“Menschen mögen Brüche” – Henning Beck über Fernsehformate und Freiheit.


Fernseh-Forschung für Fortgeschrittene: "Alle tollen Format-Ideen haben einen Bruch, etwas Unerwartetes, was es vorher nicht gab", erklärt Henning Beck im Video-Interview von "Horizont" und turi2.tv am Rande des AGF Forums in Frankfurt. Das gelte auch für gute Werbung. Dieses "Unerwartete" lässt sich – trotz KI und digitaler Vermessung der Welt – nicht digitalisieren, ist der Neurowissenschaftler überzeugt. Zuschauer-Zahlen lassen sich super auswerten, aber "alles, woran sich keine Kennzahl schreiben lässt, ist nicht digitalisierbar", erklärt Beck und denkt an Kreativität oder an das Gefühl, mit dem ein TV-Programm das Publikum zurücklässt.

Außerdem erklärt Beck, was im Gehirn passiert, wenn der Fernseher oder das Handy Bewegtbild abspielen: Das Publikum konsumiert nicht nur, im Idealfall werde es mit auf eine "gedankliche Reise" genommen. "Menschen simulieren die TV-Welt in ihrem Kopf und werden so Teil des Geschehens", sagt Beck. Allerdings gebe es Unterschiede zwischen großen Formaten wie Kino und TV und kleinen Screens wie Tablet und Handy. Bei Live-Sendungen und im Kino hat das Publikum keine Kontrolle, etwa weil es sich an Sendezeiten und Startzeiten halten muss. Streaming funktioniere auch deswegen so gut, weil es dem Publikum die Macht gibt – über das Programm, die Startzeit und Unterbrechungen.
turi2.tv (9-Min-Video auf YouTube)

Debatte: Das Streaming erfüllt seine Versprechungen nicht, findet Jürgen Schmieder.

Wunschvorstellung oder Lüge? Die versprochene Kulturrevolution durch das Streaming bleibt aus, beobachtet Jürgen Schmieder. Ob Werbung bei Netflix oder feste Sendezeiten bei Amazons "Ringe der Macht" – statt Vielseitigkeit und Kreativität gebe es "nun doch wieder eine Konzentration auf Massentauglichkeit". Es bestehe die Gefahr, "dass die Streaming-Branche danach daherkommen wird wie Kino und TV derzeit" – also wie das, was man eigentlich zu ändern versprochen habe.
sueddeutsche.de

Auf dem Trockenen: René Martens über den Rückzug der ARD-Sender aus den Kinokoproduktionen.


Förder-Dürre: “2017 beauftragten oder beteiligten sich die ARD-Landes­­rundfunk­­anstalten und die Degeto noch an insgesamt 34 Kino­­spielfilmen”, schreibt der Autor René Martens bei epd Medien. 2020 und 2021 seien es dagegen nur noch an jeweils elf gewesen. Seit Anfang 2022 “Mehren sich Anzeichen”, dass sich “große ARD-Sender mehr und mehr aus der Kino­koproduktion zurückziehen”. turi2 veröffentlicht den Beitrag in Kooperation mit epd Medien in der wöchentlichen Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2.
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Lese-Tipp: Wie das Kino gerettet werden kann.

Lese-Tipp: Nur 33 Mio Kino-Tickets sind im 1. Halbjahr verkauft worden, über 20 Mio weniger als vor drei Jahren. Die "Süddeutsche" fragt bei Cineasten und Kino-Experten nach, wie das Kino wieder attraktiver werden könnte. Der YouTube-Filmkritiker Robert Hofmann etwa spricht sich für die Einführung von Benimmregeln aus, u.a. ein Handyverbot. Kultur-Bloggerin Lena Kettner fordert Freundeskreise für Kinos, "so wie es sie zum Beispiel für Theater gibt".
sueddeutsche.de (€)

Video-Tipp: HDF Kino lässt in neuer Kampagne Gefühle überschäumen.

Video-Tipp: Der Hauptverband Deutscher Filmtheater will mit seiner Werbekampagne "Kino. Fühlst du" mehr Menschen ins Kino locken. Drei 30-sekündige Clips zeigen u.a. ein Pärchen und einen Mann, die sich von ihren Gefühlen mitreißen lassen und vergessen, dass sie im Kino sind. Hinter der Kampagne steht die Agentur GUD Berlin, die auch für die Berliner Verkehrsbetriebe arbeitet.
horizont.net (Paid), youtube.com (Clip 1), youtube.com (Clip 2), youtube.com (Clip 3)

US-Milliardär Todd Boehly kauft die Rechte an den Golden Globes.

Goldfinger: Die Hollywood Foreign Press Association verkauft dem US-Milliardär Todd Boehly die Rechte an den Golden Globes. Er strebe eine "Professionalisierung und Modernisierung" des Filmpreises an. Mit der Übernahme festige Boehly "seinen ohnehin schon großen Einfluss in Hollywood", schreibt die "Süddeutsche". Den Golden Globes wurde zuletzt mangelnde Diversität vorgeworfen.
faz.net, sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Im Kinogeschäft lässt sich noch gutes Geld verdienen, meint Cinemaxx-CEO Frank Thomsen.

Hör-Tipp: "Das Kino-Sterben gibt es schon, seitdem ich ein Kind war", erzählt Cinemaxx-CEO Frank Thomsen im OMR-Podcast mit Torben Lux. Auch heute könne man im Kinogeschäft noch "eine sehr erfreuliche zweistellige Ebitda-Marge" verdienen. Die Branche müsse sich aber breiter aufstellen und z.B. Raum für Konzert-Übertragungen, Uni-Veranstaltungen oder freie Gottesdienste anbieten.
omr.de (66-Min-Audio)

Video-Tipp: Universal Pictures veröffentlicht Trailer zu “She Said”.

Video-Tipp: Das erste Bild des Trailers ist die Frontansicht des Gebäudes der "New York Times", dann folgen Blicke hinter die Kulissen der Redaktion: Die Pulitzer-Preisträgerinnen Megan Twohey, gespielt von Carey Mulligan, und Jodi Kantor, gespielt von Zoe Kazan, decken den Missbrauchs-Skandal um Harvey Weinstein auf. Sie sprechen mit Opfern, Mitarbeitenden und Weinstein selbst, legen sich mit Anwälten an, werden beschattet und schaffen es schließlich, dass die Frauen öffentlich aussagen. Der Film "She Said" der deutschen Regisseurin Maria Schrader erscheint am 18. November im Kino.
youtube.com (3-Min-Video) via digitalfernsehen.de

Basta: US-Militär will ein Stück vom Top-Gun-Kuchen.

Volare: Weil Top Gun: Maverick mit Tom Cruise die Schallmauer von einer Mrd Dollar Einspielergebnis an den Kinokassen durchbricht, will das US-Militär ein Stück vom Kamikazekuchen ab. In den Vereinigten Staaten läuft nun vor dem Film eine Werbeanzeige, die Actionfans für den Beruf des Jetpiloten begeistern soll. Unklar ist, mit welchem Slogan die Armee ins Rennen geht: "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" oder "Einer flog übers Kuckucksnest" stünden zur Wahl.
spiegel.de

Debatte: Fördergelder für Kinos sind ungleich verteilt, sagt Christine Berg.

Unausgewogen: Bei der Förderung von Kinos geht es nicht "in erster Linie um mehr Geld, sondern um einen angemesseneren Einsatz", sagt Christine Berg im Interview mit medienpolitik.net. Die Vorständin des Verbandes HDF Kino sagt, dass die FFA mit 400 Mio Euro Fördergeldern zu 90 % Produktionen und nur zu zehn Prozent Drehbücher finanziert: "Dieses Ungleichgewicht müsste korrigiert werden".
medienpolitik.net

Oscar-Akademie leitet Disziplinarverfahren gegen Will Smith ein.

Weitreichende Watsche: Die Oscar-Akademie leitet ein Disziplinarverfahren gegen US-Schauspieler Will Smith ein, weil er den Comedian Chris Rock während der Show am Sonntag geohrfeigt hat. Mögliche Folge könnten eine Sperre oder ein Ausschluss aus dem Filmverband sein, heißt es in einer Mitteilung. Die nächste Sitzung der Akademie ist für den 18. April geplant.
t-online.de, variety.com

Weibliche Hollywood-Hauptrollen waren 2021 in der Unterzahl.

A man's world: Männer spielten 2021 in Hollywood-Filmen doppelt so oft Haupt­rollen wie Frauen, sagt eine Studie des "Center for the Study of Women in Television & Film". Trotz Kassen­schlager wie "Cruella" mit Emma Stone waren in US-Filmen nur 34 % aller sprechenden Figuren weiblich. Das ist eine leichte Verbesserung zum Jahr 2002, als die Studie zum ersten Mal durchgeführt wurde. Damals lag der Anteil bei 28 %.
spiegel.de

EU-Kommission erlaubt Übernahme von MGM durch Amazon.

Löwe zieht um: Die EU-Kommission gibt grünes Licht für die Übernahme der Hollywood-Studios MGM durch Amazon. Der Kauf sorge für keine wettbewerbs­rechtlichen Probleme im europäischen Wirtschafts­raum. Außerdem sei Amazon u.a. einem starken Wettbewerb durch andere Streaming-Anbieter ausgesetzt. Amazon hat MGM für 8,45 Mrd Dollar im Mai 2021 übernommen.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Studie: Kinowerbung löst die meisten Emotionen aus.

Großes Kino: Werbung auf der Kino­leinwand spricht das Publikum emotional intensiver an als im TV oder Online, zeigt eine Studie im Auftrag von Weischer.Cinema. Dafür wurden bei 40 Menschen während einer Vorstellung etwa Herzschlag und Mimik aufgezeichnet, anschließend Interviews geführt und die Werte mit generischen Referenz­werten für TV und Online abgeglichen.
horizont.net (Paid)

“Keinohrhasen”-Autorin Anika Decker erhält Auskunft über Film-Gesamteinnahmen.

Ohren auf: "Keinohrhasen"-Drehbuchautorin Anika Decker hat ein Recht auf Auskunft über die Film-Gesamteinnahmen. Eine mündliche Verhandlung vor dem Berliner Kammergericht bestätigt ein entsprechendes Urteil von 2020. Decker fordert mehr Gewinnbeteiligung an den Kino-Hits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken", deren Höhe nun ebenfalls vor Gericht verhandelt werden könnte.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Basta: Tilo Jung checkt den Mediaplan der Impfkampagne.

Mediaplan from hell: Das Gesundheitsministerium bringt es fertig, seine Impf-Kampagne auch in Kinos laufen zu lassen – wo sie dank 2G ausschließlich die Zielgruppe der Geimpften und Genesenen erreicht. Von Tilo Jung auf den Denkfehler im Mediaplan hingewiesen, setzt Ministeriumssprecher Sebastian Gülde ganz fest auf den Multiplikatoren-Effekt.
twitter.com (mit 94-Sek Video)

Zitat: Halle Berry hat die Hoffnung in den Oscar verloren.

"Ich sehe heutzutage schwarze Frauen in Hollywood, die Regie führen, ­Filme produzieren, Hauptrollen spielen, die früher unerreichbar gewesen wären. So etwas ist viel bedeutsamer als ein Oscar, den man nicht bekommt."

Halle Berry, bisher einzige schwarze Oscar-Preisträgerin als Hauptdarstellerin, blickt heutzutage anders auf den Oscar. Preise sollten nicht Gradmesser des Erfolgs sein.
faz.net

Studie: Deutsche Kinofilme zeigen hauptsächlich junge und schlanke Frauen.


Abwärts ab 30: Deutsche Kinofilme zeigen "mehr Frauen, aber nicht weniger Sexismus", sagt eine Studie der Universität Rostock, über die Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen" schreibt. In den 390 ausgewerteten Filmen aus den Jahren 2017 bis 2020 herrscht zwar unter den Geschlechtern mittlerweile fast Parität auf der Leinwand. Allerdings ist der Anteil von Frauenfiguren, die älter als 30 sind, rückläufig. Das größte Ungleichgewicht besteht in der Altersgruppe 50 plus: Hier sind 70 % der Protagonisten Männer. Ältere Hauptdarstellerinnen wie Barbara Sukowa (Foto, links) und Maren Kroymann, die 2020 gemeinsam in "Enkel für Anfänger" gespielt haben, bleiben die Ausnahme.

Auch die transportierten Körperbilder decken sich "so gar nicht mit irdischen Verhältnissen". Nur 3 % der zentralen Figuren haben Übergewicht, und das sind alles Männer. 9 % Prozent der männlichen Protagonisten werden als "sehr dünn" eingestuft, bei den Frauen ist es ein Viertel. "Pummelig sind sonst höchstens mal Menschen in Nebenrollen", sagt Vahabzadeh. Hinzu kommt, dass weibliche Figuren in Filmen seltener Berufe ausüben und häufiger in Kontext von Partnerschaft und Beziehung gesetzt werden. Außerdem führen nur bei jedem vierten Streifen Frauen Regie. (Foto: Horst Galuschka / dpa / Picture Alliance)
malisastiftung.org via sueddeutsche.de

“Matrix”-Koproduzent verklagt Warner Media.

Klage in der Matrix: Das Filmstudio Village Roadshow, Ko-Produzent von Matrix Resurrections, verklagt Warner Media auf Schadenersatz. Mit dem zeitgleichen US-Release im Kino und beim Streaming-Dienst HBO Max habe Warner Vertragsbruch begangen, der Produktionsfirma seien Kino-Einnahmen entgangen. Zudem hätte der Film erst 2022 starten sollen. Der Start sei auf Ende 2021 vorgezogen worden, um noch Teil des "Project Popcorn", so der Name von Warners Strategie der Parallel-Veröffentlichungen während der Corona-Krise, zu werden.
theverge.com

Studio-Babelsberg-Chef Carl Woebcken fordert zeitgemäßere Filmförderung.

Serien Made in Germany könnten bald Seltenheitswert haben, befürchtet Carl Woebcken. Der Vorstandschef von Studio Babelsberg fordert eine zeitgemäßere staatliche Förderung und hofft auf Unterstützung der neuen Kulturstaatsministerin Claudia Roth. Kinosterben und Streaming führten zu einer massiven Nachfrage nach Serienproduktionen. Die auf Kinofilmproduktion ausgelegte Förderung sieht u.a. eine sechsmonatige Auswertungssperre vor, was Produzenten weltweiter Serien nicht mitmachen würden. Für Studios seien Serien für mehr Planungssicherheit aber notwenig.
abendblatt.de

Bund und Länder verlängern Corona-Ausfallfonds für Film- und TV-Produktionen.

Sicherheit am Set: Bund, Länder und Sender haben sich auf die Fortführung des Corona-Ausfallfonds für Film- und TV-Produktionen geeinigt, berichtet die "FAZ". Außer Thüringen beteiligen sich alle Bundesländer an dem Fonds. Insgesamt stehen rund 150 Mio Euro für coronabedingte Drehausfälle bereit. In Bayern, NRW und Berlin können Anträge bereits wieder eingereicht werden, in den anderen beteiligten Bundesländer soll die Antragstellung in Kürze wieder möglich sein.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Oliver Adrian.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Als Chief Sales Officer des Kinovermarkters Weischer hat Oliver Adrian aktuell sicher nicht den leichtesten Job. In der turi2 edition #16 schreibt er ein passioniertes Plädoyer für das Kino als "Ort, an dem echte Menschen echte Gefühle erleben". Adrian ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­­macherinnen in Deutschland.
turi2.de/koepfe (Profil Adrian)

“FAZ”: Cinemaxx droht Streik durch Verdi.

Cinemaxx könnte bald ein Streik durch Verdi drohen, berichtet die "FAZ". Die bisherigen Verhandlungen seit August 2020 blieben erfolglos. Verdi fordert in zwei Schritten bis Juli 2022 einen höheren Einstiegslohn von 12,50 Euro sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Arbeitgeber-Angebot habe "faktisch einer Nullrunde" entsprochen, kritisiert die Gewerkschaft. Cinemaxx argumentiert, die Corona-Krise noch nicht überstanden zu haben.
zeitung.faz.net (Paid)

turi2 edition #16: Warum sollten Zuschauerinnen noch ins Kino, wenn der Film im Stream ganz ohne Werbung läuft, Oliver Adrian?


Großes Kino: Ob Actionfilm, Romanze oder Horror — auf Netflix & Co ist die Auswahl groß. Trotzdem zieht es viele Menschen ins Kino, schreibt Oliver Adrian in seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #16. Der Chief Sales Officer beim Kinovermarkter Weischer Cinema schwärmt von großen Leinwänden und echten Gefühlen. Weiterlesen >>>

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #16 über Nachhaltigkeit. Hier geht’s zum kostenlosen E-Paper.

Gold & Wirtschaftswunder ist neue Kreativ-Agentur für Burdas “TV Spielfilm”, “Cinema” und “SerienMagazin”.

Burda: Gold & Wirtschaftswunder ist nach einem mehrstufigen Pitch ab sofort die Lead-Agentur von "TV Spielfilm", "Cinema" und dem "SerienMagazin". Eine neue Marken-Kampagne soll zu "mehr Sichtbarkeit" führen, dazu gibt es die neuen Slogans "Schneller finden. Besser sehen", "Der Guide für alle Kino- und Streamingfans" und "Alles für deine Watchlist". Durch "eingängige Claims und Headlines" sollen Leserinnen bei der Suche nach Inhalten "effektiver und erfolgreicher" sein.
burda.com, meedia.de

Kinos schreiben das zweite Jahr in Folge hohe Verluste.

Klappe zu: Deutsche Kinos schreiben das zweite Jahr in Folge hohe Verluste, sagt HdF-Vorständin Christine Berg im "Medienpolitik"-Interview. Schuld ist die Corona-Pandemie. Gegenüber 2019 erwarten die Betreiber einen Verlust von über 50 % – hoffen aber, 2021 wenigstens ihre Kosten decken zu können. Insbesondere im 3. Quartal seien die Zuschauerinnen in die Säle zurückgekehrt.
medienpolitik.net

Disney: “Indiana Jones 5” und zahlreiche Marvel-Filme kommen später ins Kino.

Disney Logo 150Disney verschiebt den Kino-Start zahlreicher Filme, teilt der Konzern mit. Betroffen sind demnach mehrere Marvel-Produktionen und "Indiana Jones 5", der erst im Juni 2023 ins Kino kommen soll. Hauptdarsteller Harrison Ford ist dann 80 Jahre alt. Grund für die Verschiebungen sind Verzögerungen in den Produktionen. Ford etwa hatte sich beim Dreh verletzt und musste länger pausieren.
spiegel.de

RTL und Constantin Film bauen Partnerschaft aus.

RTL baut seine Partnerschaft mit Constantin Film aus und erwirbt exklusive TV- und Streaming-Lizenzrechte für sämtliche Kinoproduktionen des Filmunternehmens in Deutschland ab 1. Januar 2022. Teil des mehrjährigen Vertrags sind unter anderem die nächsten Filme von den Regisseurinnen Doris Dörrie, Til Schweiger, David Wnendt und Paul W. Anderson. Zuvor lagen die Exklusivrechte bei ProSiebenSat.1.
presseportal.de, dwdl.de

Disney setzt den Rest des Jahres wieder auf exklusive Kino-Auswertung seiner Filme.

Kino-Comeback: Disney schenkt allen Film-Neustarts des laufenden Jahres wieder eine exklusive Kino-Auswertung. 45 Tage lang sind die Streifen nur auf der großen Leinwand zu sehen, bevor Streaming-Dienst Disney+ zugreifen darf. In der Pandemie hatte der Micky-Maus-Konzern auf zeitgleiche Online- und Kino-Starts gesetzt und sich dabei mit Hollywood-Star Scarlett Johannson verkracht.
spiegel.de, bild.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Das Kinosterben bleibt bisher aus.

Zahl des Tages: Nur um 1 % auf 1.716 geht die Zahl der Kinos in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 zurück, sagt ein Bericht der Filmförderungsanstalt. Das sind nur 18 Kinos weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Leinwände sinkt um 37 auf 4.892. Wegen des Corona-Lockdowns sind seit Januar nur 800.000 Tickets verkauft worden, 2020 waren es noch knapp 26 Mio und 2019 sogar 54 Mio.
faz.net

Disney gibt im Streit um “Black Widow” nicht nach.

Disney will auch künftig die Entscheidungshoheit über die Vermarktung seiner Filme haben, sagt CEO Bob Chapek bei einem Analystinnen-Gespräch. Man werde auch in Zukunft "alle verfügbaren Optionen" nutzen. Darstellerin Scarlett Johansson hatte den Konzern verklagt, weil ihr durch den Streaming-Start Teile ihrer Gage entgangen sein sollen. Die Klage sei nicht gerechtfertigt und lasse zudem die Folgen der Corona-Pandemie außer Acht, sagt Disney dem "Business Insider".
businessinsider.com, golem.de

Lese-Tipp: Studio Babelsberg und sein Verhältnis zu Netflix.

Lese-Tipp: Netflix spielt globale Drehstandorte geschickt gegeneinander aus, schreibt Peter Steinkirchner in der "Wirtschaftswoche". Carl Woebcken, Chef von Studio Babelsberg, spricht von einem "ewigen Überlebenskampf". Das älteste Filmstudio der Welt will bei der künftigen Bundesregierung für neue Filmförderungs-Gesetze werben.
"Wirtschaftswoche" 33/2021, S. 55 (Paid)

Hör-Tipp: Achim Flebbe kritisiert das Geschäftsmodell der Streamingdienste.

Hör-Tipp: Streamingdienste wie Netflix sind für das Kino "die größte Bedrohung seit 50 Jahren", sagt Kino-Unternehmer Achim Flebbe im "TOMorrow"-Podcast. Wenn Studios ihre neuen Filme nicht mehr zuerst im Kino zeigen, schadeten sie sich damit aber auch selbst, da Zuschauer im Internet viel leichter Raubkopien erstellen könnten als im Kino. Den Streamingdiensten gehe es nur um Wachstum statt um Gewinne. "Das ist auf Dauer nicht gesund."
podcast.apple.com (90-Min-Audio)

Disney wirft Scarlett Johansson eine “orchestrierte PR-Kampagne” vor.

Disney wehrt sich erneut gegen die Vorwürfe von "Black-Widow"-Star Scarlett Johansson (Foto). Disney-Anwalt Daniel Petrocelli wirft der Schauspielerin eine "hochgradig orchestrierte PR-Kampagne" gegen den Konzern vor, um öffentlichen Druck auf einen vermeintlich aussichtslosen Gerichtsprozess aufzubauen. Demnach sei der Film wie vertraglich vereinbart auf mindestens 1.500 Kinoleinwänden zu sehen gewesen, auf 9.000 in den USA und 30.000 weltweit. Die US-Schauspielergewerkschaft kritisiert den "frauenfeindlichen Ton" von Disney. Johansson hatte Disney für den zeitgleichen Start von "Black Widow" im Kino und bei Disney+ verklagt, durch die Streaming-Veröffentlichung sei ihr Gage entgangen.
variety.com via sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Scarlett Johansson verklagt Disney wegen Streaming von “Black Widow”.

Zoff um Mäuse: Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson verklagt Disney wegen des gleichzeitigen Starts des Marvel-Superheldenfilms Black Widow im Kino und beim Streaming-Dienst Disney+. Die Hauptdarstellerin wirft dem Micky-Maus-Konzern Vertragsbruch vor. In Los Angeles habe sie eine entsprechende Klage eingereicht. Disney habe ihr einen exklusiven Kinostart von "Black Widow" versprochen, ihre Vergütung basiere großteils auf den Kinoeinnahmen. Disney wehrt sich gegen die Vorwürfe und bezeichnet die Klage der Darstellerin als "unbegründet". Durch den Release bei Disney+ habe man Johannsons "Möglichkeiten für zusätzliche Einnahmen über die bereits erhaltenen 20 Mio US-Dollar hinaus deutlich erhöht". "Black Widow" ist in den USA am 9. Juli gestartet, sowohl im Kino als auch bei Disney+. Weltweit hat der Film am ersten Kinowochenende 158 Mio Dollar eingespielt, weitere 60 Mio Dollar kamen durch Streaming zustande.

Disney ist nicht das einzige Filmstudio, das seit der Corona-Pandemie auf ein hybrides Veröffentlichungs-Modell seiner Filmproduktionen setzt. Auch Warner stellt neue Filme inzwischen parallel zum Kinostart auf seiner Streaming-Plattform HBO Max zur Verfügung – und will mittelfristig daran festhalten.
rnd.de, spiegel.de, wsj.com, deadline.com

Basta: Jurypräsident Spike Lee verkündet den Gewinner-Film der “Goldenen Palme” zu früh.

Das Beste kommt zuerst: Der Horrorfilm "Titane" der Französin Julia Ducournau hat die "Goldene Palme" und somit den Hauptpreis in Cannes gewonnen. Jurypräsident Spike Lee hielt jedoch nichts vom Spannungsbogen: Er verkündet versehentlich direkt den 1. Platz und nahm damit das Highlight des Abends vorweg. Vielleicht hat Marty McFly noch Platz in seiner Zeitmaschine, damit Lee seinen Versprecher korrigieren kann.
spiegel.de

App-Tipp: Mit Cineamo das Kinoprogramm bestimmen.

Film app: Die App Cineamo soll Kinobesitzerinnen helfen, die Auslastung in den Sälen nach der Pandemie anzukurbeln. In der Anwendung können Userinnen Filmwünsche bei Kinos einreichen. Die kostenlose App ermöglicht auch, Kinosäle für andere Zwecke anzufragen, u.a für Yogastunden oder Firmenevents. 24 Kinos machen bislang mit.
welt.de, apps.apple.com (Cineamo im App-Store), play.google.com (Cineamo im Playstore)

Zitat: Streaming ersetzt zwar Fernsehen, aber keinen Kinobesuch.

"Ich halte es für eine komplette Scheindiskussion, dass Streaming Kino ersetzen könnte. Streaming ersetzt Fernsehen, nicht Kino. Deshalb müssen sich am ehesten die TV-Vermarkter Sorgen machen, nicht wir."

Stefan Kuhlow, CEO beim Kinovermarkter Weischer Media, sagt im "Horizont"-Interview, dass Kino Einnahmen generiert, die "im Streaming komplett undenkbar sind".
"Horizont" 27/2021, S. 4 (Paid)

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” über die ukrainische Filmlandschaft im neuen Gewand.

Lese-Tipp: Ein neues Gesetz in der Ukraine sieht vor, Filme und TV-Serien neu zu synchronisieren. Bisher wird in knapp 90 % der ukrainischen TV-Filmen und Serien aufgrund der Tradition Russisch gesprochen, Ukrainisch läuft als Untertitel. Die "Süddeutsche" trifft die Schauspielerin und Synchronsprecherin Katerina Braikovska, die vom Start der Synchronisierungs-Arbeiten vom Russischen ins Ukrainische seit Dezember 2020 erzählt. Alle Studios würden derzeit "24 Stunden pro Tag" arbeiten, sagt Braikovska.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die “FAZ” blickt auf das Cannes-Festival.

Lese-Tipp: Das Cannes-Filmfestival verliert seinen Sinn, schreibt Verena Lueken in der "FAZ". Die Welt des Kinos liege längst längst jenseits der Côte d’Azur, dazu hat u.a. die in den vergangenen Jahren zugenommene Streaming-Konkurrenz beigetragen. Das Festival kopple sich von Anbietern wie Netflix ab, "als ließe sich noch etwas daran ändern, dass sie es sind, die inzwischen in die Bilderproduktion mehr Geld stecken als die herkömmlichen Studios".
faz.net (Paid)