Die einen mögen es wie Fußpilz, die andere setzen große Hoffnung hinein auf künftige Erlösströme – das Leistungsschutzrecht für Presseverlage spaltet wie kein anderes Thema die Medienmacher in Befürworter und Gegner. Weiterlesen auf lexikon2.de

“Bild” findet europaweit Leistungsschutzrecht-Unterstützer.

Leistungsschutzrecht LSR 150Bild sucht und findet Unterstützer für ein europäisches Leistungsschutzrecht. Dem Europäischen Zeitungsverlegerverband geht es um nicht weniger als den Schutz der "zentralen demokratischen Werte Europas". Spanien beansprucht "das fortschrittlichste Gesetz zum Schutz des geistigen Eigentums" für sich. Und die Verleger aus Österreich fordern von Brüssel, die "Störfeuer der Onlinegiganten zu ignorieren". "Bild" selbst beklagt, wie schwer es kostenpflichtiger Online-Journalismus habe, von Suchmaschinen "gut platziert oder überhaupt gefunden zu werden".
bild.de

Leistungsschutzrecht: BDZV widerspricht der Kampagne Save the Link.

BDZV-150 RahmenBDZV stellt sich im Streit um ein Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene auf die Seite von Günther Oettinger. Der Verlegerverband widerspricht der Kampagne Save the Link von einigen Abgeordneten. Die Politiker von SPD, Grünen, Linken und FDP lehnen - ähnlich wie viele Journalisten - die Vorschläge für ein EU-Leistungsrecht ab, weil sie die Freiheit Inhalte zu teilen in Gefahr sehen.
meedia.de

Video-Tipp: Journalisten zanken sich mit Günther Oettinger.

oettingerVideo-Tipp: Online-Journalisten liegen mit Verlegern und EU-Kommissar Günther Oettinger tief im Clinch, dokumentiert Daniel Bouhs. Oettinger will mit einem verschärften Urheberrecht den Journalismus im Netz schützen – Online-Redaktionen positionieren sich gegen die Reformen. Bei einem Pressegespräch in Brüssel kommt es zum Schlagabtausch.
youtube.com (7-Min-Video), turi2.de (Background)

Oettinger hält Journalisten in Urheberrechts-Debatte mangelndes Wissen vor.

oettingerUrheberrecht: EU-Kommissar Günther Oettinger verteidigt seine scharfen Pläne für einen Leistungsschutz auf europäischer Ebene – und wirft Journalisten vor, wenig Ahnung zu haben. Oettinger will Google und Facebook Geld abknöpfen, wenn sie auf Inhalte von Verlagen verlinken. Chefredakteure hatten jüngst dagegen gehalten. Oettinger behauptet, sie würden ihre Zahlen nicht so gut kennen wie die Verleger.
spiegel.de

Klick-Tipp: Websites lassen die Traffic-Hosen runter.

Klicktipp-Icon-JPGKlick-Tipp: News-Seiten und Blogger folgen dem Beispiel von Zeit Online und legen ihren Traffic offen. Die #trafficleaks zeigen in der neu aufgeflammten Debatte ums Leistungsschutzrecht, wie sehr die Seiten von Google profitieren. Tilman Wagner dokumentiert die Tortendiagramme, die zeigen, woher die Nutzer von Zeit Online, t3n, "Nordwest-Zeitung", "Prisma", "FAZ", "NZZ", Basic Thinking und anderen kommen.
medium.com

Zitat: Karsten Lohmeyer sieht im Leistungsschutzrecht eine verkehrte Welt.

Karsten Lohmeyer-neu-150"Nicht etwa Google bedient sich an den hart erarbeiteten Inhalten der Verlage. Sondern die Verlage profitieren von einer milliardenteuren Leistung, die allein Google erbringt – und das kostenlos."

Karsten Lohmeyer würde das Leistungsschutzrecht eher umdrehen: Zeit Online etwa müsste monatlich 3,4 Mio Euro an Google überweisen, weil die Suche zig Besucher auf die Seite lotst.
lousypennies.de

Burda pausiert bei VG Media, Handelsblatt steigt ein.

vg-media-600-burdaEuropäischer Gedanke: Burda setzt seine Wahrnehmungsverträge bei der VG Media aus, berichtet Michael Hanfeld in der "FAZ". Der Verlag stehe zwar grundsätzlich weiter zum Leistungsschutzrecht, hoffe nun aber auf eine europäische Lösung - weil das Bundeskartellamt Google nicht in die Schranken weise. Falls auf EU-Ebene ein "robusteres" Leistungsschutzrecht formuliert werde, würde der Verlag einen Wiedereintritt erwägen, schreibt Hanfeld.

Gleichzeitig übernimmt die Verlagsgruppe Handelsblatt als neuer Gesellschafter 4,29 % der VG Media, die Hauptgesellschafter ProSiebenSat.1 bisher treuhänderisch verwaltet hat.
"FAZ" S. 19, blendle.com (Paid), turi2.de (Background)

Österreich will Presseförderung mit Geld von Google und Facebook finanzieren.

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Neue Geldquellen: Österreich will bei der Reform seiner Presseförderung auch Google, Facebook und Co anzapfen. Medienminister Thomas Drozda (Foto) kündigt an, "Plattformen, die nicht zwischen eigenen und fremden Inhalten unterscheiden" zur Kasse zu bitten. Dem SPÖ-Politiker schwebt vor, "Google, Facebook und Konsorten" über das Leistungsschutzrecht, das Urheberrechts und die Steuergesetzgebung in die Finanzierung einzubeziehen, schreibt der "Standard".

Allein durch Werbeabgabe und Umsatzsteuer würde die Presseförderung von derzeit 9 Mio Euro um 10 bis 15 Mio Euro steigen, schätzt Drozda. Eine Säule der reformierten Presseförderung soll eine Produktionsförderung sein, die an die Anzahl der "zu fairen Bedingungen angestellten Journalisten" gekoppelt ist. Diese Förderung solle plattformunabhängig sein und nicht nur für eine Mediengattung gelten. (Foto: APA/Herbert Neubauer, Picture Alliance)
derstandard.at

Google, Wikimedia, Verbraucherzentralen und IT-Verbände kritisieren Oettingers Urheberrechts-Pläne.

Leistungsschutzrecht LSR 150EU-Urheberrecht: Günther Oettinger erntet für seine Pläne zum EU-Urheberrecht u.a. Kritik von Wikimedia, den Verbraucherzentralen und IT-Verbänden Bitkom und Eco. Google-Pressesprecher Ralf Bremer sagt, es gäbe einen besseren Weg als "lähmende Vorschriften und verordnete Förderung". Die Grundprinzipien für Links müssten erhalten bleiben, darauf basiere "der Erfolg des Internet". Die Verlegerverbände BDZV und VDZ loben den Entwurf hingegen.
europe.googleblog.com, heise.de, golem.de, bdzv.de

Basta: Kommissar Oettingers bisher schwerster Fall.

oettingerMinority Support: Im Brüssel des Jahres 2016 hat der tapfere Kommissar Oettinger einen Plan, um den bevorstehenden Mord an der Verlagsbranche zu verhindern. Er will alle bösen Buben aus der Internetwirtschaft durch drakonische Drohungen in Angst und Schrecken versetzen. Leistungsschutzgeld fällt für den Plot nicht an, er ist schon bekannt.
zeit.de

Günther Oettinger verteidigt Entwurf des EU-Leistungsschutzrechts.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht: EU-Kommissar Günther Oettinger sagt der "FAZ", das geplante Leistungsschutzrecht richte sich entgegen Kritikermeinungen nicht primär gegen Google, sondern z.B. auch an Anbieter mobiler Geräte. Private Nutzer müssten weiterhin nicht zahlen. Google habe die Ansprüche der Verleger gut ignorieren können, weil nur Deutschland und Spanien sich bisher für sie einsetzten. Die Kommission setzt darauf, dass Google auf EU-Ebene eher mit den Verlagen über einen angemessenen Nutzungs-Preis verhandeln wird, einen Kontrahierungszwang will sie aber nicht vorgeben.
"FAZ", S. 19 (Paid)

Entwurf für EU-Leistungsschutzrecht enthält 20-jährige Schutzfrist.

Europafahnen  wehen vor der Europaeische Kommission
Leistung soll sich länger lohnen: Das geplante EU-Leistungsschutzrecht im Rahmen der europäischen Urheberrechtsreform soll satte 20 Jahre gelten, schreibt Ruth Berschens im "Handelsblatt". Rechteinhaber sollen dadurch auch noch Vergütung fordern können, wenn sie eine Nutzung erst verspätet bemerken.

Das bisher wenig erfolgreiche deutsche Leistungsschutzrecht sieht lediglich eine Schutzdauer von einem Jahr vor. Der zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger plant noch weitere Bonbons für Verleger: Sie sollen künftig wieder an den Kompensationen für Wiederbenutzungen beteiligt werden, die nach derzeitiger Rechtslage nur an die Autoren ausgeschüttet werden.

Das geplante Verbot von Geoblocking bleibt aus - zumindest beim Streaming von Sportveranstaltungen, Filmen und Serien bleiben virtuelle Ländergrenzen erlaubt. Begründung: Der Kauf von EU-weiten Rechten sei schlicht zu teuer.
"Handelsblatt", S. 6-7, blendle.com (Paid)

DJV fordert, Urheber im EU-Leistungsschutzrecht zu berücksichtigen.

djv-LogoLeistungsschutzrecht: Der DJV fordert anlässlich der Berichte über ein EU-weites Leistungsschutzrecht die EU-Kommission auf, die wirtschaftlichen Interessen der Urheber angemessen zu berücksichtigen. In den nationalen Lösungen sei dies bislang nicht der Fall: "Für Journalistinnen und Journalisten ist das deutsche Leistungsschutzrecht Murks", so Bundesvorsitzender Frank Überall.
djv.de, turi2.de (Background)

Pläne für europäisches Leistungsschutzrecht werden konkreter.

Europafahnen  wehen vor der Europaeische Kommission
Brüssel denkt groß: Die EU-Kommission will nach den schlechten Erfahrungen in Deutschland und Spanien ein "exklusives" Leistungsschutzrecht schaffen, das in allen EU-Staaten gilt, berichtet Stefan Krempl bei Heise.de aus einem Entwurf der Folgenabschätzung zum neuen Urheberrechts-Paket. Das Recht soll "Schlupflöcher" für News-Aggregatoren und soziale Netzwerke schließen und "Rechtssicherheit" für Verleger schaffen, deren Inhalte von "Online-Diensteanbietern" derzeit ohne faire Vergütung weiterverwertet würden. Für upload-intensive Angebote wie YouTube sollen Vergütungsvereinbarungen und Content-Identifikation verpflichtend werden.

Die Kollateralschäden sollen sich laut Kommission in Grenzen halten: Für Aggregatoren wie Google News stünden "neue Transaktionskosten" bevor, nur bei kleineren Firmen könntee es negative Auswirkungen geben. Nutzer würden der verstärkten Verfügbarkeit von Qualitätsinhalten profitieren. Die Linkfreiheit solle nicht eingeschränkt werden. Für die Netzwirtschaft ergäben sich "neue innovative Geschäftsmodelle für die Nachrichtenverbreitung", zitiert Krempl weiter. Der Entwurf sieht eine Schutzfrist von fünf bis zehn Jahren vor.
heise.de

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Leistungsschutzrecht: Höchstlänge für Snippets bleibt unklar.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht: Der Süddeutsche Verlag und der Medienbeobachtungsdienst ubermetrics streiten vor Gericht darum, wie klein "kleinste Textmengen" sein müssen, um keine Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Das Gesetz sieht keine konkrete Länge vor, auch das OLG München will sich nicht festlegen, der Verlag sieht die Höchstlänge als Geschäftsgeheimnis. Ubermetrics beschränkt sich daher auf Snippets mit maximal sieben Wörtern.
zeit.de

Verlage zahlen beim Leistungsschutzrecht drauf.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht ist für Verlage bisher ein Minusgeschäft. Die VG Media hat seit 2013 insgesamt 714.540 Euro durch Lizenzgebühren eingenommen, gibt die Verwertungsgesellschaft in einer Stellungnahme für die EU-Kommission an. Die Erlöse fließen aber nicht an die Verlage, sondern finanzieren zahlreiche Gerichtsprozesse. Zusätzlich mussten sich die Verlage mit mehr als 3,3 Mio Euro an den Verfahrenskosten beteiligen.
heise.de

VG Media will Gratis-Lizenz für Google einklagen.

VG Media - Google 150VG Media klagt gegen das Verbot, Google beim Leistungsschutzrecht eine Gratis-Lizenz zu gewähren. Die Staatsaufsicht beim Deutsche Patent- und Markenamt hatte die sogenannte Nulllizenzierung verboten, weil sie gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstößt - andere Suchmaschinenbetreiber müssen für Snippets zahlen. Ein Widerspruch der VG Media gegen den Bescheid wurde abgelehnt.
golem.de

Verleger ziehen im Streit mit Google vor das Kammergericht Berlin.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht: Im Streit mit Google ziehen die elf klagenden Verlagsgruppen, u.a. Axel Springer, Madsack und Dumont, vor die nächst höhere Instanz. Das Kammergericht Berlin soll nun entscheiden, ob Artikel-Snippets den Suchriesen Gebühren kosten. Das Landgericht Berlin lehnte die Kartellklage der Verleger im Februar ab.
horizont.de, turi2.de (Background)

VG Media will Verhandlungsstand zum LSR geheim halten.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht: Die VG Media verweigert Mathias Schindler, Mitarbeiter von Julia Reda, Europa-Abgeordnete der Piratenpartei, eine Auskunft zum Stand der Einigung mit Suchmaschinenbetreibern. Nun wurde Schindler als Betroffener vor Gericht geladen und könnte die Information, die von der VG Media als "Geschäftsgeheimnis" bewertet wird, über Umwege bereits bei der nächsten Verhandlung am 28. April erfahren.
"FAZ", S. 16 (Paid)

Leistungsschutzrecht: Springer rechnet mit langem Rechtsstreit mit Google.

Christoph Keese2-150Springer stellt sich im Rechtsstreit mit Google um Zahlungen für Artikel-Snippets auf einen "Marathonlauf" ein. "Das dauert viele Jahre", sagt Springer-Lobbyist Christoph Keese (Foto). Die Verlage würden "mit einiger Sicherheit" die nächste Instanz anrufen, um das Leistungsschutzrecht durchzusetzen, so Keese. Zuletzt hatte das Landgericht Berlin eine Kartellklage abgelehnt.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Leistungsschutz: Verlage verlieren vor Gericht gegen Google.

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Ausschnitt für umme: Elf Presseverlage unterliegen mit ihrer Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Berlin. Springer, Madsack, DuMont u.a. werfen Google vor, mit seiner Marktmacht die Gratis-Nutzung von Ausschnitten auf Google News erzwungen zu haben. Das Gericht erkennt keine Diskriminierung der Verleger. Laut dpa prüfen die Verlage, vor das Kammergericht Berlin zu ziehen.

Richter Peter Scholz sagte, die Darstellung von Text-Ausschnitten, sogenannter Snippets, bei Google schaffe eine "Win-win-Situation". Ähnlich argumentiert auch Google in dem seit Jahren währenden Streit um das Leistungsschutzrecht: Mit seinem Angebot leite es den Verlagen schließlich Traffic, der den Werbeumsatz steigert.
spiegel.de, faz.net

Affe bekommt kein Urheberrecht für Selfie.

affenselfie150Affe Naruto ist nicht "Urheber und Eigentümer" des von ihm geschossenen Selfies, das 2011 auf Sulawesi entstand. Der Fotograf David Slater hatte seine Kamera kurz unbeaufsichtigt gelassen - währenddessen machte der Makake mehrere Selbstporträts. Die Tierschutzorganisation Peta hatte im Namen des Affen Copyright-Klage eingelegt, ist damit jetzt aber vor einem US-Gericht gescheitert.
spiegel.de

Deutsche Verlage klagen erneut gegen Google.

Google Logo neu 150Google hat einmal mehr Ärger mit deutschen Verlagen: Einige Pressehäuser haben wie erwartet erneut Klage gegen den US-Riesen eingereicht. Grund ist das Leistungsschutzrecht: Google weigert sich, für die Nutzung von Presseerzeugnissen zu zahlen. Weil im Oktober eine Schlichtung gescheitert war, geht der Streit nun vor Gericht in die nächste Runde.
derstandard.at, turi2.de (Background Kartellamt)

Evaluierung zum Leistungsschutzrecht lässt auf sich warten.

Leistungsschutzrecht LSR 150Leistungsschutzrecht hat für die Bundesregierung offenbar keine hohe Priorität, ergibt eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Tabea Rößner. Eine im Koalitionsvertrag angekündigte Evaluierung lässt auf sich warten, die Bundesregierung behalte sich vor, "den dafür geeigneten Zeitpunkt zu bestimmen". Beurteilungen oder Analysen zum Leistungsschutzrecht wurden bisher nicht "in Auftrag gegeben, finanziert, angestoßen oder in anderer Weise unterstützt".
netzpolitik.org, netzpolitik.org (komplette Antwort als PDF)

Leistungsschutzrecht: Einigung zwischen Google und VG Media scheitert.

VG Media Google Leistungsschutzrecht-600
Unentschieden: Den deutschen Verlagen und Google steht womöglich ein jahrelanger Rechtsstreit um das Leistungsschutzrecht bevor. Ein Schiedsverfahren beim Deutsche Patent- und Markenamt ist laut Reuters gescheitert. Gegen einen Einigungsvorschlag haben die Verlage, die in der VG Media zusammengeschlossenen sind, Widerspruch eingelegt, da sie Google Vergleichsverhandlungen angeboten hätten, heißt es zur Begründung. Auch Google kündigte Widerspruch an. "Wir werden sicher vor Gericht gehen", zitiert Reuters einen Verlagsmanager.

Der Rechtsstreit schwelt seit 2013, da das Gesetz nicht genau definiert, bis zu welcher Länge Suchmaschinenanbieter wie Google Inhalte kostenlos anzeigen dürfen. Google vertritt die Auffassung, gar nicht zahlen zu müssen und möchte mit den Verlagen lieber zusammenarbeiten, um "ihre Marken online zu stärken und digitalen Journalismus zu fördern", erklärt ein Google-Sprecher.
de.reuters.com

News-Aggregator schließt Lizenzvertrag mit VG Media.

simply 150Leistungsschutzrecht: Nachrichten-Aggregator Simply mit Wurzeln im Silicon Valley schließt einen Vertrag über die Nutzung von Verlagsinhalten mit der VG Media. Die App für Android und iOS kann nun legal auf Verlagsinhalte zugreifen. Simply ist seit 2013 am Markt und fasst Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen mithilfe eines Algorithmus zusammen.
per Mail, simply-news.com

Österreich will auch Online-Medien finanziell fördern.

Geld Muenzen 150Presseförderung: Österreich will auch Online-Medien sowie Radio und TV mit Fördergeldern bedenken, kündigt Medienminister Josef Ostermayer an. Auch beim Leistungsschutzrecht macht er den Verlegern Hoffnung auf "Weichenstellungen". Die Regierung in Wien verteilt jährlich 8,9 Mio Euro - bisher aber hauptsächlich an gedruckte Zeitungen.
derstandard.at

VG Media stimmt leisere Töne gegen Google an.

VG Media Google Leistungsschutzrecht-600
Keine Klage nach der Klatsche: Die VG Media hofft als Vertreterin vieler Verlage auf einen friedlichen Vergleich mit Google im Gezerre um das Leistungsschutzrecht. Auch wenn die Hoffnung auf sechs Prozent des deutschen Google-Umsatzes futsch ist, deutet VG-Media-Chef Markus Runde die Entscheidung des Marken- und Patentamtes zu seinen Gunsten.

Klar sei nun, dass der Preis für Presseerzeugnisse im Netz nicht null sein könne. Die Verlage haben nach Rundes Meinung mit der Entscheidung der Schiedsstelle nun Schwarz auf Weiß, dass sie Google für die Nutzung ihrer journalistischen Inhalte zur Kasse bitten können. Runde glaubt - oder hofft - im Interview von Ulrike Simon, dass Google keinen Streit suchen wird, sondern die Gegebenheiten akzeptiert.
haz.de (Paid), turi2.de (Background)

Entscheidung: Tarif für Leistungsschutzrecht ist zu hoch.

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Zu gierig: Die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes macht den Verlegern einen Strich durch die Rechnung und dämpft die Hoffnung auf sprudelnde Einnahmen durchs Leistungsschutzrecht. Der durch die VG Media angesetzte Tarif in Höhe von 6 % der Werbeeinnahmen von Google sei zu hoch, teilt die Behörde mit. Die Verwertungsgesellschaft redet sich die Entscheidung dennoch schön und spricht von einem Teilerfolg, dass nämlich der "aufgestellte Tarif im Grundsatz anwendbar ist".

Streit gibt es auch weiter um die Länge der kostenlos verwendbaren Text-Snippets. Die Schiedsstelle fordert eine verbindliche Obergrenze bei der Wortzahl, etwa sieben Wörter zuzüglich der verwendeten Suchbegriffe.
heise.de, horizont.net, ksta.de, dpma.de, vg-media.de (PDF)

Kartellamt schmettert Verfahren gegen Google ab.

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Schlappe für Verleger: Google darf Verlagsinhalte in der News-Suche verkürzt darstellen, auch wenn die Verlage nicht einer unentgeltlichen Nutzung zugestimmt haben. Das Bundeskartellamt findet Googles Verhalten kartellrechtlich nicht bedenklich und wird kein förmliches Verfahren einleiten. Die VG Media, die mehr als 200 Verlage und Privatsender beim Leistungsschutzrecht vertritt, sieht ihre Wahrnehmungsberechtigten diskrimiert und wollte Google über den Weg der Marktmacht-Beschwerde zu fassen bekommen.

Die Kartellwächter erteilen diesem Vorhaben eine deutliche Absage: Auch ein marktbeherrschendes Unternehmen wie Google könne kartellrechtlich nicht dazu verpflichtet werden, "bei einer ungeklärten Rechtslage ein erhebliches Schadenersatzrisiko einzugehen". Google rechtfertigt die verkürzte Darstellung mit dem Risiko, sonst wegen des Leistungsschutzrechtes zahlen zu müssen.

Eine Totalauslistung einzelner Verleger wäre dagegen ein "Verstoß gegen das kartellrechtliche Diskriminierungsverbot", teilt Kartellamts-Präsident Andreas Mundt mit. Google-Sprecher Kay Oberbeck begrüßt die Entscheidung. Google wolle "keine juristischen Auseinandersetzungen mit Verlagen führen", sodnern "viel lieber mit ihnen zusammenarbeiten".
horizont.net, bundeskartellamt.de

Springer ist beim Leistungsschutz konsequent.

Axel Springer 150Springer will Verlegern, deren Inhalte in der App Upday kuratiert werden, "natürlich" Copyright-Gebühren zahlen, berichtet Politico. Upday ist eine News-App, die aus Springers neuer Kooperation mit Samsung hervorgeht. Eine ähnliche Kompensation hatte Springer auch von Google gefordert, das daraufhin verabschiedete Leistungsschutzrecht war aber bisher kein Erfolg.
politico.eu, turi2.de (Background)

Beamte warnten vor Blamage beim Leistungsschutzrecht.

wirtschaftsministerium-150Leistungsschutzrecht: Im Wirtschaftsministerium und im Stab des Kulturstaatsministers äußerten Mitarbeiter 2013 Bedenken, ob das Leistungsschutzrecht dem EU-Recht entspricht, meldet der "Spiegel". Sie warnten vor einer "Blamage", dass das Gesetz im Nachhinein nicht anwendbar sein könnte, wenn es der EU-Kommission nicht vorgelegt wird. Aber der "politische Wunsch nach möglichst schneller Verabschiedung" sei größer gewesen. Grünen-Abgeordnete Renate Künast hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Nichtanwendbarkeit im Falle eines Formfehlers bestätigte. "Die Bundesregierung rannte sehenden Auges in ein unanwendbares Gesetz“, so Künast.
"Spiegel" 29/2015, S. 60 (Paid)

Springer will keine Geschenke von Google.

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Mathias Döpfner lassen die Google-Millionen kalt (Foto: dpa)

Kein Feind in seinem Bett: Mathias Döpfner will nicht mit Google kuscheln. Anders als etwa die "Zeit", der "Guardian" und die "FAZ", bedient Springer sich nicht am Innovationsfonds, den Google für europäische Verlage auflegt. Döpfner begrüßt zwar "jede Initiative zur Förderung von Innovationen und Kooperationen", will Geldgeschenke seines großen digitalen Gegenspielers aber nicht annehmen. Am Rande der Vorstellung der Quartalszahlen fordert der Springer-Chef Google vielmehr auf, das Leistungsschutzrecht zu akzeptieren und die Gebühren zu zahlen.

Die Aussicht auf einen Anteil an den 150 Google-Millionen lockt Döpfner offenbar nicht: Statt sich mit Google ins Bett zu legen, vertraut er lieber auf EU-Digitalkommissar Günther Oettinger. Die von ihm angekündigte Digitaloffensive schließt auch ein europäisches Leistungsschutzrecht mit ein.
horizont.net, turi2.de (Background)

Springer-Stratege Lauer gibt Google einen Korb.

Lauer Versuch: Christopher Lauer, 30, will die Freude der Verlage über die avisierten Google-Millionen nicht teilen. Der Ex-Piraten-Politiker, der seit einem Monat als Leiter Strategische Innovation auf Springers Payroll steht, nennt die Google-Offerte im “Spiegel” eine “transparente Industriespionage”, bei der “vor allem Google gewinnt”. Dem Versprechen, Google wolle… Weiterlesen …

Christopher Lauer kritisiert Google-Deal mit Verlagen.

Christopher-Lauer-150Google-Deal mit Verlagen ist für Ex-Pirat Christopher Lauer "transparente Industriespionage", bei der vor allem Google gewinnt. Wenn der Web-Konzern den Verlagen helfen wolle, könnte er "doch einfach das Leistungsschutzrecht akzeptieren", kritisiert Springers Leiter für Strategische Innovation.
"Spiegel" 19/2015, S. 85 (E-Paper), spiegel.de, turi2.de (Background)

Google paktiert mit europäischen Zeitungen.

Gekaufte Freunde: Acht große Namen unter den europäischen Zeitungshäusern schließen einen Freundschaftsvertrag mit Google. Es geht um Produktentwicklung, Ausbildung und Forschung, das Programm heißt “Digital News Initiative”. Google bringt einen 150 Mio Dollar tiefen Innovationsfonds mit auf die Party. Mitfeiern dürfen die respektablen Marken “Guardian”, “Financial Times”, “Zeit”,… Weiterlesen …

Patentamt verhandelt über Leistungsschutzrecht.

dpmaLeistungsschutzrecht: Das Deutsche Patent- und Markenamt hört sich heute nicht-öffentlich Argumente an. Es geht darum, ob Google für Snippets grundsätzlich zahlen sollte und wenn ja, wieviel. Die VG Media wünscht sich bis zu 11 % der Umsätze. Der Verwerter verlieh Google zwischenzeitlich eine Gratislizenz.
horizont.net, lexikon2.de (Leistungsschutzrecht)