“Freude.Forever”: BMW bringt ein neues Print-Magazin auf den Markt.

Freude am Drucken: BMW bringt mit "Freude.Forever" ein Print-Magazin heraus, das die "Facetten des modernen, nachhaltigen Luxus und des technologischen Fortschritts" beleuchten will. Die monothematischen, je 140-seitigen Hefte sollen anlassbezogen erscheinen. Das Heft erscheint mit 150.000 Auflage für 10 Euro. Der Erstling widmet sich der "Verbindung und Bedeutung von modernem Luxus" sowie "beständiger Nachhaltigkeit".
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Kosmos- und der Olympia-Verlag kooperieren bei weiteren Fußball-Titeln für Kinder.

Kickt gut: Die beiden Verlage Kosmos und Olympia wollen nach dem Launch von "Kicker Kids" weiter zusammenarbeiten. Entstehen sollen dabei "unterhaltsame und informative Kinderbuchbände", Hörspiele sowie Spiele. Mit "Fussball – Alles zu WM, EM, Spielern, Rekorden und Co." erscheint ein neues Sachbuch. "Wir glauben an das gedruckte Wort. Ein Buch ermöglicht Kindern einen ganz anderen Zugang und eine intensivere Beschäftigung mit ihren Lieblingsthemen", begründet "Kicker"-Chefredakteur Jörg Jakob die Partnerschaft.
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Oliver Wurm will alle Landesverfassungen als Magazine an die Kioske bringen.

Machen die 16 voll: Der Journalist Oliver Wurm und der Designer Andreas Volleritsch wollen "in den nächsten Jahren" alle 16 Landesverfassungen in Magazin-Optik veröffentlichen. Im Oktober geht es zunächst weiter mit der Bremer Verfassung und im Dezember mit der des Saarlandes. Für 2023 seien bereits sechs weitere Projekte in Arbeit. Die neusten Wendecover-Hefte umfassen je rund 180 Seiten und wie gehabt den vollständigen Text des Grundgesetzes.
per E-Mail, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Helene Fischer ist 315 Mal auf Klatschmagazin-Covern.

Zahl des Tages: Genau 315 Mal zeigen deutsche Klatsch-Hefte Helene Fischer auf den Titelseiten zwischen Januar 2021 und Juli 2022, wertet Übermedien aus. Ihr Ex-Freund Florian Silbereisen ist auf 227 Covern, Prinz Harry auf 210. Angela Merkel ist 74 Mal das Titel-Gesicht, seit dem Ende ihrer Amtszeit im Dezember 2021 interessiert sich die Regenbogen-Presse verstärkt für sie.
uebermedien.de (€)

Julian Reichelt sieht seine Zukunft nicht im Print und kündigt neue Dachmarke an.


Macht keinen Druck: "Ich glaube, dass Zeitung nicht mehr unser Geschäft sein wird", sagt Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt in einer Fragestunde, bei der Nutzerinnen u.a. Auskunft zu den Plänen seines neuen Medienunternehmens haben wollen. Das Modell des YouTube-Kanals "Achtung, Reichelt!" und "allem weiteren, was wir planen" werde ziemlich sicher nicht gedruckt stattfinden. Als Gründe dafür nennt er u.a. die hohen Papier-, Verteilungs- und Energiepreise, die es derzeit "nahezu unmöglich machen, eine neue, erfolgreiche Zeitung zu gründen". Reichelt hält Zeitung zwar nach wie vor für ein "wunderschönes Modell", aber nicht mehr für ein nachhaltiges – vor allem nicht, um große Reichweiten zu erzielen. Weil er aber genau diese Reichweite wolle, liege die Zukunft "nicht auf bedrucktem Papier".

Als neue Projekte plant Reichelt mehrere Shows abseits seines bisherigen "Achtung!"-Formats, auch mit weiteren Moderatorinnen. Die Sendungen sollen perspektivisch auf einer eigenen Website mit neuer Dachmarke beheimatet sein. In "einigen Wochen" wolle er diese Marke bekannt geben.
youtube.com (30-Min-Video)

Sorge vor Erdgas-Knappheit: Die “FAZ” hamstert Papier.

Für den Ernstfall: Die "FAZ" erhöht ihren Vorrat an Papier und will sich so gegen einen möglichen Produktionsengpass durch eine Erdgas-Knappheit wappnen. Zusätzlich bis zu 1.400 Tonnen Zeitungsrollen wolle man z.B. am wichtigsten Standort in Mörfelden-Walldorf, südlich des Frankfurter Flughafens, einlagern. Der Papierbedarf soll so für drei Monate sichergestellt sein. Auch die Vorräte an Druckplatten und Farbe würden erhöht.
faz.net (Paid)

“Donaukurier”: Druckerei in Ingolstadt soll noch dieses Jahr schließen.

Spar-Druck: Bis Ende des Jahres soll die Druckerei des "Donaukurier" in Ingolstadt stillgelegt werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Künftig soll der Druck der Regionalzeitung in Regensburg erfolgen – im Druckzentrum der "Mittelbayerischen Zeitung", die ebenfalls zur Mediengruppe Bayern der umstrittenen Verlegerin Simone Tucci-Diekmann gehört. Insider sprechen vom "Niedergang" ihrer Zeitung, sie befürchten zudem Folgen für die Aktualität des Blattes.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: “Capital”-Jubiläumsheft orientiert sich an der Erstausgabe.

Hoch verzinst für Print-Liebhaber: Das Wirtschaftsmagazin "Capital" feiert seinen 60. Geburtstag mit einer Retro-Edition im Stil der ersten Ausgabe von Mai 1962. Auf 116 Seiten begibt sich die Redaktion in Sachen Schrift, Design, Formate und Fotos "auf die Spuren ihrer Anfänge". Zu lesen gibt es u.a. ein Interview mit Unternehmensberater Roland Berger, Gespräche mit ehemaligen Chefredakteuren sowie prominente Glückwünsche von z.B. Tina Müller. Auf seiner Website blickt das Magazin zudem auf denkwürdige Titelseiten aus sechs Jahrzehnten zurück.
capital.de, shop.capital.de (10 Euro), capital.de (Bildergalerie)

Zitat: “Focus Money”-Chef Georg Meck hält Absprachen mit Wirtschaftsbossen für überholt.

"Die Zeiten, in denen alte Kollegen ein Abendessen mit einem Vorstandsvorsitzenden hatten und dann abgesprochen haben, in zwei Wochen darüber zu berichten, sind lange vorbei."

Für "Focus Money"-Chefredakteur Georg Meck ist der Finanz- und Wirtschaftsjournalismus innerhalb der vergangenen 30 Jahre schneller, wettbewerbsorientierter und auch investigativer geworden. Trotzdem gebe es noch immer Fälle "bei denen eine ganze Branche Fehlentwicklungen zu spät erkennt".
meedia.de (Paid)

“Der Freitag” startet die Anzeigen-Kampagne “Wir wollen bloß die Welt verändern”.

Nur noch kurz die Welt verändern: "Der Freitag" startet die neue Anzeigen-Kampagne "Wir wollen bloß die Welt verändern", mit der die Zeitung ihre "mutigen und kritischen Leser:innen" in den Fokus rücken will. "Freitag lesen ist: Das große Ganze sehen, statt die große Masse" ist beispielsweise auf einem der Motive zu lesen. Die Idee zum Titel kommt vom Markenberater Christian Frick, die Berliner Designagentur studio nunc zeichnet für die Gestaltung verantwortlich.
freitag.de

Debatte: Boris Rosenkranz analysiert die Symbiose von Paparazzi und Klatschpresse.

Stalking als Storygarant: Autor Boris Rosenkranz beschreibt am Beispiel eines Fotografen, der Helene Fischer obsessiv verfolgt und die Bilder meistbietend verkauft hat, die perfide Symbiose von Paparazzi und Klatschpresse. Klatschblätter aus Verlagen, "die sich als ehrliche, bodenständige Unternehmen geben und sich für seriöse journalistische Produkte feiern" beschäftigen professionelle Stalker, die Promis das Leben zur Hölle machten. Die Yellow Press konstruiere daraus Skandal-Berichte oder zynische Geschichten über Promis in der Stalking-Falle.
uebermedien.de (Paid)

“Handelsblatt” und dfv kooperieren in Sachen Recht und Steuern.

Beigesteuert: Das "Handelsblatt" und die dfv Mediengruppe kooperieren in Sachen Recht und Steuern. Ab heute erscheint im "Handelsblatt" wöchentlich eine themenbezogene Seite, deren Inhalt von der dfv-Fachredaktion geliefert wird. "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes verspricht sich davon einen "qualitativ hochwertigen Mehrwert".
dfv.de

“Tagesspiegel” geht morgen in den Warnstreik.

More money: Der Berliner "Tagesspiegel" geht am Mittwoch in den Warnstreik, aufgerufen dazu haben die Deutsche Journalisten-Union sowie der DJV Berlin-Brandenburg. Grund sind u.a. Unstimmigkeiten darüber, wie Redakteurinnen künftig nach Branchentarifvertrag bezahlt werden sollen. In der Holtzbrinck-Gruppe, zu der der "Tagesspiegel" gehört, hatte es kürzlich einen Tarifabschluss für Beschäftigte von "Zeit Online" gegeben.
bb.verdi.de, turi2.de (Background)

Deutscher Ethikrat kritisiert deutsches Corona-Management – und die Medienberichterstattung.


Doch nicht so doll: Der deutsche Ethikrat um Vorsitzende Alena Buyx (Foto) kritisiert in einer 161-seitigen Stellungnahme das deutsche Corona-Management. Insbesondere die junge Generation sei "nicht genug berücksichtigt und gesehen" sowie mit andauernden Maßnahmen "schwerer vulnerabel" geworden. Zudem bemängelt der Ethikrat auch die Arbeit der Medien in der Pandemie: "Der kritische Teil der Aufgabe" das "strittige Für und Wider von Maßnahmen" darzustellen, sei insbesondere zu Beginn der Corona-Krise "nicht im wünschenswerten Maß erfüllt" gewesen.

Insgesamt kommt der Ethikrat zu dem Schluss, dass wesentliche Maßnahmen "dezentral und lokal" verhängt werden sollten. Zudem sieht er "problematische Gewöhnungseffekte" bei "länger andauernden Freiheitsverlusten".
ethikrat.org, t-online.de, welt.de (Paid)

Lese-Tipp: SZ-Magazin beschreibt, was Lieferdienste ihren Fahrradkurieren abverlangen.

Lese-Tipp: Autor Christoph Cadenbach beschreibt im "SZ-Magazin", welchen Preis Lieferdienste ihren Fahrradkurieren abverlangen, damit Großstädterinnen für ihren Supermarkteinkauf ihre Couch nicht verlassen müssen. Einer der Hauptprotagonisten erzählt, wie er mit Gründerträumen nach Berlin kam und im Fahrradsattel des Lieferdienstes Gorillas und schließlich nach einem Unfall im Krankenhaus landete.
"SZ-Magazin" 13/2022 (Paid)

Bauer verliert Verlagschef Rob Munro-Hall.

Bye Bye Bauer: Die Bauer Media Group und Rob Munro-Hall gehen ab sofort getrennte Wege.  Der Brite kam 2008 zu Bauer und machte beim Hamburger Medienhaus Karriere.  2016 hat ihn Bauer zum CEO des britischen und 2020 zum Chef des weltweiten Verlagsgeschäfts befördert. Die Stelle soll neu besetzt werden, ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden. Zuletzt hatte sich Bauer aus vielen Ländern zurückgezogen und u.a. das USA-Geschäft verkauft.
new-business.de, bauermedia.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jürgen Winkler von Onlineprinters erklärt den Papier-Mangel.

Video-Tipp: Die Druckerei Onlineprinters hat zwar jede Menge Aufträge, aber wenig Papier, erklärt COO Jürgen Winkler dem BR. Der Mangel liege sowohl an bestreikten als auch stillgelegten Papierfabriken, die Preise für eine Tonne sind in den vergangenen Monaten um bis zu 80 % gestiegen. Spezielle Sorten haben mittlerweile eine Lieferdauer von bis zu drei Monaten.
br.de (2:30-Min-Video)

Zitat: Präsidenten-Promis wie Döpfner sind nicht nötig, sagt MVFP-Präsident Rudolf Thiemann.

"Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, einen besonders prominenten Präsidenten zu haben. Aber es schadet auch nicht."

Rudolf Thiemann, Präsident des VDZ-Nachfolgevereins Medienverband der Freien Presse, sagt im "Horizont"-Interview, dass es prominente Präsidenten wie Mathias Döpfner vom BDZV nicht zwingend braucht.
ereader.horizont.net

Zwei Männer greifen die Redaktion von “nd” an.


Alk-Attacke: Zwei Männer, die offenbar alkoholisiert waren, haben die Redaktion der linken Tageszeitung "nd" in Berlin-Friedrichshain angegriffen. Laut Angaben der Zeitung haben sie versucht, das Gebäude zu betreten und es mit Bierflaschen beworfen. "nd"-Verlagsleiter Rouzbeh Taheri (Foto) bestätigt, dass dabei Ausdrücke wie "Lügenpresse" gefallen seien.

Verletzt wurde bei dem Angriff niemand, allerdings sei Sachschaden entstanden. Die Täter sind flüchtig, der Staatsschutz ermittelt. "nd" vermutet einen rechtsradikalen Hintergrund.
t-online.de, twitter.com (Tweet "nd")

“Leipziger Volkszeitung” veröffentlicht Hilfe-Seite auf Ukrainisch.

Leipzig liefert: Die "Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht am Mittwoch eine gedruckte Hilfe-Seite auf Ukrainisch, um ankommenden Flüchtenden Orientierung zu geben. Beantwortet werden u.a. Fragen zu Unterbringung, Ansprechpartnern und der Registrierung in Deutschland. Chefredakteurin Hannah Suppa schreibt bei Twitter, die Idee ist vom "Kölner Stadt-Anzeiger" "entliehen".
twitter.com (LVZ), ksta.de (Background "Kölner Stadt-Anzeiger")

Debatte: Die News-Industrie ist so ungesund wie ein Big Mac, schreibt Christian Jakubetz.

No news today: "Wer News für Informationen hält, glaubt auch, dass ein Big Mac gesund ist", schreibt Christian Jakubetz bei "The European". Aufgrund von Krieg und Corona könne man sich den ganzen Tag durch alptraumartige, dunkle Nachrichten scrollen – ein Verhalten, das von der mit Tracking-Tools ausgestatteten "News-Industrie" befeuert werde und gewollt sei. Stattdessen sollte man auf Fastfood-Neuigkeiten verzichten und lieber auf Analysen und ausgeruhte Reportagen setzen.
theeuropean.de

Die Papierindustrie cancelt den Papiermangel.


Nicht von Pappe: Der Verband der Papierindustrie widerspricht den Gesetzlichen Krankenkassen, die Umsetzung der Corona-Impfpflicht scheitere aufgrund eines Mangels an Papier. In einem Twitter-Statement heißt es, das Argument sei nicht nachvollziehbar – und die deutsche Papierindustrie "lieferfähig". Der Verband sehe sich "als Vorwand missbraucht", erklärt ein Sprecher der "Welt".

Der Bedarf, um die Impfpflicht-Schreiben zu verschicken, belaufe sich auf "600 Tonnen Kopierpapier im A4-Format", was "einem Promille des jährlichen Verbrauchs in Deutschland" entspreche. Es gebe derzeit aber "Engpässe bei Druckpapieren". Auch das Bundeswirtschaftsministerium will nichts von einem "akuten Papiermangel" wissen.
twitter.com, welt.de, turi2.de (Background)

(Foto: Frank May / Picture Alliance; Montage: turi2)

Lese-Tipp: SZ-Magazin geht Zölibatbrüchen in der katholischen Kirche auf den Grund.

Lese-Tipp: Das SZ-Magazin thematisiert Zölibatbrüche, die in der eigenwilligen Logik der katholischen Kirche oft erst mit einer Eheschließung zum Straftatbestand werden. Autorin Kristina Ratsch spricht mit verstoßenen Priester-Kindern und einem Priester, der sich für die Liebe entschieden hat und damit bewusst gegen Kirchenrecht verstößt.
"SZ Magazin", 11/2022, S. 24 (Paid)

VDZ stellt sich als Medienverband der freien Presse neu auf.

Neuer Name, alte Köpfe: Die Zeitschriftenverleger organisieren sich ab sofort im Medienverband der freien Presse (MVFP). Neuer, alter Präsident ist Rudolf Thiemann von der Liborius Verlagsgruppe, der u.a. mit Philipp Welte (Hubert Burda Media) das exekutive Führungsgremium des Nachfolgerverbandes des VDZ bildet und diesem schon seit 2017 vorstand. Der MVFP will die Interessen seiner Mitglieder mit einheitlichen Mitgliedsbeiträgen und fünf Landesvertretungen möglichst demokratisch abbilden.
wuv.de, new-business.de, turi2.de (Background)

Christian Drosten geht juristisch gegen “Cicero” und Roland Wiesendanger vor.

Rote Linie überschritten: Der bisher nicht als besonders dünnhäutig aufgefallene Virologe Christian Drosten verlangt vom "Cicero" und dem Physiker Roland Wiesendanger eine Unterlassung und wehrt sich erstmals juristisch gegen einen Professoren-Kollegen. Wiesendanger hatte Drosten Anfang Februar in einem "Cicero"-Interview eine Corona-Verschwörung vorgeworfen und behauptet, er habe die Öffentlichkeit über den Ursprung des Corona-Virus gezielt getäuscht und "die ganze Medienwelt, die ganze Politik in die Irre" geführt.

Drosten widerspricht dem Vorwurf vehement und versichert per eidesstattlicher Erklärung, dass ein menschgemachter Ursprung zum Corona-Ausbruch "aus mehreren wissenschaftlich-technischen Gründen unwahrscheinlich und in jedem Fall nicht belegbar" sei. Kern des Streits ist die Frage ob der Corona-Ausbruch eine Naturkatstrophe ist, auf einen Laborunfall zurückgeht oder sogar gezielt durch Menschen verbreitet wurde. Wiesendanger beruft sich bei seiner Kritik auf eine Telefonkonferenz mehrerer Virologen zu Beginn der Pandemie, bei der sich die Wissenschaftler, darunter auch Drosten, angeblich einheitlich auf eine Naturkatastrophe als Begründung für den Ausbruch verständigt hätten.
tagesschau.de, sueddeutsche.de

“Tagesspiegel” bringt Paralympics Zeitung in digitaler Form.

Inklusive Berichterstattung: Die Paralympics Zeitung des "Tagesspiegel" und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erscheint zum Start der Winterspiele in Peking nur noch in digitaler Form und nicht mehr als gedruckte Beilage diverser Zeitungen. Die neue Ausgabe erscheint am 04.03. als E-Paper, online und einmalig auch mit ausgewählten Texten auf einer Doppelseite im gedruckten "Tagesspiegel". Während der Winterspiele berichtet die aus Nachwuchsreporterinnen bestehende Redaktion täglich in einer digitalen Serie von den Paralympics.
per Mail, turi2.de (Background)

Übermedien: “Bild” schiebt Karl Lauterbach Falschaussage zu Intensivstationen unter.

Falsches Bild: "Bild" übt sich in der Kunst des Weglassens und legt Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Worte "Intensivstationen waren nie überlastet" in den Mund, dokumentiert Übermedien. Grundlage ist ein deutlich differenzierteres Zitat von Lauterbachs Staatssekretär. Das Springer-Blatt ist sich keiner Schuld bewusst. Es beruft sich auf das vollständige Zitat hinter der Paywall und lässt wissen "'Bild' hat nicht geschrieben 'Alle Intensivstationen waren nie überlastet'".
uebermedien.de

Madsack-Geschäftsführer Thomas Düffert tritt als BDZV-Vize zurück.

Bitter im Abgang: Madsack-Geschäftsführer Thomas Düffert tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als stellvertretender BDZV-Präsident zurück. Den Rückzug begründet Düffert mit fehlendem Vertrauen innerhalb des Verlegerverbandes. Man könne als Branche nur dann beste Chancen haben, sich Gehör zu verschaffen, "wenn wir gemeinsam vertrauensvoll zum Nutzen aller kleinen und großen Zeitungsverlage in Deutschland zusammenarbeiten", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Schreiben zu den Beweggründen seines Rückzuges.

Düffert spielt dabei auf die Enthüllungen und Debatte rund um BDZV-Präsident Mathias Döpfner an, ohne ihn namentlich zu erwähnen. Die "Financial Times" wirft dem Springer-Chef nicht nur die Verschleppung interner Untersuchungen in der Causa Julian Reichelt vor, sondern auch "Gegenermittlungen" gegen Ex-"Bild"-Chef Kai Diekmann sowie die Satiriker Jan Böhmermann und Friedrich Küppersbusch. Die Causa Döpfner, der in einer SMS an Autor Benjamin von Stuckrad-Barre Journalistinnen als "Propaganda-Assistenten" bezeichnet hat, spaltet den Verlegerverband seit Monaten. Döpfner selbst hält trotz aller Kritik an seinem Amt als BDZV-Präsident fest.

Das Verhältnis zwischen Döpfner und Düffert war auch vor der Causa Reichelt schon angespannt. So gab es lange Streit um den Verteilungsschlüssel für die Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht: Düffert sprach sich u.a. dagegen aus, einen die große Mehrheit der Tantiemen anhand von Klick-Zahlen zu verteilen.
sueddeutsche.de, spiegel.de, turi2.de (Background Causa Reichelt), turi2.de (Background Leistungsschutzrecht)

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche Zeitung” blickt auf die “Madame”-Geschichte.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" blickt anlässlich des 70-jährigen Jubiläums von "Madame" auf den "Alterungsprozess" der Modezeitschrift, die 1950 unter dem Namen "Figaro" startete. Das erste Jahr nach dem Wechsel von Bauer zur Looping Group sei eine "Achterbahnfahrt" gewesen, erzählt Chefredakteurin Petra Winter: "Wir waren mehr oben als unten, aber es hat uns ordentlich durchgeschüttelt." Online gibt es die "Madame" nicht mehr, weil sich mit "klickgetriebenen Modellen" im Luxus-Bereich kein Geld verdienen lasse.
sueddeutsche.de

BDZV einigt sich mit DJV auf neuen Tarifvertrag.

Zahltag: Der Arbeitgeber-Verband BDZV hat sich in fünfter Verhandlungsrunde mit der Journalisten-Gewerkschaft DJV auf einen neuen Gehaltstarifvertrag für Zeitungsredakteurinnen geeinigt. Der Tarifvertrag sieht eine Corona-Prämie von 500 Euro und eine stufenweise Gehaltserhöhung von 3,5 % vor. Nachwuchsjournalistinnen winken bis 6,9 % mehr Ausbildungsvergütung. Freie erhalten rückwirkend zum 1.1.2022 mehr Geld und eine Einmalzahlung in Höhe eines Viertels ihres durchschnittlichen Monatshonorars im März. Die DJU hat dem Tarifvertrag bisher noch nicht zugestimmt, hat dazu aber noch bis Ende der Erklärungsfrist am 21. Februar Zeit.
presseportal.de, turi2.de (Background)

“Rolling Stone” verkauft NFT-Kunst auf Coinbase.

Macht in Krypto: Der Rolling Stone entwirft zusammen mit dem Künstlerkollektiv Boss Beauties digitale Kunstwerke, die als NFT über den Kryptomarktplatz Coinbase verkauft werden. Die 12 digitalen Kunstwerke werden mit dem Logo des Musikmagazins gebrandet und im Rahmen eines Live-Events "vorgestellt. Die Aktion ist der Startschuss für eine Partnerschaft mit Coinbase.
rollingstone.com, finance.yahoo.com, mediapost.com

“Le Monde” hat einen neuen Mehrheitseigentümer.

Le Monde_150x150Heimliche Übernahme: Bei der französischen Tageszeitung "Le Monde" haben sich klammheimlich die Besitzverhältnisse geändert. Neuer Alleinherscher ist Xavier Niel. Der gewiefte Geschäftsmann und Besitzer des Mobilfunkkonzerns Free hat Ende 2021 die Anteile von Matthieu Pigasse für 30 bis 40 Mio Euro übernommen und damit seinen Anteil auf 50 Prozent hochgeschraubt, berichtet die "FAZ". "Le Monde" informierte seine Leser erst nach Enthüllungen des Portals Mediapart über die veränderten Besitzverhältnisse, ohne das Portal zu erwähnen.
"FAZ" S.15 (Paid) , mediapart.fr

Zeitschriften-Verleger fordern schnelle Staatshilfen für Pressehäuser.

Hilferuf: Die Zeitschriften-Verleger fordern rasche staatliche Hilfen für Printmedien. "Wenn jetzt noch lange gewartet wird, dann haben wir in Deutschland eine andere, ärmere Presselandschaft, weil viele redaktionelle Angebote es nicht schaffen werden", warnt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer im Gespräch mit der dpa. Scherzer verweist u.a. auf bis zu 100 % teurere Papier-Preise und gestiegene Zustellkosten in ländlichen Gebieten. Zudem würden Leserinnen wegen der Corona-Pandemie "nicht mehr in hoher Frequenz zum Einkaufen gehen", was die Absätze schrumpfen lasse.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte die Große Koalition mehrere Optionen geprüft, wie sie der Presselandschaft mit möglichen Millionenhilfen unter die Arme greifen könnte – das Vorhaben dann aber zu den Akten gelegt. Im Ampel-Koalitionsvertrag heißt es, man wolle "die flächendeckende Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen gewährleisten und prüfen, welche Fördermöglichkeiten dazu geeignet sind". "Wir bekommen Signale aus der Politik, dass daran gearbeitet wird, aber die Förderung ist gerade jetzt eine Frage der Umsetzungsgeschwindigkeit", sagt Scherzer und hofft auf eine Diskussion und sofortige Umsetzung noch im ersten Quartal.

Scherzer wirbt für "neutrale und objektive" Fördermaßstäbe: "Sie dürfen sich nicht von redaktionellen Inhalten ableiten, es muss alle betreffen – von Zeitschriften, konfessionellen, Fach- und Publikumstiteln bis Tageszeitungen." Scherzer prognostiziert "zahlreiche" Titeleinstellungen, sollte sich die Situation für die Verlage nicht ändern: "Wir reden nicht nur über Einstellungen der gedruckten Zeitschrift, sondern der gesamten Marke."
spiegel.de, deutschlandfunk.de

SWMH spart Stellen bei “Stuttgarter Zeitung” und “Stuttgarter Nachrichten” ein.

Stuttgarter-Zeitung-Stuttgarter-NachrichtenSWMH will bis zum Jahresende etwa 50 Stellen bei "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" abbauen, das entspricht rund 20 % der Redaktion. Die bisherigen Ressorts werden zu Thementeams geformt, die Printausgaben sollen mit vier statt fünf Büchern auskommen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.
spiegel.de, meedia.de

Lese-Tipp: Business Punk sucht nach der Social-Media-Erfolgsstrategie des “The Economist”.

The Economist 150Lese-Tipp: Business Punk widmet dem Social-Media-Erfolg des 179 Jahre alte Wirtschaftsmagazins "The Economist" ein lesenswertes Interview mit Head of Audience Kevin Young. Der gibt Einblicke in die Erfolgsformel des Magazins, spannende Insights und erklärt warum die Zahl von 60 Mio Social-Abos nicht weiter steigen muss.
business-punk.com

Dänische Boulevardzeitung entschuldigt sich für Behördenpanne bei Corona-Zahlen.

Selbstkritik: Die dänische Boulevardzeitung "Ekstra Bladet" entschuldigt sich per Leitartikel für die Veröffentlichung fehlerhafter Corona-Zahlen. Das Blatt reagiert damit auf eine Datenpanne der dänischen Behörden. Die hat dazu geführt, dass bei der Meldung der Corona-Zahlen monatelang nicht zwischen Krankenhauspatienten mit Covid-19 als Erst- oder Zweitdiagnose unterschieden wurde.
bild.de

The Information: “New York Times” kauft The Athletic.

Sportliche Neujahrsvorsätze: Die "New York Times" übernimmt das Sport-Portal The Athletic für 550 Mio Dollar, berichtet The Information. The Athletic ist auf Sport-Berichterstattung in den USA und Großbritannien spezialisiert und kommt auf über 1,2 Mio Sport-Abonnenten. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch die "New York Times" hatte schon im Frühjahr die Fühler nach der Sportnews-Plattform ausgestreckt.
theinformation.com (Paid), reuters.com, turi2.de (Background)

Basta: “Focus” hat viel um die Ohren und recycelt einen Titel von 2015.

Wiederholungstäter: Der "Focus" recycelt seine Titelstory "Hilfe für das Ohr" in der aktuellen Ausgabe. Vor beinahe genau sechs Jahren hat das Nachrichten-Magazin auf dem Cover schonmal mit den Themen wie Schwindel, Tinnitus und Hörverlust geworben. Besonders treuen Abonnentinnen dürfte bei dieser Dublette wohl zwar nicht das Hören vergehen, aber sehr wohl das Lesen.
turi2 – eigene Infos

Süddeutscher Verlag verkauft den Österreichischen Wirtschaftsverlag.

Austria-Ausverkauf: Süddeutscher Verlag Hüthig Fachinformationen, Tochter des Süddeutschen Verlags, verkauft rückwirkend zum 1. November 2021 sämtliche Anteile des Österreichischen Wirtschaftsverlags an dessen Geschäftsführer Thomas Letz. Letz wird dadurch einziger Gesellschafter des Fachverlags, der zwölf Magazine in den Bereichen Automotive, Gastro, Bau und Wirtschaft herausgibt. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart, alle Arbeitsplätze sollen erhalten werden.
swmh.de

Debatte: Helene Fischer ärgert sich über Boulevard-Berichte.

Helene-Hype: Jährlich mehr als 1.000 Geschichten in Klatschblättern muss Helene Fischer über sich ergehen lassen, rechnet Übermedien aus. "Die Aktuelle" von Funke habe jüngst ein "selbst für ihre Verhältnisse ausgesprochen perfides Cover" gehabt, das suggeriert, die Schlager-Sängerin hätte ihr Kind verloren. In dem Text geht es aber nur um ihren neuen Song. Fischer stört sich an dem Eingriff in ihre Privatsphäre und könne nachvollziehen, wenn Leute "von diesem permanenten Helene-Fischer-Hype" genervt sind. Sie selbst wolle gar nicht täglich stattfinden.
uebermedien.de

Zitat: Thomas Voigt spricht von Kompromissen bei der Corporate-Zeitschrift “Now”.

"Beide Seiten mussten Kompromisse eingehen."

Thomas Voigt, Kommunikationschef der Otto Group, erklärt im Interview mit dem "Journalist" die Produktion der Corporate-Zeitschrift "Now": Gemeinsam mit der "Geo"-Redaktion sei ein "nahbares und spannendes" Heft entstanden, alle Beteiligten würden aber auch "die Grenzen dieser Zusammenarbeit" kennen.
journalist.de, turi2.de (Background "Now")

“Welt”: Campact betreibt Wahlhilfe im Graubereich.

Wahlhilfe im Graubereich: Der Kampagnen-Verein campact mischt sich in mehreren Wahlkreisen in den Wahlkampf ein und will gezielt Direktkandidaten von CDU und AfD verhindern. Experten sehen zwar keine unzulässige Einmischung in den Wahlkampf, wohl aber die Gefahr eines zunehmend personalisierten und damit weniger thematischen Wahlkampfs sowie verstärkte Polarisierung durch negative campaigning. Die Kampagne werfe auch rechtliche Fragen auf. Kritisch werde es, wenn die Aktionen vor Ort auf Widerstand treffen. Im Lahn-Dill-Kreis etwa distanzieren sich Grüne und Linke von der Wahlhilfe.
welt.de

Zahl des Tages: Wahlplakate verfehlen ihre Wirkung.

Zahl des Tages: Schlappe 40 Prozent der Deutschen lassen sich von Wahlplakaten nicht in ihrer Wahl beeinflussen, ergibt eine Befragung im Auftrag von 99designs. Knapp jede fünfte Befragte ist von Wahlwerbepostern sogar genervt. Doch nicht nur die Wirkung, sondern auch die Kreation lässt demnach Wünsche offen. Gut die Hälfte der Befragten findet die Gesichter der verschiedenen Spitzenkandidaten auf den Plakaten unwichtig.
horizont.net

Florian von Heintze soll News-Formate für Bild TV entwickeln.

Stühlerücken: "Bild"-Vize Florian von Heintze (Foto) soll künftig in gleicher Position neue News-Formate für den Bild-TV-Sender entwickeln. Die bisherige Textchefin Linna Nickel übernimmt Heintzes Aufgaben als Blattmacherin. Bettina Formen wechselt vom Verlag in die Chefredaktion und verantwortet fortan das Personal- und Redaktionsmanagement. Ihr Vorgänger Jorin Verges kümmert sich ab sofort um "strategische Innovationsprojekte". Andreas Conradt folgt auf Formen als Managing Director, Verene Fernis wird General Manager der "BamS" und Daniel Pichutta wird neuer Director von "Bild" Regional.
meedia.de

Lese-Tipp: Das “Micky-Maus-Magazin” wird 70 Jahre alt.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" blickt auf die Geschichte des deutschen Micky-Maus-Magazins, das in diesem Jahr 70. Geburtstag feiert. Von 1951 bis 1988 hat Erika Fuchs die deutsche Ausgabe mit "Intelligenz und subtiler Ironie" sowie lautmalerischen Ausdrücken wie "Schnorch" und "Gazong" geprägt. Inzwischen liegt die verkaufte Auflage nur noch bei 72.000, in den 90ern lag sie noch bei teils einer Mio.
sueddeutsche.de