Deutsche Welle sendet Radioprogramm in Afghanistan.

Deutsche Welle überträgt in Afghanistan nun Radiosendungen via Kurzwelle. So könne sich die Bevölkerung auch dann informieren, falls das Internet abgeschaltet oder eingeschränkt werden sollte, so der Sender. Das tägliche halbstündige Programm läuft in den Sprachen Dari und Paschtu. Schwerpunkte sind die Themen Dialog, Frieden und Menschenrechte.
dw.com, sueddeutsche.de

Jörg Thadeusz moderiert bis zur Wahl nicht mehr beim WDR und RBB.

Selbstverordnete Sendepause: Bis zur Bundestagswahl moderiert Jörg Thadeusz keine weiteren Folgen mehr seiner Radio-Sendung bei WDR 2, auch die eigentlich noch für den 21. September geplante Ausgabe seiner RBB-Talkshow Thadeusz und die Beobachter entfällt. Der Moderator ist laut eigenen Angaben selbst auf die Sender zugegangen und hat den Verantwortlichen die Pause angeboten. "Ich möchte nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen sich wegen meines Fehlers Zweifel an ihrer journalistischen Integrität ausgesetzt sehen", twittert er. Grund ist eine im Juni von Thadeusz veröffentlichte Kolumne im Wahlkampf-Magazin des Berliner FDP-Landesverbands. Mitarbeitende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfen sich "nicht aktiv im Wahlkampf betätigen", lässt etwa der WDR wissen.

Die bei WDR 2 geplanten Gespräche mit den Politikerinnen Sahra Wagenknecht, Norbert Röttgen und Bernd Baumann übernimmt stattdessen Thomas Bug. Beim RBB hätte seine Talkshow noch mit einer Ausgabe vor der Wahl im Programm bleiben sollen, dort hätte er allerdings eine Stellungnahme abgeben sollen. "Diese Lösung hätte Transparenz hergestellt, zumal in der Sendung ausschließlich Journalisten und Journalistinnen und keine Politikerinnen und Politiker zu Gast gewesen wären", sagt RBB-Chefredakteur David Biesinger. Man wolle trotzdem "am Vorhaben, aus verschiedenen Perspektiven und ohne parteipolitische Beteiligung auf den Wahlkampf zu schauen" festhalten und will daher kurzfristig ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen.
twitter.com, wdr.de, presseportal.de, turi2.de (Background), Foto: RBB/Oliver Ziebe

Lese-Tipp: Jona Teichmann will das Deutschlandradio jünger, weiblicher und vielfältiger machen.

Lese-Tipp: Seit April ist Jona Teichmann (Foto) Programm­direktorin beim Deutschland­radio, ihre neuen Wirkungs­stätte kennt sie corona­bedingt überwiegend nur per Video­konferenz, schreibt Senta Krasser in ihrem Portät. Unter Teichmann soll der Sender "jünger, weiblicher und kulturell wie sozial vielfältiger" werden, hat Themen wir Diversität auch schon vor ihrer Ankunft in Angriff genommen: "Die müssen das nicht erst von mir lernen", sagt Teichmann. Mehr als drei Jahrzehnte war sie davor beim WDR, dabei wollte sie urspünglich zur Zeitung. Ihre Studenten­liebe hat sie damals zur Bewerbung für ein WDR-Volo ermutigt, seit 1990 sind beide verheiratet. Der Mann heißt Jörg Schönenborn.
dwdl.de

Zahl des Tages: Zahl der Digitalradios steigt auf einen Rekordwert.

Zahl des Tages: Auf rekordverdächtige 21,7 Mio steigt die Zahl der Digitalradios in den Haushalten laut dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten. 2020 sind 5 Mio DAB+-Geräte verkauft worden, 30 % mehr als im Jahr davor. Dennoch liegt UKW mit insgesamt 122 Mio Geräten immer noch klar vorne, im Vergleich zu 2015 ist das dennoch ein Rückgang um 20 Mio.
sueddeutsche.de, radiowoche.de

Zitat: Jan Hofer hat Verständnis für Leute, die mit seiner RTL-Rolle fremdeln.

"Dass die Menschen nach 35 Jahren ein Problem haben, sich daran zu gewöhnen, ein Gesicht zu sehen, dass plötzlich etwas ganz anderes macht, das kann ich gut verstehen."

RTL-Newbie Jan Hofer zeigt im Talk mit Antenne-Bayern-Comebackerin Katrin Müller-Hohenstein zwar Verständnis für Kritik an seiner neuen Sendung "RTL Direkt", verweist aber auf über 21 Jahre Erfahrung als Moderator von Talkshows bei NDR und MDR.
antenne.de (Gespräch als Podcast)

Ahrtal bekommt Nachbarschaftsradio.

Nachbarschaftshilfe.FM: Im von der Flut schwer gebeutelten Ahrtal sendet seit heute ein Lokalradio. Der Initiator Christian Milling hat für das Projekt ein Team aus ehrenamtlichen Helferinnen aus der Radiowelt um sich geschart. In den kommenden Wochen wird das Ahrtalradio die Hörerinnen u.a. mit Hinweisen zu Hilfsangeboten, Handwerkstipps, Ratschlägen zum richtigen Umgang mit Versicherungen und Gottesdiensten versorgen.
zeit.de, medienanstalt-rlp.de

Radiosender müssen zweigleisig fahren, sagt Nadia Zaboura.

Zukunft des Radios: Radiosender müssen ihre Formate stärken und gleichzeitig junge Talente fördern, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können, sagt Nadia Zaboura, Jury-Vorsitzende des Deutschen Radiopreises, im Interview mit W&V. Durch die Pandemie gäbe es eine "neue Ernsthaftigkeit" bei Radiomacherinnen. Außerdem beobachtet Zaboura einen Anstieg von wertiger Unterhaltung eine stärkere Publikumsausrichtung.
wuv.de (Paid)

Video-Tipp: Radio Ginseng ist ein Jungbrunnen für alte Radiomacherinnen.

Video-Tipp: Gegen die Einsamkeit im Alter haben Seniorinnen im branden­burgischen Grünheide ihr eigenes Radio-Programm gegründet. Radio Ginseng wirkt wie ein Jung­brunnen für die Alten, die mit Gleich­gesinnten neue Freund­schaften schließen. Arte dokumentiert die Vorbereitungen des ehren­amtlichen Projekts und den Sende­start.
arte.tv (32-Min-Video)

“Packen wir’s an”: Bertelsmann Content Alliance macht eine Wasser-Themenwoche.

Wasser marsch: Vom 4. bis 10. Oktober geht es bei RTL, UFA, RTL Radio, Penguin Random House und Gruner + Jahr schwerpunktmäßig um Themen rund ums Wasser. Mit der Nachhaltigkeits-Themenwoche "Packen wir's an! Damit es auch morgen noch läuft" will die Bertelsmann Content Alliance "ein Bewusstsein für den Zustand der Ressource und des Lebensraums Wasser schaffen" und zeigen, "wie der Klimawandel unser Leben verändern kann".
presseportal.de

Georg Rose von Radio Wuppertal fordert stärkere Rolle des Radios bei Katastrophen.

Nutzt den Ruhm: Der Chefredakteur des Hoch­wasser-Helden Radio Wuppertal Georg Rose wünscht sich in einem Forderungs­papier, dass Radio essentieller Bestandteil des Katastrophenschutzes wird. Es brauche eine gute Notstrom-Versorgung, eine Reform des Warn­systems und Infos für die Bevölkerung dazu, wie sie sich bei Katastrophen informiert. Sender müssten gegebenenfalls gefördert werden.
sueddeutsche.de (Paid)

Video-Tipp: “Zapp” zeigt innovative Ideen für Lokaljournalismus.

Video-Tipp: Vielen Lokal­medien fehlt der Kontakt zu ihren Leserinnen, sagt Berater Jacob Vicari im "Zapp"-Interview. Mit seinem Startup Tactile.news gibt er Workshops mit kreativen Hilfsmitteln wie bemalten Lego-Figuren, um alte Denk­muster aufbrechen. Radio Potsdam etwa holt sich Feedback von einer 100-köpfigen Hörerredaktion, die regelmäßig zu Wort kommt. RUMS aus Münster liefert Lokaljournalismus per Bezahl-Newsletter – samt direktem Austausch mit der Redaktion.
ndr.de (5-Min-Video)

Katrin Müller-Hohenstein kehrt ins Radio zurück.

Zurück zu den Wurzeln: ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein feiert nach über zehn Jahren Abstinenz ihr Radio-Comeback. Ab Anfang September lädt die Moderatorin zwischen 9 und 12 Uhr zum "Antenne Bayern Sonntagsfrühstück". Müller-Hohenstein übernimmt die Sendung von Florian Weiss, der zum ZDF wechselt. Von 1992 moderierte sie schon einmal 15 Jahre lang für den Radiosender. Dem ZDF bleibt Hohenstein weiter erhalten. Zuletzt war sie bei der Fußball-EM und den Olympischen Spielen als TV-Moderatorin im Einsatz.
digitalfernsehen.de

Hör-Tipp: Chefredakteur Georg Rose berichtet über die Learnings aus der Hochwasser-Nacht in Wuppertal.

Hör-Tipp: "An dem Abend haben wir einfach nur funktioniert", sagt Georg Rose über das Programm von Radio Wuppertal in der Hochwasser-Nacht. Der Chefredakteur plädiert dafür, das Lokalradio in künftigen Katastrophen-Plänen zu berücksichtigen. Die Sender und Funktürme könnten etwa mit langlaufenden Notstrom-Aggregaten ausgestattet werden und so länger senden. Die Sender müssten sich im Gegenzug dazu verpflichten, die Bevölkerung im Notfall zu informieren.
wasmitmedien.de (40-Min-Podcast)

Meinung: Das Oldie-Radio hat eine gute Zukunft, schreibt Jochen Rausch.

Ein Hoch aufs Alter: Das Oldie-Radio blickt auf eine "blühende Zukunft", schreibt Jochen Rausch bei DWDL. Für die Macherinnen sei es eine gute Nachricht, dass die Mehrheit der Generation Ü-50 nicht für Streaming bezahlen wolle. Da die Zielgruppe der Sender recht alt sei, könnten sie sich künftig noch auf die analog sozialisierten Generationen der Neunziger- und Nuller-Jahre freuen.
dwdl.de

Debatte: Frauenradio-Sender Femotion und Anna FM spielen die üblichen Verdächtigen.

Frauen-Dudelfunk: Die beiden neuen Frauenradio-Sender Anna FM und Femotion behaupten, ein Programm zu bieten, auf das Frauen gewartet hätten. Abseits von "ein wenig öfter" Michael Bublé spielen beide Sender aber die "übliche Privatsendermusik rauf und runter", urteilt Susan Vahabzadeh in der "Süddeutschen Zeitung". Kritisch sieht sie auch, dass die Geschäftsführung in beiden Fällen komplett männlich ist.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Wie SWR3 mit Musik und Sounddesign zur Audio-Marke wird.

Lese-Tipp: SWR3-Musikchef Gregor Friedel und Chef-Sounddesigner Stefan Polzer erzählen im Magazin "A&B", wie Musikauswahl und Jingles ineinander spielen, um den Sender zu einer Audio-Marke zu machen. Wichtiges Element ist das seit Jahren genutzte Soundlogo, das selbst dann fühlbar ist, wenn es nicht im Vordergrund steht. Die Musik soll Emotionen wecken, muss zum Markenkern und ins "Soundgewand" passen.
abzine.com (Gratis-E-Paper, S. 16-22)

Lese-Tipp: Jochen Rausch über die veränderte Musikwelt und die Auswirkungen auf das Radio.

Lese-Tipp: Die Geduld der Radio-Hörerinnen ist auf ein Mindestmaß geschrumpft, schreibt Jochen Rausch in seiner DWDL-Kolumne. Das läge an der "Masse, Schnelllebigkeit und permanenten Verfügbarkeit der Hits", z.B. bei Spotify. Letztendlich bliebe dem Radio die "menschliche Ebene": Streaming-Plattformen hätten den "Charme von Großhandelsketten", das Radio könne hingegen Wärme vermitteln und Emotion erzeugen.
dwdl.de

Meinung: Das Gebühren-Urteil könnte ARD und ZDF noch schaden.

Rundfunkbeitrag: Das Gebühren-Urteil des Verfassungsgerichts könnte zu einem "großen Knall" führen, wenn "Intendanten und Politiker den Spruch als Aufforderung zum Nichtstun begreifen", warnt der "Spiegel". Wenn die Debatte über die Beitragshöhe aufhöre, könnte der Modernisierungs-Druck auf die Sender sinken und damit auch die Akzeptanz. Ob die Länder die Programm-Aufträge der Sender reformieren, müsse sich erst noch zeigen. "Viele Regierungen pampern ihre eigenen Sender lieber, statt sie kleiner und schlagkräftiger zu machen", kommentieren die "Spiegel"-Autoren.
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Ferda Ataman kommentiert das WDR-Debakel um Simone Standl.

Hör-Tipp: "Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass eine Journalistin rausgeschmissen wird, weil sie biodeutsch ist", kommentiert Ferda Ataman das WDR-Debakel um Lokalzeit-Moderatorin Simone Standl (Foto). Nach Standls Äußerungen in der "BamS" sei es "kein Wunder, dass ihr die AfD in den sozialen Medien beigesprungen ist". Der WDR habe Ataman zudem versichert, die Trennung von Standl sei nicht "plötzlich" gekommen, wie von dieser behauptet.
radioeins.de (5-Min-Audio), turi2.de (Background)

WDR will mit Task Force digitales Angebot für Unwetterlagen entwickeln.


Warndeutscher Rundfunk: Der WDR reagiert auf die Kritik, in den Hochwasser-Regionen nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Der Sender kündigt an, ein digitales Angebot für Unwetterlagen zu entwickeln. Dafür setzt der Sender eine Task Force ein, um Menschen in Gefahren­situationen besser zu erreichen. Zur konkreten Zusammensetzung der Task Force ist noch nichts bekannt, der WDR bietet Katastrophenschutz und Behörden jedoch eine Zusammenarbeit an. "Wir brauchen ein besseres, zielgerichtetes digitales Angebot für Menschen in Unwetterlagen", sagt Intendant Tom Buhrow. Das werde "sicher seine Zeit brauchen".

Kritikerinnen werfen dem Sender vor, nicht früh genug vor dem Starkregen und den Entwicklungen der Hochwasserkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli berichtet zu haben. "Bild" hatte etwa von 34 Warnmeldungen zur Flut am 14. Juli berichtet, die vom WDR ignoriert und im Programm nicht thematisiert worden seien.
presse.wdr.de, rnd.de, bild.de, turi2.de (Background)

Journalist Bernd Hagenkord, 52, ist tot.

Bernd Hagenkord, 52, ist tot. Der Jesuitenpater und kirchlicher Journalist ist am Montag in München gestorben. Erst am Freitag hatte er sein Amt als geistlicher Begleiter des Synodalen Weges in der katholischen Kirche in Deutschland aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Zuvor hatte Bernd Hagenkord zehn Jahre lang die deutschsprachige Abteilung von Radio Vatikan, ab Herbst 2017 Vatican News, geleitet.
kath.ch

Deutschlandfunk setzt den Sport-Podcast “Players” zu Olympia fort.

Anpfiff: Deutschlandfunk will wissen, wer die "großen Player" der Olympischen Spiele 2020 sind und nimmt den Sport-Podcast "Players" nach einer kurzen Pause nach dem EM-Finale wieder auf. Matthias Friebe, Marina Schweizer und die Sportredaktion beantworten täglich ab 17 Uhr Fragen zur Sportveranstaltung. Angekündigte Themen sind u.a. der finanzielle Verlust bei den Sommerspielen durch die Corona-Krise und die Offenheit des IOC gegenüber politischen Protesten.
deutschlandfunk.de, spotify.com

Martin Liss empfiehlt Radiosendern, sich ein Beispiel am “Titanic”-Film zu nehmen.

Gegen den Untergang: Radiosender müssen aufhören, zu denken wie ein Radiosender, schreibt Martin Liss. Statt "die tolle neue Single von XY" vor allen Sendern zuerst spielen zu wollen, sollten sie sich eher am Titanic-Film orientieren. "Jeder weiß, dass das Schiff am Ende untergeht." Dennoch sei er einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Nicht was, sondern wie erzählt werde, sei entscheidend.
meedia.de

Debatte: Radio Wuppertal stellt die Stärken des Lokaljournalismus unter Beweis.

Radio Wuppertal hat mit "enormen Einsatz" bewiesen, dass Lokaljournalismus auch in der Krise große Stärken hat, schreibt Lena Reuters in der "Süddeutschen Zeitung". Der Lokalsender hat während des Hochwassers kurzerhand eine Nachtschicht eingelegt. Im Gegensatz zum WDR sei man flexibler und lokal besser verankert, sagt Chefredakteur Georg Rose (Foto): "Wenn ich entscheide, wir machen jetzt eine Sondersendung, bin ich darauf angewiesen, dass meine Leute mitspielen, aber ich muss niemanden über mir fragen."
sueddeutsche.de

Video-Tipp: WDR-Werbesprechstunde diskutiert Rolle der Radiowerbung aus neuem Studio.

Video-Tipp: Zum "Restart" der Werbesprechstunde der WDR Media Group grüßt Marketing- und Vertriebschef Tobias Lammert aus einem neuen Studio. Er diskutiert am Beispiel der Tourismus-Branche, wie Radiowerbung ihren Beitrag zum Aufschwung leisten kann. Dafür spricht er mit vier Gästen, u.a. Jörg Brandt von Omnicom und Diana Berger-Blatt vom Niederländischen Tourismus-Büro.
presseportal.de, youtube.com (27-Min-Video)

Radio-Nutzung bleibt stabil, Podcasts gewinnen 7 % dazu.

Reichweiten-Checkup: Mit 74,7 % Tagesreichweite bleibt die Radionutzung der über 14 Jahren alten Deutschen stabil, besagt die aktuelle Medienanalyse Audio. Die Verweildauer steigt leicht um 6 Minuten auf 259 Minuten. Podcasts sind weiter auf dem Vormarsch und erreichen mit 29,3 % genau 7 % mehr Menschen als zuvor. Wegen der Corona-Pandemie ist die Datenerhebung im Herbst 2020 ausgefallen.
dwdl.de, radioszene.de

Debatte: Jochen Rausch definiert das Radioprogramm, das Taxifahrerinnen hören wollen.

Murmeltiertag: Radiosender, insbesondere Popwellen, tun zu wenig für Dauerhörende, findet Jochen Rausch in seiner DWDL-Kolumne. Insbesondere Taxifahrerinnen schimpfen über stundenlang gleichbleibende Nachrichten oder die immer gleiche Musik. Der 1Live-Programmchef sieht wachsende Chancen für Audiotheken und Podcasts, warnt aber davor, einfach Radioinhalte ins Netz zu stellen: "Für das zeitautonome Hören müssen Themen, Storytelling, Dramaturgie, Stimmen, Sounds neu gedacht werden."
dwdl.de

Debatte: Junges Radio hat ein Nachwuchsproblem, schreibt Jochen Rausch.

Junge Talente gesucht: Das junge Radio hat ein Nachwuchsproblem, schreibt 1Live-Chef Jochen Rausch in seiner DWDL-Kolumne. Zwar würde es nicht an Bewerbungen mangeln, junge Menschen mit "Personality, Schlagfertigkeit, Wachheit und Selbstbewusstsein" treibe es aber eher als YouTuberinnen oder Podcasterinnen ins Netz, wo sie ihr "eigenes Ding" machen können. Zudem würden Radiopersönlichkeiten nicht jeden Tag zum Casting kommen – "und selbst wenn, werden sie nicht immer erkannt".
dwdl.de

Julia Schutz wird Programmgeschäftsführerin von Antenne NRW.

Personalnummer 001: Antenne NRW macht Julia Schutz zur Programmgeschäftsführerin. Der neu gegründete Ableger von Antenne Bayern soll im Herbst in Nordrhein-Westfalen landesweit über das Digitalradio DAB+, im Kabel und im Web starten. Zudem hat sich das in Düsseldorf angesiedelte Programm auf eine UKW-Kette beworben. Schutz kennt NRW bereits aus ihrer Zeit als Moderatorin und Redakteurin beim dortigen Lokalfunk. Zuletzt war sie Programmdirektorin von Antenne Thüringen und Radio Top 40.
unternehmensgruppe-antenne.de

ARD kontert offenen Brief von Audio-Autorinnen mit Vorwürfen.

Gegenwind: Die ARD kontert einen offenen Brief von Audio-Autorinnen und Regisseurinnen und wirft ihnen stilloses Verhalten, falsche Behauptungen und überzogene Erwartungen vor. Vergütungsregeln und Tarifverträge würden "in Misskredit" gebracht, heißt es in dem ARD-Schreiben, aus dem die "Süddeutsche" zitiert. Gleichzeitig bietet der Sender den Autorinnen Gespräche an. Hunderte Kreative hatten in dem Schreiben vor einer Woche eine angemessene Bezahlung gefordert.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Auftragsdebatte: WDR-Rundfunkrat trifft sich außerplanmäßig.

Redebedarf: Der WDR-Rundfunkrat tagt am Dienstag in einer dreistündigen Sondersitzung, um über den Programmauftrag des WDR zu diskutieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Mehr als ein Drittel der 60 Mitglieder hätten die außerordentliche Sitzung auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit ARD-Programmdirektor Jörg Schönenborn wollen die Initiatorinnen u.a. über die von Tom Buhrow angekündigte Online-first-Strategie sprechen. Bis Mitte 2025 soll demnach ein "möglichst großer Teil der Angebote" zuerst online erscheinen. Der Rundfunkrat hält dagegen, dass die Mehrheit des Publikums die Programme nach wie vor linear nutze. Ebenfalls auf der Themenagenda stehen Programmkooperationen mit anderen Sendern, die regionale Berichterstattung und der finanzielle Beitrag, den der WDR für das gemeinschaftliche TV-Programm Das Erste leistet.

Auch der "zuletzt immer weiter ausgelegte Kulturbegriff des WDR" werde ein Thema der Sitzung sein. Zuletzt hatten beispielsweise Änderungen bei der Kulturwelle WDR 3 für internen Unmut gesorgt. Medienberichten zufolge würde die WDR-Leitung immer mehr Empfehlungen abgeben, welche Musik-Titel zu spielen seien und wie moderiert werden solle. Langjährige Moderatoren wie Kalle Burmester und Michael Stegemann haben den Sender daraufhin verlassen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Jörg Wagner über das Jugendprogramm des DDR-Rundfunks.

Hör-Tipp: "Der DDR-Jugendliche wuchs eigentlich schizophren mit West- und Ostradio im Kopf auf", sagt Jörg Wagner (Foto), Moderator des radioeins-Medienmagazins. Im Podcast Staatsbürgerkunde spricht Wagner, der selbst von 1987 bis 1993 Moderator und Redakteur beim DDR-Jugendradio DT64 war, mit Moderator Martin Fischer übers Radiomachen und -hören in dieser Zeit.
staatsbuergerkunde-podcast.de (94-Min-Audio)

Meinung: Die Öffentlich-Rechtlichen machen Verlagen das Leben schwer.

Bremer Befindlichkeiten: Die Öffentlich-Rechtlichen machen mit ihren digitalen Angeboten Verlagen das Leben schwer, schreibt David Koopmann, Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG in der "FAZ". Er stört sich an einem jüngst erschienenen Gastbeitrag der Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner, die einen Vorstoß der Sender in regionale und lokale Themen begrüßen würde. In Gerners eigenem Sendegebiet existiert laut Koopmann "ein umfangreiches Angebot einer freien Presse", dem Radio Bremen den Lesermarkt abgrabe.
"FAZ", S. 14 (Paid), turi2.de (Background Gerner)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag bleiben 2020 stabil bei rund 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2020 insgesamt 8,1 Mrd Euro eingenommen. Das ist halbes Prozent mehr als 2019, obwohl rund 1.400 Betriebsstätten wegen coronabedingter Schließung von der Beitragszahlung freigestellt wurden. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen sinkt um ein halbes Prozent auf 39,7 Mio. Die Zahl der Menschen, die aus sozialen Gründen betragsfreiet sind, sinkt um rund 2,3 &% auf knapp 2,6 Mio.
presse.rundfunkbeitrag.de, sueddeutsche.de

Manfred Krupp will demokratische Algorithmen bei ARD und ZDF.

Allumfassend: HR-Intendant Manfred Krupp wünscht sich Algorithmen für die Online-Angebote von ARD und ZDF, die auf "möglichst große Teilhabe und Abbildung von Vielfalt" getrimmt sind. Statt in "einer wie auch immer zu definierenden Primetime" müsse das öffentlich-rechtliche Profil im Gesamtangebot sichtbar werden, schreibt er im "FAZ"-Gastbeitrag.
zeitung.faz.net (Paid)

Sunshine Live startet Talk-Format “Tearing Down Walls”.

Freundschafts-Format: Radio Sunshine Live belebt das Format "Tearing Down Walls" wieder. In der Talk-Runde soll Ex-KCRW Berlin-Moderatorin Sylvia Cunningham gemeinsam mit dem amerikanischen College-Radio WNHU u.a. über Bildung und soziale Fragen diskutieren, die "über den deutschen Tellerrand hinausschauen", teilt Sunshine Live mit. Das Format lief zuletzt bei KCRW Berlin, bis der Sender Ende 2020 eingestellt wurde. Die Show startet ab 12. Juni und läuft nach der Premiere jeden letzten Samstag im Monat.
sunshine-live.de

Hör-Tipp: KI kann helfen, Archive zu verbessern.

Hör-Tipp: Christina Elmer vom "Spiegel" und Ulrike Köppen vom BR sprechen bei OMR Media mit Pia Frey über Nutzen und Grenzen für den Einsatz von KI im Journalismus. KI könne mit Zusammenfassungen etwa helfen, audio-visuelle Archive besser zu verschlagworten und daraus neue Produkte zu erstellen. Dagegen sollte eine KI nie selbstständig und unredigiert Texte veröffentlichen oder unterschiedliche Preise z.B. bei Paywalls veranschlagen.
omrmedia.podigee.io (54-Min-Audio)