Filmverbände fordern Verbot von Dreharbeiten in Corona-Zeit.

Dreharbeiten für fiktionale Kino- und TV-Produktionen sollen vorübergehend bundesweit verboten werden, fordern der Produzentenverband und der Film- und Medienverband NRW. Dies sei zwingend notwendig, um die Beteiligten am Set wirksam gegen das Corona-Virus zu schützen. Während es für Theater und ähnliche Betriebe klare Regeln gebe, liege die Verantwortung für Filmproduktionen vielerorts bei den Betrieben, die so keine Rechtssicherheit hätten und denen möglicherweise Entschädigung-Ansprüche entgingen.
produzentenverband.de, filmundmedienverbandnrw.de

Weischer Cinema holt Oliver Adrian ab Mai als Vertriebschef.

Weischer Cinema holt Oliver Adrian ab Mai für die neu geschaffene Stelle des Vertriebschefs für die DACH-Region. Er ist noch bis Ende März bei AS&S Radio, wo er seit 2012 Geschäftsführer ist. Adrian leitet bei der Weischer-Tochter den Vertrieb des Kinogeschäfts.
horizont.net, turi2.de (Background)


Aus dem Archiv von turi2.tv: Warum Weischer-Chef Stefan Kuhlow Netflix toll findet. (02/2020)


Aus dem Archiv von turi2.tv: Werbung spielt in der ARD "eine beachtliche Rolle", sagt Oliver Adrian. (04/2018)

Studie: Produzentinnen gehen wirtschaftlicher mit Förderung um.

Produzentinnen sind in der deutschen Film- und TV-Branche strukturell benachteiligt, sagt eine Studie des Instituts für Medienforschung der Uni Rostock im Auftrag der ARD-Filmintendantin Karola Wille. Sie bekämen weniger Fördermittel, obwohl sie wirtschaftlicher damit umgingen: Eine Produzentin brauche 17 Euro Filmförderung, um einen Zuschauer ins Kino zu locken, ein Produzent 42 Euro. Künstlerisch seien Frauen "mindestens genauso anerkannt wie ihre männlichen Kollegen". Seit 2009 verändere sich der Frauenanteil in der Branche kaum, rein männliche Filme gebe es zu 57 %, rein weibliche zu 12 %.
tagesspiegel.de

Zahl des Tages: Cinemaxx muss sechs Kinos verkaufen.

Zahl des Tages: Insgesamt sechs Häuser muss Vue Entertainment, Betreiber der Kino-Kette Cinemaxx, in Deutschland verkaufen, entscheidet das Bundeskartellamt im Hinblick auf die im Oktober 2018 beschlossene Fusion mit Cinestar. Betroffen sind die Cinestar-Kinos in Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg und Remscheid und das Cinemaxx-Kino in Mülheim an der Ruhr.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Berlinale-Chefkurator Carlo Chatrian will sich für Netflix und Co weiter öffnen.

"Wir haben keine Mauer um das Festival gezogen, im Gegenteil, wir wollen es noch weiter öffnen."

Carlo Chatrian, neuer künstlerische Leiter der Berlinale, will Amazon Prime, Netflix und Co nicht von der Berlinale ausschließen, sagt er im "FAZ"-Interview. Er wolle sich nicht von der jüngeren Generation und ihrem "veränderten Verhältnis zu bewegten Bildern" verabschieden.
"FAZ", S. 11 (Paid)

Disney streicht den Namensbestandteil “Fox” aus 20th Century Fox.

Disney kappt die namentliche Verbindung zu Murdochs Fox Corporation und streicht den Namensbestandteil "Fox" aus den Filmstudios 20th Century Fox und Fox Searchlight. Beide firmieren künftig als 20th Century Studios und Searchlight Pictures. Ende 2017 hatte Disney beide Studios und andere Bestandteile aus Murdochs Medien-Imperium abgekauft.
nytimes.com
turi2.de (Background)

Zitat: Heike Makatsch will mit ihrem Musicaldampfer keinen Kreuzfahrt-Boom auslösen.

"Ich gehe mal nicht davon aus, dass die Kinozuschauer nach der Vorstellung ins Reisebüro stürzen, um eine Kreuzfahrt zu buchen. Das war nun wirklich nicht unser Ziel."

Schauspielerin Heike Makatsch läuft häufiger bei "Fridays For Future" mit - auch wenn ihr neuer Kinofilm auf einem Kreuzfahrtschiff spielt, sagt sie im RND-Interview.
rnd.de

turi2 edition #9: “Raubbau an den eigenen Kräften” – Ufa-Chef Nico Hofmann über sein Leben als Filmemacher.


Im Kino mit dem Filmmogul: Ufa-Chef Nico Hofmann ist Deutschlands Top-Filmproduzent – und brennt kurz vor seinem 60. Geburtstag mehr denn je für spannende Stoffe. Heike Reuther trifft Hofmann für die turi2 edition #9 im Kinosessel zu einem Blick auf sein Leben, den deutschen Film und die Zukunft zwischen Netflix und Mediatheken. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

Streaming-Nutzer scheuen lange Serien, meint Martin Moszkowicz.

Streaming: Früher hatten Produktionsfirmen Probleme mit dem Budget, heute damit, kreative Talente zu finden, sagt Constantin-Film-Chef Martin Moszkowicz im DWDL-Interview. Mit Bora Dagtekin spreche er aktuell über Serienideen. Generell beobachte er, dass das Publikum sich nicht mehr leicht auf lange Serien einlässt. Deshalb bestellen Netflix und Co zunehmend Filme.
dwdl.de

Apple schickt Filme für TV+ vorab exklusiv ins Kino.

Schau einer an: Apple will sich in Hollywood beliebt machen und plant, für Apple TV+ produzierte Filme zunächst "wochenlang" in Kinos laufen zu lassen, bevor sie auf dem Streamingdienst verfügbar werden. Der Konzern will sich damit einerseits den Ärger ersparen, den Netflix einsammelte, als die Firma Filme parallel zum Kinostart auch auf der Plattform zeigte.

Nebenbei will Apple damit auch prominente Produzenten und Regisseure locken, die neben dem Geld auch auf Preise wie die Oscars schielen. Netflix bringt gerade zehn Filme in die US-Kinos, Streaming-Mitbewerber Amazon lässt für Prime produzierte Filme auch für einen Zeitraum exklusiv im Kino laufen, bevor sie auf die Plattform kommen. Teilweise nur zwei Wochen, teilweise zwölf wie beim Drama "Manchester by the Sea", für das Hauptdarsteller Casey Affleck einen Oscar einheimste.
wsj.com (Paid), theverge.com, turi2.de (Background)

Netflix bringt zehn Filme vor dem Streaming-Start ins Kino.


Popcorn-Premieren: Netflix bringt diesen Herbst in den USA zehn seiner neuen Filme zuerst für mehrere Wochen in die Kinos, bevor sie im Angebot des Streaming-Dienstes verfügbar sind. Darunter ist auch The Irishman mit Robert De Niro und Al Pacino. Der Film gilt als Oscar-Kandidat. Der Entscheidung geht ein Streit zwischen Netflix und der Filmindustrie voraus. Mehrere einflussreiche Kinoketten bestehen auf eine 90-tägige Exklusivität, bevor Zuschauer neue Filme auch anderswo als im Kino sehen können. Netflix will mit seinen Produktionen aber vor allem Abonnenten gewinnen.

Gleichzeitig ist Netflix bei seinen Bemühungen, Auszeichnungen für seine Produktionen zu bekommen, auf die Kinobetreiber angewiesen. Viele Preise, wie etwa die Oscars, verlangen, dass ein Streifen zumindest einige Zeit lang im Kino gezeigt wurde. Für Netflix ist es leichter, prominente Regisseure und Schauspieler zu verpflichten, wenn sie auch mit Netflix Chancen auf große Filmpreise haben. 2018 zeigte Netflix nur vier Filme im Kino, darunter das mit drei Oscars prämierte Drama Roma.
theverge.com

Stephan Katzmann wechselt zum Kogel-KKR-Filmstudio.

TV und Film: Das noch namenlose Filmstudio von Investor KKR und Fred Kogel holt Stephan Katzmann (Foto) als Geschäftsführer Projekte. Katzmann war kaufmännischer Chef bei Sport1. Er soll sich künftig um Produktionen und eine Datenbank für Filmlizenzen kümmern. KKR hat in den vergangenen Monaten mehrere Film-Unternehmen übernommen – Kogel baut ein Studio aus der bisherigen Tele München Gruppe, Universum Film, i&u sowie Wiedemann & Berg.
presseportal.de, turi2.de (Background Katzmann)

Meinung: Kinderprogramm wird in der Branche kaum wahrgenommen.

Lese-Tipp: Die Macher von Kinderprogramm werden in der TV-Branche kaum wahrgenommen, sagt Milena Maitz im DWDL.de-Interview. Sie ist Chefin von Studio TV Film, die Firma produziert z.B. "Löwenzahn" und "Siebenstein" , neuerdings auch Fiction-Inhalte für Erwachsene. Bei Kinderprogrammen werde Bildungsvermittlung verstärkt in unterhaltende Formen, "Löwenzahn" z.B. sei "spannender und erzählerischer" als früher, das Erzähltempo hat angezogen. Maitz bedauert, dass Kino ein schwieriges Geschäft sei – selbst mit einem Film wie "Toni Erdmann" verdiene man in Deutschland kaum Geld.
dwdl.de

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Monika Grütters: Eine Reform der Filmförderung soll schwache Kinozahlen aufbessern.

Kino: Die schwachen Zahlen 2018 könnten eine Reform der Filmförderung nach sich ziehen, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Knapp über 100 Mio Besucher zählten deutsche Kinos 2018, in beiden Vorjahren waren es je 120 Mio. Grütters hoffe auf einen Ausreißer aufgrund von Fußball-WM und heißem Sommer. Jedoch sei es wichtig, mit allen Beteiligten zu schauen, wo man "behutsam umsteuern könnte".
tagesspiegel.de