Österreich plant kompletten Lockdown für drei Wochen.

Österreich: Die Regierung plant einen kompletten Lockdown für drei Wochen und verhängt auch tagsüber Ausgangssperren. Sie will außerdem Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf notwendig sind, sowie Schulen und großteils auch Kindergärten schließen. In Österreich steigen die Infektionszahlen trotz Teil-Lockdowns weiter, in einzelnen Regionen kommen die Intensivstationen an ihre Grenzen. Vorarlberger Krankenhäuser haben bekannt gegeben, dass sie eine Triage in den kommenden Tagen nicht ausschließen können.
spiegel.de, br.de

Video-Tipp: Walulis beleuchtet “Gutsherrenart” von Red-Bull-Boss Mateschitz.

Video-Tipp: Der Red-Bull-Sender Servus TV mischt im zweiten Lockdown einen Cocktail aus Corona-Leugnern, Skeptikern und Fake News, analysiert Philipp Walulis. In "Walulis Story" beleuchtet er die Geschäfte von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz, der sich als Kultur- und Heimat-Bewahrer sieht. Sein Medium-Imperium regiere er unberechenbar und nach "Gutsherrenart". Betriebsräte stören da nur.
youtube.com (15-Min-Video)

Mehrere Firmen stornieren Werbeausgaben bei Oe24.at und Krone.at.

Österreich: Nach den Anschlägen in Wien am Montag haben mehrere Firmen ihre Werbeausgaben bei Oe24.at und Krone.at gestoppt. Die Seiten hatten Augenzeugenvideos der Tat veröffentlicht. Dem Boykott angeschlossen haben sich u.a. die Einzelhändler Billa, Spar und Hofer, die Erste Bank, Ikea und die ÖBB. Die Medienaufsicht KommAustria prüft rechtliche Schritte.
faz.net, derstandard.de (Kommentar), turi2.de (Background)

Österreich: Anzeigenboykott bei Boulevardmedien, die Videos des Attentats verbreiten.

Österreich: Unternehmen wie Rewe, Ikea, Sparkasse und Spar stornieren ihre Anzeigen bei Medien wie Oe24tv und Krone.at, die Videos vom Terroranschlag in Wien verbreitet haben. Die Polizei hatte gebeten, sie aus ethischen und Ermittlungsgründen nicht zu veröffentlichen. Der Presserat erhielt Hunderte Beschwerden. In Deutschland zeigte Bild.de ebenfalls ein Video des Anschlags.
"FAZ", S. 22 (Paid)

Presserat erhält Hunderte Beschwerden zu Anschlags­berichten aus Wien.


Der Tag danach Rund 700 Beschwerden zur Berichterstattung über den Terroranschlag in Wien am Montagabend sind beim Österreichischen Presserat allein bis Dienstagvormittag eingegangen, meldet der "Standard". So viele gab es bisher zu keinem anderen Anlass zuvor. Im Kern der Kritik stehen Videos von Augenzeug*innen, auf denen der Attentäter auf Menschen schießt. Die "Kronen-Zeitung" und Oe24.at – aber auch Bild.de – hatten das Material veröffentlicht. "Krone" und Oe24 haben die Videos inzwischen gelöscht, bei Bild.de ist das Videomaterial weiterhin online. "Krone"-Chefredakteur Klaus Herrmann verteidigt die Veröffentlichung mit dem Ziel, "die Bedrohungslage zu unterstreichen". Oe24-Herausgeber Wolfgang Fellner sagt dem "Standard": "Ich glaube schon, dass es zum Verständnis des Terroranschlags dazugehört, wie der Todesschütze agiert hat."

Die österreichische Supermarktkette Billa, die zur Rewe Group gehört, und Konkurrent Spar kündigen an, ihre Werbeschaltungen auf Oe24.at und Krone.at vorerst einzustellen. Ikea Österreich teilt mit, "aus Pietätsgründen sämtliche Werbung auf den Onlinekanälen aller News-Outlets" zu stoppen.

Bei dem Attentäter solle es sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden um einen 20 Jahre alten Österreicher mit familiären Wurzeln in Nordmazedonien handeln, der eine doppelte Staatsbürgerschaft hat. Nach Informationen von Zeit Online war er der Polizei schon vor dem Anschlag bekannt. Er soll sich in einer Wiener Moschee radikalisiert haben.
(Foto: Georges Schneider / Austria-Vienna-Shootings / Imago-Images)
derstandard.at, spiegel.de, sueddeutsche.de (Boulevard-Medien), derstandard.at (Werbung), zeit.de (Täter) turi2.de (Background)

Mitarbeit: Björn Czieslik

Vier Tote bei Anschlag in Wien, Flut von Zeugen-Videos.

Wien ist am Montagabend Schauplatz eines islamistischen Terror-Anschlags geworden. Mindestens ein Täter hat an sechs Tatorten in der Wiener Innenstadt auf Passanten geschossen. Drei Passanten sterben, mindestens 15 werden zum Teil schwer verletzt. Der Täter wird von der Polizei erschossen, es ist unklar, ob es weitere Täter gibt. Die Polizei hat dringend gebeten, keine Videos und Fotos in Social Media zu teilen - vergeblich. Auch Boulevardmedien wie Bild.de und oe24.at zeigen auf ihren Websites mehrere Videos.

Auf einer eigens eingerichteten Website der Polizei wurden 20.000 Zeugen-Videos upgeloadet. Der französische Präsident Emmanuel Macron twittert in leicht falschem Deutsch: "Wir werden nichts nachgeben." Innenminister Karl Nehammer, ÖVP, bezeichnet am Morgen in einer Pressekonferenz den getöteten Täter als "Sympathisanten der Terrormiliz IS". Er war mit einem Sturmgewehr bewaffnet, ein Sprengstoffgürtel erwies sich als Attrappe. Die Tat ereignet sich in einem belebten Ausgehgebiet, am letzten Abend, bevor auch in Österreich ein Corona-Lockdown in Kraft tritt.
sueddeutsche.de, spiegel.de, orf.at, twitter.com (Macron), tagesschau.de

Mitarbeit: Peter Turi

Meinung: Jan Marsalek ist eine “Goldgrube” für Geheimdienste.

Österreich: Jan Marsalek (Foto) wäre "für jeden Geheimdienst eine Goldgrube", sagt Experte Thomas Riegler der "Süddeutschen Zeitung". Marsalek stehe in der zweiten Reihe, aber trotzdem mit wichtigen Leuten in Kontakt, habe einen Diplomatenpass und reise viel. Riegler vermutet, Marsalek habe sich dem österreichischen Geheimdienst "als Selbstanbieter angedient" – und der gern mit ihm zusammengearbeitet, weil er sehr klein und im Club der europäischen Geheimdienste nicht gerade beliebt sei.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Audio-Doku der “Süddeutschen Zeitung” arbeitet Ibiza-Affäre auf.

Süddeutsche Zeitung beleuchtet in der Audio-Doku Going to Ibiza die Ibiza-Affäre, die 2019 die Regierung in Wien zum Rücktritt zwang. Leila Al-Serori und Vinzent-Vitus Leitgeb befassen sich in acht Episoden mit Korruption, Machtgier und Populismus in Österreich. Die erste Folge ist bei FYEO gratis abrufbar, für die weiteren ist ein Abo erforderlich.
derstandard.at, ots.at, fyeo.de

HC Strache will unter die Magazin-Herausgeber gehen.

Österreich: Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vizekanzler, geht unter die Magazin-Herausgeber. In einem News.at-Interview erklärt er, er wolle "ein Online-Magazin gründen, in dem die Anliegen unserer Bewegung aufbereitet werden". Strache verpasste am Sonntag den Einzug in den Wiener Gemeinderat und will sich aus der Politik zurückziehen.
news.at, puls24.at

Wirtschaftsmagazin “Sheconomy” kommt nach Deutschland.

Sheconomy, österreichisches Wirtschaftsmagazin, erscheint am 14. Oktober erstmals auch in Deutschland - zunächst als Test in Bayern. Deutsche Herausgeberin wird die Münchner Kommunikationsexpertin Yvonne Molek. Das Printmagazin will sich "als zentrale Plattform für erfolgreiche Frauen" etablieren. "Sheconomy" erscheint in Österreich seit 2018 vierteljährlich zum Copypreis von 5,90 Euro.
per E-Mail, sheconomy.at (Österreich)

“Falstaff” macht Barbara Zimmermann zur Marketing-Chefin.

Falstaff macht Barbara Zimmermann, 45, zur Marketing-Chefin aller Print- und Digitalprodukte. Sie kommt von Herold Business Data, wo sie Chief Marketing Officer und Mitglied der Geschäftsleitung war. Zimmermann soll neue Strategien für Deutschland, Österreich und die Schweiz entwickeln und den Expansionskurs des Unternehmens mitgestalten.
meedia.de

“Handelsblatt”: Aurin Investment Group will Wirecard Österreich kaufen.

Wirecard: Die Österreich-Tochter des Konzerns steht kurz vor dem Verkauf, schreibt das "Handelsbatt", Käufer ist die Frankfurter Private-Equity-Gesellschaft Aurin. Der Kaufpreis soll bei rund vier Mio Euro liegen. Die Österreich-Tochter gilt als gesund und wickelt unter anderem Zahlungen für die österreichische Lotterie und die Staatsbahn ÖBB ab. Unterdessen soll Ex-Chef Markus Braun Haftbeschwerde eingelegt haben, in der er den unterstellten dringenden Tatverdacht zurückweist.
"Handelsblatt" vorab

Die “Zeit” erreicht in Österreich mittlerweile 114.000 Leser*innen pro Woche.

Zeit: Die Wochenzeitung erreicht in Österreich laut der aktuellen Cawi-Studie von GfK Austria und TMC-The Media Consultants mittlerweile pro Woche 114.000 Leser*innen, wie die "Zeit" selbst mitteilt. Im Vergleich zum Vorjahr gewinnt sie damit rund 8.000 Leser*innen pro Ausgabe hinzu. 60 % der Menschen in Österreich kennen die "Zeit".
zeit-verlagsgruppe.de

Dritte Partnerin: AFP prüft für Facebook Fakten in Deutschland.

AFP prüft für Facebook künftig Fakten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dafür will die Nachrichten­agentur ein eigenes Büro mit Journa­list*innen in Berlin aufbauen. Das Recherche-Netzwerk Correctiv und die dpa helfen Facebook seit 2017 beziehungsweise 2019 beim Aufspüren von Fake News.
about.fb.com, turi2.de (dpa und Facebook), turi2.de (Correctiv und Facebook)

Bild des Tages: Fotograf legt sich für Ösi-Kanzler Kurz auf den Boden.

Da legst Di nieder: Ein Fotograf liegt auf dem Parkett-Fußboden des österreichischen Bundeskanzleramts in Wien. Die unbequeme Lage nimmt er für ein Bild von Kanzler Sebastian Kurz aus ungewöhnlicher Perspektive in Kauf. Kurz gibt eine Erklärung zur Lage Österreichs in der Corona-Pandemie ab und will ein "Licht am Ende des Tunnels" sehen. (Foto: Ronald Zak / AP Photo / Picture Alliance)

“Welt”: Unveröffentlichte Ibiza-Video-Sequenzen könnten Strache entlasten.

Österreich: Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat auf Ibiza unlautere Angebote offenbar abgelehnt, schreibt die "Welt" und bezieht sich auf eine Abschrift von fünf weiteren Minuten des geleakten Videos. Straches Anwalt sagt, die veröffentlichten Video-Ausschnitte seien "bewusst nachteilig" erfolgt. Florian Klenk, Chefredakteur des "Falter", schreibt auf Twitter, es handele sich um eine "Nebelbombe", viele der angeblich entlastenden Sätz fänden sich bereits im Buch von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier.
welt.de, twitter.com (Klenk), turi2.de (Background)

Red Bull zieht bei der Rechercheplattform Addendum den Stecker.

Rechercheplattform Addendum stellt in Österreich den Betrieb ein, entscheidet Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz (Foto) mit Herausgeber Michael Fleischhacker. Die Zielsetzungen der Plattform seien "nicht in ausreichendem Maße erfüllt" worden. 57 Mitarbeiter*innen verlieren ihren Job. Die Quo Vadis Veritas Stiftung will unabhängigen Journalismus fördern und wird von Mateschitz finanziert.
derstandard.at, ots.at (Pressemitteilung)

Verleger Christian Mucha sieht bei RTL eine mangelnde journalistische Sorgfalt.

RTL: Der österreichische Verleger Christian W. Mucha wirft der "Exclusiv"-Redaktion "glatten Wortbruch" vor und fordert Schadenersatz sowie Schmerzensgeld, zitiert DWDL aus einem Leitartikel Muchas im Magazin "Extradienst" sowie aus einem Facebook-Beitrag von Anfang Juli. RTL zeigte Versprecher seiner russischen Ehefrau Ekaterina, sieht die "journalistische Sorgfaltspflicht" aber nicht verletzt.
dwdl.de

Basta: Österreich empfiehlt, Körperkontakt bei bezahlten Sex zu vermeiden.

Warum trägst du eigentlich eine Maske? In Österreich dürfen Sexarbeiter*innen ihre Dienste erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder anbieten. Die neuen Empfehlungen für den Kundenkontakt lesen sich jedoch wie ein spezieller Corona-Fetisch: Beide Beteiligte sollen eine Maske tragen, den Körperkontakt auf das notwendige Maß beschränken und möglichst voneinander abgewandte Sexpositionen wählen.
rp-online.de

“manager magazin” sieht Medien von Red Bull teilweise in der Abwicklung.

Red Bull könnte seinen Fernsehsender Servus TV in eine Stiftung überführen, berichtet das "manager magazin". Damit soll das Lieblingsprojekt von Dietrich Mateschitz, 76, auch nach dem Tod des Brause-Barons vor dem Zugriff des thailändischen Mitgesellschafters geschützt werden. Große Teile des übrigen Medien-Engagements von Red Bull sieht Autor Martin Mehringer in der "Abwicklung". Unter dem neuen Chef Marcus Weber würden "Abteilungen gestutzt, andere von der Getränkesparte übernommen". Schon im August 2019 hatte Mehringer berichtet, dass Mateschitz' Medien-Sparte fast ausschließlich durch Werbung und Aufträge der Konzernmutter überlebt.
"manager magazin" 7/2020, S. 24 (Paid), turi2.de (Background)

Umfrage aus Ischgl: Après-Ski soll stärker eingeschränkt werden.

Après-Ski soll künftig "qualitäts- und maßvoller" werden, fordern 82 % der Befragten einer Umfrage des Tourismusverbands Paznaun-Ischgl, aus der die "Tiroler Tageszeitung" zitiert. Die Mehrheit wünscht sich eine zeitliche Limitierung der Angebote. Ganz auf Après-Ski verzichten wollen die mehr als 700 befragten Einheimischen, Gäste und Mitarbeiter*innen nicht.
tt.com (Paid) via rnd.de

“Handelsblatt”: Funke will Dichands bei der “Kronen-Zeitung” rausdrängen.

Kronen-Zeitung: Funke will die Verleger-Familie Dichand mittels einer Ausschlussklage aus dem gemeinsamen Unternehmen drängen, berichtet das "Handelsblatt". Die Dichands hatten ihre Anteile im Januar in einer gemeinsamen Gesellschaft in Wien zusammengefasst, was laut Gesellschaftervertrag nicht erlaubt ist. Sollte Funke sich vor Gericht durchsetzen, bekämen die Dichands als Entschädigung nur den Buchwert des Unternehmens. Investor Rene Benko, der zusammen mit Funke 50 % hält, könnte dann Mehrheitsgesellschafter werden. Auch ein Komplettausstieg von Funke sei nach einem Ausschluss der Dichands vorstellbar, schreibt Hans-Peter Siebenhaar.
handelsblatt.com (Paid)

Lufthansa-Tochter Austrian Airlines erhält Staatshilfe in Höhe von 450 Mio Euro.

Austrian Airlines, coronabedingt strauchelnde Lufthansa-Tochter, erhält als Staatshilfe neben Krediten in Höhe von 300 Mio Euro einen staatlichen Zuschuss von 150 Mio Euro. Die Kredite seien zu 90 % vom Staat gesichert. Die Deutsche Lufthansa steuere weitere 150 Mio Euro bei. Österreich erhalte eine zehnjährige Standortgarantie, aber keine Beteiligung am Unternehmen.
handelsblatt.com

Basta: Verbockt.

Schweigen wär' Gold: In Österreich beleidigt Vize-Regierungschef Josef Geisler eine Umweltschützerin öffentlich als "widerwärtiges Luder". Weil er weiß, wie der Hase läuft und einen Shitstorm am Horizont aufziehen sieht, entschuldigt er sich halbgar. Doch seine PR-Abteilung schlägt einen Haken und lässt ausrichten, der Begriff "Luder" sei "nicht zwingend negativ", stamme er doch aus der Jägersprache und bezeichne "einen Köder zum Anlocken von Raubtieren" – in diesem Fall aber nur für einen Kommunikations-Bock.
sueddeutsche.de

Ibiza-Video soll an den Untersuchungsausschuss übermittelt werden.

Österreich: Justizministerin Alma Zadić will, dass der Untersuchungsausschuss Zugriff auf das Ibiza-Video erhält. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erfuhr offenbar erst aus den Medien, dass die "Soko Tape" die vollständigen Aufnahmen bereits Ende April sichergestellt hat. Laut Soko sei der Fund im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien erfolgt, die auch informiert worden sei.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Funke lehnt Verkauf der “Krone” ab und geht gegen Schiedsgerichtsentscheidung vor.

Kronen Zeitung: Der Machtkampf um die Zeitung geht in die nächste Runde. Funke kündigt an, gegen die Schiedsgerichtsentscheidung aus der vergangenen Woche wegen "schwerwiegender Unregelmäßigkeiten" vorzugehen. Das Gericht hatte die Kündigung der Verträge zwischen Funke und der Gründerfamilie Dichand für nichtig erklärt und damit die Patt-Situation zwischen den zerstrittenen Parteien verlängert. Gleichzeitig beton Funke, dass der Verlag einen Verkauf seiner Anteile an die Familie Dichand kategorisch ausschließe und auch nicht zu Gesprächen bereit sei.
funkemedien.de, turi2.de (Background)

Schiedsgericht verlängert Patt-Situation im Funke-Dichand-Streit.

Kronen Zeitung: Ein Schweizer Schiedsgericht hat die Patt-Situation im Streit um Macht und Geld bei Österreichs größter Tageszeitung zwischen der Gründerfamilie Dichand und der deutschen Funke Gruppe verlängert, teilt Christoph Dichand, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung, mit. Demnach ist eine Kündigung der Verträge durch Funke, die die Essener und Dichand 1987 geschlossen haben, nichtig. Der deutsche Verlagskonzern will seine 50 % an der "Krone" an den Investor René Benko abtreten, der will nur übernehmen, wenn die Verpflichtungen aus den Alt-Verträgen entfallen. Die Vereinbarung sichern den Dichands 7 Mio Euro Vorabgewinn pro Jahr zu, unabhängig von der wirtschaftlichen Leistung der Zeitung. Die Dichands haben außerdem in der Redaktion das Sagen.
derstandard.at

Zitat: Frederik Obermaier rät nicht zu Verabredungen nach großen Veröffentlichungen.

"Ich würde für den Abend der Veröffentlichung kein Treffen mit Familie und Freunden mehr vereinbaren. Denn das hatte ich leider gemacht – und kam gehörig zu spät."

Frederik Obermaier, Leitender Investigativ-Redakteur bei der "Süddeutschen Zeitung", sagt einem Jahr nach dem Ibiza-Gate dem "Standard", dass die Beteiligten noch immer Drohungen erhalten.
derstandard.at

Servus TV holt sich Rechte für Europa- und Champions League in Österreich.

Servus TV darf in Österreich ab Sommer 2021 drei Jahre lang Champions League, Europa League und die neue Europa Conference League senden. Das hat der Red-Bull-Sender jetzt offiziell bestätigt. Pro Saison wird er 33 Spiele der Wettbewerbe im Free TV übertragen. Die Spiele der Champions League waren in Österreich seit 2018 nur gegen Bezahlung zu sehen.
derstandard.at, dwdl.de

Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, schreibt für Russia Today.

Russia Today heuert Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, als Kolumnistin an. Kneissl hat sich zuletzt öffentlich beschwert, trotz null Einkommen wegen der Krise kein Geld aus dem Härtefallfonds für Selbstständige zu bekommen. Ihre erste Kolumne bei RT dreht sich um die Zukunft des Autos. Putin war 2018 Ehrengast bei Kneissls Hochzeit.
derstandard.de, sueddeutsche.de

Daten von 1 Mio Österreicher*innen sollen auf Regierungsseite frei einsehbar gewesen sein.

Datenpanne: Persönliche Daten von mehr als 1 Mio Österreicher*innen waren auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums frei zugänglich, behauptet die österreichische Oppositionspartei Neos. Darin sollen auch die Wohnadressen ranghoher Politiker*innen zu finden gewesen sein, darunter von Alexander Van der Bellen. Das Wirtschaftsministerium bestreitet ein "Datenleck". Das Register ist inzwischen offline.
derstandard.at

Wie geht’s Österreich, Christian Rainer?


O du mein Österreich: Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Christian Rainer über die Lage von Politik, Gesellschaft und Medien in Zeiten der Lockdown-Lockerungen bei unseren südlichen Nachbarn. Der Chefredakteur und Herausgeber des österreichischen Nachrichten-Magazins Profil beklagt etwa den Umgang der Politik mit den Medien. Bei der Verteilung von Corona-Hilfen seien die "niveauvollen Qualitätsmedien" anfangs vergessen worden. Erst nach Protesten sei auch bei "Profil" etwas von der Hilfe angekommen. "Ich glaube, die wirklich privilegierten Journalistinnen und Journalisten sind diejenigen, die in öffentlich-rechtlichen Medien arbeiten", sagt Rainer. Er sieht eine gewisse "Hybris" bei den Kolleg*innen, die jetzt ganz anders "dastehen als wir Privatmedien".

Rainers größte Sorgen gelten der Freiheit und dem Klima: "Wenn Sebastian Kurz über eine Corona-App spricht, dann ist es nicht das Gleiche, als würde zum Beispiel Angela Merkel darüber sprechen." Seine Befürchtung ist, dass im Rahmen von Corona die Demokratie langfristig und gut begründet eingeschränkt wird. Schließlich komme der österreichische Bundeskanzler gerade aus einer Koalition mit der rechten FPÖ. Von "Profil" auf die Demokratie-Einschränkungen im Nachbarland Ungarn angesprochen antwortete der Kanzler etwa, er habe jetzt keine Zeit sich damit zu beschäftigen.

Das wichtigste Thema, "das wir eigentlich zu bearbeiten hätten", sei die Klimakatastrophe, sagt Rainer. Er befürchtet, dass am Ende nicht mehr genug Geld da ist, um umzudenken und umzurüsten - und dass auch die "mentale Energie" dafür fehlt. "Ich bin mir sicher, Corona wird im Vergleich zu dem, was uns als Klimakatastrophe schnell entgegenkommt, nicht mal ein Nebensatz sein", sagt Rainer.
turi2.tv (18-Min-Interview auf YouTube)

Funke stellt sich bei Gewinnausschüttung an “Kronen”-Familie Dichand quer.

Funke verhindert die üppige Gewinn­aus­schüttung von 7,3 Mio Euro an die "Kronen"-Dynastie Dichand um Herausgeber Christoph Dichand (Foto), meldet "Die Presse". Funke versucht seit Jahren, die Privilegien der Dichands ein­zu­schränken. Die "Kronen Zeitung" gehört zu je 50 % den Erben von Verleger Hans Dichand und der WAZ Ausland Holding, an der Funke 51 % und Investor René Benko 49 % hält. Funke und Benko hatten Anfang 2020 bei der österreichischen Wettbewerbsbehörde "alleinige Kontrolle" über das Boulevard-Blatt angemeldet – bisher jedoch ohne Ergebnis.
derstandard.at, diepresse.com (Paid), turi2.de (Background)

ORF rechnet mit bis zu 50 Mio Euro weniger Einnahmen.

ORF rechnet in der Krise mit einem operativen Minus zwischen 28,6 und 50 Mio Euro, zitiert der "Standard" aus der Stiftungsrat-Sitzung den ORF-Chef Alexander Wrabetz. Die Rekordarbeitslosigkeit lässt die Einnahmen aus den Rundfunkgebühren einbrechen, da Arbeitslose in Österreich unter bestimmten Bedingungen von der Abgabe befreit sind.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Österreich: ORF befürchtet einbrechende Gebühreneinnahmen.

ORF 150ORF rechnet mit einem Gebühren-Minus zwischen 30 und 70 Mio Euro, meldet der "Standard". Grund ist die Corona-bedingt historisch hohe Zahl der Arbeitslosen in Österreich. Sie können eine Befreiung von der Gebühr beantragen. Der Sender finanziert sich zu zwei Drittel aus Gebühren, die bei etwa 640 Mio Euro pro Jahr liegen, ein Drittel entfällt auf Werbeeinnahmen.
derstandard.at

Österreich plant für deutsche Urlauber eine Ausnahme bei der Reisefreiheit.

Österreich will gezielt um deutsche Urlauber werben und für sie eine Ausnahme bei der eingeschränkten Reisefreiheit machen – ab wann, ist offen. Ende April will die österreichische Regierung einen Plan fürs Hochfahren des Gastronomie- und Tourismussektors vorlegen. Die Deutschen sind mit 31 % die wichtigste Besuchergruppe Österreichs, die Tourismusbranche hat in der Krise wegen der Fahrlässigkeit in Skiorten wie Ischgl gelitten. Hunderte Skitouristen planen deshalb Schadensersatzklagen gegen Österreich.
handelsblatt.com