Bayerischer Rechnungshof rügt Finanzen des BR.

Sender-Rüffel: Der oberste bayerische Rechnungshof rügt die Finanzen des BR. Bei 50 % der Kosten sei nicht erkennbar, wofür das Geld ausgegeben worden sei. Auch der BR hat laut Prüfung ein Problem mit Beraterverträgen, die oft auf "Empfehlungen der Geschäftsführung" basieren und als "alternativlos" gelten. Eine eher fragwürdige, sendereigene Schneeraupe hat der BR laut eigenen Angaben mittlerweile verkauft.
bild.de

“Inhaltstiefe Themen finden im Radio keinen Platz” – Ina Tenz über Pferde- und Podcast-Leidenschaft.


Setzt auf's richtige Pferd: "Mein Herz schlägt ganz laut und stark für Podcasts", sagt Ina Tenz im turi2 Clubraum. Das Medium nehme neben der Beratung von Radio­sendern und Markt­forschungs-Unternehmen mittlerweile das meiste ihrer Arbeits­zeit in Anspruch. Jahrzehnte­lang war Tenz eine der prägenden Frauen im deutschen Radio, zuletzt als Programm­chefin von Antenne Bayern. Seit 2019 ist sie in der PR-Agentur ABC Communication ihres Ehe­mannes Béla Anda für Audio, Strategie und Content zuständig und hat u.a. den mittlerweile eingestellten Podcast mit Gerhard Schröder, Der fünfte Satz mit Boris Becker und den Tönnies & Tönnies Podcast mitproduziert. Ihre Lieblings­produktion allerdings ist das Format Pferde­medizin heute, verrät Tenz. Denn hier verbinden sich die beiden großen Leidenschaften der Pferde-Züchterin: "Über Pferde kann ich den ganzen Tag reden." Grundsätzlich gefalle ihr die Viel­schichtigkeit, die Podcasts bieten. Ob für Institutionen, Unternehmen oder Persönlichkeiten, sie könne "immer ganz tief ins Thema einsteigen". Anders als beim Radio, wo "inhaltstiefe Themen" keinen Platz finden sollten, seien diese im Podcast genau richtig.

Positiv nimmt sie wahr, dass die "homöopathischen" Rück­meldungen zu ihren Podcasts "meist neutral, sachbezogenen und konstruktiv" sind. "Ich komme von Massensendern, da ist man Hörer­feedback auf allen Ebenen gewohnt", sagt Tenz. Aus ihrer Zeit beim Radio adaptiert Tenz den "Anspruch, den man an ein gutes Radio­programm hat" auf ihre Podcasts. "Die Vorstellung von Storytelling, Sound, dass kleine Details stimmen müssen, die Sprecher, die Dynamik" – all das sei sowohl in einem guten Radioprogramm als auch in einem Podcast wichtig.

Trotz der Begeisterung für Podcasts ist Tenz davon überzeugt, "dass es Radio immer geben wird". Die Audiowelt verändere sich drastisch, dennoch "ist Radio noch ein Massen­medium". Als "Tages­begleiter, Anbieter von Stimmen" und leichter Unterhaltung werde es das auch bleiben. "Wenn es um Inhalte, um konzentriertes Zuhören geht, gibt es viele Alternativen", meint Tenz.

Nächste Woche ist Radio- und TV-Moderator, Autor, Podcaster, Kolumnist und Gag-Schreiber Micky Beisenherz zu Gast – ausnahmsweise bereits am Mittwoch um 12 Uhr.
turi2.tv (47-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de



Der Podcast ist Teil der Podcast-Wochen von turi2.

Zum Thema Audio veröffentlicht turi2 die turi2 edition #19 Audio – Erscheinungstermin: 12. Oktober 2022. Du kannst die Buchreihe turi2 edition kostenfrei lesen und als E-Paper hier kostenlos abonnieren.

Jede Stunde eine positive Nachricht – Valerie Weber über Musik-Happenings und Missionen.


Stimmungs-Managerin: "Die Hörer kommen wegen der Musik, aber bleiben wegen der Menschen", umschreibt Valerie Weber im turi2 Clubraum den Reiz des Mediums Radio in Zeiten von Musikstreaming und Podcast. Für die Programm-Geschäfts­führerin von bigFM, Radio Regenbogen und RPR1 stellt sich nun die Frage, wie sich beides verbinden lässt und daraus etwas neues entsteht. Im Gespräch mit Moderatorin Aline von Drateln und turi2-Chef­redakteur Markus Trantow sagt Weber, dass sich die Bedürfnisse des Publikums ändern: "Das Musik-Happening haben wir nicht mehr dadurch, dass wir Musik spielen." Deswegen brauchen Konsum­marken "eine Mission, für die wir stehen". In den vergangenen Jahren seien statt "Lebens­freude und Selbst­inszenierung" vor allem die Themen "Nachhaltigkeit und Geborgenheit" immer wichtiger geworden. "Stimmungs-Management" sei beim Radio schon immer wichtig gewesen. In gesellschaftlichen Krisenzeiten wachse der Stellenwert aber nochmal. Wenn immer mehr Menschen die Nachrichten meiden, "muss man sich etwas überlegen".

Weber setzt dabei nicht auf eine Verkürzung der News, auch wenn das ein "völlig legitimer Weg" sei. Im Gegenteil: Bei ihren Sendern Radio Regenbogen und RPR1 stellt sie das Nachrichten-Angebot noch breiter auf. Regionalität und Heimat seien dabei besonders wichtig: "Es interessiert die Menschen mehr, was in ihrem Umfeld passiert." Außerdem gibt Weber das Versprechen, jede Stunde über eine positive Nachricht aus der Region zu berichten. Das sei gar nicht so einfach: "Es ist schon schwierig, eine am Tag zu machen." Doch das Vorhaben hat einen ganz bestimmten Zweck. Denn mit der positiven Nachricht am Ende des News-Blocks zeigen die Sender den Hörern: "Wenn du durch bist, habe ich zum Schluss etwas, das wird dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern." Das sei noch lange kein konstruktiver Journalismus, aber ein wichtiger Schritt, der Nachrichten-Verdrossenheit entgegen­zuwirken.

Weber äußert sich bei den Themen der Woche auch zum RBB – sie sei "großer Fan" des Senders. "Der Shitstorm wurde weder der Person Patricia Schlesinger gerecht, noch ist es wahr, dass die ARD damit ihr wahres Gesicht zeigt", sagt Weber. Ihrer Meinung nach spielen auch noch immer vorhandene Unterschiede zwischen dem alten Osten und Westen eine große Rolle in dem Konflikt: "Wenn man nicht in der Zentrale sitzt, hat man das Gefühl, man wird abgehängt." Grundsätzlich sei die Problematik "sehr viel differenzierter", als sie von den Medien dargestellt worden sei. Es handele sich nicht um ein Systemversagen, sondern um ein System im Umbau.

Nächste Woche ist Ina Tenz zu Gast. Sie ist ist Geschäfts­leiterin Audio, Strategie und Content bei ABC Communication.
turi2.tv (50-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de



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Zum Thema Audio veröffentlicht turi2 die turi2 edition #19 Audio – Erscheinungstermin: 12. Oktober 2022. Du kannst die Buchreihe turi2 edition kostenfrei lesen und als E-Paper hier kostenlos abonnieren.

Heute im turi2 Clubraum: Valerie Weber über Radio in bewegten Zeiten.


Hingehört: Valerie Weber kennt wie wohl keine andere Medienmanagerin das Innenleben von privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosendern. Als Programmgeschäftsführerin von Audiotainment Südwest, der Mutter von Sendern wie RPR1 und Radio Regenbogen, plädiert sie für konstruktiven Journalismus im Radio. Im turi2 Clubraum spricht sie heute Mittag mit Aline von Drateln und Markus Trantow darüber, wie das auch in Krisenzeiten gelingen kann. Außerdem spricht das Trio im Live-Podcast über die Zukunft des Hörens zwischen Radio, Podcast und Streaming.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren der Journalist Nils Minkmar, Journalistin Ina Karabasz und Steady-Gründer Sebastian Esser zu Gast. Diese Ausgabe ist erneut Teil der turi2 Podcast-Wochen: Acht Wochen lang geben Podcast-Profis und Audio-Experten Tipps und Insights zum Trend-Thema Podcast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

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Vaunet-Chef Claus Grewenig kritisiert fehlende Begrenzung des Angebots von ARD und ZDF.

Miese Krise? Der private Rund­funk mache einen der schwersten Abschnitte seiner Geschichte durch, sagt Vaunet-Vorstands­chef Claus Grewenig. Radio und Audio seien "in einer entscheidenden Phase, in der über ihre weiteren wirtschaftlichen Perspektiven entschieden wird". Er kritisiert, dass es "keine echte" Begrenzung des Online-Audio-Angebotes von ARD und ZDF gebe. Auch ihre Tochter­firmen sollten im kommerziellen Bereich beschränkt werden.
horizont.net

“Am besten maßgeschneidert.” – RMS-Expertin Katharina Zeschke über clevere Podcast-Werbung, die nicht stört.


Bewusst hinhören: Podcasts sind anders als Radio “stärker Fokus- als Begleitmedien”, sagt Katharina Zeschke, Leiterin Business Development beim Audio-Vermarkter RMS, im turi2-Interview. “Das Schöne ist, dass diese Hingabe beim Hören von Werbung nicht beeinflusst wird. Die Integration von Werbung wird nicht als störend empfunden.” Besonders geeignet seien dynamisch erzeugte Spots, die eine personalisierte Ansprache ermöglichen. Von der Zweitverwertung von Radio-Spots in Podcast rät sie dagegen ab. Außerdem erklärt Zeschke, wie der RMS Podcast Ad Planner zielgruppen­genau die richtigen Podcasts für Werbe-Kampagnen findet und warum sich die Vermarktung auch schon für kleinere Podcasts lohnt. Weiterlesen >>>

Hör-Tipp: Christian Berthold über das Radio in Krisenzeiten.

Hör-Tipp: "Die Kraft des linearen Radios wird unterschätzt", sagt Christian Berthold, Geschäftsführer der Antenne Thüringen, im "MTM-Podcast". Gerade in Krisenzeiten zeige sich die Stärke des Radios: die Emotionalisierung. Die könne keine KI so hinbekommen. Bei Podcasts sei es für regionale Sender wegen der geringen Reichweite schwer, Geld damit zu verdienen. Der Sender setze deswegen vor allem auf Corporate Podcasts.
open.spotify.com (23-Min-Audio)

Lars Haider und Lars Meier starten den Podcast “Nachglühen”.

Lars trifft Lars: Lars Haider, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts" und Lars Meier, Intendant von ahoy radio, starten den wöchentlichen Podcast "Nachglühen – Die Hamburger Woche im Gespräch". Die Folgen, in denen die beiden "die Hamburger Themen der Woche" diskutieren, erscheinen jeweils freitags um 15 Uhr. Zu finden sind sie entweder bei ahoy radio oder "überall, wo es Podcasts gibt".
per Mail

Fast die Hälfte der Deutschen hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unwichtig.

Irrelevant? Fast die Hälfte der Deutschen hält den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für unwichtig, ergibt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag der "Zeit". 43 % geben an, ARD, ZDF und Co. seien für sie im Vergleich zu anderen Medien "gar nicht wichtig" oder "weniger wichtig", weitere 9 % sind unentschieden. Für immerhin 33 % der Befragten ist öffentlich-rechtliche Berichterstattung "sehr wichtig".
zeit.de, presseportal.de

Debatte: “Dudelfunk”-Wellen der ARD können weg.

ARD-Reform: "Dudelfunk"-Wellen wie Bayern 3, MDR Jump oder NDR 2 können weg, schreibt Ekkehard Klein bei "Business Insider". Derartige öffentlich-rechtliche Radioangebote seien "belanglos" und böten keinen Vorteil gegenüber Privatsendern. Zudem sollten "sehr ähnliche ARD-Radios, die im Moment regional senden" zusammengelegt werden – dann sei sogar eine Senkung des Rundfunkbeitrags drin.
businessinsider.de

Zahl des Tages: CDU-Politiker Jan Redmann will Intendanz-Gehälter auf 190.000 Euro deckeln.

Zahl des Tages: Maximal 190.000 Euro sollen Intendantinnen der ARD-Anstalten künftig jährlich verdienen, fordert CDU-Politiker Jan Redmann. Das würde Gehaltsabstriche von teils mehr als 50 % bedeuten. Am Sonntag stimmen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU über eine dementsprechende Resolution zum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk ab.
welt.de

Lese-Tipp: Wie es mit den Öffentlich-Rechtlichen weitergehen kann.

Lese-Tipp: "Die Öffentlich-Rechtlichen könnten sich gegen die Übermacht globaler und oft gesetzloser digitaler Player neu selbst begründen", schreibt TV-Produzent Friedrich Küppersbusch in der "Süddeutschen". Neben der "Konzentration auf Nachrichten, Zeitgeschehen, mehr Regionales" brauche es "auch den ganzen Krimi-RomCom-Fiction-Sport-Kram wie die Schokoglasur übers bittere Medikament".
sueddeutsche.de (€)

Hör-Tipp: Radio muss Geld in die Hand nehmen und angreifen, meint Marzel Becker.

Hör-Tipp: "Es ist eine Katastrophe, dass Radio nicht Spotify erfunden hat", sagt Marzel Becker im Podcast von Lars Haider. Dass der Ex-Programmchef von Radio Hamburg den Sender nach 35 Jahren verlassen hat, lag zuletzt auch an schwindenden Budgets: "Radio müsste richtig Geld in die Hand nehmen und angreifen." Geprägt habe ihn in seiner Karriere der Satz von seinem Vorgänger Thomas Walde: "Wir sind keine Oberlehrer, sondern Oberkellner."
abendblatt.de (43-Min-Audio), turi2.de (Background)

Wie erfahre ich in Interview-Podcasts Dinge, die mein Gesprächspartner noch nirgendwo anders erzählt hat, Lars Haider?


Entscheider treffen Vorbereider: “Wenn Gäste merken, dass man sich im Vorfeld mit ihnen beschäftigt hat, honorieren sie das in der Regel und öffnen sich schneller”, schreibt Lars Haider im Gastbeitrag für die turi2 Podcast-Wochen. Der Chef­redakteur vom “Hamburger Abendblatt” bereitet für jede Episode seines Podcasts Entscheider treffen Haider einen großen Fragenkatalog vor, versucht jedoch, vor allem Fragen zu stellen, die sich aus dem Gespräch ergeben. Der Fragenkatalog sei mehr eine Sicherheit, wenn das Gespräch stocken sollte. Die Jagd nach exklusiven Zitaten könne “schnell die Atmosphäre zerstören, in der ein Podcast geführt wird” und sollte daher “nicht das offen­sichtliche Ziel sein”. Weiterlesen >>>

Video-Tipp: Radio Eins feiert sich selbst.

Video-Tipp: Der RBB feiert den 25. Geburtstag von Radio Eins mit dem Film "Das schöne Radio. 25 Jahre nur für Erwachsene". Darin geht es u.a. um die holprigen Anfänge des Senders, der sich bewusst von Mainstream-Dudlern abgrenzen will. Nach dem ersten Sendetag habe es überall vernichtende Kritiken gegeben, so gut wie nichts habe geklappt, erinnern sich Robert Skupin, heutiger Senderchef, und Gründungschefredakteur Helmut Lehnert, zurück. "Ich habe damals wirklich überlegt, ob ich wieder gehe", sagt Skupin.
ardmediathek.de (60-Min-Video)

Debatte: Jörg Thadeusz kritisiert die “Macht der Mittelmäßigen” in der ARD.

ARD-Krise: "In der momentanen Skandalsoap muss der RBB immer der Hungerleider-Sender sein, in dem eine von sich selbst berauschte Elite prasste", kritisiert TV-Moderator Jörg Thadeusz in seinem "Focus"-Gastbeitrag und weist auf Schwachstellen der gesamten ARD hin. Ihn stört u.a. "die Macht der Mittelmäßigen, Marketing-Heinis und Gender-Verirrten im öffentlich-rechtlichen Reich". Bei wichtigen Konferenzen würden etwa "Anzugmänner und Kostümfrauen" die "Abgase irgendeines woken Schnackers gerne für einen Wind der Veränderung" halten.
"Focus" 35/2022, S. 34 (€)

“Bild” wittert Vetternwirtschaft bei NDR-Musikberater, der NDR widerspricht.

Melodien für Moneten: "Bild" wittert beim NDR den nächsten Fall von Vettern­wirtschaft in der ARD. Musik­berater Dieter Petereit, Lebens­gefährte der Hamburger Landes­funkhaus-Direktorin Sabine Rossbach, soll von NDR 1 Niedersachsen bis zu 50.000 Euro Honorar pro Jahr bekommen. Der NDR stellt klar: Die Beziehung war dem Sender bekannt, Rossbach habe den Auftrag jedoch nicht vermittelt, den Vertrag mit Petereit habe das Landes­funkhaus Nieder­sachsen geschlossen. Dennoch will der NDR Aufträge mit "persönlichen Beziehungen zu Mit­gliedern der Geschäfts­leitung" künftig "noch sensibler behandeln".
bild.de (Paid), ndr.de (Reaktion)

Zitat: Mira Seidel macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios.

"Wenn ich meine Spotify-Playlist höre, sagt mir niemand, dass draußen die Sonne scheint."

Mira Seidel, Programm­chefin der Jugend­welle Das Ding, macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios. Im DWDL-Interview sagt sie, das Medium könne im Gegenteil zu Streaming-Diensten "Emotionen und Befindlichkeiten" transportieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

SWR-Jugendradio Das Ding wird “durchhörbarer”.

SWR macht sein junges Radioprogramm Das Ding ab Montag tagsüber "durchhörbarer". Der Sender reagiert damit auf "veränderte Hör­gewohn­heiten" der Ziel­gruppe. "An Tagen, an denen wenig los ist, können sich unsere Moderator:innen auch mal etwas zurück­halten", sagt Programm­chefin Mira Seidel. Musikalische und inhaltliche "Kanten und Spitzen" sowie Newcomer bekommen dafür abends mehr Sende­zeit. Am Sonntag­abend um 21 Uhr ist im Radio­programm künftig Platz für Podcasts wie z.B. Njette Mädchen.
presseportal.de

Debatte: Die Politik muss ernsthafte Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anstoßen.

Reform statt Reförmchen: Die Politik muss ernsthafte Neuerungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks anstoßen, fordert Stefan Winterbauer. Mit Blick auf die RBB-Affäre um Patricia Schlesinger gehöre dazu auch, "eine Aufsicht einzurichten, die nicht nur auf dem Papier existiert". Ein gutes Beispiel sei die Schweiz, wo die SRG ein Sparprogramm aufgelegt habe, "das den Namen wirklich verdient" und künftig die Hälfte der sinkenden Gebühreneinnahmen in Info-Angebote stecken will.
meedia.de

Debatte: Die RBB-Affäre illustriert die Intransparenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Hartes Urteil: Die RBB-Affäre um Intendantin Patricia Schlesinger illustriert die Ämterhäufung und Instransparenz innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, schreibt Michael Hanfeld in der "FAZ". Hinter den Kulissen herrsche "ein Hauen und Stechen"; im Verständnis der Sender sollten Bürgerinnen keine Kritik üben, sondern "zahlen und ansonsten den Mund halten: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiß, was gut und richtig ist für uns". ARD, ZDF und Deutschlandradio würden "gehätschelt und getätschelt von der Politik", die sich aber aus den Aufsichtsgremien zurückziehe.
faz.net, turi2.de (Background)

Michael Bröcker fordert “Gesundschrumpfen” von ARD und ZDF.

ARD oder ZDF? Angesichts des Teilrückzugs von Patricia Schlesinger stellt Michael Bröcker die Systemfrage und fordert ein "Gesundschrumpfen" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Er liefert fünf bekannte Argumente, darunter fehlende, politische Distanz, überbordende Bürokratie und explodierende Kosten. Zwar brauche es "partei- und themenübergreifend Aufklärung und Information", statt "zwei ausgefranster, sich blockierender Blöcke" stellt er sich einen Sender vor: "ZDF oder ARD."
thepioneer.de (Paid)

“Horizont”: Patricia Schlesinger steht vor dem Rücktritt als ARD-Chefin.

ARD: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger steht nach Informationen von "Horizont" vor dem Rücktritt als ARD-Chefin. Laut Herausgeber Uwe Vorkötter habe sie "das Vertrauen ihrer Intendantenkollegen und -kolleginnen" verloren. Die Verantwortlichen suchen demnach nach einem Termin, der bereits morgen oder spätestens Anfang nächster Woche stattfinden solle. Als wahrscheinlich gelte, so Vorkötter, dass Schlesinger in der Runde ihren Rücktritt als ARD-Chefin erklärt. Hintergrund sind mutmaßliche Compliance-Verstöße, die zuerst vom Springer-Portal Business Insider recherchiert wurden.

Update: Nach DWDL-Informationen soll es noch am Donnerstag­abend eine Telefon­schalte geben, in der mehrere Intendantinnen der ARD mit dem Rücktritt Schlesingers als ARD-Vorsitzende rechnen. So würde sie einer Abwahl zuvor kommen und weiteren Image-Schaden von der ARD abwenden.
horizont.net (Paid), dwdl.de

Sprachforschende starten Aufruf gegen Gender-Sprache bei ARD und ZDF.

Krieg der Sternchen: Sprachforschende sprechen sich in einem Aufruf gegen geschlechtersensible Sprache in ARD und ZDF aus und fordern eine klare Richtungsvorgabe der Intendanzen für das generische Maskulinum. Sie bezeichnen die Verwendung von Gender-Sternchen und Sprech-Pause als "unwissenschaftlich und ideologisch", geprägt durch die feministische Linguistik der 70er Jahre. Initiator des Aufrufs, den bisher ca. 80 Sprachforschende und mehr als 30 weitere Menschen mit anderen Fachgebieten unterzeichnet haben, ist der Musiker und Autor Fabian Payr. Sie sehen Gender-Sprache als Verstoß gegen die im Medienstaatsvertrag gebotene, politische Neutralität der Sender und kritisieren Beiträge zum Thema als unausgewogen.
welt.de (Paid), linguistik-vs-gendern.de (Aufruf und Liste der Unterzeichnenden)

Debatte: RBB-Chefin Patricia Schlesinger verärgert mit “Tagesspiegel”-Interview die Politik.

RBB: Chefin Patricia Schlesinger legt mit ihren Interviews in Info-Radio und "Tagesspiegel" einen "kommunikativen Kurswechsel" hin, analysiert Aurelie von Blazekovic. Eigentlich hatte sich die Intendantin während der Compliance-Untersuchung zurückhalten wollen. Dass sie sich nun doch geäußert habe, verursache vor allem im Brandenburgischen Landtag Unmut – das Erscheinen vor einem Landtagsausschuss hatte sie abgelehnt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Basta: Mike Krüger wünscht sich mehr “Blödel-Musik”.

Hat ein Näschen für Musik: Als Reaktion auf die Layla-Debatte plädiert Mike Krüger in der "Bild" für mehr "Blödel-Musik". Wenn man das Radio einschalte, brauche es wieder den Moment, mit dem Auto eine Vollbremsung machen zu müssen, sagt Krüger: "Nicht, weil da einer sitzt, der festklebt, sondern weil Du Dir sonst in die Hose machst vor lauter Blödsinn." Dabei bietet das Formatradio mit Dudel-Musik, geheimnisvollen Geräuschen und der Seitenbacher-Werbung doch schon an sich genug Blödsinn.
bild.de

“Freu dich auf Samstag”: Accenture Song setzt neue “Sportschau”-Kampagne um.

Sportlicher Samstag: Die Agentur Accenture Song startet für die "Sportschau" eine Multichannel-Kampagne, die unter dem Motto "Freu dich auf Samstag" steht. Erste Printanzeigen sind u.a. im neuen Bundesliga-Sonderheft vom "Kicker" und in der Zeitschrift "11 Freunde" zu sehen. Die Out-of-Home-Werbekampagne beginnt am 2. August, kurz vor dem Auftakt der neuen Saison am 6. August. Bei den Radiospots kooperiert Accenture Song mit Studio Funk, Jan Delay steuert mit "King in Meim Ding" den dazugehörigen Song bei.
lifepr.de via wuv.de, daserste.de (30-Sek-Spot)

RBB-Affäre: Freie Mitarbeitende erfahren Neues nur noch aus der Presse.

Causa Schlesinger: Die Vertretung der Freien Mitarbeiter des RBB beklagen in einer Stellungnahme, nur noch aus der Presse über die Vorgänge im Sender zu erfahren, berichtet der "Tagesspiegel". Angesichts der von Intendantin Patricia Schlesinger "angekündigten 'größtmöglichen Transparenz' finden nicht nur wir das ziemlich enttäuschend". Daniel Keller, SPD-Politiker und Vorsitzender des Hauptausschusses, nennt es indes "schwer irritierend", dass Schlesinger sich nicht den Fragen des brandenburgischen Landtags stellt – aber Interviews gibt, u.a. im "Tagesspiegel" und im RBB-Inforadio.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

“Tagesspiegel”: Patricia Schlesinger will im Amt bleiben und bietet Verzicht auf Gehalts-Erhöhung an.

RBB: Intendantin Patricia Schlesinger nimmt im Interview mit Joachim Huber und Kurt Sagatz Stellung zur Compliance-Untersuchung angesichts der von Business Insider erhobenen Vorwürfe. Sie erklärt etwa, dass sie ihre privaten Räumlichkeiten für Hintergrund-Gespräche zur Verfügung gestellt habe, weil Hotels oder Restaurants teurer gewesen wären. Über den Berater-Auftrag von der Messe Berlin für ihren Ehemann "hätte ich wahrscheinlich im RBB reden sollen" – vorgeschrieben sei das allerdings nicht. Rücktrittsforderungen lehnt Schlesinger ab, bietet dem Verwaltungsrat aber an, über ihre Vergütung und die zuletzt gewährte Gehaltserhöhung um 16 % auf 303.000 Euro pro Jahr zu sprechen. Mit Ergebnissen der Compliance-Untersuchung rechnet der Sender "Ende September oder Anfang Oktober".
tagesspiegel.de

Radio Regenbogen und RPR1 bauen Nachrichten und Lokal-Berichterstattung aus.

Hoffnungsvoller: Die Sender Radio Regenbogen und RPR1 setzen auf mehr Lokal­journalismus und positive Nachrichten. Dazu werden die news zur vollen Stunde um 50 % ausgebaut und durch Korrespondenten­berichte ergänzt. Um sich einem konstruktiven Journalismus zu nähern "stellen wir unser Nachrichten­angebot ab sofort sukzessive um", sagt Audiotainment Südwest Programm-Geschäftsführerin Valerie Weber.
infosat.de

Business Insider legt in Berater-Affäre des RBB nach.

Berater-Affäre: Business Insider berichtet neue Details über möglicherweise dubiose Berater-Verträge im Umfeld von RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf. Das Springer-Portal schreibt, dass Schlesingers Ehemann, der frühere "Spiegel"-Journalist Gerhard Spörl, von der Messe Berlin einen Berater-Vertrag über ein Mediencoaching in Höhe von 72.000 Euro erhalten habe. Später sei der Vertrag auf ein Buch-Projekt verlagert worden. RBB-Verwaltungsratschef Wolf, der bei der Messe im Aufsichtsrat sitzt, habe bei dem Deal eine Rolle gespielt, geht aus einer E-Mail des Messe-Chefs Martin Ecknig hervor, die Business Insider veröffentlicht. Derweil berichtet der "Tagesspiegel", dass Schlesinger und andere RBB-Verantwortliche an einer außerplanmäßigen Ausschuss-Sitzung des Brandenburger Landtags nicht teilnehmen, sondern Stellungnahmen geschickt haben. Der Landtag beschäftigt sich auf Initiative der AfD mit den Compliance-Vorwürfen.
businessinsider.de, tagesspiegel.de

Hör-Tipp: Sabine Heinrich fühlt sich zwischen den Welten.

Hör-Tipp: TV- und Radio-Moderatorin Sabine Heinrich erzählt im Podcast Aufsteiger:innen mit Tijen Onaran von ihrer Herkunft aus einer Bergarbeiter-Familie, wo die Devise galt: "Wir klagen nicht über Arbeit, wir tun sie." Trotz ihres Erfolgs fühlt sie sich bis heute dazwischen: "Ich gehöre nicht zu den schönen, reichen, schlauen Leuten – aber auch nicht mehr zu den anderen, wo ich herkomme." Daher verstehe sie auch, wenn ihre Familie "meine Welt nicht versteht".
open.spotify.com (35-Min-Audio)

Programmchef Marzel Becker verlässt Radio Hamburg nach 35 Jahren.

Radio Hamburg und Programm­chef Marzel Becker, 58, gehen nach 35 Jahren über­raschend getrennte Wege. Grund seien "unter­schiedliche Vorstellungen" über die "programmliche Positionierung" des Senders, berichten "Mopo" und "Bild". Geschäfts­führer Patrick Bernstein übernimmt die Programm­direktion in Personal­union, Station-Manager Niklas Naujok verantwortet die operative Programm­leitung. Becker kam 1987 als Volontär zu Radio Hamburg, seit 2000 war er Programmchef. Seit August 2021 macht er zusammen mit Morning-Show-Moderator Christian Stübinger den Podcast Weisheit mit Löffeln.
mopo.de, bild.de

Francie Petrick wird neue Geschäftsführerin von Media Broadcast.

Media Broadcast macht Francie Petrick, 36, zur Mit-Geschäftsführerin neben Andreas Stähr, 52, und Arnold Stender, 57. Letzterer scheidet zum Jahreswechsel "aus persönlichen Gründen" aus der Führungsriege des TV- und Radio-Providers aus. Stender übernimmt einen Berater-Posten beim Mutter-Konzern Freenet und berichtet direkt an CEO Christoph Vilanek. Petrick arbeitet als Prokuristin bei Media Broadcast, zuvor war sie u.a. für Sky Deutschland tätig.
media-broadcast.com

Audio-MA 2022 II: Radio NRW ist beliebtester Radiosender, Energy München verliert die meisten Hörer.

Lässt sich hören: Der Lokalsender-Verbund Radio NRW ist mit 1,58 Mio Hörerinnen in der Durchschnitts-Stunde weiterhin das meistgehörte Radio-Angebot in Deutschland. Das geht aus der MA 2022 Audio II hervor. Auf Platz zwei folgt Bayern 1 – der Sender erreicht trotz eines Rückgangs von fast 5 % noch immer rund 1 Mio Menschen. Den größten Zuwachs verzeichnet mit fast 40 % Rockland Radio. Am meisten Publikum verliert Energy München mit einem Minus von über 30 %. Die Radio-Nutzung ist weiterhin hoch: Rund 93 % der Menschen haben in den vergangenen vier Wochen ein klassisches Radio-Angebot gehört.
dwdl.de

Lese-Tipp: Über das AfD-nahe Radio Kontrafunk und leere Büro-Räume.

Lese-Tipp: Kontrafunk, ein neuer Web-Radiosender für "AfD-Anhänger und Corona-Skeptikerinnen", will ein Gegenprogramm zum "milliardenteuren Verlautbarungsapparat der Regierungssender" sein, schreibt Blick.ch. Auffällig: In dem "heruntergekommenen Bürogebäude" des Senders in der Schweizer Gemeinde Cham ist niemand anzutreffen. Zudem scheint es eine Verbindung zum rechtskonservativen Satiriker Andreas Thiel zu geben.
blick.ch

RBB lässt Vorwürfe gegen Geschäftsleitung und Intendantin Patricia Schlesinger untersuchen.


Transparenz-Offensive: Der RBB reagiert auf die Berichterstattung von Business Insider und lässt die Vorwürfe des Springer-Portals gegen Intendantin Patricia Schlesinger und die Geschäftsleitung des Senders unabhängig prüfen. Die Aufgabe übernehmen die nicht weisungsgebundene Compliance-Beauftragte und die Revision des Senders sowie eine externe Anwaltskanzlei, teilt der RBB mit. Schlesinger nennt die Berichterstattung "eine Mischung aus Mutmaßungen, Unterstellungen und falschen Schlussfolgerungen" und ist überzeugt, mit der Untersuchung "die Vorwürfe dauerhaft zu entkräften". Außerdem prüft der RBB rechtliche Schritte gegen Business Insider. Das Portal hatte Schlesinger und Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf einen laxen Umgang mit Compliance-Regeln vorgeworfen.

Der Sender teilt mit, dass er sowohl die Vergabe von Berater-Verträgen als auch die Abrechnung eines dienstlichen Abendessens in der Privatwohnung von Schlesinger prüft. Außerdem gehe es um das Auftragsverhältnis zur Messe Berlin. Die Untersuchung werde "etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber die werden wir uns nehmen, um Schaden vom RBB und vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk allgemein abzuwenden", sagt Schlesinger.

Die dpa berichtet zudem von einer Sondersitzung des RBB-Verwaltungsrats, die angesetzt sei. Zeitpunkt und Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung sind demnach nicht bekannt. (Foto: Holger Talinski für turi2)
rbb-online.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Regiocast und RTL Radio planen mit Joint Venture Einstieg bei Quantumcast.

Audio-Allianz: Radio­unternehmen Regio­cast und RTL Radio Deutschland starten das Joint Venture RCTL, um Beteiligungen im Audio­bereich zu realisieren. Als Geschäfts­führer sind Rainer Poelmann (Foto) von Regiocast und Stephan Schmitter von RTL vorgesehen. Die erste Beteiligung der Holding soll das Audiotech-Unternehmen Quantum­cast Digital werden. Eine kartell­rechtliche Genehmigung der RCTL-Gründung und der Beteiligung steht noch aus.
regiocast.de

Hör-Tipp: Christian Bollert sieht Podcast auf dem Weg zu etablierten Medien.

Hör-Tipp: Der Podcast-Hype ist nicht vorbei und auch kein Hype, sagt Christian Bollert im Hybrid-Eins-Podcast. Der Gründer von detektor.fm glaubt, dass sich Podcast mehr und mehr als Teil der Medien­nutzung etablieren. Bei Smart-Speakern beobachtet er "eine gewisse Form von Ernüchterung". Bollert kann sich vorstellen, dass auch lineare Programm in den nächsten Jahren nochmal "ein keines Revival" bekommen, weil Menschen mit der Menge an On-Demand-Angeboten überfordert sein könnten.
open.spotify.com (24-Min-Audio)

Rainer Robra sieht im Medienstaatsvertrag die “Weichen” richtig gestellt.

Politische Lese-Hilfe: Der neue Medienstaatsvertrag entlastet die Beitragszahlenden zwar nicht, stellt die Weichen aber in die richtige Richtung, urteilt Rainer Robra. Der Staatskanzlei-Chef von Sachsen-Anhalt und Kritiker von ARD und ZDF hebt in einem Gast-Text in der "FAZ" u.a. hervor, das Kultur-Programm nun höher bewertet werde als früher.
faz.net (Paid)