Neue Podcast-Reihe erzählt Ken Jebsens Weg zum Verschwörungsideologen nach.

Abgedriftet: NDR, RBB, Studio Bummens und K2H starten eine sechsteilige Audio-Doku-Serie über Ken Jebsen. Der Podcast zeichnet dessen Weg vom "aufstrebenden Radiomoderator" in den 90ern zum "einflussreichsten Verschwörungsideologen Deutschlands" nach. Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen? läuft ab 13. Juni u.a. in der ARD-Audiothek, linear bei Radioeins sowie auf N-Joy. Neue Folgen gehen wöchentlich raus.
presseportal.de, cui-bono.podigee.io (3-Min-Trailer)

Pinar Atalay verlässt die ARD und wechselt zu RTL.


Sendersuchlauf erfolgreich: "Tagesthemen"-Moderatorin Pinar Atalay, 43, verlässt die ARD und wechselt im August zu RTL. Sie moderiert seit 2014 die "Tagesthemen". Wann Atalay zum letzten Mal für die ARD vor der Kamera stehen wird, steht dem Sender zufolge noch nicht fest. Sie soll den Ausbau der "Informations- und Nachrichtenangebote in zentraler Rolle" mitgestalten, teilt RTL mit. Als erste Amtshandlung moderiert Atalay das Wahl-Triell am 29. August gemeinsam mit Peter Kloeppel. Sie reiht sich damit bei mehreren ARD-Abgängen ein: Im Dezember verließ Jan Hofer die "Tagesschau", RTL gab ihn daraufhin im März überraschend als neuen Anchorman bekannt. Im April verkündete Linda Zervakis, die Öffentlich-Rechtlichen in Richtung von ProSieben zu verlassen.

Bei RTL ist "kein Platz mehr für Dieter Bohlen", urteilt Imre Grimm. "Kinder anschreien und das wehrlose Prekariat ausbeuten" sei gestern gewesen. Atalay, Zervakis und Hofer ziehe es für "Glanz und Glamour" zu den Privaten, findet Grimm. Eine Profilschärfung sei bei der ARD schließlich "kaum möglich". Journalist Marc Bator wechselte vor acht Jahren von der "Tagesschau" zu Sat.1, im Hinblick auf Atalays Abgang rät er der ARD zu prüfen, ob die Dienstverträge mit ihrer Bezahlung und Flexibilität "noch zeitgemäß" seien.
rtl.de, dwdl.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Zitat: Für “Panorama” ist Social Media wichtiger als lineare TV-Quote, sagt Anja Reschke.

"Grundsätzlich ist die lineare Quote schon länger nicht mehr soo entscheidend. Viel interessanter für uns ist, wie sich ein Thema in den sozialen Medien verbreitet und was dort für Kommentare kommen."

"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke sieht es im DWDL-Interview als Herausforderung für Polit-Magazine, sich an die On-Demand-Nutzung anzupassen, wo eher längere Formate gefragt sind. Die Jubiläums­sendung am Donnerstag bestreitet "Panorama" im "Stil einer Polit-Late-Night", bei der auch Kritikerinnen zu Wort kommen.
dwdl.de

Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate beleben die Kulturreportage wieder.

Netzkultur: Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate bescheren der Kulturreportage eine Renaissance, findet René Martens. Das Genre, das im linearen TV "keine nennenswerte Rolle mehr spielt", gewinne im Internet an Tiefe – auch, weil die Clips mit 15 bis 20 Min länger sind als klassische Fernsehbeiträge. Außer dem NDR will künftig auch der Hessische Rundfunk mehr Kultur zu YouTube bringen.
taz.de

Hör-Tipp: Norbert Grundei spricht über die Entdeckung von Christian Drosten.

Hör-Tipp: Norbert Grundei (Foto), "Ober-Audiostratege beim NDR" spricht im "Entscheider treffen Haider"-Podcast mit Lars Haider über die Entdeckung von Christian Drosten als Podcast-Star. Grundei hatte die Idee zum "Coronavirus Update" und fragte äußerst förmlich bei Drosten an, ob er Interesse habe, das Format zu bereichern. Die Antwort des Virologen kam ohne Anrede und leicht lapidar zurück: "Ja, Montag können wir anfangen."
abendblatt.de (57-Min-Podcast)

Hör-Tipp: “Was mit Medien” blickt hinter die Kulissen des “Coronavirus Update”.

Hör-Tipp: "Was mit Medien" blickt hinter die Kulissen des NDR-Podcasts Coronavirus Update mit Christian Drosten und Sandra Ciesek. Producerin Katharina Marenholtz und Moderatorin Korinna Hennig haben sich anfangs "null Gedanken gemacht, wie viele das hören". Schwierig seien aktuell Themen, zu denen es aus Virologinnen-Sicht kaum etwas zu sagen gibt: Etwa, wenn willkürliche Inzidenzwerte festgesetzt würden.
podcasts.apple.com (67-Min-Podcast, "Coronavirus-Update" ab Min 14)

“Bild” wirft NDR Unterstützung von Linksextremistinnen vor.

Tatort Hamburg: "Bild" wirft dem NDR vor, mit einem "Tatort"-Dreh die linksextreme Szene zu unterstützen. In dem Text schreiben Georg Altrogge und Sina Kedenburg, dass die Produktions-Firma Wüste Medien dem linken Zentrum M1 3.000 Euro zahlt, um die Location als Drehort für einen "Tatort" mit Wotan Wilke Möhring zu nutzen. In dem Haus treffe sich laut Hamburger Verfassungsschutz auch die linksextreme Szene. Der NDR wird mit der Info zitiert, dass die Produktionsfirma Drehorte ohne Rücksprache mit dem Sender aussuche.
bild.de (Paid)

Gewerkschaften kritisieren crossmediale Honorare beim NDR.

NDR: DJV und Verdi kritisieren die Einführung neuer Honorarstrukturen für freie Mitarbeiterinnen, die crossmedial arbeiten. Der Sender hat die Gehälter nach dem Abbruch der Verhandlungen im Alleingang eingeführt und zahlt etwa 10 % weniger als mit den Gewerkschaften im Gespräch war. Auch diverse Schutzregelungen aus den Diskussionen "fallen jetzt leider weg", sagt Anja Westheuser, Ex-Verhandlungsführerin des DJV Hamburg.
"Journalist" 5/21, S. 29 (Paid)

NDR ist weiterer Partner der Aktion “Deutschland spricht” von Zeit Online.

NDR beteiligt sich erstmals an der Aktion Deutschland spricht von Zeit Online. Unter Online-Texten können Interessenten Ja/Nein-Fragen beantworten und ihre Kontaktdaten hinterlassen, eine Software sucht dann unpassende Gesprächs­partnerinnen, die zu einem Thema andere Ansichten haben. Auch das "Handelsblatt", die "FAZ", die "Freie Presse" und der "Stern" sind Partner der Aktion.
ndr.de

Coronavirus-Update des NDR schafft mehr als 100 Mio Abrufe.

Abruf-Update: Der wöchentliche Podcast Coronavirus-Update mit den Virologinnen Sandra Ciesek und Christian Drosten ist seit dem Start vor rund einem Jahr inzwischen 100 Mio Mal abgerufen worden, teilt der NDR mit. Bertelsmann-Tochter Audio Now dürfte vergleichbare Zahlen so bald nicht erreichen: Der Konkurrenz-Podcast mit Virologe Hendrik Streeck pausiert derzeit – nach nur zwei Folgen.
rnd.de, presseportal.de, turi2.de (Streeck)

Linda Zervakis widerspricht “Bild”-Bericht über Zerwürfnis mit dem NDR.

Alles in Butter? Moderatorin Linda Zervakis widerspricht einem "Bild"-Bericht, wonach es ein Zerwürfnis zwischen ihr und dem NDR gegeben habe. "Es gibt kein Zerwürfnis", das habe ihr Management auch "Bild" mitgeteilt, schreibt Zervakis bei Instagram. Am Montag hatte sie ihre letzte "Tagesschau" in der ARD und wechselt zu ProSieben.
instagram.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Linda Zervakis macht bei der “Tagesschau” heute einen “schlanken griechischen Abgang”.

Hör-Tipp: Linda Zervakis moderiert heute zum letzten Mal die "Tagesschau", danach macht sie einen "schlanken griechischen Abgang" mit Ouzo fürs Team – corona­konform abgepackt in Einzel­fläschchen. Im Interview mit NDR Info sagt sie, die positive Resonanz des Publikums auf ihren Abschied habe sie "wirklich überrascht und auch ein bisschen überrollt". Nach 19 Jahren beim NDR will Zervakis "einfach nochmal etwas Neues" ausprobieren und hofft, dass ohne Schicht­dienst "mein Bio­rhythmus und ich noch irgendwann gute Freunde werden".
ndr.de (4-Min-Audio), turi2.de (Background)

“Panorama” und “STRG_F” veröffentlichen Kinderporno-Recherche.

Panorama ARD 150Kinderpornografie: Eine Datenrecherche der ARD-Formate "Panorama" und "STRG_F" entdeckt Hunderttausende aus sozialen Medien geklaute Kinderfotos auf Kinderporno-Seiten. Darunter sind vor allem Fotos, die ursprünglich von Facebook oder Instagram stammen und Kinder in harmlosen Alltagssituationen zeigen. Auch Hinweise auf Inhalte von WhatsApp, YouTube und TikTok finden die Redaktionen. Facebook verweist u.a. auf seine Privatsphäre-Einstellungen, YouTube auf Technologie-Lösungen, die Kindern und Familien Schutz bieten.
presseportal.de

NDR-Intendant Joachim Knuth macht weitere Einsparungen vom Rundfunkbeitrag abhängig.


Der Super-Sparer: NDR-Intendant Joachim Knuth macht weitere Kürzungen im Programm vor allem davon abhängig, ob das Verfassungsgericht in Karlsruhe pro oder contra des höheren Rundfunkbeitrags urteilt. Im Interview mit der "FAZ" sagt Knuth, man werde "in Abhängigkeit von der Dauer des Verfahrens in Karlsruhe und des Urteils entscheiden, ob und wo weitere Einschnitte vorgenommen werden müssen". Knuth zufolge stehen dem NDR durch die ausbleibende Erhöhung monatlich circa drei Mio Euro weniger zur Verfügung als geplant – zusätzlich zum bereits verabschiedeten strengen Sparprogramm über 300 Mio Euro. Der NDR könne als "großer Sender zwar etwas länger durchhalten als kleinere ARD-Anstalten", Knuth befindet trotzdem: "Auch wir benötigen die 18,36 Euro, um unseren Auftrag zu erfüllen."

Knuth befürwortet im Interview auch eine gemeinsame Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender, geht aber noch einen Schritt weiter: Der NDR sei derzeit "mit Verlagen im Gespräch", um ihnen Videos "mit klarer Absendererkennung" anzubieten. Das Vorgehen sieht der Intendant als "ersten Schritt zu einem Kommunikationsnetzwerk".
"FAZ", S. 13 (Paid), dwdl.de

Diebe klauen dem NDR Technik im Wert von 300.000 Euro.

Morden Klauen im Norden: Der NDR ist am vergangenen Samstagabend Opfer eines Einbruchsdiebstahls geworden, bei dem die Täterinnen Kamera-Equipment im Wert von 300.000 Euro entwendet haben. Die Kriminalpolizei ermittelt und vermutet einen Zusammenhang mit ähnlichen Fällen. Das Gelände des NDR sei zwar durch weitere Videokameras gesichert, die Aufnahmen aber nicht gespeichert worden.
abendblatt.de (Paid) via dwdl.de

Zitat: Sie kam aus ihrer Doku-Lüge nicht mehr heraus, sagt Elke Lehrenkrauss.

"Ich hatte keine Idee, wie ich da jetzt wieder rauskommen sollte, und habe mich irgendwie weiter durchgemogelt."

"Lovemobil"-Regisseurin Elke Lehrenkrauss, 42, sagt im "Zeit"-Interview über ihre gefakte Doku, "szenisches Erzählen" sei im Exposé "klar angelegt" gewesen. Sie habe sich "nicht getraut", dem NDR-Redakteur von den Laiendarstellerinnen zu erzählen.
zeit.de, turi2.de (Background)

Meinung: “Zapp”-Spezial zu “Lovemobil” überzeugt nicht.

Lovemobil: Der NDR drückt sich im "Zapp"-Spezial zur gefälschten Lovemobil-Doku um die eigene Verantwortung, schreibt Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen Zeitung". Fragen nach Verpflichtungen und Verantwortung seien allerdings noch immer offen, weil der Sender kein "Licht in die eigene Vorgehensweise" gebracht habe. NDR-Doku-Chefin Anja Reschke habe bei der "Zapp"-Aufarbeitung "nicht mehr zu bieten als das genervte Eingeständnis, man hätte vielleicht genauer hinschauen müssen". Es sei laut Vahabzadeh eine Sache für einen Sender, einen Fehler öffentlich zu machen, und eine andere, dafür auch einen Teil der Verantwortung zu übernehmen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

NDR halbiert seine geplante Gehaltserhöhung zum 1. April.

Lässt weniger springen: Der NDR erhöht das Gehalt der festen und die Mindestvergütung freier Mitarbeiterinnen ab dem 1. April nur um 1,225 statt der angekündigten 2,45 %. Der Sender begründet dies damit, dass der Rundfunkbeitrag nicht wie geplant erhöht wurde. Diese Gehaltserhöhung gilt laut NDR als "Anerkennung besonderer Leistungen in der Corona-Pandemie".
dwdl.de, turi2.de (Background)

NDR arbeitet “Lovemobil”-Kontroverse in “Zapp”-Sondersendung auf.

Aufarbeitung on Air: Das Medienmagazin "Zapp" bespricht am Mittwoch um 22.00 Uhr in einer Sondersendung den Fälschungsskandal um den Dokumentarfilm Lovemobil. Dort spricht "Zapp"-Redaktionsleiterin Annette Leiterer mit NDR-Doku-Chefin Anja Reschke, der AG-Dok-Vorsitzenden Susanne Binninger und dem Produzenten Stephan Lamby über mögliche Lehren aus dem Fall.
presseportal.de

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Jörg Wagner sprechen mit “Lovemobil”-Redakteur.

Hör-Tipp: Timo Großpietsch, Redakteur von Lovemobil, äußert sich im Radioeins Medienmagazin mit Daniel Bouhs und Jörg Wagner zu der von Elke Lehrenkrauss gefakten NDR-Doku. Großpietsch sagt u.a., es habe keinen Druck seitens der Redaktion gegeben: "Es gab nirgendwo von mir die Aufforderung, einen Film zu machen, der dramaturgisch so perfekt sein soll wie der, der es jetzt geworden ist." Lehrenkrauss habe völlig frei arbeiten können, zudem sei der Abgabetermin um zwei Jahre verlängert und Geld nachgeschoben worden.
radioeins.de (97-Min-Audio, Beitrag ab Min 16:40), daniel-bouhs.de (Transkript), turi2.de (Background)

Dokus können nicht immer die objektive Wirklichkeit zeigen, schreibt Susan Vahabzadeh.

Nichts als die Wahrheit: Nicht erst seit der gefälschten NDR-Doku Lovemobil (Foto) ist strittig, ob Dokumentarfilme objektiv die Wirklichkeit zeigen können, schreibt Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen Zeitung". Dokus sollen "schön anzusehen" und "einigermaßen schnell auf den Punkt kommen", das könne nicht gelingen, wenn "man tatsächlich nur mit einer Kamera in der Ecke steht und darauf wartet, dass etwas passiert". Daher sei es durchaus üblich, Szenen nachzudrehen. Hätte Elke Lehrenkrauss im Vorfeld klargestellt, die Ergebnisse ihrer Recherchen nicht mit echten Personen drehen zu können, wäre das noch legitim gewesen.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“Lovemobil”-Regisseurin Elke Lehrenkrauss gibt Dokumentarfilmpreis zurück.

Payback: Elke Lehrenkrauss gibt den Deutschen Dokumentarfilmpreis und das dazugehörige Preisgeld für ihren Film Lovemobil zurück. Die Regisseurin gesteht "schwerwiegende Fehler" bei der Umsetzung ein, deren Ausmaß ihr gerade erst klar werde. Am Montag hat sich der NDR öffentlich vom Film distanziert, weil "zahlreiche Situationen nachgestellt oder inszeniert sind".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

NDR distanziert sich vom Dokumentarfilm “Lovemobil”.


Keine Liebe mehr: Der NDR distanziert sich vom mitproduzierten Kino-Dokumentarfilm Lovemobil der Autorin Elke Margarete Lehrenkrauss, weil er "über weite Strecken nicht authentische Szenen" enthält. Der NDR schreibt: "Der Film soll zwar auf Basis von langjährigen Recherchen der Autorin entstanden sein, aber zentrale Protagonistinnen des Films schildern nicht ihre persönlichen Erfahrungen, sondern spielen eine Rolle. Zahlreiche Situationen sind nachgestellt oder inszeniert." Auch Bekannte haben in dem Film als vermeintliche Freier mitgespielt. Lehrenkrauss habe die Vorwürfe eingeräumt, ihre Aussagen seien jedoch "zum Teil widersprüchlich". Zuvor habe die Autorin die Redaktion nicht auf die Inszenierungen hingewiesen. "Verabredet war ein Dokumentarfilm, kein Hybriddokumentarfilm oder Spielfilm", schreibt der NDR.

Aufgefallen sind die Ungereimtheiten durch Recherchen der NDR-Redaktion von "Strg_F", die Informationen aus dem Umfeld der Produktion erhalten hatte. Die Reportage zum Thema erscheint morgen auf YouTube. Am Abend berichtet "Panorama 3" über das Thema, heute das "Kulturjournal". Parallel will der NDR prüfen, ob er die Kontrollmechanismen verschärfen muss. Der Sender schreibt, die bisherigen Regel funktionieren "grundsätzlich sehr gut", dennoch sei die Redaktion "nicht vollständig vor vorsätzlichen Täuschungen geschützt". "Lovemobil" wurde 2020 mit dem deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet und ist für den GrimmePreis nomminiert. Die NDR-Dokumentarfilmredaktion war als Co-Produzent beteiligt.
ndr.de, ndr.de (Stellungnahme)

Zitat: NDR-Intendant Joachim Knuth will Meinungsvielfallt stärker abbilden.

"Ich bin Journalist geworden, um Leute schlauer zu machen – und nicht durch Polarisierung erregter."

NDR-Intendant Joachim Knuth sagt im Streitgespräch mit Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra in der "Zeit", dass das Thema Meinungsvielfalt die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen in den kommenden Jahren "maßgeblich bestimmen" wird.
"Zeit" 12/2021 (Vorabmeldung), welt.de (Zusammenfassung)

NDR, SWR und SR haben Geld auf der Pleite-Bank Greensill.

ARD: NDR, SWR und SR gehören zu den Kunden der Pleite-Bank Greensill, berichtet der Bremer “Weser Kurier”. Vergangene Woche musste Greensill wegen drohender Überschuldung schließen. Der NDR teilt mit, dass seine Geldanlagen vom Einlagensicherungsfonds gedeckt sind, ob das auch für die Investments von SWR und SR gilt, ist nicht bekannt.
weser-kurier.de, spiegel.de, tagesschau.de

NDR-Freie protestieren gegen neues Honorierungsmodell.

NDR: 150 Freie Mitarbeiter*innen beschweren sich in einem Brief an die Aufsichtsgremien über Honorarkürzungen. Hintergrund ist ein neues Honorierungsmodell zu crossmedialer Berichterstattung, nach dem Beiträge für Internet, TV und Radio nutzbar sein sollen. Die Freien schreiben von Einbußen von bis zu 40 %. Der NDR nennt die zahlen "nicht nachvollziehbar und nicht belegt".
sueddeutsche.de

Meinung: Medienthemen sind nach “Zapp”-Kürzungen im TV weniger präsent.

Reformen beim NDR-Medienmagazin "Zapp" folgen dem Ansatz "Medienjournalismus kann überall stattfinden, nicht nur in Fachmagazinen", kritisiert "taz"-Autor Steffen Grimberg. Medienthemen müssten als Folge dessen mit "ganz großen Brocken" wie z.B. Corona oder der K-Frage um Plätze "in den Nachrichten und anderswo" konkurrieren. "Zapp" läuft seit Januar nur noch monatlich im TV und soll dafür verstärkt online präsent sein.
taz.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Reportageformat “Strg_F” von Funk bietet journalistische Detektivsuche.

Lese-Tipp: Das Funk-Reportageformat STRG_F bringt "ambitionierten Video-Journalismus" auf YouTube und beschert dem NDR regelmäßig Empörungswellen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Redaktionsleiter Dietmar Schiffermüller erklärt, dass die journalistische Suche, bei der die Zuschauer*innen unmittelbar dabei sind, gut als Dramaturgie funktioniert, auch wenn die Nahbarkeit "eine Gratwanderung" sei.
sueddeutsche.de

“Zapp” will online aktiver werden, läuft nur noch einmal monatlich im TV.

Online offensiv, linear gespart: NDR-Medienmagazin "Zapp" will im Netz aktiver werden und startet dafür ab 13. Januar wöchentliche Reportagen auf Youtube und ndr.de. Das Team peilt außerdem ein jüngeres Publikum via Instagram an. Zudem soll sich "Zapp" laut Redaktionsleiterin Annette Leiterer "stärker an den Debatten in den sozialen Netzwerken beteiligen". Gleichzeitig wird im linearen TV gespart: "Zapp" soll nur noch einmal monatlich im NDR laufen statt wie bislang wöchentlich. Grund könnten die Sparmaßnahmen des NDR sein. Durch die Sendung führen soll künftig Kathrin Drehkopf als einzige Moderatorin.
presseportal.de, dwdl.de

Staatstrojaner sind deutlich weniger im Einsatz als zunächst kommuniziert.

Verwirrung: Die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zum Einsatz von Staatstrojanern im Jahr 2019 sind deutlich zu hoch, sagen WDR und NDR. Offenbar haben mehrere Staatsanwaltschaften das entsprechende Formular fehlerhaft ausgefüllt. Ursprünglich hieß es, dass die umstrittene Überwachungstechnologie 368 mal eingesetzt wurde, obwohl sieben Länder keinen Gebrauch von ihr machten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Technik-Panne: “Tagesschau” um 17 Uhr wird zweimal abgebrochen.


Pannenschau: Die "Tagesschau" kämpft in ihrer 17-Uhr-Ausgabe am Dienstag mit massiven technischen Problemen – der Sender beendet die Sendung vorzeitig. Schon zur Begrüßung gibt es Problemen mit Licht und Ton, nach der Anmoderation hakt der erst Beitrag. Moderator Claus-Erich Boetzkes beendet die Sendung nach weniger als zwei Minuten, bleibt aber zunächst im Bild. Erst dann erscheint eine Stör-Tafel auf dem Bildschirm. Beim zweiten Anlauf kommentiert Boetzkes: "Wenn einmal der Wurm drin ist, ist er richtig drin." Auf einen falschen Beitrag und abermals fehlenden Ton folgt der zweite Abbruch. Boetzkes entschuldigt sich für die Pannen und verweist einigermaßen hilflos auf die Ausgabe um 20 Uhr. "Brisant" startet daraufhin früher als geplant. Es habe "technische Probleme in der Sendeabwicklung" gegeben, die behoben würden, zitieren DWDL und "Bild" den NDR.

Im "Tagesschau"-Blog schreibt Chefredakteur Marcus Bornheim nach 19 Uhr: "Pannen passieren, da Fernsehen ein Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik ist." Das Team versuche "alles, damit das nicht wieder vorkommt". Die Sendung um 20 Uhr läuft schon wieder reibungslos. (Foto: Screenshot tagesschau.de)
dwdl.de (mit 9-Min-Video), bild.de, blog.tagesschau.de, rnd.de (Twitter-Reaktionen)

NDR testet im TV einen Audiokanal in “klarer Sprache”.

Alles klar: Der NDR testet eine zusätzliche TV-Tonspur in klarer Sprache, also mit weniger Nebengeräuschen, im Live-Betrieb. Dafür verwendet der NDR anders als in anderen Tests eine technische Echtzeit-Lösung, sodass das zusätzliche Signal auch im Live-Betrieb einsetzbar ist. Der zusätzliche Sprachkanal ist zunächst bis 11. Januar im digitalen Antennen-Empfang in Hamburg verfügbar. Im 2. Quartal 2021 soll ein Test in ganz Norddeutschland folgen, dann auch Das Erste.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Internationale Medien führen Recherchen ermordeter, mexikanischer Journalistin fort.

Cartel Project: NDR, WDR, die "Süddeutsche Zeitung und die "Zeit" erzählen gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories die Geschichte der ermordeten, mexikanischen Journalistin Regina Martínez und führen ihre Recherchen fort. Martínez hatte im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle recherchiert und wurde 2012 umgebracht. An den Recherchen sind 25 Medien aus 18 Ländern beteiligt.
tagesschau.de, zeit.de, sueddeutsche.de (Paid), forbiddenstories.org

Anja Würzberg wird neue Leiterin von NDR Kultur.

NRD befördert Anja Würzberg zur neuen Leiterin des Radioprogramms NDR Kultur. Sie folgt auf Barbara Mirow, die in den Ruhestand geht. Würzberg war bisher Chefin der Fernsehredaktion Religion und Gesellschaft, davor persönliche Referentin des Intendanten und Vize-Leiterin der Abteilung Dokumentation und Reportage. Auch Musikchef Michael Schreiber geht in den Ruhestand, ihm folgt Bettina Taheri-Zacher, die vom SR kommt.
presseportal.de

Claudia Buckenmaier leitet ARD-Studio Washington, Detlef Schmitz die NDR-Finanzen.

NDR befördert TV-Journalistin Claudia Buckenmaier (Foto), 56, zur Leiterin des ARD-Studios Washington. Sie folgt auf Stefan Niemann, 54, der nach Hamburg zurückkehrt. Christian Blenker, 45, wird Studioleiter in Stockholm, seine Frau Sofie Donges, 39, kommt als Hörfunkkorrespondentin mit. Detlef Schmitz, 54, wird Leiter der Finanzen des Senders, er folgt auf Axel Kakarott, der in den Ruhestand geht.
ndr.de, dwdl.de

Maria Furtwängler wünscht sich einen Musical-“Tatort”.

Mord in Moll: Schauspielerin Maria Furtwängler wünscht sich laut "Bild" einen Musical-"Tatort" und hofft bei der Besetzung u.a. auf Udo Lindenberg als Mitstreiter und -sänger vor der Kamera. Konkrete Pläne für den klangvollen Krimi seien vor allem durch die Corona-Krise gestoppt worden. Der NDR bezeichnet die Pläne als "zum jetzigen Zeitpunkt nicht spruchreif".
"Bild", S. 4 (Paid)

NDR-Doku-Talk “Die Narbe” arbeitet Unglücke der deutschen Geschichte auf.

NDR erinnert mit dem Doku-Talk Die Narbe an Traumata der jüngeren deutschen Geschichte. Moderatorin Anja Reschke spricht mit Beteiligten und Angehörigen über die Langzeitfolgen u.a. des Zugunglücks von Eschede 1998 und der Flugschau­katastrophe in Ramstein 1988. Ab morgen stehen alle Folgen in der ARD Mediathek, im NDR Fernsehen laufen sie ab 14.10. jeweils mittwochs um 21.00 Uhr.
presseportal.de

FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

“FAZ”: NDR spart am Chor.

NDR setzt bei seinem Chor den Rotstift an, schreibt die "FAZ". Joachim Dobschall, Leiter für Orchester, Chor und Konzerte, nennt den zusammengesparten Chor "Exzellenz-Ensemble", denkbar sei eine GmbH, allerdings werden die Chorsänger*innen nur noch in Teilzeit angestellt. Der Chor ist in den vergangenen Jahren laut "FAZ" bereits von 46 auf 27 Stellen geschrumpft.
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)