Zitat: Sandra Maischberger hält Podcasts für das bessere Radio.

"Das Radio ist in den vergangenen Jahren unglaublich fade geworden. Als dann die Podcasts kamen, habe ich gejubelt. Die brachten genau das zurück, was ich im Radio vermisst hatte."

Neu-Podcasterin Sandra Maischberger lobt im "Handelsblatt" den Podcast mit Christian Drosten und sagt, dass sie vor Podcasts dazu übergegangen sei, nur noch "Deutschlandfunk und Hörbücher" zu hören.
"Handelsblatt", S. 24

Zahl des Tages: Musik-Konsum der Deutschen schrumpft um 8 %.

Zahl des Tages: Um 8 % ist die Zeit, die Deutsche wöchentlich mit Musik verbringen, seit 2018 gesunken, sagt eine Studie des Bundesverbands Musikindustrie – auf 19 Stunden und 43 Minuten. Besonders das Radio leidet darunter. Musik zu "besitzen" wird für Nutzer*innen unwichtiger: Immer mehr Befragte besitzen keine physischen Tonträger und keine digitalen Musikdateien mehr.
musikindustrie.de

Zenith: Deutscher Werbemarkt fährt 12,3 % Minus ein.

Weniger Werbung: Die deutschen Werbeausgaben sinken um 12,3 %, prognostiziert eine Studie der Mediaagentur Zenith. Besonders stark betroffen ist das Kino (-55 %), aber auch Radio (-18 %) und Außenwerbung (-17 %) leiden unter den Pandemie-Folgen. Vergleichsweise glimpflich kommen Fernsehen (-10 %) und Digital-Märkte (-7 %) davon. Ohne weiteren Lockdown rechnet Zenith-CEO Jennifer Andree (Foto) mit einer Stabilisierung des Werbemarktes.
horizont.net

Radiosender wie SWR3 passen ihre Apps der digitalen Konkurrenz von Spotify an.

Radiosender werden im Wettlauf mit Spotify kreativer, schreibt die "taz". Die App von SWR3 ermöglicht u.a. das Überspringen von Musiktiteln. "Uns ist es lieber, Hörer*innen schalten innerhalb unseres Programms um als auf eine andere Welle oder in eine andere App", sagt SWR3-Chef Thomas Jung. Auch andere Sender prüfen, inwieweit sie ihre Livestreams ausbauen.
taz.de

Drosten bekommt Deutschen Radiopreis für Corona-Podcast.

Virus made the radio star: Der Virologe Christian Drosten erhält den Sonderpreis des Deutschen Radiopreises für seine Beteiligung am Coronavirus-Update-Podcast von NDR Info. Durch seine populären, aber nicht populistischen Erklärungen sei der Charité-Mediziner "zur zentralen Stimme in der Pandemie" geworden, begründet die Jury ihre Entscheidung.
spiegel.de, deutscher-radiopreis.de (Begründung)

Die Deutschen nutzen mehr Bewegtbild-Angebote.

Mediennutzung: Fernsehen und Radio bleiben in Deutschland dominant, so ein Ergebnis der aktuellen ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie. 72 % der insgesamt rund 213 Minuten täglichen Videonutzung entfallen auf lineares TV. Streaming-Angebote holen aber auf. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist das Nutzungsverhalten genau andersherum, hier entfallen 72 % auf Streaming-Dienste. Erstmals seit 1964 nutzt diese Altersgruppe zudem mehr Video- als Audio-Inhalte. Der tägliche Audio-Konsum ist durch Corona leicht um 7 Minuten auf 179 Minuten gefallen, weil weniger Pendler*innen auf dem Arbeitsweg Audio nutzen.
presseportal.de

Radio Free Europe kehrt als Digital-Angebot nach Ungarn zurück.

Radio Free Europe nimmt seinen Betrieb in Ungarn wieder. Der vom US-Kongress finanzierte Sender hatte sein ungarisches Programm mit Ende des Kalten Krieges eingestellt. Als Reaktion auf den "starken Rückgang der Pressefreiheit" in Ungarn kehrt Radio Free Europe nun als Digital-Angebot zurück. Rund zehn Reporter*innen sollen "vertrauenswürdige, unparteiische" Nachrichten liefern sowie Podcasts und Videos produzieren.
sueddeutsche.de, orf.at, dw.com (Background)

NDR und MDR tauschen die Verantwortung für Info- und Oldie-Nachtprogramm im Radio.

NDR verantwortet ab Januar 2021 die ARD Infonacht, das gemeinsame Nachtprogramm der Info­radios, die bisher der MDR in Halle produziert. Ab Mitte 2021 sendet die "Infonacht" aus dem crossmedialen NDR-Nachrichten­haus in Hamburg-Lokstedt, wo auch ARD-aktuell angesiedelt ist. Der MDR produziert im Gegenzug künftig die ARD-Hitnacht, das Oldie-Nachtprogramm, das bisher vom NDR kommt.
radiowoche.de, ndr.de

DAB+-Radios jetzt in knapp 10 Mio Haushalten vertreten.

Digitalradio: Die Zahl der DAB+-Geräte in Haushalten in Deutschland steigt gegenüber 2019 um 14 % auf rund 10 Mio, melden die Medienanstalten in ihrem Audio-Digitalisierungsbericht. Am weitesten verbreitet sind sie in Bayern (31 %), Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (28,9 %). Im Schnitt liegt die DAB+-Ausstattung in Deutschland bei rund 24 %. UKW bleibt die meistgenutzte Radio-Empfangsart.
radiowoche.de, die-medienanstalten.de (Bericht)

Audio-Nutzung im Netz wächst auf 50 Mio Nutzer*innen in Deutschland.

Online-Audio-Nutzung: 50 Mio Menschen in Deutschland nutzen Webradio und Audio-On-Demand-Angebote, das sind 71 % der Bevölkerung ab 14 Jahren und 6,1 Mio mehr als 2019, sagt der Online-Audio-Monitor 2020. Das wichtigste Nutzungsgerät ist mit 76 % das Smartphone. Ein Drittel der Online-Audio-Nutzer*innen hört Podcasts. Am beliebtesten sind Infosendungen, Wissens- und Lernbeiträge, gefolgt von Unterhaltung und Nachrichten. Bei der MA IP Audio dominiert im 2. Quartal Spotify mit knapp 152 Mio Sessions pro Monat, Zweitplatzierter ist mit 12,3 Mio Sessions SWR3.
mabb.de, online-audio-monitor.de (Online-Audio-Monitor), radioszene.de (MA IP Audio)

RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein geht 2021 in den Ruhestand.

RBB: Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, beendet seinen Vertrag im Frühjahr 2021. Wer Singelnstein folgt, ist noch unklar. Er bleibt dem RBB als Berater erhalten. Grund sei explizit nicht das verunglückte Interview mit AfD-Mann Andreas Kalbitz, sagt Intendantin Patricia Schlesinger bei "Horizont". Ulrike Simon wertet es als Möglichkeit für Programmchef Jan Schulte-Kellinghaus, sich zu profilieren.
presseportal.de, horizont.net

Hinweis: Der RBB teilt mit, dass der Abgang von Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, nicht – wie von turi2 berichtet – "vorzeitig" erfolge. Singelnstein habe bei seinem Ausscheiden "sein reguläres Renten-Eintrittsdatum" erreicht. Was der Sender nicht sagt: Singelnsteins Vertrag war 2018 bewusst um fünf Jahre – also über das reguläre Renten-Eintrittsalter hinaus – verlängert worden.

Inforadio vom RBB startet einen täglichen Podcast.

Inforadio startet am Freitag den Daily-Podcast "News Junkies", kündigt Programmchef David Biesinger im "Medienmagazin" des RBB an. Er soll immer nachmittags erscheinen, "den ganzen guten Content, den wir im Inforadio haben, bündeln" und das Top-Thema des Tages beleuchten. Der Podcast werde "eine andere Ansprechhaltung haben als das Programm" und soll sich an eine jüngere Zielgruppe richten, so Biesinger.
youtube.com

Der Deutschlandfunk spendiert “Medias Res” den Podcast “Nach Redaktionsschluss”.

Deutschlandfunk startet am 4. September den wöchentlichen Podcast "Nach Redaktionsschluss". Darin diskutiert die Redaktion des Medienmagazins "Medias Res" wöchentlich mit Hörer*innen über Themen der Sendung wie gendergerechte Sprache oder Haltung und Aktionismus. Die Sendung "Was mit Medien" auf DFL Nova hat der Deutschlandfunk gerade eingestellt. Sie existiert als eigenständiger Podcast weiter.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Der RBB führt bei Radio Fritz das gesprochene Gendersternchen ein.

RBB will bei seinem Jugendsender Fritz ein Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt setzen. Ab September nutzt Fritz als erster Radiosender der ARD in seinen Nachrichtensendungen durchgehend gendergerechte Sprechweise. Dafür sprechen die Moderator*innen das Gendersternchen "wie eine winzige Pause", sagt Programmchefin Karen Schmied. Der Schritt erfolgt auf Wunsch der Redaktion.
rnd.de

Video-Tipp: Stefan Raue erklärt die Absetzung von “Was mit Medien”.

Video-Tipp: Im Gespräch mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs rechtfertigt der Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue die Trennung von "Was mit Medien": Grund seien Budget-Restriktionen sowie der Erfolg von @mediasres. Die Deutschlandfunk-Sendung wird ab September als Podcast produziert, erklärt Sandro Schroeder, der beim DRadio die Podcast-Entwicklung und Audio-Drittplattformen verantwortet.
youtube.com (48-Min-Video), turi2.de (Background zur Sendereihe)

Apple startet neue Online-Radiosender und benennt Beats 1 um.

Apple verabschiedet sich bei seinem Online-Radiosender Beats 1 von der Marke Beats. Der Sender firmiert ab sofort unter dem Titel Apple Music 1. Außerdem startet Apple zwei weitere Radiokanäle: Apple Music Hits mit Songs aus den 1980er, 1990er und 2000ern sowie den Sender Apple Music Country. Die Sender stehen Abonnenten von Apple Music zur Verfügung und bieten zum Teil exklusive Originalshows.
radioszene.de

Lese-Tipp: Sprachpfleger Werner Müller ist gegen Deutschtümelei.

Lese-Tipp: Aurelie von Blazekovic porträtiert Werner Müller, 75, der 25 Jahre lang "Sprachpfleger" beim BR war, als akribischen, aber unpedantischen Helfer der Journalist*innen, der keine Sprachhoheit beanspruchte. Grammatik ist laut Müller "ein Stück Leben", er selbst, im Hauptberuf Lehrer, verbrachte die Wochenenden damit, das Programm zu hören und Sprachberichte zu schreiben. Der BR war die einzige ARD-Anstalt, die sich einen Sprachpfleger leistete, inzwischen ist Müller im Ruhestand. Er halte nichts von "Deutschtümelei", dem Gendern steht er dennoch gespalten gegenüber – denn er habe kaum einmal gehört, dass im Radio souverän gegendert worden sei. Er plädiert dafür, lieber beide Geschlechter zu erwähnen.
sueddeutsche.de

Podcast über Achtsamkeit ersetzt bei DLF Nova “Was mit Medien”.


Was mit weniger Stress: Deutschlandfunk Nova ersetzt Was mit Medien, das gestern nach acht Jahren zum letzten Mal im Radio lief, durch den Podcast Achtsam. Ab dem 20. August sollen Psychologin Main Huong Nguyen (Foto, links) und Moderatorin Diane Hielscher auf dem bisherigen Sendeplatz des Medienmagazins wöchentlich donnerstags um 20.00 Uhr Tipps für einen bewussteren Alltag geben. Am Ende jeder Folge soll eine Achtsamkeits­übung stehen. Spannender Nebenaspekt: In seiner Kommunikation spricht DLF Nova von einem Podcast, der ins Radioprogramm kommt – nicht von einer Radiosendung, die es auch als Podcast gibt. "Was mit Medien" soll als reiner Podcast und nicht mehr im linearen Programm weiterlaufen.

DLF Nova springt mit "Achtsam" auf einen Trend auf, der sich auch an Kiosken als überraschend erfolgreich erwiesen hat: Magazine wie "Hygge" aus dem Hause Gruner + Jahr oder "Happinez" von Bauer wollen ihre Leser*innen mit Grünzeug und Yogakissen zu mehr Entschleunigung und Gemütlichkeit ermutigen. Chefredakteurin Sinja Schütte" macht für "Flow" den Podcast Verstehen, fühlen, glücklich sein. In Deutschland hat sich außerdem etwa die Mediations-App 7Mind einen eigenen Podcast zugelegt. Moderator René Träder unterhält sich darin mit wechselnden Gesprächspartner*innen etwa über die Philosophie hinter Zen.
deutschlandradio.de, radioszene.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Video-Tipp: Wie der SWR mit einem Innovationszentrum seine Zukunft sichern will.

Video-Tipp: Jörg Wagner und Daniel Bouhs vom Radioeins-"Medienmagazin" besuchen SWR-Intendant Kai Gniffke und Vanessa Wormer (Foto), die künftige Chefin des SWR XLabs. Gniffke und Wormer berichten von ihren Plänen, wie sie mit dem Innovations­zentrum die Zukunft des SWR sichern und auch Impulse in die ARD geben wollen.
youtube.com (48-Min-Video), wwwagner.tv (Audio-Fassung), turi2.de (Background Wormer)

Lese-Tipp: Björn Czieslik berichtet über Kinderradio ohne Kinder.

Lese-Tipp: turi2-CvD Björn Czieslik ist nicht nur für Audio-Produktionen in unserem Meinungs­macher*innen-Club verantwortlich, sondern seit 17 Jahren auch Moderator einer Kindersendung auf Radio Feierwerk. Im Blog des Kanals erzählt er, warum Kinderradio so besonders ist, zum Beispiel weil ein ungewollter Lachflash für authentischen Charme sorgt oder weil Kinder Fragen stellen, auf die kein erwachsener Redakteur gekommen wäre. Björn berichtet auch über die Herausforderungen durch Corona, als das Kinderradio erstmals ohne Kinder im Studio auskommen musste.
feierwerk.de

Gesellschafter beschließen endgültig das Aus für das IRT.


IRT-um ausgeschlossen: Das Münchner Institut für Rundfunktechnik, kurz: IRT, macht zum Jahresende dicht. Nach einer mehr als fünfstündigen Sitzung einigten sich die 14 Gesellschafter am Ende auf die Auflösung. Das IRT teilt mit, es sei "kein tragfähiges Modell für eine Fortführung" gefunden worden. Rund 100 Angestellte verlieren damit im Dezember ihren Job. Die Gesellschafter hatten bereits vor einigen Wochen alle ihre Kündigungen eingereicht. Zuletzt hat sich der Bayerische Rundfunk noch um eine Fortführung des IRT bemüht.

Der BR brauchte dafür aber einen der anderen großen Gesellschafter als Partner. Den Anfang vom Ende des Instituts besiegelte ein Betrugsskandal, bei dem sich ein Patentanwalt rund 200 Mio Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll.
sueddeutsche.de, irt.de, turi2.de (Background)

BR will Institut für Rundfunktechnik retten.


Münchner Mäzen: Der Bayerische Rundfunk will das angeschlagene Institut für Rundfunktechnik retten, berichtet Kai-Hinrich Renner. Der Sender hält eine Fortführung der Forschungseinrichtung "in kleinerer Form mit einem fokussierten Aufgabenspektrum" für den "günstigsten und effizientesten Weg", sagt ein Sprecher. Dafür sei der BR bereit, "überproportionale Lasten in Kauf zu nehmen". Allein stemmen könnten die Bayern eine Rettung aber nicht, sie bräuchten einen der drei großen Gesellschafter, das ZDF, den WDR oder den NDR. Doch keine der drei Anstalten wolle ihre Kündigung zurück­nehmen. Sie werfen dem BR, der "federführende Anstalt" beim IRT ist, vor, nur höchst unzureichend seiner Aufsichtspflicht nachgekommen zu sein. Der BR sagt, er habe bei der GmbH keine "besonderen Kontroll- oder Aufsichtsfunktionen".

Alle Gesellschafter, neben den neun ARD-Anstalten das ZDF, die Deutschen Welle und Deutschlandradio sowie ORF und SRG, haben ihren Gesellschaftervertrag zum 31.12.2020 gekündigt. Gerade die kleineren Anstalten fürchten jedoch die immensen Kosten einer Liquidation. Die Rede ist von einem dreistelligen Mio-Betrag. Diese Summe ist "nicht zutreffend", sagt der BR, die genauen Kosten ließen sich nicht exakt benennen. Wie es mit dem IRT nun weitergeht, könnte sich am heutigen Freitag entscheiden, nachdem eine Entscheidung in der vergangenen Woche vertagt worden war. (Foto: Felix Hörhager / dpa / Picture Alliance)
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

OVG Hamburg: Radio Energy kann Hamburger Frequenz vorerst behalten.

Radio Energy darf in Hamburg vorerst weitersenden, entscheidet das OVG Hamburg und bestätigt einen früheren Beschluss des Verwaltungsgerichts. Die MA HSH hatte die Frequenz des Hit-Radios im November an den Sender Flux FM vergeben. Zu Unrecht, sagen die Richter, weil Flux FM nur einen Finanzplan für drei Jahre eingereicht hat, nicht für fünf. Die Medienanstalt hätte den Sender daher bei der Auswahl nicht berücksichtigen dürfen.
radioszene.de, radiowoche.de, turi2.de (Background)

Studie: Kinder nutzen gern klassische Medien.

Stay classy: Kinder zwischen 4 und 13 Jahren nutzen gern klassische Medien, ergibt der Kinder Medien Monitor 2020. Sie hören und sehen mehrmals pro Woche Radio- und TV-Programme. Zudem lesen 77 % mehrmals die Woche Bücher, Magazine oder Comics - am liebsten auf Papier. 14 % der Kinder gelten aber auch als "Streamer" - sie sind in ihrem Medienkonsum- und Kommunikationsverhalten überwiegend digital geprägt.
kinder-medien-monitor.de

Hör-Tipp: Das Verlassen der Komfortzone hat Reinhold Beckmann oft weitergebracht.

Hör-Tipp: "Das Verlassen der Komfortzone ist wichtig", sagt TV-Moderator Reinhold Beckmann im Podcast On the Way to New Work. In seinem ersten Podcast-Interview erzählt Beckmann davon, wie er bei seinem Zivildienst in einer Jugend-Bildungsstätte Blut geleckt hat, "was mit Medien" zu machen. Als Azubi zum Radio- und Fernsehtechniker ist er über die Dächer Kölns geklettert, um Antennen auszurichten, und hat einen Piratensender betrieben, als die Stollwerck-Schokoladenfabrik abgerissen werden sollte. Über den Schnitt landete Beckmann beim TV, wo er als Fußball-Kommentator ins kalte Wasser geworfen wurde. Mit "Bauchschmerzen" wurde er Sportchef beim damals neuen Pay-TV-Sender Premiere, erlebte dort einen großen "Aufbruchsgeist" und hat mit Superzeitlupen und Daten-Analyse den technischen Wandel im Fußball mitgeprägt.
newwork.podigee.io (70-Min-Audio)

BR-Frauen wünschen sich eine Frau als Nachfolgerin für Intendant Ulrich Wilhelm.

Bayerischer Rundfunk: Das BR-Frauennetzwerk fordert, dass auf Intendant Ulrich Wilhelm eine Frau an der Spitze des Senders folgt. In einem offenen Brief an den Rundfunkrat schreiben sie, es werde "Zeit für eine Intendantin", die den BR "zukunftssicher und divers" aufstelle. Einen konkreten Vorschlag machen die Netzwerkerinnen nicht, lassen aber wissen, ihnen fiele "eine ganze Reihe von Frauen" ein, die das Amt ausfüllen könnten. Wilhelm tritt für keine weitere Amtszeit an und verlässt den BR im Feburar 2021.
dwdl.de, turi2.de (Background)

BBC will mehr als 1.100 Stellen streichen.

BBC-Logo-150x150BBC plant einen massiven Stellenabbau: 520 Jobs sollen allein in der Nachrichten-Redaktion wegfallen, in den Regional-Redaktionen weitere 600. Bereits vor Corona war ein Stellenabbau geplant, damals war von 450 Stellen die Rede. Im vergangenen Jahr hat die BBC insgesamt mehr als 22.000 Menschen beschäftigt. Der Sender muss 140 Mio Euro einsparen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Radio Bob legt bei der Reichweite ordentlich zu, Antenne Bayern verliert.

Radio: Antenne Bayern hat zuletzt massiv an Reichweite verloren (-91.000 Hörer*innen pro Stunde), zeigt die aktuellste Audio-Auswertung der Agma. Größter Gewinner ist Radio Bob. Der Rock-Sender aus Hessen verzeichnet ein Plus von 88.000 Hörer*innen gegenüber der letzten der Erhebung, Hitradio RTL Sachsen kann immerhin 28.000 hinzugewinnen, hr4 26.000. Die Erhebung endete allerdings schon Ende März und damit in der Corona-Anfangsphase.
horizont.net, dwdl.de, agma-mmc.de

Früherer “Sonntagsrätsel”-Moderator Christian Bienert, 72, ist tot.

Christian Bienert, 72, ist tot. Der langjährige Moderator des Sonntagsrätsels bei Deutschlandfunk Kultur starb bereits am 7. Juli. Christian Bienert moderierte die von Hans Rosenthal erfundene Sendung von 1987, damals noch bei Rias, bis zu seinem Ruhestand 2012. Er hatte eine große Fangemeinde in Ost und West und bekam viele Zuschriften aus beiden Teilen Deutschlands.
t-online.de, deutschlandfunkkultur.de, sueddeutsche.de (Porträt von 2006)

Acatech unterstützt Pläne einer europäischen Medienplattform von BR-Intendant Wilhelm.

Europäische Medienplattform: Die Deutsche Akademie der Technik­wissen­schaften Acatech unterstützt die Pläne von BR-Intendant Ulrich Wilhelm, ein europäisches Pendant zu YouTube, Facebook und Co aufzubauen. Die Plattform sollte die "Vielfalt an Angeboten" repräsentieren sowie "faire und transparente Zugangs- und Nutzungsbedingungen" haben, empfiehlt die Projektgruppe. Zum Start brauche es "staatliche Förderung flankiert von europäischer Regulierung". Die Koordination könnte eine Europäischen Digital-Agentur übernehmen.
acatech.de, br.de (Interview Wilhelm)

BR-Intendant Ulrich Wilhelm will keine weitere Amtszeit antreten.

BR: Intendant Ulrich Wilhelm stehe "nach reiflicher Überlegung nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung", meldet der Sender. Wilhelm bleibt noch sieben Monate im Amt und will den Chefsessel im Februar 2021 an eine*n Nachfolger*in übergeben. Als Intendant habe er "entscheidende Etappen unseres Umbauprozesses und die Regionalisierung erfolgreich abgeschlossen".
br.de

Zitat: Barbara Schöneberger freut sich beim Radio über inhaltliches statt äußerliches Feedback.

"Endlich sagt mal keiner 'Das blaue Kleid hat mir nicht so gut gefallen'. Beim Radio kommen die Leute auf mich zu und sagen 'Ich habe sehr gelacht bei dem Gespräch'. Das ist für mich auch ein Qualitäts­kriterium, dass die Leute einem zuhören. Macht mir aber manchmal auch ein bisschen Angst, weil ich denke, die hören ja wirklich zu."

Moderatorin Barbara Schöneberger freut sich beim Online-Talk der Lokalrundfunktage, dass Sie auf ihre Radiosendung ganz andere Resonanz bekommt als auf ihre TV-Auftritte.
Lokalrundfunktage Online Special (11-Min-Video)

Weitere Zitate:

Über ihre Arbeit in Corona-Zeiten:

"Nichts anderes hat funktioniert, aber beim Radio da konnte ich meinen Kopfhörer aufsetzen und einfach meine Sendung machen. Und ich habe mir gedacht: Was für ein tolles Medium. Da brauchst Du halt nicht 46 Kameramänner und einen Aufnahmeleiter, sondern da reicht es, wenn zwei Leute zusammenkommen, einer quatscht und einer sagt, was gemacht wird."

Über die fast bundesweite Ausstrahlung ihrer Sendung:

"Wenn ich aus meinem Ferienhaus in Österreich am Wochenende nach Berlin reise, kann ich mich durchgehend anhören, was für meine Familie ein absoluter Albtraum ist."


Barbara Schöneberger @LOKALRUNDFUNKTAGE Online Special from Medien.Bayern on Vimeo.

Radio Regenbogen macht Manuela Bleifuß und Gregor Spachmann zu Chefs.

Radio Regenbogen macht Manuela Bleifuß und Gregor Spachmann zu Chefs. Sie folgen auf Klaus-Werner Schunk, der Ende Juni in Rente ging. Bleifuß verantwortet Programm und Marketing, Spachmann ist für den kaufmännischen Bereich zuständig. Auch die Vertriebstochter Radiocom agiert seit erstem Juli unter neuer Führung: Als Geschäftsführer wurde Andreas Ksionsek berufen.
horizont.net

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

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Barbara Schöneberger, Andreas Hinsberger (Antenne Vorarlberg), Bianca Oberscheider (LÄNDLE TV), Horst Rettig (münchen.tv), Carmen Schmalfeldt (Radio Leverkusen), Prof. Dr. Klaus Meier (KU Eichstätt) und weitere Experten sprechen morgen ab 15 Uhr über Lokalrundfunk und die Corona-Krise. Jetzt kostenlos anmelden!

Die ARD stellt zahlreiche Audio-Angebote unter Creative-Commons-Lizenz.

ARDARD gibt Drosten frei: Die ARD will im Sommer zahlreiche Audioinhalte, darunter den Corona-Podcast mit Christian Drosten, unter der Creative-Commons-Lizenz NC-ND-BY veröffentlichen. Die Lizenz untersagt Veränderungen oder die kommerzielle Nutzung, ermöglicht aber die z.B. die Zweitveröffentlichung auf privaten Websites. Die ARD will so vor allem erleichtern, ihre Inhalte als Lehrmaterial in Schulen zu nutzen.
presseportal.de, turi2.de (Background)