Österreichische Post betreibt Kampagne gegen “Keine Werbung”-Aufkleber.

Österreich: Die Post führt derzeit eine Kampagne durch, die Einwohner dazu animieren soll, ihre Werbeverweigerungs-Aufkleber zu entfernen. Wer einen solchen Aufkleber am Briefkasten hat bekommt von der Post eine Notiz, die auf die vermeintlichen Vorzüge der Werbesendungen hinweisen soll. Außerdem bietet die Post kostenlos Werkzeuge zum Entfernen der Sticker an. Wie auch in Deutschland verdient die Post mit Werbesendungen. Die Deutsche Post plant jedoch aktuell keine ähnliche Kampagne.
welt.de

Video-Tipp: ORF-Show führt Boulevardpresse mit Fake-Video vor.

Video-Tipp: ORF-Satiriker Peter Klien erklärt in seiner Show Gute Nacht Österreich die Methoden der Boulevardpresse und lässt "Krone", Österreich" und "Heute" ins offene Messer laufen. Sein Team hat in ein Spielplatz-Video einen Skorpion montiert und mittels Fake-Accounts verbreitet. Den Boulevardblättern reichte das ohne weitere Recherche für Titelstorys. Die "Krone" wirft dem ORF nun vor, Fake News in die Welt gesetzt zu haben.
youtube.com (15-Min-Video) via derstandard.at, krone.at

Zwei YouTuber veröffentlichen vor Österreich-Wahl Boykott-Video in Rezo-Manier.

Österreich: Vor der Wahl des Nationalrats am Sonntag wollen zwei YouTuber in Rezo-Manier die ÖVP "zerstören". Sie kritisieren die Bildungs- und Klimapolitik der konservativen Partei. Die Videos der bisher unprominenten YouTuber Konstantin Kladivko (Foto) und Working Class Hero kommen auf über 160.000 Klicks - YouTuber Rezo erreichte über 16 Mio Aufrufe.
stern.de, turi2.de (Rezo), youtube.com (Konstantin Kladivko, 36-Min-Video), youtube.com (Working Class Hero, 55-Min-Video)

ÖVP wehrt sich gegen Berichterstattung der Wochenzeitung “Falter”.

Österreich: Die Wochenzeitung "Falter" kassiert eine Unterlassungsklage von der ÖVP. "Falter" berichtete, die ÖVP sei "hochverschuldet" und habe Großspenden verschleiert. Die Partei von Ex-Kanzler Kurz (Foto) zweifelt an der Echtzeit der Quellen. Viele Medien berichteten nicht über die Enthüllungen - aus Angst vor wegbrechenden Anzeigen öffentlicher Stellen, sagt Reporter ohne Grenzen.
deutschlandfunk.de

ProSiebenSat.1 geht in Österreich mit Puls 24 on-air.

ProSiebenSat.1 schickte den österreichischen Nachrichtensender Puls 24 am Sonntagabend auf Sendung, Bundespräsident Van der Bellen gibt den offiziellen Startschuss. Passend zum Beginn des Wahlkampfes in Österreich sendet Puls 24 zur ersten Primetime eine Wahlarena mit Sebastian Kurz.
twitter.com (Sendestart), digitalfernsehen.de

Gericht verbietet der “Zeit” Details über Detektiv im “Ibiza-Video”.

Zeit darf keine Einzelheiten mehr über einen Privatdetektiv verbreiten, der im so genannten Ibiza-Video zu sehen ist, urteilt das Landgericht Berlin. Die Wochenzeitung darf nur schreiben, dass die Wiener Staatsanwaltschaft gegen den Mann ermittelt, an etwaigen Vorstrafen oder angeblichen Tätigkeiten bestehe kein öffentliches Interesse. Das Video hatte die österreichische Regierung zum Sturz gebracht.
faz.net (Paid), bazonline.ch, de.euronews.com

Zitat: Regierung hat Medien unter Druck gesetzt, sagt Helmut Brandstätter.

"Überall dieselben Botschaften, dieselben Formulierungen. Und wo nicht gespurt wird, erhalten Vorgesetzte und Eigentümer deutliche Anrufe."

Helmut Brandstätter, Ex-Herausgeber der Tageszeitung "Kurier" und kürzlich in die Politik zur liberalen Oppositionspartei Neos gewechselt, schreibt in einem neuen Buch über die Einflussnahme der österreichischen Regierung.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Österreich: “Kurier” und Herausgeber Helmut Brandstätter trennen sich.

Österreich: Helmut Brandstätter beendet seinen Vertrag als Herausgeber des "Kurier". Er gehe einvernehmlich, sagt er in einer Betriebsversammlung. Im Flurfunk heißt es, er könne als Quereinsteiger zur liberalen Partei Neos wechseln. Brandstätter war von 2010 bis 2018 Chefredakteur des "Kurier", ab 2013 Herausgeber, vorher u.a. n-tv-Chef.
derstandard.at

Bauer verkauft immmo.at und “Bazar” an den “Kurier”.

Bauer verkauft in Österreich die Immobilienplattform immmo.at und das das Kleinanzeigenangebot Baraz an den "Kurier". Die Digitaltochter des "Kurier" gründet für die beiden Angebote eine neue Tochtergesellschaft namens JIM Marketing. Bis 2015 trat Bauers Österreichtochter Bauer Media Austria unter dem Namen Bazar Media auf.
derstandard.at, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “Zeit” beschreibt Details zu den Hintermännern des Strache-Videos.

Lese-Tipp: In der "Zeit" schreibt Holger Stark über das Umfeld der mutmaßlichen Macher des "Ibiza-Gate"-Videos. Ins Zentrum des Interesses sei mittlerweile eine Gruppe geraten, die als anrüchige Privatdetektive jahrelang in juristischen Grauzonen agiert hätte. Während sie den FPÖ-Politikern die Falle stellten, wurde parallel gegen sie ermittelt. Ob sie alleine agierten oder es noch Strippenzieher gebe, sei weiterhin unklar.
"Zeit" 28/2019, S. 4 (Paid)

Verlage und Digitalunternehmen gründen Austauschforum OP next.

Online-Publisher im deutschsprachigen Raum haben den Verein OP next gegründet, in dem sie sich über digitale Produktentwicklungen austauschen wollen. Die Plattform richtet sich an Publisher, die überregional journalistische Digitalprodukte herausgeben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. "Spiegel", "Standard", Golem.de, Gruner + Jahr, die "Neue Zürcher Zeitung", Tamedia und Zeit Online.
opnext.info

Österrreichs Ex-Vize-Kanzler Strache stellt Strafanzeige gegen “alle” Beteiligten am “Ibiza-Video”.

Ibiza-Video: Heinz-Christian Strache, Ex-Vize-Kanzler von Österreich, hat in München und Hamburg Strafanzeige "gegen alle Personen" gestellt, die für die "Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. 'Ibiza-Videos' mitwirkend verantwortlich" seien. Bestimmte Personen bzw. die "Süddeutsche Zeitung" oder der "Spiegel", die das Video verbreitet haben, sind nicht namentlich genannt.
sueddeutsche.de

Zitat: Bernhard Pörksen sieht Österreich aktuell in einem journalistischen Live-Experiment.

"Österreich durchlebt momentan ein Live-Experiment, das von der Frage handelt: Behält der seriös sortierende Journalismus in Zeiten der fiebrigen Sofort-Spekulation die Deutungshoheit?"

Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen stellt im "Profil"-Interview die Frage, ob der Kern des Ibiza-Skandals das "Brausen aus Empörung und Gegenempörung" zwischen den Medien und sozialen Netzwerken bestehen kann oder die "Akteure des Spektakels" am Ende gewinnen.
profil.at

Sixt wirbt augenzwinkernd mit Ex-Kanzler Kurz.

Sixt reagiert in der Werbung erneut mit Augenzwinkern auf das aktuelle Nachrichtgeschehen: In einem von Jung von Matt entworfenen Social-Media-Post rät der Autoverleiher dem österreichischen Ex-Kanzler Kurz zum "Kurz-Urlaub". Zuvor wurde auch FPÖ-Chef Strache unfreiwillig zum Werbegesicht.
wuv.de, twitter.com (Kurz-Motiv), facebook.com (Strache-Motiv)

n-tv baut Berichterstattung in Österreich mit eigenem Ticker-Laufband aus.

Österreich: Der Nachrichtensender n-tv bestückt seinen News-Ticker des Programmfensters in Österreich künftig auch mit österreichischen Inhalten. Das Laufband wurde bisher aus Deutschland übernommen. n-tv vermarktet im Nachbarland bereits österreichische Werbefenster und strahlt seit April eine Polit-Talkshow des Boulevard-Portals krone.at aus.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Österreich: Staatsanwaltschaft nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann auf.

Österreich: Die Staatsanwaltschaft Wien nimmt kein Ermittlungsverfahren gegen Jan Böhmermann auf. Der Satiriker hatte in einem Interview mit dem ORF gesagt, in Österreich lebten "acht Millionen Debile". Ein Wiener Anwalt hatte daraufhin Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft schätzt Böhmermanns Aussage jedoch als Satire ein.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Herausgeber der “Kronen Zeitung” fordert von Funke Antworten zu Straches Zensurplänen.

Kronen Zeitung fordert von Funke Antworten zu Straches Aussagen über mögliche redaktionelle Beeinflussung durch Investoren, schreibt "Spiegel". Die Eigentümerfamilie um Herausgeber und Chefredakteur Christoph Dichand wolle wissen, ob Funke als Mitgesellschafter von den Plänen des FPÖ-Chefs wusste. Der österreichische Investor René Benko übernahm später tatsächlich Anteile der "Kronen Zeitung" von Funke.
"Spiegel" 22/2019, S. 80 (Paid), turi2.de (Ibiza-Affäre), turi2.de (Benko-Anteile)

Wiener Anwalt veröffentlicht Bekennerschreiben zu inszeniertem Ibiza-Video.

Ibiza-Gate sei "ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt", teilt der Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrai in einem Bekennerschreiben mit. Das Video nutze bewusst "investigativ-journalistische Wege". Am Freitag stellte FPÖ-Chef Strache Strafanzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher.
kurier.at, bild.de, turi2.de (Strache-Anzeige), turi2.de (Ibiza-Affäre)

Strache kündigt Anzeigen in Ibiza-Affäre an.

Ibiza-Gate: Österreichs Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache erstattet bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen drei mutmaßliche Drahtzieher des Videos, kündigt der FPÖ-Chef in einem Facebook-Video an. Die drei Personen seien "mögliche Mittäter" bei der Erstellung der Aufnahmen. Namen nennt Strache nicht.
facebook.com (Strache-Statement), n-tv.de, oe24.at, turi2.de (Background)

Die “Zeit” beschreibt den Weg des Strache-Videos in die Medien.

Ibiza-Gate: Die "Zeit" zeichnet nach, wie das Strache-Video in die Öffentlichkeit gelangt ist. Die Falle gestellt habe ein größeres "Geflecht an Personen mit unterschiedlichen Zielen". 2018 hätten Hintermänner versucht, das Video für eine siebenstellige Summe an Medien zu verkaufen. Als diese ablehnten, hätten sie das Video u.a. Jan Böhmermann angeboten. Auch der habe nicht zahlen wollen, mit seinen Andeutungen aber die Betroffenen gewarnt, so dass die Hintermänner das Video aus Angst, enttarnt zu werden, ohne Gegenleistung an den "Spiegel" und die "Süddeutsche" übergaben.
"Zeit" 22/2019, S. 3 (Paid)

Zitat: Verbreitung des Strache-Videos ist zulässig, sagt Christoph Degenhart.

"Wenn die beiden Medien das Video selbst gedreht hätten, wäre es heikler für sie. Wenn ihnen das Material von dritter Seite zugänglich gemacht wird, ist es in der Welt und darf damit gezeigt werden."

Staats- und Medienrechtler Christoph Degenhart schätzt das Strache-Video im "Welt"-Interview als allgemeine Informationsquelle und das Vorgehen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" als von der Pressefreiheit gedeckt ein.
"Welt", S. 2 (Paid)

Zitat: Bascha Mika reagiert auf einen tätlichen Angriff gegen ihren Kollegen Danijel Majic.

Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau"Wenn, was sich abzeichnet, die Nationalisten und Rechtsextremen stärker werden, können wir uns ausrechnen, was daraus folgt. Nicht nur für den kritischen Journalismus."

Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", reagiert in einem Kommentar auf den tätlichen Angriff gegen "FR"-Reporter Danijel Majic in Österreich am Wochenende. Die Redaktion wisse zwar, wie schnell Hetze in Gewalt umschlagen kann – es sei jedoch "besonders erschreckend, wenn es tatsächlich passiert".
fr.de, fr.de (Background)

“Spiegel” und “SZ” wissen seit Monaten vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Der "Spiegel" weiß seit mehreren Monaten von dem auf Ibiza entstandenen Video, die "Süddeutsche" arbeitet schon länger an der Enthüllung, sagt Martin Knobbe (Foto) vom "Spiegel" bei "Anne Will". Vor einer Woche haben die Medien das Video erhalten und nach einem Verifikations-Prozess veröffentlicht. Bei der Frage nach dem Überbringer des Videos beruft Knobbe sich auf den Quellenschutz.
ndr.de (60-min-Video)

“Spiegel” und “SZ”: Gudenus hielt Kontakt zur vermeintlichen Russin.

Ibiza-Affäre: Johann Gudenus (Foto) und Heinz-Christian Strache pflegten offenbar auch nach dem Treffen auf Ibiza noch Kontakt zur vermeintlichen russischen Investorin, berichten der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung". Mindestens einmal habe Johann Gudenus einen Mittelsmann - offenbar ebenfalls ein Lockvogel - getroffen. Von dem Treffen gebe es eine Audioaufnahme, aus der "Spiegel" und "Süddeutsche" zitieren. Darin habe Gudenus als "Zeichen des guten Willens" zugesagt, über Strabag-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner eine Pressemitteilung zu veröffentlichen. Die Politiker hatten nach Bekanntwerden der Affäre zunächst behauptet, das Treffen sei eine einmalige Angelegenheit gewesen.
sueddeutsche.de, spiegel.de, ots.at (FPÖ-Pressemitteilung aus 2017)

Nach “Spiegel”- und “SZ”-Enthüllungen: Österreichs Kanzler Kurz ruft Neuwahlen aus.


Kein kurzer Prozess: Die Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" sorgen für ein politisches Erdbeben in Österreich. Bundeskanzler Kurz ruft am Abend für "den nächst möglichen Zeitpunkt" Neuwahlen in der Alpenrepublik aus. Zuvor war am Mittag Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von allen Regierungs- und Parteiämtern zurückgetreten. In einem heimlich aufgenommenen Video von 2017 hatte Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin gegen Wahlkampfunterstützung öffentliche Aufträge versprochen. Außerdem macht Strache seine Verachtung für die freie Presse deutlich und hetzt und lästert über Bundeskanzler Kurz. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten das Video am Samstagabend veröffentlicht.

Der ÖVP-Politiker Kurz sagte in seinem Statement, er habe in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Koalitionspartner viel ausgehalten. Die Methoden, unter denen das Enthüllungsvideo entstanden ist, findet Kurz "verachtenswert", zum Inhalt sagt er dennoch "Genug ist genug". "Schwerwiegend" und "problematisch" nennt er die "Ideen zum Machtmissbrauch" und Straches Ansichten "gegenüber der Medienlandschaft".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Jan Böhmermann wusste schon im April vom #Strachevideo.

#Strachevideo: Satiriker Jan Böhmermann wusste schon im April von dem Video, das Österreichs Vize-Kanzler Strache an diesem Wochenende zu Fall gebracht hat. Das bestätigt Böhmermann-Manager Peter Burtz der dpa. Die Macher hätten das Video dem ZDF-Moderator nicht angeboten. Woher Böhmermann von der Enthüllung wisse, sagt Burtz nicht. Böhmermann hatte im April im österreichischen Fernsehen Anspielungen in der Sache gemacht. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass Böhmermann von dem Strache-Video wusste.
bild.de

“Spiegel”- und “SZ”-Enthüllungen bringen Österreichs Vize-Kanzler Strache zu Fall.


Video killed the Right-wing Star: Österreichs Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache nimmt nach den Enthüllungen von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" seinen Hut. Der Politiker der rechtspopulistischen FPÖ tritt auch als Parteivorsitzender zurück. "Spiegel" und "Süddeutsche" hatten einen Video-Mitschnitt veröffentlicht, in dem Strache einer vermeintlichen reichen Russin öffentliche Aufträge gegen Wahlkampfhilfe anbietet und empfiehlt, die kritische "Kronen-Zeitung" zu übernehmen - offenbar eine Falle. Wer hinter dem Video steckt, ist unbekannt.

Auf einer Pressekonferenz in Wien bezeichnet Strache den Mitschnitt als rechtswidrig. Er erhebt die Anschuldigung einer Schmutzkampagne und nennt dabei auch einen Namen: Jan Böhmermann. Dennoch entschuldigt sich Strache bei der Veranstaltung für sein Verhalten. Er schiebt den lockeren Ton auf seine zunehmende Alkoholisierung. Unklar ist, ob durch das Video auch die Mitte-Rechts-Koalition in Österreich platzt. Bundeskanzler Kurz hat die Möglichkeit, die Koalition mit Strache-Nachfolger Norbert Hofer fortzusetzen. Kurz kann aber auch Neuwahlen ausrufen.
spiegel.de, welt.de, turi2.de (Background)

Update 12.55 Uhr: Auch FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus, der ebenfalls in dem Video zu sehen ist, tritt zurück. Vor dem Bundeskanzleramt in Wien wollen am Mittag tausende Regierungskritiker demonstrieren. Meldungen zufolge will Bundeskanzler Kurz um 14 Uhr vor die Presse treten.
kleinezeitung.at

Update 16.27 Uhr: Das österreichische Bundeskanzleramt kündigt eine Pressekonferenz von Bundeskanzler Kurz für 19.45 Uhr an.

Österreichs Kanzler Kurz will Zusammenarbeit mit FPÖ-Chef Strache beenden.

Österreich: Kanzler Sebastian Kurz will nicht mehr mit Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Foto) zusammenarbeiten, nachdem bekannt geworden ist, dass Strache versucht hat, Medien zu beeinflussen. Kurz will Strache laut österreichischen Medien zum Rücktritt auffordern. Eine heimliche Videoaufnahme zeigt Strache 2017 auf Ibiza, wie er einer vermeintlichen russischen Millionärin Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe verspricht.
n-tv.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” und “Süddeutsche” zeigen, wie Österreichs Vizekanzler Medien beeinflussen will.


We're going to Ibiza: Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten über eine heimliche Videoaufnahme, die den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zeigt. In dem 2017 vor den österreichischen Wahlen auf Ibiza entstandenem Video tappt der Rechtsaußen in die Falle einer vermeintlichen russischen Millionärin, die vorgibt, eine Übernahme der "Kronen Zeitung" zu planen. Strache und sein Parteifreund Johann Gudenus zeigen sich stark interessiert an der Möglichkeit, die Berichterstattung zu beeinflussen und stellen im Gegenzug öffentliche Aufträge im Bausektor in Aussicht. Strache spricht auch über Wege, das Parteispendengesetz zu umgehen.

Der "Spiegel" bringt seine aktuelle Ausgabe mit der Geschichte in Österreich mit einem eigenständigen Cover an den Kiosk. Während in Deutschland Angela Merkel auf der Titelseite ist, zeigt die Österreich-Ausgabe Strache. Für Spekulationen sorgt zudem Jan Böhmermann. Der Satiriker machte bereits im April in einer Rede Andeutungen auf das Video. Der "Spiegel" schreibt dazu, dass die Umstände des Treffens wohl einer Reihe von Leuten bereits bekannt gewesen sei.
"Spiegel" 21/2019, S. 78 (Paid), spiegel.de, sueddeutsche.de, twitter.com (Cover), derstandard.de (Böhmermann)

Zitat: Armin Wolf bringt zum Schutz vor Fake-News-Vorwürfen Quellen physisch mit zu Interviews.

"Neu ist in den letzten Jahren, dass ich die Zitate nicht nur suche, sondern auch physisch mitbringe, in Form von tatsächlichen Zeitungen."

ORF-Anchor Armin Wolf erklärt im Gespräch mit Holger Gertz, wie sich seine Arbeit in den letzten Jahren verändert hat. Wolf habe sich sogar Mitschnitte von Interviews schicken lassen, die er zitieren wollte – vor allem FPÖ-Politiker bestritten Zitate sonst einfach.
"Süddeutsche Zeitung", S. 3

Meinung: Jan Böhmermann nimmt seinen Job ernst.

Satire darf kalkulierte Grenzübertritte wie im Falle von Jan Böhmermann (Foto), schreibt Paul Dalg. Statt Witze auf Kosten der Österreicher für Likes abzufeuern, beschäftige sich der Satiriker mit dem ernsten Thema des Rechtsrucks in Österreich und den Angriffen der FPÖ gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Google und Amazon könnten Niederlassungen in Oberösterreich errichten.

Österreich: In Kronstorf könnten Google und Amazon künftig Standorte errichten, schreiben die "Oberösterreichischen Nachrichten". Bereits vor elf Jahren war dort eine Server-Farm von Google angedacht, woraus aber nichts wurde. Der Bürgermeister von Kronstorf bestätigt der Zeitung erneute Gespräche. Auch Amazon habe Interesse an einem Verteilzentrum in Oberösterreich.
nachrichten.at (Paid), diepresse.com