ProSiebenSat.1 verkauft seine Anteile an WindStar Medical.

ProSiebenSat.1, zuletzt über die Konzerntochter NuCom mit 92 % am Gesundheitsanbieter Windstar Medical beteiligt, verkauft die Anteile an den Finanzinvestor Oakley Capital. Er kauft auch die restlichen 8 % der Minderheitsgesellschafter. WindStar Medical ist insgesamt rund 280 Mio Euro wert. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Medizinprodukte und freiverkäufliche Arzneimittel. Bei TV-Werbung wollen ProSiebenSat1. und Windstar Medical weiter kooperieren.
horizont.net, presseportal.de

Zitat: Privatsender tun sich schwer mit Fiction aus eigener Produktion, sagt Wolfgang Link.

"Ich glaube, dass wir uns im Privatfernsehen zunehmend sehr schwer tun mit eigenproduzierter Fiction. Tatsächlich haben sich fast alle Privatsender da zuletzt blutige Nasen geholt."

ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Wolfgang Link sieht fiktionale Formate künftig eher in der Streaming-Sparte, sagt er "Horizont". Die Stärke des linearen TVs liege bei Nachrichten, Sport und Shows.
horizont.net (Paid)

Weitere Zitate:

"Auch die Senderchefs haben verinnerlicht, dass wir am Ende zwei 'Kundschaften' haben: die Zuschauer und die Werbetreibenden."

"An Content zu sparen, wäre falsch. Das ist unser Rohstoff und der Motor für alles. Wir brauchen so viele Inhalte wie möglich, die man exklusiv auf unseren Plattformen findet."

YouTube-Stars Bianca und Julian Claßen starten einen Podcast.

Starwatch Podcast Factory engagiert das YouTube-Pärchen Bianca und Julian Claßen für den Podcast "Das ist ja Claße(n)". Die Social-Media-Stars planen mit der ProSiebenSat.1-Tochter eine "langfristige Partnerschaft". Sie geben wöchentlich einen Einblick in ihren Alltag als Influencer*innen und Eltern. Der Podcast ist auf allen großen Plattformen wie u.a. FYEO verfügbar.
dwdl.de

ProSiebenSat.1 will beim Programm nicht sparen.


Genug gespart: ProSiebenSat.1 will beim Programm trotz Corona-Krise nur zaghaft den Rotstift ansetzen. "Wir haben uns dagegen entschieden, radikal im Programm zu kürzen", sagt Vorstandschef Rainer Beaujean im "Handelsblatt"-Interview. Auch ein Personalabbau in großen Stil stehe derzeit nicht zur Debatte. Der TV-Konzern aus Unterföhring will 1 Mrd Euro pro Jahr ins Programm investieren, die Hälfte davon in lokale Formate. Im ersten Interview in seiner neuen Rolle sagt Beaujean: "Momentan kommen keine neuen Filme und Serien von Disney oder Netflix. Das ist ein guter Moment, unsere Plattformen mit Inhalten neu zu positionieren". Er sieht die Gunst der Stunde, weil die Inhalte der Sendergruppe "auch wieder mehr junge Menschen" erreichten. Bei den Werbe-Erlösen fahren die Sender besser als befürchtet: "Ich rechne im September mit einem Minus bei den Werbe-Erlösen von weniger als 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit stehen wir gegenüber dem Wettbewerb gut da." Sollte es erneut zu einem "Mega-Lockdown wie im Frühjahr kommen, müssten wir die Situation natürlich noch einmal neu bewerten", schränkt Beaujean ein.

Die Strategie folgt dem Ziel des TV-Konzerns, sich auf Entertainment zu fokussieren. "Was aufs Kerngeschäft einzahlt, behalten wir. Der Rest kommt ins Schaufenster oder wird auch mal geschlossen.", sagt Beaujean. Gemeint sind Teile der NuCom-Gruppe: "Wir werden uns von einzelnen Beteiligungen trennen, die wir mit unseren Kompetenzen nicht weiterentwickeln können", sagt Beaujean und macht klar, dass ProSiebenSat.1. in großen Dimensionen denkt: So gebe es es die Vorgabe, "dass wir keine Geschäfte mehr machen, die nur geringe Mio Euro Ergebnisbeiträge liefern. Dafür ist unser Haus zu groß und komplex". Bestandschutz genießen Geschäftsbereiche, die "sehr fernsehnah sind", etwa das Erlebnis-Gutschein-Geschäft von Jochen Schweizer Mydays.
handelsblatt.com (Paid)

ProSieben-Doku über Rechtsradikale erzielt Top-Quote.

ProSieben erzielt mit seiner Reportage Rechts. Deutsch. Radikal. im TV eine Spitzenquote. In der Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen schalteten 1,33 Mio Menschen ein, ein Marktanteil von 14,6 %. Damit zieht ProSieben zur Prime Time mehr Zuschauer*innen an als andere Sender, selbst "Die Höhle der Löwen" erreicht weniger Personen. Auch bei den TV-Kritikern kommt der Beitrag gut weg. Arno Frank schreibt beim "Spiegel": "Das ist Journalismus." Mischke spiele "nicht den empörten Sozialkundelehrer" sondern fliege "moralisch so tief an, dass er beinahe die Baumwipfel berührt".
meedia.de, spiegel.de, turi2.de (Background)

ProSieben zeigt Montag kurzfristig eine Reportage über die rechtsextreme Szene.

ProSieben setzt auf Bildungsfernsehen und ändert kurzfristig das Programm zur Prime Time am Montag. Statt des Spielfilms "Django Unchained" zeigt der Privatsender die Reportage "Rechts. Deutsch. Radikal." von und mit Journalist Thilo Mischke. Für den Beitrag recherchierte Mischke in den vergangenen 18 Monaten in rechten Netzwerken. Senderchef Daniel Rosemann nennt die Reportage "die wichtigste Dokumentation der letzten Jahre auf ProSieben".
dwdl.de

Thomas Ebeling wird Gesellschafter der Sportmarketing-Agentur SEH Sports & Entertainment.

Sportmarketing-Agentur SEH Sports & Entertainment von Ex-ProSiebenSat.1-Manager Zeljko Karajica und seinem Bruder Tomislav bekommt zwei prominente neue Gesellschafter. Der frühere P7S1-Vorstandschef Thomas Ebeling (Foto) und KKR-Manager Johannes Huth beteiligen sich im einstelligen Prozent-Bereich an der Firma, die u.a. den österreichische Zweitligisten Austria Klagenfurt und das E-Sports-Team Unicorns of Love betreut. Ins Tagesgeschäft wollen sich Ebeling und Huth nicht einmischen.
wuv.de, kress.de

ProSiebenSat.1 und General Atlantic finalisieren Übernahme von The Meet Group.

Firmenhochzeit: Die Kartellbehörden haben der Übernahme des Lovoo-Mutterkonzerns The Meet Group durch ProSiebenSat.1 und General Atlantic zugestimmt. Mit der ParshipGroup sind sie bereits gemeinsam im Online-Dating-Markt vertreten, nun soll aus der Zusammenführung in der ParshipMeet Group ein internationales Schwergewicht entstehen. Für 2022 prüfen P7S1 und General Atlantic einen Börsengang des neuen Unternehmens.
prosiebensat1.com, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv: Parship-CEO Tim Schiffers spricht im Video-Interview bei turi2.tv über die Übernahme der Meet Group (Mai 2020):

FYEO zieht fünf Jahre nach der Flüchtlingswelle eine Bilanz.

FYEO: Die "SZ"-Journalistin Lea Hampel (Foto) und die Politikwissenschaftlerin Sham Jaff ziehen fünf Jahre nach der Flüchtlingswelle eine Bilanz. In der achtteiligen Audio-Serie Wir schaffen das! - Wie ein Satz Deutschland veränderte wollen sie Angela Merkels historische Aussage bei FYEO, der Audio-App von ProSiebenSat.1, ab Montag "auf den Prüfstand stellen".
presseportal.de

Wir graturilieren: Marc Rasmus wird 47.


Wir graturilieren: Marc Rasmus, bei ProSiebenSat.1 verantwortlich für Kabel Eins, wird 47. "Vielleicht peilen meine Frau und ich die Gegend um Schloss Neuschwanstein an", antwortet Rasmus auf die Frage, wo er seinen Geburtstag verbringt. Wegen Corona müssen Urlaube und Geburtstagsfeiern anders ausfallen als sonst, "dafür lassen sich tolle Orte besuchen, die im Hochsommer sonst viel zu überlaufen wären", sagt Rasmus.

Das Beste am abgelaufenen Jahr sei die "dynamische Entwicklung von Kabel Eins gegen den Trend und trotz Pandemie-Krise" gewesen. Für das neue Jahr wünscht er sich beruflich "ein schnell absehbares und stabiles Ende der Krise" und privat "mehr Anstand und Respekt der Menschen füreinander". Gratulationen sind insbesondere "auf überraschenden" Wegen willkommen. Zur Not tut es aber auch eine E-Mail.

Ehemalige ProSiebenSat.1-Mitarbeiterinnen gründen Agentur für Branded Content.

Branded Content und Product Placement hat sich die neu gegründete Agentur Particibrand auf die Fahnen geschrieben. Hinter der Firma stehen die früheren ProSiebenSat.1-Mitarbeiterinnen Kerstin Bensch (links) und Jeannine-Denise Stuiber. Mit ihrer Expertise wollen sie Marken dabei helfen, "mediale Erlebnisse zu schaffen, die berühren". Bensch war zuletzt bei der SevenOne AdFactory für Product Placement und Brand Integration verantwortlich, Stuiber war als Operating Officer Sales die Schnittstelle zwischen der Vermarktung und den Sendern bzw. Plattformen.
dwdl.de, horizont.net, wuv.de

ProSiebenSat.1 macht im 2. Quartal einen Nettoverlust von 52 Mio Euro.

ProSiebenSat.1 rutscht aufgrund wegbrechender Werbeerlöse im 2. Quartal in die roten Zahlen. Der Umsatz des Konzerns bricht um 25 % auf 709 Mio Euro ein. Der bereinigte Nettoverlust beträgt 52 Mio Euro. Im Juli haben sich die Werbeerlöse laut Konzern-Angaben erholt und lagen nur noch 20 % unter Vorjahresniveau, für August erwartet P7S1 ein Minus von 10 %.
handelsblatt.com, presseportal.de

Ex-P7S1-Chef Jürgen Hörner, 55, ist tot.

Jürgen Hörner, 55, ist tot. Der einstige Geschäftsführer und langjährige Manager von ProSiebenSat.1 starb am Freitag an Herzversagen, meldet DWDL. Hörner verließ P7S1 2013, zwei Jahre darauf startete er mit eoTV einen eigenen Sender, der allerdings in die Insolvenz geriet und Anfang 2020 verkauft wurde. Die Gründung habe er laut DWDL aber "nicht bereut".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Ex-“Playboy”-Verlagschef Vernon von Klitzing arbeitet jetzt bei ProSiebenSat1.

Ex-Playboy-Verlagsspitze Vernon von Klitzing, bisher Deutschlandchef der KI-Marketing-Firma Blackwood Seven, leitet seit Juli den Bereich "Digitale Distribution und Verkauf" bei ProSiebenSat1, entdeckt "Meedia". Dort verantworte er die "Kommerzialisierung der digitalen Angebote" und kümmere sich um Kooperationen mit Drittplattformen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv: Vernon von Klitzing im turi2.tv-Fragebogen über Einfühlsamkeit und Hugh Hefner (2009).

Stefan Raab produziert für RTL-Tochter TV Now eine Late Night Show.

RTL meldet einen prominenten Neuzugang: Stefan Raab, bisher fest verbunden mit ProSiebenSat.1, produziert künftig eine Late Night Show für den Kölner TV-Konzern. Die Show soll auf dem Streamingdienst TV Now zu sehen sein. Auch bei RTL hält Raab an seiner Bildschirm-Rente fest und wirkt hinter den Kulissen. Die Moderation wolle er "in andere überraschende Hände" legen.
presseportal.de

DFL erlöst mit Medienrechten ab der Saison 2021/22 erstmals weniger als bisher.


Corona-K(n)ick: Die DFL vergibt die Übertragungsrechte für die Bundesliga neu und erlöst damit umgerechnet 1,1 Mrd Euro pro Saison - ein Rückgang um 60 Mio Euro pro Spielzeit. Den Gesamterlös für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 beziffert die DFL auf 4,4 Mrd Euro. Zum Vergleich: Der Gesamterlös für die vier Spielzeiten von 2017/18 bis 2020/21 betrug Höhe 4,64 Mrd Euro, also durchschnittlich 1,16 Milliarden Euro pro Saison. Die Pay-Rechte sichern sich Sky und Dazn. Sky überträgt alle Einzelspiele am Samstag, das Top-Spiel und die Konferenz ebenso wie alle Begegnungen der 2. Bundesliga. Streamingdienst Dazn bekommt die Rechte für die Freitags- und Sonntagsspiele. Ein überraschendes Platz-Comeback feiert Sat.1. Der Sender kauft Free-TV-Rechte für insgesamt neun Spiele, darunter die Auftaktmatches der 1. und 2. Bundesliga, den Supercup und die Relegation. Sport1 zeigt die neu am Samstagabend um 20:30 Uhr angesetzten Begegnungen in der 2. Liga.

Bei den Zusammenfassungsrechten schlagen wie bisher ARD und ZDF zu. Die ARD bekommt die Rechte diesmal auch für die Zusammenfassung der Freitags- und Sonntagsspiele der 2. Bundesliga; dieses Material will sie voraussichtlich beim Sender One vermarkten. Auch Axel Springer mischt mit: Der Medienkonzern erwirbt die Pay-Rechte, direkt nach Abpfiff alle Begegnungen beider Ligen zusammenzufassen. Zudem kauft Springer das zum ersten Mal ausgeschriebene "Out-of-Home"-Paket. Es berechtigt dazu, Bewegtbilder der Spiele auf Flächen für Außenwerbung zu nutzen.
dfl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

ProSiebenSat.1 präsentiert die neue TV-Saison als Online-Show.


Corona macht erfinderisch: ProSiebenSat.1 hat mit einer Livestream-Ausgabe von "Late Night Berlin" für Presse und Werbekund*innen das Programm für die kommende TV-Saison vorgestellt – als Ersatz für die Screenforce Days. Moderator Klaas Heufer-Umlauf liefert eine TV-taugliche Show ab. Die Promi-Dichte ist – verglichen mit den Screenforce-Präsentationen – aber deutlich geringer. Dafür stellt Heufer-Umlauf die Sender-Protagonist*innen authentisch und unterhaltsam auf die Probe: ProSieben-Chef Daniel Rosemann muss auf Anglizismen verzichten und – weil das nicht klappt – eine peinliche Mail verschicken, SevenOne-Media-Chef Thomas Wagner zeigt sich mit Monsterchen-Kuscheltier (Foto) und Sixx-Chefin Wiebke Schodder streichelt Hundewelpen, während sie die Leistungsdaten des Senders präsentiert.

Viele Pläne der Sendergruppe sind bereits bekannt oder wurden konkretisiert: ProSieben bringt etwa neue Shows u.a. mit Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Ruth Moschner oder setzt erfolgreiches wie "Masked Singer" fort. RTL-Abgänger und Selbstversuchs-Kaninchen Jenke von Wilmsdorff soll im Herbst seine ProSieben-Premiere feiern. Im Infobereich will Senderchef Daniel Rosemann öfter das nachrichtliche "ProSieben Spezial" senden und dabei auf die Redaktionen von "Taff", "Red" und "Galileo" zurückgreifen.

Bei Sat.1 befindet sich Senderchef Kaspar Pflüger "in guten Gesprächen" mit Springer über eine weitere Zusammenarbeit nach dem Vorbild des "Bild Corona Spezial", wie der Sender per Pressemitteilung ergänzt. Zudem plant Sat.1 im Rahmen von "Akte Spezial" Schwerpunktausgaben des Reporter-Magazins.
turi2 – eigene Beobachtung

P7S1 versucht sich an einer “Friedenserklärung an die Aktionäre”.

ProSiebenSat.1-Chef Rainer Beaujean schlägt in der Hauptversammlung ruhige Töne an, beobachtet Ben Krischke. Da er in Zahlen und Strategien statt in bunten Visionen denke, sei Beaujean "wahrscheinlich genau der Typ Chef, den die Unterföhringer nun brauchen". Die Sendergruppe verzeichnet im ersten Quartal einen leichten Umsatzanstieg, aber ein um 17 % niedrigeres operatives Ergebnis im Vergleich zu 2019. Die Werbeeinnahmen sind nach wie vor am Boden.
meedia.de, turi2.de (Background)

ProSiebenSat.1 will Dating-Sparte 2022 an die Börse bringen.

ProSiebenSat.1 peilt für den geplanten Börsengang seiner Online-Dating-Gruppe, zu der u.a. Parship und Elite Partner gehören, das Jahr 2022 an. Das teilte der Konzern auf seiner heutigen Hauptversammlung mit. Aus der E-Commerce-Tochter Nucom will P7S1 das Dating-Segment zu diesem Zweck herauslösen. Eine im Frühjahr angekündigte Übernahme der US-amerikanischen Meet Group müssen die Kartellbehörden noch genehmigen.
reuters.com, finanznachrichten.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv: Parship-CEO Tim Schiffers spricht im Video-Interview turi2.tv über die Übernahme der US-amerikanischen Meet Group, zu der auch die deutsche Dating-App Lovoo gehört (Mai 2020):

“Clap”: Springer will um Bundesliga-Rechte mitbieten.

Bundesliga-Rechte: Springer und ProSiebenSat.1 wollen um Bewegtbild-Pakete mitbieten, schreibt "Clap". Springer interessiere sich für das Paket K, das zum Beispiel Bild TV erlauben würde, sonntagsmorgens Szenen aus den Spielen der 1. und 2. Bundesliga vom Freitag und Samstag zu zeigen. ProSiebenSat.1 interessiere sich für ein Paket, das der Gruppe Rechte ab Montag einbringen würde - bisher von RTL-Sender Nitro genutzt.
clap-club.de

Mediaset-Finanzchef Marco Giordani kritisiert das Management von ProSiebenSat.1.

Verbalklatsche aus Italien: Marco Giordani, Finanzchef bei Mediaset, äußert im "Spiegel" harsche Kritik an der Führung von ProSiebenSat.1. Das Unternehmen habe "in den letzten Jahren versucht zu überleben, ohne eine Strategie für sein Mediengeschäft zu haben", so Giordani. Er kritisiert vor allem den Versuch, sowohl eine TV-Sparte zu betreiben, als auch Portale wie Verivox oder Parship. Eine Übernahme von ProSiebenSat.1 schließt Giordani gegenwärtig jedoch aus. Mit 24,2 % ist Mediaset der derzeit größte Einzelaktionär von ProSiebenSat.1.
"Spiegel" 24/2020, S. 80 (Paid), horizont.net

Basta: Ilse Aigner sieht beim ProSiebenSat.1-Programm die Menschenwürde in Gefahr.

Kein zweites Date: Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner beschwert sich beim Vorstandssprecher von ProSieben über die Joyn-Datingshow "M.O.M. – Milf oder Missy", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Der Werbeslogan "Was Altes? Was Junges? Was Neues!" verletzte die "Menschenwürde". Zuvor kritisierte Aigner bereits die Sat.1-Reality-Show "Big Brother". Für die bayerische Sendergruppe dürfte es damit von Aigner wohl keine Rose Foto geben.
sueddeutsche.de

Parship-CEO Tim Schiffers über unfreiwilliges Home Office und Werbung im Lockdown.


Liebesdienst mit Abstandsregeln: "Wir waren keine Firma, die für New Work an vorderster Front stand." Im Video-Interview mit turi2.tv spricht Parship-CEO Tim Schiffers über die anfangs eher unfreiwillige Nachhilfe in Sachen Home Office, die sein Unternehmen durch die Corona-Krise erhalten hat. Seit Mitte März arbeiteten alle Mitarbeiter*innen von zuhause aus, gerade werde diskutiert, wie und wann zumindest Teile der Belegschaft in die Büros zurückkehren sollen. Auch wenn er von der Produktivität seines Teams in der Situation "extrem positiv überrascht" sei, kann sich Schiffers mit einer dauerhaften Home-Office-Lösung für alle, wie es sich etwa Facebook für seine Beschäftigten wünscht, nicht anfreunden.

Genug zu tun hatten Schiffers Mitarbeiter*innen in den letzten Monaten offenbar: Die Registrierungen und Aktivitäten auf den Parship-Angeboten hätten sich nach einem kurzen Rückgang zu Beginn der Pandemie "ganz eindeutig positiv" entwickelt, so der Geschäftsführer. Das Unternehmen, bekannt für seine Werbeplakate mit schönen Menschen auf rotem Grund, die sich angeblich alle elf Minuten ineinander verlieben, sei "weiterhin sehr stark werblich aktiv". Vom kleineren Wettbewerbsumfeld habe Parship profitiert und etwa im Fernsehen günstige Werbeplätze eingekauft.

Im März wurde bekannt, dass die Parship-Gruppe durch die Übernahme des US-Entertainment-Anbieters The Meet Group u.a. den Konkurrenz-Dienst Lovoo aus Dresden unter das eigene Dach holen möchte. Schiffers spricht auch darüber, wie sich das Geschäft mit kurz- und langfristigen Liebes-Absichten in dieser Konstellation künftig nebeneinander entwickeln könnte. Er hoffe, dass aus den Lovoo-Nutzer*innen von heute die Parship-Nutzer*innen von morgen werden.
turi2.tv (10-Min-Video auf YouTube), turi2.de (Background), turi2.de (Dating in der Corona-Krise)

Joyn holt Doku über Fynn Kliemann in kostenlosen Streaming-Bereich.

Joyn, Video-Plattform von ProSiebenSat.1, zeigt ab 29. Mai die Doku "100.000 – Alles, was ich nie wollte" über Medien-Tausendsassa Fynn Kliemann. Eigentlich war der Film als Kino-Eintagsfliege geplant, lief dann – auch wegen Corona – aber zunächst als kostenpflichtiger Stream online. Auf Joyn soll er jetzt kostenlos abrufbar sein. Da bei kino.to "keiner geantwortet" habe, sei die Wahl auf den Dienst gefallen, witzelt Kliemann.
dwdl.de

Aus dem Archiv: turi2.tv zu Besuch in Fynn Kliemanns "Kliemannsland" für die turi2 edition #9 (2019):

P7S1 und RTL bauen ihre Digital-Angebote aus.


Zwei Konzerne, zwei Ideen: ProSiebenSat.1 und die Mediengruppe RTL machen sich – jede für sich – wieder ein Stückchen freier vom linearen Fernsehen. RTL baut eine Programmzeitschrift für Livestreams: Die Plattform Give Me Live empfiehlt Nutzer*innen Streams aus verschiedenen Bereichen, darunter Glauben, Bildung und Achtsamkeit. Gleichzeitig startet ProSiebenSat.1 die Comedy-App Smyle, die Humor-Videos wie Sketche oder Standup-Auftritte bündelt. Die zwei Projekte zeigen, dass beide Medienunternehmen daran arbeiten, sich mitten in der Corona-Krise in Sachen Unterhaltung einen höheren Servicewert zu verpassen.

Dazu passt außerdem, dass ProSiebenSat.1 im April mit der Audio-App FYEO eine Art Joyn für die Ohren an den Start gebracht hat. FYEO hat Podcasts und Hörspiele im Programm, der Premium-Zugang mit exklusiven Podcasts kostet knapp fünf Euro pro Monat. RTL-Mutter Bertelsmann war mit seinem Gratis-Dienst und Mediatheken-Pendant Audio Now schneller. Auf Audio Now läuft u.a. der GZSZ-Podcast. Der neue Livestream-Guide ist jetzt ein weitere Baustein auf dem Digital-Fahrplan. RTL listet auf der Plattform sowohl hauseigene als auch Inhalte auf Facebook, YouTube und Twitch auf. Geplant sei, auf der Plattform künftig zusätzlich eigene Livestreams anzubieten, sagt das Unternehmen.
dwdl.de, presseportal.de (Smyle), smyle-app.de, presseportal.de (givemelive.de), givemelive.de, turi2.de (FYEO), turi2.de (Audio Now)

ProSiebenSat.1-App Smyle bündelt Comedy-Videos.

ProSiebenSat.1 startet die Comedy-App Smyle, die Humor-Videos wie Sketche oder Standup-Auftritte bündelt. Kurz Ausschnitte geben einen Vorgeschmack, ein Swipe nach oben führt zum kompletten Video. Die Gatis-App merkt sich den Humor-Geschmack ihrer Nutzer*innen und bietet ein individuell zusammengestelltes Programm.
presseportal.de, play.google.com (Android), apps.apple.com (iOS)

Andreas Kösling verlässt Ad Alliance, wechselt zu P7S1 – Frank Vogel übernimmt.


Erst Abschied, bald Neuanfang: Ad Alliance und Noch-Sales-Chef Andreas Kösling (Foto links) gehen getrennte Wege – aus "privaten Gründen", wie Bertelsmanns Vermarktungs-Tochter am Mittwochmorgen noch neblig mitteilt. Nur wenige Stunden später steht das Ziel des Abgangs konkret fest: Anfang 2021 wechselt der 44-Jährige in die Geschäftsführung der neuen P7S1-Dachmarke für TV und Digitales SevenOne Entertainment Group. Dort soll er dem Sender zufolge den "Ausbau der Wachstums- und Innovationsthemen im Sales-Bereich" verantworten. An der Spitze von SevenOne Entertainment steht Kösling dann u.a. neben Thomas Wagner, der seit 2004 den P7S1-Vermarkter SevenOne Media leitet.

Frank Vogel (Foto rechts), bisher Marketingchef bei Ad Alliance, übernimmt Köslings alten Job und wird zusätzlich Sales-Leiter. In dieser Rolle werde er künftig mit Mediaagenturen und Kunden verhandeln, kündigt sein Arbeitgeber an. Kösling war erst im Oktober als Verkaufschef angetreten. Er führte zuvor die Geschäfte des RTL2-Vermarkters El Cartel.
dwdl.de, presseportal.de, prosiebensat.1.com, turi2.de (Gründung SevenOne Entertainment)

Aus dem Archiv: Frank Vogel im turi2-Fragebogen (2018), in dem er verrät, dass er seinen Lebensunterhalt notfalls auch mit der Klampfe als Straßenmusiker verdienen könnte.

Wie geht Dating in Zeiten von Corona, Eric Hegmann?


Verlieben mit Abstand: "In so einer Krise sucht man noch stärker nach Bindung." Im Video-Interview von turi2.tv sagt Eric Hegmann, dass Online-Dating in Zeiten von Kontakt-Beschränkungen besonders beliebt ist als Erstkontakt unter Singles. Die Parship-Group, wo Hegmann als Single-Coach tätig ist, hat etwa eine Video-Dating-Funktion freigeschaltet, um mehr Nähe herzustellen. So gebe es "auch beim Online-Dating eine Art Evolution beim Kennenlernen". Erst schreiben sich die potentiellen Partner*innen, dann telefonieren sie und schließlich laden sie sich per Videochat ins jeweilige Zuhause ein. Hegmanns Erfahrung: Die Gespräche beginnen nicht mehr mit Smalltalk über Bücher und Musik, sondern sind von Anfang an tiefgründiger. Die Frage "Wie geht es Dir in der jetzigen Situation?" eröffne gleich die Möglichkeit für emotionale Antworten.

Der Coach und Paartherapeut hofft, dass so auch tiefgründigere und stabilere Beziehungen entstehen. Überhaupt empfiehlt er den Singles, sich Zeit zu lassen beim Kennenlernen: Dort, wo es rechtlich möglich ist, sich auf einen Spaziergang zu verabreden. Das findet Hegmann ohnehin schöner, als das erste Date in einem Café oder Restaurant zu veranstalten – dort sei die Atmosphäre eher "gesetzt und steif", auf einem Spaziergang erlebe man Menschen "viel authentischer".
turi2.tv (6-Min-Video auf YouTube)

P7S1-Chef Rainer Beaujean: Der Werbe-Aufschwung lässt auf sich warten.


Noch kein Land in Sicht: Langsam kehren die zahlenden Werbekund*innen zwar zurück, trotzdem geht ProSiebenSat.1-Chef Rainer Beaujean von einem für den Medienkonzern schwierigen Monat Mai aus. Mit Blick auf die seit Mitte März eingebrochenen Werbeeinnahmen hänge jetzt viel "davon ab, wie die Öffnungsphase verläuft", so Beaujean im "Handelsblatt". Der Vorstandschef hofft aufs 4. Quartal, weil viele Werbetreibende ihre Buchungen nicht storniert, sondern lediglich verschoben hätten

Zu den Vorhaben des italienischen Großaktionärs Mediaset, hinter dem die Berlusconi-Familie steht, äußert sich Beaujean in der "Süddeutschen Zeitung" vorsichtig. "Zuerst muss ich wissen, was genau geplant ist." Auch ist unklar, wie groß der Einfluss der Italiener auf den Konzern tatsächlich ist – stimmberechtigte Aktien können noch bis zum 3. Juni gemeldet werden. Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit liefen aktuell nicht, sagt Beaujean. Er schließt sie aber offenbar nicht aus. Sein Amtsvorgänger Max Conze hatte diesbezügliche Annäherungsversuche abgelehnt.

Zudem erklärt Beaujean, sich nach der Corona-Krise von Beteiligungen der Sparte Nucom trennen zu wollen. Zum Portal-Portfolio des Senders gehören unter anderem die Dating-Plattform Parship und der Parfümhändler Flaconi. Um zu sparen, schließt Beaujean auch eine Erweiterung von staatlichen Lohnsubventionen in seinem Unternehmen nicht aus: "Noch brauchen wir die Kurzarbeit im Kerngeschäft nicht. Aber wir haben den Rahmen dafür verhandelt und könnten jederzeit damit loslegen." Derzeit befinden sich laut "FAZ" 500 Beschäftigte des Konzerns in Kurzarbeit.
handelsblatt.com, sueddeutsche.de, "FAZ" S. 21 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Wiebke Schodder blickt auf zehn Jahre Sixx zurück.

"Die High Heels haben wir inzwischen gegen Sneaker ausgetauscht. Pioniere bleiben wir trotzdem."

Sixx-Chefin Wiebke Schodder schaut im DWDL-Doppelinterview zusammen mit der ersten Senderchefin Katja Hofem zurück auf zehn Jahre Sixx und erinnert an den anfänglichen Markenkern "Pionierin in High Heels".
dwdl.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wiebke Schodder im TV-Fragebogen. (11/2019)

P7S1-Streaming-Dienst Maxdome verschwindet im Sommer vom Markt.

Maxdome stellt im Sommer seinen operativen Betrieb ein, berichtet "Clap". Der Streaming-Dino, seit 2006 am Markt, muss sterben, weil sich von ProSiebenSat.1 auf sein Bezahlangebot Joyn+ konzentrieren will. Seit März ist bei Maxdome keine Neuregistrierung mehr möglich. Lediglich der Maxdome Store bleibe vorerst bestehen, um dort Filme zu kaufen.
clap-club.de

Basta: ProSieben verlängert die Maskenpflicht bis in den Herbst.

Maskenpflicht: ProSieben, Vorreiter beim Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken, schickt The Maked Singer schon im Herbst mit einer dritten Staffel auf Sendung. Der Sender hofft, die Musik-Show diesmal ohne Zwangspause und mit Studio-Publikum produzieren zu können. Wenn's blöd läuft, tragen nicht nur die singenden Promis auf der Bühne eine Maske.
presseportal.de, turi2.de (Background)

ProSiebenSat.1 streicht Prognose für 2020 und Investitionen ins Programm.

ProSiebenSat.1 zieht wegen der Krise seine Jahresprognose für 2020 zurück und kassiert auch den Dividendenvorschlag für 2019 ein. Der Konzern erwartet im April einen Einbruch der TV-Werbung. Der Konzern prüft Kurzarbeit für das Entertainment-Geschäft und will 50 Mio Euro sparen, indem Investitionen ins Programm wegfallen. Die Liquidität sei derzeit "gut".
dwdl.de, presseportal.de

ProSiebenSat.1 bringt Podcast-App nächste Woche online.

FYEO

Joyn für die Ohren: ProSiebenSat.1 startet am nächsten Donnerstag seine angekündigte Audio-App FYEO, schreibt das "Handelsblatt". Wegen der Corona-Krise habe sich der Start der Plattform um einige Wochen nach hinten verschoben. Das neue Angebot ist als Angriff auf Bertelsmanns Gratis-Dienst Audio Now zu verstehen, das sein Programm Ende 2019 massiv ausgebaut hat. FYEO soll dagegen monatlich fünf Euro kosten und bietet anfangs 15 Eigenproduktionen "von Dokus bis Blockbuster". Auch nicht-exklusive Podcasts sollen in der App zu finden sein, kündigt der Sender an.

Mit dem Vordringen ins Audio-Geschäft will sich ProSiebenSat.1 laut "Handelsblatt" unabhängiger von stockenden Werbeeinnahmen machen. Bei der Vermarktung setzt der Konzern auf die hauseigenen Kanäle. "Das Fernsehen kann für große Reichweiten unserer Podcasts sorgen“, schwärmt P7S1-Produktchef Stefan Atanassov. Das hochgesteckte Ziel trotz Corona: FYEO soll "Deutschlands führende Audioplattform werden".
handelsblatt.com (Paid), fyeo.de, turi2.de (Background)