Streaming-Nutzer scheuen lange Serien, meint Martin Moszkowicz.

Streaming: Früher hatten Produktionsfirmen Probleme mit dem Budget, heute damit, kreative Talente zu finden, sagt Constantin-Film-Chef Martin Moszkowicz im DWDL-Interview. Mit Bora Dagtekin spreche er aktuell über Serienideen. Generell beobachte er, dass das Publikum sich nicht mehr leicht auf lange Serien einlässt. Deshalb bestellen Netflix und Co zunehmend Filme.
dwdl.de

Apple schickt Filme für TV+ vorab exklusiv ins Kino.

Schau einer an: Apple will sich in Hollywood beliebt machen und plant, für Apple TV+ produzierte Filme zunächst "wochenlang" in Kinos laufen zu lassen, bevor sie auf dem Streamingdienst verfügbar werden. Der Konzern will sich damit einerseits den Ärger ersparen, den Netflix einsammelte, als die Firma Filme parallel zum Kinostart auch auf der Plattform zeigte.

Nebenbei will Apple damit auch prominente Produzenten und Regisseure locken, die neben dem Geld auch auf Preise wie die Oscars schielen. Netflix bringt gerade zehn Filme in die US-Kinos, Streaming-Mitbewerber Amazon lässt für Prime produzierte Filme auch für einen Zeitraum exklusiv im Kino laufen, bevor sie auf die Plattform kommen. Teilweise nur zwei Wochen, teilweise zwölf wie beim Drama "Manchester by the Sea", für das Hauptdarsteller Casey Affleck einen Oscar einheimste.
wsj.com (Paid), theverge.com, turi2.de (Background)

Netflix bringt zehn Filme vor dem Streaming-Start ins Kino.


Popcorn-Premieren: Netflix bringt diesen Herbst in den USA zehn seiner neuen Filme zuerst für mehrere Wochen in die Kinos, bevor sie im Angebot des Streaming-Dienstes verfügbar sind. Darunter ist auch The Irishman mit Robert De Niro und Al Pacino. Der Film gilt als Oscar-Kandidat. Der Entscheidung geht ein Streit zwischen Netflix und der Filmindustrie voraus. Mehrere einflussreiche Kinoketten bestehen auf eine 90-tägige Exklusivität, bevor Zuschauer neue Filme auch anderswo als im Kino sehen können. Netflix will mit seinen Produktionen aber vor allem Abonnenten gewinnen.

Gleichzeitig ist Netflix bei seinen Bemühungen, Auszeichnungen für seine Produktionen zu bekommen, auf die Kinobetreiber angewiesen. Viele Preise, wie etwa die Oscars, verlangen, dass ein Streifen zumindest einige Zeit lang im Kino gezeigt wurde. Für Netflix ist es leichter, prominente Regisseure und Schauspieler zu verpflichten, wenn sie auch mit Netflix Chancen auf große Filmpreise haben. 2018 zeigte Netflix nur vier Filme im Kino, darunter das mit drei Oscars prämierte Drama Roma.
theverge.com

Stephan Katzmann wechselt zum Kogel-KKR-Filmstudio.

TV und Film: Das noch namenlose Filmstudio von Investor KKR und Fred Kogel holt Stephan Katzmann (Foto) als Geschäftsführer Projekte. Katzmann war kaufmännischer Chef bei Sport1. Er soll sich künftig um Produktionen und eine Datenbank für Filmlizenzen kümmern. KKR hat in den vergangenen Monaten mehrere Film-Unternehmen übernommen – Kogel baut ein Studio aus der bisherigen Tele München Gruppe, Universum Film, i&u sowie Wiedemann & Berg.
presseportal.de, turi2.de (Background Katzmann)

Meinung: Kinderprogramm wird in der Branche kaum wahrgenommen.

Lese-Tipp: Die Macher von Kinderprogramm werden in der TV-Branche kaum wahrgenommen, sagt Milena Maitz im DWDL.de-Interview. Sie ist Chefin von Studio TV Film, die Firma produziert z.B. "Löwenzahn" und "Siebenstein" , neuerdings auch Fiction-Inhalte für Erwachsene. Bei Kinderprogrammen werde Bildungsvermittlung verstärkt in unterhaltende Formen, "Löwenzahn" z.B. sei "spannender und erzählerischer" als früher, das Erzähltempo hat angezogen. Maitz bedauert, dass Kino ein schwieriges Geschäft sei – selbst mit einem Film wie "Toni Erdmann" verdiene man in Deutschland kaum Geld.
dwdl.de

Zahl des Tages: Streaming-Steuer bringt Frankreichs Fiskus rund 10 Mio Euro.

Zahl des Tages: Rund 10 Mio Euro bringt die Streaming-Steuer dem französischen Fiskus ein, meldet die französische Zeitung "Le Figaro". Die Abgabe von 2 % des Umsatzes gilt seit Januar 2018 für Internetplattformen wie YouTube oder Netflix. Aktuell zahlten französische Kinos mehr Steuern als die internationalen Digitalkonzerne.
"FAZ", S. 13 (Paid)

Disneys neuer Streamingdienst zeigt nicht nur eigene Produktionen.

Disney Logo 150Disney will zum Start des eigenen Streamingdienstes auch fremde Produktionen anbieten. Zu sehen sind Inhalte des US-Rivalen CBS. Die Plattform soll zum Jahresende zunächst in den USA verfügbar sein. Disneys Überschuss ist im vergangenen Geschäftsquartal auf umgerechnet rund 2,5 Mrd Euro gesunken.
techcrunch.com, manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Fassung stand, dass auch Marvel-Produktionen Disney-fremde Inhalte seien. Seit 2009 gehört Marvel jedoch auch zu Disney.

Monika Grütters: Eine Reform der Filmförderung soll schwache Kinozahlen aufbessern.

Kino: Die schwachen Zahlen 2018 könnten eine Reform der Filmförderung nach sich ziehen, sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Knapp über 100 Mio Besucher zählten deutsche Kinos 2018, in beiden Vorjahren waren es je 120 Mio. Grütters hoffe auf einen Ausreißer aufgrund von Fußball-WM und heißem Sommer. Jedoch sei es wichtig, mit allen Beteiligten zu schauen, wo man "behutsam umsteuern könnte".
tagesspiegel.de

Meinung: Eigene Streaming-Angebote gefährden das Zweitverwertungs-Geschäft.

Streaming: Disney und Warner bringen mit ihren Hollywood-Produktionen alles mit, um attraktive Streaming-Angebote zu starten, schreibt David Steinitz in der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings würden sie das für sie bisher lukrative Geschäft mit Zweitverwertungsrechten aufgeben, wenn sie für die eigenen Angebote produzieren. Netflix dränge derweil andersherum ins Kino-Geschäft, stoße hier aber wegen der kurzen Zeit zwischen Kinoaufführung und Streamingstart auf wenig Gegenliebe.
"Süddeutsche Zeitung", S. 17 (Paid)

Amazon und Netflix überfordern ihre Nutzer, glaubt Joachim Huber.

Streamingdienste fressen immer mehr Zeit und überfordern ihre Nutzer, glaubt Joachim Huber vom "Tagesspiegel". Netflix und Co pumpten ihre Kanäle bis mit Inhalten voll, damit der Algorithmus den Nutzern möglichst viel anbieten könne. Hubert prognostiziert, wer der Angebotsinflation nicht mehr Herr werde, wird auf Dauer frustriert sein. Vielleicht eine Chance fürs Kino, als kuratierter Film-Vorführort.
tagesspiegel.de

Cinemaxx-Besitzer übernimmt Konkurrenten Cinestar.

Kino-Markt: Vue Entertainment, Eigentümer der Kino-Kette Cinemaxx, übernimmt den deutschen Marktführer Cinestar für bis zu 222 Mio Euro. 130 Mio Euro zahlt Vue Entertainment direkt an den bisherigen Cinestar-Besitzer Event Hospitality and Entertainment aus Australien. Die restliche Summe bemisst sich an den Ticketverkäufen 2019. Cinestar betreibt in Deutschland derzeit 55 Kinos. Cinemaxx ist mit 30 Kinos der größte Konkurrent. Das Kartellamt muss daher noch zustimmen.
tagesschau.de

Basta: Rezensieren ist Silber, Schweiger ist Gold.

Ungenuschelt: Til Schweigers neuer Kino-Film "Klassentreffen 1.0" ist "tumb und selbstverliebt", schreibt Anja Rützel bei Spiegel Online. Schweiger bedankt sich für die "ungewollte Werbung" ironisch via Facebook: "Spiegel Online, ihr seid sooo geil! Jetzt bestell ich mir doch glatt Spiegel+! Eine Hand wäscht die andere! Euer Tilli" - Klingt nach einer Drohung.
spiegel.de, facebook.com

Oscar-Akademie schließt Bill Cosby und Roman Polanski aus.

Oscar-Akademie entzieht Bill Cosby (Foto) und Roman Polanski die Mitgliedschaft. Ein US-Gericht hatte Cosby vor einer Woche der sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Polanski war 1978 aus den USA geflohen, nachdem er zugegeben hatte, mit einer Minderjährigen geschlafen zu haben. Bereits im Oktober hatte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Produzenten Harvey Weinstein wegen Vorwürfen sexueller Belästigung ausgeschlossen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Cosby), turi2.de (Weinstein)

Basta: Schauspieler verrät versehentlich, dass er in drei Star-Wars-Filmen mitspielt.

Mächtig ausgeplaudert: Han-Solo-Darsteller Alden Ehrenreich sagt in einem Interview, dass er für gleich drei Star-Wars-Filme unterschrieben hat. Erst dann fällt dem Schauspieler ein, dass die Information vielleicht geheim bleiben sollte. Zum Glück gilt in den USA kein Autorisierungswahn - und die Aussage steht im Text.
esquire.com via businessinsider.de

Weinstein Company meldet offiziell Insolvenz an.

Weinstein Company hat das Insolvenzverfahren eingeleitet und einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Die Firma des in in Verruf geratenen Filmproduzenten Harvey Weinstein habe aber noch ein Übernahmeangebot des Investors Lantern Capital Partners in der Hinterhand, dem das Insolvenzgericht noch zustimmen müsse. Zugleich hat die Weinstein Company alle Opfer oder Zeugen von Weinsteins mutmaßlichem Fehlverhalten von Schweigevereinbarungen entbunden.
wiwo.de, theguardian.com, turi2.de (Background)

Markus Zimmer wird Geschäftsführer der Bavaria Filmproduktion.

Bavaria Filmproduktion ernennt Markus Zimmer im April zum Geschäftsführer. Der Filmproduzent leitete bis Ende 2016 den Concorde Filmverleih, eine Tochter der Tele München Gruppe. Zimmer soll bei der Bavaria Filmproduktion für neue Impulse sorgen. Sein Vorgänger Georg Höss bleibt in der Geschäftsführung und soll Zimmer künftig vor allem organisatorisch unterstützen.
mediabiz.de, bavaria-film.de

Wir graturilieren: Volker Lauster wird 51.


Wir graturilieren: Volker Lauster, Marketing-Direktor von 20th Century Fox Deutschland, feiert heute seinen 51. Geburtstag. Das vergangene Lebensjahr war für ihn voll mit "tollen Herausforderungen und Projekten", die er gemeinsam mit Kollegen gemeistert hat. Für die Zukunft wünscht er sich vor allem weiterhin Gesundheit - dann könne er auch alles andere in den Griff kriegen.

Wie er heute seinen Geburtstag feiert, hat Lauster schon seit Tagen geplant - allerdings nicht privat, sondern beruflich, denn heute ist er auf einer Geschäftsreise. Im Flieger über dem Ozean gönnt er sich ein Gläschen Baileys. Auch sonst feiert er seinen Geburtstag "ja nicht wirklich" und verschweigt den Tag in sozialen Netzwerken. Lauster freut sich aber umso mehr, wenn Menschen auch ohne Facebook an ihn denken. Gratulationen erreichen ihn unter anderem per Mail.