“taz” sucht nach Anfeindungen Hilfe bei der Polizei.


(K)Ein Freund und Helfer: Hengameh Yaghoobifarah (Foto) und die "taz"-Redaktion suchen nach der umstrittenen Kolumne All cops are berufsunfähig Hilfe bei der Polizei, schreibt der "Focus". Sowohl Yaghoobifarah als auch die Zeitungsredaktion haben zuvor Drohungen erhalten, bestätigt die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk in der "Welt". Einige Telefonate und E-Mails wurden als direkte Gefährdung für "das körperliche Wohl" eingestuft. Polizeipersonal nahe des Berliner Checkpoint Charlie, unweit der "taz", kümmert sich um die Sicherheit der Redaktion. Die Polizeipräsenz sei eine übliche Sicherheitsmaßnahme, die nichts mit den aktuellen Drohungen zu tun habe.

Die Bitte um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch bei der Berliner Polizei war von der "taz"-Redaktion ausgegangen, nicht von Yaghoobifarah selbst, berichtet die "Welt". In dem satirischen Beitrag vom 15. Juni schreibt Yaghoobifarah die Polizei auf die "Mülldeponie".
focus.de, welt.de, turi2.de (Background)

Attila Hildmann soll Journalisten bei Corona-Demonstration bedroht haben.

Pressefreiheit: Bei einer Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen hat der Kochbuchautor Attila Hildmann Journalisten bedroht, schreibt der "Tagesspiegel". Die Polizei habe erst später eingegriffen. Hildmann, der zuletzt mit Aussagen über Verschwörungstheorien Schlagzeilen machte, sagte: "Ihr seid Faschisten und wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." Ein Demonstrationsteilnehmer habe zudem gegen die Kamera eines Pressevertreters geschlagen.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: Meinolf Ellers von der dpa spricht über die Anfänge der Digitalisierung.

Hör-Tipp: Meinolf Ellers (Foto) von der dpa erinnert sich im Gespräch mit VRM-Chefredakteur Stefan Schröder an die Anfänge des Internetzeitalters: Mitte der 1990er war Ellers kaum technikaffin, seine Sicht änderte sich als Korrespondent in Tokio. Zurück in Deutschland bekamen zwei Kolleginnen aus der Wissenschaftsredaktion den ersten Internetzugang der dpa. Heute gehöre Skandinavien zu den Vorreitern der Digitalisierung.
schroeder-trifft.podigee.io (62-Min-Audio)

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim begeistern Studien – auch ohne Chemie-Leistungskurs.

Lese-Tipp: Mai Thi Nguyen-Kim ist keine ausgebildete Epidemiologin, begeistert mit ihren Interpretationen von Corona-Studien bei YouTube aber Millionen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Ihr Zuhause dient als Büro, Kulisse und Schnittplatz zugleich. Obwohl sie in der Schule keinen Leistungskurs Chemie besuchte, studierte sie Chemie in Mainz. Mit steigender Reichweite steigt die Verantwortung, sagt die Wissenschaftlerin.
sueddeutsche.de (Paid)

Aus dem turi2-Archiv: Berufe mit Zukunft von A-Z: W wie Welterklärerin – Mai Thi Nguyen-Kim (Juli 2019).

Bundesarbeitsgericht: Das Entgelttransparenzgesetz gilt auch für Freie.

Gehaltstransparenz: Unternehmen müssen grundsätzlich auch Beschäftigten, die nicht im klassischen Sinn festangestellt sind, Auskunft über Gehälter geben. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden. Geklagt hatte die ZDF-Reporterin Birte Meier, die seit Jahren gegen das ZDF kämpft. Sie argumentiert, sie verdiene weniger als ihre männlichen Kollegen. Das ZDF hat ihr bisher Auskünfte verweigert und argumentiert, sie sei nicht festangestellt.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Termin-Tipp: Journalistinnen aus drei Ländern diskutieren über Gleichberechtigung in den Medien.

Termin-Tipp: Pro Quote lädt heute Abend ab 19 Uhr zu einer digitalen Drei-Länder-Konferenz mit "Frau-TV"-Moderatorin Lisa Ortgies, "Puls4"-Moderatorin Alexandra Wachter, der freien Journalistin Marguerite Meyer aus Zürich und "SZ"-Kolumnistin Teresa Bücker. Die vier Frauen stellen ein Forderungspaket für mehr Gleichberechtigung auf, geben Impulsvorträge und diskutieren im Anschluss. Die Anmeldung ist bis kurz vor der Veranstaltung möglich.
docs.google.com (Anmeldeformular)

Zitat: Claus Kleber bedauert “Ton und Stil” früher Corona-Beiträge.

"Ich bin Journalist, ich habe keine Aktion gut zu finden."

Claus Kleber, Moderator beim "heute journal" des ZDF, sagt im Video-Chat der Heraeus-Bildungsstiftung, es habe am Beginn der Corona-Krise von ihm einen Beitrag gegeben, der "in Ton und Stil" zu nah an der Regierung gewesen sei.
turi2 digital dabei beim Chat der heraeus-bildungsstiftung.de

Türkisches Gericht vertagt Urteil im Yücel-Prozess.

Türkei: Die für heute geplante Urteilsverkündung im Prozess gegen "Welt"-Journalist Deniz Yücel wurde kurz nach Beginn der Sitzung überraschend vertagt. Die Richter wollen zunächst das Abschluss-Plädoyer der Verteidigung bewerten, neuer Termin ist der 16. Juli. Die Staatsanwaltschaft wirft Yücel Terror und Volksverhetzung vor. Yücel selbst war in Istanbul nicht anwesend.
faz.net, spiegel.de

Ella Wassink wird neue Hauptgeschäftsführerin des DJV.

DJV verpflichtet Politologin Ella Wassink, 52, als neue Hauptgeschäftsführerin. Sie fängt im November an und folgt zum Jahreswechsel auf Kajo Döhring, der in die passive Phase der Altersteilzeit geht. Wasssink ist derzeit noch Geschäftsführerin beim Dachverband der Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen. Zuvor arbeitete sie u.a. 14 Jahre lang als Pressereferentin beim Deutschen Presserat.
djv.de

Freischreiber Honorarreport: Journalist*innen erhalten oft kein ausreichendes Honorar.

Journalisten-Honorare: Freie Journalist*innen erhalten viel zu oft eher ein Taschengeld als ein angemessenes Honorar, kritisiert der Verband Freischreiber in seinem Honorarreport 2020. Das Stundenhonorar liege im Mittel bei 22,73 Euro brutto. Auffällig seien die großen Schwankungen zwischen den Medien. Besonders schlecht verdienen laut Freischreiber freie Lokaljournalist*innen: Mehr als 26 % von ihnen erhalten für ihre Arbeit maximal 10 Euro brutto pro Stunde, 41 % nicht mehr als 15 Euro brutto pro Stunde.
wasjournalistenverdienen.de

“Bild” stichelt gegen den “Spiegel”.

Bild interpretiert aus zwei Meinungs-Beiträgen im "Spiegel" einen Streit um die journalistischen Grundsätze des Magazins. "Spiegel"-Autor Philipp Oehmke (Foto) hatte sich in einem Text zur Entlassung des Meinungschefs der "NYT" für ein Ende des "Neutralitäts-Journalismus" ausgesprochen und mehr Haltung gefordert. Hauptstadt-Korrespondent Florian Gathmann widersprach und forderte, "so neutral wie möglich" zu sein. "Bild" lässt sich vom "Spiegel" versichern: "Augsteins Satz 'Sagen, was ist' leitet seit mehr als 70 Jahren unverändert den Journalismus dieses Hauses. Daran halten wir fest."
bild.de, spiegel.de (Oehmke, Paid), spiegel.de (Gathmann, Paid)

Regierungskritische Journalistin sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft.

Pressefreiheit: Die regierungskritische Journalistin Müyesser Yildiz sitzt in der Türkei in Untersuchungshaft, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Yildiz wird "politische und militärische Spionage" vorgeworfen. Die leitende Redakteurin der oppositionellen Onlineplattform Oda TV wurde bereits am Montag verhaftet. Der Journalist Ismail Dükel vom Sender Tele1 wurde ebenfalls festgenommen, soll aber auf Kaution freigekommen sein.
sueddeutsche.de

Die DFL will das Hygienekonzept lockern und mehr Medien akkreditieren.

FussballDFL will künftig mehr Journalist*innen (derzeit zehn) und Fotograf*innen (derzeit drei) im Stadion zulassen, zitiert der "kicker" aus einem Schreiben an die 36 Profivereine. Die DFL plant zudem die Maskenpflicht für Ersatzspieler auf der Tribüne zu lockern, sofern der Mindestabstand eingehalten wird. In der neuen Saison erwägt die DFL in Abstimmung mit dem Bundesgesundheitsministerium "schrittweise Zuschauer zu den Spielen beider Ligen zuzulassen".
kicker.de, turi2.de (Background)

Medienredakteur Rainer Stadler verlässt die “NZZ” nach 31 Jahren.

NZZ: Medienredakteur Rainer Stadler verlässt die Zeitung Ende September "auf eigenen Wunsch". Der 61-Jährige arbeitet seit 31 Jahren für die "NZZ" und verantwortete u.a. die Medienseite, die ihm im Oktober 2018 entzogen wurde und seitdem in der Zuständigkeit von Feuilleton-Chef René Scheu liegt. Stadler nennt kein konkretes Ziel, freut sich aber "auf neue Projekte".
persoenlich.com

Priska Amstutz und Mario Stäuble leiten ab Juli den “Tages-Anzeiger”.

Tages-Anzeiger befördert Priska Amstutz (Foto) und Mario Stäuble ab Juli in die Chefredaktion. Sie treten die Nachfolge von Judith Wittwer an, die Co-Chefredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung" wird. Amstutz und Stäuble werden ihre bisherigen Funktionen beibehalten: Amstutz leitet das Ressort Zürich Stadtleben, Stäuble ist Ressortleiter Politik und Wirtschaft Zürich.
tx.group, tagesanzeiger.ch

Lese-Tipp: Anna-Beeke Gretemeier konferiert kinderfreundlich am Mittag.

Lese-Tipp: Virtuelle Meetings müssen anders moderiert werden, sagt "stern"-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier im "Journalist"-Interview. "Die erste virtuelle Themenkonferenz war eine Ober-Katastrophe", erinnert sich Gretemeier - alle hätten durcheinander geredet. Der "stern" hat viele Meetings in die Mittagszeit gelegt, "dann machen die Kinder Mittagsschlaf". Die Männer in der Redaktion packen zu Hause genauso an wie die Frauen, sagt Gretemeier - in anderen Branchen gebe bei der Gleichstellung allerdings noch Nachholbedarf.
"Journalist" 6/2020, S. 48-55 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Aus Fehlern lernt man am meisten", sagt Anna-Beeke Gretemeier im Mai 2018:

Jens Twiehaus wechselt zu Scholz & Friends.

Scholz & Friends holt den Journalisten Jens Twiehaus als Content Marketer ins Team. Twiehaus hat zuvor sieben Jahr freiberuflich gearbeitet, u.a. für das "Medium Magazin" sowie fünf Jahre für turi2.de, wo er das Branchenfernsehen von turi2.tv mit voranbrachte.
twitter.com, turi2.de (Background)

Media Pioneer verpflichtet den ehemaligen Wehrbeauftragten Hans-Peter Bartels.

Media Pioneer gewinnt Hans-Peter Bartels, bis vor kurzem Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, als Kolumnisten. Bartels schreibt ab dieser Woche regelmäßig über die Außen- und Sicherheitspolitik im Hauptstadt-Newsletter vom Medien-Unternehmen von Gabor Steingart. Zudem plant Media Pioneers weitere Veranstaltungs- und Briefingformate.
meedia.de, turi2.de (Background)

Meinung: Medien stecken bei Rezos Kritik in einem Dilemma, findet Daniel Bouhs.

Rezo-Video ist "ein Stück Medienkompetenz, wie sie in dieser Zeit mehr denn je nottut", kommentiert Daniel Bouhs beim RBB. Seriöse Medien steckten "in einem Dilemma", da sie Exklusivmeldungen aus Politik oder Wirtschaft, die auch von Boulevardtiteln wie der "Bild" stammen, ihrem Publikum nicht verschweigen könnten. Auch die Klatschpresse werde ihr Vorgehen angesichts der Auflagen wohl nicht ändern.
rbb24.de, turi2.de (Background)

Malta: Ex-Minister soll den Mord an der Journalistin Galizia beauftragt haben.

Malta: Im Fall der getöteten Journalistin Daphne Caruana Galizia soll Ex-Wirtschaftsminister Chris Cardona den Mord für 350.000 Euro beauftragt haben, schreibt die Zeitung "Times of Malta". Dies habe ein Zeuge, der als Mitttelsmann des Mordes gedient habe, vor Gericht ausgesagt. Cardona bestreitet den Vorwurf. Die Politikjournalistin berichtete über Korruption und kam 2017 durch eine Autobombe ums Leben.
timesofmalta.com via sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Ausschreitungen: Deutsche-Welle-Reporter gerät in die Schusslinie der Polizei.

Deutsche Welle: Bei den Ausschreitungen in Minneapolis ist der Korrespondent Stefan Simons in die Schusslinie der Polizei geraten. Er blieb unverletzt, die Polizei drohte mit Verhaftung. Ein Video zeigt, wie Polizeikräfte die Arbeit der Presse behindern. Ein CNN-Team wurde verhaftet. Ein TV-Reporter in Pittsburgh soll von Demonstranten geschlagen worden sein. Innerhalb weniger Tage ist es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, sagen "Reporter ohne Grenzen".
dw.com, welt.de, welt.de (Angriff), welt.de (Reporter ohne Grenzen)

Pressefreiheit: Ein TV-Reporter und ein Fahrer sterben bei einem Angriff in Afghanistan.

Pressefreiheit: In Afghanistan sind am Samstag bei einem Angriff auf ein Fahrzeug von Khurshid TV ein Reporter sowie ein Fahrer getötet worden, sechs weitere Menschen wurden verletzt. Es habe sich um eine gezielte Explosion gehandelt. Bereits im Vorjahr kam es zu einer ähnlichen Attacke auf Khurshid TV, bei der zwei Menschen starben.
rferl.org

Tom Buhrow verabschiedet Hans Hoff bei seinem “Rückzug aus dem Minenfeld”.

Abgang: WDR-Intendant Tom Buhrow verabschiedet DWDL-Kolumnist Hans Hoff, der in den Ruhestand geht, in einem Gastbeitrag bei seinem "Rückzug aus dem Minenfeld". Hoff habe einen "scharfen Blick auf die Medienwelt" und verfolge "immer eine klare These". Dass das dem Objekt der Kritik "manchmal auch etwas einseitig vorkam – geschenkt", schreibt Buhrow.
dwdl.de

Lese-Tipp: Benjamin Reuter skizziert Julian Reichelts Kampfmodus bei der “Bild”.

Lese-Tipp: "Bild"-Chef Julian Reichelt spaltet die Redaktion, beobachtet Benjamin Reuter und skizziert dessen "Kampfmodus" anhand des Streits mit Christian Drosten. Langgediente Redakteure seien unzufrieden, jüngeren kündigten wegen der "neuen, aggressiven Strategie". Jedoch gebe es eine "verschworene Gemeinschaft", die Reichelt folgt, auch wenn "die Wahrheit dabei auch mal unter die Räder" komme.
tagesspiegel.de

Australien: News Corp stellt den Druck von über 100 Regionalzeitungen ein.

News Corp stellt im Juni den Druck von über 100 australischen Regionalzeitungen ein. Der Medienkonzern, der zum Murdoch-Imperium gehört, will 76 Titel nur noch online publizieren; 36 werden ganz eingestampft. Deshalb stehe ein Stellenabbau "noch unbekannten Ausmaßes" bevor. News Corp machte im vergangenen Quartal einen Verlust von 1,1 Mrd Dollar.
derstandard.at, handelsblatt.com

Roland Tichy siegt vor dem Oberlandesgericht im Streit gegen Correctiv.

Correctiv durfte im Auftrag von Facebook einen Beitrag von "Tichys Einblick" aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mit dem Stempel "teils falsch" versehen, urteilt das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die Darstellung einer Faktenprüfung auf Facebook dürfe nicht "missverständlich" sein. Über die Rechtmäßigkeit von Faktenprüfungen auf Facebook im Allgemeinen habe das Gericht aber nicht geurteilt.
faz.net, turi2.de (Background)

Einstweilige Verfügung: Gabor Steingart soll das Hauptstadt-Briefing umbenennen.

Berlin ist zu klein für uns beide: Gabor Steingart muss seinen kostenpflichtigen Newsletter "Hauptstadt-Briefing" womöglich umbenennen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Der Name des Newsletters könnte Marken- und Titelrechte von Detlef Prinz, der seit zwei Jahrzehnten sonntags den gedruckten Hauptstadtbrief als Beilage der "Berliner Morgenpost" herausgibt, verletzen. Steingart habe eine einstweilige Verfügung einer Hamburger Anwaltskanzlei erhalten, Media Pioneer wolle Widerspruch einlegen.

Gordon Repinski, Vize-Chefredakteur bei Media Pioneer, deutet es "als Kompliment und Bestätigung, dass unser Briefing bereits nach wenigen Tagen offensichtlich so sehr als Konkurrenz wahrgenommen wird, dass man juristisch gegen uns vorgehen muss", sagt der Journalist bei Horizont Online. Repinski sieht bei Konzept und Inhalt kaum Überschneidungen mit dem Namensvetter: "Uns kommt es im Hauptstadt-Briefing auf exklusive Recherchen an und darauf, Geschichten aus Berlin neu und anders zu erzählen."
horizont.net (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Gabor Steingart spricht im Juni 2017 bei turi2.tv über Innovationen und das Morning-Briefing.

Journalist*innen müssen sich “gegenseitig als Kontrollinstanz hart angehen”, findet Rezo.

Journalismus: Unethisches Verhalten von Journalist*innen "kann nicht als Einzelfallproblem abgetan werden", schreibt Rezo in seiner "Zeit"-Kolumne. Es sei "Teilursache des Grundmisstrauens von großen Teilen der Bevölkerung gegenüber der Presse". Um es abzubauen, sei "moralische Integrität" nötig. Im konkreten Fall – "Bild"-Reporter haben Sidos Haus gefilmt, was der sich verbat – stört Rezo, dass Journalist*innen sich nicht "auch gegenseitig als Kontrollinstanz immer wieder hart angehen".
zeit.de

Datenjournalist*innen fordern vom RKI bessere Daten und Ausbau der Pressestelle.

Robert-Koch-Institut soll Medien bessere und differenzierte Corona-Daten zur Verfügung stellen, fordern 45 Datenjournalist*innen in ihrem #OpenCoronaData-Appell, berichtet Daniel Bouhs. Sie wünschen sich eine Art Super-Datenbank zu Corona, mit den wesentlichen Merkmalen zu jedem einzelnen Fall - auch um Verschwörungsphantasien eindeutige Fakten entgegenzusetzen. Zudem sollte das RKI seine Pressestelle ausbauen, die bei weitem nicht mehr alle Medienanfragen beantworten kann.
ndr.de

Stefan Niggemeier kritisiert: Gabor Steingart ersetzt Sinn durch Pathos.

Pathos-Pioniere: Gabor Steingart baut bei seinem Werbespot für The Pioneer auf größtmögliche Selbstüberhöhung, kommentiert Stefan Niggemeier (Foto). Das Video mit zahlreichen historischen Persönlichkeiten setze auf Pathos statt Inhalt. Zudem fokussiere sich der Beitrag völlig auf Meinung, kritisiert Niggemeier, der journalistisches Handeln wie Recherche in der Darstellung vermisst.
uebermedien.de

turi2 edition #11: Ann-Sophie Kimmel über Fußballer auf dem Sofa.


Keine große Show: Ann-Sophie Kimmel interviewt Spieler*innen für Streaming und Social Media – im Stadion und von ihrer Couch zu Hause aus. Im Interview mit Anne-Nikolin Hagemann für die turi2 edition #11 spricht sie über ihre Liebe zum Fußball, die auf Umwegen entstanden ist. Und sie erklärt, warum sie früher glaubte, Sportreporterin sei der chilligste Job der Welt. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der turi2 edition #11. (Fotos: Anne-Nikolin Hagemann)

“Nature”-Chefin Magdalena Skipper mahnt zur Vorsicht mit wissenschaftlichen Studien zu Corona.

Wissenschaftliche Studien auf Preprint-Servern sind mit Vorsicht zu genießen, mahnt Magdalena Skipper, Chefredakteurin des Wissenschaftsmagazins "Nature". Gerade zu Corona laufe die Forschung derzeit im Rekordtempo. Journalist*innen sollten Studien daher prüfen lassen. Grundsätzlich sei die hohe Transparenz in der Forschung aber zu begrüßen.
"Focus" 21/2020, S. 68 (Paid)

Freie werfen dem NDR fehlende Transparenz und Strategie bei Sparmaßnahmen vor.

Freie werfen dem NDR bei Einsparungen fehlende Transparenz und Strategie vor.
Nicht mit ihnen: Freie Mitarbeiter*innen des NDR wehren sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Sender. Sie vermissen Transparenz, Strategie und soziale Verantwortung, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung mit DJV und Verdi. Viele Freie, die bei dem Sender laut Erklärung "einen Großteil des Programms" machen, stünden durch die geplanten Einsparungen "vor dem Abgrund", weil sie ihre Jobs verlieren – "meist nach jahrelanger kreativer, zuverlässiger und erfolgreicher Arbeit". Die Autor*innen des Schreibens fordern "ein faires transparentes Modell", auf das sich der NDR in Gesprächen mit Gewerkschaften und seinen freien Mitarbeiter*innen einigen soll. Nur so werde der Sender "seinem gesellschaftlichen Auftrag" gerecht werden können, glauben sie.

Kritik kommt auch zur Auflösung der Redaktion "Die Box", die innovative Doku-Formate entwickelt. Gegenüber "DWDL" sagt ein NDR-Sprecher, die in dem Ideenlabor erarbeitete Expertise werde "selbstverständlich auch weiter in der Abteilung Dokumentation eingesetzt, nur eben nicht mehr in einer eigenen Redaktion." Bis 2028 will der NDR insgesamt 300 Mio Euro sparen – 60 Mio Euro mehr als zuvor gedacht – und dabei den Personal-Etat um 10 % kürzen. Hunderte Stellen will das Haus nicht nachbesetzen. Außerdem will der NDR u.a. weniger "Tatort"-Folgen produzieren und einige Sendungen ganz aus dem Programm kicken.
dwdl.de, hamburg.verdi.de, djv-hamburg.de (PDF), turi2.de (Background)

Meinung: Journalist*innen sollten bei Corona-Protesten nicht pauschalisieren.

Corona-Proteste: Viele Journalist*innen machen gerade den gleichen Fehler wie bei Pegida, kommentiert Ben Krischke. Sie würden zu viel über "Spinner" berichten und zu wenig über "Normalos". Dadurch würden sie die Protestbewegung nur größer machen. Die Demonstrationen könnten vor allem dann von Rechtspopulist*innen und Verschwörungstheoretiker*innen eingenommen werden, wenn Medien pauschalisieren.
meedia.de

Video-Tipp: Steingarts The Pioneer One absolviert ihre Jungfernfahrt.

Video-Tipp: Gabor Steingarts Redaktionsschiff The Pioneer One absolviert ihre Jungfernfahrt auf dem Rhein. Gebaut wurde sie in der Lux Werft in Niederkassel, künftig schippert sie im Berliner Regierungsviertel die Redaktion über die Spree. Steingart plant an Bord außerdem Liveübertragungen und Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern.
twitter.com

turi2 edition #11: Ulla Holthoff über ihr Leben mit dem Fußball.


Fußball und Verantwortung: Ulla Holthoff ist Sportjournalistin, Mutter von Mats Hummels und die Erfinderin des Sport-Talks “Doppelpass”. Für die turi2 edition #11 spricht sie mit Heike Turi über persönliche Krisen und Erfolge, gibt Ratschläge für die Zeit ohne Fußball und unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung des Sports. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der turi2 edition #11.

Mario Sixtus zieht Unterlassungsantrag gegen Kai Diekmann zurück.

Twitter-Beef beendet: Journalist Mario Sixtus (Foto) lässt ein Unterlassungsbegehren gegen Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann fallen, schreibt Meedia. Diekmann hatte Sixtus bei Twitter indirekt "Arschloch" genannt, der fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und den Straftatbestand der Beleidigung erfüllt. Laut Meedia hat das Landgericht Berlin Sixtus empfohlen den Antrag auf Unterlassung zurückzuziehen, da er selbst andere zuvor "Arschloch" genannt hatte.
meedia.de

ZDF-Kamerateam wurde in Berlin angegriffen.

Pressefreiheit: In Berlin-Mitte ist ein ZDF-Kamerateam der "heute-show" attackiert worden, vor Ort war auch der Kabarettist Abdelkarim. Fünf Menschen wurden verletzt, sechs Personen sind nach Polizeiangaben festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen.
presseportal.de, twitter.com, welt.de

Zitat: Mai Thi Nguyen-Kim mag keine Vergleiche mit der “Sendung mit der Maus”.

"Es ist ein Missverständnis, Wissenschaftsjournalismus darauf zu reduzieren, schwierige Sachverhalte einfach darzustellen. Es geht auch darum, Aussagen von Wissenschaftlern einzuordnen."

Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim mag es nicht, wenn ihre Arbeit mit der "Sendung mit der Maus" verglichen wird, sagt sie im "Spiegel".
"Spiegel" 19/2020, S. 81 (Vorabmeldung, Paid)