müssen. Zu häufig würden Redaktionen nur noch vom Schreibtisch aus arbeiten, sagt er beim 199. der geplanten 200 Termine seiner Interview-Reise durch das Verbreitungsgebiet seiner Zeitung.
deutschlandfunk.de

Berufe mit Zukunft: J wie Journalistin – Petra Winter.


Mehr als schöner Schein: Petra Winter hat bei Springer das Journalisten-Handwerk gelernt, ist bei "Cosmopolitan" zu Chefredakteurin aufgestiegen und leitet nun bereits seit fünf Jahren die Zeitschrift "Madame". Im Porträt von Anne-Nikolin Hagemann für die turi2 edition #8 erzählt sie von der Macht der Worte und wie kritischer Journalismus in der "Welt des Schönen" funktioniert. Lesen Sie das ganze Porträt über Journalistin Petra Winterhier als Online-Text oder hier im kostenlosen PDF des Buchs und klicken Sie hier den Videofragebogen.

Patricia Riekel wird schon zum zweiten Mal politisch.

Patricia Riekel zieht es in die Politik – und Anne Fromm sieht darin eine Parallele zu Riekels Zeit als "Bunte"-Chefin. Unter ihrer Führung wurde das Klatschblatt politisch. Patricia Riekel will nun mit 69 Jahren für die FDP in den Münchner Stadtrat – und veröffentlicht ihre Home- und Hundestorys selbst auf Instagram.
taz.de

Aus dem Archiv: Patricia Riekel beantwortet 2016 den fragebogen2

Wolf-Ulrich Schüler folgt Tanit Koch von Springer zu RTL.

RTL: "Bild"-Nachrichtenchef Wolf-Ulrich Schüler wechselt im September ins neue n-tv-Team um Tanit Koch, berichtet "Clap". Schüler hatte im Jahr 2015 als Ressortleiter Unterhaltung bei Springer angefangen. Julia Höpfner, bislang Ressortleiterin Nachrichten, folgt Schüler bei "Bild" als neue Nachrichtenchefin.
clap-club.de

Zitat: Michael Pohl sieht einen klaren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.

"Damit hat der Reporter ganz bewusst rote Linien des Journalismus überschritten."

Michael Pohl, Geschäftsführer von RTL Nord, erklärt, dass die manipulierten Beiträge des Reporters nicht insgesamt erfunden waren. Jedoch wurden sie so abgeändert, dass die Themen "aufregender und größer wirken sollten", als sie eigentlich waren.
rtl.de, turi2.de (Background)

RTL-Reporter hat offenbar jahrelang journalistische Beiträge manipuliert.


RTLotius: RTL trennt sich von einem Mitarbeiter, der über mehrere Jahre journalistische Beiträge gefälscht hat, wie der Sender bekannt gibt. In mindestens sieben Beiträgen konnte der Sender Fälschungen des 39-Jährigen nachweisen. Eine Mitarbeiterin von RTL Nord hatte in einem Beitrag Ungereimtheiten entdeckt und daraufhin die Geschäftsführung informiert. Der Beitrag über Codein-Missbrauch, der bei "Punkt 12" und im "Nachtjournal" gelaufen ist, lieferte Fakten, die nicht mit dem gedrehten Rohmaterial übereinstimmten – wie auch der Kameramann besttigen konnte.

In einem weiteren Beitrag hat der Reporter behauptet, ein persönliches Interview mit Lionel Richie geführt zu haben. Jedoch kombinierte er lediglich Interviewsequenz aus einer elektronischen Pressemappe mit nachträglich eingefügten Gegenschussaufnahmen von ihm als Interviewer.

Der Reporter habe gegenüber RTL-Chefredakteur Michael Wulf und RTL-Nord-Geschäftsführer Michael Pohl versucht, die belegbaren Vorwürfe zu relativieren. Nun sollen alle seine Beiträge der vergangenen zwölf Jahre gecheckt werden. Die Beiträge sind online und auch im internen Newsarchiv gesperrt worden.
dwdl.de, rtl.de

Freischreiber-Report liefert erste Erkenntnisse zu Journalisten-Honoraren.

Journalismus: Katharina Jakob und Michel Penke veröffentlichen erste Daten ihres Freischreiber-Reports. Das Stundenhonorar freier Journalisten liegt demnach im Mittel bei 22,50 Euro brutto, vielerorts sehe es "ziemlich düster" aus. Wer länger im Journalismus arbeite, erziele bessere Honorare. Der Report untersucht auch die Bezahlung von Pauschalisten und Festangestellten.
wasjournalistenverdienen.de

Russische Polizei nimmt Demonstranten bei Kundgebung für Iwan Golunow fest.

Russland: Bei einer nicht genehmigten Demo für den freigelassenen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau hat die Polizei laut Innenministerium 200 Menschen festgenommen, darunter Oppositionspolitiker Alexej Nawalny und den deutschen Journalisten Alex Chernyshev. Die Nichtregierungsorganisation OVD-Info geht von mehr als 400 Festgenommenen aus.
dw.com, turi2.de (Background)

kress.de: DJV-Mitglieder werfen Chef Frank Überall Interessenkonflikte vor.

DJV: Mehrere Mitglieder werfen dem Vorsitzenden Frank Überall vor, er stelle CDU-Interessen über die der Journalisten, schreibt kress.de. In einem Brandbrief schreibt Peter Welchering, Ex-Vize-Vorsitzender des DJV Baden-Württembergs, Überall zerlege "aus parteipolitischer Rücksichtnahme" den DJV. Mehrere Journalisten kritisieren, dass Überall sich im Namen des Verbands für die EU-Urheberrechtsreform stark gemacht habe. Überall sagt zu kress.de, Welcherings Kritik gründe auf einer "Privatfehde".
kress.de