“Zeit”: Netflix & Co reißen sich um deutsche Produzenten.

Internationale Streamingdienste "prügeln" sich regelrecht um deutsche Film-Talente, die sich die besten Angebote inzwischen aussuchen können, schreiben Hannah Knuth und Ann-Kathrin Nezik in der "Zeit". Dadurch verändert sich die Arbeitsweise, weil Netflix und Co Rollen und Kompetenzen erfordern, die in Deutschland niemand gelernt habe. Zudem überwachten die Amerikaner penibel das Budget. Dafür entschieden sie schneller, erwarten aber auch bei Nischen-Produktionen hohe Qualität.
"Zeit" 13/2020, S. 26/27 (Paid)

Netflix beschließt eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung für deutsche Kreative.

Netflix einigt sich mit der Gewerkschaft Verdi und dem Bundesverband Schauspiel auf gemeinsame Vergütungsregeln. Kreative sollen im Erfolgsfall u.a. eine staffelbezogene Zusatzvergütung erhalten. Diese zahlt Netflix aus, sobald eine bestimmte Zahl an "Completern" in einem Zeitraum erreicht ist – also Haushalten, die mindestens 90 % einer Staffel geschaut haben.
dwdl.de

RTL stellt elf Serien auf der Berlinale vor.

RTL hat auf der Berlinale elf eigene Serien präsentiert, die in den nächsten zwei Jahren beim Streamingdienst TV Now starten. Der Sender will insgesamt mehr als 1 Mrd Euro pro Jahr in lokale Inhalte investieren, um gegen große US-Streamingdienste aus der Defensive zu kommen, berichtet "Horizont". Für die Produktionen arbeitet RTL unter anderem mit Constantin Film sowie Ufa Fiction zusammen.
horizont.net

Zitat: Berlinale-Chefkurator Carlo Chatrian will sich für Netflix und Co weiter öffnen.

"Wir haben keine Mauer um das Festival gezogen, im Gegenteil, wir wollen es noch weiter öffnen."

Carlo Chatrian, neuer künstlerische Leiter der Berlinale, will Amazon Prime, Netflix und Co nicht von der Berlinale ausschließen, sagt er im "FAZ"-Interview. Er wolle sich nicht von der jüngeren Generation und ihrem "veränderten Verhältnis zu bewegten Bildern" verabschieden.
"FAZ", S. 11 (Paid)

Kino-Werbung: Warum Weischer-Chef Stefan Kuhlow Netflix toll findet.


Großes Kino: Stefan Kuhlow hat keine Angst vor Netflix, Amazon Prime Video & Co - im Gegenteil: "Wir finden Netflix toll. Menschen, die eine Filmleidenschaft haben, gehen auch weiterhin gerne ins Kino", betont der Geschäftsführer des Kinovermarkters Weischer im Interview mit "Horizont" und turi2.tv beim Deutschen Medienkongress. Bislang könne man nicht erkennen, dass das klassische Kino durch Streamingdienste unter Druck gerate, so Kuhlow. Die Besucherzahlen seien stabil.

Für 2020 ist der Chef der Weischer-Gruppe angesichts des 25. James-Bond-Films, der Anfang April in die Kinos kommt, besonders optimistisch: "Wir haben ein Bond-Jahr. Und Bond-Jahre sind für Werbevermarkter immer keine schlechten Jahre." Außerdem erklärt der Manager, warum die Firmen der Weischer Mediengruppe ab sofort nur noch unter der gemeinsamen Dachmarke auftreten und Namen wie Jost von Brandis oder WerbeWeischer verschwinden: "Die Branche hat zu Weischer schon immer Weischer gesagt, dann können wir auch Weischer draufschreiben."
turi2.tv (5-Min-Video bei YouTube)

Sebastian Moritz wechselt von Netflix zur Mediengruppe RTL:

Mediengruppe RTL wirbt Sebastian Moritz, 37, als Social-Media-Chef bei Netflix ab, berichtet Horizont. Er verantwortet für die Kölner Sender-Gruppe u.a. die Weiterentwicklung der Social-Media-Strategie. Bei Netflix war er die letzten zwei Jahre von Amsterdam aus für Marketing und Social Media im deutschsprachigen Raum zuständig, davor arbeitete Moritz u.a. für den Modehändler Snipes und den Spiele-Hersteller Electronic Arts.
horizont.net

Lineares TV stirbt nicht, glaubt Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger.

Fernsehen wird immer globaler und gleichzeitig lokaler, glaubt Medienwissenschaftler Gerd Hallenberger. Der Begriff Fernsehen sei nicht mehr zeitgemäß. Hallenberger erklärt den Status Quo des Bewegtbildmarkts mit einem Kaufhallen-Vergleich: ARD, ZDF, RTL und Sat.1 als "Kaufhäuser des Fernsehens", die alles anbieten, Netflix, Amazon und Co als Boutiquen. Die Existenzgarantie für lineares TV seien Sport-Übertragungen, Wettbewerbs- und Castingshows.
rnd.de

Studie: Netflix ist beliebter als Amazon, aber YouTube rangiert deutlich vorne.

Online-Video: Netflix hat in Deutschland beim Bezahl-Videostreaming die Nase vorn, sagt eine Studie von Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung. Demnach nutzt jeder Vierte hierzulande Netflix, Amazon Prime Video kommt auf 15 %. Spitzenreiter unter den Videoportalen ist jedoch YouTube, das 51 % der Befragten mindestens einmal im Monat nutzen. Auf die Mediatheken der TV-Sender greifen 30 % zu.
presseportal.de, dwdl.de

Studie: Lineares TV ist bei jungen Menschen noch nicht abgeschrieben.

Lineares Fernsehen ist bei Menschen zwischen 16 und 29 Jahren noch nicht komplett abgeschrieben, erforschen Mediaplus Strategic Insights und Facit Research. Rund 29 % der Befragten mischen lineares TV und Streaming. 20 % schauen Bewegtbild nur über Streaming, 9 % ausschließlich linear. In den Generationen Y und Z besitzen 62 % bzw. 47 % der Befragten noch einen eigenen Fernseher.
horizont.net (Paid)

Frank Elstner zieht mit seinem Talk “Wetten, das war’s..?” von YouTube zu Netflix um.

Netflix schnappt sich Frank Elstner und seine Talk-Sendung "Wetten, das war's..?", verrät Klaas Heufer-Umlauf bei Late Night Berlin. Elstner hat den Talk, der von seinem Sohn produziert wird, im April bei YouTube gestartet. Ab kommendem Jahr soll die Sendung dann bei Netflix laufen.
dwdl.de, turi2.de (Background), turi2.de (Elstner in der turi2 edition #9)



Aus dem Archiv von turi2.tv: "Ich gucke gerne 'Let's Dance'" – Frank Elstner im TV-Fragebogen zur turi2 edition #9.

Zahl des Tages: Disney+ zählt bereits über 10 Mio Abonnenten.

Zahl des Tages: Über 10 Mio Abonnenten zählt die neue Streaming-Plattform Disney+ wenige Stunden nach der Markteinführung. Am Dienstag ist die Plattform zunächst mit technischen Problemen in den USA gestartet. Zum Vergleich: Platzhirsch Netflix zählt im 3. Quartal insgesamt 60 Mio zahlende Kunden in den USA und über 97 Mio Abonnenten weltweit.
cnbc.com

Video-Tipp: Philipp Walulis beäugt den Start von Disney+.

Video-Tipp: Philipp Walulis schaut zum Start von Disney+ in den USA, Kanada und den Niederlanden auf das Potenzial des neuen Streaminigdienstes. Der große Vorteil des Micky-Maus-Konzerns gegenüber Netflix und Co: "Disney gehört ungefähr alles auf dem Markt." Außerdem biete Disney+ im Vergleich zu Netflix bedeutend mehr für weniger Geld.
youtube.com (8-Min-Video)

Meinung: Streamingmarkt ist immer noch nicht gesättigt.

Apple+: Der Streamingmarkt ist noch nicht gesättigt, sagt die Tübinger Medienwissenschaftlerin Susanne Marschall zum Start von Apple TV+ im "Spiegel"-Interview. Langfristig werden nicht alle Anbieter überleben. Das Publikum bestünde nicht nur aus "Couch-Potatoes, die bespaßt werden wollen". Zuschauer suchten heute komplexere Inhalte als früher.
"Spiegel" 45/2019, S. 125 (Paid)

Basta: Netflix testet variierende Video-Geschwindigkeit.

Express-Binge-Watching: Netflix testet die Funktion, Videos schneller oder langsamer abzuspielen. Nutzer können zwischen halber und anderthalbfacher Geschwindigkeit wählen. Hollywoods Filmemacher rebellieren gegen die Idee. Dabei wäre eine Beschleunigung in manchen Fällen durchaus wünschenswert. Man denke nur an elendig lange Preisverleihungen oder beliebige "Schlag den Irgendwen"-Shows.
theguardian.com, hollywoodreporter.com

Netflix-Serien sind häufig auch mit deutschen Steuergeldern finanziert.

Der Fiskus streamt mit: Ein Großteil der deutschen Förderung für Serien landet bei Produktionen, die später auf internationalen Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon oder auch bei Sky zu sehen sind, zitiert "Welt am Sonntag" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Otto Fricke. Allein bis Mitte Oktober flossen 2019 etwa 11,3 Mio Euro - 68 % der gesamten Fördersumme - an sechs Serienproduktionen, von denen fünf bei Netflix und eine bei Amazon abrufbar sein werden.

Der Anteil der Förderung für Serien, die bei internationalen Anbietern zu sehen sind, liege in den vergangenen Jahren zwischen 75 und 90 %. Die "inzwischen auch in Deutschland boomende Serienproduktion", dürfe nicht zu einer "verkappten Werbekampagne für große Internetfirmen" verkommen, kritisiert Fricke.
welt.de

Vox-Chef Schwingel vermisst Quotenauswertungen für Streamingdienste.

Totgesagte leben länger? Vox-Chef Sascha Schwingel relativiert im Doppelinterview der "Süddeutschen Zeitung" mit RTL-Chef Jörg Graf den vermeintlichen Hype der Streamingdienste. "Da stellt sich die Frage der Währung," zweifelt Schwingel, der wie im linearen Fernsehen eine Veröffentlichung von Quoten der Streamingdienste vermisst. "In gewissen Kreisen scheint es cooler zu sein, zu streamen." Die Radionutzung sei trotz Spotify gestiegen. "Es ist ja logisch, wenn ein neuer Shop aufmacht, gehen die Leute erst einmal dahin und orientieren sich." Die Nutzung der Streamingdienste werde sich langfristig neben dem klassischen Fernsehen einpendeln.

Die lineare TV-Nutzung der jungen Zielgruppe sei stabil, dennoch wachse der Streaming-Markt, ergänzt RTL-Chef Graf. Es wäre "ziemlich dumm, Streaming nicht auch anzubieten." Graf wolle noch in diesem Jahr eine Operation live bei RTL übertragen und reagiert auf mögliche Kritik gelassen: "Als Geschäftsführer von RTL darf man keine Angst vor Shitstorms haben. Das ist im Paket mit drin." RTL und Vox planen künftig bei der Programmplanung eine noch engere Abstimmung.
sueddeutsche.de

Streaming-Nutzer scheuen lange Serien, meint Martin Moszkowicz.

Streaming: Früher hatten Produktionsfirmen Probleme mit dem Budget, heute damit, kreative Talente zu finden, sagt Constantin-Film-Chef Martin Moszkowicz im DWDL-Interview. Mit Bora Dagtekin spreche er aktuell über Serienideen. Generell beobachte er, dass das Publikum sich nicht mehr leicht auf lange Serien einlässt. Deshalb bestellen Netflix und Co zunehmend Filme.
dwdl.de

Renner: Netflix hat einer Niederlassung in Berlin eröffnet.

Netflix hat in Berlin ein Büro mit rund 20 Mitarbeitern eröffnet, schreibt Kai-Hinrich Renner. Aktuell nutzen die Angestellten Räume des Coworking-Anbieters WeWork. Netflix suche aber nach eigenen Büros, aus denen ab Mitte 2020 etwa 30 Mitarbeiter Pressearbeit, Marketing und Produktionsvorbereitungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz bestreiten sollen. Bisher betreute Netlifx alle europäischen Länder aus der Europa-Zentrale in Amsterdam.
morgenpost.de

Laut einer Kundenbefragung muss Netflix Disney und Apple nicht fürchten.

Netflix braucht keine Wechselwelle seiner Kunden zu neuen Konkurrenten fürchten, behauptet die Investmentbank Piper Jaffray, Einer Befragung von Netflix-Kunden im September zufolge planen nur 28 %, Disney+ zu abonnieren. 23 % ziehen ein Abo von Apples Streaming-Dienst in Betracht. Von den Nutzern, die sich für die neuen Konkurrenten interessieren, tendierten zudem die meisten dazu, die neuen Angebote zusätzlich zu nutzen.
cnbc.com

Apple schickt Filme für TV+ vorab exklusiv ins Kino.

Schau einer an: Apple will sich in Hollywood beliebt machen und plant, für Apple TV+ produzierte Filme zunächst "wochenlang" in Kinos laufen zu lassen, bevor sie auf dem Streamingdienst verfügbar werden. Der Konzern will sich damit einerseits den Ärger ersparen, den Netflix einsammelte, als die Firma Filme parallel zum Kinostart auch auf der Plattform zeigte.

Nebenbei will Apple damit auch prominente Produzenten und Regisseure locken, die neben dem Geld auch auf Preise wie die Oscars schielen. Netflix bringt gerade zehn Filme in die US-Kinos, Streaming-Mitbewerber Amazon lässt für Prime produzierte Filme auch für einen Zeitraum exklusiv im Kino laufen, bevor sie auf die Plattform kommen. Teilweise nur zwei Wochen, teilweise zwölf wie beim Drama "Manchester by the Sea", für das Hauptdarsteller Casey Affleck einen Oscar einheimste.
wsj.com (Paid), theverge.com, turi2.de (Background)