Lese-Tipp: Die “FAZ” blickt auf das Cannes-Festival.

Lese-Tipp: Das Cannes-Filmfestival verliert seinen Sinn, schreibt Verena Lueken in der "FAZ". Die Welt des Kinos liege längst längst jenseits der Côte d’Azur, dazu hat u.a. die in den vergangenen Jahren zugenommene Streaming-Konkurrenz beigetragen. Das Festival kopple sich von Anbietern wie Netflix ab, "als ließe sich noch etwas daran ändern, dass sie es sind, die inzwischen in die Bilderproduktion mehr Geld stecken als die herkömmlichen Studios".
faz.net (Paid)

AGF-Plattform-Studie: TV-Sender überholen Netflix.

Streaming-Angebote der TV-Sender überholen Anfang 2021 in Summe die Netflix-Nutzung (32,3 %), sagt die Plattform-Studie der AGF. Sie erreichen knapp 36 % der Befragten. Treiber sind die Online-Videos von ARD und ZDF, die von 23,1 auf 30,2 % zulegen. Auch die Video-Angebote von Nachrichten-Seiten wie Bild.de und Spiegel.de werden stärker genutzt: 21,5 % der Befragten sagen, dass sie entsprechende Videos anklicken, ein Plus von 5 Punkten. Auch Amazon Prime Video kann deutlich zulegen.
agf.de

Drei Viertel der deutschen Haushalte nutzen einen kostenpflichtigen Streamingdienst.

Netflix LogoAuf die Augen: Drei Viertel aller deutschen Haushalte nutzen mittlerweile mindestens einen kostenpflichtigen Streamingdienst, ergibt eine Deloitte-Umfrage. Im Schnitt kommt jeder Haushalt auf 1,5 Abos, jeder zehnte Haushalt bezahlt für vier oder mehr VoD-Angebote. Rund 52 % der Befragten geben außerdem an, Netflix & Co. während der Corona-Pandemie verstärkt genutzt zu haben.
handelsblatt.com (Paid)

Netflix ist von Disrupter ist zum Getriebenen geworden, schreibt Jonas Rest.

Netflix LogoNetflix ist "austauschbar geworden", schreibt Jonas Rest über die Probleme des Streaming-Marktführers. Statt wie einst Hochglanz-Serien lasse Netflix inzwischen kosten­günstige Reality­shows produzieren. Vor allem durch Disney+ sei der "Disrupter ist zum Getriebenen geworden", dem "Megafranchises" wie "Star Wars" oder "Game of Thrones" fehlen. Ein Wettbewerbs­vorteil sei für Netflix nur der Algorithmus, durch den "selbst durchschnittliche Serien mehr Zuschauer erreichen als bei den Rivalen die größten Blockbuster".
manager-magazin.de (Paid)

Netflix startet Online-Shop für Merchandise-Produkte.


You stream it, you buy it: Netflix startet einen eigenen Online-Shop für Fanartikel rund um seine beliebtesten Produktionen und will so das umsatzstarke Merchandising-Feld beackern. Zum Start des Netflix-Shops, der gemeinsam mit Shopify realisiert wurde, liegen Artikel der Anime-Serien Eden und Yasuke im digitalen Regal. Bald sollen Hoodies, T-Shirts und Kissen rund um den Meisterdetektiv Lupin folgen. Auch Merchandise zu Stranger Things und Haus des Geldes ist in Planung.

Hinter dem Projekt steckt Josh Simon, der 2020 von Nike zu Netflix wechselte. Er hat das Konsumgüter-Team des Streaming-Giganten erweitert und bereits mehrere Deals mit Unternehmen wie Amazon, H&M oder Walmart abgeschlossen, die ebenfalls Produkte mit Netflix-Bezug verkaufen. Mit dem Shop-Start will Netflix u.a. zu Disney aufschließen, dem bisher unumstrittenen Star am Merchandising-Himmel. Store-Eröffnungen im "real life", also etwa in Einkaufszentren, plant Netflix nach eigener Aussage allerdings nicht.
nytimes.com, handelsblatt.com, netflix.shop

Die Obamas präsentieren eine Kinder-Serie mit politischen Botschaften.

Animierende Animation: Michelle und Barack Obama bringen mit ihrer Produktions­firma Higher Ground eine Animations­serie für Kinder mit politischen Botschaften heraus. "We The People" läuft ab 4. Juli bei Netflix und befasst sich in animierten Musik­videos mit Themen wie z.B. Bürger- und Frauen­rechten oder Steuern.
abendblatt.de, twitter.com/BarackObama (90-Sek-Video)

AT&T und Discovery nennen ihre Fusion Warner Bros Discovery.


Getauftes Riesenbaby: AT&T und Discovery geben der Fusion ihres Mediengeschäfts den Namen "Warner Bros Discovery", versehen mit der Unterzeile "The stuff that dreams are made of". Der neue Konzernname soll Discovery zufolge "das kreativste Filmstudio der Welt" würdigen, das zu AT&T gehört. Die Unterzeile stammt aus dem Warner Bros-Film Die Spur des Falken von 1941. Der Mediengigant bringt es laut eigener Aussage auf 200.000 Programmstunden und mehr als 100 Marken – darunter außer Warner Bros und Discovery auch HBO und CNN.

Bei den anstehenden Investitionen lassen sich die frisch Fusionierten ebenfalls nicht lumpen: Bereits im laufenden Jahr wollen sie 20 Mrd Dollar in Film-, TV- und Serienprojekte stecken. Zum Vergleich: Streaming-Star Netflix plant mit 17 Mrd Dollar.
mediapost.com, cnet.com, turi2.de (Background)

Meinung: Vielzahl der Streaming-Dienste fördert Filmpiraterie.

Filmreife Piraten: Die Fragmentierung der Streaming-Branche führt zu einem Anstieg von Filmpiraterie, beobachtet Nicolas Freund. Viele Nutzerinnen wollen keinen weiteren Dienst für nur eine exklusive Serie abonnieren und surfen deshalb unter schwarzer Flagge durchs Netz. In Deutschland sind illegale Zugriffe auf Filme und Serien im vergangenen Jahr um 36 % gestiegen.
sueddeutsche.de

Netflix verlost unveröffentlichte Szene aus Zombie-Film “Army of the Dead”.

Netflix LogoMarketing-Aktion: Netflix startet ein Gewinnspiel, bei dem man eine bisher nicht veröffentlichte Originalszene aus dem Zombie-Film Army of the Dead von Regisseur Zack Snyder gewinnen kann – verifiziert durch sogenannte NFTs. Damit werde die 36-sekündige Sequenz zur Crypto-Art. Hinter der Kampagne steht die Berliner Agentur XY.
dwdl.de, ntfofthedead.com (Gewinnspielseite)

Öffentlich-rechtliche sollten nicht an deutschem Film sparen, sagen die Sommerhaus-Chefs.

Sparfüchse: Filmemacher Jochen Laube (Foto) beklagt im Interview mit DWDL, dass die "herkömmlichen Kofinanzierungen" mit den Öffentlich-Rechtlichen für Filme "schwieriger geworden" sind, weil "die Mittel immer weiter gekürzt" würden. Die mit Co-Chef Fabian Maubach geführte Produktionsfirma Sommerhaus arbeitet derzeit an einer Sisi-Serien-Verfilmung – für Netflix.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Basta: Sisi-Casting prüft Komparsinnen auf Herz und Nieren.

Schicksalsfragen einer Kaiserin: 3.000 Komparsinnen sollen das Netflix-Original "The Empress" rund um Regentin Sisi aufhübschen – am besten ohne vorherigen Friseurbesuch. Die Casting-Agentur nimmt's bei der pompösen Produktion ganz genau und will weitere Details wissen: Jagdscheine, eigene Pferde und die "Bereitschaft, etwa als Leiche nackt zu sein" steigern die Chancen auf eine royale Rolle.
sisi-casting.de

Zitat: Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe über die Macht der Streamingdienste.

"Disney und auch Warner haben große Streamingdienste im Hintergrund, die mehr oder weniger die Macht übernommen haben. Und die diktieren jetzt die Bedingungen, nach denen die Kinowelt zu funktionieren hat."

Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe sagt im "Die Stunde Null"-Podcast, der Einfluss von Netflix, Amazon und Co. mache ihm "großes Kopfzerbrechen".
podcasts.apple.com (44-Min-Podcast)

Constantin arbeitet an “Parfum”-Film für Netflix.

Netflix LogoDieseln sich ein: Constantin produziert für Netflix den Film "Der Parfumeur". Nicht die erste Zusammenarbeit um die Duft-Geschichte: 2018 hatte Netflix in Zusammarbeit mit dem ZDF bereits die Constantin-Serie "Parfum" ausgestrahlt. Constantin ordnet "Der Parfumeur" als "Crime-Drama" ein, das auf den Motiven von Patrick Süskinds Bestseller basieren soll.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Indische Tugendwächter machen Streaming-Diensten das Leben schwer.

Netflix LogoStreaming-Stress: "Indische Tugendwächter" machen Netflix, Amazon & Co das Leben schwer, beobachtet David Pfeifer. Angehörige der Regierungspartei sowie Organisationen beschweren sich regelmäßig über "verletzte religiöse Gefühle" oder "unpassende Darstellungen". Obwohl Streaming-Dienste bei Themen wie Sex und Drogen ohnehin "weiträumig wegschwenken", soll künftig eine Prüfstelle digitale Inhalte kontrollieren.
sueddeutsche.de (Paid)

Analyse: Netflix mangelt es an frischen Inhalten.

Netflix LogoAusgeguckt: Netflix leidet unter einem massiven Corona-Kater, analysiert Imre Grimm. Das Staunen über alte Serien wie "House of Cards" sei lange vorbei, jetzt bleibe der Nachschub aus. Nicht nur Drehs, sondern auch frische Ideen fehlen. Dazu käme das stärker werdende Angebot der Konkurrenz, bei denen vor allem Disney Kundinnen mit Sonderangeboten lockt. Am Ende drohe Netflix die "kulturelle Verödung."
rnd.de via bildblog.de

Entertainment-Branche erlebt Wandel durch Nutzungsverhalten jüngerer Gruppen.

Passiv vs. Aktiv: Das gesellschaftliche Verständnis von Unterhaltung wandelt sich gerade grundlegend, schreibt Jürgen Schmieder in der "Süddeutschen Zeitung". Videospiele, Social Media & Co. treten bei Millenials und Generation Z in Konkurrenz zur Passivrezeption von Bewegtbild. In diesem Kampf seien "Alleskönner" wie Disney besser aufgestellt als etwa Film- und Serienspezialist Netflix.
sueddeutsche.de

Netflix wächst schwächer als gedacht.

Netflix LogoAusgeboomt: Netflix wächst mit 4 Mio Neukundinnen im 1. Quartal deutlich schwächer als prognostiziert. Dass das eigene Ziel von 6 Mio frischen Accounts nicht erreicht worden ist, sei u.a. auf Produktionsverzögerun­gen durch die Pandemie zurückzuführen. Dadurch sei weniger neuer Content ins Angebot gerückt, sagt der Streaming-Dienst. Der Gewinn ist unterdessen auf 1,7 Mrd Dollar gestiegen, 140 % mehr als im 1. Quartal 2020. Der Umsatz wächst um 24 % auf 7,2 Mrd Dollar.
handelsblatt.com, mediapost.com

Vertikalisierung der Hollywood-Studios zwingt Sender zum Umdenken, schreibt Torsten Zarges.

Selbst sind die Sender: Die langjährigen Welt-TV-Versorger konzentrieren sich verstärkt auf direkte Kundenbeziehungen mit eigenen Streaming-Diensten, analysiert Torsten Zarges bei DWDL. Free- und Pay-TV-Sender müssten daher künftig auf "Selbstversorgung statt Einkauf" setzen. Europäische TV-Anstalten hätten ihr Produktionsvolumen für Streaming-Formate zuletzt zwar hochgefahren, können mit US-Streamern aber nicht mithalten. Laut Ampere Analysis sind z.B. bei RTL 15 Projekte in Produktion oder Entwicklung, bei der ARD sieben. Netflix, Amazon, Disney+ und Co. haben unterm Strich 821 Eigenproduktionen in der Pipeline.
dwdl.de

Zahl des Tages: US-Dienste mit weltweit mehr als 1,2 Mrd Streaming-Abos.

Zahl des Tages: Insgesamt 1,2 Mrd Streaming-Accounts verzeichnen große US-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime Video und Disney+ auf der ganzen Welt, errechnet der New Yorker Marktforscher LightShed Research. Regionale Plattformen, wie z.B. aus Deutschland, sind darin nicht eingerechnet. Schon Mitte März hatte der US-Produzentenverband Motion Picture Association verkündet, dass 2020 erstmals die globale Mrd-Marke geknackt worden sei, ein Plus von 26 % zu 2019.
zeit.de

Streamingdienste kuschen immer öfter vor der Politik.

Netflix LogoKonfliktfreies Kino: Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime kuschen immer öfter vor der Politik, beobachtet der "Spiegel". Weil die Anbieter weiter expandieren wollen, müssen sie sich mit Ländern wie Saudi-Arabien oder Indien arrangieren, in denen Inhalte streng zensiert werden. Die Folge: Es werden "Dia­log­zei­len eli­mi­niert, Kör­per­tei­le ver­pi­xelt und Fil­me um­ge­schnit­ten". Regime-freundlich produzierter Content könnte so auch auf deutschen Bildschirmen landen.
"Spiegel" 15/2021, S. 106 (Paid)

Netflix schließt mit Sony einen Exklusiv-Deal ab.

Netflix LogoNetflix sichert sich Zugriff auf die Filme von Sony Pictures. Ab 2022 darf Netflix für vier Jahre alle Sony-Kinofilme als erster Streaming-Anbieter 18 Monate exklusiv zeigen. Für Filme, die Sony direkt als Streams anbieten will, erhält Netflix ein Vorkaufsrecht. Beobachterinnen gehen davon aus, dass Netflix insgesamt rund 1 Mrd Dollar zahlt. Für den Netflix ist der Deal wichtig, da immer mehr Studios auf eigene Streaming-Angebote setzen und Netflix so Konkurrenz machen und gleichzeitig von Material abschneiden.
heise.de

Harry und Meghan produzieren Doku über “Invictus Games”.

Königliche Doku: Prinz Harry und Herzogin Meghan produzieren für Netflix eine Serie über die Invictus Games, einen paralympischen Sportwettkampf für kriegsversehrte Soldatinnen. Regie führt das oscarprämierte Duo Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara. Der Film erzählt aus dem Leben und Trainingsalltag internationaler Teilnehmerinnen der Spiele. Harry ist Gründer der Invictus Games, die 2014 erstmals stattgefunden haben. Das Paar hat die Schirmherrschaft der Invictus Games Foundation inne.
spiegel.de

Netflix will bis Ende 2022 klimaneutral sein.

Netflix LogoGrünes Image: Netflix möchte die eigenen Emissionen von Treibhausgasen bis Ende 2022 auf netto null drücken. Emissionen, die der Streaming-Dienst intern nicht verhindern kann, sollen kompensiert werden mit Aufforstungsprojekten und Investitionen in die Regeneration natürlicher Ökosysteme, wie z.B. die Wiederherstellung von Grünflächen. Netflix schließt bei der Berechnung seines CO2-Fußabdrucks von 1,1 Mio Tonnen jene Emissionen aus, die durch das Internet-Streaming der Kundinnen entstehen.
handelsblatt.com (Paid), sueddeutsche.de

Meinung: Netflix muss sich gegen alte Studios ins Zeug legen.

Netflix LogoUnter Druck: Netflix muss "so schnell wie möglich 100 Jahre Filmgeschichte" aufholen oder sich neu erfinden, beobachtet Nicolas Freund. Große Studios wie Disney oder Paramount drängen mit eigenen Angeboten auf den Markt und entziehen den Konkurrenten ihre Inhalte. Ihr Backkatalog koste sie "wenig bis nichts" und sei beim Publikum bekannt und beliebt. Für Neuproduktionen entstehe in diesem Marktumfeld ein starker Quotendruck.
sueddeutsche.de (Paid)

Vodafone und Netflix wollen stärker zusammenarbeiten.

Vodaflix: Vodafone und Netflix Deutschland wollen 2021 ihre Zusammenarbeit vertiefen. Geplant sind gemeinsames Marketing, Paket-Angebote und eine bessere Auffindbarkeit von Netflix bei GigaTV, der Fernseh-Plattform von Vodafone. Auch Buchung und Abrechnung für Kundinnen soll einfacher werden. Die Telekom geht auf ihrer Plattform Magenta TV mit Partnern wie Netflix und Disney einen ähnlichen Weg.
dwdl.de

Zahl des Tages: Netflix will weibliche Talente mit 5 Mio Dollar fördern.

Netflix LogoZahl des Tages: Genau 5 Mio Dollar will Netflix in Ausbildungsprogramme für weibliche Talente in der Unterhaltungs-Branche investieren. In Deutschland unterstützt der Streaming-Dienst zunächst das Mentorenprogramm Into the Wild, das junge Filmemacherinnen von verschiedenen Filmhochschulen vernetzt und ihnen u.a. mit Workshops und Beratungen beim Einstieg in die Filmbranche hilft.
about.netflix.com, dwdl.de

Netflix kündigt Animationsserie über Asterix und Obelix an.

Aster-flix und Obe-flix: Streaming-Krösus Netflix legt die gallischen Comic-Kultfiguren 2023 in einer 3D-Animationsserie neu auf. Animationschefin Dominique Bazay erklärt in ihrem Blogpost, dass die Serie auf dem Asterix-Comic "Der Kampf der Häuptlinge" basieren wird. Regie führt Alain Chabat, der 2002 schon die Realverfilmung "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra" verantwortet hat.
netflix.com via spiegel.de

Amazon Prime Video führt den deutschen Streaming-Markt mit 14,6 Mio Abos an.

Streaming-König: Amazon liegt mit seinem Streaming-Dienst Prime Video im deutschen Markt auf der Spitzenposition, errechnet die Londoner Markt­forschungsfirma Ampere Analysis. Amazon kommt auf 14,6 Mio aktive Abos, Netflix folgt mit 10,9 Mio vor Disney mit 2,7 Mio. RTL Now und Joyn+ haben jeweils 1,1 Mio zahlende Kund*innen. Deutschland ist neben Österreich der einzige europäische Markt, auf dem nicht Netflix der Marktführer ist.
handelsblatt.com

Streaming-Zuschauer*innen sind überfordert, schreibt Peter Steinkirchner.

Zu viel des Guten? Streaming-Anbieter gucken sich immer mehr von TV-Sendern ab, weil Zuschauer*innen vom "schwer überschaubaren Angebot" überfordert sind, beobachtet Peter Steinkirchner in der "Wirtschaftswoche". Discovery+, Peacock und Amazon greifen auf "Rezepte der klassischen TV-Sender" zurück wie etwa ein festgelegtes Programm oder Themen-Kanäle. Studien zeigen, dass viele Nutzer*innen ihr Abo sehr schnell wieder kündigen – vermutlich blieben sie länger, "wenn ihnen die Plattformen die Suche nach der nächsten Serie erleichtern würden".
"Wirtschaftswoche" 8/2021, S. 60 (Paid)

Meinung: Netflix könnte das Publikum auf Dauer langweilen.

Netflix LogoNetflix analysiert seine Zuschauer*innen und ihre Vorlieben so sehr, dass der Streamingdienst mittlerweile auf die "Gentrifizierung von Geschichten" setze, kritisiert Claudius Seidl. Der Aufbau von Serien und Filmen folge einer international tauglichen Dramaturgie, die "alles Schäbige und Kleinkarierte wegräumt". Die Gefahr: Das Publikum könnte sich auf Dauer von den immergleichen Teaser-Tricks und Inhalten gelangweilt fühlen.
"FAZ", S. 9 (Paid)

Studie: Neue Streaming-Angebote setzen TV-Sender noch mehr unter Druck.

Streaming-Plattformen bringen TV-Sender in Bedrängnis, sagt eine Studie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Roland Berger. Der Markteintritt von Disney war "Vorreiter einer zweiten Welle" von Anbietern. Auf dem Sprung nach Deutschland seien HBO Max von Warner, Peacock von NBCUniversal und Paramount+ von ViacomCBS. Alle Streamingdienste stehen unter Expansionsdruck, weil sie neue Umsätze generieren müssen, die wegfallende Lizenzeinnahmen kompensieren. Noch nehmen die Nutzerzahlen in Deutschland zu und sei keine "Überforderung" durch die Vielzahl der Angebote erkennbar. Aber der Tag hat bekanntlich nur 24 Stunden – und Zeit fürs Streaming knapsen die Nutzer*innen am ehesten von der TV-Zeit ab.
"Welt" (Paid)

Streaming-Aggregator ScreenHits TV nimmt den deutschen Markt ins Visier.

Streaming-Aggregator ScreenHits TV plant den Start in Deutschland zum Ende des 1. Quartals, berichtet DWDL. Die App bündelt die Streaming-Angebote von Netflix, Amazon, Disney+ und weiteren Anbietern unter einem Dach. Geld verdient die Firma mit Provisionen für Abo-Abschlüsse über die App. In Großbritannien und Nordamerika soll der Dienst nach einem Beta-Test Ende Januar in den Regelbetrieb gehen.
dwdl.de

Basta: Sisi-Saufen reloaded.

Kaiserkult und Kurze: Netflix gönnt dem Kitsch-Adel-Epos "Sisi" eine Neuauflage als sechsteilige Serie mit dem Arbeitstitel "The Empress". Schauspielerin Devrim Lingnau tritt das pathosumwehte Erbe Romy Schneiders an und bringt damit Abwechslung in die künftigen Weihnachtsfeiertage derer, die beim Sisi-Saufen nach Jahrzehnten mit der altbekannten Majestät mal ein neues Gesicht vertragen können.
spiegel.de

Basta: Netflix will “The Crown” nicht als Fiktion kennzeichnen.

Geschichten statt Geschichte: Netflix erteilt dem Wunsch des britischen Kultur­ministers Oliver Dowden eine Absage, die Drama-Serie The Crown mit dem Hinweis zu versehen, dass es sich um Fiktion handelt. Netflix vertraue darauf, dass Zuzschauer*innen die Serie "als Fiktion verstehen, die auf historischen Ereignissen beruht". Derweil wünschen sich viele Menschen in Großbritannien, die Drama-Serie "Brexit" wäre nur Fiktion.
spiegel.de, sueddeutsche.de, bbc.com

Studie: Eigenproduktionen von Streamingdiensten sind weniger divers als vermutet.

Netflix LogoMehr Schein als Sein: Die Eigenproduktionen von Streamingdiensten wie Netflix und Amazon sind in Sachen Diversität nicht besser als das deutsche TV, sagt eine Studie der Uni Rostock. Rund 60 % der Protagonisten seien Männer, ähnlich wie im Fernsehen. Bei der Vielfalt sexueller Lebensentwürfe seien die Streaming-Plattformen vergleichsweise divers. Die "Vielfalt von Frauen" ist aber eingeschränkt: Die Protagonistinnen seien oft "jung, haben genormte schlanke Körper und Berufe, die ihre emotionale Kompetenz betonen". Frauen ab 50 kämen kaum vor. Rund 80 % der Figuren in deutschen Streaming-Produktionen sind weiß. In 93 % der Fälle führen Männer Regie, bei ARD und ZDF waren es nur 83 %.
sueddeutsche.de