Meinung: Die Öffentlich-Rechtlichen machen Verlagen das Leben schwer.

Bremer Befindlichkeiten: Die Öffentlich-Rechtlichen machen mit ihren digitalen Angeboten Verlagen das Leben schwer, schreibt David Koopmann, Vorstand der Bremer Tageszeitungen AG in der "FAZ". Er stört sich an einem jüngst erschienenen Gastbeitrag der Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner, die einen Vorstoß der Sender in regionale und lokale Themen begrüßen würde. In Gerners eigenem Sendegebiet existiert laut Koopmann "ein umfangreiches Angebot einer freien Presse", dem Radio Bremen den Lesermarkt abgrabe.
"FAZ", S. 14 (Paid), turi2.de (Background Gerner)

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag bleiben 2020 stabil bei rund 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2020 insgesamt 8,1 Mrd Euro eingenommen. Das ist halbes Prozent mehr als 2019, obwohl rund 1.400 Betriebsstätten wegen coronabedingter Schließung von der Beitragszahlung freigestellt wurden. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen sinkt um ein halbes Prozent auf 39,7 Mio. Die Zahl der Menschen, die aus sozialen Gründen betragsfreiet sind, sinkt um rund 2,3 &% auf knapp 2,6 Mio.
presse.rundfunkbeitrag.de, sueddeutsche.de

Manfred Krupp will demokratische Algorithmen bei ARD und ZDF.

Allumfassend: HR-Intendant Manfred Krupp wünscht sich Algorithmen für die Online-Angebote von ARD und ZDF, die auf "möglichst große Teilhabe und Abbildung von Vielfalt" getrimmt sind. Statt in "einer wie auch immer zu definierenden Primetime" müsse das öffentlich-rechtliche Profil im Gesamtangebot sichtbar werden, schreibt er im "FAZ"-Gastbeitrag.
zeitung.faz.net (Paid)

Sunshine Live startet Talk-Format “Tearing Down Walls”.

Freundschafts-Format: Radio Sunshine Live belebt das Format "Tearing Down Walls" wieder. In der Talk-Runde soll Ex-KCRW Berlin-Moderatorin Sylvia Cunningham gemeinsam mit dem amerikanischen College-Radio WNHU u.a. über Bildung und soziale Fragen diskutieren, die "über den deutschen Tellerrand hinausschauen", teilt Sunshine Live mit. Das Format lief zuletzt bei KCRW Berlin, bis der Sender Ende 2020 eingestellt wurde. Die Show startet ab 12. Juni und läuft nach der Premiere jeden letzten Samstag im Monat.
sunshine-live.de

Hör-Tipp: KI kann helfen, Archive zu verbessern.

Hör-Tipp: Christina Elmer vom "Spiegel" und Ulrike Köppen vom BR sprechen bei OMR Media mit Pia Frey über Nutzen und Grenzen für den Einsatz von KI im Journalismus. KI könne mit Zusammenfassungen etwa helfen, audio-visuelle Archive besser zu verschlagworten und daraus neue Produkte zu erstellen. Dagegen sollte eine KI nie selbstständig und unredigiert Texte veröffentlichen oder unterschiedliche Preise z.B. bei Paywalls veranschlagen.
omrmedia.podigee.io (54-Min-Audio)

Die Linke plädiert für eine Reform des ÖRR mit Blick auf Ostdeutschland.

Ostfernsehen: Die medienpolitischen Sprecher der ostdeutschen Landtagsfraktion der Linken fordern eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit Blick auf die neuen Bundesländer. Sie wollen, dass MDR, NDR und RBB zusätzlich zu ihren bisherigen Mitteln ein Prozent der Beitragseinnahmen erhalten – das entspricht rund 80 Mio Euro. Zudem sollten mehr Ostdeutsche Führungspositionen innerhalb der ARD besetzen.
tagesspiegel.de

MDR und Uni Halle-Wittenberg erforschen Wirkung gendersensibler Sprache in Radio-News.

Werte Hörerinnen: Das Nachrichtenradio MDR Aktuell und die Uni Halle-Wittenberg forschen gemeinsam, wie sich gendersensibles Sprechen auf das Verständnis von Nachrichten auswirkt. Für das Projekt werden Testsendungen mit drei Varianten produziert: im generischen Maskulinum, mit der gendersensiblen Variante der Paarform und mit Gender-Gap. Mit Ergebnissen rechnet der MDR 2022. Redaktionsleiter Mike Heerdegen-Simonsen sagt: "Wir sind sehr oft mit Forderungen nach gendergerechten Nachrichten konfrontiert. Auf der anderen Seite kennen wir die heftige Kritik auch am MDR, wann immer der Gender-Gap zu hören ist."
presseportal.de

Machst du bald “Was mit sozialen Medien”, Daniel Fiene?


Im Macher-Modus: “Was mit Medien” war jahrelang eine Radiosendung bei unterschiedlichen Sendern, zuletzt bei Deutschlandfunk Nova. Als die Macher Daniel Fiene, Dennis Horn und Sebastian Pähler ihren Sendeplatz verlieren, machen sie als Podcast weiter, der nun ein Unternehmen werden soll. In seinem Gastbeitrag für die turi2 edition #14 beschreibt Daniel Fiene den steinigen Weg vom Journalisten zum Journalismus-Unternehmer. Lesen Sie den ganzen Beitrag hier im kostenlosen E-Paper oder als Online-Text.

Hör-Tipp: Ina Tenz plädiert zum “Femotion”-Start für mehr Mut im Radio.

Hör-Tipp: Radio-Managerin Ina Tenz will mit "Femotion", ihrem neuen Frauen-Radiosender, "irritieren und auch inspirieren". Zum Sendeauftakt erzählt sie den Journalisten Daniel Bouhs und Jörg Wagner, dass "man nicht vor lauter Angst nur noch Mainstream machen muss." Sie schätzt an ihrem neuen Sender, "einfach auch mal anders sein" zu können.
wwwagner.tv (9-Min-Audio), femotion.de (Femotion-Livestream)

Zitat: Stefan Raue findet, Radio ist mehr als nur ein Ausspielweg für Content.

"Die Vorstellung von manch engagierten namenlosen Unternehmensberatern, journalistische Inhalte könnten in einer Art moderner Fabrikhalle Stück für Stück losgelöst von einem Gesamtkonzept und hocharbeitsteilig produziert werden, um dann als Video, Audio oder Text in alle Welt verschickt zu werden, führt zu Programmen, die keiner nutzen, hören und sehen will."

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue plädiert in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" für mehr Anerkennung des Radios – das Medium sei mehr als ein bloßer Ausspielweg für Inhalte.
sueddeutsche.de (Paid)

Regiocast-Sender werben mit der Aktion “Give Piks a Chance” fürs Impfen.

Impf-Aktivierung: Die Radio-Holding Regiocast wirbt bei ihren Sendern mit der Kampagne "Give Piks a Chance" fürs Impfen. Expertinnen beantworten u.a. bei RSH, Radio PSR, Antenne MV und Radio Bob Fragen zur Corona-Schutzimpfung, Promis wie Sänger Max Giesinger oder Arzt Eckart von Hirschhausen rufen in Testimonials dazu auf, sich impfen sich zu lassen.
regiocast.de, rsh.de (Promi-Testimonials)

Neuer SR-Intendant Martin Grasmück: Kooperationen mit dem SWR sollen “Eigenständigkeit nicht gefährden”.

Saarländischer Rundfunk: Der neue Intendant Martin Grasmück ist offen für Kooperationen zwischen SR und SWR, wenn sie die "Eigenständigkeit des Saarländischen Rundfunks nicht gefährden", sagt er zu DWDL. Um den SR eigenständig zu führen, brauche man in den Führungsetagen "Expertise und Loyalität zum eigenen Unternehmen". Im Januar hatte SWR-Chef Kai Gniffke gemeinsame Direktionen in den Bereichen Produktion, Justiziariat und Verwaltung vorgeschlagen.
dwdl.de, turi2.de (Background), turi2.de (Gniffke)

Florian Kellermann wird Russland-Korrespondent vom Deutschlandradio.

Deutschlandradio: Florian Kellermann, 48, bisher Osteuropa-Korrespondent in Warschau, berichtet für die Deutschlandfunk-Sender künftig aus Moskau. Kellermann folgt auf Thielko Grieß, der als Moderator und Redakteur ins Kölner Funkhaus zurückkehrt. Zum Berichts­gebiet gehören neben Russland auch Belarus, Georgien, Armenien, Aserbeidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisien.
presseportal.de

Das RBB Kulturradio vergrault seine Stammhörerschaft, schreibt die “Süddeutsche Zeitung”.

Trauer-Ohrspiel: Das RBB Kulturradio vertreibt mit seiner Neuausrichtung des Programms die Stammhörerinnen, schreibt Peter Richter in der "Süddeutschen Zeitung". Dem RBB sei die "Alte Musik" demnach "zu alt" geworden. So würden u.a. Kammer- und Sinfonieorchester, "mit denen Berlin und Brandenburg gesegnet" seien, jetzt nach "Biosauna eines Wellnesshotels im Spreewald" klingen. In einer RBB-Umfrage werten knapp 64 % der Hörerinnen die Programmreform als Verschlechterung.
sueddeutsche.de, landesmusikrat-berlin.de (RBB-Umfrage)

Studie: 46 % der Europäerinnen lassen sich von Audio-Werbung beeinflussen.

Ohrenschmaus: 46 % der Europäerinnen lassen sich von Audiowerbung beeinflussen, sagt eine Studie von Sortlist. 78 % haben schon mal Produkte aus der Werbung von Audioinhalten gekauft oder sind bereit, es zu tun. Bisher setzen 19 % der Unternehmen in ihrer Werbestrategie auf Audioinhalte. Rund drei Viertel der Menschen hören seit Beginn der Pandemie mehr Audioinhalte, dabei ist Radio auf der Platz 1. Nur jede Zehnte hört Audioinhalte, die mit ihrem Beruf zu tun haben.
sortlist.de

Meinung: Das Kulturradio schafft sich ab.

Klassik-Clinch: Ronald Düker echauffiert sich in der "Zeit" über Änderungen des Klassikprogramms bei WDR 3. Die Orientierung der Musikauswahl an statistisch erhobenen Interessen selbsterklärter Klassikfans mache aus dem "Bildungsauftrag" einen "Nachbildungsauftrag". Der neue Moderationsleitfaden und seine "Stolpersteinsätze" wie "Musik ist Emotion pur", würden suggerieren, dass der WDR neben betreutem Hören auch auf betreutes Moderieren setze.
"Zeit" 17/2021 (Paid)

Vaunet-Vorständin Annette Kümmel fordert strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen.


Dualer Donnerschlag: Annette Kümmel, Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien Vaunet, fordert in einem "FAZ"-Gastbeitrag strengere Regeln für die Öffentlich-Rechtlichen, die im Zuge der Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio umgesetzt werden müssten. Kümmel warnt die Anstalten etwa davor, Bildungs-, Kultur- und Informationsinhalte ins Internet auszulagern: "Der Verweis der Rund­funk­an­stal­ten auf verän­der­te Nutzungs­ge­wohn­hei­ten sollte nicht als Blan­ko­scheck dienen, nach Belie­ben Program­me und Ange­bots­tei­le hin und her zu schie­ben." Die Öffentlich-Rechtlichen müssten diese "Kernelemente" über alle Verbreitungswege verfügbar machen. Mit Besorgnis nimmt Kümmel das Verschwinden bzw. Auslagern einzelner Kulturinhalte wahr: "Das Eintre­ten für Kultur­ver­ständ­nis wird online only nicht erfolg­reich sein."

Zudem fordert Kümmel, der "unge­brems­ten Expan­si­on der Anstal­ten vor allem im Online-Bereich" Grenzen zu setzen. Im Zuge der Modernisierung sollte dabei auch "ein Mehr an Ange­bo­ten und Kosten ausge­schlos­sen" werden. Kümmel übt auch Kritik an Filmen und Serien, die öffentlich-rechtliche Anstalten für amerikanische Streamingdienste produzieren: Vaunet halte "eine Entkom­mer­zia­li­sie­rung und Über­prü­fung der wach­sen­den Präsenz des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks auf solchen Platt­for­men für gebo­ten." Beide Seiten des dualen Systems – also öffentlich-rechtlicher sowie privater Rundfunk – sollten Kümmels Vorstellung zufolge am besten eine "Task­force" gründen, um gemeinsam über die Zukunft deutscher TV- und Radioanstalten zu beraten.
"FAZ", S. 14 (Paid)

Analyse: Wie Querdenker gegen die Presse schießen.

Querulanten: Teilnehmerinnen von Querdenker-Demos pochen zwar stets auf das Grundgesetz, versuchen jedoch zunehmend, die Pressefreiheit einzuschränken, berichtet Annika Schneider im Deutschlandfunk. Für Journalistinnen stelle sich die Frage, wie viel Raum sie Veranstaltungen mit mehreren Tausend Teilnehmerinnen geben. Zeigen Medien u.a. Fotos von Demo-Plakaten, geben sie auch falschen Tatsachenbehauptungen und Verschwörungsmythen eine Bühne, so Schneider.
deutschlandfunk.de

“Bild”: Unbekannte kapern 1Live-Frequenz für Querdenker-Thesen.

Störgeräusche: 1Live, junge Radiowelle des WDR, ist offenbar von Corona-Leugnerinnen gekapert worden, berichtet "Bild". "Die Grippe ist plötzlich verschwunden, plötzlich gibt es Corona. Wann stellt ihr die richtigen Fragen?", sei z.B. zwischen dem normalen Programm zu hören gewesen. Schon seit der ersten Märzwoche würden beim WDR Störungsmeldungen eingehen – vor allem aus dem Kreis Borken. Der Sender habe umgehend die Bundesnetzagentur informiert, dort sucht man bereits nach der Quelle für die Störungen.
bild.de (Paid) via dwdl.de, rnd.de

Milchlobby bringt Bayern 3 zum Löschen seiner Klimaschutz-Tipps.

Eingeknickt: Die BR-Popwelle Bayern 3 hat nach einem Shitstorm der Milchlobby einen Facebook-Post gelöscht, der u.a. klimafreundliche Milchalternativen im Kaffee empfiehlt. Der Sender entschuldigt sich sogar: Er habe "die wertvolle Arbeit, die in der Landwirtschaft geleistet wird" nicht kritisieren wollen. Jan Hegenburg vom Blog Volksverpetzer schreibt verärgert: "Bayern 3 hat sich bei der Milchindustrie dafür entschuldigt, Fakten genannt zu haben". Der Verband der Milcherzeuger Bayern bilanziert: "Protest lohnt sich".
volksverpetzer.de via twitter.com, milcherzeugerverband-bayern.de

Ina Tenz will den Frauen-Radiosender von herFunk als Plattform aufstellen.

Weibliche Welle: Ina Tenz, Ex-Programmchefin von Antenne Bayern und FFN, will ihren mit herFunk entwickelten Radiosender für Frauen "von vornherein als Plattform konzipieren", erzählt sie der "Süddeutschen Zeitung". Der noch namenlose Sender wird etwa Podcasts über den Äther schicken und eine eigene Audio-Plattform aufbauen. Das Programm soll "selbstbewusst feministisch sein", ohne sich von männlichen Lebenswelten abzugrenzen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Intendant Tom Buhrow sieht die ARD 2030 als “non-lineares Content-Netzwerk”.


Buhrow baut um: WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow erläutert in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" seine Zukunftsvision für die "ARD 2030". Buhrow sieht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk künftig als "eine Open Source im Netz für wertvolle und vertrauenswürdige Inhalte" und die ARD "auf dem Weg zum non-linearen Content-Netzwerk". Um Kosten für Nutzerinnen zu senken, würde Buhrow etwa die Landesmedienanstalten aus dem Rundfunkbeitrag ausklammern – auch sie werden aktuell darüber finanziert. Die Existenz von Spartenkanälen im linearen TV wackelt laut Buhrow ebenfalls bis 2030: Stattdessen sollen sich Userinnen Inhalte aus "einer einzigen, großen öffentlich-rechtlichen Mediathek" holen.

Im Mai startet die ARD zusätzlich einen Zukunftsdialog, um Bürgerinnen zu fragen, was die Gesellschaft in Zukunft vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwartet. UKW-Radio sollte besser keine der Interviewten angeben: "Etliche Audioangebote werden ins Netz wandern und die UKW-Welt verlassen", sagt Buhrow – UKW "wäre dann nur noch eine Havarietechnik für Krisenfälle". Auch "für Orchester, Big Bands und Chöre der ARD" fordert er eine "Zukunftskonzeption": Etwa durch das Modell einer Trägergesellschaft.
faz.net

Zitat: Gerhart Baum kritisiert Änderungen bei WDR 3.

"Gegen breitere Akzeptanz ist ja an sich nichts zu sagen – aber bitte nicht auf Kosten anspruchsvoller, mitunter auch anstrengender Programminhalte."

Gerhart Baum, Vorsitzender des Kulturrats NRW und Mitglied der WDR-Rundfunkrates, kritisiert im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" den Umbau der Kultur-Welle WDR 3. Ihm fehle der "Bezug auf den Programmauftrag", im Vordergrund stehe immer die Frage, wie man mehr Hörerinnen erreicht.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

WDR 3 verliert Moderatorinnen bei seinem Werben um neue Hörerinnen.

Klassisches Problem: Beim Kultur- und Klassikradio WDR 3 tobt ein Kulturkampf, schreibt Jan Brachmann. Die Moderatorinnen bekommen von der WDR-Leitung immer mehr Empfehlungen, wie sie zu moderieren haben und welche Titel auszuwählen seien. Ziel ist es offenbar, mehr Hörerinnen zu gewinnen, die sich sonst weniger mit klassischer Musik beschäftigen. Kritikerinnen befürchten so jedoch Stammhörerinnen zu vergraulen. Mehrerer langjährige Moderatorinnen haben ihren Abschied verkündet.
faz.net (Paid)

Ina Tenz berät herFunk GmbH beim Aufbau eines Frauen-Radiosenders.

Frauen-Funk: Ina Tenz, langjährige Programm­direktorin von Antenne Bayern und FFN, hilft beim Aufbau eines Radiosenders für Frauen. Das noch namenlose Programm der Leipziger herFunk GmbH soll über DAB+ und als Webradio im Mai starten. Tenz kommt als strategische Programmberaterin an Bord – zusätzlich zu ihrem Job als Geschäftsleiterin bei der Agentur ABC Communication.
turi2 – eigene Infos, herfunk.de, turi2.de (Background)

Zitat: NDR-Intendant Joachim Knuth will Meinungsvielfallt stärker abbilden.

"Ich bin Journalist geworden, um Leute schlauer zu machen – und nicht durch Polarisierung erregter."

NDR-Intendant Joachim Knuth sagt im Streitgespräch mit Sachsen-Anhalts Medienminister Rainer Robra in der "Zeit", dass das Thema Meinungsvielfalt die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen in den kommenden Jahren "maßgeblich bestimmen" wird.
"Zeit" 12/2021 (Vorabmeldung), welt.de (Zusammenfassung)

Meinung: ARD, ZDF und Deutschlandradio sollen den Vorschlag der Vereinigung nicht abschmettern.

All in one? Peter Voß, Ex-Intendant des SWR, appelliert per "FAZ"-Beitrag an ARD, ZDF und Deutschlandradio, den Vorstoß der Mittelstandsunion nach nur einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht sofort abzuschmettern. Die Anstalten seien "gut beraten", das Positionspapier auf "akzeptable oder zumindest diskutable Ansätze" abzuklopfen. Trotzdem sieht Voß eine Programm-Zusammenlegung kontraproduktiv: Sie zerstöre den bewährten Austausch zwischen Hauptprogramm und dritten Fernsehsendern.
"FAZ", S. 13 (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Annette Kümmel von Vaunet befürchtet Insolvenzen privater Medien.

"Mit Blick auf das gesamte Ökosystem private Medien muss man sagen: Wir können Insolvenzen nicht ausschließen."

Annette Kümmel, Vorstandsvorsitzende des Verbands Privater Medien, sagt der dpa, dass 2021 dramatischer wird als 2020, da die Medien nicht von "ersten guten Monaten zehren können". Kleine lokale Anbieter seien stärker in Gefahr als größere Firmen.
finanzen.at

Fachverlag Holzmann Medien übernimmt Mehrheit am Handwerker Radio.

Hammer auf die Ohren: Der Fachverlag Holzmann Medien, der u.a. die "Deutsche Handwerks Zeitung" herausgibt, übernimmt die Mehrheitsbeteiligung am Handwerker Radio aus Schwäbisch Hall. Marco Candido, Vertriebsberater und Ex-Manager bei Würth, hat das Webradio 2018 gegründet. "Wir sehen die Mehrheitsbeteiligung als konsequenten Ausbau der Audio-Aktivitäten in unserem Kernsegment Handwerk", sagt Verleger Alexander Holzmann (Foto), der früher selbst bei einem Allgäuer Radiosender moderiert hat. Candido bleibt Gesellschafter. Die operative Leitung des Handwerker Radios übernimmt Jan Peter Kruse, Verlagsleiter Vertrieb, Marketing und Digital.
radiowoche.de

Aus dem turi2.tv-Achriv (05/2019): Handwerks-Verleger Alexander Holzmann überlässt das Handwerken lieber seinen Lesern.

Bertelsmann Content Alliance gönnt sich eine Themenwoche Gesundheit.

Bertelsmann Content Alliance gönnt sich vom 22. bis 28. März eine Themenwoche Gesundheit. Unter dem Motto "Packen wir's an! – Gesund leben. Gesund bleiben." bringen RTL, RTL Radio, Penguin Random House und Gruner + Jahr gemeinsam Sendungen und Beiträge rund um Themen wie Vorsorge und medizinischen Fortschritt. Für das nötige Marketing auf allen Kanälen sorgen Moderatorin Katja Burkard, Arzt Dr. Christoph Specht, Krankenschwester und Influencerin Franziska Böhler und Personaltrainer Marcus Kalz.
presseportal.de

Lese-Tipp: Klubrádió-Leiter András Arató schreibt über Ungarn, die EU und Pressefreiheit.

Lese-Tipp: "Pressefreiheit besteht nicht bereits dadurch, dass keine Journalisten verhaftet werden.", schreibt Klubrádió-Leiter András Arató als Gastautor in der "Süddeutschen Zeitung". Die EU könne nicht die politischen Probleme undemokratischer Mitglieder lösen, solle sich aber für übrig gebliebene unabhängige Medien engagieren. Die weltweite Anteilnahme am Schicksal des ungarischen Radio-Senders sei "berührend", aber allein die "Schuld des Regimes". Im Februar wurde Klubrádió die Sendelizenz entzogen, seither läuft der Sender nur noch online.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Willkommen im Club: Marko Schlichting.

Willkommen im Club der turi2.de/koepfe: Marko Schlichting absolviert vor rund 25 Jahren als erster Blinder eine Hörfunk-Ausbildung bei NSR in Berlin, heute ist er als freier Audio- und Online-Redakteur aktiv. Schlichting ist neu im turi2-Club der wichtigsten Meinungs­macher*innen in Deutschland. Schon länger dabei im Köpfe-Index sind u.a. Sarna Röser, Roland Hag und Jan-Erik Hegemann.
turi2.de/koepfe (Profil Schlichting)

Zitat: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger will Empörung im Netz etwas entgegenstellen.

"Wir müssen eine Art schöpferischer Zerstörung betreiben, um möglichst schnell kraftvoll im Digitalen präsent sein zu können."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger fordert im Interview mit der "FAZ", dass alle Qualitätsmedien stärker im Digitalen präsent sein sollen, um den empörungsgetrieben Geschäftsmodellen etwas entgegenzustellen.
faz.net (Paid)

Moderator von Bayern 3 löst Rassismus-Diskussion aus.

Bayern 3 steht im Shitstorm. Grund sind Äußerungen des Moderators Matthias Matuschik über die koreanischen Popband BTS. Matuschik bezeichnete die Mitglieder als "kleine Pisser" und verglich sie mit dem Corona-Virus, sagte gegen BTS gebe "es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung". Für seine Aussagen hat sich Matuschik inzwischen entschuldigt und bezeichnet sie in einer Stellungnahme als "komplett daneben". Er schreibt zudem, er habe nie die Absicht gehabt, jemanden rassistisch zu beleidigen, ihm sei aber bewusst, "dass am Ende zählt, wie die Worte bei den Empfängern ankommen ‐ und nicht, wie sie gemeint waren." Zuvor hatte der Sender bereits in einer Stellungnahme geschrieben, Matuschik sei beim Versuch, "seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen". Fremdenfeindlichkeit und Rassismus würden ihm aber fernliegen.
rnd.de, sueddeutsche.de, bayern3.de (Stellungnahme)

Bauer übernimmt die irische Communicorp Group.

Bauer übernimmt zu einem nicht genannten Preis die Communicorp Group, den Marktführer unter den kommerziellen Radioanbietern in Irland. Zur Gruppe gehören mehrere nationale und lokale Radioprogramme. Es ist Bauers erste Akquisition auf der grünen Insel, das Unternehmen will damit seine Radio-Position ausbauen, zu der mehr als 110 Audiomarken in acht europäischen Ländern – nicht aber Deutschland – gehören.
handelsblatt.com

Teutocast sendet bei Her Funk bundesweit für Frauen.

Frauenfunk: Teutocast aus Leipzig startet Mitte des Jahres Her Funk, einen bundesweiten Hörfunksender für Frauen. Die Inhalte sind laut Unternehmen "insbesondere für Frauen relevant". Gründungschef Erwin Linnenbach: "Statistiken besagen, dass Frauen häufiger und mit einer längeren Verweildauer als Männer das Medium Hörfunk nutzen." Der Sender sucht noch nach einer Programmchefin.
new-business.de, radiowoche.de

Der Saarländische Rundfunk wählt Martin Grasmück zum neuen Intendanten.

Saarländischer Rundfunk: Martin Grasmück wird neuer Intendant. Der Rundfunkrat hat den bisherigen Hörfunkdirektor im 7. Wahlgang mit 26 von 38 Stimmen gewählt. Zuvor verfehlte er die nötige Zweidrittel-Mehrheit. Neben Grasmück standen auch ARD-Chefredakteur Rainald Becker und SR-Chefredakteurin Armgard Müller-Adams zur Wahl. Grasmück tritt seinen neuen Job im Mai an und folgt auf Thomas Kleist.
sr.de, turi2.de (Background)

Freie Funke-Mitarbeiter*innen warten auf Honorar-Zahlungen.

Kein Funke Hoffnung? Zahlreiche freie Mitarbeiter*innen bei Funke warten auf ihre Honorare, beklagt der DJV-NRW. Die Zahlungen für Dezember und Januar seien bei vielen Kräften der Zeitungen, aber auch der Lokalfunksender "nicht, verspätet oder nur anteilig" eingegangen. DJV-Landesvorsitzender Frank Stach beklagt zudem die fehlende Kommunikation zum Thema: "Es gab von den Verantwortlichen wohl nicht ein Wort der Warnung oder Erklärung". Funke widerspricht dem in einer Stellungnahme und schreibt, man habe die Mitarbeitenden "mehrfach und auf diversen internen Kommunikations­kanälen" informiert. Der Zahlungsverzug sei eine Folge der Cyber-Attacke.
djv-nrw.de, turi2.de (Background)

Der konservative US-Radio-Moderator Rush Limbaugh, 70, ist tot.

Rush Limbaugh ist tot. Der rechtskonservative Radio-Host ist im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Rush Limbaugh war eine der prominentesten Stimmen der Neuen Rechten in Amerika und verbreitete kontroverse Ansichten zu Themen wie Abtreibung oder dem Klimawandel, den er leugnete. Nachdem Limbaugh seine Lungenkrebsdiagnose im Februar 2020 öffentlich gemacht hatte, verlieh ihm Donald Trump die Medal of Freedom.
cnbc.com, bild.de