Hör-Tipp: Juan Moreno findet die “Spiegel”-Reaktion auf die Relotius-Enthüllung sportlich.

Hör-Tipp: Juan Moreno (Foto) spricht mit der "Süddeutschen Zeitung" auf der Frankfurter Buchmesse über sein Relotius-Buch. Der "Spiegel" nehme die Enthüllungen "sportlich", der freie Journalist erhalte vom Verlag weiterhin Aufträge. Dennoch gibt Moreno zu: "Ich würde es nicht gerne nochmal schreiben müssen".
sueddeutsche.de (34-Min-Audio), turi2.de (Lese-Tipp)

Chefredakteur Lars Reckermann verlässt die “Nordwest Zeitung”.

NWZ: Chefredakteur Lars Reckermann (Foto) und die "Nordwest Zeitung" gehen getrennte Wege. Reckermann verlasse den Verlag nach drei Jahren "auf eigenen Wunsch", um "neue berufliche Wege" zu gehen. Seine Aufgaben übernehmen die bisherigen Vize-Chefredakteure Gaby Schneider-Schelling und Ulrich Schönborn kommissarisch.
nwzonline.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Dunja Hayali über Anstand und Empörungswellen.

Hör-Tipp: Dunja Hayali spricht in Hotel Matze mit Matze Hielscher über Engagement gegen Hetze, die Halbwertzeit von Empörungswellen in den Medien und darüber, wie sie selbst sich ihre Meinung bildet. Sie sieht es als Journalistin als Pflicht, nicht nur mit Menschen in ihrer Filterblase zu sprechen und "Dinge erstmal sacken zu lassen, statt gleich zu reagieren".
soundcloud.com (68 Min)

“Auch Männer dürfen Robin heißen” – Robin Alexander im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9.


Fernbedienung des Friedens: Robin Alexander hat seine Ehe erfolgreich stabilisiert – dank gemeinsamer TV-Serien-Interessen mit seiner Frau. Doch diese Zeit ist jetzt vorbei, verrät der "Welt"-Politikjournalist augenzwinkernd im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9. Alexander ist ein Anhänger des Lesens und nutzt die ruhigen Abendstunden lieber dazu. Lebensverändernd war das Fernsehen für ihn dennoch: Nachdem der ARD-Reporter Robin Lautenbach über die Maueröffnung berichtet hatte, war den Kameraden im heimischen Ruhrgebiet endlich klar: "Auch Männer dürfen Robin heißen".
turi2.tv (2-Min-Video auf YouTube)

Mehr Geschichten aus der Bewegtbildwelt: Die "turi2 edition #9" erscheint am 25. Oktober 2019 in der Reihe turi2 edition, Magazin für Medien, Wirtschaft und Politik. Sie können die Buchreihe hier abonnieren.

Themen:
Reportagen: Phänomen E-Sports, im WELT-Newsroom, ein Besuch im Kliemanns-Land
Essay: Die neuen Lagerfeuer
5 Marken, die Erfolg mit Bewegtbild haben
Große Interviews mit Frank Elstner, Nico Hofmann, Peter Kloeppel, Lisa Altmeier und Laura Karasek
20 Köpfe und 10 Trends: so bunt ist die neue Bewegtbild-Welt
Das Buchmagazin ist vernetzt mit Videos, Digital, Social Media und Launchparties in Köln und München. Außerdem gibt es das Buch auch als 45-Minuten-Film! Kontakt: edition@turi2.de

Lese-Tipp: Juliane von Reppert-Bismarck erzählt, wie Schüler Medien wahrnehmen.

Lese-Tipp: Juliane von Reppert-Bismarck spricht im Interview mit Silke Fokken über ihre Erfahrungen mit ihrem Projekt Lie Detectors. Dabei gehen Journalisten in Schulklassen und vermitteln, wie sie Fake News identifizieren können. Ein Aha-Erlebnis sei für von Reppert-Bismarck gewesen, als ihr 13-jähriges Patentkind erzählt habe, dass viele Klassenkameradinnen für Donald Trump seien und dies an Botschaften auf Instagram liege.
spiegel.de

Meinung: Journalisten müssen Sprach-Framing erkennen.

Nachrichtensprache: Journalisten berichten über den "Wirtschaftsnobelpreis", obwohl es ihn nicht gibt – das zeigt ein grundsätzliches Problem mit inhaltlich falscher Verkürzung, meint Tanja Köhler. Journalisten sollten besser auf objektive Sprache achten. Köhler rät, weder positiv umgedeutete Begriffe wie "Gute-Kita-Gesetz", noch negative wie " Kopftuchmädchen" zu nutzen. T-Online scannt seine Artikel dafür z.B. mit einer Software, die Floskeln findet, der "Guardian" hat einen Style-Guide.
deutschlandfunk.de

Meinung: Medien sollten Terroristen nicht namentlich nennen oder ihre Bilder zeigen.

Terror-Berichterstattung sollte Tätern nicht zu viel Raum bieten, da der vermeintliche Ruhm sonst Nachahmer anstachelt, schreiben Jens Lubbadeh und Birgit Herden und berichten über Untersuchungen zum Thema. Forscher empfehlen, Namen und Fotos der Täter nicht zu veröffentlichen und die Überschriften nicht auf die Täter zu münzen. Auch sollten Journalisten Schlagwörter, die Täter nutzen, vermeiden, da das mit ihnen verbundene Gedankengut sonst Verbreitung finde, wenn Leser nach den Begriffen suchen.
welt.de

Immer mehr Journalisten wechseln in die rechte Politik, beobachtet Übermedien.

Politik: Noch nie gab es eine Partei, in der Journalisten so mächtig sind wie in der AfD, kommentiert René Martens im Jahrbuch Fernsehen, aus dem Übermedien Auszüge veröffentlicht. Jürgen Braun (Foto), früher Leiter des Wirtschaftsressorts im MDR-Landesfunkhaus Sachsen, gehört künftig zu den parlamentarischen Geschäftsführern der AfD-Fraktion im Bundestag. Zuvor wechselten u.a. auch Ex-"Bild am Sonntag"-Vize Nicolaus Fest oder Ex-"Focus"-Redakteur Michael Klonovsky auf die rechte Seite.
uebermedien.de

Buch-Tipp: Deniz Yücel berichtet über Gefangenschaft in der Türkei.

Buch-Tipp: Reporter Deniz Yücel veröffentlicht am Donnerstag das Buch Agentterrorist, worin der "Welt"-Korrespondent über seine türkische Gefangenschaft berichtet. "Welt am Sonntag" druckt vorab eine gekürzte Fassung eines Kapitels, in dem er u.a. über seinen Aufenthalt in der Istanbuler Residenz berichtet, in der er sieben Wochen lebte.
"Welt am Sonntag", S. 8 (Paid), turi2.de (Background)

Übermedien: Deutschlandradio trennt sich nach gefälschten Reportagen von Mitarbeiter.

Radio Relotius: Deutschlandradio trennt sich von einem Mitarbeiter, der vermeintliche Vor-Ort-Reportagen lieferte, obwohl er selbst nie vor Ort war, berichtet Daniel Bouhs. Der Deutschlandradio-Reporter habe im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet, die er selbst nicht geholt hat, was er aber nicht kennzeichnete. Das Material stamme aus anderen Medien. Mit atmosphärischen Elementen habe er den Eindruck erweckt, er wäre persönlich vor Ort. Deutschlandradio und der inzwischen gekündigte Journalist bestätigen auf Anfrage von Übermedien den Fall.

"Der Fall ist kein zweiter Relotius", betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien bei Übermedien. Der Journalist habe keine Geschichten erfunden, die Fakten stimmten. Der Reporter berichtete knapp zwei Jahrzehnte für Deutschlandradio, zuletzt aus dem europäischen Ausland. Der Journalist sagt, er habe aus einer "persönlichen Notlage" gehandelt, "aber das entschuldigt nichts". Aus "persönlichen Gründen" habe er seinen Wohnort für Reportage-Reisen nicht verlassen können. Der Sender hat die Zusammenarbeit beendet.
uebermedien.de (Paid)

Renner: “Bild” entzieht vier Vize-Chefredakteuren ihre Titel.

bildlogoSpringer will mindestens vier Vize-Chefredakteuren der "Bild" ihre Titel aberkennen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Am Gehalt und den Kompetenzen solle nicht gerüttelt werden, zwei der Betroffenen hätten Anwälte eingeschaltet. Die "Bild"-Chefredaktion besteht laut Impressum aus 14 Mitgliedern, zusätzlich zählten einige Ressortleiter zur Führungsriege.
morgenpost.de (Paid), turi2.de (Background)

Blick TV präsentiert Schweizer Moderatorenteam.

Blick TV, Ringiers digitaler Sender in der Schweiz, engagiert als Moderatoren den Ex-SRF-Moderator Reto Scherrer, die Ex-Telebasel-Moderatorin Lena Wilczek (Foto), den Ex-Radiomoderator Damian Betschart, den Ex-TeleZüri-Moderator Nico Nabholz, Marketing-Agentur-Inhaberin Sylwina Spiess sowie Simone Stern, zuletzt u.a. wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Schweizer Armee. Blick TV geht im 1. Quartal 2020 on-air.
ringier.ch

Meinung: Doping-Aufdecker Hajo Seppelt ist “Staatsanwalt, Großinquisitor, Beichtvater”.

Doping-Journalist Hajo Seppelt verdirbt mit seinen Recherchen vielen Leuten ein gutes Geschäft, schreibt Cathrin Gilbert in ihrem Portrait in der "Zeit". Durch seine Recherchen in der Sportszene und seinen Kampf darum, dass Sportler über Betrug auspacken, sei Seppelt nicht nur Journalist, sondern "eine Mischung aus Staatsanwalt, Großinquisitor, Beichtvater." Mittlerweile habe sich der ARD-Mann so viele Feinde, insbesondere in Sportverbänden, gemacht, dass er gemieden werde. Neue Rechercheure müssten daher in seine Nachfolge treten.
"Zeit", S. 24 (Paid)

“stern” besetzt die Ressortleitungen von Politik und Wirtschaft, Gesellschaft und Ausland neu.

stern befördert Lena Steeg (Foto) zur Leiterin des Gesellschaftsressorts neben Dagmar Gassen. Steeg war zuvor u.a. Vize-Chefin von "Neon". Das Ressort Politik und Wirtschaft leitet künftig Helen Bömelburg, Ex-Redaktionsleiterin von "Nido", zusammen mit Stefan Schmitz. Im Auslandsressort steigt Dominik Stawski auf, der mit Cornelia Fuchs ebenfalls eine Doppelspitze bildet.
new-business.de

“Süddeutsche”: Springer will weniger für dpa-Meldungen bezahlen.

dpa: Springer verhandelt mit der Deutschen Presse-Agentur über einen "massiven Preisnachlass", schreibt die "Süddeutsche". "Bild" habe in einem mehrtägigen Test auf dpa-Material verzichtet, dpa habe die Außenbüros daraufhin aufgerufen, möglichst viele Exklusiv-Geschichten zu liefern. Chefredakteur Sven Gösmann soll von mittelfristig 1 Mio Euro weniger Umsatz im Jahr gesprochen haben, die er insgesamt erwartet. Als erste Maßnahme verlagert er die Bearbeitung von Regional-Meldungen in die Berliner Zentrale.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Kameraleute werden bei Leichtathletik-WM in der Berichterstattung behindert.

Pressefreiheit: Kameraleute sind bei der Leichtathletik-WM in Katar bedrängt worden, schreibt "Spiegel" über Beobachtungen von Deutschlandfunk und ARD. Die Berichterstatter wollten die in der Hitze kollabierenden Athletinnen filmen. Beim Wettbewerb in Doha herrschte über 32 Grad, nur 40 der 68 Starterinnen kamen ins Ziel.
spiegel.de, twitter.com

Zitat: SWR-Moderator Wieland Backes will nicht aus dem Studio getragen werden.

"Damit widerlege ich, dass das Fernsehen eine Droge ist. Ich möchte nicht als jemand gehen, der keine Leistung mehr bringen kann, weil er zum Beispiel etwas zu alt ist."

Moderator Wieland Backes (SWR-Show "Ich trage einen großen Namen") beendet seine Karriere, kündigt der 73-Jährige im SWR an. Er möchte im Alter "nicht aus dem Studio herausgetragen werden".
swr.de

Renner: “Süddeutsche”-Digitalchefin Julia Bönisch ist auf dem Absprung.

Krach in der Kiste: Julia Bönisch, Digitalchefin von "Süddeutsche Zeitung", ist bereits seit acht Wochen nicht mehr in der Redaktion tätig, schreibt Kai-Hinrich Renner. Ihre Aufgaben seien auf andere Mitarbeiter verteilt worden. Eine Auflösung des Vertragsverhältnisses scheine trotz eines Vermittlungsversuchs von SWMH-Geschäftsführer Christian Wegner "nahezu unvermeidlich".

Anlass des Zerwürfnisses solle ein bereits im Mai im Fachblatt "Journalist" veröffentlichter Artikel sein. Darin fordert Bönisch der Digitalisierung angepasste Arbeitsabläufe in Redaktionen und schreibt u.a. über leitende Redakteure, dass diese ihre Beförderung "wuchtigen Texten" zu verdanken hätten. Co-Chefredakteur Wolfgang Krach spricht von einem "Vertrauensbruch". Das Verhältnis zwischen Print- und Online-Redakteuren ist bei der "Süddeutschen Zeitung" weiter schlecht, schreibt Renner.
morgenpost.de (Paid), journalist-magazin.de (Bönisch-Artikel)

Aus dem Archiv von turi2.tv: SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen (Archiv 05/2018).

“Spiegel”-Reporter Rafael Buschmann verzichtet auf Beförderung zum Investigativ-Chef.


Fehlende Beweise: Der "Spiegel" bläst die geplante Beförderung von Reporter Rafael Buschmann (Foto) zum Investigativ-Chef endgültig ab, schreibt die "Süddeutsche". Buschmann habe Chefredakteur Steffen Klusmann angeboten, auf den Posten zu verzichten, er bleibt aber Investigativ-Reporter. Der "Spiegel" hatte die Beförderung auf Eis gelegt, nachdem Unregelmäßigkeiten in einen Beitrag Buschmanns über Wettbetrug bei der Fußball-WM 2014 bekannt wurden.

Konkret geht es um die Frage, ob der Chat mit einem Wettbetrüger vor oder nach einem vermeintlich manipulierten WM-Spiel stattgefunden hat. Buschmann sagt, er sei gehackt worden und könne daher keine Screnshots des Chats als Beweis liefern. Chefredakteur Klusmann schreibt im Intranet, der "Spiegel" würde den Artikel aus heutiger Sicht "so nicht mehr drucken". Es reiche künftig nicht mehr, dass "die Gegenseite ihrerseits keinen ultimativen Beleg für die Behauptung hat, wir hätten falsch berichtet. Die Beweislast fällt hier tatsächlich uns zu."
sueddeutsche.de, uebermedien.de, turi2.de (Background)

“Kress”: “GQ”-Chefredakteur Tom Junkersdorf geht bei Condé Nast von Bord.

Mann des Jahres war gestern: "GQ"-Chefredakteur Tom Junkersdorf und Condé Nast gehen getrennte Wege, schreibt "Kress". Dies habe ein Verlagssprecher auf "Kress"-Anfrage bestätigt. Condé Nast Germany wolle sich neu aufstellen, "dies beinhaltet auch Personalmaßnahmen". Junkersdorf hatte die "GQ"-Chefredaktion 2017 übernommen und war zuvor für Bauer tätig.

"Kress" hört in der Münchner Gerüchteküche, dass der Männertitel künftig "möglicherweise von einem Markenverantwortlichen und gar nicht mehr von einem Chefredakteur" geführt werde. Junkersdorf war bis Ende 2016 Gründungs-Chefredakteur von "People" in Deutschland. Zuvor war der Journalist ebenfalls Gründungs-Chefredakteur von "Closer" sowie zwischen 2005 und 2010 "Bravo"-Chefredakteur.
kress.de

Focus Online macht Cherno Jobatey zum Editor-at-Large.

BurdaForward hält Cherno Jobatey im Haus und ernennt ihn zum Editor-at-Large von Focus Online. In der neuen Funktion soll er zusammen mit Chefredakteur Florian Festl die Ausrichtung der Seite im Blick haben und den regelmäßigen Talk "Talking Good" verantworten. Das Format soll ab Oktober regelmäßig in München und Berlin stattfinden und bei Focus Online als Stream laufen. Jobatey war bis zu ihrer Einstellung Herausgeber der deutschen Ausgabe der Huffpost.
focus.de

Wir graturilieren: Jost Lübben wird 55.

Wir graturilieren: Jost Lübben, Chefredakteur der "Westfälischen Rundschau" und "Westfalenpost", feiert heute seinen 55. Geburtstag. Den Ehrentag verbringt er tagsüber bei der BDZV-Jahrestagung in Berlin - und den Abend mit seiner Frau. Das Nachhaltigkeitsprojekt "Bin eben kurz die Welt retten" gehört für Lübben zu den Highlights seines zurückliegenden Lebensjahres.

Dass Claudio Pizarro "noch eine allerletzte Saison" bei Werder Bremen dranhängt, macht den Fußballfan froh. "Qualität hat Bestand" - nicht nur im Sport. Für das kommende Jahr wünscht sich der Journalist, dass "unserer Branche die wachsende Sorge vor dem Abstieg durch die Freude an der Offensive abgelöst wird". Geburtstagsglückwünsche sind auf allen Wegen, beispielsweise via Twitter, willkommen, "am allerliebsten" aber persönlich.

WDR und SWR beenden ihren gemeinsamen Klima-Podcast.

Podcast: WDR und SWR beenden den gemeinsamen Klima-Podcast "Klimazone" mit Werner Eckert vom SWR und ARD-Energie-Experte Jürgen Döschner (Foto) vom WDR, schreibt "taz". Die Kooperation könne laut SWR "WDR-seitig nicht realisiert werden". Der WDR plane keine "dauerhafte Beteiligung". Döschners Berichterstattung stieß u.a. bei RWE auf Kritik.
taz.de

Joyce Adeluwoye-Adams achtet bei Reuters auf Diversität im Newsroom.

Reuters ernennt Joyce Adeluwoye-Adams zur Verantwortlichen für Newsroom Diversity. Als solche achtet sie u.a. bei der Einstellung von Redakteuren und bei der Weiterbildung auf Vielfalt. Adeluwoye-Adams hat zuletzt beim schwedischen Spieleproduzenten King für mehr Vielfalt gesorgt und u.a. auch für die BBC eine Strategie für Diversität entworfen.
per Mail

Meinung: Streit mit rechtsextremistischen Parteien ist vergeudete Zeit.

Politik: Wer der AfD die große Bühne bietet, unterstützt keinen demokratischen Diskurs, sondern beteiligt sich an den "systematischen Angriffen auf unsere Grundwerte", schreibt "Monitor"-Chef Georg Restle in einem "Zeit"-Gastbeitrag. Die gezielte Provokation sei Kalkül. Nachdem er die AfD als rechtsextremistisch kritisiert hatte, erhielt Restle Morddrohungen.
"Zeit" 39/2019, S. 11 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Jan Hollitzer empfindet weitere Einsparungen als produktionsgefährdend.

"All die Sparmaßnahmen, die jetzt an den anderen Funke-Standorten greifen, sind bei uns bereits verwirklicht. Noch weniger geht nicht. Das wäre produktgefährdend."

"Thüringer Allgemeine"-Chefredakteur Jan Hollitzer will den Lokalteil, das "Hauptverkaufsargument", stärken, sagt er im Interview mit dem "Medium Magazin".
mediummagazin.de (Paid)

Buch-Tipp: “Spiegel”-Autor Juan Moreno dokumentiert Fall Relotius.

Buch-Tipp: "Spiegel"-Autor Juan Moreno (Foto) veröffentlicht am 17.9. das Buch Tausend Zeilen Lüge – das System Relotius und der deutsche Journalismus. Das Werk ist spannend, aber nicht voyeuristisch sowie dokumentarisch, aber nicht trocken, rezensiert die "Süddeutsche Zeitung". Relotius sei heute krank und in Behandlung, schreibt Moreno.
"Süddeutsche Zeitung", S. 48 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Mehr Rechte für die Dokumentation" – Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview (Archiv 05/2019).

“Medium Magazin”: Journalistenschulen bilden wenige Ostdeutsche aus.

Journalistenschulen bilden kaum Nachwuchs aus Ostdeutschland aus, zählt das "Medium Magazin". Acht von fünfzehn Schulen haben die Anfrage beantwortet. An der Nannenschule beispielsweise stammen zwei Schüler des aktuellen Jahrgangs bzw. 12,5 % aus dem Osten, bei der RTL-Journalistenschule in Köln keiner von 28, bei Springers Journalistenschule fünf bzw. 7 %.
mediummagazin.de

SWR: Kai Gniffke schlägt Anke Mai und Clemens Bratzler für die Nachfolge von Hug und Hauser vor.

SWR: Intendant Kai Gniffke schlägt Anke Mai als Nachfolgerin für Kulturchef Gerold Hug vor. Mai ist aktuell in gleicher Position beim BR tätig. Clemens Bratzler, aktuell Leiter Multimediale Aktualität und Vize-Landessenderdirektor BaWü, soll auf Infochef Christoph Hauser folgen. Hug und Hauser gehen vorzeitig in Ruhestand. Der Rundfunkrat muss die Vorschläge noch absegnen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: Ulrich Wickert erklärt die Gefahr einer Dusche.

"Das ist sehr ge­fährlich, denn unter der Dusche hat er immer Ideen."

Ulrich Wickert erklärt im Interview mit der "Berliner Morgenpost", wie er zum Ulrich Wickert Preis für Kinderrechte gekommen ist.
morgenpost.de

Weiteres Zitate aus dem Interview:

... wie die Relotius-Affäre seine Sicht auf bei Journalistenpreisen eingereichte Artikel verändert hat:

"Es geht nicht nur um Hochglanzreportagen, lass uns ganz besonders nach Inhalten gucken."

Meinung: Sascha Lobo profitiert von der digitalen Ahnungslosigkeit.

Sascha Lobo ist eine "universelle Schnittstelle" im Diskurs über das Digitale, porträtiert Cornelius Pollmer, der ihn bei einer Autogrammstunde begleitet. Blogger Lobo punkte mit Gespür für die Gegenwart und profitiere als Welterklärer von der Ahnungslosigkeit der Gesellschaft bei allem Digitalen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".
"Süddeutsche Zeitung", S. 3 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Sascha Lobo liest Verlagen die Leviten (10/2017).

Nannen-Werkstatt bildet überbetrieblich Journalisten-Nachwuchs aus.

Henri-Nannen-Schule bekommt einen Ableger: Die Trägerverlage Gruner + Jahr, "Spiegel" und "Zeit" gründen die Nannen-Werkstatt, die als Dienstleister eigene und fremde Volontäre und Jungredakteure ausbilden soll. Der erste Jahrgang startet Mitte 2020 mit Volos aus den Online-Redaktionen von "Spiegel", "stern" und "Zeit", sowie dem "Tagesspiegel", der "Sächsischen Zeitung" und mehreren G+J-Redaktionen.
presseportal.de

China schließt Korrespondenten von Merkel-PK aus.

China verweigert Korrespondenten den Zugang zur Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und Premier Li Keqiang. Nur die aus Deutschland mitgereisten Journalisten durften dabei sein - angeblich, weil die Große Halle des Volkes zu klein sei. Nach Protesten erhielten vier deutsche Korrespondenten Zugang, internationale Journalisten mussten draußen bleiben.
rnd.de, derstandard.at

Wir graturilieren: Martin Romanczyk wird 59.


Wir graturilieren: Martin Romanczyk, Nachrichtenchef bei der dpa, feiert heute seinen 59. Geburtstag mit seiner Frau "irgendwo im nahen Ausland" – mehr weiß er selbst noch nicht, das Reiseziel ist eine Überraschung. Das Beste am abgelaufenen Jahr war, dass "die Kinder selbstbewusst ihre Bahnen ziehen" und sonst auch "meine Liebsten allesamt gut beieinander sind". Aus sportlicher Sicht freut ihn am meisten, dass Borussia Mönchengladbach wieder international spielt.

Für das kommende Jahr dürfen es gern zwei Siege der Borussia gegen den 1. FC Köln – ansonsten darf alles so bleiben wie im vergangenen Jahr. Beruflich wünscht sich Romanczyk, dass er weiterhin jeden Tag mit Freude in den dpa-Newsroom gehen und immer wieder etwas dazulernen kann. Gratulationswege dürfen die Gratulanten selbst wählen – Glückwünsche kommen u.a. via E-Mail an.

Zitat: Julian Reichelt würde außerhalb des Journalismus gern als Möbelpacker arbeiten.

"Mein liebster Alternativjob ist Möbelpacker, weil man in den intimsten Lebensbereich von anderen Leuten kommt."

Julian Reichelt würde gern als Möbelpacker arbeiten, wenn er nicht "Bild"-Chef wäre, erklärt er im "Entscheider treffen Haider"-Podcast. Nach seiner Beschreibung klingt das quasi wie sein jetziger Job – nur mit mehr frischer Luft und körperlicher Arbeit.
abendblatt.de (90-Min-Audio)

Zitat: Ulrich Wickert definiert ein “neues Heimatgefühl”.

"Ich glaube, dass man Deutsch können muss, um sich als Deutscher oder als Deutsche zu fühlen. Ohne die Sprache kann man bestimmte Dinge, bestimmte Regeln nicht verstehen."

Ulrich Wickert definiert im Interview mit der "Bild am Sonntag" ein "neues Heimatgefühl", das nichts mit dem Herkunftsort zu tun hat. Der frühere "Tagesthemen"-Moderator hat das Buch Identifiziert Euch geschrieben, das am Montag erscheint.
"Bild am Sonntag", S. 10-11 (Paid), amazon.de (130 S., 20 Euro)

“Spiegel”-Essay: YouTuber Rezo kritisiert dpa und DJV.

Mehr Kritik wagen: Journalisten fehlt es oft an Bereitschaft zur Selbstkritik, schreibt YouTuber Rezo in einem "Spiegel"-Gastbeitrag. Er berichtet von seinen Erfahrungen nach seiner Print-Kritik in einem Video der YouTuber Space Frogs und kritisiert den DJV und die dpa. Eine später wieder zurückgezogene Pressemitteilung der Journalistengewerkschaft habe ihm fälschlicherweise vorgeworfen, Journalisten pauschal zu diffamieren. Die dpa hatte die Meldung aufgegriffen und viele Medien übernahmen den Text – wie Rezo glaubt – ohne das 14-minütige Original-Video anzusehen. Erst nach einer langwierigen Intervention sei die dpa bereit gewesen, eine Korrektur zu veröffentlichen.

Rezo ist der Meinung, dass die Meldung nur deswegen so detailliert aufgearbeitet worden sei, weil er eine hohe Reichweite hat, "irgendeine Random Oma hätte von der dpa keine Entschuldigung erhalten". Der YouTuber folgert, dass viele Fehler nicht verbessert werden und spricht der Nachrichtenagentur sein Misstrauen aus: "Ich kann keinem dpa-Artikel mehr blind vertrauen." In Zeiten von Fake News bringe die fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik einiger Journalisten die ganze Branche in Verruf. Rezo fordert: "Lasst uns mit den vielen großartigen Journalisten in diesem Land genau auf die Presse gucken und jedes Fehlverhalten kritisieren."
"Spiegel" 36/2019, S. 114-115 (Paid), turi2.de (DJV)

Mitarbeit: Markus Trantow

Zitat: “Monitor”-Chef Georg Restle wünscht sich unter Kollegen mehr Zusammenhalt.

"Mit Grabenkämpfen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Journalisten ist jedenfalls niemandem
gedient. Der Demokratie am wenigsten."


"Monitor"-Chef Georg Restle appelliert im "Journalist"-Interview an die eigene Zunft, gemeinsam die Grundrechte der demokratischen Gesellschaft "offensiver zu verteidigen".
"Journalist" 9/2019, S. 30-37 (Paid), turi2.de (Background)