Gruner + Jahr: Medien-Senator Carsten Brosda appelliert an die Verantwortung von Familie Mohn.

Politische Schützenhilfe: Der vor der Zerschlagung stehende Verlagsarm von RTL, das ehemalige Gruner + Jahr, bekommt via "Hamburger Abendblatt" Unterstützung von Medien-Senator Carsten Brosda. Der SPD-Politiker vergleicht im Interview die Bedeutung des Verlags für Hamburg mit der Bedeutung von Hapag-Lloyd für den Hafen, sagt aber, dass die Politik das Medienhaus, anders als 2012 den Logistiker, nicht retten könne. Er appelliert an die Eigner-Familie Mohn: "Ich hoffe sehr, dass Bertelsmann auch weiterhin den Anspruch hat, als ganzes Unternehmen und nicht nur mit der eigenen Stiftung seiner gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden."
abendblatt.de (€)

RTL und “stern” stellen den Podcast “heute wichtig” ein.

Heute wichtig, morgen unwichtig: RTL und "stern" sagen dem Morgen-Podcast heute wichtig gute Nacht und beenden das Format zum 1. März. Laut einer RTL-Sprecherin soll der tägliche Podcast mit Michel Abdollahi neuen Audio-Formaten Platz machen, um andere Ziel­gruppen anzusprechen. Der von der Audio Alliance produzierte Podcast war im April 2021 gestartet. Er liefert seitdem werk­täglich die wichtigsten Nachrichten des Tages und dazu in der Regel pro Ausgabe ein vertiefendes Interview. In Breaking-News-Lagen, wie etwa zu Beginn des Ukraine-Krieges, hatte die Redaktion den Podcast vormittags noch aktualisiert.

Über die Abruf­zahlen des Podcasts sagt die Sprecherin bei DWDL nichts. Klar ist, dass "stern" und RTL mit dem Projekt in der ersten Liga der Morgen-Podcasts mitspielen und etwa dem "Pioneer Briefing" von Gabor Steingart und "Apokalypse und Filterkaffee" von Micky Beisenherz Konkurrenz machen wollten. Es steht zu vermuten, dass "heute wichtig" diesem Anspruch nicht gerecht werden konnte. Mit der laufenden Analyse der G+J-Titel habe die Entscheidung nichts zu tun, sagt die RTL-Sprecherin. (Foto: Georg Wendt / dpa / Picture Alliance)
dwdl.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: RTL ist damit gescheitert, vom “alten KrawalIimage” wegzukommen.

Lese-Tipp: RTL ist grandios damit gescheitert, netter zu werden und hat den Trash zurückgeholt, schreibt Imre Grimm. Die Personalie Inga Leschek, seit Kurzem neue Programmchefin, passe dazu gut ins Bild: "Auch bei Netflix kennt man keine Verwandten, wenn es um das Erzeugen von Aufmerksamkeit geht." Mit dem "geplanten Nettigkeitskurs" habe man möglicherweise die "nervösen Redaktionen" der G+J-Zeitschriften davon überzeugen wollen, dass eine gemeinsame Zukunft mit RTL möglich sei.
rnd.de

Der “Spiegel” liefert ein düsteres Stimmungsbild zur Fusion von G+J mit RTL.

Gruner + Jahr + Frust: Der "Spiegel" sammelt negative Stimmen zur Fusion von Gruner + Jahr mit RTL. Ein früherer G+J-Chefredakteur etwa vergleicht die Strategie der ehemaligen Chefin Julia Jäkel mit einer Achterbahnfahrt: "Man bekam davon ein Schleudertrauma." G+J habe "im Dornröschenschlaf die Digitalisierung verpennt", meint ein RTL-Beschäftigter: "Die saßen in ihrem Schloss und dachten, es gibt nur Print." Die G+J-Leute in Hamburg schieben Bertelsmann die Schuld für die Misere in die Schuhe: Der Konzern habe immer nur Geld aufgesaugt; beim "stern" hätte die Strategie nur darin bestanden, zu sparen.
spiegel.de (€)

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel.

Meistgeklickter Kopf gestern war Julia Jäkel. Sie war von 2013 bis 2021 CEO von Gruner + Jahr – jenem Verlag, der inzwischen zu RTL gehört und bei dem bis auf den "stern" etliche Titel zur Disposition stehen. Am Freitag war bekannt geworden, dass Bertelsmann wohl bis zum 15. Februar darüber entscheiden will.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 27.1.2023)

Langjähriger “Geo”-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede kritisiert den Umgang von Thomas Rabe mit den G+J-Titeln.


Abrechnung von einem alten Hasen: In einem offenen Brief geht Peter-Matthias Gaede, von 1994 bis 2014 Chefredakteur der "Geo", hart mit dem Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ins Gericht. Vor der Fusion von Gruner + Jahr und RTL habe Rabe zunächst alles Mögliche versprochen, doch "nicht einmal einen Wimpernschlag" später sei davon keine Rede mehr gewesen, heißt es darin laut der "FAZ". Es gebe "keine Synergien zwischen 'Bauer sucht Frau' und 'art', zwischen 'Bachelor in Paradise' und '11 Freunde'". Bei Bertelsmann sei zudem in Vergessenheit geraten, was auf CEO-Ebene noch als Verantwortlichkeit für eine "vierte Gewalt" im Staat verstanden werde. Gaede ist seit 2018 stellvertretendes Vorstandsmitglied von Unicef Deutschland. 1983 kam Gaede zu “Geo”, 1994 bis 2014 war er Chefredakteur. Bis auf den "stern" stehen alle G+J-Titel auf dem Prüfstand, bis spätestens 15. Februar sollen laut "Hamburger Abendblatt" Entscheidungen fallen. Auf "FAZ"-Anfrage sagt RTL, dass es zurzeit keinerlei Gespräche oder Verhandlungen mit Interessenten gebe.
faz.net, turi2.de (Background)
(Foto: IMAGO / epd)

Frühere Führungskräfte kritisieren Bertelsmanns Umgang mit Gruner+Jahr.

Planlos? Mehrere ehemalige Führungskräfte von Gruner + Jahr monieren im "Hamburger Abendblatt" den Umgang von Bertelsmann mit dem Verlag, der inzwischen zu RTL gehört. Erstaunt zeigen sie sich darüber, wie zurück­haltend die Proteste gegen das Vorgehen von Bertelsmann-Chef Thomas Rabe ausfallen: "Da ist offensichtlich keine Energie mehr, die Kolleginnen und Kollegen sind gebrochen", sagt ein ehemaliger G+J-Vorstand. Ein anderer früherer Manager äußert den Verdacht dass Rabe "gar keinen Masterplan für Gruner + Jahr gehabt hat" und irgendwann festgestellt habe, dass die Verschmelzung von Verlag und TV-Sender "ein großer strategischer Fehler war". Nun wolle er das Thema schnell vom Tisch haben: "Ob er für die Zeitschriften 100, 150 oder 200 Mio Euro bekommt", sei Rabe dabei wohl egal.
abendblatt.de (€), turi2.de (Background)

IVW 4/2022: Fast alle RTL-Magazine verbuchen massiven Auflagen-Rückgang.

Prozente im Aus­verkauf: Während RTL darüber nachdenkt, die ehemaligen Magazin von Gruner + Jahr zu verkaufen, gehen die Auflagen der Titel teils massiv nach unten. Laut IVW 4/2022 sinkt die harte Auflage beim "stern" im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 %. Bei "Brigitte" sind es 14,5 %, bei "Geo" 17 %, "Gala" verliert 7,6 %. "Capital" hält sich mit einem Minus von 3,6 % noch am besten. Der IVW-Gewinner unter den Zeit­schriften ist der "Spiegel" mit einem Auflagen-Plus von 1,4 %. Betrachtet man allerdings nur Abo und Einzel­verkauf, sinkt auch beim Nachrichten-Magazin die Auflage um 0,2 %.
dwdl.de

Urteil in Luxemburg: RTL durfte abfälligen Brief über rumänische Bettlerinnen publizieren.

Geschwätz von gestern: RTL Luxemburg durfte einen Leser­brief ver­öffent­lichen, in dem rumänische Bettler­innen u.a. als "Ab­schaum" bezeichnet werden, ent­scheidet ein Luxem­burger Gericht in zweiter Instanz. Das ab­fällige Schreiben eines Juristen, heute 85, war 2015 auf der RTL-Website und im "Lëtze­buerger Journal" erschienen. Die Menschen­rechts­liga klagte wegen Hass­rede. Für den Verfasser, für RTL und die Tages­zeitung endete das Verfahren nun in einem Freispruch. Hier gelte die Meinungsfreiheit, so das Gericht.
faz.net, wort.lu

CEO Susan Molzow: Jalag interessiert sich für RTL-Magazine.

Beef-Freunde: Der Hamburger Jahreszeiten Verlag hat an der Übernahme einzelner Gruner + Jahr-Magazine "Interesse bekundet", sagt CEO Susan Molzow bei "Meedia" zu Gregory Lipinski. Auf die Frage, ob das Fleisch-Magazin "Beef" nicht gut in das Portfolio des Hauses passe, sagt Molzow: "Ja, das könnte sein." Es gebe "die ein oder andere Zeitschrift von G+J", auf die dies zutreffe. Entscheidend für das Medienhaus sei, ob sich ein Titel in das "Premium- und Luxussegment" einfüge, auf den sich der Verlag konzentriere. Auch "Häuser" und "Salon" habe Jalag im Blick, hört Lipinski "aus Branchenkreisen". Jalag verlegt u.a. den "Feinschmecker", "Merian" und "Architektur & Wohnen". Chefin Molzow war vor ihrer Zeit bei Jalag und der "Hamburger Morgenpost" als Verlagsleiterin bei G+J. Nach der RTL-Übernahme stehen laut Medienberichten zig G+J-Titel vor dem Verkauf, RTL selbst dementiert das jedoch konsequent.
meedia.de (Molzow, €), meedia.de (Überblick, €), turi2.de (Background)

Nina Gerhardt wird neue Chefin von RTL Radio.

Audio-Aufstieg: Nina Gerhardt, bisher Vize-Chefin, steigt zur CEO von RTL Radio Deutschland auf und wird damit mächtigste Radio-Managerin bei Bertelsmann. Sie folgt auf RTL-Programm­geschäfts­führer Stephan Schmitter, mit dem sie die Radiosparte zuletzt gemeinsam geleitet hat. Schmitter konzentriert sich künftig auf seine Haupt-Aufgaben Programm und Marken in der RTL-Geschäfts­führung, Gerhardt berichtet an ihn. Sie kam 2013 als Leiterin Medien­politik und Kommunikation zu RTL Radio, 2020 wurde sie Co-Geschäfts­­führerin.
media.rtl.com

Basta: “DSDS”-Wiederholungs­kandidat Menderes bekommt einen Plattenvertrag.

Ziel erreicht: "DSDS"-Wiederholungs­kandidat Menderes Bağci bekommt nach 17 erfolg­losen Teil­nahmen an der RTL-Casting­show endlich einen Platten­vertrag – nicht von Dieter Bohlen, sondern vom Schlager-Label Telamo. Sein erstes Album heißt "Sieger der Herzen", schon am 27. Januar kommt die Debüt-Single "Er liebt dich nicht" – womöglich eine verdeckte Botschaft an oder vom "DSDS"-Chef­juror. Hätte Bohlen ihn nur einmal gewinnen lassen, Menderes wäre als "DSDS"-Gewinner – wie alle anderen vor und nach ihm – wohl für immer in der Bedeutungs­losigkeit verschwunden.
tvdigital.de, faz.net

Andrew Llinares wird Director of Global Entertainment bei Fremantle.

Fremantle, die Produktions­sparte der RTL Group, befördert Andrew Llinares zum globalen Entertainment-Chef. Er folgt auf Rob Clark, der Ende Februar in Ruhe­stand geht. Llinares war zuletzt Showrunner von "Dancing with the Stars", hat davor u.a. "The X Factor" und "Britain's Got Talent" verantwortet. Er wird von London aus arbeiten und direkt an Fremantle Group-CEO Jennifer Mullin berichten.
dwdl.de, fremantle.com

G+J-Betriebsrat beklagt Schweigen von RTL zu Verkaufsgerüchten.

Sind sich nicht grün? Der Betrieb­rat von Gruner + Jahr beschwert sich intern über die Stille der RTL-Führung zu Verkaufs­gerüchten um diverse Titel. Man hätte erwartet, dass die "tiefe Verunsicherung" des Personals "ernst genommen wird", zitiert Meedia aus einem entsprechenden Schreiben. Die Funk­stille sei für die Angestellen "kaum auszuhalten". RTL solle weiteren Schaden von G+J-Produkten abhalten und die Belegschaft schützen.
meedia.de (€)

Hör-Tipp: Pinar Atalay über ihre Vorliebe zum Polit-Talk.

Hör-Tipp: RTL-Moderatorin Pinar Atalay schwärmt im Podcast "Die Medienmacherin" von Freddie Schürheck über die Moderation von Polit-Talkshows. Politischer Talk sei für sie die "Königsdisziplin", weil man wie bei Interviews nicht absehen könne, was passiert: 80 % der vorbereiteten Fragen könne man nicht mehr nutzen, "weil ich ja zuhören und reagieren muss", erinnert sie sich u.a. an ihre Einsätze bei der "phoenix runde" zurück. Das Format habe ihr zudem geholfen, Zusammenhänge besser zu verstehen: "Mit jeder Sendung lernte ich selbst dazu."
medienmacherin.podigee.io (50-Min-Audio) via bildblog.de

RTL-Moderatorin Lola Weippert ist in Südafrika überfallen worden.

Raub in Südafrika: Die RTL-Moderatorin Lola Weippert ist im südafrikanischen Kapstadt während ihres Urlaubs überfallen und geschlagen worden, erzählt sie bei Instagram. Der Täter habe eine Fensterscheibe von Weipperts Auto eingeschlagen und versucht, ihr das Handy wegzunehmen; ein Cartier-Armband habe der Mann erbeutet. "Nehmt nicht die Handys oder irgendwelche Wertgegenstände vorne mit ins Auto rein", warnt Weippert ihre Follower.
instagram.com via t-online.de, bild.de

RTL und Talpa wollen Bedenken der Wettbewerbshüter mit Auflagen ausräumen.

Fusions-Fahrplan: Die RTL Group und der Medienkonzern Talpa Network von John De Mol wollen das niederländische Kartellamt mit neuen Auflagen auf ihre Seite bringen. Geplant sei demnach die Auslagerung des Werbe-Geschäfts der Talpa-Fernsehsender an die Mediengruppe Mediahuis Nederland, zu der u.a. die Tageszeitung "De Telegraaf" gehört. Bisher hatten die Kartellwächter eine Fusion von RTL und Talpa blockiert. Derzeit dominieren die beiden Firmen den niederländischen TV-Werbemarkt mit einem Anteil von rund 75 %.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

RTL holt Inga Leschek als Senderchefin von Netflix.

Zurück nach Köln: TV-Managerin Inga Leschek, 45, kehrt von Netflix zu RTL zurück und übernimmt den Job der Programm­geschäfts­führerin von RTL und RTL+. Sie war 2021 zum Streaming-Riesen gewechselt und hatte dort den non­fiktionalen Bereich verantwortet. Zuvor war sie Chefin der Produktions­tochter RTL Studios. Leschek wird nach dem Ausscheiden von Anke Schäferkordt 2018 die rang­höchste weibliche Führungs­kraft bei RTL.
presseportal.de, dwdl.de

Zitat: Mareile Höppner vergleicht sich nicht mit anderen Moderatorinnen.

"Ich bin niemand, der auf die Stiefel der Vorgängerin guckt und sich fragt, ob er da reinpasst. Man muss immer seine eigenen Schuhe anziehen."

Mareile Höppner, die nach 14 Jahren "Brisant" ab Dienstag das RTL-Magazin "Extra" moderiert, will sich weder mit anderen vergleichen, noch ihrer Nachfolgerin Marwa Eldessouky Tipps geben. "Das steht mir überhaupt nicht zu", sagt sie im Teleschau-Interview.
teleschau.de, turi2.de (Background)

RTL nimmt neuen Anlauf für die Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen.

Zahlen­spiele: RTL will zehn Jahre nach dem ersten Versuch einen neuen Anlauf nehmen, um die Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen zu etablieren, sagt Programm­geschäfts­führer Stephan Schmitter im Gespräch mit DWDL. Er begründet die Initiative mit "fundamentalen Änderungen im Markt und in der Nutzung". Künftig sollen sich alle "Unterhaltungs- und Newsredaktionen einheitlich auf die breite Zielgruppe 14-59" fokussieren. Auch bei anderen Sendern sieht Schmitter den "Wunsch nach Ausweisung größerer Nutzungszahlen".
dwdl.de

RTL schnappt sich die Senderechte an dem ITV-Interview mit Prinz Harry.

RTL Deutschland sichert sich die Ausstrahlungs-Rechte an dem 72-minütigen Interview mit Prinz Harry, das am Sonntagabend beim britischen Sender ITV läuft. Am Montag um 17 Uhr soll es in einem "Exclusiv Spezial: Harry – Das Interview" mit Moderatorin Frauke Ludowig und dem Adelsexperten Michael Begasse bei RTL laufen, weitere Ausstrahlungen sind bei Vox und ntv geplant. Anlass für das Gespräch ist Prinz Harrys kontroverse Autobiografie "Reserve", im Interview sollen u.a. "nie zuvor gehörte Details über den Tod seiner Mutter Diana" zur Sprache kommen.
presseportal.de

RTL-Journalistin Charlotte Schröder wird Sprecherin in NRW-Wirtschaftsministerium.

Seitenwechsel: Das Grünen-geführte Wirtschafts- und Klimaschutz-Ministerium in NRW hat die Journalistin Charlotte Schröder von RTL abgeworben. Seit 1. Januar ist sie Pressesprecherin des Ministeriums. Ihr Vorgänger Matthias Kietzmann wechselt innerhalb des Ministeriums den Job. Schröder war mehr als zehn Jahre beim Sender, zuletzt bei "RTL Aktuell".
kom.de

Zahl des Tages: 20-Uhr-“Tagesschau” bleibt auch 2022 mit Abstand erfolgreichste Nachrichten­sendung.

Tagesschau App-Logo 150Zahl des Tages: Im Schnitt 10,131 Mio Menschen haben 2022 die "Tagesschau" um 20 Uhr eingeschaltet. Das ARD-Nachrichten­flaggschiff kommt auf einen durch­schnittlichen Marktanteil von 39,1 % – wobei die Aus­strahlung in den Dritten und weiteren Programmen mit­gezählt ist. Dahinter folgt mit 3,931 Mio Zuschauern und 19,0 % Markt­anteil die 19-Uhr-"heute"-Ausgabe im ZDF. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen liegt die "Tagesschau" vorne, gefolgt von "RTL Aktuell".
presseportal.de

Bertelsmann verhandelt über den Verkauf der Gruner+Jahr-Zeitschriften.


Magazine für Moneten: Bertelsmann verhandelt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über den Verkauf von Magazinen, die ehemals zu Gruner + Jahr gehörten und seit kurzem Bestand des RTL-Portfolios sind. Bis auf den "stern" seien nahezu alle Aushängeschilder anderen Verlagen angeboten worden – auch die bisher sicher geglaubte Zeitschrift "Geo". Zum Verkauf stehen sollen darüber hinaus die Frauenmagazine "Brigitte" und "Gala", die Einrichtungs-Bibel "Schöner Wohnen" sowie "Beef", "Barbara" und "Guidos Deko Queen". Die Gebote für die einzelnen Titel liegen zwischen 50 und 100 Mio Euro, als wertvollste und teuerste Marke gilt die "Brigitte" samt ihrer zugehörigen Ableger (z.B. "Brigitte Woman").

Die Verhandlungen über mögliche Verkäufe führt laut "Süddeutsche"-Informationen Bertelsmann-Boss Thomas Rabe, offiziell hüllt sich der Konzern in Schweigen und spricht nur von einer noch laufenden "Analyse des Titelportfolios". Einen "Vertreter eines mitbietenden Zeitschriftenverlags" zitiert die "Süddeutsche" jedoch mit der Aussage, der Ausverkauf könne schon im ersten Quartal 2023 "über die Bühne gehen".
sueddeutsche.de (€), derstandard.at

“Dschungelcamp” startet am 13. Januar in Australien.

ibes Dschungelcamp Logo 150Der Dschungel ruft: Das "Dschungel­camp" startet am 13. Januar – erstmals seit Anfang 2020 wieder in Australien. 2021 hat RTL die Show wegen der Pandemie in Deutschland produziert, 2022 ging es nach Südafrika. Neu ist auch, dass der Dschungel­könig oder die Dschungel­königin erstmals nicht am dritten Samstag der Sendung, sondern am dritten Sonntag gekürt wird. Das Finale steigt am 29. Januar.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Nancy Lanzendörfer geht von der “Welt” zu ntv.

Karriere-Kapital: Wirtschafts-Journalistin Nancy Lanzendörfer startet zum 1. Januar bei ntv als Reporterin an der Frankfurter Börse, teilt RTL mit. Sie kommt von Springers "Welt", wo sie bisher als Korrespondentin in den USA war und von der Wall Street berichtete. Zuvor war Lanzendörfer, eine gelernte Bankkauffrau, u.a. Redakteurin bei "Der Aktionär" und dem Börsensender DAF.
dwdl.de

Streit um TV-Beitrag von Oliver Pocher: Boris Becker geht in Berufung.

Kann nicht verlieren: Ex-Tennis-Star Boris Becker hat Berufung gegen das Urteil im Rechtsstreit mit dem Comedian Oliver Pocher eingelegt. Schon vergangenen Mittwoch seien die Unterlagen von Beckers Rechtsbeistand beim Oberlandesgericht Karlsruhe eingetrudelt. Das Landgericht Offenburg hatte Mitte November geurteilt, dass der vor zwei Jahren bei RTL ausgestrahlte Satire-Beitrag "Make Boris rich again" den früheren Tennisprofi nicht in seiner Ehre und seinen Persönlichkeitsrechten verletzt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Mirijam Trunk gewinnt über Aufklärung Unterstützerinnen für Vielfalt.

"Wer sich einmal mit der Sinnhaftigkeit von Vielfalt auseinander­setzt und merkt, dass es im Ideal­fall kein 'gegen' eine Gruppe, zum Beispiel Männer ist, sondern ein 'für' Chancen­gleichheit, wird zum Unterstützer."

Mirijam Trunk, Chief Sustainability und Diversity Officer bei RTL Deutschland, sagt im Interview für die turi2 Agenda-Wochen, dass Aufklärung ein Weg zur Vielfalt ist. Nicht hilfreich sei dagegen, "wenn Diskussionen so aufgeladen sind, dass sich Fronten bilden", wie etwa beim Thema Gendern.
turi2.de (Interview), turi2.de/agenda2023 (weitere Beiträge)

RTL startet Quizshow mit Dirk Steffens und Sonja Zietlow.

Welt-Quiz: Für die "Geo"-Quizshow "In 55 Fragen um die Welt" schicken Dirk Steffens und Sonja Zietlow fünf Promis auf verschiedene Kontinente. Anschließend müssen sie im RTL-Studio in Quizrunden gegeneinander antreten. Wer es ins Finale schafft, spielt mit Steffens um den Sieg. Der Wissenschafts­journalist war im April vom ZDF zu RTL gewechselt. Die Show soll 2023 laufen.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Juliane van Treeck verantwortet künftig bei RTL das Geolino-Universum.

Kinder­zuschlag: Ab kommenden Jahr übernimmt Juliane van Treeck die Leitung der Geolino-Marken bei RTL. Als Redaktions­leiterin Kids löst sie Rosa Wetscher ab, die in den Ruhe­stand geht. Van Treeck ist bisher Creative Director der Familien­redaktion und damit zuständig für die "Eltern"-Magazin sowie die Kinder­medien von Gruner + Jahr.
media.rtl.com

“Vielfalt ist kein ‘nice to have'” – Mirijam Trunk über Diversität und Gleich­berechtigung bei RTL.


Vielfaltsverfechterin: “Tief verankerte Rollen­bilder und strukturelle Diskriminierungs­muster” sieht Mirijam Trunk als Grund dafür, dass es “uns Deutschen so schwerfällt, Vielfalt bis in die Chef­etage umzusetzen”. Seit Mai ist sie Chief Sustainability und Diversity Officer bei RTL Deutschland. Im Interview für die turi2 Agenda-Wochen erzählt Trunk, dass RTL Vielfalt und Toleranz auch deshalb ins Programm bringt, weil es seitens der Werbe­kunden eine Nachfrage nach diesem Umfeld gibt. Und sie erklärt, wie ihr Psychologie-Studium ihr hilft, menschliche Hürden beim Thema Diversität besser zu verstehen. Weiterlesen >>>

TV Key Facts sehen lineares Fernsehen weiter als meistgenutzte Videoquelle.

Lineares TV ist in Europa weiterhin die meist­genutzte Quelle für Video-Inhalte, sieben von zehn Europäerinnen schauen täglich TV, sagt die internationale Studie TV Key Facts der RTL AdAlliance. Die tägliche Fernseh­dauer in Europa liegt im Schnitt bei 220 Minuten, in Nordamerika sind es 185 Minuten, weltweit 156 Minuten. Mit einem Anteil von 46 % sind Nachrichten weiterhin das wichtigste Genre im TV, im Vergleich zu 2020 ist der Anteil aber um 8 % gesunken. Beliebtestes Unterhaltungs­format sind Talent-Shows.
adzine.de, youtube.com (70-Minuten-Video, Präsentation der Ergebnisse)

RTLup und RTL+ zeigen im Dezember neue Schlager-Formate.

Privatparty: Der Sender RTLup und der Streaming­dienst RTL+ rufen den "Schlager­winter" aus. Auf die "Schlager­nacht des Jahres" am 7. Dezember folgt am 21. Dezember eine Doku den Produzenten Ikke Hüftgold und am 28. Dezember das Musikevent "Schlagerliebe Open Air – Superhits aus St. Anton". Die RTL-Gruppe nähert sich damit weiter dem Angebot von ARD und ZDF an, nachdem der Privatsender zuvor bereits seinen Nachrichtenjournalismus ausgebaut hatte.
media.rtl.com

“Manager Magazin”: ProSiebenSat.1 will sich auf das werbefinanzierte TV fokussieren.


Wirbt für Werbung: Unter Aufsichtsratschef Andreas Wiele wird der Digital-Konzern ProSiebenSat.1 "wieder ganz auf das werbefinanzierte TV setzen, ob linear oder als Streamingdienst", hört "Manager-Magazin"-Autor Hans-Peter Siebenhaar aus Konzernkreisen. Bereits die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Werbeaufwendungen wieder zurückkommen würden. Intern habe Wiele das Wort von "der Resilienz des werbefinanzierten Modells" ausgerufen. Bert Habets, der im Oktober überraschend Rainer Beaujean ersetzt hat, soll demnach "als neuer CEO die Zukunftsfähigkeit des werbefinanzierten TV beweisen". Konkurrent RTL schlägt RTL+ bekanntlich den gegenteiligen Weg ein und sieht die Zukunft vor allem in Abo-Gebühren. Wiele folge "mit seiner Marschroute brav der Strategie seines größten Aktionärs", Media For Europe.

Eine Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den italienischen Medienriesen scheint derweil erst einmal nicht in Sicht zu sein: Ein Übernahmeangebot nach einer Beteiligung von mehr als 30 % sei ausgeschlossen, beruft sich Siebenhaar auf Insider. "Es ist völlig undenkbar, dass es zu einer Mehrheitsübernahme durch MFE kommt, solange Silvio Berlusconi politisch aktiv ist", heißt es aus dem inneren Kreis.
manager-magazin.de (€)
(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild / dpa-pool, Britta Pedersen)

Auch Kommunikationschef Frank Thomsen verlässt RTL Deutschland.

Gruner + Jahr War einmal: Mit Kommunikations­chef Frank Thomsen verlässt einer der wenigen übrig gebliebenen Gruner + Jahr-Köpfe RTL Deutschland. Thomsen gibt seine Stelle Ende des Jahres ab, wo es ihn hinzieht, ist nicht bekannt. Er kam 1996 zu G+J, war seit 2015 Kommunikations-Chef beim Hamburger Verlag und seit der Fusion mit RTL Leiter des Kommunikations-Bereichs des Senders. Seine Nachfolgerin ab April wird Eva Messerschmidt, bisher Co-Chief Streaming Officer. Bis zu ihrem Antritt übernimmt kommissarisch Claus Grewenig, Chief Corporate Affairs Officer, zusätzlich die Leitung der Kommunikation.
media.rtl.de

Henning Tewes verlässt RTL Deutschland, Stephan Schmitter steigt auf.


Einer geht, keiner kommt: RTL kündigt einen Wechsel in der Geschäfts­führung und damit eine Neu­strukturierung der Zuständigkeiten an. Henning Tewes, als Chief Content Officer bisher zuständig für das TV-Geschäft der Gruppe, verlässt den Sender, um "neue Führungs­aufgaben bei der RTL Group" zu übernehmen, die allerdings noch nicht bekannt sind. Stephan Schmitter (v.l.), zuletzt Chief Journalistic Content Officer, ist ab sofort neuer Geschäfts­führer Programm. Er übernimmt damit die Verantwortung für sämtliche Inhalte und Marken von RTL Deutschland. Außerdem verantwortet er den Bereich Brand & Marketing. Geschäfts­führer und COO Andreas Fischer leitet fortan die kaufmännischen Prozesse im Inhalte­bereich, wie den Einkauf von Fremd­programmen.
dwdl.de

TV-Löwe Georg Kofler macht Sanierung der kriselnden Firma Social Chain zur Chefsache.

Es kann nur einen Löwe geben: TV-Löwe Georg Kofler macht die Sanierung der angeschlagenen Firma Social Chain zur Chefsache und wird zum 1. Januar 2023 Vorstandschef. Er löst Mitgründer Wanja Oberhof ab, der künftig das US-Geschäft und die M&A-Aktivitäten führen soll. Investoren-Kollege Ralf Dümmel gibt sein Amt als Vorstand für Produkt, Vertrieb und Einkauf auf und kümmert sich als alleiniger Geschäftsführer wieder um seine DS Gruppe, die 2021 von Social Chain übernommen wurde.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Spendensatire: Boris Becker verliert vor Gericht gegen Oliver Pocher.

Rückschlag: Komiker Oliver Pocher darf seine satirische Spendenkampagne für Ex-Tennisstar Boris Becker weiter ausstrahlen. Das Landgericht Offenburg entschied, dass ein Fernsehbeitrag der RTL-Sendung "Pocher - gefährlich ehrlich" mit dem Spendenaufruf "Make Boris rich again" den früheren Tennisprofi nicht in seiner Ehre und seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und Beckers Klage damit zurückgewiesen wird.
bild.de

Thomas Rabe beerdigt offenbar Erweiterung von RTL+.


RTLminus? Ein Jahr nach Verkündung der Zukunfts­pläne von RTL unter dem Motto "Mehr sehen, mehr hören, mehr lesen", legt RTL-Chef Thomas Rabe die Strategie ad acta, berichtet Medieninsider. Vom Plan, alle Medienangebote in der RTL+-App zu integrieren, neben Video, Musik und Podcasts auch digitale Zeitschiften-Abo, habe sich Rabe demnach sowohl aus technischen als auch inhaltlichen Gründen verabschiedet. Auch ein Abo für alle Inhalte soll es demnach nicht geben. Stattdessen solle das Angebot stern+ ausgebaut werden. Vor fast exakt einem Jahr hatte Co-Chef Matthias Dang dem "Handels­blatt" erklärt, RTL+ solle "das Deutschland-Abo für jedermann" werden. Zuletzt hatte der Konzern sein Musik­angebot in Partnerschaft mit Deezer bereits in einer separaten App gestartet, statt sie in eine zusammen­gehörige RTL+-Anwendung zu integrieren. RTL äußert sich bisher nicht zu dem Medien­insider-Bericht.
medieninsider.com (€) via dwdl.de, turi2.de (Background)

Basta: RTL-Moderator Simon Beeck ärgert sich über Müll-Massen in Köln.

Redet über Müll: RTL-Moderator Simon Beeck ist am Tag nach dem Karneval-Auftakt in Köln sauer auf die "Idioten, die ihren Müll überall liegen lassen". Das sei "im wahrsten Sinne zum Kotzen", schreibt er bei Instagram und kritisiert auch die Stadt Köln, die ja "keinerlei Erfahrung" mit Karneval habe. Sein Haussender hätte die Chance eigentlich ergreifen und ein wahrhaftig neues Trash-Format daraus machen müssen.
t-online.de, instagram.com

“RTL Aktuell”: Bieling übernimmt für Maihoff, Kraft vertritt Fleischhauer.

Babypause 2.0: RTL hat zwei Vertreterinnen für die schwangeren "RTL Aktuell"-Moderatorinnen Charlotte Maihoff (Foto) und Anna Fleischhauer gefunden. Roberta Bieling übernimmt die Moderatorin der Haupt­nachrichten für Maihoff, die sich im Januar in den Mutter­schutz verabschiedet. Anna Kraft vertritt als Sport-Moderatorin Fleischhauer, die sich bereits verabschiedet hat.
media.rtl.com

Audio Now verschmilzt mit RTL+.

App­gestaubt: RTL integriert die Podcasts der Audio Alliance ab 15. November in die Musik-App von RTL+, die im August in Zusammen­arbeit mit Deezer gestartet ist. Zudem wildert RTL für neue Formate bei der ARD: Neue Folgen von "Cui Bono", wo es in der neuen Staffel um den Fall des Youtubers Drachenlord geht, sowie von "Bratwurst & Baklava" sind künftig teil­exklusiv zunächt nur über RTL+ zu hören.
dwdl.de