Video-Tipp: Steingarts The Pioneer One absolviert ihre Jungfernfahrt.

Video-Tipp: Gabor Steingarts Redaktionsschiff The Pioneer One absolviert ihre Jungfernfahrt auf dem Rhein. Gebaut wurde sie in der Lux Werft in Niederkassel, künftig schippert sie im Berliner Regierungsviertel die Redaktion über die Spree. Steingart plant an Bord außerdem Liveübertragungen und Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern.
twitter.com

turi2 edition #11: Ulla Holthoff über ihr Leben mit dem Fußball.


Fußball und Verantwortung: Ulla Holthoff ist Sportjournalistin, Mutter von Mats Hummels und die Erfinderin des Sport-Talks “Doppelpass”. Für die turi2 edition #11 spricht sie mit Heike Turi über persönliche Krisen und Erfolge, gibt Ratschläge für die Zeit ohne Fußball und unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung des Sports. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der turi2 edition #11.

Mario Sixtus zieht Unterlassungsantrag gegen Kai Diekmann zurück.

Twitter-Beef beendet: Journalist Mario Sixtus (Foto) lässt ein Unterlassungsbegehren gegen Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann fallen, schreibt Meedia. Diekmann hatte Sixtus bei Twitter indirekt "Arschloch" genannt, der fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und den Straftatbestand der Beleidigung erfüllt. Laut Meedia hat das Landgericht Berlin Sixtus empfohlen den Antrag auf Unterlassung zurückzuziehen, da er selbst andere zuvor "Arschloch" genannt hatte.
meedia.de

ZDF-Kamerateam wurde in Berlin angegriffen.

Pressefreiheit: In Berlin-Mitte ist ein ZDF-Kamerateam der "heute-show" attackiert worden, vor Ort war auch der Kabarettist Abdelkarim. Fünf Menschen wurden verletzt, sechs Personen sind nach Polizeiangaben festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen.
presseportal.de, twitter.com, welt.de

Zitat: Mai Thi Nguyen-Kim mag keine Vergleiche mit der “Sendung mit der Maus”.

"Es ist ein Missverständnis, Wissenschaftsjournalismus darauf zu reduzieren, schwierige Sachverhalte einfach darzustellen. Es geht auch darum, Aussagen von Wissenschaftlern einzuordnen."

Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim mag es nicht, wenn ihre Arbeit mit der "Sendung mit der Maus" verglichen wird, sagt sie im "Spiegel".
"Spiegel" 19/2020, S. 81 (Vorabmeldung, Paid)

Der “Spiegel” verpflichtet Nikolaus Blome als Kolumnisten.

Spiegel verpflichtet Nikolaus Blome als Kolumnisten. Ab Montag kommentiert Blome unter dem Titel "Jetzt erst recht(s)" Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Er wird damit neue konservative Stimme des "Spiegels", quasi Nachfolger von Jan Fleischhauer, der zum "Focus" gewechselt ist. Für Blome ist es auch eine Teil-Rückkehr zum "Spiegel", wo er von 2013 bis 2015 Mitglied der Chefredaktion und Leiter des Hauptstadtbüros, im Haus jedoch stets umstritten war. Anschließend kehrte er zur "Bild" zurück, wo er bis Oktober 2019 Vize-Chefredakteur und Politik-Chef war.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background)

G+J-Chefin Julia Jäkel sieht Frauen durch die Corona-Krise im Job benachteiligt.


Zurück ins Patriarchat: Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel sieht in der Corona-Krise die Fortschritte der Gleichberechtigung schwinden. In einem Gastbeitrag für die "Zeit" kritisiert Jäkel den Rückfall in eine männerdominierte Arbeitswelt. "Homeoffice bedeutet für Tausende Frauen gerade vor allem home und wenig office", schreibt Jäkel. Videokonferenzen im eigenen Verlag seien "weniger weiblich als sonst bei uns üblich". Diese Entwicklung sei für Frauen deshalb bitter, "weil jetzt Karrieren gemacht werden". Diesen Moment verpassten nun viele Frauen, "weil sie – aus welchen Gründen auch immer – zurückstecken".

Die Corona-Krise mache offensichtlich, "wer in Deutschland wirklich, wirklich entscheidet". Das Gebot der Diversität zähle "offenbar nur an ruhigen Tagen". Jäkel schreibt auch von ihren Zweifeln, das Thema Gleichberechtigung jetzt, während der Krise, auf den Tisch zu bringen. "Alles andere, so dachte ich einige Wochen lang, wirkt daneben wie 'Gedöns'. Die Gefahr, dass man mich missverstehen könnte, schien mir zu groß." Der Abgang von Jennifer Morgan bei SAP sei für Jäkel "der letzte kleine Auslöser" gewesen, sich doch zu äußern. Ihr Zwischenfazit nach sieben Wochen Krise: "Wir Frauen sind so viel weniger weit, als wir es dachten."
"Zeit" 19/2020, S. 11 (Paid)

Lese-Tipp: Wie Giano Holding die italienische Presselandschaft beeinflusst.

Lese-Tipp: Ein Viertel aller italienischen Zeitungen und Magazine geht an die Unternehmerfamilie Agnelli und ihre Giano Holding - eine "tektonische Verwerfung großen Ausmaßes", analysiert Italien-Korrespondent Oliver Meiler für die "Süddeutsche Zeitung". Insbesondere stelle sich die Frage, ob die zwei vom Deal betroffenen Tageszeitungen, "La Repubblica" und "La Stampa", in ihrer bisherigen politischen Prägung bestehen bleiben. Bei der "Repubblica" geht es zusätzlich um Stellen: Mehr als 100 der 350 festangestellten Redakteure müssen vermutlich gehen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background Übernahme), turi2.de (Background "La Repubblica")

Urteil: Münchner Feuerwehr darf Einsatzfotos an Medien weitergeben.

Landgericht München I entscheidet, dass die Münchner Feuerwehr Einsatzfotos an Medien weitergeben darf, ohne gegen das Gebot der Staatsferne der Presse zu verstoßen. Geklagt hatte der freie Fotograf Dominik Bartl, der die Feuerwehr-Fotos als Konkurrenz zu Pressefotografen sieht. Der Vositzende des Bayerischen Journalistenverbands Michael Busch bezeichnet das Urteil als "schweren Schlag gegen die Pressefreiheit"; der BJV überlegt, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen.
justiz.bayern.de, bjv.de

Reporter ohne Grenzen: Corona verstärkt Einschränkung der Pressefreiheit.

Reporter ohne Grenzen Logo 150Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen sehen eine "gute Lage" fast nur noch in Nordeuropa. An der Spitze des jährlichen Rankings stehen die skandinavischen Länder und die Niederlande, am unteren Ende unverändert Nordkorea, Turkmenistan, Eritrea und China. Deutschland rangiert auf Platz 11. Die Corona-Pandemie verstärke bestehende repressive Tendenzen.
br.de, derstandard.at, reporter-ohne-grenzen.de

Lipinski: Handelsblatt Media Group führt Kurzarbeit ein.


Sparplan für die Toulouser Allee: Die Handelsblatt Media Group führt rückwirkend zum 6. April Kurzarbeit ein, schreibt Gregory Lipinski. Betroffen seien u.a. die Redaktionen von "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche", die 10 % weniger arbeiten sollen. Darauf hätten sich Betriebsrat und Geschäftsführung geeinigt. Die Maßnahmen seien vorerst für drei Monate bis einschließlich Juni geplant.

Auch die HMG hat durch die Corona-Krise Mit mit wegbrechenden Vermarktungserlösen zu kämpfen. In der Führungsetage verzichten Geschäftsführung, Geschäftsleitung und Chefredaktionen ebenfalls bis Juni auf 20 % ihres Gehaltes, erklärt eine HMG-Sprecherin gegenüber Meedia. "Viele weitere Führungskräfte des Hauses" hätten sich dem Verzicht freiwillig angeschlossen.
meedia.de

Jury nominiert Rezo für den Nannen-Preis.

Nannen-Preis könnte dieses Jahr an einen YouTuber gehen. Rezo ist für seine "Zerstörung der CDU" für den Journalisten-Preis in der Kategorie Web-Projekt nominiert. Neben ihn stehen ein Projekt des BR und eine Kooperation von Correctiv und dem "Tagesspiegel" zur Wahl. In der Kategorie Reportage-Fotografie dürfen die Krautreporter auf einen Titel hoffen, ansonsten sind in den sieben Kategorien ausschließlich Vertreter klassischer Print-Titel nomminiert.
guj.de

Wie geht’s der Arbeitswelt, Astrid Maier?


Eiszeit in der Wirtschaft: "Der Arbeitsmarkt ist im Moment eingefroren und der Wirtschaft fröstelt es." Im turi2.tv-Interview erklärt Xing-Chefredakteurin Astrid Maier wie es in der Corona-Krise um die Arbeitswelt bestellt ist. Nach der Krise werde es wieder Fachkräftemangel geben, da er auf "strukturellen Problemen, die mit der Krise nichts zu tun haben" basiert, wie z.B. dem demografischen Wandel oder der Digitalisierung. Der eingefrorene Markt werde nach der Krise wieder auftauen.

Für das Arbeiten nach der Krise erwartet Astrid Maier eine gesunde Mischung: Führungskräfte würden derzeit erfahren, dass sie nicht die Kontrolle verlieren, wenn Mitarbeiter*innen im Home Office arbeiten. Auf der anderen Seite falle den Mitarbeitenden selbst auf, "dass sie vielleicht produktiver sind, aber es auch genießen, mit Kolleg*innen einen Kaffee zu trinken". So werde "das Beste aus zwei Welten" zusammenkommen und "wir viel mehr darauf achten, das zu tun, was wir wirklich im Leben tun wollen".
turi2.tv (5-Min-Video auf YouTube)

Wie geht’s den Millennials, Marieke Reimann?


Engagiert durch die Krise: "Viele sind relativ genervt davon, dass so eine Art Selbstoptimierungszwang besteht." Im turi2.tv-Interview sagt ze.tt-Chefredakteurin Marieke Reimann, dass sich viele junge Leute der ze.tt-Community unter Druck gesetzt fühlen und nicht verstehen, weshalb sie die Zeit in der Krise nutzen sollen, um "noch optimierter" zu werden. Gerade zu Beginn der Isolation seien viele solcher Inhalte gepostet worden: "Ich lerne jetzt Gitarre, ich lerne eine neue Sprache, ich nutze das, um die Sommer-Figur 2020 zu kriegen."

Bei den 16- bis 35-Jährigen beobachtet Reimann außerdem einen großes Interesse an Pflegeberufen: "Dieses politische Engagement, was es bei den Demonstrationen für Fridays for Future ja schon gegeben hat, wird jetzt genutzt, um sich genauer darüber zu informieren, wie es um die Pflegeberufe bestellt ist und was es da für Einschränkungen gibt." Es gebe dabei nicht nur ein "ganz großes Interesse", sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, sondern auch, sich u.a. für eine besser Bezahlung von jungen Ärzt*innen und Pflegekräften einzusetzen.
turi2.tv (6-Min-Video bei YouTube)

Früherer “Geo”-Chefredakteur Hermann Schreiber ist tot.

Hermann Schreiber, bis 1992 Chefredakteur von "Geo" und langjähriger Moderator der "NDR Talkshow" ist tot. Schreiber starb in der Nacht auf Ostersonntag im Alter von 90 Jahren. G+J-Chefin Julia Jäkel würdigt Schreiber als "Menschenfreund" und "großen Journalisten der Bundesrepublik", er habe "Geo" in den 80er Jahren mitgeprägt. Von 1979 bis 1993 moderierte er die "NDR Talkshow", außerdem arbeitete er für den "Spiegel" und war Theodor-Wolff-Preisträger.
welt.de

Hör-Tipp: Marietta Slomka und Armin Wolf geben Tipps für bessere Interviews.

Hör-Tipp: Interviews können informativ, aber auch langweilig werden - Deutschlandfunk analysiert an Beispielen, u.a. mit ZDF-Moderatorin Marietta Slomka und ORF-Moderator Armin Wolf, verschiedene Techniken: Während sich Wolf vor einem Interview ein paar konkrete Fragen überlegt, erstellt sich Slomka nur einen Zettel mit Stichworten. Eine geschlossene Frage kann in Ausnahmefällen auch zuspitzend wirken und damit eine Antwort erzwingen, sagt Slomka.
deutschlandfunk.de (46-Min-Audio)

Hör-Tipp: Marcus Schuler sucht Wege aus der Corona-Krise.

Hör-Tipp: Marcus Schuler (Foto) spricht im Tech-Podcast GeekWeek mit den Journalisten Frederic Lardinois und Mustafa Isik u.a. über die Folgen der Corona-Pandemie in den USA, wo bereits Lieferengpässe drohen. Eine Corona-App könnte Kontaktpersonen speichern, um bei einer Ansteckung Andere zu warnen: Statt Namen erhält jedes Smartphone eine Nummer. Aus Datenschutzgründen sei die Übermittlung der Kontakte an Gesundheitsbehörden umstritten, allerdings solle die App-Nutzung freiwillig sein.
geek-week.de (44-Min-Audio)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Wie geht's dem Silicon Valley, Marcus Schuler? (Archiv März 2020).

Hör-Tipp: Die Corona-Arbeitsbedigungen sind wie im Krieg, sagt Florian Gless.

Hör-Tipp: "Es ist wie bei der Kriegsberichterstattung", sagt "stern"-Chefredakteur Florian Gless im Podcast "Wir und Corona" über die Arbeit seiner Redaktion, die "rund um die Uhr" tätig sei. Die Corona-Krise führe zu einer "völlig neuen Weltsituation", sagt Gless. Der Journalismus müsse den Menschen helfen, "einzuordnen, zu sortieren und zu analysieren".
stern.de (36-Min-Audio)

Springer-Chef Döpfner hält an Bezahlschranken fest und warnt vor “Freibier” in der Krise.


Kein Freibier für alle: Die Auflösung von Bezahlschranken oder kostenlose E-Paper wie bei Gruner + Jahr hält Springer-Chef Mathias Döpfner auch in der Corona-Krise für falsch, sagt er im "Spiegel"-Interview. "Freibier für alle kommt immer gut an", sagt Döpfner. Die Verlage sollten Fehler aus "den frühen Tagen des Internets" nicht wiederholen: "Mir kann keiner erklären, warum man in dieser Krise für Medikamente und Nahrung bezahlen muss, aber für Informationen nicht." Mitbewerber Gruner + Jahr verschenkt E-Paper von Magazinen wie dem "stern" und "Brigitte" temporär, nicht aber die "Sächsische Zeitung" - "Das zeigt, dass man Nachrichtenjournalismus anders einschätzt als Lifestylemagazine", sagt Döpfner. Die Debatte, dass Journalismus nur frei sei, wenn dieser kostenlos zur Verfügung stehe, sei "der größte Unsinn der Neuzeit".

Springer-Chef Döpfner findet Staatshilfe für Verlage in der Corona-Krise "inakzeptabel", sagt er im "Spiegel"-Interview. Die "strikte Trennung" zwischen privater Presse und Staat dürfe nicht "aufgelöst oder auch nur verwässert" werden. Zwar seien insbesondere kleinere Verlage wirtschaftlich gefährdet, doch "es wäre nur eine Pro-forma-Vielfalt, wenn wir immer mehr Verlage an den staatlichen Tropf hängen und der Staat irgendwann die Berichterstattung über sich selbst finanzieren würde", mahnt Döpfner - dieses Vorgehen sei "hochgefährlich". Wie in Frankreich oder Österreich könnte es stattdessen finanzielle Unterstützung für die kostspielige Zustellung im ländlichen Raum geben. "Diese Forderung der Verleger liegt seit Jahren auf dem Tisch", sagt Döpfner und hofft auf eine derartige Corona-Soforthilfe.
"Spiegel" 16/2020, S. 74-75 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Mathias Döpfner und sein Zehn-Jahres-Plan für Springer (Archiv September 2018).

Video-Tipp: Jan Hofer sendet seine eigene “Tagesschau” aus dem Home Office.

Video-Tipp: Jan Hofer folgt dem Corona-Trend des Home Offices und sendet mit einem Augenzwinkern auf den Social-Media-Kanälen der "Tagesschau" eine improvisierte Nachrichtensendung von zu Hause. Den obligatorischen Gong zu Beginn der Sendung erzeugt Hofer mit Kochtopfdeckeln, die Wetterkarte ist selbst gezeichnet.
instagram.com (35-Sek-Video)


Facebook unterstützt europäische Medien mit 3 Mio Dollar Corona-Hilfe.

Facebook stellt 3 Mio Dollar für einen Hilfsfonds zur Verfügung, der europäische Medienhäuser in der Corona-Krise unterstützen soll. Das European Journalism Centre bewertet die Anträge und teilt Beträge zwischen 5.000 und 50.000 Euro zu. Womöglich erhofft sich Facebook davon, dass Medien sich bei der nächsten Datenpanne daran erinnern, wer der Retter in der Not war.
facebook.com

Media-Pioneer zählt 170.000 Abonnenten und engagiert Gordon Repinski ab Mai.

Media-Pioneer, Medien-Startup von Gabor Steingart, engagiert RND-Vize Gordon Repinski bereits ab Mai - rund ein halbes Jahr früher als zunächst kommuniziert, schreibt Meedia. Das Morning Briefing erreiche aktuell knapp 170.000 Abonnenten, täglich kämen bis zu 1.000 Neuanmeldungen beim Newsletter hinzu.
meedia.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hatte turi2 fälschlicherweise von 17.000 Abonnenten geschrieben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Renner: Virale Wahl zwingt “Süddeutsche Zeitung” ins Home Office.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung hat ihre komplette Redaktion ins Home Office geschickt, berichtet Kai-Hinrich Renner, zuletzt war noch ein Kern-Team im Verlagshaus. Anlass ist die Wahl von Judith Wittwer zur neuen Chefredakteurin vor gut zwei Wochen. Dabei ging eine Wahlurne herum, eine Teilnehmerin war schon damals mit dem Corona-Virus infiziert. Ob sie Kolleg*innen angesteckt hat, ist unklar.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Wie geht’s Rom, Michaela Namuth?


Corona-Knast: "Wir sind Luxus-Häftlinge, wir sind hier sehr privilegiert zu zweit in einer großen Wohnung", beschreibt die freie Korrespondentin Michaela Namuth ihre aktuelle Situation in Rom, wo die Ausgangsbeschränkungen nun in die vierte Woche gehen. Im "Wie gehts"-Interview von turi2.tv berichtet sie aber auch von Menschen, die die Zeit der Quarantäne zu sechst in einer Wohnung verbringen müssen – "da werden dann schon viele Leute nervös und pöbeln in den Schlangen vorm Supermarkt rum".

Sie beschreibt auch, dass die Stimmung der Hausarrestler bei weitem nicht mehr so gut ist, wie am Anfang. Eine Diskussion über die Aufhebung der Ausgangssperre, wie sie in Deutschland bereits geführt wird, gebe es in Italien aber nicht. Das liege auch an der "wirklich dramatischen Lage in der Lombardei". Für ihre Arbeit ändert sich aktuell durch die Quarantäne erst einmal nichts, sagt Namuth. Sie arbeite grundsätzlich an länger angelegten Reportagen, die aktuell alle auf Halde liegen. "Man kann nicht jeden Aspekt des Lebens auf das Corona-Virus runterbrechen", findet Namuth und hofft, dass bald wieder andere Themen aktuell werden.
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

Zitat: Scheidende “FR”-Chefredakteurin Bascha Mika warnt vor Profilierungssucht.

"In einer Branche, in der ein gerüttelt Maß an Eitelkeit dazugehört, wenn man gut sein will, muss man auch immer darauf achten, dass es nicht in Profilierungssucht und Konkurrenzgehabe kippt."

Bascha Mika hat heute ihren letzten Arbeitstag als Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau". Mit ihrem früheren Co-Chefredakteur Arnd Festerling war sie oft anderer Meinung, richtig gestritten haben beide aber nie, sagt Mika im "FAZ"-Abschiedsinterview.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)


Weitere Zitate aus dem Interview:

... über Kurzatmigkeit in Politik und Medien:

"Als Journalistin, die vor allem in der politischen Berichterstattung zu Hause ist, beobachte ich auf beiden Seiten, bei Medienvertretern wie Politikern, einen zunehmenden Zwang zur Inszenierung, der niemandem guttut. Am allerwenigsten dem Leser."

... über den Aktualitätsdruck:

"Wir dürfen vermeintlich kalte Themen nicht gleich wieder aus dem Blick verlieren. Wir treiben ständig neue Säue durchs Dorf. Manchmal ist diese Jagd ja auch nötig. Aber wir sollten eben nicht vergessen, dass die Säue, nur weil sie das Dorf verlassen haben, noch nicht aus der Welt sind. Wir müssen weiter beobachten, was sie treiben."

... über journalistischen Ethos:

"Ich verstehe uns als Heldinnen und Helden der Aufklärung. Wir sind der Wahrheit, der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet. Es geht um Haltung, aber auch darum, sie transparent zu machen. Jeder von uns hat eine Haltung. Damit wäre dann allerdings auch die Illusion von Objektivität als solche entlarvt."

... über journalistische Trends:

"Ich bin eine Gegnerin der zunehmenden Ich-Geschichten, in denen sich der Kosmos nur um den Autor dreht. In solchen Texten geht subjektives Empfinden vor Abwägen objektiver Kriterien."

turi2 edition #11: Laura Wontorra über Bratwurst und Dosenbier.


Zwischen Mixed Zone und Fankurve: Laura Wontorra moderiert Fußball im TV, hat einen Nebenjob als Spielerfrau – und spricht im Interview mit Peter Turi für die turi2 edition #11 über alles, was dazwischen liegt: Ihre frühkindliche Fußball-Prägung durch Vater Jörg, die eigene Sport-Karriere auf dem Tennis-Platz und Equal Pay im Sportjournalismus. Lesen Sie jetzt das ganze Porträt kostenlos hier als Online-Text oder im komfortablen E-Paper der turi2 edition #11. (Fotos: Selina Pfrüner)

Mein Homescreen: Bettina Billerbeck.


Bettina Billerbeck, bei Gruner + Jahr Chefredakteurin der Magazine “Schöner Wohnen” und “Ideat”, führt mit ihrem Dienst-Handy nur eine E-Mail-Zweckbeziehung und gewährt uns deshalb einen Einblick auf ihr privates iPhone, auf dem sie E-Mails gern ignoriert. Durch die Corona-Krise haben Lufthansa und Eurowings auf ihrem Smartphone nichts mehr zu tun. Dafür erfährt die Yoga-App Asana Rebel einen zweiten Frühling in Zeiten von Home Office und geschlossenen Fitness-Studios. Weiterlesen …

Drehgenehmigung nicht nötig: Ministerpräsidentin Schwesig verteidigt Daniel Bouhs.

Pressefreiheit: Daniel Bouhs berichtet über widersprüchliche Aussagen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zu Auflagen während der Corona-Pandemie. Der Journalist war für einen Dreh auf der Durchreise, die Polizei forderte eine Drehgenehmigung. Diese ist nicht erforderlich, sagt Ministerpräsidentin Schwesig. Der Fall wurde laut "Ostsee Zeitung" dem Innenministerium gemeldet.
rnd.de, twitter.com

Video-Tipp: Tilo Jung spricht über die veränderte Arbeit in Zeiten der Corona-Krise.

Video-Tipp: Tilo Jung spricht mit Monitor-Chef Georg Restle u.a. über die Ausbreitung von Fake-News während der Corona-Pandemie. Statt auf Interviews, die aufgrund des Mindestabstands erschwert sind, berichtet Jung u.a. von der Bundespressekonferenz. Diese erlaubt künftig auch das Einreichen von Fragen online. Diese "Innovation" wurde zuvor "jahrelang verschleppt", sagt Jung.
youtube.com (69-Min-Video)

Brinkbäumer, Turner und andere machen Lokal-Journalismus für Münster.


Heimat-Journalismus: Rums, kurz für "Rund um Münster", heißt ein Lokal-Journalismus-Projekt für Münster, das am Samstag startet. Hinter dem Projekt, das eine Website, einen Newsletter, Social-Kanäle und Live-Journalismus liefern will, stehen Christian Humborg, Finanzchef von Wikimedia, und der Autor Marc-Stefan Andres. Sie konnten prominente Münsteraner wie den früheren "Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer, "Tagesspiegel"-Mitverleger Sebastian Turner und Correctiv-Chef David Schraven für das Projekt gewinnen, schreibt Ulrike Simon bei Horizont.net. Sie alle wollen Texte beitragen: Zu den Autoren gehören außerdem CDU-Mann Ruprecht Polenz und die Grüne Marina Weisband.

Die redaktionelle Leitung übernehmen der MDR-Freelancer Ralf Heimann und die frühere "B.Z."-Lokalchefin Katrin Jäger, die beide aus Münster stammen. Finanzieren soll sich Rums über Abos und Crowdfunding, zunächst, so schreibt Simon sei, die Finanzierung für sechs Monate über die Gründer und Gesellschafter gesichert. Die "Münstersche Zeitung" ist seit 2014 eine Zeitung ohne Redaktion. Die Inhalte kommen von den "Westfälischen Nachrichten" und anderen Zulieferern.
Mitarbeit: Markus Trantow
horizont.net (Paid)

“Focus”-Chefredakteur Robert Schneider positiv auf das Corona-Virus getestet.

Focus-Chef Robert Schneider hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Das schreibt er in seinem Newsletter "Inner Circle". Ihm gehe es jedoch gut und er arbeite weiter aus der Heimquarantäne. Bereits im Editorial des aktuellen "Focus" hatte Schneider von seinem Symptomen berichtet.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Robert Schneider im Video-Fragebogen (01/2018)