Vorabend-Umbau: RBB tauft neuen Daily Talk “Studio 3”.

Talk talk talk: Der neue werktägliche Live-Talk des RBB wird "Studio 3 – Live aus Babelsberg" heißen, hört der "Tagesspiegel" von RBB-Gesellschafts-Leiter Torsten Amarell. Das Format soll ab Januar am Vorabend laufen. Moderatorinnen werden noch gesucht. Im Februar hatte der Sender angekündigt, ab 2022 ein "deutlich günstigeres" Vorabend-Programm einzuführen. "RBB um 6" und "zibb" werden gestrichen.
tagesspiegel.de via dwdl.de, turi2.de (Background)

Sebastian Fitzek wird “Riverboat”-Moderator.

RBB-Thriller: Bestseller-Autor Sebastian Fitzek heuert als Moderator der TV-Show Riverboat an, berichtet der "Tagesspiegel". Konkret soll Fitzek gemeinsam mit der bisherigen Moderatorin Kim Fisher den Ableger "Riverboat Berlin" präsentieren, der vom RBB produziert und am 15. Oktober zum ersten Mal ausgestrahlt wird. Bei den vom MDR produzierten Sendungen aus Leipzig bleibt es beim Moderations-Duo Fisher und Jörg Kachelmann.
tagesspiegel.de, rnd.de, turi2.de (Background)

Jörg Thadeusz moderiert bis zur Wahl nicht mehr beim WDR und RBB.

Selbstverordnete Sendepause: Bis zur Bundestagswahl moderiert Jörg Thadeusz keine weiteren Folgen mehr seiner Radio-Sendung bei WDR 2, auch die eigentlich noch für den 21. September geplante Ausgabe seiner RBB-Talkshow Thadeusz und die Beobachter entfällt. Der Moderator ist laut eigenen Angaben selbst auf die Sender zugegangen und hat den Verantwortlichen die Pause angeboten. "Ich möchte nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen sich wegen meines Fehlers Zweifel an ihrer journalistischen Integrität ausgesetzt sehen", twittert er. Grund ist eine im Juni von Thadeusz veröffentlichte Kolumne im Wahlkampf-Magazin des Berliner FDP-Landesverbands. Mitarbeitende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dürfen sich "nicht aktiv im Wahlkampf betätigen", lässt etwa der WDR wissen.

Die bei WDR 2 geplanten Gespräche mit den Politikerinnen Sahra Wagenknecht, Norbert Röttgen und Bernd Baumann übernimmt stattdessen Thomas Bug. Beim RBB hätte seine Talkshow noch mit einer Ausgabe vor der Wahl im Programm bleiben sollen, dort hätte er allerdings eine Stellungnahme abgeben sollen. "Diese Lösung hätte Transparenz hergestellt, zumal in der Sendung ausschließlich Journalisten und Journalistinnen und keine Politikerinnen und Politiker zu Gast gewesen wären", sagt RBB-Chefredakteur David Biesinger. Man wolle trotzdem "am Vorhaben, aus verschiedenen Perspektiven und ohne parteipolitische Beteiligung auf den Wahlkampf zu schauen" festhalten und will daher kurzfristig ein Ersatzprogramm auf die Beine stellen.
twitter.com, wdr.de, presseportal.de, turi2.de (Background), Foto: RBB/Oliver Ziebe

Hör-Tipp: Weshalb Jörg Thadeusz auf Sendung bleibt und Marion Brasch nicht.

Hör-Tipp: "Warum muss Marion Brasch pausieren, aber Jörg Thadeusz nicht?", fragen Daniel Bouhs und Jörg Wagner im Radioeins-"Medienmagazin" RBB-Chefredakteur David Biesinger (Foto). Der Sender hatte Thadeusz und Brasch für ihre Wahlkampf-Engagements abgestraft: Brasch bekam Sendeverbot bis zur Wahl, Thadeusz nicht. Eine Ungleichbehandlung sieht Biesinger darin nicht: Brasch wäre anders als Thadeusz bis zur Wahl noch täglich auf Sendung gegangen. Bei Thadeusz und die Beobachter ließe sich eine "ganz andere Form von Transparenz" herstellen, u.a. weil dort andere Journalistinnen zu Gast seien.
daniel-bouhs.de (10-Min-Audio), turi2.de (Background)

Übermedien: RBB zieht Konsequenzen nach Wahlkampf-Engagement zweier Moderatorinnen.

Abgestraft: Der RBB straft zwei seiner Moderatorinnen ab, berichtet Übermedien. Marion Brasch hat demnach bis zur Bundestagswahl Sendeverbot, weil sie einen Wahlaufruf für den Spitzenkandidaten der Linken in Berlin, Klaus Lederer, unterzeichnet hat. TV-Moderator Jörg Thadeusz hat eine Kolumne im Wahlkampf-Magazin des Berliner FDP-Landesverbands verfasst, muss sich dafür aber nur eine Standpauke anhören und eine Stellungnahme veröffentlichen. Seine Talk-Sendung "Thadeusz und die Beobachter" darf er weiter moderieren.
uebermedien.de (Paid)

Grünen-Politiker gibt sich bei RBB-Umfrage zum Thema Radverkehr als unbefangener Bürger aus.

Tour de Farce: Der RBB sieht sich gezwungen, ein Video einer Straßenumfrage zum Thema "Radfahren in Berlin" für die "Abendschau" zu löschen. Ein Befragter lobte darin die umstrittenen Pop-Up-Radwege in Berlin, entpuppte sich aber später als der Grünen-Abgeordnete Georg Kössler. Nach empörten Reaktionen im Netz, entschuldigte sich der Sender per Tweet und löschte den kurzen Beitrag.
welt.de, twitter.com (Entschuldigung)

RBB und MABB plädieren im “Tagesspiegel” für einen “zeitgemäßen” Medienstaatsvertrag.

Schulterschluss: Patricia Schlesinger (rechts im Bild) und Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, eint der "Einsatz gegen Desinformation und für journalistische Sorgfalt, unser Engagement für mediale Vielfalt", schreiben sie im "Tagesspiegel". Die RBB-Intendantin und die oberste Privatsender-Kontrolleurin verfassen einen gemeinsamen Gastbeitrag zum 30-jährigen Jubiläum des Medien­staats­vertrags und fordern eine "zeitgemäße Ausgestaltung". Regionale Grenzen zwischen Berlin und Brandenburg seien inzwischen überwunden, heute verliefen Risse "nicht entlang von Mauern und Stacheldraht", sondern "quer durch die Gesellschaft, zerfallen in lautstarke Teilgruppen, die einander kaum zuhören und andere Sichtweisen nur schwer aushalten".

Schlesinger sieht es daher als Aufgabe des RBB, auch die Menschen zu erreichen, "die es nicht mehr gewohnt sind, den Fernseher zu einer bestimmten Uhrzeit einzuschalten" und sie "nicht den Algorithmen der Tech-Konzerne überlassen". Der RBB wünscht sich insgesamt mehr Freiheiten: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk solle flexibler entscheiden dürfen, "welche Sender künftig linear verbreitet werden sollen und welche besser rein digital". Es sei die Aufgabe der Länder, das zu ändern. Flecken wiederum stellt heraus, dass die MABB längst nicht mehr nur digitale Angebote klassischer Rundfunkveranstalter im Blick hat, sondern auch Kanäle bei YouTube, Facebook und Co. Regulierung und Förderung müssten dabei "Hand in Hand" gehen. Auch die "staatsferne Förderung lokaljournalistischer Medien" durch die MABB bleibe relevant. Gerade in Krisenzeiten habe man gemerkt, wie groß der Bedarf an "sorgfältig recherchierten, unabhängigen Nachrichten aus Region und Nachbarschaft" sei.
tagesspiegel.de

NDR/rbb und SWR gehen Wahlmanipulation im Internet auf die Spur.

NDR/rbb und SWR dokumentieren Manipulationen vor der Bundestagswahl. In "Wahlkampf undercover - Wie PR-Profis uns manipulieren" schleusen sich Reporterinnen von NDR/rbb in PR-Agenturen ein. Die Doku ist ab 26. August in der ARD Mediathek verfügbar. "Die geheimen Meinungsmacher. Wie wir im Wahlkampf manipuliert werden" zeigt der SWR, wie radikale Gruppen und Verschwörungstheoretiker versuchen, Wählerinnen zu manipulieren. Die Doku läuft am 6. September in der ARD.
presseportal.de

Zitat: Patricia Schlesinger sieht die Info-Offensive der Privaten gelassen.

"Ich finde es gut, wenn möglichst viele Sender gute Nachrichtensendungen anbieten. Je mehr es davon bei den Privaten gibt, desto besser."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger blickt im "Spiegel"-Interview entspannt auf die Info-Offensiven von RTL und ProSiebenSat.1. An "manchen Stellen" habe man es einfacher als die Konkurrenz, etwa wenn es um Korrespondentinnen vor Ort geht.
spiegel.de (Paid)

MDR und RBB sichern sich Senderechte an der Fußball-Regionalliga Nordost.

Sport frei: MDR und RBB zeigen die Regionalliga Nordost auch in den kommenden vier Spielzeiten im Fernsehen. SportA, die Sport-Rechteagentur von ARD und ZDF, konnte sich mit Ostsport TV, dem künftigen Produzenten aller Spiele, auf einen langfristigen Vertrag bis zur Saison 2024/25 einigen. Der MDR kann so auch weiter u.a. Livespiele über seine Marke "Sport im Osten" senden.
presseportal.de

Zitat: Jan Schulte-Kellinghaus erinnert sich an die Digital-Anfänge der Öffentlich-Rechtlichen.

"Spätestens vor fünf Jahren hätte man noch viel konsequenter umsteuern müssen, als wir es bisher getan haben."

RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus sagt im im "​Innovationstheater"-Podcast von Dennis Horn, dass er in seinem 25-jährigen Berufsleben noch Chefs kennengelernt hat, die das Internet als "temporäre Zeiterscheinung" bezeichnet haben.
dennishorn.de (48-Min-Audio)

Neue Podcast-Reihe erzählt Ken Jebsens Weg zum Verschwörungsideologen nach.

Abgedriftet: NDR, RBB, Studio Bummens und K2H starten eine sechsteilige Audio-Doku-Serie über Ken Jebsen. Der Podcast zeichnet dessen Weg vom "aufstrebenden Radiomoderator" in den 90ern zum "einflussreichsten Verschwörungsideologen Deutschlands" nach. Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen? läuft ab 13. Juni u.a. in der ARD-Audiothek, linear bei Radioeins sowie auf N-Joy. Neue Folgen gehen wöchentlich raus.
presseportal.de, cui-bono.podigee.io (3-Min-Trailer)

RBB steigt ab Herbst bei “Riverboat” ein.

Geht an Board: Der RBB wird ab Herbst Teil der MDR-Sendung Riverboat. Beide Sender sollen die Talk-Runde ab dem 15. Oktober im wöchentlichen Wechsel produzieren und zeitgleich ab 22 Uhr ausstrahlen. MDR-Intendantin Karola Wille spricht von einer Stärkung der "Riverboat"-Marke sowie einer Schaffung "wichtiger Synergien für digitale Entwicklungen". Die freitägliche RBB-"Abendshow" auf dem künftigen "Riverboat"-Sendeplatz mit Ingmar Stadelmann und der Talk Hier spricht Berlin erhalten hingegen keine Fortsetzung.
dwdl.de

Fachjournalistin Ulrike Simon kommuniziert künftig für die Intendanz des RBB.


Wechselt die Seiten: Ulrike Simon, 52, kommt dem Medienjournalis­mus abhanden und geht in die Unternehmenskommunikation des RBB. Damit sichert sich Intendantin Patricia Schlesinger die Dienste einer der profiliertesten Medienjournalistinnen Deutschlands. Schlesinger lobt Simons "profundes Wissen" und ihr "ausgezeichnetes Netzwerk". Nach Stationen u.a. beim "Tagesspiegel" ist Simon seit 2008 freiberuflich tätig – sie hat in der Zeit etwa für Madsacks RND, den "Spiegel" und das Marketing-Fachblatt "Horizont" gearbeitet. Künftig soll sie gemeinsam mit Unternehmenssprecher Justus Demmer zu "Fragen der Medienpolitik" strategisch kommunizieren.

Simon sagt der "Süddeutschen Zeitung", dass es in ihrer neuen Rolle um "wirklich Entscheidendes" gehe. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe "unter Beschuss" und sei "zugleich gesellschaftspolitisch so wichtig wie nie. "Horizont"-Herausgeber Uwe Vorkötter und Chefredakteurin Eva-Maria Schmidt bedauern den Verlust der "ausgewiesenen Expertin mit intimen Kenntnissen und hervorragenden Kontakten in der Medienszene". Simon habe "dazu beigetragen, das publizistische Profil" des Blattes zu schärfen.
presseportal.de, horizont.net, sueddeutsche.de

Mitarbeit: Markus Trantow

RBB muss wegen Streik der freien Mitarbeiterinnen Programm umstellen.

Freie machen frei: Der RBB muss aktuell Programmeinschränkungen hinnehmen, weil etliche freie Mitarbeiterinnen noch bis 5. Mai gegen Sparmaßnahmen demonstrieren. Am Montag- und Dienstagabend sind deswegen alte Ausgaben der TV-Sendung "Zibb" gelaufen, die im kommenden Jahr vom Sender geht. Die RBB-Freienvertretung und 450 Mitarbeiterinnen in diversen Redaktionen unterstützen die Aktion.
tagesspiegel.de, frei-im-mai.rbbpro.de, turi2.de (Background)

Das RBB Kulturradio vergrault seine Stammhörerschaft, schreibt die “Süddeutsche Zeitung”.

Trauer-Ohrspiel: Das RBB Kulturradio vertreibt mit seiner Neuausrichtung des Programms die Stammhörerinnen, schreibt Peter Richter in der "Süddeutschen Zeitung". Dem RBB sei die "Alte Musik" demnach "zu alt" geworden. So würden u.a. Kammer- und Sinfonieorchester, "mit denen Berlin und Brandenburg gesegnet" seien, jetzt nach "Biosauna eines Wellnesshotels im Spreewald" klingen. In einer RBB-Umfrage werten knapp 64 % der Hörerinnen die Programmreform als Verschlechterung.
sueddeutsche.de, landesmusikrat-berlin.de (RBB-Umfrage)

Berlin und Brandenburg verschieben Erneuerung des RBB-Staatsvertrags.


Mal wieder Rundfunk-Zank: Die Staatskanzleien Berlins und Brandenburgs setzen die Novellierung des RBB-Staatsvertrags wegen inhaltlicher Unstimmigkeiten vorerst aus. Ein Streitpunkt ist ein Modellversuch, der es dem RBB erlauben würde, einen seiner Radiosender ins Internet zu verlagern. Intendantin Patricia Schlesinger macht sich für eine solche Lösung stark, der Brandenburg nach "Tagesspiegel"-Informationen aufgeschlossener gegenübersteht als Berlin.

Eine Entscheidung gibt es voraussichtlich erst im Frühjahr 2022, auch weil in Berlin im September Wahlen anstehen. Danach werden u.a. die Medienausschüsse neu besetzt. Auch die Struktur der Gremien sowie die Vertretung freier Mitarbeiterinnen im Personalrat sind Problemthemen des aktuellen Vertragsentwurfes. Der DJV Berlin und Verdi fordern in einer gemeinsamen Erklärung entgegen der Ankündigungen der Staatskanzleien, den Vertrag noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen. "Misslungenes politisches Taktieren" dürfe nicht zu Lasten des Rundfunks gehen. Die Verschiebung sei ein "verheerendes Signal an die freien Mitarbeiter:innen".
dwdl.de, tagesspiegel.de

Im Führerhaus statt im letzten Wagen: So lief das turi2-Chefingespräch mit Patricia Schlesinger.


Menschen und Moneten: "Wir müssen bestimmte Dinge sein lassen, damit wir neue Dinge tun können", sagt RBB-Intendantin Patricia Schlesinger im Chefingespräch mit Peter Turi im turi2 Clubraum. Unter "sein lassen" fällt die Streichung zweier Formate, 75 freie Mitarbeiterinnen sollen nicht mehr im bisherigen Umfang beschäftigt werden. Ein Sender muss die Möglichkeiten haben, sich zu verändern, erklärt Schlesinger. Das gelte auch für die Diversität in den Redaktionen: Bei Arbeiter- und Migrantenkindern "sind wir noch nicht gut genug", gibt sie zu. Auch mit sprachlichem Wandel geht Schlesinger offen um: Mit dem Gendersternchen konnte sie sich anfangs nur schwer anfreunden, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass sich die Schreibweise durchsetzen wird.

Patricia Schlesinger plädiert dafür, Menschen dort zu erreichen, wo sie sind: im Netz und im klassischen Radio und TV. Für den Sender bedeute das, mit weniger Geld und weniger Menschen mehr Programm zu machen. Dass dieser Wandel den Menschen im RBB einiges abverlangt, ist Schlesinger bewusst. Wenn der Zug abfährt, steige sie aber "lieber ins Führerhaus anstatt in den letzten Wagon". Vorne könne man nämlich noch mitentscheiden, welche Weiche man nimmt.
turi2.tv (52-Min-Audio), turi2.de/podcast, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de, turi2.de/clubraum (weiteres Programm)

RBB will 75 freie Mitarbeiterinnen ab 2022 “nicht mehr im gleichen Umfang beschäftigen”.

RBB setzt erneut bei Freien den Rotstift an und schickt 75 Personen Ankündigungen, dass man sie ab 2022 "nicht mehr im gleichen Umfang wie bisher beschäftigen" könne. Grund sind die Absetzungen der Ländermagazine RBB um 6 und zibb. Freie Aufträge für die Betroffenen soll es trotzdem weiterhin geben, ihnen stehe der Weg in andere RBB-Redaktionen offen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Zitat: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger will Empörung im Netz etwas entgegenstellen.

"Wir müssen eine Art schöpferischer Zerstörung betreiben, um möglichst schnell kraftvoll im Digitalen präsent sein zu können."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger fordert im Interview mit der "FAZ", dass alle Qualitätsmedien stärker im Digitalen präsent sein sollen, um den empörungsgetrieben Geschäftsmodellen etwas entgegenzustellen.
faz.net (Paid)

“FAZ”: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wünscht sich mehr Flexibilität von der Politik.


Gegenpol zur Stimmungsmache: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wünscht sich im "FAZ"-Interview von der Politik mehr Flexibilität bei den Programmstrukturen und Verbreitungswegen: "Wir müssen schneller und flexibler als bisher reagieren können, sonst verlieren wir Publikum. Wir müssen besser als bisher auf neue Entwicklungen vorbereitet sein, die vielleicht schneller kommen, als wir denken."

Schlesinger sagt, wenn die USA der "Schrittmacher neuer digitaler Kommunikationstechnologien" sind, zeigt das, "dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer Demokratie zur Basis-Infrastruktur gehört". Teilöffentlichkeiten entstünden aus wirtschaftlichen Überlegungen, besonders im Netz will sie dazu ein starken Gegenangebot bieten: "Der digitale Raum ist de facto im Privatbesitz, mit den dazugehörigen Geschäftsmodellen, die vielfach empörungsgetrieben sind." (Foto: Holger Talinski für die turi2 edition)
"FAZ", S. 12 (Paid), turi2.de (Interview mit Schlesinger in der turi2 edition #13)

Aus dem turi2.tv-Archiv (01/2021): Patricia Schlesinger im Videofragebogen.

Vorabend-Umbau: RBB setzt auf kostengünstigere Sendungen.

RaBBatt-Programm: RBB schraubt ab 1. Januar 2022 an seinem Vorabend-Programm, die Länder-Magazine RBB um 6 und zibb entfallen dann. Insgesamt sei der neue Vorabend "deutlich günstiger" zu produzieren, sagt Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus – unabhängig davon, ob der Rundfunkbeitrag demnächst doch noch steigt oder nicht. Unter anderem ist ein neues Ratgeber-Format geplant, das jeden Tag einen inhaltlichen Schwerpunkt hat. Zudem will der RBB einen neuen Live-Talk mit prominenten Gästen ausstrahlen.
presseportal.de, dwdl.de

Gottschalk in da House: Thomas Gottschalk crasht ARD-Kuschelrunde.

Gottschalk hebt Hand und Stimme: Moderatoren-Urgestein Thomas Gottschalk, 70, hat am Sonntagabend eine behagliche Kuschelrunde um RBB-Intendantin Patricia Schlesinger in der Audio-App Clubhouse mit einer fulminanten Wutrede gecrasht -allerdings nachdem Schlesinger die Runde verlassen hatte. Gottschalk meldet sich gegen 19.10 Uhr, wird von Moderator und PR-Mann Wolfram Winter auf die Bühne geholt und legt aus dem Stand los: "Wir senden uns hier in einem Verwaltungsmoloch zugrunde, wo die Anstalten sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnen. ... Ich bin der Meinung, dass es jetzt Corona-Stäbe gibt, die schon Angst davor haben, dass die Seuche in den Griff zu kriegen ist, weil dann sämtliche Krisenstäbe eingestampft werden. Sowas können sie."

Gottschalk hält den "Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen" für "einfach katastrophal". "Sie sind ja nicht mal in der Lage ihre eigenen Programme zu promoten, ins Fenster zu stellen, weil dann der MDR sagt: Moment, wir senden gegen den SWR im Dritten. Die treten sich gegenseitig auf die Füße, da ist kein Gesamtmanagement dahinter." Gottschalks Fazit nach knapp drei Minuten Wutrede: "Ich bin voll heiligem Zorn, was die Chancen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens betrifft und wie wenig daraus gemacht wird. Und wenn man jetzt nach 50 Jahren sagt, wir lernen ja dazu – dann muss ich sagen, das hat wirklich gedauert."

Im Lauf der sich anschließenden Diskussion sagt Gottschalk, er sehe die Zukunft der ARD "eher im Radio", wo er eine "größere Hörernähe" und "teilweise geniale Beiträge" wahrnimmt, auf den Kulturwellen gebe es "unglaublich tolle Features", das sei "der öffentlich-rechtliche Auftrag". Nach Gottschalks Wutrede schnelle die Zuhörerzahl der Runde kurzfristig auf 2.700 hoch, um 19.38 Uhr sagt Gottschalk gute Nacht. Als Moderator Wolfram Winter um 20.00 Uhr eine Fortsetzung der Reihe für nächsten Sonntag, 18-20 Uhr, ankündigt, sind noch 770 Zuhörer*innen in der Clubhouse-Session.
turi2 war Ohrenzeuge, turi2.de (Background zur Sendung)

turi2 edition #13: Patricia Schlesinger über Gebühren und Geduld.


Under construction: Patricia Schlesinger lässt beim RBB kaum einen Stein auf dem anderen. Die Intendantin holt mehr Frauen in Führungsjobs und organisiert die journalistische Arbeit neu. Im Gespräch mit Markus Trantow für die turi2 edition #13 stellt sie ARD und ZDF in der Pandemie ein gutes Zeugnis aus und wirbt für “mehr Geduld” mit der Politik: “Was hier passiert, ist neu für uns alle, wir sind eine Lerngemeinschaft.” Sie können das Interview im kostenlosen E-Paper lesen oder das Buch gedruckt bestellen. Weiterlesen …

Zitat: Für RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ist der Rundfunkbeitrag kein “Basar”.

"Wir befinden uns hier nicht auf einem Basar. Wir liefern etwas und dann kommt tatsächlich die Beitragserhöhung."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger sagt im Radioeins-Medienmagazin, dass die Politik die Erhöhung des Rundfunk­beitrags und medien­politische Fragen zum Auftrag von ARD und ZDF bewusst voneinander getrennt hat. Einen Plan B habe sie nicht in der Schublade.
wwwagner.tv (mit 7-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zeit Online und der RBB produzieren eine gemeinsame Doku über rechte Gewalt.

Baseballschlägerjahre heißt eine multimediale Dokumentation von Zeit Online und RBB. In sechs jeweils 15-Min-Filmen berichtet die Doku-Reihe über die Erfahrungen mit rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. Die Beiträge sind ab dem 2. Dezember auf der Website und im Instagram-Kanal von Zeit Online zu sehen sowie in der ARD-Mediathek und den Social-Media-Accounts des RBB. Der Titel "Baseballschlägerjahre" stammt von einem Twitter-Hashtag, unter dem Ende 2019 zahlreiche Nutzer*innen nach einem Aufruf des Zeit-Online-Redakteurs Christian Bangel ihre Erfahrungen geschildert haben.
zeit-verlagsgruppe.de

Zahl des Tages: RBB will nächstes Jahr 29,9 Mio Euro sparen.

Zahl des Tages: Krumme 29,9 Mio Euro will der RBB 2021 sparen, u.a. durch die Halbierung des Aushilfen-Etats und Einsparungen im Programm. Auch ein Umbau der Programmdirektion steht an. Hier soll es künftig sogenannte Contentboxen für Information, Gesellschaft, Kultur und Sport geben. Diese sollen sich nach Fachkompetenz statt nach Ausspielweg zusammensetzen.
presseportal.de, dwdl.de

Hör-Tipp: “wach & wichtig” von Radioeins ist der lockerste Morgen-Podcast.

Hör-Tipp: Radioeins legt mit "wach & wichtig" den vielleicht lockersten deutschen Morgen-Podcast vor. Moderatorin Julia Menger bietet einen wirklich wachen Mix aus Politik, Kultur und Gesellschaft, ohne aufgedreht zu wirken. Zur Premiere sagt "Tagesthemen"-Moderator Ingo Zamperoni, dass sein amerikanischer Schwiegervater Donald Trump wählen wird, Friedrich Küppersbusch wünscht dem an Corona erkrankten US-Präsidenten ganz ernsthaft gute Besserung.
radioeins.de (17-Min-Podcast)

Rundfunkbeitrag: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger droht mit Verfassungsbeschwerde.

Beitragserhöhung: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger will vor das Verfassungsgericht ziehen, sollte das Parlament in Sachsen-Anhalt die Erhöhung des Rundfunkbeitrages blockieren, sagt sie im Radioeins-Medienmagazin. Das Knüpfen der Beitragserhöhung an politische Forderungen sei vom Gesetzgeber nicht gewollt. Schlesinger sagt über ihre 2021 beginnende zweite Amtszeit, dass sich der RBB digitaler aufstellen muss bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. Damit seien Sparmaßnahmen verbunden wie die Kürzung des Budgets von rbb Kultur um 1 Mio Euro. Zudem bekundet sie Interesse am ARD-Vorsitz.
wwwagner.tv (29-Min-Audio), turi2.de (Background)

Sky dreht Dokumentation und Serie zum Wirecard-Skandal.

Sky plant eine Dokumentation über den Fall Wirecard, an der sich auch der RBB beteiligt. Der Dreh startet in den nächsten Wochen. Nach der Ausstrahlung auf Sky läuft das Projekt in der ARD. Außerdem entwickelt der Bezahlsender eine Mini-Serie, die den Skandal aufarbeiten soll. Hinter beiden Projekten steht die zweifache Grimme-Preisträgerin und Produzentin Gabriela Sperl.
spiegel.de

RBB macht 2019 ein Minus von 71,4 Mio Euro.

RBB hat 2019 ein Minus von 71,4 Mio Euro gemacht – weniger als erwartet, die Prognose des Senders lag bei einem Minus von 98,9 Mio Euro. Die Beitragseinnahmen waren höher als erwartet und der RBB habe "sparsam gehaushaltet". Für den Bau des neuen Digitalen Medienhauses, das 2025 fertig werden soll, legt der Sender zehn Mio zurück und hat nun 23,9 Mio Euro Baubudget. Der finale Entwurf kommt vom Architekturbüro Baumschlager Eberle.
dwdl.de, presseportal.de (Medienhaus)

RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein geht 2021 in den Ruhestand.

RBB: Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, beendet seinen Vertrag im Frühjahr 2021. Wer Singelnstein folgt, ist noch unklar. Er bleibt dem RBB als Berater erhalten. Grund sei explizit nicht das verunglückte Interview mit AfD-Mann Andreas Kalbitz, sagt Intendantin Patricia Schlesinger bei "Horizont". Ulrike Simon wertet es als Möglichkeit für Programmchef Jan Schulte-Kellinghaus, sich zu profilieren.
presseportal.de, horizont.net

Hinweis: Der RBB teilt mit, dass der Abgang von Chefredakteur Christoph Singelnstein, 65, nicht – wie von turi2 berichtet – "vorzeitig" erfolge. Singelnstein habe bei seinem Ausscheiden "sein reguläres Renten-Eintrittsdatum" erreicht. Was der Sender nicht sagt: Singelnsteins Vertrag war 2018 bewusst um fünf Jahre – also über das reguläre Renten-Eintrittsalter hinaus – verlängert worden.

Inforadio vom RBB startet einen täglichen Podcast.

Inforadio startet am Freitag den Daily-Podcast "News Junkies", kündigt Programmchef David Biesinger im "Medienmagazin" des RBB an. Er soll immer nachmittags erscheinen, "den ganzen guten Content, den wir im Inforadio haben, bündeln" und das Top-Thema des Tages beleuchten. Der Podcast werde "eine andere Ansprechhaltung haben als das Programm" und soll sich an eine jüngere Zielgruppe richten, so Biesinger.
youtube.com

RBB Kultur will offenbar vor allem bei freien Mitarbeitern sparen.

RBB Kultur will seinen Sparkurs offenbar vor allem auf Kosten von freien Mitarbeiter*innen durchziehen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Eine interne Liste bündelt Formate, die gestrichen werden sollen - etwa diverse Ausgaben der "Kulturnachrichten". "Über 80" Personen seien bei RBB Kultur frei, aber arbeitnehmerähnlich beschäftigt; für 40 bis 50 von ihnen ist der RBB der wichtigste Auftraggeber. Der Sender dementiert, dass nur bei Freien gespart wird.
berliner-zeitung.de

Der RBB führt bei Radio Fritz das gesprochene Gendersternchen ein.

RBB will bei seinem Jugendsender Fritz ein Zeichen für Gleichberechtigung und Vielfalt setzen. Ab September nutzt Fritz als erster Radiosender der ARD in seinen Nachrichtensendungen durchgehend gendergerechte Sprechweise. Dafür sprechen die Moderator*innen das Gendersternchen "wie eine winzige Pause", sagt Programmchefin Karen Schmied. Der Schritt erfolgt auf Wunsch der Redaktion.
rnd.de

Zitat: RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus sieht den linearen Erfolg als Problem.

"Gerade weil ARD und ZDF noch immer immense Reichweiten im Linearen haben, birgt jede Ressource, die wir umwidmen, die Gefahr, die bisherigen Zuschauer ein Stück weit zu vertreiben."

RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus wünscht sich im DWDL-Interview mehr Angebote der Öffentlich-Rechtlichen für 30- bis 50-Jährige, sieht dabei den aktuellen linearen Erfolg aber als Problem.
dwdl.de

RBB-Intendantin lehnt Programmbeschwerde wegen Kalbitz-Interview ab.

RBB: Intendantin Patricia Schlesinger (Foto) lehnt die Programmbeschwerde von Hans-Peter Buschheuer, Ex-Chef des Journalistenverbandes Berlin-Brandenburg, wegen des kritisierten Sommerinterviews ihres Senders mit AfDler Andreas Kalbitz ab. Die RBB-Expertise zu Rechtsextremismus und Kalbitz' Hintergrund seien zu wenig ins Gespräch eingeflossen, die Programmgrundsätze aber nicht verletzt worden.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Teile des DJV-Landesverbands Berlin Brandenburg kritisieren das AfD-Interview vom RBB.

RBB hat dem AfD-Politiker Andreas Kalbitz "mit einem weitgehend unkritischen Fernsehformat" eine Plattform geboten, zitiert Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung" ein Beschwerdebrief des DJV-Landesverbands Berlin Brandenburg. Das Schreiben ist mit "Vorstand" gezeichnet - Verbandsvorsitzender Christian Walther hat nicht unterschrieben. Walther sieht den Verband nicht als "Medienkritiker".
berliner-zeitung.de

Wir graturilieren: Patricia Schlesinger wird 59.


Wir graturilieren: Die Journalistin Patricia Schlesinger, seit 2016 Intendantin des RBB, wird heute fast-runde 59 Jahre. Zur Feier des Tages wird sie sich zusammen mit ihrer Familie "hervorragendes, diesmal französisches Essen" genehmigen. An ihrem Geburtstag denkt Schlesinger neben Bouillabaisse oder Bœuf bourguignon natürlich auch an den Sender: Dem RBB sei "der Start in die non-lineare Zeit gelungen", findet sie. Alle hätten an einem Strang gezogen. Jetzt organisiere er sich um und schaffe die Voraussetzungen für neue Arbeitsabläufe. Ihr Wunsch fürs anstehende Lebensjahr? Dass der Gesellschaft der "Mut zu Neuem und die Bereitschaft zu Ungewohntem" erhalten bleiben. Schlesingers Botschaft: Mit Flexibilität und Einfallsreichtum lassen sich auch unangenehme Zeiten meistern. Glückwünsche erreichen die Sender-Chefin per Mail. (Foto: RBB / Thorsten Klapsch)

Hör-Tipp: RBB-Chefredakteur Singelstein verteidigt das umstrittene AfD-Interview.

Hör-Tipp: RBB-Chefredakteur Christoph Singelstein verteidigt im Medienmagazin von Radioeins das umstrittene RBB-Sommerinterview mit AfD-Politiker Andreas Kalbitz (Foto), der vom Verfassungsschutz beobachtet wird. "Ich halte es für unseren Auftrag, mit allen politischen Kräften zu sprechen", sagt Singelstein - "Die Grenzen setzen Gerichte."
ardaudiothek.de (85-Min-Audio)