“Spiegel”: FischerAppelt berät Kai Gniffke.


Fishing for Compliments: ARD-Chef Kai Gniffke lässt sich in PR-Dingen noch bis Ende März von der Agentur Fischer­Appelt beraten, meldet der "Spiegel". Der SWR begründet das mit einem "umfang­reichen Reform­prozess" im Verbund, zudem sei der ARD-Vorsitz "deutlich früher als vor­gesehen" an Gniffke gegangen. Kosten nennt der Sender nicht. Die Autoren Alexander Kühn und Anton Rainer erinnern an eine Aussage Gniffkes aus dem Doppel-Interview mit Tom Buhrow Ende 2022. Darin hatte der Journalist prognostiziert, dass von der ARD-Reform Betroffene "jaulen und quieken" würden. Verdi hatte diese Wort­wahl kritisiert. Bei Fischer­Appelt arbeitet inzwischen u.a. Ex-ARD-Sprecher Birand Bingül.
"Spiegel" 05/23, S. 57, turi2.de (Doppel-Interview), turi2.de (Kritik an Gniffke)

Foto: Picture Alliance / dpa / Bernd Weißbrod

Sissi Pitzer, Chefin des BR24-Medienmagazins, verabschiedet sich in den Ruhestand.

Hört, hört: Journalistin Sissi Pitzer, seit 26 Jahren Verantwortliche des BR24-Medienmagazins, verabschiedet sich Ende Januar in den Ruhestand. In ihrer letzten Sendung gibt Pitzer Einblicke in 40 Jahre Medienpolitik und -journalismus. Ihre Nachfolge treten Nina Landhofer, Jonathan Schulenburg und Linus Lüring an.
per Mail, br.de (40-Min-Audio)

Der ehemalige Deutschlandfunk-Intendant Dettmar Cramer, 93, ist tot.

Dettmar Cramer, 93, ist tot. Der ehemalige Chef­redakteur und Intendant des Deutschland­funk ist am Montag im Kreis seiner Familie in König­stein im Taunus gestorben, teilt der Sender mit. Der promovierte Jurist kam 1975 zum damaligen Sender Rias, 1989 wurde er Programm­direktor und später für gut ein Jahr lang Intendant des Deutschland­funk. Nach der Zusammen­führung unter dem Dach des Deutschland­radios arbeitete er bis zum Renten­eintritt noch einmal als Programm­direktor.
per Mail

Nina Gerhardt wird neue Chefin von RTL Radio.

Audio-Aufstieg: Nina Gerhardt, bisher Vize-Chefin, steigt zur CEO von RTL Radio Deutschland auf und wird damit mächtigste Radio-Managerin bei Bertelsmann. Sie folgt auf RTL-Programm­geschäfts­führer Stephan Schmitter, mit dem sie die Radiosparte zuletzt gemeinsam geleitet hat. Schmitter konzentriert sich künftig auf seine Haupt-Aufgaben Programm und Marken in der RTL-Geschäfts­führung, Gerhardt berichtet an ihn. Sie kam 2013 als Leiterin Medien­politik und Kommunikation zu RTL Radio, 2020 wurde sie Co-Geschäfts­­führerin.
media.rtl.com

Radioeins und detektor.fm machen gemeinsamen Podcast über Wohnungs­politik.

Wohngemeinschaft: Der RBB-Sender Radioeins und das private Podcast-Radio detektor.fm von Christian Bollert starten am 19. Januar den Storytelling-Podcast Teurer Wohnen. Podcast-Host Charlotte Thielmann und ihr Team erzählen in sieben Episoden, wie aus bezahlbaren Altbau-Wohnungen Luxus-Immobilien werden, und wie Wohnungs­politik in Deutschland funktioniert.
rbb-online.de

Polizei durchsucht “Radio Dreyeckland“ wegen Verlinkung auf Website.

Radio-Razzia: Der Staats­schutz hat am Dienstag die Geschäfts­räume und Wohnungen von zwei Mitarbeitern des links-alternativen freien Senders Radio Dreyeckland in Freiburg durchsucht. Die Staats­anwaltschaft Karlsruhe wirft dem Sender vor, in einem Artikel auf seiner Homepage auf das Archiv von "linksunten.indymedia" verlinkt zu haben. Da die Vereinigung 2017 verboten wurde, bestehe damit der Verdachts "eines Verstoßes gegen ein Vereinigungs­verbot", heißt es in der Pressemitteilung der Staats­anwaltschaft. Andreas Reimann (Foto), Geschäfts­führer von Radio Dreyeckland, berichtet, bei ihm zu Hause seien Geräte und Datenträger sichergestellt worden. In der Redaktion hätten Ermittler Fragen gestellt und Screenshots gemacht. Auch bei Redakteur Fabian Kienert hat morgens die Polizei geklingelt. Er hält das Vorgehen der Ermittler für "unverhältnismäßig". Immerhin sei das Archiv von "linksunten.indymedia" auch durch eine einfache Google-Suche zu finden. Radio Dreyeckland bekam 1988 als erstes freies Radio in Deutschland eine Sendelizenz. (Foto: Philipp von Ditfurth / dpa / Picture Alliance)
swr.de, rdl.de, newsroom.de

Musiksender 90s90s folgt im bundesweiten Digitalradio auf Sportradio Deutschland.

90er-Party: Der Radio-Anbieter Regiocast verbreitet sein Programm 90s90s seit Montag auch bundesweit im Digitalradio DAB+. Bisher war der Sender mit Musik der 90er Jahre nur in Leipzig und Freiberg sowie über App und Web zu hören. 90s90s über­nimmt den Programm­platz des eingestellten Senders Sport­radio Deutschland.
radioszene.de, digitalfernsehen.de, turi2.de (Backround Sportradio)

MDR-Sprecherin Anika Giese verlässt den Sender.

MDR und Sender-Sprecherin Anika Giese gehen ab Ende Januar getrennte Wege. Sie war erst Anfang August nach Leipzig gewechselt. Damals kam sie von Springer, wo sie digitale Transformation, Leadership, New Work und Business Strategie bei "Welt" und "Bild" verantwortet hatte. Bei ihrem Amtsantritt beim MDR wurde die ARD gerade durch den Skandal um die damalige ARD- und RBB-Chefin Patricia Schlesinger erschüttert. "Es war eine intensive Zeit, die ich nicht missen möchte. Dennoch habe ich mich entschlossen, eine neue Herausforderung anzugehen", kommentiert Anika Giese ihren Rückzug vom MDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Teutocast zieht Sportradio Deutschland den Stecker.


Abpfiff: Die Leipziger Audio-Firma Teutocast zeigt ihrem Sportradio Deutschland die rote Karte und stellt das Programm zum Jahres­ende ein. Der Sparten­sender ist erst seit Mai 2021 als bundes­weites Digital­radio auf Sendung. Offiziell begründet Teutocast das Aus mit einer strategischen Neu­aus­richtung und Konzentration auf die Holding-Funktion sowie Regional-Aktivitäten in NRW. Dies habe "zwangs­läufig die Beendigung" des Engagements als nationaler Programm­veranstalter zur Folge. Über Hörer­zahlen von Sportradio Deutschland ist nichts bekannt, die MA Audio weist das Programm nicht aus. Zuletzt hatte der Sender Kooperationen mit mehreren Sport-Podcasts am laufen, die auch im linearen Programm ausgestrahlt wurden, u.a. eine Content-Partner­schaft mit Springer Audio. Auch mit dem DFB und der DFL gab es Vereinbarungen zur Übertragung von Fußball-Spielen. Aus der 1. und 2. Bundesliga durfte Sportradio Deutschland an jedem Spieltag aber nur maximal zehn Minuten pro Anstoßzeit übertragen – die Rechte für die komplette Übertragung liegen bei der ARD. Für den schon im Mai wieder eingestellten Ableger in NRW hatte der Sender Sport-Urgestein Ulli Potofski als Moderator verpflichtet.
radiowoche.de

Viele Regierungen empfinden die DW als bedrohlich: Nadja Scholz über Zensur und Konstruktiven Journalismus.


Probleme und Lösungen: Das Interesse daran, wie Deutschland mit Krieg, Klimakrise und wachsendem Populismus umgeht, ist im Ausland sehr groß, sagt Nadja Scholz. Die neue Programmdirektorin der Deutschen Welle zieht im Interview mit turi2 Chefredakteur Markus Trantow Jahresbilanz. Sie erklärt, dass es die Medienschaffenden des deutschen Auslandssenders vor allem in China, Russland, der Türkei und im Iran in diesem Jahr besonders schwer hatten. Scholz sagt auch, dass der Sender nicht nur Probleme benennt, sondern auch Lösungsansätze liefert, um den Menschen zu zeigen, dass “wir sie nicht mit den Problemen der Welt alleine lassen”. Und sie erklärt, warum TikTok, Instagram und andere soziale Medien für die Arbeit der DW wichtig sind.
weiterlesen…

RBB-Freie werfen Senderführung erneut Verschwendung vor – RBB widerspricht.

Teuer tagen? Die Freien-Vertretung des RBB wirft der Senderspitze in ihrem Newsletter vor, bei ihrer Spar-Klausur unnötige Spesen zu produzieren. Die Freien kritisieren die Nutzung eines Tagungshotels statt RBB-Räumlichkeiten. RBB-Sprecher Justus Demmer teilt mit, dass die Tagung den neuen RBB-Regeln folgt, die für alle Teams gelten. Die Freien selbst sagen, sie nutzen für ihre Klausuren "kostenbewusst" die Räume des Senders.
nordkurier.de

“Welt am Sonntag” nennt Namen und Zahlen zu RBB-Ruhegeldern.

Zahlen, bitte: Die Ruhe­bezüge von früheren RBB-Führungs­kräften summieren sich aktuell auf etwa 2,5 Mio Euro pro Jahr, schreibt die "Welt am Sonntag". Die Zeitung nennt sowohl namentlich als auch anonymisiert zahlreiche Beispiele, darunter die Gründungs­intendantin Dagmar Reim und die frühere Programm­direktorin Claudia Nothelle. Laut RBB erhalten 17 Ex-Führungskräfte Ruhegeld, von den derzeitigen RBB-Beschäftigten haben fünf Anspruch darauf. Kritik an der Praxis kommt aus der Freien-Vertretung und aus dem Rund­funkrat.
welt.de (€)

Geiselnahme in Dresden: Täter wollte sich Zugang zu Radio Dresden verschaffen.


Dresden-Drama: Der inzwischen tote Geiselnehmer von Dresden hat vor seiner Tat versucht, mit einer Schusswaffe in die Redaktionsräume des Lokalsenders Radio Dresden einzudringen, berichtet u.a. der MDR. Demnach habe der Mann mit der Waffe auf Unbeteiligte gezielt, die Glasscheibe einer Tür zerstört und einen Schuss abgegeben. "Zum Glück konnten sich alle Mitarbeiter in Sicherheit bringen", sagt Senderchef Tino Utassy zu "Bild". Nach dem Anschlag auf die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" habe Radio Dresden auf Anraten des Bundeskriminalamtes "besondere Sicherungsmaßnahmen" getroffen – diese hätten "offensichtlich gewirkt und gereicht, dass die Mitarbeiter fliehen konnten", sagt Utassy zum MDR. Nachdem die Polizei beim Sender angerückt ist, ist der Mann mit dem Auto in Richtung Innenstadt gefahren und hat sich dort in einem Drogeriemarkt mit einem Kind und einer Frau als Geisel verschanzt. Im ntv-Interview sagt Utassy, es seien nur sehr wenige Beschäftigte vor Ort gewesen, "sodass bei uns alles gut ausgegangen ist". Utassy vermutet, der Täter habe keinen Bezug zu Radio Dresden gehabt, sondern habe sich Gehör verschaffen oder etwas senden wollen.
mdr.de, bild.de, n-tv.de (3-Min-Video)
(Foto: Screenshot n-tv)

BBC-Chef plant für die Zeit als reiner Online-Anbieter.

BBC bereitet sich darauf vor, ihre linearen TV- und Radio-Programme innerhalb der nächsten Dekade einzustellen und zu einem "Online-only Service" zu werden, sagt Sender­chef Tim Davie. In einer Rede vor der Royal Television Society schwebt ihm eine App vor, die alle Angebote der BBC bündelt. Zugleich sieht er die Gefahr, damit nur "ein weiterer Online-Content-Provider" zu werden. An die Politik appelliert Davie, die BBC mit mehr Geld und weniger Restriktionen auszustatten.
theguardian.com

“FAZ”: Rundfunkkommission der Bundesländer verschärft Transparenz-Regeln für ARD und ZDF.

Zwangsreform: Die Rundfunkkommission der Bundesländer will am Mittwoch eine Verschärfung des Medienstaatsvertrags beschließen, die ARD und ZDF zu mehr Transparenz und Compliance zwingen soll. Laut "FAZ" sieht der kurzfristig ins Programm genommene Änderungsentwurf u.a. vor, dass die Sender die Bezüge und sämtliche Nebeneinkünfte ihrer Intendantinnen und Direktorinnen in Zukunft online offen legen. Die Kommission will die Sender dazu verpflichten, ihre Aufsichtsgremien angemessen auszustatten und deren Mitglieder regelmäßig weiterzubilden.

Interessenskonflikte wie u.a. beim RBB-Skandal sollen zukünftig durch ein striktes Verbot der Vermischung von Kontrollaufgaben mit privaten oder wirtschaftlichen Interessen vermieden werden. Die Öffentlich-Rechtlichen sollen auch bei Tochter- oder Gemeinschaftsunternehmen ein "wirksames Compliance Management System nach anerkannten Standards gewährleisten".

Der politische Druck führt schon vor dem Beschluss härterer Regeln zu zaghaften Reformen. Die ARD sieht sich laut dpa dazu gezwungen, ab 2023 neben Infos zur Vergütung der Senderchefs auch die Höhe der Honorare außertariflich Beschäftigter auf einer Website offenzulegen.
faz.net, turi2.de (Background)

ÖRR-Debatte: “Tagesthemen”-Veteran Ulrich Wickert fordert “Tabula rasa” von der Politik.


Tagesthema ARD und ZDF: Der langjährige "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert äußert sich im Interview mit der "Bild am Sonntag" kritisch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Politik müsse "Tabula rasa" machen und solle "Radio Bremen und den Saarländischen Rundfunk abschaffen und eine ganze Reihe von anderen Dingen reduzieren". Darüber hinaus brauche es bei den Sender-Spitzen Mut, über das Programm nachzudenken: "Jeden Tag ein Krimi oder die Wiederholung eines Krimis muss doch nicht sein." Es falle ihm "langsam schwer, mir das immer wieder angucken zu sollen". Wickert kritisiert außerdem, "dass das Elbphilharmonie Orchester vom NDR bezahlt wird, obwohl die Elbphilharmonie der Stadt Hamburg gehört". Und dass der wöchentlich laufende "Weltspiegel" im Ersten "ganze vier Redaktionen braucht".
bild.de (€)
(Foto: picture alliance / dpa, Kirsten Nijhof)

turi2 edition #19: Wie viel Sex, Drugs & Rock’n’Roll steckt noch im Radio, Jan Henrik Schmelter?


Harte Nummer: Rock bedeutet mehr als nur Musik, schreibt Jan Henrik Schmelter im Gastbeitrag in der turi2 edition #19. Für den Programmgeschäftsführer von Radio Bob gehören auch Erlebnisse außerhalb des Studios zum Lebensgefühl. Dabei schaut der Sender weniger auf die Konkurrenz, als auf die eigene Community. Weiterlesen >>>

turi2 edition #19: Wie viel Radio aus Deutschland braucht die Welt, Manuela Kasper-Claridge?


Weltempfänger: Die Deutsche Welle sendet unabhängige Informationen in die Länder der Erde, deren Regierungen nicht viel von Pressefreiheit halten. Doch auch beim Fußball kommt dem Sender eine wichtige Rolle zu, schreibt Chefredakteurin Manuela Kasper-Claridge im Gastbeitrag in der turi2 edition #19. Weiterlesen >>>

Björn Staschen fordert bei ÖRR-Reform mehr Einbindung und Mitsprache der Mitarbeitenden.


Ungehörter Maschinen­raum: Bei der Diskussion um Reformen bei ARD und ZDF kommt die Perspektive und Expertise der Mitarbeitenden zu kurz, kritisiert Journalist und Berater Björn Staschen in einem Gast­beitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Staschen verantwortet in der Programm­direktion beim NDR die Themen Transformation und Technologie, bringt mit seinem Beitrag – in Anlehnung an Tom Buhrow – jedoch in seinem "eigenen Namen und auf eigenes Risiko" Vorschläge "aus dem Maschinenraum" ein. Die Beschäftigten in den Innovations­laboren der Sender etwa litten darunter, "dass ihnen Geld und Mitarbeitende fehlen". Innovation geschehe heute oft "auch noch" und "nebenbei", dabei bräuchte es eine "Transformation des gesamten Unter­nehmens". Zwar schrieben sich viele Sender auf die Fahnen, eine "agile", moderne Kultur zu leben, würden aber in fast denselben Strukturen geführt wie vor 50 Jahren. "Die Krise des öffentlich-rechtlichen Rund­funks ist vor allem eine Kultur­krise, in der alte Hierarchien an ihrer Macht fest­halten", urteilt Staschen.

Die Geschäfts­leitungen der Sender sieht er in der Verantwortung, die Mitsprache der Mitarbeitenden zu stärken und "auch abweichende Meinungen und Debatte ins System" zu holen. Die Sender sollten "auch diejenigen in Führungs­verantwortung bringen, die unbequem sind". Zugleich brauche es "mehr mutige Mitarbeitende, die sich trauen, den Mund aufzumachen", verbunden mit mehr Beschäftigungs­sicherheit, "damit Einmischung nicht Existenzen bedroht". An die Politik appelliert Staschen, zumindest "für die regionale Anstalt vor der eigenen Haustür" Veränderungen anzustoßen, Gremien zu professionalisieren und sie diverser zu besetzen.
sueddeutsche.de (€)

turi2 edition #19: Hör mal, Stefan Hartung …


Mag’s klassisch: Für Stefan Hartung war es früher immer ein Highlight, ein neues Radio ins Auto einzubauen. Heute genießt er klassische Musik am liebsten live. Die erinnert ihn an seine Kindheit, sagt der CEO von Bosch im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19. Auf ein Geräusch kann er gut und gerne verzichten: Das Wecker-Klingeln zu früh am Morgen. Weiterlesen >>>

Radiomoderatorin Hanna Pfeil ist tot.

Hanna Pfeil, 97, ist tot: Die frühere Radiomoderatorin des Hessischen Rundfunk ist am Freitag in Frankfurt gestorben. Sie war eine der populärsten Radiostimmen des HR und wurde für die Moderation des Verkehrsmagazins "Eile mit Weile" mehrfach ausgezeichnet. Hanna Pfeil ging zwar 1985 offiziell in den Ruhestand, moderierte aber noch bis 2003 immer wieder für den Radiosender hr4.
hr.de, hessenschau.de (2-min-Audio-Nachruf)

turi2 edition #19: Welche Rolle spielt Audio im Mediamix, Yvonne Niesar?


Hör-Potenzial: Audiowerbung kann viel mehr bewirken, als Marketingverantwortliche ihr bislang zutrauen – sowohl im Podcast als auch im Radio, schreibt Yvonne Niesar von der Media-Agenturgruppe Mindshare in der turi2 edition #19. Vor allem Podcast erreichen Zielgruppen, die sich längst von tradierten Kanälen abgewendet haben. Weiterlesen >>>

MDR Jump positioniert sich künftig als “crossmediale Unterhaltungsmarke”.

Sprung ins Digitale: Die MDR-Popwelle MDR Jump wird zur "crossmedialen Unterhaltungsmarke" ausgebaut, kündigt Programmdirektor Klaus Brinkbäumer bei Twitter zusammen mit dem Website-Relaunch an. Laut "Flurfunk Dresden" sollen die Hörfunk-Marke MDR Jump und die Inhalte der Unterhaltungsabteilung unter der Leitung von Peter Dreckmann zusammen gehen.
flurfunk-dresden.de, twitter.com


turi2 edition #19: Hör mal, Stefanie Kuhnhen …


Immer wieder sonntags: Stefanie Kuhnhen bezeichnet sich als „Podcast-Nerd“ und liefert im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19 gleich mehrere Tipps ab. Trotzdem ist für die Serviceplan-Strategiechefin auch das gute alte Radio noch topaktuell, aber nur an einem bestimmten Wochentag. Ansonsten hört sie auch gerne Naturgeräusche und holt sich diese sogar ins Bad. Weiterlesen >>>

turi2 edition #19: Rettet Audio das Regionale, Patrick Körting?


Schreiben, sprechen, streuen: In den kommenden Jahren wird eine völlig neue Medienbranche zwischen Zeitung und Radio entstehen, ist Patrick Körting überzeugt. Er arbeitet als Head of Audio an der Zukunftsstrategie der Verlagsgruppe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und sieht in Audio einen neuen Weg der Monetarisierung für geschriebene Inhalte. Im Gastbeitrag in der turi2 edition #19 erklärt er, wie das funktionieren kann. Weiterlesen >>>

Zitat: Stefan Raue hält nichts von “Tabula rasa” bei den Öffentlich-Rechtlichen.

"Es besteht kein Anlass, Tabula rasa zu machen und unbedingt etwas Neues schaffen zu müssen."

Deutschland­radio-Intendant Stefan Raue sieht den Vorschlag von Tom Buhrow für einen runden Tisch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk skeptisch. Der neue Medien­staats­vertrag bringe genügend Änderungen mit sich.
faz.net , turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Radio Euskirchen nutzt eine Dialogbox mit KI für Interviews.

Lese-Tipp: Der Lokal­sender Radio Euskirchen nutzt eine Dialogbox mit künstlicher Intelligenz, um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Die Aussagen der Menschen fließen ins Programm ein. Mehrere Tests zeigen ein "enorm facetten­reiches Stimmungs­bild" und liefern viele neue Themen für die Redaktion, erzählt Chef­redakteur Norbert Jeub dem "Journalist".
journalist.de, tactile.news (Infos zur Dialogbox)

turi2 edition #19: Wollen junge Talente noch Welle machen, Schiwa Schlei?


Grün hinter den Ohren: Radiosender sind heute zu sehr auf den schnellen Erfolg aus – und nehmen sich nicht mehr genügend Zeit für ungeschliffene Nachwuchs­talente, beobachtet Schiwa Schlei, Programmchefin von Cosmo und 1Live. Schlei sieht Wertschätzung junger Kreativer als “einzige Währung” und fordert in der turi2 edition #19 wieder mehr Mut für Experimente beim Radio. Weiterlesen >>>

turi2 edition #19: Penny produziert das einzige Live-Einkaufsradio in Deutschland.


Die Einkaufs-Einflüsterer: Der Rewe-Discounter Penny setzt auf akustische Kommunikation. In den Filialen läuft nicht nur Musik mit eingestreuter Werbung, sondern ein live-moderiertes Radio­programm. Damit hat Penny ein Allein­stellungs­merkmal im deutschen Einzel­handel, setzt akustische Kaufimpulse und nutzt das Programm auch für die interne Kommunikation mit den Beschäftigten. Weiterlesen >>>

Harald Schmidt moderiert neue Radiosendung bei WDR 4.

Er talkt wieder: Late-Night-Legende Harald Schmidt ist am Montag mit einer eigenen Radio­sendung im Abend­programm von WDR 4 zu hören. In "Ein Abend mit Harald Schmidt" spricht er von 19 bis 21 Uhr zusammen mit Nachrichten­sprecher Joachim Augner und Moderatorin Heike Knispel über sein Leben und seine Lieblings­musik. Die Sendung wird vor Publikum aufgezeichnet und ist auch in der ARD-Audiothek abrufbar.
presseportal.de

Radio FFN bringt “Frühstyxradio” als Webstream zurück.

Radio FFN startet am 6. November ein Webradio, das rund um die Uhr Comedy aus dem Frühstyxradio sendet, dem nach eigenen Angaben "größten Kultur­magazin der Welt". Sonntags um 9 Uhr läuft die ein­stündige Wort­sendung "Frühstyxradio-Kompakt", die gebündelt Perlen aus dem Archiv präsentiert. Die einst wöchentliche Comedy-Show war in den 1990ern die Brut­stätte von Satirikern wie Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer.
ffn.de

turi2 edition #19: “Vor dem Mikrofon habe ich mich noch nie gelangweilt” – Korbinian Frenzel im Porträt.


Liebt es live: Der bekennende “Rotlicht-Junkie” Korbinian Frenzel spricht beim Deutschlandfunk Kultur mit einem klugen Kopf über die Themen des Tages. Das hat auch ihn selbst klüger gemacht. Im Porträt in der turi2 edition #19 rät er dazu, sich nicht vom “Geist der Bedenkenträger und Bürokraten” infizieren zu lassen. Weiterlesen >>>

Zukunft von ARD und ZDF: Tom Buhrow spricht sich für eine “tabulose Richtungsdebatte” aus.


Reform-Rede: Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow fordert in einer Rede im Hamburger Übersee-Club und einem Gastbeitrag in der "FAZ" in seinem "eigenen Namen" und auf sein "eigenes Risiko" eine "tabulose Richtungs­debatte" und einen "Neuanfang ohne Denkverbote" für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: "Wir müssen aus dem bisherigen System ausbrechen." Buhrow schwebt ein runder Tisch vor, "eine Art verfassungs­gebende Versammlung", die einen neuen Gesellschafts­vertrag ausarbeitet. In seinem Text weist Buhrow u.a. auf die Standort­interessen der Sender und Länder hin und warnt vor folgenreichen Konflikten mit etwa Gewerkschaften, Mitarbeitern und Produzenten-Verbänden. Es sei daher die Aufgabe, einen "10- oder 15-Jahresplan" aufzustellen. Der Weg zu einem "schlanken, starken und modernen gemeinnützigen Rundfunk" müsse "unserer sozialen Verantwortung gerecht werden".

Zudem stellt Buhrow den Radio-Föderalismus sowie die Co-Existenz von ARD und ZDF in Frage. Er glaubt, "dass es im Jahr 2030 eine einzige große, öffentlich-rechtliche Mediathek für non-lineare Inhalte" geben wird: "Weil die Nutzerinnen und Nutzer es wollen!" Als Intendant spreche man "normalerweise nie über andere Sender der ARD, schon gar nicht über das ZDF, und auch nicht über die Rundfunk­kommission der Länder". Es seien derzeit aber keine normalen Zeiten: "Deutschland wird in 20 Jahren nicht mehr alle öffentlich-rechtlichen Sender finanzieren wollen."
faz.net (€, Gastbeitrag), faz.net (Zusammenfassung)

WDR-Journalist verklagt Sender wegen “faktischen Arbeitsverbots”.

Kaltgestellt? Der Journalist Jürgen Döschner verklagt seinen Arbeitgeber WDR auf 75.000 Euro Schadenersatz. Er wirft dem Sender ein "faktisches Arbeitsverbot" vor, weil er sich mutmaßlich zu stark gegen die Kohleindustrie im WDR-Sendegebiet positioniert hat, berichten der "Kölner Stadtanzeiger" und Correctiv.

Döschner war Studioleiter des ARD-Hörfunkstudios Moskau und ist als Energie- und Russland-Experte bei Sendern wie DLF, SWR, NDR, HR und Phoenix ein begehrter Experte. Sein eigentlicher Arbeitgeber WDR beschäftigt ihn dagegen seit 2019 offenbar kaum noch. Die Gewerkschaft Verdi habe im April dieses Jahres bereits schriftlich angemahnt, die faktische Nichtbeschäftigung zu beenden.

Döschner hatte sich offenbar u.a. mit pro-klimaaktivistischen Äußerungen zur Besetzung des rheinischen Tagebaus Garzweiler beim WDR unbeliebt gemacht. Ein Video Döschners, in dem Armin Laschet bestätigt, nur einen Vorwand für die Räumung des Hambacher Forstes gesucht zu haben, wurde vom WDR aus der Mediathek wegen angeblicher Nichteinhaltung interner Abläufe gelöscht. Eine interne Beschwerdestelle befand den Beitrag später als "journalistisch einwandfrei".
ksta.de, correctiv.org

turi2 edition #19: Hör mal, Paul Remitz …


Nicht in Laber-Stimmung: Omnicom-CEO Paul Remitz findet Podcasts „dramatisch überbewertet und inflationiert“, sagt er im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19. Er hört lieber Radio, wo man viel „Progressives und Spannendes“ abseits des Mainstreams entdecken kann. Im Fragebogen gibt er auch gleich einen Tipp, welche Sendung ihn mit den besten Beats versorgt. Weiterlesen >>>

ARD veröffentlicht 1.000 Retro-Audios.

Retro-Radio: ARD, Deutschland­radio und das Deutsche Rund­funk­archiv stellen ab dem 27. Oktober 1.000 historische Audio-Files in der ARD Audiothek zur Verfügung. Die Ton­aufnahmen entstanden vor 1966 und geben so einen Einblick in Nachkriegs­jahre, Mauerbau und den Kalten Krieg. 2020 hatte die ARD bereits historische Videos online gestellt.
presseportal.de, deutschlandradio.de, turi2.de (Background)

Zitat: John Ment ist Radio Hamburg für Büro-Arbeit noch zu kostbar.

"Aktuell bin ich dem Sender als Moderator noch zu kostbar, als dass ich irgendwo in einem Büro verschwinde und irgend­welche Zahlen von rechts nach links schiebe."

John Ment moderiert seit 1989 die Morningshow bei Radio Hamburg und bezeichnet sich selbst als "Rampensau". Er kann sich aber auch vorstellen, irgendwann hinter den Kulissen zu arbeiten und andere glänzen zu lassen, sagt er im turi2 Jobs-Podcast.
turi2.de, turi2.tv (direkt zur Arbeit im Management) , turi2.podigee.io (64-Min-Audio)

turi2 edition #19: “Am Ende dauert alles länger, als man befürchtet” – Christian Bollert im Porträt.


Im Zweifel für den Hörenden: Christian Bollert, Chef des Podcast-Radios Detektor.fm, wollte als Kind Anwalt werden, erzählt er im Porträt in der turi2 edition #19. Heute ist er leidenschaftlicher Verfechter der Audio-Branche und sieht sich trotz begrenzter Ressourcen auf Augenhöhe mit der etablierten Konkurrenz. Weiterlesen >>>

Die ARD will erneut in den Dialog mit ihrem Publikum treten.

Aussprache: Die ARD veranstaltet am 8. November einen "Dialogtag". Die einzelnen Landesrundfunkanstalten bieten dafür über den Tag verteilt Gesprächsrunden mit den Programm-Machern an, u.a. virtuelle Rundgänge oder Redaktionskonferenzen, an denen die Menschen teilnehmen können. 2021 und 2020 hatte es bereits den sogenannten "ARD-Zukunftsdialog" gegeben.
presseportal.de

Zitat: Bettina Rust hatte eine unangenehme Begegnung mit Peter Scholl-Latour.

"Peter Scholl-Latour kam ins Studio und reichte mir seinen Schuh – er hielt mich für die Assistentin des Moderators – und nuschelte etwas davon, dass er in Kaugummi getreten sei."

Podcasterin und Moderatorin Bettina Rust erzählt in der turi2 edition #19 von einer Begegnung mit dem mittlerweile verstorbenen Journalisten vor vielen Jahren, der bis zu diesem Zeitpunkt "offenbar nicht allzu häufig von Frauen interviewt" worden war.
turi2.de

Thomas Schwahlen übernimmt Geschäftsführung von neuem Radiosender NRW1.

Neue Stelle, neue Welle: Spätestens ab Juli 2023 übernimmt Thomas Schwahlen die Geschäfts­führung der NRW Audio GmbH & Co. KG in Köln, die den neuen Radio­sender NRW1 betreibt. Der Sender hat bisher rund ein Dutzend Angestellte und ist am 4. Oktober gestartet. Schwahlen arbeitet aktuell noch beim RMS Radio Marketing Service in Düsseldorf und ist Geschäfts­führer der Radio Media West GmbH.
antenne.group, radioszene.de (Background NRW1)

turi2 edition #19: Hör mal, Christina Esser …


Audio-Abräumerin: Radio bedeutet für Christina Esser vor allem Absahnen. Als Jugendliche hat die Geschäftsführerin des Prisma-Verlags mehrfach bei Gewinnspielen abgeräumt. Heute hört sie gerne Podcasts, auch wenn sie manchmal von Jingles genervt ist, sagt sie im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19. Beim Sport hingegen braucht sie „motivierende Beats“. Weiterlesen >>>

Basta: “Falscher Arno” macht Berliner RTL-Hörern falsche Hoffnungen.

Vorsicht, Falle: Der Berliner Radiosender 104.6 RTL warnt seine Zuhörer vor einer gefälschten Facebook-Seite zu seinem Morgenshow-Moderator Arno Müller. Der "falsche Arno" fordert User dazu auf, Kontodaten für einen vermeintlichen Geldgewinn zu übermitteln. Die Betrüger wollen aber anders als der wahre Arno keine Rechnungen zahlen – sondern selbst Rechnungen für ein monatliches Abzock-Abo stellen.
radioszene.de

Mein Podcast-Tipp: Philipp Eins über “Radio Diaries”.


Das Leben der Anderen: Philipp Eins, Gründer des Podcast-Produzenten Eins.Studio, hört gerne die Radio Diaries. Die “aufwendigen Features” basieren auf Audio-Tage­büchern von Protagonistinnen. In einer Folge etwa erzählt eine junge Frau von ihrem Leben in Saudi-Arabien: von ihrem Traum, Wissen­schaftlerin zu werden und den traditionellen Ansprüchen ihrer Eltern. Eins empfiehlt die “Radio Diaries” allen, die sich für gutes Storytelling interessieren. Seine Hör-Empfehlung erscheint in der Reihe Mein Podcast-Tipp, in der Kommunikations­profis der turi2-Community ihre Lieblings-Podcasts vorstellen. Weiterlesen >>>

Zitat: Morgenmoderator John Ment muss nicht jeden Tag gute Laune haben.

"Niemand kommt jeden Tag mit der gleichen Laune rein, außer er spielt es. Und wir glauben, dass der Hörer das einfach merkt, wenn wir ihm irgendwas vorspielen. Deswegen ist es wichtig, eine Laune zu haben, aber es muss nicht immer die blendende sein."

Morningshow-Moderator John Ment von Radio Hamburg sagt im turi2 Jobs-Podcast, dass es wichtig ist, authentisch zu sein. Dazu gehöre auch, nicht zwanghaft jeden Tag gute Laune haben zu müssen.
turi2.de, turi2.tv (direkt zum Thema "Gute Laune") , turi2.podigee.io (64-Min-Audio)