Deutscher Werbemarkt schrumpft durch Corona, Online legt zu.


Werbeausgaben in Deutschland stehen seit Anfang 2020 im Vergleich zum Vorjahr großflächig im Minus, zieht Ingo Rentz aus der Nielsen-Auswertung. Größte Verlierer sind neben Kino (-58,4 %) Einwurf-Werbung (-12,8 %) und Publikumszeitschriften (-10,5 %). Ausgaben für Online-Werbung sind dagegen mit 3,4 % im Plus. Auffällig ist, dass Corona fast allen Werbegattungen insbesondere die Zeit zwischen April und Juni verhagelt hat. Dann scheint es Nachholbedarf gegeben zu haben: Die Lage verbesserte sich wieder zusehends. Zeitungen verzeichnen jedoch auch noch im August ein Werbeausgaben-Minus von 13,9 %, Radio nach einem starken Juli (+13,7 %) einen im Vergleich zu 2019 schwächeren August (8,4 %). Insgesamt ist der Werbemarkt seit Januar um -7,3 % auf knapp 20 Mrd Euro geschrumpft.
horizont.net (Paid)

Zenith: Deutscher Werbemarkt fährt 12,3 % Minus ein.

Weniger Werbung: Die deutschen Werbeausgaben sinken um 12,3 %, prognostiziert eine Studie der Mediaagentur Zenith. Besonders stark betroffen ist das Kino (-55 %), aber auch Radio (-18 %) und Außenwerbung (-17 %) leiden unter den Pandemie-Folgen. Vergleichsweise glimpflich kommen Fernsehen (-10 %) und Digital-Märkte (-7 %) davon. Ohne weiteren Lockdown rechnet Zenith-CEO Jennifer Andree (Foto) mit einer Stabilisierung des Werbemarktes.
horizont.net

Zahl des Tages: Blockbuster “Tenet” hat in Deutschland bisher 3,2 Mio Euro eingespielt.

Zahl des Tages: Ermutigende 3,2 Mio Euro hat der Endzeit-Blockbuster Tenet von Regisseur Christopher Nolan am Wochenende in Deutschland eingespielt. Seit Mittwoch wurden 380.000 Kinotickets verkauft. Weltweit kommt der Film laut Variety auf ein Ergebnis von 53 Mio Dollar. Dem Film gelingt damit der bisher erfolgreichste Kinostart in der Corona-Krise.
spiegel.de

Nico Hofmann kritisiert unzureichende Hilfen für Film- und TV-Branche.

Film- und Fernsehbranche ist "eine Milliardenindustrie mit Tausenden Beschäftigten, die auf der Straße stehen, wenn nichts passiert", sagt Produzent Nico Hofmann im Interview der "Bild am Sonntag" und kritisiert, alle anderen europäischen Länder hätten in der Krise für die Filmbranche "bessere Lösungen hinbekommen". Er habe gedacht, Deutschland komme nach dem Lockdown schneller wieder "in die Normalität".
"Bild am Sonntag", S. 46 (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” produziert mit Constantin künftig TV- und Kino-Filme.


Filmreif: Die "Süddeutsche Zeitung" kooperiert künftig mit Constantin Film. Autoren der Zeitung beraten die Produzenten und Drehbuchautoren des Filmproduzenten exklusiv bei Filmprojekten. Als erstes gemeinsames Projekt kündigen die neuen Partner eine dreiteilige Dokumentation über die Loveparade an. Als Co-Autor arbeitet daran "Süddeutsche"-Redakteur Bernd Dörries mit, der 2010 bei der Katastrophe in Duisburg vor Ort berichtet hat. Als weiteres Projekt geplant ist eine TV-Film-Reihe mit dem Titel "German Crime", die Kriminalfälle der vergangenen 30 Jahre erzählt und Hintergründe aus "SZ"-Recherchen" einfließen lässt.

"SZ"-Geschäftsführer Stefan Hilscher sagt: "Die 'Süddeutsche Zeitung' hat spannende Stoffe, deren Übersetzung in TV und vielleicht sogar Kinofilme lohnt." Oliver Berben von Constantin meint: "Das wahre Leben schreibt vielfach die besten Geschichten. Daraus fakten-basierte, zeitgemäß und hochwertig produzierte Formate zu erschaffen, die die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern auch informieren, darauf freuen wir uns sehr."
new-business.de

Meinung: Ausfallfonds bleibt vorerst hinter Erwartungen der Filmwirtschaft zurück.

Cliffhanger: Das Ausfallfonds-Konzept für die Filmwirtschaft von Kulturstaatsministerin Monika Grütters erfüllt die Erwartungen der Branche nicht, schreibt Helmut Hartung. Das Papier sieht Hilfen nur für vom Bund oder der FFA geförderte Produktionen vor. Bis 30. Juni 2021 soll der Fonds "nicht versicherbare, typische Pandemierisiken" abfedern. Noch stehe nicht fest, ob sich Länder und Sender beteiligen werden.
"FAZ" S. 13 (Paid)

Meinung: Den Kinos fehlt ein “Paukenschlag”, um die Krise zu meistern.

Kinos fehlt ein filmtechnischer "Paukenschlag", um die Corona-Krise zu meistern und endlich wieder Zuschauer anzuziehen, schreibt Sidney Schering. Schuld sei u.a. Hollywood, das "derzeit auf Publikumsmagneten hockt und sie (noch) nicht rausrückt". Europäische Filme hätten trotz des momentanen Mangels an hochkarätigen US-Produktionen selten das Zeug zu Blockbustern.
quotenmeter.de

Kino-Branche rechnet mit einem Minus von 250 Mio Euro.

Kino-Branche rechnet aufgrund von Corona mit einem Minus von 250 Mio Euro, sagt Kim Ludolf Koch, Geschäftsführer von Cineplex. Auch die bisher moderaten Kosten für zusätzliche Hygienemaßnahmen könnten sich "summieren". Koch schließt daher leichte Preiserhöhungen nicht aus und hofft auf Verständnis, wenn Kinobetreiber die Mehrwertsteuersenkung nicht an Kunden weitergeben.
medienpolitik.net

Meinung: Ü50-Schauspielerinnen leiden besonders unter der Pandemie.

Film und Fernsehen: Schauspielerinnen jenseits der 50 bekommen selten gute Rollen. Seit der Pandemie haben viele gar keine Aufträge mehr, weil sie altersbedingt als Risikogruppe gelten, schreibt Elise Landschek (Foto). Wer zwischen 20 und 30 keine Karriere mache, könne sie danach vergessen – in dieser Zeit Familie zu gründen, bedeute den sicheren Karriereknick. Schauspielerinnen ohne zweitem Standbein droht oft Altersarmut. Durch Corona flamme zwar der Kampfgeist gegen den Missstand auf, das Thema sei aber seit Jahrzehnten bekannt, ohne dass sich etwas ändere.
zeit.de

Zitat: Constantin-Film-Chef Martin Moszkowic erwartet ein volles Kinojahr 2021.

"Krisen beschleunigen oft Entwicklungen, die es sowieso gibt. In Deutschland hat es schon in den letzten Jahren zu viele Filmstarts in den Kinos gegeben."

Martin Moszkowic, Chef von Constantin Film, sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", dass 2021 ein "sehr, sehr volles Kinojahr" wird - trotz möglicher Kinopleiten.
"Süddeutsche Zeitung", S. 17 (Paid)

Cinemaxx-Chef Tim Richards sieht in einem halben Jahr das Vor-Krisen-Niveau erreicht.

Kino: Tim Richards, Chef von Cinemaxx und Cinestar, sieht die Umsätze "in drei bis sechs Monaten wieder auf Vor-Krisen-Niveau", sagt er im "FAZ"-Interview. Dennoch komme es zu einer Konsolidierung - "wie in jeder Branche". Auch vor dem Start von Streamingdiensten hätten Videotheken dem "Erlebnis eines Kinobesuchs" Konkurrenz gemacht, sagt Richards. "Ich mache mir wegen Netflix überhaupt keine Sorgen. Wir kommen einander nicht in die Quere".
faz.net (Paid)

Verbandschefin: Der Kino-Branche drohen erste Insolvenzen.

Kino: Die bundesweit uneinheitlichen Regeln zur Wiedereröffnung gefährden die Existenzen vieler Betriebe, zitiert Catrin Bialek die Vorstands­vor­sitzende des Verbands HDF Kino, Christine Berg. Hintergrund ist, dass große Verleiher ihre Filme nicht herausgeben, wenn sie diese nur punktuell vermarkten können. Ersten Häusern drohe schon bald die Insolvenz, wenn sie wie in einigen Bundesländern weiter geschlossen bleiben müssen, so Berg.
handelsblatt.com

Meinung: Disney und Co verscherzen es sich in der Krise mit Kinobetreibern.

Disney muss kreativ sein, um trotz Krise seinen Streamingdienst mit Inhalten zu füllen, beobachten Catrin Bialek und Alexander Demling – die Animatoren produzieren von zu Hause aus Kurz-Clips und Making-of-Dokus. Filme, die für die Kinos geplant waren und keine teuren Blockbuster sind, etwa "Artemis Fowl", wandern direkt zu Disney+. Der ohnehin angeknacksten Beziehung zu den Kinobetreibern bekomme das schlecht, die Krise könnte "die Machtbalance zwischen Streamingdiensten, Filmstudios und Kinobetreibern dauerhaft verschieben".
handelsblatt.com

Constantin Film hat wegen Corona mehr als 30 Produktionen gestoppt.

Constantin Film hat wegen der Corona-Krise mehr als 30 Produktionen – Kinofilme, Fernsehserien, Streamingproduktionen, Shows – eingestellt, sagen die Chefs Martin Moszkowicz (Foto) und Oliver Berben der "Welt". Sie fordern eine "massiv erhöhte" Finanzierungsbeteiligung durch den Deutschen Filmförderfonds für die nächsten ein bis zwei Jahre und sehen einen "wahnsinnigen Rattenschwanz an Problemen", der noch auf die Branche warte. Aus eigener Kraft könne sie nicht über die Krise hinwegkommen.
welt.de (Paid)

Filmverbände fordern Verbot von Dreharbeiten in Corona-Zeit.

Dreharbeiten für fiktionale Kino- und TV-Produktionen sollen vorübergehend bundesweit verboten werden, fordern der Produzentenverband und der Film- und Medienverband NRW. Dies sei zwingend notwendig, um die Beteiligten am Set wirksam gegen das Corona-Virus zu schützen. Während es für Theater und ähnliche Betriebe klare Regeln gebe, liege die Verantwortung für Filmproduktionen vielerorts bei den Betrieben, die so keine Rechtssicherheit hätten und denen möglicherweise Entschädigung-Ansprüche entgingen.
produzentenverband.de, filmundmedienverbandnrw.de

Weischer Cinema holt Oliver Adrian ab Mai als Vertriebschef.

Weischer Cinema holt Oliver Adrian ab Mai für die neu geschaffene Stelle des Vertriebschefs für die DACH-Region. Er ist noch bis Ende März bei AS&S Radio, wo er seit 2012 Geschäftsführer ist. Adrian leitet bei der Weischer-Tochter den Vertrieb des Kinogeschäfts.
horizont.net, turi2.de (Background)


Aus dem Archiv von turi2.tv: Warum Weischer-Chef Stefan Kuhlow Netflix toll findet. (02/2020)


Aus dem Archiv von turi2.tv: Werbung spielt in der ARD "eine beachtliche Rolle", sagt Oliver Adrian. (04/2018)

Studie: Produzentinnen gehen wirtschaftlicher mit Förderung um.

Produzentinnen sind in der deutschen Film- und TV-Branche strukturell benachteiligt, sagt eine Studie des Instituts für Medienforschung der Uni Rostock im Auftrag der ARD-Filmintendantin Karola Wille. Sie bekämen weniger Fördermittel, obwohl sie wirtschaftlicher damit umgingen: Eine Produzentin brauche 17 Euro Filmförderung, um einen Zuschauer ins Kino zu locken, ein Produzent 42 Euro. Künstlerisch seien Frauen "mindestens genauso anerkannt wie ihre männlichen Kollegen". Seit 2009 verändere sich der Frauenanteil in der Branche kaum, rein männliche Filme gebe es zu 57 %, rein weibliche zu 12 %.
tagesspiegel.de

Zahl des Tages: Cinemaxx muss sechs Kinos verkaufen.

Zahl des Tages: Insgesamt sechs Häuser muss Vue Entertainment, Betreiber der Kino-Kette Cinemaxx, in Deutschland verkaufen, entscheidet das Bundeskartellamt im Hinblick auf die im Oktober 2018 beschlossene Fusion mit Cinestar. Betroffen sind die Cinestar-Kinos in Augsburg, Bremen, Gütersloh, Magdeburg und Remscheid und das Cinemaxx-Kino in Mülheim an der Ruhr.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Berlinale-Chefkurator Carlo Chatrian will sich für Netflix und Co weiter öffnen.

"Wir haben keine Mauer um das Festival gezogen, im Gegenteil, wir wollen es noch weiter öffnen."

Carlo Chatrian, neuer künstlerische Leiter der Berlinale, will Amazon Prime, Netflix und Co nicht von der Berlinale ausschließen, sagt er im "FAZ"-Interview. Er wolle sich nicht von der jüngeren Generation und ihrem "veränderten Verhältnis zu bewegten Bildern" verabschieden.
"FAZ", S. 11 (Paid)

Disney streicht den Namensbestandteil “Fox” aus 20th Century Fox.

Disney kappt die namentliche Verbindung zu Murdochs Fox Corporation und streicht den Namensbestandteil "Fox" aus den Filmstudios 20th Century Fox und Fox Searchlight. Beide firmieren künftig als 20th Century Studios und Searchlight Pictures. Ende 2017 hatte Disney beide Studios und andere Bestandteile aus Murdochs Medien-Imperium abgekauft.
nytimes.com
turi2.de (Background)

Zitat: Heike Makatsch will mit ihrem Musicaldampfer keinen Kreuzfahrt-Boom auslösen.

"Ich gehe mal nicht davon aus, dass die Kinozuschauer nach der Vorstellung ins Reisebüro stürzen, um eine Kreuzfahrt zu buchen. Das war nun wirklich nicht unser Ziel."

Schauspielerin Heike Makatsch läuft häufiger bei "Fridays For Future" mit - auch wenn ihr neuer Kinofilm auf einem Kreuzfahrtschiff spielt, sagt sie im RND-Interview.
rnd.de

turi2 edition #9: “Raubbau an den eigenen Kräften” – Ufa-Chef Nico Hofmann über sein Leben als Filmemacher.


Im Kino mit dem Filmmogul: Ufa-Chef Nico Hofmann ist Deutschlands Top-Filmproduzent – und brennt kurz vor seinem 60. Geburtstag mehr denn je für spannende Stoffe. Heike Reuther trifft Hofmann für die turi2 edition #9 im Kinosessel zu einem Blick auf sein Leben, den deutschen Film und die Zukunft zwischen Netflix und Mediatheken. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

Streaming-Nutzer scheuen lange Serien, meint Martin Moszkowicz.

Streaming: Früher hatten Produktionsfirmen Probleme mit dem Budget, heute damit, kreative Talente zu finden, sagt Constantin-Film-Chef Martin Moszkowicz im DWDL-Interview. Mit Bora Dagtekin spreche er aktuell über Serienideen. Generell beobachte er, dass das Publikum sich nicht mehr leicht auf lange Serien einlässt. Deshalb bestellen Netflix und Co zunehmend Filme.
dwdl.de

Apple schickt Filme für TV+ vorab exklusiv ins Kino.

Schau einer an: Apple will sich in Hollywood beliebt machen und plant, für Apple TV+ produzierte Filme zunächst "wochenlang" in Kinos laufen zu lassen, bevor sie auf dem Streamingdienst verfügbar werden. Der Konzern will sich damit einerseits den Ärger ersparen, den Netflix einsammelte, als die Firma Filme parallel zum Kinostart auch auf der Plattform zeigte.

Nebenbei will Apple damit auch prominente Produzenten und Regisseure locken, die neben dem Geld auch auf Preise wie die Oscars schielen. Netflix bringt gerade zehn Filme in die US-Kinos, Streaming-Mitbewerber Amazon lässt für Prime produzierte Filme auch für einen Zeitraum exklusiv im Kino laufen, bevor sie auf die Plattform kommen. Teilweise nur zwei Wochen, teilweise zwölf wie beim Drama "Manchester by the Sea", für das Hauptdarsteller Casey Affleck einen Oscar einheimste.
wsj.com (Paid), theverge.com, turi2.de (Background)

Netflix bringt zehn Filme vor dem Streaming-Start ins Kino.


Popcorn-Premieren: Netflix bringt diesen Herbst in den USA zehn seiner neuen Filme zuerst für mehrere Wochen in die Kinos, bevor sie im Angebot des Streaming-Dienstes verfügbar sind. Darunter ist auch The Irishman mit Robert De Niro und Al Pacino. Der Film gilt als Oscar-Kandidat. Der Entscheidung geht ein Streit zwischen Netflix und der Filmindustrie voraus. Mehrere einflussreiche Kinoketten bestehen auf eine 90-tägige Exklusivität, bevor Zuschauer neue Filme auch anderswo als im Kino sehen können. Netflix will mit seinen Produktionen aber vor allem Abonnenten gewinnen.

Gleichzeitig ist Netflix bei seinen Bemühungen, Auszeichnungen für seine Produktionen zu bekommen, auf die Kinobetreiber angewiesen. Viele Preise, wie etwa die Oscars, verlangen, dass ein Streifen zumindest einige Zeit lang im Kino gezeigt wurde. Für Netflix ist es leichter, prominente Regisseure und Schauspieler zu verpflichten, wenn sie auch mit Netflix Chancen auf große Filmpreise haben. 2018 zeigte Netflix nur vier Filme im Kino, darunter das mit drei Oscars prämierte Drama Roma.
theverge.com