NDR-Freie protestieren gegen neues Honorierungsmodell.

NDR: 150 Freie Mitarbeiter*innen beschweren sich in einem Brief an die Aufsichtsgremien über Honorarkürzungen. Hintergrund ist ein neues Honorierungsmodell zu crossmedialer Berichterstattung, nach dem Beiträge für Internet, TV und Radio nutzbar sein sollen. Die Freien schreiben von Einbußen von bis zu 40 %. Der NDR nennt die zahlen "nicht nachvollziehbar und nicht belegt".
sueddeutsche.de

Meinung: Medienthemen sind nach “Zapp”-Kürzungen im TV weniger präsent.

Reformen beim NDR-Medienmagazin "Zapp" folgen dem Ansatz "Medienjournalismus kann überall stattfinden, nicht nur in Fachmagazinen", kritisiert "taz"-Autor Steffen Grimberg. Medienthemen müssten als Folge dessen mit "ganz großen Brocken" wie z.B. Corona oder der K-Frage um Plätze "in den Nachrichten und anderswo" konkurrieren. "Zapp" läuft seit Januar nur noch monatlich im TV und soll dafür verstärkt online präsent sein.
taz.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Reportageformat “Strg_F” von Funk bietet journalistische Detektivsuche.

Lese-Tipp: Das Funk-Reportageformat STRG_F bringt "ambitionierten Video-Journalismus" auf YouTube und beschert dem NDR regelmäßig Empörungswellen, schreibt Aurelie von Blazekovic. Redaktionsleiter Dietmar Schiffermüller erklärt, dass die journalistische Suche, bei der die Zuschauer*innen unmittelbar dabei sind, gut als Dramaturgie funktioniert, auch wenn die Nahbarkeit "eine Gratwanderung" sei.
sueddeutsche.de

“Zapp” will online aktiver werden, läuft nur noch einmal monatlich im TV.

Online offensiv, linear gespart: NDR-Medienmagazin "Zapp" will im Netz aktiver werden und startet dafür ab 13. Januar wöchentliche Reportagen auf Youtube und ndr.de. Das Team peilt außerdem ein jüngeres Publikum via Instagram an. Zudem soll sich "Zapp" laut Redaktionsleiterin Annette Leiterer "stärker an den Debatten in den sozialen Netzwerken beteiligen". Gleichzeitig wird im linearen TV gespart: "Zapp" soll nur noch einmal monatlich im NDR laufen statt wie bislang wöchentlich. Grund könnten die Sparmaßnahmen des NDR sein. Durch die Sendung führen soll künftig Kathrin Drehkopf als einzige Moderatorin.
presseportal.de, dwdl.de

Staatstrojaner sind deutlich weniger im Einsatz als zunächst kommuniziert.

Verwirrung: Die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zum Einsatz von Staatstrojanern im Jahr 2019 sind deutlich zu hoch, sagen WDR und NDR. Offenbar haben mehrere Staatsanwaltschaften das entsprechende Formular fehlerhaft ausgefüllt. Ursprünglich hieß es, dass die umstrittene Überwachungstechnologie 368 mal eingesetzt wurde, obwohl sieben Länder keinen Gebrauch von ihr machten.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Technik-Panne: “Tagesschau” um 17 Uhr wird zweimal abgebrochen.


Pannenschau: Die "Tagesschau" kämpft in ihrer 17-Uhr-Ausgabe am Dienstag mit massiven technischen Problemen – der Sender beendet die Sendung vorzeitig. Schon zur Begrüßung gibt es Problemen mit Licht und Ton, nach der Anmoderation hakt der erst Beitrag. Moderator Claus-Erich Boetzkes beendet die Sendung nach weniger als zwei Minuten, bleibt aber zunächst im Bild. Erst dann erscheint eine Stör-Tafel auf dem Bildschirm. Beim zweiten Anlauf kommentiert Boetzkes: "Wenn einmal der Wurm drin ist, ist er richtig drin." Auf einen falschen Beitrag und abermals fehlenden Ton folgt der zweite Abbruch. Boetzkes entschuldigt sich für die Pannen und verweist einigermaßen hilflos auf die Ausgabe um 20 Uhr. "Brisant" startet daraufhin früher als geplant. Es habe "technische Probleme in der Sendeabwicklung" gegeben, die behoben würden, zitieren DWDL und "Bild" den NDR.

Im "Tagesschau"-Blog schreibt Chefredakteur Marcus Bornheim nach 19 Uhr: "Pannen passieren, da Fernsehen ein Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik ist." Das Team versuche "alles, damit das nicht wieder vorkommt". Die Sendung um 20 Uhr läuft schon wieder reibungslos. (Foto: Screenshot tagesschau.de)
dwdl.de (mit 9-Min-Video), bild.de, blog.tagesschau.de, rnd.de (Twitter-Reaktionen)

NDR testet im TV einen Audiokanal in “klarer Sprache”.

Alles klar: Der NDR testet eine zusätzliche TV-Tonspur in klarer Sprache, also mit weniger Nebengeräuschen, im Live-Betrieb. Dafür verwendet der NDR anders als in anderen Tests eine technische Echtzeit-Lösung, sodass das zusätzliche Signal auch im Live-Betrieb einsetzbar ist. Der zusätzliche Sprachkanal ist zunächst bis 11. Januar im digitalen Antennen-Empfang in Hamburg verfügbar. Im 2. Quartal 2021 soll ein Test in ganz Norddeutschland folgen, dann auch Das Erste.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Internationale Medien führen Recherchen ermordeter, mexikanischer Journalistin fort.

Cartel Project: NDR, WDR, die "Süddeutsche Zeitung und die "Zeit" erzählen gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories die Geschichte der ermordeten, mexikanischen Journalistin Regina Martínez und führen ihre Recherchen fort. Martínez hatte im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle recherchiert und wurde 2012 umgebracht. An den Recherchen sind 25 Medien aus 18 Ländern beteiligt.
tagesschau.de, zeit.de, sueddeutsche.de (Paid), forbiddenstories.org

Anja Würzberg wird neue Leiterin von NDR Kultur.

NRD befördert Anja Würzberg zur neuen Leiterin des Radioprogramms NDR Kultur. Sie folgt auf Barbara Mirow, die in den Ruhestand geht. Würzberg war bisher Chefin der Fernsehredaktion Religion und Gesellschaft, davor persönliche Referentin des Intendanten und Vize-Leiterin der Abteilung Dokumentation und Reportage. Auch Musikchef Michael Schreiber geht in den Ruhestand, ihm folgt Bettina Taheri-Zacher, die vom SR kommt.
presseportal.de

Claudia Buckenmaier leitet ARD-Studio Washington, Detlef Schmitz die NDR-Finanzen.

NDR befördert TV-Journalistin Claudia Buckenmaier (Foto), 56, zur Leiterin des ARD-Studios Washington. Sie folgt auf Stefan Niemann, 54, der nach Hamburg zurückkehrt. Christian Blenker, 45, wird Studioleiter in Stockholm, seine Frau Sofie Donges, 39, kommt als Hörfunkkorrespondentin mit. Detlef Schmitz, 54, wird Leiter der Finanzen des Senders, er folgt auf Axel Kakarott, der in den Ruhestand geht.
ndr.de, dwdl.de

Maria Furtwängler wünscht sich einen Musical-“Tatort”.

Mord in Moll: Schauspielerin Maria Furtwängler wünscht sich laut "Bild" einen Musical-"Tatort" und hofft bei der Besetzung u.a. auf Udo Lindenberg als Mitstreiter und -sänger vor der Kamera. Konkrete Pläne für den klangvollen Krimi seien vor allem durch die Corona-Krise gestoppt worden. Der NDR bezeichnet die Pläne als "zum jetzigen Zeitpunkt nicht spruchreif".
"Bild", S. 4 (Paid)

NDR-Doku-Talk “Die Narbe” arbeitet Unglücke der deutschen Geschichte auf.

NDR erinnert mit dem Doku-Talk Die Narbe an Traumata der jüngeren deutschen Geschichte. Moderatorin Anja Reschke spricht mit Beteiligten und Angehörigen über die Langzeitfolgen u.a. des Zugunglücks von Eschede 1998 und der Flugschau­katastrophe in Ramstein 1988. Ab morgen stehen alle Folgen in der ARD Mediathek, im NDR Fernsehen laufen sie ab 14.10. jeweils mittwochs um 21.00 Uhr.
presseportal.de

FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

“FAZ”: NDR spart am Chor.

NDR setzt bei seinem Chor den Rotstift an, schreibt die "FAZ". Joachim Dobschall, Leiter für Orchester, Chor und Konzerte, nennt den zusammengesparten Chor "Exzellenz-Ensemble", denkbar sei eine GmbH, allerdings werden die Chorsänger*innen nur noch in Teilzeit angestellt. Der Chor ist in den vergangenen Jahren laut "FAZ" bereits von 46 auf 27 Stellen geschrumpft.
"FAZ", S. 9 (Paid), turi2.de (Background)

Drosten bekommt Deutschen Radiopreis für Corona-Podcast.

Virus made the radio star: Der Virologe Christian Drosten erhält den Sonderpreis des Deutschen Radiopreises für seine Beteiligung am Coronavirus-Update-Podcast von NDR Info. Durch seine populären, aber nicht populistischen Erklärungen sei der Charité-Mediziner "zur zentralen Stimme in der Pandemie" geworden, begründet die Jury ihre Entscheidung.
spiegel.de, deutscher-radiopreis.de (Begründung)

NDR und MDR tauschen die Verantwortung für Info- und Oldie-Nachtprogramm im Radio.

NDR verantwortet ab Januar 2021 die ARD Infonacht, das gemeinsame Nachtprogramm der Info­radios, die bisher der MDR in Halle produziert. Ab Mitte 2021 sendet die "Infonacht" aus dem crossmedialen NDR-Nachrichten­haus in Hamburg-Lokstedt, wo auch ARD-aktuell angesiedelt ist. Der MDR produziert im Gegenzug künftig die ARD-Hitnacht, das Oldie-Nachtprogramm, das bisher vom NDR kommt.
radiowoche.de, ndr.de

Erhebung: Ein Drittel der Deutschen hört Podcasts.

Podcast-Boom: 80 % der Deutschen ab 14 Jahren kennen Podcasts, ein Drittel hört welche, sagt eine Goldmedia-Umfrage. Die beiden meistgehörten Podcasts im Juli 2020 – Gemischtes Hack und Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten – erreichen jeweils mehr als 1 Mio Hörer*innen. 78 % der Podcast-Fans hören bis zu drei Stunden pro Woche. Bei den 30- bis 49-Jährigen ist der Anteil der intensiven Nutzung mit mehr als drei Stunden pro Woche am höchsten.
pod-ratings.com

NDR startet jungen Ableger der “NDR Talkshow”.

NDR Talkshow bekommt Nachwuchs im Netz: "deep und deutlich. Eine NDR Talk Show" richtet sich an Menschen zwischen 20 und 30 Jahren und erscheint erstmals am 2. Oktober in der ARD-Mediathek. Im Wechsel moderieren Aminata Belli (Foto) und Mohamed El Moussaoui sowie Svenja Kellershohn und Tarik Tesfu. Zunächst sind sechs Folgen geplant, die alle 14 Tage erscheinen. Auf einem nächtlichem Alibi-Sendeplatz läuft der Talk auch im TV.
presseportal.de, dwdl.de

Zitat: NDR-Hörfunkchefin Katja Marx bevorzugt Fragen, bei denen die Antwort unbekannt ist.

"Interviewer könnten aus dem Podcast lernen, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, deren Antworten man nicht schon vorher kennt. Experten können daraus lernen, auch mal zuzugeben, dass man nicht alle Antworten weiß."

NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx sagt im "taz"-Interview, dass das Coronavirus-Update deshalb so erfolgreich ist, weil der Podcast jemanden auf der Suche nach Antworten begleitet, der noch dabei ist, sich die Fakten zu erschließen.
taz.de

NDR-Podcast “Coronavirus-Update” erscheint ab September mit Virologin Sandra Ciesek.

Coronavirus-Update bekommt nach der Sommer­pause mit Virologin Sandra Ciesek weibliche Unterstützung. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uni-Klinik Frankfurt forscht derzeit u.a. an Medikamenten gegen Covid-19. Ab September wechselt sie sich im NDR-Podcast mit Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig wochenweise mit Christian Drosten ab.
ndr.de

NDR kündigt acht Serien primär für die Mediathek an.

NDR geht in die Serien-Offensive: Programmdirektor Frank Beckmann kündigt im DWDL-Interview acht Serien-Neustarts in den kommenden Monaten an, die vorrangig für die Mediathek produziert bzw. eingekauft wurden. Bei der Auswahl habe der NDR auf horizontale Dramaturgie, spitzere Zielgruppen und Genres gesetzt, die im ARD-Angebot bisher "unterrepräsentiert sind oder ganz fehlen", z.B. Science-Fiction, Mystery oder Action.
dwdl.de

Der NDR startet ab Montag einen täglichen News-Podcast für Hamburg.

Moin, Podcast: Der NDR bringt seinen Hörer*innen ab kommender Woche montags bis freitags um 17 Uhr einen neuen News-Podcast für Hamburg auf die Ohren. "Hamburg Heute" fasst die wichtigsten Ereignisse des Tages zusammen, verspricht aber auch Einblicke in die Arbeit der Redaktionen von NDR 90,3. So will der Sender unter anderem Einblick in Themenwahl und Recherchen geben.
radioszene.de

Video-Tipp: “Zapp” untersucht die RTL2-Sendung “Hartz und herzlich”.

Video-Tipp: Die RTL2-Sendung "Hartz und herzlich" zeichnet ein Zerrbild des Rostocker Stadtteils Groß Klein, berichtet "Zapp". Einwohner*innen berichten, sich mittlerweile zu schämen zu sagen, dass sie aus dem Stadtteil kommen. Doch es gibt auch positives Echo, etwa von einem Pastor und einem der Protagonisten selbst: Einige Menschen bekämen durch die Sendung erstmals eine Stimme.
ndr.de (9-Min-Video)

Zitat: “Spiegel”-Journalist sieht bei Scheuer “taktisches Verhältnis zur Wahrheit”.

"Das ist das, was ich als taktisches Verhältnis zur Wahrheit bezeichnen würde, und das ist der eigentliche Skandal, der sich hinter diesen Akten verbirgt."

Investigativ-Journalist Gerald Traufetter vom "Spiegel" spricht im Medienmagazin "Zapp" über den zweifelhaften Umgang des PR-Teams von Verkehrsminister Andreas Scheuer mit kritischen Medienanfragen.
ndr.de (5-Min-Video), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Interne Mails: PR-Team von Andreas Scheuer torpediert kritische Medienanfragen.


Bescheuertes Spiel: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein PR-Team haben offenbar gezielt Anfragen kritischer Journalisten konterkariert, um die Berichterstattung zu ihren Gunsten zu drehen, berichten NDR und WDR. Den Sendern liegen Dokumente und Mails vor, die Scheuers Ministerium an den Untersuchungsausschuss zur Maut-Affäre übersandt hat. Auf einen Fragen-Katalog des "Spiegel"-Redakteurs Gerald Traufetter etwa schlägt der Leiter für Strategisches Medien­management in einer Mail an Scheuer vor, die Antworten "schon heute" an einen anderen Journalisten zu senden, "um die morgige Vorabmeldung des 'Spiegel' zu torpedieren." Scheuers Reaktion: "Vorgehen top", der "Plan" sei "super". Ein ranghoher Beamter im Ministerium rät: "Wir sollten medial dagegen arbeiten und morgen weitere Unterlagen veröffentlichen." Der PR-Coup geht auf: Noch vor der "Spiegel"-Veröffentlichung kündigt Scheuer an, dem Untersuchungsausschuss 30 weitere Aktenordner zur Verfügung zu stellen.

DJV-Sprecher Hendrik Zörner wirft Scheuer "Medienmanipulation" vor. Medienjournalist Daniel Bouhs kommentiert, der Vorgang zeige, "wie schäbig PR-Profis mitunter mit recherchierenden Medien umgehen". Der Sprecher des Verkehrsministeriums, Wolfgang Ainetter, spricht von einem "Fehler" und entschuldigte sich für die "Wortwahl". Bei bis zu 200 Medienanfragen pro Tag könne es in der internen Kommunikation "mitunter zu unglücklichen Formulierungen kommen". (Foto: imago images / Future Image)
tagesschau.de, ndr.de (Kommentar Bouhs)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Minister Andreas Scheuer erklärt seine Kommunikation: Neuigkeiten-Zimmer und Instagram Live (10/2018)

Zitat: TV-O-Töne brauchen keinen Hochglanz, sagt NDR-Intendant Joachim Knuth.

"Die Frage ist, ob ein 30 Sekunden langes TV-Statement genauso aussehen muss wie eine Hochglanz-Dokumentation und ob bei Pressekonferenzen drei oder vier Teams vom NDR sein müssen."

NDR-Intendant Joachim Knuth sagt dem "Hamburger Abendblatt", er wolle Produktionsstandards senken, um so sechs bis sieben % der nötigen Einsparsumme zu holen.
abendblatt.de, spotify.com (Gespräch als Podcast)

NDR spart sich “Extra3”-Extra-Ausgaben mit Sarah Kuttner.

NDR streicht die Extra3-Ausgaben mit Sarah Kuttner 2021 schon wieder. Sie moderiert die Satire-Sendung seit Februar immer dann am Mittwoch im NDR Fernsehen, wenn die Hauptausgabe mit Christian Ehring am Donnerstag im Ersten läuft. Der NDR begründet Kuttners Aus mit seinen laufenden Sparbemühungen. Bis 2028 will er insgesamt 300 Mio Euro sparen.
dwdl.de, wunschliste.de, turi2.de (Background)

BR, NDR und WDR finden Tausende Hass-Posts in geschlossenen Facebook-Gruppen.

Facebook-LogoFacebook geht nicht konsequent genug gegen rechte Hetze auf seiner Plattform vor, berichten BR, NDR und WDR. Reporter*innen der Sender haben 2,6 Mio Posts und Kommentare aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen erfasst und analysiert. In den Daten fanden sie mehr als 10.000 schwere Beleidigungen, viele davon rassistischer Art, und weit mehr als Tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte, darunter Aufrufe zur Vergewaltigung, SS-Runen oder antisemitische Hass-Propaganda.
tagesschau.de

NDR kickt “Zeitzeichen”, um 145.000 Euro pro Jahr zu sparen.

NDR-Hörfunkdirektorin Katja Marx spricht über das Aus der WDR-Sendung Zeitzeichen im linearen NDR-Radioprogramm: 145.000 Euro pro Jahr zahle der NDR dem WDR jedes Jahr, "um eine Sendung im Abendprogramm zu wiederholen, die schon seit dem jeweiligen Morgen als Podcast in der ARD-Audiothek für alle frei verfügbar ist". Laut Marx sei das "nicht mehr zeitgemäß". Der NDR will in den nächsten Jahren 300 Mio Euro einsparen.
rnd.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Deutschland die Digitalisierung verpennte.

Video-Tipp: Die Bewohner*innen der Lofoten haben schnelleres Internet als die Deutschen, das ist die bittere Erkenntnis einer NDR-Doku für die Reihe "Geschichte im Ersten". Rückblickend zeichnet sich schon in der Nach­kriegs­zeit ab, dass die Bundesrepublik die Digi­ta­li­sie­rung eines Tages verpennen könnte. Heute fehlt es hierzulande selbst in großen Städten an Glasfasernetzen. Andreas Orth erklärt, was politisch schief lief – und wieso "Deutschland den Anschluss verlor".
ardmediathek.de (44-Min-Video), tagesspiegel.de

NDR Info legt mit neuem Wissenschafts-Podcast schon mal die Drosten-Nachfolge fest.

NDR Info, Erfinder des Coronavirus-Updates mit Virologe Christian Drosten, startet einen weiteren Wissenschafts-Podcast. In "Synapsen" sprechen die NDR-Journalistinnen Maja Bahtijarevic und Lucie Kluth erstmals am 22. Mai ab 17 Uhr über Themen wie Viren, Weltraum und Klimawandel. Los geht es mit zwei Folgen, danach erscheint der Podcast wöchentlich.
presseportal.de, ndr.de (Podcast-Seite)

Meinung: NDR spart wegen “mieser Stimmung in der ARD”.

NDR spart u.a. aufgrund "mieser Stimmung in der ARD", analysiert Kai-Hinrich Renner. Der Sender übe mit seinem Kürzungskurs Kritik an anderen ARD-Anstalten - etwa, indem er sein Sparprogramm auf "das komplizierte KEF-Verfahren" schiebe, das bei der Verteilung des Rundfunkbeitrags "einige Nachteile für den NDR habe". Aus dem Sender sei außerdem zu hören, der NDR habe sich "in der Vergangenheit deutlich stärker im Ersten engagiert, als es die Vereinbarungen der Landesrundfunkanstalten vorsehen" - etwas, wozu man nun offensichtlich keine Lust mehr hat.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Zitat: NDR-Intendant Joachim Knuth verteidigt das Aus des “Bücherjournals”.

"Ich stehe seit vielen Jahren dafür, dass Kultur und Literatur einen wichtigen, festen und wahrnehmbaren Platz im NDR einnehmen. Daran wird sich künftig nichts ändern."

Joachim Knuth, Intendant des NDR, reagiert auf die Kritik zur sparbedingten Einstellung der Sendung Bücherjournal. Das "Bücherjournal" startete bereits 1965 und galt als eine der ältesten Literatursendungen im deutschen Fernsehen.
dwdl.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

Verleger kritisieren die Einstellung des NDR-“Bücherjournals”.

NDR bekommt für die Ankündigung, als Sparmaßnahme das "Bücherjournal" zu streichen, den Unmut von Verlegern zu spüren. Florian Illies von Rowohlt hält es für "naiv zu glauben, man könne ausgerechnet bei der Kultur unbemerkt und schadensfrei" sparen. Thomas Rathnow, CEO der Verlagsgruppe Random House, kritisiert, Kultursendungen seien sicher nicht teuer und das NDR-Programm habe schon aktuell "kein Übermaß an kulturellen Sendungen". Das NDR-"Bücherjournal", gestartet 1965, ist eine der ältesten deutschen Literatursendungen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Freie werfen dem NDR fehlende Transparenz und Strategie bei Sparmaßnahmen vor.

Freie werfen dem NDR bei Einsparungen fehlende Transparenz und Strategie vor.
Nicht mit ihnen: Freie Mitarbeiter*innen des NDR wehren sich gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Sender. Sie vermissen Transparenz, Strategie und soziale Verantwortung, schreiben sie in einer gemeinsamen Erklärung mit DJV und Verdi. Viele Freie, die bei dem Sender laut Erklärung "einen Großteil des Programms" machen, stünden durch die geplanten Einsparungen "vor dem Abgrund", weil sie ihre Jobs verlieren – "meist nach jahrelanger kreativer, zuverlässiger und erfolgreicher Arbeit". Die Autor*innen des Schreibens fordern "ein faires transparentes Modell", auf das sich der NDR in Gesprächen mit Gewerkschaften und seinen freien Mitarbeiter*innen einigen soll. Nur so werde der Sender "seinem gesellschaftlichen Auftrag" gerecht werden können, glauben sie.

Kritik kommt auch zur Auflösung der Redaktion "Die Box", die innovative Doku-Formate entwickelt. Gegenüber "DWDL" sagt ein NDR-Sprecher, die in dem Ideenlabor erarbeitete Expertise werde "selbstverständlich auch weiter in der Abteilung Dokumentation eingesetzt, nur eben nicht mehr in einer eigenen Redaktion." Bis 2028 will der NDR insgesamt 300 Mio Euro sparen – 60 Mio Euro mehr als zuvor gedacht – und dabei den Personal-Etat um 10 % kürzen. Hunderte Stellen will das Haus nicht nachbesetzen. Außerdem will der NDR u.a. weniger "Tatort"-Folgen produzieren und einige Sendungen ganz aus dem Programm kicken.
dwdl.de, hamburg.verdi.de, djv-hamburg.de (PDF), turi2.de (Background)

Recherche-Verbund: Bei staatlichen Corona-Hilfen mangelt es an Kontrollen.

Corona-Hilfsgelder: Bei Förderanträgen kommt es vermehrt zu Missbrauchsversuchen, berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Betrüger*innen hätten es leicht, weil Formulare in einigen Fällen weder Steuer- noch Personal­ausweis­nummer abfragten. In manchen Bundesländern laufen Ermittlungen. Nach NRW hat auch Sachsen seine Auszahlungen gestoppt.
sueddeutsche.de, tagesschau.de, spiegel.de (Sachsen), turi2.de (Background)