SWR wählt Kai Gniffke zum Intendanten.


SWR: "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke ist neuer Intendant des ARD-Senders im Südwesten, meldet DWDL. Die SWR-Gremien haben ihn im zweiten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit gewählt. Im ersten Durchlauf hatte Gniffke noch keine Mehrheit. Er setzt sich damit gegen Mit-Bewerberin Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin im baden-württembergischen Teil des Zweiländer-Senders, durch. Er folgt auf Peter Boudgoust, der in den Ruhestand geht.

Im SWR Mehrheiten zu organisieren, ist schwierig. Der Intendant braucht nicht nur die Mehrheit der Gesamt-Gremien, sondern auch die Mehrheit der Gremien der Länderanstalten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Gniffke hatte zunächst in Rheinland-Pfalz die Mehrheit, Schneider in Baden-Württemberg. Im zweiten Wahlgang setzte sich Gniffke in allen Instanzen durch.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

Stream-Tipp: Der SWR streamt seine Intendantenwahl.

Stream-Tipp: Rundfunk- und Verwaltungsrat des SWR wählen heute einen neuen Intendanten. Die Anstalt zeigt die öffentliche Sitzung ab 10 Uhr in einem Livestream auf SWRaktuell.de. Zur Wahl stehen Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, und die SWR Landessenderdirektorin von Baden-Württemberg, Stefanie Schneider. Die Vorauswahl der beiden Kandidaten hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt.
presseportal.de, swraktuell.de, turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Vaunet erwartet Werbeumsätze von 6,1 Mrd Euro.

TV-Werbung im Fernseher 150Zahl des Tages: Die Werbeumsätze mit audio- und audiovisuellen Medien erreichen dieses Jahr 6,13 Mrd Euro, prognostiziert der Verband Privater Medien Vaunet. Damit wachsen sie um 2,6 % und überschreiten erstmals die 6-Mrd-Marke. Der Werbemarktanteil läge bei 40 % und damit über dem Anteil von 37,8 % in 2018. TV-Werbung stagniert, nachdem sie 2018 erstmals leicht zurückging.
wuv.de, horizont.net

Spotify ist ein Medienunternehmen, doch das Radio erkennt es nicht, meint Christian Jakubetz.

Spotify ist kein Streamingdienst, sondern längst ein Medienunternehmen, das den Audiomarkt dominieren will, meint Christian Jakubetz. Spotify bündele immer mehr Inhalte und biete Machern jetzt auch Software. Die alte Radiowelt unterschätze den Konkurrenten und verteidige lieber eine Totgeburt wie den Übertragungsstandard DAB+.
lead-digital.de, turi2.de (Spotify-Software)

Bayerischer Rundfunk muss Radio-Spot der NPD senden.

Bayerischer Rundfunk muss eine umstrittene Wahlwerbung der NPD im Radio ausstrahlen. Das Verwaltungsgericht München entscheidet, der Spot sei nicht offenkundig volksverhetzend. Der BR wehrt sich, soll den Spot aber schon morgen ausstrahlen. Der RBB hingegen ist vor dem Oberverwaltungsgericht auch in zweiter Instanz erfolgreich und darf einen TV-Spot der NPD zur Europawahl ablehnen.
abendzeitung-muenchen.de (BR), tagesspiegel.de (RBB)

Update, 16:43 Uhr: RBB darf TV-Spot ablehnen.

turi2 FuckUp Night: Ina Tenz und ihr missglückter Kaninchen-Coup.


Eine flog aus dem Osternest: Ina Tenz kauft bei Ebay ein scheinschwangeres Kaninchen – und vermasselt damit die Oster-Aktion bei Antenne Bayern. Die Programmdirektorin erzählt Heike Reuther von ihrem Missgeschick bei der FuckUp Night von turi2 in der Flyeralarm Lounge München. Wie es sich für eine leidenschaftliche Storytellerin gehört: Die Geschichte um Ebay-Kaninchen Mütze hat ein Happy End.
turi2.tv (8-Min-Video bei YouTube)

Aus dem Archiv: Ina Tenz beantwortet den Unterwegs-Fragebogen zur turi2 edition #7:


Aus dem Archiv: Ina Tenz bei den Medientagen in München 2017 über Radio und dieses Internet.

RTL Radio wechselt von der RTL Group zur Mediengruppe RTL Deutschland.

RTL Radio Deutschland rückt unter das Dach der Mediengruppe RTL in Köln. Bisher gehörte das Radio-Geschäft zur RTL Group in Luxemburg. Radio-Chef Stephan Schmitter wird zusätzlich Head of Audio. RTL Radio betreibt ein bundes­weites Programm, Sender in Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt und hält Beteiligungen u.a. an Radio Hamburg, Antenne Bayern und Radio NRW.
horizont.net, dwdl.de

Radioeins meldet keine Blitzer-Warnungen mehr.

RBB liefert den Hörern von Radioeins künftig keine Warnungen vor Radarfallen mehr. Nachrichtenchef Jan Vesper begründet den Schritt damit, dass die Meldungen nicht mehr zeitgemäß seien. Zwar melde die Polizei selbst Radarfallen, um den Eindruck flächendeckender Kontrollen zu erwecken, dennoch nehme Raserei als Unfallursache zu.
radioeins.de (2-min-Audio), twitter.com



turi2 edition #8: Ina Tenz erzählt live von ihren Radio-Pannen.


Zuerst das Herz übers Hindernis werfen: Ina Tenz stammt aus der niedersächsischen Provinz und wirbelt heute als Programmdirektorin von Antenne Bayern – nach Stationen in Australien, Berlin, Luxemburg und Hannover. Heike Reuther spricht mit ihr für die turi2 edition Unterwegs über die Besonderheiten des Radiomachens, die Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Sendern und warum sie Streamingdienste nicht fürchtet. Weiterlesen…

"Journalist": ARD und ZDF denken über vernetzte Mediatheken nach.

ARD und ZDF sprechen darüber, ob und wie sie ihre Mediatheken vernetzen, sagt ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm dem "Journalist". Er könne sich "verschränkte Angebote auf den Feldern Wissen, Kultur, Kinder oder auch Sport" sowie gemeinsame Such-Funktionen und Logins vorstellen.
journalist-magazin.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden (11/2018).

Meinung: Rundfunkgebühren sind in Österreich nicht mehr zeitgemäß.

ORF 150ORF-Gesetz: Das bisherige Modell der "Zwangsgebühren" ist in Österreich nicht mehr zeitgemäß, sagt Journalist Andreas Unterberger im "FAZ"-Interview. Heute schauten insgesamt nur noch 30 % die ORF-Fernsehprogramme. Statt der Abschaffung wäre eine Gebührensenkung vorstellbar. Die Sender müssten sich stärker auf lokale Inhalte statt Promi-Klatsch fokussieren.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Lese-Tipp: Radio- und TV-Übertragungen kommen bald ohne Ü-Wagen aus.

Radio- und TV-Übertragungen kommen mit immer weniger Technik aus, zeigt die größte Messe für Broadcasting. Wichtige Innovationen im Rundfunk sind z.B. "Remote Production", also Übertragungen ohne Ü-Wagen und großes Technik-Team, und die Nutzung der Cloud. Videojournalisten können ihre Bilder direkt in die Sender-Cloud übertragen oder direkt von der Kamera in Netz streamen. Bionics, britisches Startup, bietet eine Software, die auf Twitter und Facebook die Resonanz auf Beiträge misst und darauf basierend Highlight-Video-Clips empfiehlt.
deutschlandfunk.de

Der Bundesrechnungshof kritisiert Steuervorteile für die Öffentlich-Rechtlichen.


Vom Rechnungshof gejagt: Der Bundesrechnungshof moniert in seinem Jahresbericht, dass die öffentlich-rechtlichen Sender Steuervorteile in Anspruch nehmen, die ihnen aus seiner Sicht eigentlich nicht zustünden, berichtet die "Welt". In den letzten zehn Jahren seien ARD, ZDF und Co so mit 55 Mio Euro subventioniert worden. Konkret geht es um die Versteuerung von Einnahmen aus Werbung und dem Verkauf von Serien und Filmen.

Anders als Privatsender müssten die Öffentlich-Rechtlichen nicht die tatsächlichen Erträge versteuern, sondern könnten Pauschalen nutzen – und die seien seit 20 Jahren nicht angepasst worden, was aus Sicht des Rechnungshofes jedoch nötig sei. Die derzeitige Situation verzerre den Wettbewerb von Öffentlich-Rechtlichen und privaten Sendern beim Handel mit Werbezeiten und Lizenzen.
"Welt", S. 13 (Paid)

Ufa-Podcast zur Serie beleuchtet die Errungenschaften der Berliner Charité.

Ufa und RTL Radio starten einen Podcast zur ARD-Serie Charité, die Ufa ebenfalls produziert. Journalist Prof. Dr. Markus Heinker, kein Mediziner, spricht mit Ärzten und Experten über Errungenschaften, Probleme und Besonderheiten des historischen Krankenhauses. Der Podcast ist exklusiv über Bertelsmanns Audio-Now-App abrufbar. Die ARD hat zugestimmt.
per Mail

Roger Schawinski und Markus Somm setzen ihre Schweizer Radio-Show fort.

Schweiz: Roger Schawinski (Foto) und Markus Somm setzen ihre gemeinsame Radio-Show nach einer persönlichen Aussprache fort. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutierten zuvor über den Mueller-Bericht zu Donald Trump und brachen die Sendung nach einem Brüll-Duell ab. Das "Reizthema Donald Trump" wollen sie "dieses Mal umschiffen", teilt Radio 1 mit.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Firmen-Podcasts lohnen sich für Journalisten, sagt Radiomacher Philipp Eins.

Corporate Podcasts mausern sich zum Refugium für freie Radio-Profis. Content Marketing wächst, klassischer Journalismus nicht mehr, analysiert Journalist Philipp Eins nüchtern. Er arbeitet parallel für Deutschlandfunk Kultur und u.a. die Pharma-Industrie – und trennt zwischen PR und Journalismus, indem er nicht über seine Unternehmens-Kunden berichtet.
youtube.com (5-Min-Video)

SLM-Versammlung fordert neue Ausschreibung für den Geschäftsführer-Posten.

SLM-Versammlung spricht sich bei der Besetzung der Geschäftsführung gegen das laufende Verfahren aus und fordert eine neue Ausschreibung, berichtet Flurfunk Dresden. Die Versammlung störe sich an der Intransparenz des Verfahrens, die Ausschreibung sei zu sehr auf den einen Wunschkandidaten Hardy Sieglitz, bisher Vize-Chef und Verwaltungsleiter, zugeschnitten.
flurfunk-dresden.de, turi2.de (Background)

Basta: Roger Schawinski und Markus Somm beenden Sendung mit Brüll-Duell.

Dumm bisch du gsi! Roger Schawinski und Markus Somm haben ihre gemeinsame Schweizer Radio-Show womöglich live on air beerdigt. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutieren über den Mueller-Bericht zu Donald Trump. Aber plötzlich ist es vorbei mit der Schweizer Gemütlichkeit – die Sendung wird nach einem Brüll-Duell abgebrochen.
soundcloud.com (88-Sekunden-Audio) via persoenlich.com

Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf verlässt Bauer, Veit Dengler steigt auf.

Wachwechsel auf der Bauer-Brücke: Der Bauer-Verlag und Konzerngeschäftsleiter Jörg Hausendorf (Foto, rechts) gehen getrennte Wege. Verlegerin Yvonne Bauer spricht von unterschiedlichen Auffassungen "über den zukünftigen Kurs". Veit Dengler übernimmt ab sofort und wird Chief Operating Officer. Er denkt laut "Welt" über Zukäufe und Verkäufe nach und sagt "Horizont", er sei "mitten in der Portfolio-Analyse".

Dengler war bislang für Neugeschäft, Vergleichsportale, Radio und englischsprachige Medien verantwortlich. Von Hausendorf übernimmt er nun den Rest – insbesondere das gesamte Publishing-Geschäft. Zum Konzern gehören rund 700 Zeitschriftenmarken weltweit und rund 100 Radiosender. Bauer will sich vom Verlag zum Unternehmen entwickeln, das in neue Geschäftsfelder investiert. Mit klassischen Medien verdient Bauer wie fast alle auf dem Markt von Jahr zu Jahr weniger.

Ein neues Publishing Board soll das Zerwürfnis zwischen Hausendorf und Verlegerin Yvonne Bauer verschärft haben, hört Gregory Lipinski. In das Manager-Gremium soll Stefanie Hauer einziehen. Die Ex-Chefin von "Ostsee-Zeitung" und "Lübecker Nachrichten" hatte Madsack nach einem missglückten Auftritt mit dem damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz verlassen müssen.
bauermedia.com, horizont.net welt.de, meedia.de (Lipinski)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Veit Dengler, im Sommer 2015 noch NZZ-Chef, spricht im Interview über seinen Innovationen-Turbo.

Norwegen will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab 2020 aus Steuern finanzieren.

Norwegen: Die Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen. Ab 2020 soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk NRK aus Steuergeldern finanziert werden. Volljährige Bürger sollen dann einen nach Einkommen gestaffelten Satz von rund 170 Euro pro Jahr zahlen. Davon würden insbesondere Alleinlebende profitieren. Derzeit zahlt jeder Haushalt über 300 Euro Gebühren.
derstandard.at

Cord Hollender folgt Alexander Sempf als Geschäftsführers Verkauf bei RMS.

RMS befördert Cord Hollender Ende 2020 zum Geschäftsführer Verkauf. Er folgt auf Alexander Sempf, der ein Sabbatical plant. Hollender ist derzeit Bereichsleiter Verkauf und Services. Er kam 2002 als Assistent der Geschäftsführung zu RMS. Ein Nachfolger für den 2020 ebenfalls ausscheidenden Geschäftsführer Matthias Wahl hat RMS noch nicht gefunden.
wuv.de, turi2.de (Background)

Audio-MA weist leicht steigende Reichweite insgesamt aus.

Audio-MA: In der aktuellen Reichweitenanalyse erzielen die klassischen Radiosender insgesamt leicht steigende Reichweiten, schreibt Jens Schröder. Die Radio- und Online-Audio-Angebote erreichen eine Gesamtreichweite von 95,2 %. Während die größten aus NRW, 1Live, WDR 2 und der Regionalradio-Zusammenschluss Radio NRW, Hörer einbüßen, können die größten Sender aus Bayerns, Bayern 1, Bayern 3 und Antenne Bayern, sowie aus Hessen mit Hit Radio FFH und hr3 Hörer hinzugewinnen.
meedia.de

"manager magazin": WDR-Intendant Tom Buhrow ist "Gefangener im Kölner Chaos".

WDR verschläft unter Intendant Tom Buhrow den digitalen Wandel, urteilt Gisela Maria Freisinger im "manager magazin". Grund seien u.a. interne Machtkämpfe, etwa zwischen Radio-Chefin Valerie Weber und Fernseh-Chef Jörg Schönenborn. Der bekannte TV-Moderator gelte vielen als heimlicher Herrscher im Sender – einst war er Buhrows Chef, nun ist es umgekehrt. Auch der #MeeToo-Skandal schwele weiter. Kritiker werfen Buhrow fehlende Entscheidungsfreude und mangelnde Management-Kompetenz vor.
"manager magazin" 4/2019, S. 100-104 (Paid)

Zitat: Malu Dreyer spricht sich für eine gemeinsame Onlineplattformen von ARD und ZDF aus.

"Das wäre ganz und gar in unserem Interesse, aber wir denken, das ist vor allem im Interesse der Zeit."

Malu Dreyer, die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, spricht sich im Interview mit Steffen Grimberg und Daniel Bouhs für eine gemeinsame Onlineplattform von ARD und ZDF aus – in der neuen Welt müsse es auch darum gehen, wie man die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen künftig findet.
daniel-bouhs.de

Lokalradios sollten Themen nicht zu lokal wählen, findet Hans Hoff.

Lokalradios verfestigen ein Hörer-Weltbild, das jenseits der Stadtgrenze unscharf wird, wenn sie nur Lokales erzählen, glaubt Hans Hoff. Das "krampfhafte Herunterbrechen von internationalen Themen aufs Lokale" nervt ihn. Er bricht eine Lanze für Deutschlandfunk Kultur: Der Sender erweitere "beinahe beiläufig" seinen Horizont und spiele guten Pop.
dwdl.de

Hanfeld: Rundfunkräte mokieren Intendanten-Vorauswahl beim SWR.

SWR: Die Auswahl von nur zwei Bewerbern für das Intendanten-Amt verärgert Mitglieder des Rundfunkrats, berichtet Michael Hanfeld. Eine Arbeitsgruppe habe von 15 Kandidaten nur Stefanie Schneider und Kai Gniffke übrig gelassen. Rundfunkräte vermuten, dass vor allem die rheinland-pfälzische Regierung entsprechende Strippen gezogen hat.
"FAZ", S. 15, turi2.de (Background)