ORF: Zentralbetriebsrat klagt vor dem Arbeits- und Sozialgericht gegen Führung.

ORF 150ORF: Der Betriebsrat hat Feststellungsklage gegen den ORF beim Arbeits- und Sozialgericht eingereicht. Laut Betriebsrat hält der Sender sich nicht an die 2018 über zwei Jahre beschlossene Gehaltsrunde. 2020 entstehe der Belegschaft dadurch ein "reales Minus von einem halben Prozentpunkt". Der ORF hält gegen, der Modus für die Berechnung der Inflationsrate, um die es im Kern geht, sei schriftlich vereinbart und vom Stiftungsrat genehmigt.
derstandard.de, horizont.at

Österreich: Verleger Wolfgang Fellner startet das News-Magazin “Insider”.

Österreich: Verleger Wolfgang Fellner bringt das News-Magazin "Insider" auf den Markt, es startet mit 133.000 Auflage. Die Hälfte liegt jeden Freitag der Zeitung "Österreich" bei, der Rest geht für 2,90 Euro an den Kiosk. "Insider" kommt mit 100 Seiten. Werner Schima, Co-Herausgeber und Chefredakteur von "Österreich", und Angela Sellner, Leiterin Wirtschaftsressort bei "Österreich", übernehmen die Chefredaktion.
horizont.at

Basta: ORF macht Regierungseinführung zur Telenovela.

ORF 150Untertitelnovela: Der ORF transkribiert in seiner Mediathek die Amtseinführung der neuen Regierung ungewollt amüsant mit Gaga-Sätzen wie "Wie würdest Du dieses Küken nennen?" oder "Verdammte Scheiße. Wie soll ich das Alisa erklären?". Statt der Untertitel zum Kurzfilm "Sebastian - ein Kanzler zum Scherzen" liefen versehentlich die der Telenovela Alisa – Folge Deinem Herzen.
futurezone.at, handelsblatt.com, twitter.com (1-Min-Video)

“Krone”-Herausgeber Christoph Dichand kritisiert Funkes Vorstoß.

Kronen-Zeitung: Herausgeber Christoph Dichand (Foto) kritisiert in einer internen Rundmail den "rücksichtslosen Versuch der Machtergreifung" durch Funke. Der Verlag und Immobilien-Investor René Benko haben bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde den Wechsel von gemeinsamer zu alleiniger Kontrolle über die Zeitung angemeldet. Dichand schreibt weiter, dabei werde juristisches Neuland beschritten, eine "solche kaltblütige Enteignung" sei wohl nicht durchzusetzen. Er und seine Familie würden "sämtliche Abwehrmaßnahmen ergreifen". Nach Funkes Rechtssicht kommen die Dichand-Erben nur auf 48 % der Stimmen.
derstandard.de, turi2.de (Background)

Funke und Benko melden alleinige Kontrolle über die “Krone” an.

Kronen Zeitung: Funke und Immobilien-Investor René Benko haben bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde den "Wechsel von gemeinsamer zu alleiniger Kontrolle" über die "Krone" angemeldet. Das Boulevard-Blatt gehört zu je 50 % den Erben von Verleger Hans Dichand und der WAZ Ausland Holding, an der Funke 51 % und Benko 49 % hält. Laut "Standard" geht es um Stimmrechte, die nach ganzen Prozentpunkten bemessen werden. Verleger-Witwe Helga Dichand und die drei Kinder halten je 12,5 % und kommen nach Rechnung von Funke auf nur 48 % der Stimmen.
derstandard.at

“Österreich” muss 2.500 Euro Entschädigung an den Wiens Ex-Kripo-Chef Ernst Geiger zahlen.

Ibiza-Affäre: Die Tageszeitung "Österreich" muss dem ehemaligen Chef der Wiener Kriminalpolizei, Ernst Geiger, eine Entschädigung von 2.500 Euro zahlen, urteilt das Wiener Landgericht. "Österreich" hatte Geiger in einem Artikel im September Kontakte zu den Produzenten des Ibiza-Videos mit HC Strache unterstellt. Die Zeitung will das Urteil anfechten.
derstandard.at

Basta: Straches “b’soffene G’schicht” ist Unwort des Jahres in Österreich.

We going to Ibiza: In Österreich wird "b'soffene G'schicht" zum Unwort des Jahres gekürt. Mit diesem Ausspruch versuchte Ex-FPÖ-Chef Strache seine Äußerungen im Ibiza-Video im Nachhinein zu relativieren. Die im Video sichtbare Wodka-Energy-Mischung verleiht tatsächlich Flügel, Strache fliegt aus seinem Amt. Alkohol ist eben auch (k)eine Lösung.
sueddeutsche.de

Österreich: Presserat rügt Online-Medien für Video vom Stuttgarter Schwertmord.

Österreich: Der Presserat hat die Online-Medien oe24.at, Krone.at sowie Wochenblick.at für ihre Berichterstattung über den Stuttgarter Schwertmord gerügt. Die Medien hatten ein Video von dem Angriff im August veröffentlicht, wodurch Menschenwürde und Opferschutz "grob missachtet" worden seien. Die Medien hätten so gegen den Ehrenkodex verstoßen, urteilt der Presserat.
derstandard.at

Österreichische Post betreibt Kampagne gegen “Keine Werbung”-Aufkleber.

Österreich: Die Post führt derzeit eine Kampagne durch, die Einwohner dazu animieren soll, ihre Werbeverweigerungs-Aufkleber zu entfernen. Wer einen solchen Aufkleber am Briefkasten hat bekommt von der Post eine Notiz, die auf die vermeintlichen Vorzüge der Werbesendungen hinweisen soll. Außerdem bietet die Post kostenlos Werkzeuge zum Entfernen der Sticker an. Wie auch in Deutschland verdient die Post mit Werbesendungen. Die Deutsche Post plant jedoch aktuell keine ähnliche Kampagne.
welt.de

Video-Tipp: ORF-Show führt Boulevardpresse mit Fake-Video vor.

Video-Tipp: ORF-Satiriker Peter Klien erklärt in seiner Show Gute Nacht Österreich die Methoden der Boulevardpresse und lässt "Krone", Österreich" und "Heute" ins offene Messer laufen. Sein Team hat in ein Spielplatz-Video einen Skorpion montiert und mittels Fake-Accounts verbreitet. Den Boulevardblättern reichte das ohne weitere Recherche für Titelstorys. Die "Krone" wirft dem ORF nun vor, Fake News in die Welt gesetzt zu haben.
youtube.com (15-Min-Video) via derstandard.at, krone.at

Zwei YouTuber veröffentlichen vor Österreich-Wahl Boykott-Video in Rezo-Manier.

Österreich: Vor der Wahl des Nationalrats am Sonntag wollen zwei YouTuber in Rezo-Manier die ÖVP "zerstören". Sie kritisieren die Bildungs- und Klimapolitik der konservativen Partei. Die Videos der bisher unprominenten YouTuber Konstantin Kladivko (Foto) und Working Class Hero kommen auf über 160.000 Klicks - YouTuber Rezo erreichte über 16 Mio Aufrufe.
stern.de, turi2.de (Rezo), youtube.com (Konstantin Kladivko, 36-Min-Video), youtube.com (Working Class Hero, 55-Min-Video)

ÖVP wehrt sich gegen Berichterstattung der Wochenzeitung “Falter”.

Österreich: Die Wochenzeitung "Falter" kassiert eine Unterlassungsklage von der ÖVP. "Falter" berichtete, die ÖVP sei "hochverschuldet" und habe Großspenden verschleiert. Die Partei von Ex-Kanzler Kurz (Foto) zweifelt an der Echtzeit der Quellen. Viele Medien berichteten nicht über die Enthüllungen - aus Angst vor wegbrechenden Anzeigen öffentlicher Stellen, sagt Reporter ohne Grenzen.
deutschlandfunk.de

ProSiebenSat.1 geht in Österreich mit Puls 24 on-air.

ProSiebenSat.1 schickte den österreichischen Nachrichtensender Puls 24 am Sonntagabend auf Sendung, Bundespräsident Van der Bellen gibt den offiziellen Startschuss. Passend zum Beginn des Wahlkampfes in Österreich sendet Puls 24 zur ersten Primetime eine Wahlarena mit Sebastian Kurz.
twitter.com (Sendestart), digitalfernsehen.de

Gericht verbietet der “Zeit” Details über Detektiv im “Ibiza-Video”.

Zeit darf keine Einzelheiten mehr über einen Privatdetektiv verbreiten, der im so genannten Ibiza-Video zu sehen ist, urteilt das Landgericht Berlin. Die Wochenzeitung darf nur schreiben, dass die Wiener Staatsanwaltschaft gegen den Mann ermittelt, an etwaigen Vorstrafen oder angeblichen Tätigkeiten bestehe kein öffentliches Interesse. Das Video hatte die österreichische Regierung zum Sturz gebracht.
faz.net (Paid), bazonline.ch, de.euronews.com

Zitat: Regierung hat Medien unter Druck gesetzt, sagt Helmut Brandstätter.

"Überall dieselben Botschaften, dieselben Formulierungen. Und wo nicht gespurt wird, erhalten Vorgesetzte und Eigentümer deutliche Anrufe."

Helmut Brandstätter, Ex-Herausgeber der Tageszeitung "Kurier" und kürzlich in die Politik zur liberalen Oppositionspartei Neos gewechselt, schreibt in einem neuen Buch über die Einflussnahme der österreichischen Regierung.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Österreich: “Kurier” und Herausgeber Helmut Brandstätter trennen sich.

Österreich: Helmut Brandstätter beendet seinen Vertrag als Herausgeber des "Kurier". Er gehe einvernehmlich, sagt er in einer Betriebsversammlung. Im Flurfunk heißt es, er könne als Quereinsteiger zur liberalen Partei Neos wechseln. Brandstätter war von 2010 bis 2018 Chefredakteur des "Kurier", ab 2013 Herausgeber, vorher u.a. n-tv-Chef.
derstandard.at

Bauer verkauft immmo.at und “Bazar” an den “Kurier”.

Bauer verkauft in Österreich die Immobilienplattform immmo.at und das das Kleinanzeigenangebot Baraz an den "Kurier". Die Digitaltochter des "Kurier" gründet für die beiden Angebote eine neue Tochtergesellschaft namens JIM Marketing. Bis 2015 trat Bauers Österreichtochter Bauer Media Austria unter dem Namen Bazar Media auf.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “Zeit” beschreibt Details zu den Hintermännern des Strache-Videos.

Lese-Tipp: In der "Zeit" schreibt Holger Stark über das Umfeld der mutmaßlichen Macher des "Ibiza-Gate"-Videos. Ins Zentrum des Interesses sei mittlerweile eine Gruppe geraten, die als anrüchige Privatdetektive jahrelang in juristischen Grauzonen agiert hätte. Während sie den FPÖ-Politikern die Falle stellten, wurde parallel gegen sie ermittelt. Ob sie alleine agierten oder es noch Strippenzieher gebe, sei weiterhin unklar.
"Zeit" 28/2019, S. 4 (Paid)

Verlage und Digitalunternehmen gründen Austauschforum OP next.

Online-Publisher im deutschsprachigen Raum haben den Verein OP next gegründet, in dem sie sich über digitale Produktentwicklungen austauschen wollen. Die Plattform richtet sich an Publisher, die überregional journalistische Digitalprodukte herausgeben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. "Spiegel", "Standard", Golem.de, Gruner + Jahr, die "Neue Zürcher Zeitung", Tamedia und Zeit Online.
opnext.info

Österrreichs Ex-Vize-Kanzler Strache stellt Strafanzeige gegen “alle” Beteiligten am “Ibiza-Video”.

Ibiza-Video: Heinz-Christian Strache, Ex-Vize-Kanzler von Österreich, hat in München und Hamburg Strafanzeige "gegen alle Personen" gestellt, die für die "Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. 'Ibiza-Videos' mitwirkend verantwortlich" seien. Bestimmte Personen bzw. die "Süddeutsche Zeitung" oder der "Spiegel", die das Video verbreitet haben, sind nicht namentlich genannt.
sueddeutsche.de

Zitat: Bernhard Pörksen sieht Österreich aktuell in einem journalistischen Live-Experiment.

"Österreich durchlebt momentan ein Live-Experiment, das von der Frage handelt: Behält der seriös sortierende Journalismus in Zeiten der fiebrigen Sofort-Spekulation die Deutungshoheit?"

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellt im "Profil"-Interview die Frage, ob der Kern des Ibiza-Skandals das "Brausen aus Empörung und Gegenempörung" zwischen den Medien und sozialen Netzwerken bestehen kann oder die "Akteure des Spektakels" am Ende gewinnen.
profil.at

Sixt wirbt augenzwinkernd mit Ex-Kanzler Kurz.

Sixt reagiert in der Werbung erneut mit Augenzwinkern auf das aktuelle Nachrichtgeschehen: In einem von Jung von Matt entworfenen Social-Media-Post rät der Autoverleiher dem österreichischen Ex-Kanzler Kurz zum "Kurz-Urlaub". Zuvor wurde auch FPÖ-Chef Strache unfreiwillig zum Werbegesicht.
wuv.de, twitter.com (Kurz-Motiv), facebook.com (Strache-Motiv)

n-tv baut Berichterstattung in Österreich mit eigenem Ticker-Laufband aus.

Österreich: Der Nachrichtensender n-tv bestückt seinen News-Ticker des Programmfensters in Österreich künftig auch mit österreichischen Inhalten. Das Laufband wurde bisher aus Deutschland übernommen. n-tv vermarktet im Nachbarland bereits österreichische Werbefenster und strahlt seit April eine Polit-Talkshow des Boulevard-Portals krone.at aus.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Österreich: Staatsanwaltschaft nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann auf.

Österreich: Die Staatsanwaltschaft Wien nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Jan Böhmermann auf. Der Satiriker hatte in einem Interview mit dem ORF gesagt, in Österreich lebten "acht Millionen Debile". Ein Wiener Anwalt hatte daraufhin Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft schätzt Böhmermanns Aussage jedoch als Satire ein.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Herausgeber der “Kronen Zeitung” fordert von Funke Antworten zu Straches Zensurplänen.

Kronen Zeitung fordert von Funke Antworten zu Straches Aussagen über mögliche redaktionelle Beeinflussung durch Investoren, schreibt "Spiegel". Die Eigentümerfamilie um Herausgeber und Chefredakteur Christoph Dichand wolle wissen, ob Funke als Mitgesellschafter von den Plänen des FPÖ-Chefs wusste. Der österreichische Investor René Benko übernahm später tatsächlich Anteile der "Kronen Zeitung" von Funke.
"Spiegel" 22/2019, S. 80 (Paid), turi2.de (Ibiza-Affäre), turi2.de (Benko-Anteile)

Wiener Anwalt veröffentlicht Bekennerschreiben zu inszeniertem Ibiza-Video.

Ibiza-Gate sei "ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt", teilt der Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrai in einem Bekennerschreiben mit. Das Video nutze bewusst "investigativ-journalistische Wege". Am Freitag stellte FPÖ-Chef Strache Strafanzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher.
kurier.at, bild.de, turi2.de (Strache-Anzeige), turi2.de (Ibiza-Affäre)

Strache kündigt Anzeigen in Ibiza-Affäre an.

Ibiza-Gate: Österreichs Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache erstattet bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher des Videos, kündigt der FPÖ-Chef in einem Facebook-Video an. Die drei Personen seien "mögliche Mittäter" bei der Erstellung der Aufnahmen. Namen nennt Strache nicht.
facebook.com (Strache-Statement), n-tv.de, oe24.at, turi2.de (Background)

Die “Zeit” beschreibt den Weg des Strache-Videos in die Medien.

Ibiza-Gate: Die "Zeit" zeichnet nach, wie das Strache-Video in die Öffentlichkeit gelangt ist. Die Falle gestellt habe ein größeres "Geflecht an Personen mit unterschiedlichen Zielen". 2018 hätten Hintermänner versucht, das Video für eine siebenstellige Summe an Medien zu verkaufen. Als diese ablehnten, hätten sie das Video u.a. Jan Böhmermann angeboten. Auch der habe nicht zahlen wollen, mit seinen Andeutungen aber die Betroffenen gewarnt, so dass die Hintermänner das Video aus Angst, enttarnt zu werden, ohne Gegenleistung an den "Spiegel" und die "Süddeutsche" übergaben.
"Zeit" 22/2019, S. 3 (Paid)

Zitat: Verbreitung des Strache-Videos ist zulässig, sagt Christoph Degenhart.

"Wenn die beiden Medien das Video selbst gedreht hätten, wäre es heikler für sie. Wenn ihnen das Material von dritter Seite zugänglich gemacht wird, ist es in der Welt und darf damit gezeigt werden."

Staats- und Medienrechtler Christoph Degenhart schätzt das Strache-Video im "Welt"-Interview als allgemeine Informationsquelle und das Vorgehen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" als von der Pressefreiheit gedeckt ein.
"Welt", S. 2 (Paid)

Zitat: Bascha Mika reagiert auf einen tätlichen Angriff gegen ihren Kollegen Danijel Majic.

Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau"Wenn, was sich abzeichnet, die Nationalisten und Rechtsextremen stärker werden, können wir uns ausrechnen, was daraus folgt. Nicht nur für den kritischen Journalismus."

Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", reagiert in einem Kommentar auf den tätlichen Angriff gegen "FR"-Reporter Danijel Majic in Österreich am Wochenende. Die Redaktion wisse zwar, wie schnell Hetze in Gewalt umschlagen kann – es sei jedoch "besonders erschreckend, wenn es tatsächlich passiert".
fr.de, fr.de (Background)