Befragung: Deutsche TV-Zuschauerinnen fordern mehr Kultur bei ARD und ZDF.

Mediennutzung: Deutsche Fernseh-Zuschauerinnen wollen bei den Öffentlich-Rechtlichen weniger "leichte Unterhaltung und mehr Kultur im Unterhaltungsbereich" sehen, ergibt ein Zwischenergebnis des Befragungsprojekts #meinfernsehen21 vom Grimme-Institut. Außerdem wünschen sich die Befragten "mehr hochwertige Dokumentationen zu attraktiveren Sendezeiten". Zudem sei bei der Befragung herausgekommen, dass die Teilnehmenden "nur unzureichend" über das Finanzierungsmodell und die Funktion der Aufsichtsgremien von ARD und ZDF informiert sind.
sueddeutsche.de

Meinung: Steffen Grimberg stellt Thomas Bellut ein gutes Zeugnis aus.

Noch-ZDF-Intendant Thomas Bellut hat dem Sender gutgetan, schreibt Steffen Grimberg in der "taz". Bellut habe die "öffentlich-rechtliche Angstlogik" überwunden – und u.a. in der Böhmermann-Affäre 2016 "höchst dialektisch" Position bezogen: "Ein Kurzschluss à la 'auf jeden Fall die Sendung raus aus der Mediathek', wie ihn die ARD pflegt, passiert ihm nicht."
taz.de, turi2.de (Background)

Zitat: Gerhart Baum kritisiert Änderungen bei WDR 3.

"Gegen breitere Akzeptanz ist ja an sich nichts zu sagen – aber bitte nicht auf Kosten anspruchsvoller, mitunter auch anstrengender Programminhalte."

Gerhart Baum, Vorsitzender des Kulturrats NRW und Mitglied der WDR-Rundfunkrates, kritisiert im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" den Umbau der Kultur-Welle WDR 3. Ihm fehle der "Bezug auf den Programmauftrag", im Vordergrund stehe immer die Frage, wie man mehr Hörerinnen erreicht.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“FAZ”: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wünscht sich mehr Flexibilität von der Politik.


Gegenpol zur Stimmungsmache: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger wünscht sich im "FAZ"-Interview von der Politik mehr Flexibilität bei den Programmstrukturen und Verbreitungswegen: "Wir müssen schneller und flexibler als bisher reagieren können, sonst verlieren wir Publikum. Wir müssen besser als bisher auf neue Entwicklungen vorbereitet sein, die vielleicht schneller kommen, als wir denken."

Schlesinger sagt, wenn die USA der "Schrittmacher neuer digitaler Kommunikationstechnologien" sind, zeigt das, "dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer Demokratie zur Basis-Infrastruktur gehört". Teilöffentlichkeiten entstünden aus wirtschaftlichen Überlegungen, besonders im Netz will sie dazu ein starken Gegenangebot bieten: "Der digitale Raum ist de facto im Privatbesitz, mit den dazugehörigen Geschäftsmodellen, die vielfach empörungsgetrieben sind." (Foto: Holger Talinski für die turi2 edition)
"FAZ", S. 12 (Paid), turi2.de (Interview mit Schlesinger in der turi2 edition #13)

Aus dem turi2.tv-Archiv (01/2021): Patricia Schlesinger im Videofragebogen.