Daniel Drepper geht zum Recherche-Netzwerk von WDR, NDR und “SZ”.

Bestätigt: Daniel Drepper wechselt am 1. April zur Recherche-Kooperation von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". Der NDR bestätigt damit die Spekulationen zur neuen Anstellung des Chefredakteurs von "Ippen-Investigativ". Sein Kollege Marcus Engert beginnt, wie vermutet, am 1. Juni als Reporter und Redakteur beim Investigativ-Ressort des NDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Der Monobloc-Stuhl ist das meistverkaufte Möbelstück der Welt.

Hör-Tipp: Der Plastikstuhl Monobloc ist das meistverkaufte Möbelstück der Welt. Hauke Wendler setzt dem inflationären Klassiker nun ein Podcast-Denkmal – als Making-of seines Monobloc-Dokumentarfilms. Nach acht Jahren Recherche rund um die Sitzgelegenheit hat Wendler den Stuhl fast überall auf der Welt aufgespürt: Von Amerika über Asien bis Afrika.
ndr.de (Folge 1, 27-Min-Audio)

Video-Tipp: “Zapp” untersucht Möglichkeiten, gegen Telegram vorzugehen.

Video-Tipp: Der Messenger Telegram verstößt gegen deutsche Gesetze, entfernt strafbare Inhalte nicht und nennt keine Ansprechpartner. "Zapp" erklärt im Video "Hass und Gewalt auf Telegram: Einfach abschalten?" welche Möglichkeiten es gibt dagegen vorzugehen, etwa die Abschaltung der App oder mehr Polizei-Präsenz online, und ob diese überhaupt umsetzbar sind.
youtube.com (11-Min-Video), ndr.de

Recherche-Team zeigt, wie Instagram Ess-Störungen befeuert.


Haut und Knochen: Der Algorithmus von Instagram befeuert mit "zerstörerischen Körperbildern" Ess-Störungen, sagt eine Recherche von NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und Tamedia. In Experimenten hat das Recherche-Team mehrere Accounts angelegt, die typischen Profilen von Jugendlichen ähneln, die bei Instagram nach Inspiration für Essstörungen suchen. Schnell melden sich ältere, männliche Nutzer, die anbieten beim Abnehmen zu helfen oder um Nacktbilder bitten. Obwohl das Reporter-Team die Profile der "Mager Coaches" meldet, entfernt Instagram sie nicht, weil sie "von außen" nicht zu erkennen seien.

Als problematisch erweist sich auch der Algorithmus von Instagram, der Nutzerinnen Inhalte und Accounts empfiehlt, die sie interessieren könnten. Die Testkonten mit Namen wie "sk1nny_Sarah" oder "My Thinspo" gewinnen in kürzester Zeit Follower. Als die Reporterinnen ähnlichen Accounts folgen, sind die nächsten Freundschaftsvorschläge "My fasting diaries" oder "starving is beauty".

Für die Recherchen haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR interne Studien ausgewertet und mit Betroffenen gesprochen. Das Fazit: Dem Anspruch, "die sicherste globale Gemeinschaft mit der meisten Unterstützung" zu sein, werde Instagram bei weitem nicht gerecht.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

(Foto: Picture Alliance / photothek / Ute Grabowsky)

Hör-Tipp: Neuer Njoy-Podcast stellt “die großen Fragen des Lebens”.

Hör-Tipp: "Als Eigennutzer ist eine gute Immobilie die, die mir gut gefällt", sagt Beteiligungsmanager Matthias Feld im Njoy-Podcast “Endlich Spießer - Tipps für wenn’s ernst wird”. Käufer sollten vor allem Dinge wie Familienplanung und Budget beachten. In dem neuen NDR-Format stellen Jacqueline Depta und ihr Mann ab heute jeden Donnerstag die "großen Fragen des Lebens": Wann ist der richtige Zeitpunkt, eine Familie zu gründen? Wie sichert man sich finanziell für die Zukunft ab?
n-joy.de (27-Min-Audio)

Video-Tipp: Chefredakteur Steffen Klusmann zur heutigen Rolle des “Spiegels”.

Video-Tipp: "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann würde sein Magazin heute nicht mehr als "Sturmgeschütz der Demokratie" bezeichnen, wie einst Gründer Rudolf Augstein. Das entspreche nicht mehr dem Vokabular des Nachrichtenmagazins, sagt Klusmann im "Zapp"-Interview mit Daniel Bouhs. Missstände aufdecken sei aber immer noch klassisch für den "Spiegel". Weiter spricht Klusmann über Kritik an den Recherchen zu Julian Reichelt und Luke Mockridge. "Wenn man mit kritischen Geschichten kommt, werden die sofort angegriffen", sagt Klusmann im Interview von turi2.
youtube.com (20-Min-Video), turi2.de (Mit 20-Min-Video)

Zahl des Tages: 11,668 Mio Menschen schauen 2021 täglich die “Tagesschau”.

Tagesschau App-Logo 150Zahl des Tages: Mit durchschnittlich 11,688 Mio Zuschauerinnen war die "Tagesschau" um 20 Uhr 2021 erneut die mit deutlichem Abstand meist­gesehene Nachrichten­sendung im deutschen TV, teilt der NDR mit. 6,016 Mio Menschen schalten im Schnitt im Ersten ein, 43.000 mehr als 2020, weitere 5,672 Mio in den Dritten oder anderen Programmen. Der Gesamt-Marktanteil steigt leicht auf 40,6 %. Zum Vergleich: ZDF-"heute" um 19 Uhr kommt mit 4,459 Mio auf 19,3 %, "RTL Aktuell" erreicht 3,266 Mio Menschen und 15 % Marktanteil.
presseportal.de

Hör-Tipp: Johanna Leuschen über crossmediales Erzählen.

Hör-Tipp: Je nach Medium "kann man anders auf ein Thema gucken", sagt Johanna Leuschen, Chefin des NDR Audio Labs im "Podtalk". Inhalte und Releases von Filmen, Podcasts und Texten aufeinander abzustimmen sei kompliziert, lohne sich aber und sorge für "einen viel größeren Impact". Mit crossmedialen Ausspielwegen könne man zudem unterschiedliche Zielgruppen erreichen.
omrmedia.podigee.io

Bernd Buchholz: Kieler “Tatort” vermittelt falsches Schleswig-Holstein-Bild.

Schlechte Optik: Bernd Buchholz, Wirtschafts­minister in Schleswig-Holstein, kritisiert den vom NDR produzierten Kieler "Tatort" mit Axel Milberg. Die Filme würden ein falsches Bild vom Land vermitteln, weil sie Menschen "mit grüner Schiebermütze und geringer Sprech­fähigkeit", gierige Unternehmer und herunter­gekommene touristische Orte zeigten. Der FDP-Politiker wünscht sich, dass Schleswig-Holstein als "modernes, innovatives, dynamisches Bundesland" dargestellt wird.
rnd.de

HR erwartet 2022 einen Fehlbetrag von 81 Mio Euro, NDR rechnet mit -38 Mio.

Klamme Kassen: Der HR rechnet mit einem Minus von 81 Mio Euro im kommenden Jahr, geht aus dem Haushaltsplan für 2022 hervor. Demnach plant der Sender mit Aufwendungen in Höhe von 612 Mio Euro, demgegenüber stehen Erlöse von nur 531 Mio. Gründe für den hohen Fehlbetrag seien die "anhaltende Niedrigzinsphase" sowie ein "Rückstellungsbedarf für die Altersversorgung". Derweil erwartet der NDR ein operatives Ergebnis von -38 Mio Euro. Zudem will man in der laufenden Beitragsperiode bis Ende 2024 insgesamt 187 Stellen abbauen.
dwdl.de, presseportal.de

“Handelsblatt”: Björn Wilhelm könnte neuer BR-Programmdirektor werden.

Bayerischer Rundfunk handelt Björn Wilhelm, 46, als Nachfolger für Programmdirektor Reinhard Scolik, berichtet das "Handelsblatt". Im Oktober war bekannt geworden, dass Scoliks Vertrag vorzeitig aufgelöst wird und er den Sender Ende des Jahres verlässt. Wilhelm leitet derzeit beim NDR den Programmbereich Fernsehen und Koordination. Der BR will den Bericht nicht kommentieren, die Entscheidungshoheit über die Personalie läge beim Rundfunkrat und werde "zu gegebener Zeit veröffentlicht". Die nächste Sitzung des Rundfunkrats findet am 16. Dezember statt.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Basta: Frau amüsiert sich, dass ihr Mann zur “Strafe” in der Impf-Schlange warten muss.

Wer nicht hören will, muss Schlange steht: In einem Video von "Panorama"-Reporter Johannes Edelhoff amüsiert sich eine Frau diebisch darüber, dass ihr Ehemann in der Impf-Schlange warten muss. Sie selbst habe sich beim Hausarzt impfen lassen, doch der Gatte wollte bisher nicht. "Man muss auf die Frau hören", sagt sie, deshalb bekomme er nun die "Strafe". Der Mann will sich dazu nicht äußern – und ist wohl ganz froh, dass bei anderen Konflikten zu Hause keine Kamera draufhält.
twitter.com/edeljoe (1-Min-Video) via rnd.de

Tagesschau24-Moderator André Schünke ersetzt spontan fehlenden “Tagesschau”-Sprecher.

Spontanesschau: Die 20-Uhr-"Tagesschau" am Donnerstagabend überrascht mit einem neuen Gesicht. André Schünke, seit 2017 Moderator beim News-Kanal Tagesschau24, debütiert in der Primetime – für ihn wohl genauso überraschend wie fürs Publikum. Der NDR spricht bei Twitter von einem "Versehen in der Planung", weshalb der vorgesehene Sprecher nicht da gewesen und Schünke kurzfristig eingesprungen sei.
dwdl.de, t-online.de, tagesschau.de (15-Min-Video)

Maskenaffäre: Recherche zeigt “knallharte” Verkaufs-Methoden der PR-Frau Andrea Tandler.


Durchatmen nicht erwünscht: "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR decken auf, mit welchen Methoden die Münchner PR-Unternehmerin Andrea Tandler deutschen Ministerien im März 2020 teure Corona-Masken verkauft. Statt eines Angebots habe sie dem bayerische Gesundheitsministerium "ein Ultimatum" gestellt: Eine Million FFP2-Masken für 8,9 Mio Euro, Antwort innerhalb eines Tages erbeten, Anzahlung 50 %. Gleiches Spiel in Nordrhein-Westfalen, nur eine Mio teurer. Die PR-Frau sei gemeinsam mit der Schweizer Firma Emix und den Jungmillionären Jascha Rudolphi und Luca Steffen "dreist" vorgegangen und habe "alte CSU-Verbindungen" über die frühere bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier genutzt, schreibt die "SZ".

Bereits im Mai war bekannt geworden, dass Tandler für die Deals zwischen 34 und 51 Mio Euro Provision kassiert haben soll. Die neuste Recherchen zeigen u.a., wie unzufrieden das Ministerium in NRW mit dem Deal gewesen ist. Zunächst seien die versprochenen "hochwertigen" Masken gegen solche aus Hongkong ausgetauscht worden, "dann wurden die Lieferungen immer wieder verschoben". Am Ende zahlt NRW nur die bis dahin gelieferten 527.200 FFP2-Masken. Aus einer Aufstellung geht hervor: Das größte Bundesland hat insgesamt 68 Mio Masken von Dutzenden Lieferanten bezogen – zum Durchschnittspreis von 4,34 Euro. "Der Deal mit Emix, der mit Hilfe der CSU-Connection zustande kam, blieb der teuerste". Andrea Tandler selbst beantwortet Anfragen zum Fall bisher nicht. (Foto: Picture Alliance / dpa-tmn / Christin Klose)
sueddeutsche.de (Paid). tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zitat: Nachrichten aus dem Ausland müssen Kontext liefern, sagt Sham Jaff.

"Wir sehen, dass die Nachrichten von Myanmar, Chile und Indien sprechen. Aber insgeheim sind wir eher unberührt, gelangweilt, vor allem verwirrt.“

Medien dürfen bei Nachrichten aus dem Ausland nicht zu viel Hintergrund­wissen bei den Leserinnen voraussetzen, sagt Sham Jaff beim Constructive Journalism Day. Blanke Fakten reichen nicht, Journalistinnen müssen die Bedeutung einer Nachricht herausstellen.
ndr.de (120-Minuten-Video), ndr.de (Zusammenfassung)

Hör-Tipp: “Tagesschau” trifft TikTok.

Hör-Tipp: Auf TikTok ist die "Tagesschau" "der verlässlichste und wichtigste Informationslieferant", sagt der Leiter der Social-Media-Abteilung Patrick Weinhold im Podcast "30xfriends". Für ihn liegen die Chancen von TikTok bei schnellem Storytelling, hoher Kreativität und einer jungen Community, "die heiß auf Information und Wissen" ist. Für Weinhold sind gezielter Ressourcen-Einsatz und die mehrfache Verwendung von Inhalten auf sozialen Netzwerken wichtig. Es sollte plattform­spezifisch gearbeitet werden, aber "das Ökonomische dabei muss ich als Manager auch im Blick behalten".
30xfriends.podigee.io (58-Min-Audio)

NDR-Podcast “Flexikon” sucht Antworten auf sträflich vernachlässigte Fragen.

Njoy, Jugend­welle vom NDR, startet mit Flexikon einen "Laberpodcast mit Bildungsauftrag". Jeden Dienstag widmen sich die Moderatorinnen Anne Raddatz und Steffi Banowski Fragen, die "im Bildungs­kanon bedauer­licher­weise oft sträflich vernachlässigt werden", etwa "Wie komme ich eigentlich in den Swingerclub (und auch wieder raus)?" oder "Wie gehe ich mit 40 in Rente?".
presseportal.de

Klick-Tipp: Projekt Sneakerjagd verfolgt alte Promi-Schuhe um die Welt.

Klick-Tipp: Was passiert eigentlich mit entsorgten Schuhen? Dieser Frage geht das Projekt Sneakerjagd von NDR, "Zeit" und dem Recherche-Startup Flip nach. Elf Promis, u.a. Linda Zervakis, Kevin Kühnert und Fynn Kliemann, haben ihre ausgetretenen Schuhe zur Verfügung gestellt. Versteckte GPS-Sender tracken den Weg der Sneaker rund um die Welt und bringen damit Hersteller und Mode­ketten in Erklärungs­not
sneakerjagd.letsflip.de, ndr.de, zeit.de

Niggemeier: “Hörzu” schiebt NDR-Ernährungs-Docs Produktnennung unter.

Hörzu garniert Tipps der NDR-Ernährungs-Docs mit einer konkreten Produkt­empfehlung für ein Nahrungs­ergänzungs­mittel, berichtet Stefan Niggemeier. Der Hinweis stamme weder von den Ärztinnen selbst noch von Verlag ihres Buchs. Von Schleich­werbung will Funke nichts wissen und bezeichnet die "beispielhafte Nennung" eines Produkts als "schnellen, leicht zugänglichen Lösungsansatz". Das Präparat findet in "Hörzu" regelmäßig namentliche Erwähnung.
uebermedien.de

Kress.de: Georg Mascolo hört als Chef des Verbunds von WDR, NDR und “Süddeutscher” auf.

Recherche rum: Der Leiter des Recherche-Verbunds von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung", Georg Mascolo, 56, gibt den Posten ab, bestätigt die Kooperation Kress.de. Er wolle seinen Vertrag auslaufen lassen. Mascolo, von 2008 bis 2013 "Spiegel"-Chefredakteur, macht den Job demnach noch bis März 2022. Eine Nachfolge stehe noch nicht fest. Unter seiner Leitung hat der Verbund u.a. die Panama Papers aufgearbeitet. Mascolo bleibt laut Kress.de Autor bei der "Süddeutschen".
kress.de

“Pandora Papers”: NDR, WDR und “Süddeutsche Zeitung” enthüllen Geldverstecke von Politik, Promis und Kriminellen.


Büchse der Pandora: Die Investigativ-Allianz von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" landet den nächsten Daten-Scoop. Die Medien enthüllen, dass Hunderte Politik-Promis, aber auch Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und Kriminelle ihr Geld in Steueroasen verstecken. Grundlage der Recherche ist eine Datensammlung mit dem Namen "Pandora Papers", die fast 12 Mio vertrauliche Dokumente umfasst, das dem Recherche-Netzwerk ICIJ zugespielt und von 600 Journalistinnen weltweit ausgewertet wurde. Zu den in die Offshore-Geschäfte verstrickten Persönlichkeiten gehören u.a. der ehemalige britische Premier Tony Blair, der amtierende tschechische Premierminister Andrej Babiš sowie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij. Auch Geldgeschäfte von Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin deckt das Daten-Leck auf.

Sie alle haben nach den Enthüllungen Vermögen in unterschiedlichen Steueroasen versteckt oder über Briefkastenfirmen Geschäfte gemacht, um Steuern zu sparen. Ein besonderes Schlaglicht wirft die "Süddeutsche Zeitung" auf das Emirat Dubai – als "Gangster’s Paradise unter Palmen halt". Unter den mehr als 1 Mio Immobilienbesitzerinnen befinden sich auch 4.000 in Deutschland steuerpflichtige Firmen oder Personen. Seit dem vergangenen Jahr möbelt das umstrittene Emirat sein Image mithilfe von vielen deutschen Social-Media-Stars auf, die es auch mit Steuervorteilen ins Land lockte.

Die Enthüllung umfasst Dokumente von 1996 bis 2021 und ist von ihrem Umfang die bisher größte, noch vor den Panama Papers von 2016. 150 Medien-Organisationen in 117 Ländern sind an der zeitgleichen Veröffentlichung der Enthüllungen am Sonntagabend beteiligt. (Bild: ICIJ, Medienlogos/Montage: turi2)
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Übersicht, Paid), sueddeutsche.de (Dubai-Schwerpunkt, Paid), ardmediathek.de (32-Min-Doku)

“Bild” macht “Zapp”-Anfrage vor Berichterstattung öffentlich.


Zu früh gezappt: "Bild" veröffentlicht Stunden vor der Ausstrahlung des Medienmagazins "Zapp" am Mittwochabend eine Anfrage der NDR-Redaktion zur Berichterstattung über die Flutkatastrophe im Juli. Eine Redakteurin habe das Blatt mit "Kritik" aus "Gesprächen mit den Menschen" im Ahrtal konfrontiert, wonach "Bild" ein "Narrativ von rechten Kreisen, von Querdenkern" bediene. Das Springer-Blatt sieht sich diffamiert und bezeichnet die Anfrage als "durchsichtige öffentlich-rechtliche Medienschelte" ohne Substanz. Zudem sei sie ein "Affront gegen die Menschen im Ahrtal".

Julian Reichelt ärgert sich bei Bild TV darüber, dass das Magazin in seiner Anfrage keine konkreten Quellen benennt, sondern nur von "den Menschen" schreibt. Dass regierungskritischer Journalismus immer gleich mit Querdenken in Verbindung gebracht würde, sei grundsätzlich ein "großes gesellschaftliches Problem".

Für Medienjournalist Daniel Bouhs ist die Vorab-Veröffentlichung durch "Bild" "ganz schlechter Stil". Es wäre nur fair gewesen, die Berichterstattung "der anderen Seite" abzuwarten, schreibt er. "Zapp" selbst verweist bei Twitter auf die Sendung am Abend. Man freue sich "auf eine kritische Auseinandersetzung mit dem Film - aber bitte erst nach der Veröffentlichung". Die Sendung ist ab ca. 18 Uhr bei YouTube abrufbar.
bild.de (mit 6-Min-Video), twitter.com (Daniel Bouhs), twitter.com ("Zapp")

Daniel Bröckerhoff wird Moderator bei “NDR Info 21:45”.

Nord-News: Der NDR engagiert Daniel Bröckerhoff ab 11. Oktober als Moderator für das Nachrichtenmagazin "NDR Info 21:45". Neben Bröckerhoff stehen für das Format auch Susanne Stichler und Julia-Niharika Sen vor der Kamera. Der Journalist gehörte ab 2015 zum Moderationsteam der inzwischen eingestampften jungen Nacht-Nachrichten "heute+" beim ZDF, später präsentierte er "ZDFheute live".
presseportal.de

Polizei nimmt Diebe von NDR-Ausrüstung fest.

NDR: Die Polizei hat Käufer und Verkäufer gestohlener Film-Objektive in Hamburg festgenommen. Die beiden Verkäufer stammen aus Berlin und kommen offenbar aus dem Clan-Millieu. Im April waren dem NDR Kamera-Objektive im Wert von 400.000 Euro gestohlen worden, weitere Diebstähle gab es in Mainz und München. Bei Durchsuchungen in Berlin ist weiteres Diebesgut sichergestellt worden. Offenbar hat sich ein ganzes Täter-Netzwerk auf Diebstahl und Verkauf mit Profi-Film-Equipment spezialisiert.
abendblatt.de (Paid)

Basta: Walross verirrt sich nach Baltrum.

Gewichtiger Gast: Auf der Nordsee-Insel Baltrum ist ein junges Walross-Weibchen gesichtet worden. Es ist die erste Sichtung in der südlichen Nordsee seit 1998. Inzwischen ist das Tier, das eigentlich aus der Arktis stammt, weiter­geschwommen – womöglich in Richtung NDR, um dort als legitime Nachfahrin des langjährigen Sender-Maskottchens Antje vorstellig zu werden.
ndr.de (mit 3-Min-Video), faz.net, baltrum-online.de

TV-Tipp: “Zapp” diskutiert Abwägung der Berichterstattung aus Afghanistan.

TV-Tipp: Das Medienmagazin "Zapp" widmet sich in einer Spezial-Ausgabe (NDR, 23.35 Uhr) der Bericht­erstattung aus Afghanistan. Redaktions­leiterin Annette Leiterer diskutiert mit "Zeit"-Reporter Wolfgang Bauer, NDR-Chef­redakteur Adrian Feuerbacher und Nahost-Experte Volkmar Kabisch, unter welchen Bedingungen und zu welchem Preis Medien aus dem Land berichten sollten.
presseportal.de

Aline Abboud hat am Samstag ihre “Tagesthemen”-Premiere.

Tagesthemen: Neu-Zugang Aline Abboud, 33, moderiert das Nachrichten­magazin erstmals am 4. September, dem kommenden Samstag, teilt der NDR mit. Sie verstärkt das Moderations­team um Caren Miosga und Ingo Zamperoni – und ersetzt Pinar Atalay, die inzwischen auf der Gehaltsliste von RTL steht. Abboud kommt vom ZDF, wo sie die Kurz­nachrichten "heuteXpress" präsentiert. Bei Funk moderiert sie das Politik-Format Die da oben.
presseportal.de, rnd.de

NDR/rbb und SWR gehen Wahlmanipulation im Internet auf die Spur.

NDR/rbb und SWR dokumentieren Manipulationen vor der Bundestagswahl. In "Wahlkampf undercover - Wie PR-Profis uns manipulieren" schleusen sich Reporterinnen von NDR/rbb in PR-Agenturen ein. Die Doku ist ab 26. August in der ARD Mediathek verfügbar. "Die geheimen Meinungsmacher. Wie wir im Wahlkampf manipuliert werden" zeigt der SWR, wie radikale Gruppen und Verschwörungstheoretiker versuchen, Wählerinnen zu manipulieren. Die Doku läuft am 6. September in der ARD.
presseportal.de

Video-Tipp: “Zapp” begleitet Journalistin der “Sächsischen Zeitung”.

Video-Tipp: "Zapp" zeigt am Beispiel der Lokaljournalistin Franziska Klemenz von der "Sächsischen Zeitung", wie Anfeindungen, vor allem von rechts den Journalismus verändern. Nach einer auf Social Media veröffentlichten Diskussion mit einem Querdenker berichtet sie u.a. von Vergewaltigungs-Drohungen und hat das Namensschild von ihrer Haustürklingel entfernt. Das Video ist Teil einer Doku, die drei Lokaljournalistinnen über Monate bei ihrer Arbeit begleitet hat und auch Zeitdruck und digitalen Wandel in den Fokus nimmt. (Foto: Screenshot)
youtube.com (15-Min-Video), ndr.de (Doku-Ankündigung)

Judith Rakers stößt zum Reisemagazin “Wunderschön”.

Braucht mal Frischluft: WDR und NDR befreien Judith Rakers aus dem "Tagesschau"-Studio und schicken sie für ihr Reiseformat "Wunderschön" in Urlaubs­regionen. Zunächst sind fünf Folgen des sonntäglichen Primetime-Formats geplant, beginnend mit der "Donau-Reise" am 22. August. Die Sendung existiert seit 2004, weitere Moderatorinnen sind Tamina Kallert, Anne Willmes und Daniel Aßmann.
presseportal.de, dwdl.de

Hans-Georg Maaßen fordert Überprüfung von “Tagesschau”-Journalistinnen.

Nicht mehr bei Sinnen? "Tagesschau"-Journalistinnen sollten auf ihre Gesinnung abgeklopft werden, fordert Ex-Verfassungsschutzchef und CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen in einem Interview mit Peter Brinkmann bei TV Berlin. Maaßen wirft "Tagesschau"-Mitarbeitenden Verbindungen zur linken und linksextremen Szene vor. Es gebe genug Bundesländer, die einen NDR-Untersuchungsausschuss einleiten könnten. Darin solle "die Biografie von einigen Redakteuren mal auf den Prüfstand gestellt" werden. Es gehe darum, "ob diese Leute auch charakterliche Eigenschaft haben, die 'Tagesschau' durch Redaktion zu begleiten". Zudem spricht Maaßen von einem "klaren Linksdrall" bei den Öffentlich-Rechtlichen und von einer "Manipulation der veröffentlichten Meinung" in Form von Framing. Er sehe bei den Sendern keine ausgewogene politische Berichterstattung mehr. TV Berlin stand in der Vergangenheit allerdings selbst in der Kritik für seine unkritischen Berichte über die aserbaidschanische Regierung.

Kritik an Maaßens Vorwürfen kommt nun u.a. vom DJV-Vorsitzenden Frank Überall, der dessen Aussagen über "Tagesschau"-Journalistinnen als "verhaltensoriginell" bezeichnet und entsprechende Belege von ihm fordert. Michael Windisch, Leiter Politische Kommunikation der CDU Thüringen, distanziert sich von Maaßen: Er stelle "seinen eigenen Standpunkt" dar. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner twittert, Maaßen attackiere die Pressefreiheit "unverhohlen". Er fordert eine "klare Abgrenzung" der Union.
zeit.de, t-online.de, spiegel.de, youtube.com (31-Min-Video)

Georg Restle kritisiert mögliche Kürzungen von Polit-Sendeplätzen in der ARD.

Schaltet sich rein: Georg Restle, "Monitor"-Redaktionsleiter, kritisiert in der "Süddeutschen" die möglichen Einschnitte bei Sendeplätzen der ARD-Politsendungen. Er warnt vor einer "Entpolitisierung und Trivialisierung des Programms". Ihn wundere es nicht, dass Zuschauerinnen das Angebot von Polit-Magazinen in den Mediatheken nicht wahrnehmen, diese seien dort "bisher nicht kuratiert und beworben" worden. Restle lenkt den Blick auf Social Media, wo "Monitor" mit einzelnen Videos "Millionen Aufrufe" verzeichne, auch das NDR-Magazin "Panorama" würde mit dem Funk-Kanal "STRG_F" viele Generationen erreichen.
zeitung.sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

AfD setzt Untersuchungsausschuss in der Causa Tom Rohrböck ein.

Gut beraten: Die AfD setzt in der Causa Tom Rohrböck einen internen Untersuchungsausschuss ein, erfahren NDR, WDR und "Zeit" aus Kreisen des Bundesvorstands. Die Kommission soll klären, ob Politikerinnen, die mit Rohrböck in Kontakt standen, parteiinterne Konsequenzen drohen. Berater Rohrböck nahm offenbar massiv Einfluss auf die Ausrichtung der Partei – ohne einen offiziellen Beratervertrag mit der AfD zu haben.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zukunftsdebatte: Ex-Intendanten vermissen bei ARD und ZDF gemeinsame Strategie.


ARD-Ältere ächten Änderungswillen:: ARD und ZDF haben "keine erkennbare" und "schon gar nicht" eine gemeinsame Strategie "für die anstehenden Auseinandersetzungen", schreiben die Ex-Intendanten Jobst Plog (NDR) und Heinz Glässgen (Radio Bremen) sowie die ehemalige HR-Chefredakteurin Lukrezia Jochimsen in einem "FAZ"-Gastbeitrag. Sie werfen den Sendern vor, die Zukunftsdebatte "nicht wirklich akzeptiert" zu haben. Stattdessen würden sie den Istzustand verteidigen und in vielen Fällen betonen, lediglich politische Entscheidungen umgesetzt zu haben – teilweise zu Recht: "Radio Bremen gibt es nicht, weil ein Intendant ein Haus besetzt hat und dort heimlich Rundfunk veranstaltet." Zudem hätten ARD und ZDF "zu spät" eine Strategie für das digitale Zeitalter entwickelt, auch programmliche Fehlentwicklungen seien mit Blick auf die Quote "nicht schnell genug" korrigiert worden.

Die Autoren nehmen sich auch die Presse und generell die private Konkurrenz vor. Sie würden als "Lobbyist ihrer eigenen kommerziellen Interessen" bei der Reformdebatte ausfallen und konsequent versuchen, von der "Formschwäche und der angeschlagenen Position" der Sender zu profitieren – etwa, wenn es um den Rückzug der Öffentlich-Rechtlichen aus dem Unterhaltungsbereich oder den Verzicht auf Werbung geht. Nur eine "gänzlich unabhängige, hochrangig besetzte Kommission" könne eine Art "Blaupause" für die bevorstehende Reformdebatte erarbeiten. Ziel sei letzten Endes kein "unrealistischer Kahlschlag des Bestehenden", sondern die transparente Verabredung eines Modells, "auf das hin das derzeitige Schritt für Schritt in eine Zukunft überführt werden könnte".
"FAZ", S. 17 (Paid)

Neue Podcast-Reihe erzählt Ken Jebsens Weg zum Verschwörungsideologen nach.

Abgedriftet: NDR, RBB, Studio Bummens und K2H starten eine sechsteilige Audio-Doku-Serie über Ken Jebsen. Der Podcast zeichnet dessen Weg vom "aufstrebenden Radiomoderator" in den 90ern zum "einflussreichsten Verschwörungsideologen Deutschlands" nach. Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen? läuft ab 13. Juni u.a. in der ARD-Audiothek, linear bei Radioeins sowie auf N-Joy. Neue Folgen gehen wöchentlich raus.
presseportal.de, cui-bono.podigee.io (3-Min-Trailer)

Pinar Atalay verlässt die ARD und wechselt zu RTL.


Sendersuchlauf erfolgreich: "Tagesthemen"-Moderatorin Pinar Atalay, 43, verlässt die ARD und wechselt im August zu RTL. Sie moderiert seit 2014 die "Tagesthemen". Wann Atalay zum letzten Mal für die ARD vor der Kamera stehen wird, steht dem Sender zufolge noch nicht fest. Sie soll den Ausbau der "Informations- und Nachrichtenangebote in zentraler Rolle" mitgestalten, teilt RTL mit. Als erste Amtshandlung moderiert Atalay das Wahl-Triell am 29. August gemeinsam mit Peter Kloeppel. Sie reiht sich damit bei mehreren ARD-Abgängen ein: Im Dezember verließ Jan Hofer die "Tagesschau", RTL gab ihn daraufhin im März überraschend als neuen Anchorman bekannt. Im April verkündete Linda Zervakis, die Öffentlich-Rechtlichen in Richtung von ProSieben zu verlassen.

Bei RTL ist "kein Platz mehr für Dieter Bohlen", urteilt Imre Grimm. "Kinder anschreien und das wehrlose Prekariat ausbeuten" sei gestern gewesen. Atalay, Zervakis und Hofer ziehe es für "Glanz und Glamour" zu den Privaten, findet Grimm. Eine Profilschärfung sei bei der ARD schließlich "kaum möglich". Journalist Marc Bator wechselte vor acht Jahren von der "Tagesschau" zu Sat.1, im Hinblick auf Atalays Abgang rät er der ARD zu prüfen, ob die Dienstverträge mit ihrer Bezahlung und Flexibilität "noch zeitgemäß" seien.
rtl.de, dwdl.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Zitat: Für “Panorama” ist Social Media wichtiger als lineare TV-Quote, sagt Anja Reschke.

"Grundsätzlich ist die lineare Quote schon länger nicht mehr soo entscheidend. Viel interessanter für uns ist, wie sich ein Thema in den sozialen Medien verbreitet und was dort für Kommentare kommen."

"Panorama"-Moderatorin Anja Reschke sieht es im DWDL-Interview als Herausforderung für Polit-Magazine, sich an die On-Demand-Nutzung anzupassen, wo eher längere Formate gefragt sind. Die Jubiläums­sendung am Donnerstag bestreitet "Panorama" im "Stil einer Polit-Late-Night", bei der auch Kritikerinnen zu Wort kommen.
dwdl.de

Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate beleben die Kulturreportage wieder.

Netzkultur: Öffentlich-rechtliche YouTube-Formate bescheren der Kulturreportage eine Renaissance, findet René Martens. Das Genre, das im linearen TV "keine nennenswerte Rolle mehr spielt", gewinne im Internet an Tiefe – auch, weil die Clips mit 15 bis 20 Min länger sind als klassische Fernsehbeiträge. Außer dem NDR will künftig auch der Hessische Rundfunk mehr Kultur zu YouTube bringen.
taz.de

Hör-Tipp: Norbert Grundei spricht über die Entdeckung von Christian Drosten.

Hör-Tipp: Norbert Grundei (Foto), "Ober-Audiostratege beim NDR" spricht im "Entscheider treffen Haider"-Podcast mit Lars Haider über die Entdeckung von Christian Drosten als Podcast-Star. Grundei hatte die Idee zum "Coronavirus Update" und fragte äußerst förmlich bei Drosten an, ob er Interesse habe, das Format zu bereichern. Die Antwort des Virologen kam ohne Anrede und leicht lapidar zurück: "Ja, Montag können wir anfangen."
abendblatt.de (57-Min-Podcast)

Hör-Tipp: “Was mit Medien” blickt hinter die Kulissen des “Coronavirus Update”.

Hör-Tipp: "Was mit Medien" blickt hinter die Kulissen des NDR-Podcasts Coronavirus Update mit Christian Drosten und Sandra Ciesek. Producerin Katharina Marenholtz und Moderatorin Korinna Hennig haben sich anfangs "null Gedanken gemacht, wie viele das hören". Schwierig seien aktuell Themen, zu denen es aus Virologinnen-Sicht kaum etwas zu sagen gibt: Etwa, wenn willkürliche Inzidenzwerte festgesetzt würden.
podcasts.apple.com (67-Min-Podcast, "Coronavirus-Update" ab Min 14)

“Bild” wirft NDR Unterstützung von Linksextremistinnen vor.

Tatort Hamburg: "Bild" wirft dem NDR vor, mit einem "Tatort"-Dreh die linksextreme Szene zu unterstützen. In dem Text schreiben Georg Altrogge und Sina Kedenburg, dass die Produktions-Firma Wüste Medien dem linken Zentrum M1 3.000 Euro zahlt, um die Location als Drehort für einen "Tatort" mit Wotan Wilke Möhring zu nutzen. In dem Haus treffe sich laut Hamburger Verfassungsschutz auch die linksextreme Szene. Der NDR wird mit der Info zitiert, dass die Produktionsfirma Drehorte ohne Rücksprache mit dem Sender aussuche.
bild.de (Paid)