Moderator von Bayern 3 löst Rassismus-Diskussion aus.

Bayern 3 steht im Shitstorm. Grund sind Äußerungen des Moderators Matthias Matuschik über die koreanischen Popband BTS. Matuschik bezeichnete die Mitglieder als "kleine Pisser" und verglich sie mit dem Corona-Virus, sagte gegen BTS gebe "es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung". Für seine Aussagen hat sich Matuschik inzwischen entschuldigt und bezeichnet sie in einer Stellungnahme als "komplett daneben". Er schreibt zudem, er habe nie die Absicht gehabt, jemanden rassistisch zu beleidigen, ihm sei aber bewusst, "dass am Ende zählt, wie die Worte bei den Empfängern ankommen ‐ und nicht, wie sie gemeint waren." Zuvor hatte der Sender bereits in einer Stellungnahme geschrieben, Matuschik sei beim Versuch, "seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen". Fremdenfeindlichkeit und Rassismus würden ihm aber fernliegen.
rnd.de, sueddeutsche.de, bayern3.de (Stellungnahme)

Bauer übernimmt die irische Communicorp Group.

Bauer übernimmt zu einem nicht genannten Preis die Communicorp Group, den Marktführer unter den kommerziellen Radioanbietern in Irland. Zur Gruppe gehören mehrere nationale und lokale Radioprogramme. Es ist Bauers erste Akquisition auf der grünen Insel, das Unternehmen will damit seine Radio-Position ausbauen, zu der mehr als 110 Audiomarken in acht europäischen Ländern – nicht aber Deutschland – gehören.
handelsblatt.com

Teutocast sendet bei Her Funk bundesweit für Frauen.

Frauenfunk: Teutocast aus Leipzig startet Mitte des Jahres Her Funk, einen bundesweiten Hörfunksender für Frauen. Die Inhalte sind laut Unternehmen "insbesondere für Frauen relevant". Gründungschef Erwin Linnenbach: "Statistiken besagen, dass Frauen häufiger und mit einer längeren Verweildauer als Männer das Medium Hörfunk nutzen." Der Sender sucht noch nach einer Programmchefin.
new-business.de, radiowoche.de

Der Saarländische Rundfunk wählt Martin Grasmück zum neuen Intendanten.

Saarländischer Rundfunk: Martin Grasmück wird neuer Intendant. Der Rundfunkrat hat den bisherigen Hörfunkdirektor im 7. Wahlgang mit 26 von 38 Stimmen gewählt. Zuvor verfehlte er die nötige Zweidrittel-Mehrheit. Neben Grasmück standen auch ARD-Chefredakteur Rainald Becker und SR-Chefredakteurin Armgard Müller-Adams zur Wahl. Grasmück tritt seinen neuen Job im Mai an und folgt auf Thomas Kleist.
sr.de, turi2.de (Background)

Freie Funke-Mitarbeiter*innen warten auf Honorar-Zahlungen.

Kein Funke Hoffnung? Zahlreiche freie Mitarbeiter*innen bei Funke warten auf ihre Honorare, beklagt der DJV-NRW. Die Zahlungen für Dezember und Januar seien bei vielen Kräften der Zeitungen, aber auch der Lokalfunksender "nicht, verspätet oder nur anteilig" eingegangen. DJV-Landesvorsitzender Frank Stach beklagt zudem die fehlende Kommunikation zum Thema: "Es gab von den Verantwortlichen wohl nicht ein Wort der Warnung oder Erklärung". Funke widerspricht dem in einer Stellungnahme und schreibt, man habe die Mitarbeitenden "mehrfach und auf diversen internen Kommunikations­kanälen" informiert. Der Zahlungsverzug sei eine Folge der Cyber-Attacke.
djv-nrw.de, turi2.de (Background)

Der konservative US-Radio-Moderator Rush Limbaugh, 70, ist tot.

Rush Limbaugh ist tot. Der rechtskonservative Radio-Host ist im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Rush Limbaugh war eine der prominentesten Stimmen der Neuen Rechten in Amerika und verbreitete kontroverse Ansichten zu Themen wie Abtreibung oder dem Klimawandel, den er leugnete. Nachdem Limbaugh seine Lungenkrebsdiagnose im Februar 2020 öffentlich gemacht hatte, verlieh ihm Donald Trump die Medal of Freedom.
cnbc.com, bild.de

DWDL: Mediengruppe RTL Deutschland schraubt an der Marke und nennt TV Now künftig RTL+.


Now ist bald vorbei: Die Mediengruppe RTL Deutschland positioniert ihre Streamingmarke TV Now neu und nennt sie künftig RTL+, schreibt Thomas Lückerath bei DWDL. Der Schritt sei nur ein Teil des Projekts "RTL United" – aus dem eine einheitliche Kernmarke RTL in allen Märkten hervorgehen soll, um mit internationalen Anbietern wie Netflix, Disney und Co mitzuhalten. Bisher treten RTLs TV- und Radiosender sowie Digitalangebote unter verschiedenen Logos und Bezeichnungen auf.

"Ziel ist es, die Marke RTL als führende europäische Unterhaltungsmarke nachhaltig zu stärken und die Markenarchitektur innerhalb der gesamten RTL Group zu harmonisieren – national und international, von den Corporate Brands bis hin zu den Sender- und Formatmarken, über alle digitalen Plattformen", sagt Inhalte-Chef Stephan Schäfer. Lückerath reist gedanklich in der Zeit zurück, um zu erklären, warum die Streamingplattform TV Now namenstechnisch so generisch daherkam: 2018 starteten die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1 und Discovery je ein Streamingangebot – und jeder hoffte, "einen Marktstandard zu etablieren, dem sich andere Sender anschließen würden". (Foto: Thies Rätzke für die turi2 edition #4)
dwdl.de

Killt der Podcast-Boom das lineare Radio, Stephan Schmitter?


Podcast kills the Radio Star? Radio muss sich in Zeiten des Streaming- und Podcast-Booms “ein stückweit neu erfinden”, schreibt Stephan Schmitter. Der Chef von RTL Radio Deutschland sieht sich mit der Content Alliance von Bertelsmann und der Podcast-Plattform Audio Now auf dem richtigen Weg. In seinem Gastbeitrag in der turi2 edition #13 fordert er aber auch “rechtliche Rahmenbedingungen” für mehr Zusammenarbeit zwischen den Sendern, um gegen die digitale Übermacht bestehen zu können. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen. Weiterlesen …

SR nominiert drei Bewerber*innen für die Intendanten-Wahl.

Saarländischer Rundfunk schlägt dem Rundfunkrat drei Bewerber*innen für den Intendanten-Posten vor: Nominiert sind der scheidende ARD-Chef­redakteur Rainald Becker (Foto), der stell­vertretende SR-Programm­direktor Martin Grasmück sowie SR-Chef­redakteurin Armgard Müller-Adams. Die Wahl findet am 22. Februar statt, Amtsantritt ist am 1. Mai. Der amtierende SR-Intendant Thomas Kleist scheidet zum 30. April vorzeitig aus.
dwdl.de, sr.de

“prisma”-Chef Stephan Braun holt Jürgen Domian ins Clubhouse.

prisma, TV-Beilage aus Düsseldorf, und ihrem Chefredakteur Stephan Braun gelingen ein kleiner Clubhouse-Scoop: Unter der Fahne der Zeitschrift feiert die WDR-Talk-Legende Jürgen Domian (Foto) seine Clubhouse-Premiere. Am Montag zwischen 21 und 22 Uhr sprechen Domian, Braun und Christian Parth, Redaktionsleiter "Domian live", zum Thema: "Corona, Lockdown und kein Karneval - was macht das alles mit uns?" Der Talk ist gleichzeitig die "prisma"-Premiere bei Clubhouse, Stephan Braun plant zunächst mit einer wöchentlichen Reihe.
turi2 – eigene Infos, joinclubhouse.com (Kalender-Link fürs iPhone)

Klick-Tipp: Virtuell und mit Musik durch die Straßen der Welt.

Klick-Tipp: Reiselustige können auf driveandlisten.herokuapp.com digital durch die Straßen verschiedener Metropolen cruisen und dabei die Umgebungsgeräusche sowie verschiedene örtliche Radiosender einblenden. Sogar die Geschwindigkeit des virtuellen Autos lässt sich einstellen – damit es zur Not doppelt so schnell durch Istanbul, New York oder Singapur geht.
driveandlisten.herokuapp.com

NDR-Freie protestieren gegen neues Honorierungsmodell.

NDR: 150 Freie Mitarbeiter*innen beschweren sich in einem Brief an die Aufsichtsgremien über Honorarkürzungen. Hintergrund ist ein neues Honorierungsmodell zu crossmedialer Berichterstattung, nach dem Beiträge für Internet, TV und Radio nutzbar sein sollen. Die Freien schreiben von Einbußen von bis zu 40 %. Der NDR nennt die zahlen "nicht nachvollziehbar und nicht belegt".
sueddeutsche.de

Die letzte unabhängige Stimme in Ungarns Radio-Landschaft verstummt.

Ungarn: Der letzte größere unabhängige Radiosender Klubrádió muss ab Montag den Betrieb einstellen. Der Medienrat des Landes hat die Sendelizenz wegen zwei kleineren Verstößen gegen die Meldepflichten nicht verlängert. Das Gremium besteht ausschließlich aus Mitgliedern von Viktor Orbans Fidesz-Partei. Ein Budapester Stadtgericht hat die Entscheidung am Dienstag bestätigt. Der Sender kann Berufung einlegen, der Entzug der Sendelizenz ist damit allerdings nicht aufgeschoben.
rnd.de, tagesschau.de (3-Min-Audio)

turi2 edition #13: Patricia Schlesinger über Gebühren und Geduld.


Under construction: Patricia Schlesinger lässt beim RBB kaum einen Stein auf dem anderen. Die Intendantin holt mehr Frauen in Führungsjobs und organisiert die journalistische Arbeit neu. Im Gespräch mit Markus Trantow für die turi2 edition #13 stellt sie ARD und ZDF in der Pandemie ein gutes Zeugnis aus und wirbt für “mehr Geduld” mit der Politik: “Was hier passiert, ist neu für uns alle, wir sind eine Lerngemeinschaft.” Sie können das Interview im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Meinung: Öffentlich-Rechtliche fordern ihr Publikum nicht mehr.

ard_zdf_150x150Qualitäts-Debatte: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk fordert sein Publikum nicht mehr und lässt es dadurch alleine, schreibt Holger Gertz in der "Süddeutschen Zeitung". Als Beleg dafür sieht er u.a. die jüngst zusammengestrichenen Literatur-Rezensionen im WDR. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk befände sich heute "auf der Höhe seiner Banalität". Gute Dinge gebe es zwar noch, aber "zu selten" oder in Spartenkanälen versteckt.
sueddeutsche.de

Angebliches Corona-Ende: Berliner Radiosender bekommt Ärger wegen Satire-Aktion.

Spaß beiseite: Berliner Radiosender 94,3 rs2 erntet Kritik für seine Satire-Aktion Corona ist vorbei – mit rs2!, die in fiktiven Nachrichten das Ende der Corona-Pandemie zelebriert hatte. Berliner Ämter haben daraufhin laut "Tagesspiegel" Anrufe von "aufgeregten Bürger und Bürgerinnen" bekommen – und mussten Aufklärungs-Arbeit leisten. Die Medienanstalt MABB war im Vorfeld in die Aktion eingeweiht worden, den Hörproben zufolge sei die Parodie erkennbar gewesen.
tagesspiegel.de

Landesmedienanstalten erhalten 2020 so viele Beschwerden wie noch nie.

Programmbeschwerden nehmen 2020 deutlich zu: Die Landesmedienanstalten haben 2.613 Meldungen erhalten, ein Plus von rund 25 % – 2019 waren es noch 2.058. 513 Beschwerden beziehen sich auf das Programm des privaten Rundfunks, 186 auf Online-Inhalte, vor allem bei Instagram und Youtube. Beschwerden können seit 2004 über das Portal Programmbeschwerde.de eingereicht werden.
deutschlandfunk.de, digitalfernsehen.de

turi2 edition #13: Julia Krittian über Medien und den gesellschaftlichen Diskurs.


Journalismus in Krisen-Zeiten: Julia Krittian, Unternehmenssprecherin des MDR, ist besorgt, weil im vergangenen Jahr Verschwörungstheorien und der Glaube daran “eine neue Dimension” erreicht haben. Medien sollten Räume für Dialog öffnen und so “die Basis für den gesellschaftlichen Diskurs” sichern, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13. Sie können den Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Basta: Antenne Niedersachsen startet ein Webradio fürs Home-Office.

Hymnen für die Heimarbeit: Antenne Niedersachsen liefert mit einem Home-Office-Webradio den Soundtrack für alle, die nun am Küchentisch oder im Wohnzimmer arbeiten. Auf der Playlist stehen vermutlich Songs wie Chris Reas "Driving home for working", Alice Coopers Distanzunterricht-Hit "School's out till Summer" und der Home-Office-Evergreen Das bisschen Haushalt.
radioszene.de, antenne.com

Lese-Tipp: Einer der ältesten alternativen Radiosender Europa gerät unter Druck.

Lese-Tipp: Radio Student gerät in finanzielle Schwierigkeiten, berichtet Martin Reichert. Der slowenische Radiosender entstand bereits 1968, gegründet durch die Studierendenorganisation in Ljubljana. Damit ist er eine der ältesten unabhängigen Radiostationen Europas. Aktuell herrscht in Slowenien der rechtspopulistische Ministerpräsident Janez Jansa, der es auf die öffentlich-rechtlichen Sender abgesehen hat. Der Druck auf die kritischen Stimmen von Radio Student kommt aber nicht aus der Regierung, sondern von der ihn finanzierenden Studierendenorganisation, die auf eine Privatisierung drängt.
taz.de

Ist die Generation Ü50 für die Werbeindustrie schon tot, Christian Scholz?


Nicht abgeschrieben: Christian Scholz, Chef der ARD-Radiowerbung, hält die vielzitierte “werberelevante Zielgruppe” für überholt. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #13 schreibt er darüber, welche wertvollen Werbe-Schätze es bei höheren Semestern zu heben gibt. Sie können seinen Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Lese-Tipp: Sabine Töpperwien hat Frauen im Fußball die Tür aufgestoßen, schreibt Katrin Müller-Hohenstein.

Lese-Tipp: Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien (Foto), 60, hat "eher ungewollt etwas Emanzipatorisches bewegt" und das "Frausein im Fußballmetier" ein Stück weit etabliert, ohne darüber zu reden, schreibt ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein bei Zeit Online. Töpperwien habe vielen anderen Frauen nach ihr "die Tür ein Stück aufgestoßen". Am Donnerstag hat sie ihren vorzeitigen Ruhestand angekündigt.
zeit.de, turi2.de (Background)

Fußball-Kommentatorin Sabine Töpperwien geht vorzeitig in den Ruhestand.

Schlusspfiff: WDR-Fußball-Reporterin Sabine Töpperwien, 60, verabschiedet sich nach mehr als 700 Spielen vorzeitig und überraschend in den Ruhestand. Seit knapp einem Jahr habe sie chronische Schmerzen in den Armen, sagt Töpperwien im WDR-Interview: "Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht." Ein Spiel will sie noch kommentieren, wenn es nach Corona wieder geht - bevorzugt Köln gegen Bayern. Töpperwien hat 1987 erstmals ein Zweitliga-Spiel kommentiert und war die erste Frau, die regelmäßig in der ARD-Bundesligakonferenz berichtet hat.
wdr.de, bild.de

turi2 edition #13: Michael Loeb über Zuversicht.


Alles wird gut: Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR mediagroup, glaubt daran, dass vieles bald wieder “wie früher” wird – erstes Anzeichen ist für ihn die Reaktion der deutschen Fußballfans auf die 0:6-Pleite gegen Spanien: “Binnen weniger Minuten wurden aus gefühlt 80 Millionen Virologen in Deutschland wieder Bundestrainer”. Im Videofragebogen von turi2 bekennt Loeb passenderweise seine Leidenschaft für den 1. FC Köln. Seinen Gastbeitrag für die turi2 edition #13 können Sie hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen. Weiterlesen …

turi2 edition #13: Ina Tenz über Freiheit.


Heimvorteile: Ina Tenz, Podcast-Produzentin bei ABC Communications und früher langjährige Programmdirektorin u.a. von Radio FFN und Antenne Bayern, entdeckt neue Vorzüge beim Arbeiten im Mobile-Office. Ihr anfänglich schlechtes Gewissen ist gewichen: “Mittlerweile feiere ich meine Freiheit und die Ergebnisse”, schreibt sie in ihrem Gastbeitrag in der turi2 edition #13. Sie können den Text hier im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch hier gedruckt bestellen.. Weiterlesen …

Willkommen im Club: Stephan Schmitter.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Deutschlands einflussreichster Radio-Manager Stephan Schmitter hat jüngst in Berlin das RTL Audio Center in Betrieb genommen. Schmitter ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Michael Willeke, Barbara Schöneberger und Sebastian Matthes.
turi2.de/koepfe (Profil Schmitter)

Radio und Podcast unter einem Dach: Stephan Schmitter zeigt das Herz der Audio Alliance in Berlin.


Das Auge hört mit: "Die Kurve ist permanent ansteigend." Im Video- und Podcast-Interview von turi2.tv erklärt Stephan Schmitter, dass Podcasts – Corona-Krise hin oder her — derzeit einen Höhenflug erleben. Der Audiochef von Bertelsmann und Geschäftsführer von RTL Radio Deutschland hat 2019 die Audio Alliance mit aus der Taufe gehoben und seitdem in rund 150 eigene Podcasts investiert. Im Laufe dieses Jahres soll der Audio-Ableger profitabel arbeiten. Schon vorher beziehen die Audio Alliance und die Berliner Radiosender von RTL ein neues Zuhause – das RTL Audio Center mit modernen Studios für Radio und Podcast.

Stephan Schmitter zeigt Videos aus den modernen, großzügigen Räumen, die den Moderator*innen die Arbeit erleichtern und auch auf Remote-Arbeit eingestellt sind. "Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt hätten, ob ich es für möglich halte, dass eine Morning-Show mit bis zu acht Leuten von verschiedenen Orten produziert werden kann, aus Home Offices, Kellern oder Schlafzimmern, da hätte ich Ihnen gesagt: Auf keinen Fall", sagt Schmitter. Das Radio habe im Jahr 2020 viel gelernt – auch von Podcasts, von denen viele schon länger dezentral entstehen. In den neuen Räumen schalten sich Podcast-Produzent*innen von Berlin aus in die Studios bei Gruner + Jahr in Hamburg oder zu RTL in Köln. In Berlin bekommen die Aufnahmen den letzten Schliff und gehen auf die Plattformen.

Im ausführlicheren Podcast erklärt Stephan Schmitter, wie Bertelsmann mit seiner Podcast-Plattform Audio Now Spotify etwas entgegensetzen will: Schon jetzt können Nutzer*innen neben Podcasts auch kuratierte Musikstreams und die klassischen Radiosender mit RTL-Beteiligung einschalten – von Radio Hamburg bis Antenne Bayern.
turi2.tv (10-Min-Video), turi2.de/podcast (25-Min-Audio), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

“WamS”: Debatte um Rundfunkbeitrag sorgt für Riss in der Union.

Rundfunkbeitrag spaltet die Union, analysiert die "Welt am Sonntag". Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion würde ARD, ZDF und Deutschlandradio am liebsten fusionieren, Unterhaltung und Sport aus dem Programm streichen. Ein entsprechendes Positions-Papier sei womöglich "von oben" gestoppt worden. Andere Kreise der Partei, etwa um Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und den früheren Fraktionschef Volker Kauder, stehen zu ARD und ZDF.
welt.de (Paid)

BVerfG lehnt vorläufige Erhöhung des Rundfunkbeitrags per Eilantrag ab.


Für eine Handvoll Euro: ARD, ZDF und Deutschlandradio scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihren Eilanträgen, mit denen sie die Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent zum Jahreswechsel vorläufig anordnen lassen wollten. Die Richter*innen bemängeln, die Rundfunkanstalten hätten nicht ausreichend begründet, dass ihnen vor der endgültigen Entscheidung im Hauptverfahren schwere Nachteile entstehen. Die Sender hatten argumentiert, dass sich ohne die geplante Erhöhung der Gebühren ab Januar ihr Angebot verschlechtern werde, was die Rundfunkfreiheit verletzte. Die Entscheidung bezieht sich nur auf das Eilverfahren. Die reguläre Klage der Anstalten ist erst später Verhandlungsgegenstand.

Im Hauptverfahren wird das Gericht darüber entscheiden, ob die Weigerung Sachsen-Anhalts, den neuen Rundfunkstaatsvertrag zu ratifizieren, die Rundfunkfreiheit verletzt. Die Kläger argumentieren, dass eine bedarfsgerechte Finanzierung sichergestellt sein muss. Das Deutschlandradio will nun zunächst kurzfristige Sparmaßnahmen umsetzen. Der Bedarf wurde durch die unabhängige Kommission KEF errechnet. Medienpolitische Fragen dürften bei der Festsetzung des Beitrags keine Rolle spielen, so die Kläger.
tagesschau.de, spiegel.de, spiegel.de (Sparmaßnahmen), turi2.de (Background)

Basta: Kai Gniffke fühlt sich durch Gendersterne irritiert.

Irritation vom anderen Genderstern: Der Genderstern scheint vorerst nicht über der Krippe beim SWR. Die weißen drei Könige, bzw. Kai Gniffke, befürchten, er macht Texte unangenehmer zu lesen und verschrecke den Heiland Google. Vor allem Gender-Sternsinger sind nicht willkommen: Die gesprochene Variante könnte Teile des Publikums irritieren, "vielleicht sogar zu verärgern". Und fürs Verärgern ist immer noch der WDR-Kinderchor zuständig.
welt.de

MDR Fernsehen erreicht laut Jahresbericht mit 9,9 % Marktanteil neuen Bestwert.

MDR schafft es mit seinem TV-Angebot in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf einen Marktanteil von 9,9 % - ein Bestwert laut Jahresbericht des Senders. Besonders Informationsangebote liegen im Trend, "MDR Aktuell" erreicht etwa einen Marktanteil von 23,4 %. Das MDR-Online-Angebot verbucht mit 430 Mio fast doppelt so viele Visits wie im Vorjahr. Auch die Zahl der Videoabrufe von MDR-Content in der ARD-Mediathek ist um fast 50 % auf 90 Mio gestiegen.
per Mail

Zitat: Er mag die Definition von Medien als vierter Gewalt nicht, sagt Stefan Raue.

"Man darf sich als Medium auch nicht überheben. Ich bin kein Freund der Definition, dass Medien die vierte Gewalt sind."

Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios, sagt im RND-Interview, Radio habe im engeren Sinne keine Verantwortung für das Gemeinwesen, müsse aber helfen, "dass ein kritischer Diskurs in zivilisierter Form stattfindet".
rnd.de

Tom Buhrow befürwortet ein Ende des Einstimmigkeitsprinzips beim Rundfunkbeitrag.


Einfach eine einfache Mehrheit: Tom Buhrow, WDR-Intendant und derzeit ARD-Vorsitzender, befürwortet im "Spiegel" für eine Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips beim Rundfunkbeitrag. "Damit wäre viel gewonnen, auch für die Zukunft", sagt Buhrow mit Blick auf die Nicht-Zustimmung Sachsen-Anhalts zum neuen Rundfunkstaatsvertrag. Aber auch in der Vergangenheit habe das Prinzip der Einstimmigkeit "regelrecht zu einer Krise der föderalen Gemeinschaft geführt" und sei "ungeheuer kraftraubend" gewesen. Der Populismus gegen die Gebührenerhöhung mache Buhrow zudem Sorgen: "Populisten wollen die Institutionen angreifen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk trifft es nur als Erstes". Danach sieht Buhrow Parlamente und Justiz im Visier. Dem Eilantrag des Deutschlandradios werde die ARD sich anschließen.

Im "Spiegel" sagt Buhrow auch, dass er kein Freund gegenderter Sprache im Fernsehen ist. "In der Schriftsprache finde ich es in Ordnung, in der gesprochenen Sprache wirkt es auf mich künstlich, und bislang ist es nicht in den Alltagsgebrauch übergegangen", sagt der Intendant und vergleicht die Anwendung mit ablenkender Kleidung. Anders als im Bayerischen Rundfunk will Buhrow gesprochene Genderlücken aber nicht untersagen, sondern will seine Einschätzung als Privatmeinung verstanden wissen: "Das sage ich nicht als ARD-Vorsitzender, sondern als Journalist Tom Buhrow."
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Rundfunkbeitrag: Das Deutschlandradio strebt Klage im Eilverfahren an.


Eilverfahren statt Eilmeldung: Das Deutschlandradio will im Streit um den von Sachsen-Anhalt nicht ratifizierten Rundfunkstaatsvertrag vor dem Bundesverfassungsgericht auch ein Eilverfahren anstoßen. Ein solches Eilverfahren wäre dem Hauptverfahren vorgeschaltet und böte bei Erfolg die Möglichkeit, dass der Rundfunkbeitrag doch noch zum 1. Januar 2021 - zumindest vorläufig - um 86 Cent steigt.

Außerdem erklären Bremen und das Saarland vor dem Bundes­verfassungss­gericht eine eigene Stellungnahme zu den Klagen von ARD, ZDF und Deutschlandradio abzugeben. Darin wollen sie auf die besondere finanzielle Situation des Saarländischen Rundfunks und von Radio Bremen aufmerksam machen. Eine eigene Klage streben die Bundesländer aber nicht an. (Bild: Bildagentur-online / Schoening / Picture Alliance)
rnd.de (Eilverfahren), deutschlandfunk.de (Stellungnahme Bremen und Saarland), turi2.de (Background)

ARD, ZDF und Deutschlandradio reichen Verfassungsbeschwerde ein.

Rundfunkstaatsvertrag: Das Deutschlandradio macht als Erstes ernst und reicht eine Verfassungsbeschwerde ein. Die Anstalt teilt mit, durch die Entscheidung des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt, den Vertrag nicht zur Abstimmung zu bringen, sei die "die bedarfsgerechte Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ab 2021 nicht mehr gesichert". Auch die ARD-Anstalten und das ZDF wollen klagen. Für das ZDF sagt Intendant Thomas Bellut mit Hinblick auf die Entscheidung in Sachsen-Anhalt: "Damit bleibt leider keine andere Möglichkeit, als das Bundesverfassungsgericht anzurufen."
presseportal.de (ZDF), presseportal.de (ARD)

Rundfunkgebühr: Reiner Haseloff verhindert Abstimmung über den Staatsvertrag.

Rundfunkgebühr: Die geplante Erhöhung ist vorerst gestoppt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verhindert eine Abstimmung über den neuen Rundfunkstaatsvertrag, meldet der "Spiegel". Damit gibt es eine vorläufige Entscheidung im Koalitionsstreit zwischen CDU, SPD und Grünen. Während Haseloffs CDU - wie die oppositionelle AfD - den Staatsvertrag wegen der Erhöhung der Gebühren ablehnt, sind SPD und Grüne dafür. Der Vertrag wird ohne die Zustimmung des Bundeslandes damit nicht ratifiziert. Den Anstalten steht nun der Rechtsweg offen. Die Sender haben bereits angekündigt, diesen bestreiten zu wollen. Auch andere Bundesländer erwägen Klagen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Klaus Brinkbäumer und Jana Brandt werden Programmchefs des MDR.

MDR: Der Rundfunkrat winkt die Vorschläge von Intendantin Karola Wille durch und wählt Klaus Brinkbäumer und Jana Brandt zu Programmchefs. Brinkbäumer übernimmt am Standort Leipzig – seine Amtszeit läuft bis Anfang 2026. Er war zuletzt Autor für "Zeit" und "Tagesspiegel", bis 2018 war er Chefredakteur des "Spiegel". Jana Brandt, die am Standort Halle übernimmt, ist seit 1999 beim MDR und leitet dort die Hauptredaktion Fernsehfilm, Serie und Kinder. Unter ihrer Leitung sind Filme wie Nackt unter Wölfen und Der Turm entstanden.
lvz.de, presseportal.de (Brinkbäumer), presseportal.de (Brandt), turi2.de (Background)

BR untersagt gesprochene Genderlücke – außer in jungen Programmen.

Bayerischer Rundfunk hat entschieden, im Programm die Genderlücke nicht mitzusprechen - Ausnahme sind nur junge Angebote wie Puls oder die News WG. BR-Informations­direktor Thomas Hinrichs begründet die Entscheidung im Radioeins-Medien­magazin mit Ziel­gruppen: "Solange die Mehrheit der Bevölkerung das Gendersternchen nicht spricht, werden wir es auch nicht sprechen." Der BR wolle bei der Sprache "nicht bevormunden" und "nicht erziehen".
daniel-bouhs.de (mit 10-Min-Audio)

Radio-Tipp: Christian Drosten spricht über seinen Lebensweg.

Radio-Tipp: Christian Drosten ist heute um 13.30 Uhr zu Gast in der Sendung "Zwischentöne" im Deutschlandfunk. Drosten spricht über seinen Weg vom Rettungssanitäter bis zum Leiter der Virologie der Charité in Berlin. Drosten sagt, dass er eigentlich nicht gerne Chef ist. Musikalisch fasziniert ihn Barock-Musik. Zudem mag er düstere Musik, weil sie die Realität spiegelt.
deutschlandradio.de

Hör-Tipp: Bernhard Hoëcker wäre für “Switch”-Nachfolger gerne gefragt worden.

Hör-Tipp: Bernhard Hoëcker wäre für den "Switch"-Nachfolger Binge Reloaded gerne gefragt worden, sagt der Comedian im Podcast SR 1 Fernsehrausch, "die Eitelkeit kommt dann schon". Außerdem äußert er sich zum Thema Mobbing in der Schule und gibt zu, zu den Tätern gehört zu haben: "Bei den Leuten möchte ich mich jetzt im Nachhinein entschuldigen. Das war assi." Erste Bühnenerfahrungen hat er gemeinsam mit Bastian Pastewka auf Kindergeburtstagen gesammelt.
youtube.com (49-Min-Audio auf YouTube)