Video-Tipp: “Zapp”-Doku diskutiert Zukunft und Auftrag von ARD und ZDF.

Video-Tipp: Daniel Bouhs macht in einer "Zapp"-Doku eine Bestands­aufnahme zu Zukunft und Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. FDP-Medien­politiker Jan-Marcus Rossa aus Schleswig-Holstein etwa befürwortet ein großes Streichkonzert, Staats­kanzlei­chef Rainer Robra aus Sachsen-Anhalt will in der ARD mehr Regionales sehen. Die rheinland-pfälzische Minister­präsidentin Malu Dreyer würde den Sender mehr Flexibilität geben, wie es sich auch WDR-Intendant Tom Buhrow wünschen würde.
youtube.com (30-Min-Video), ndr.de (Text + Langfassungen von Interviews), tagesschau.de (5-Min-Video, Einordnung von Bouhs bei Tagesschau24)

Zitat: DJV-Vorsitzender Frank Überall nennt FDP-Vorstoß “verfassungswidrig”.

"Eine Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein Nischenangebot ist verfassungswidrig."

DJV-Vorsitzender Frank Überall kritisiert die FDP dafür, dass sie in ihrem Programm für die Bundes­tagswahl eine Verkleinerung des Angebots von ARD und ZDF fordert. Zudem sei Rundfunkpolitik Ländersache, "der Bundestag ist nicht zuständig".
djv.de, rnd.de, turi2.de (Background)

ARD, ZDF und Deutschlandradio sehen sich “nicht mehr bedarfsgerecht finanziert”.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschlandradio legen ihre Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2024 vor und sehen sich "im Wesentlichen" darin bestätigt, dass der Rundfunkbeitrag eigentlich bei 18,36 Euro liegen müsste. Da Sachsen-Anhalt die Erhöhung nicht ratifiziert hat, sei "der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht mehr bedarfsgerecht finanziert". Sollte es bei 17,50 Euro im Monat bleiben, ließen sich "spätestens 2022 Auswirkungen auf das Programm nicht mehr vermeiden".
dwdl.de, tagesspiegel.de, presseportal.de

NDR halbiert seine geplante Gehaltserhöhung zum 1. April.

Lässt weniger springen: Der NDR erhöht das Gehalt der festen und die Mindestvergütung freier Mitarbeiterinnen ab dem 1. April nur um 1,225 statt der angekündigten 2,45 %. Der Sender begründet dies damit, dass der Rundfunkbeitrag nicht wie geplant erhöht wurde. Diese Gehaltserhöhung gilt laut NDR als "Anerkennung besonderer Leistungen in der Corona-Pandemie".
dwdl.de, turi2.de (Background)

Meinung: CDU-Wirtschaftsflügel stellt AfD-ähnliche Rundfunk-Forderungen.

Substraktionsgedanken: Der Wirtschaftsflügel der CDU fordert eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, bei der ZDF und ARD aufgelöst und zu einem Sender fusioniert werden – wohl aus Angst vor einer Wählerwanderung zur AfD, analysieren Ralf Neukirch und Anton Rainer. Denn das ZDF gelte "in rechten Unionskreisen als politisch ebenso verdächtig wie die ARD". Der liberale Flügel der Union reagiert alarmiert.
spiegel.de

MDR-Intendantin Karola Wille will mehr Personalrotation in der ARD.

MDR: Intendantin Karola Wille wünscht sich in ihrem "Zeit"-Gastbeitrag mehr Rotation der ARD-Mitarbeiter*innen. Sie bedauert zwar, dass mit Kika nur eine von 50 Gemeinschaftseinrichtungen der ARD im MDR-Gebiet angesiedelt ist, merkt aber an, dass sich dies nicht "von heute auf morgen" ändern lasse. Die Perspektive des Ostens sieht sie in ARD wie MDR gut vertreten: 82 % der MDR-Führungskräfte kämen derzeit aus dem Osten.
"Zeit im Osten" 4/2021, S. 20 (Paid), zeit.de (Zusammenfassung)

Zitat: Sachsens Staatskanzlei-Chef Schenk will Mehrheitsentscheidungen in der Rundfunkkommission.

"Wir sollten überlegen, ob es bei einer schnellebigen Problematik wie der Medienpolitik noch sinnvoll ist, in der Rundfunkkommission auf dem Einstimmigkeitsprinzip zu beharren."

Sachsens Staatskanzlei-Chef Oliver Schenk spricht im "FAZ"-Interview über die Möglichkeit, in der Rundfunkkommission Mehrheitsentscheidungen einzuführen. Außerdem will er den Auftrag von ARD und ZDF überarbeiten.
faz.net (Paid)

“WamS”: Debatte um Rundfunkbeitrag sorgt für Riss in der Union.

Rundfunkbeitrag spaltet die Union, analysiert die "Welt am Sonntag". Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion würde ARD, ZDF und Deutschlandradio am liebsten fusionieren, Unterhaltung und Sport aus dem Programm streichen. Ein entsprechendes Positions-Papier sei womöglich "von oben" gestoppt worden. Andere Kreise der Partei, etwa um Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und den früheren Fraktionschef Volker Kauder, stehen zu ARD und ZDF.
welt.de (Paid)

Zitat: Gut, dass die Debatte um die Öffentlich-Rechtlichen Fahrt aufnimmt, sagt Reiner Haseloff.

"Ich will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk weder abschaffen noch privatisieren. Ich will ihn reformieren. Es ist doch gut, dass die Debatte darüber nun endlich Fahrt aufnimmt."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagt im "Welt"-Interview, von einer Privatisierung der Öffentlich-Rechtlichen halte er nichts.
welt.de

Bericht: Grütters könnte andere Bemessung des Rundfunkbeitrags unterstützen.

Rundfunkbeitrag: Kulturstaatsministerin Monika Grütters signalisiert möglicherweise Bereitschaft für ein neues Verfahren zur Beitragsfindung, vermutet die "Süddeutsche". Die Finanzierung von ARD und ZDF dürfe "nicht den Unsicherheiten medienpolitischer Debatten ausgeliefert" sein, schreibt sie in ihrer Stellungnahme der Bundesregierung zum Eilverfahren der Sender vor dem Bundesverfassungsgericht. Schon vor zwei Jahren gab es Pläne für eine Neuregelung, die knapp scheiterten.
sueddeutsche.de

Zitat: Thomas Bellut gibt sich im Umgang mit der Erhöhung des Rundfunkbeitrags kämpferisch.

"Ich werde ihnen die nächste Ablehnung sehr schwer machen."

ZDF-Intendant Thomas Bellut sagt mit Blick nach Sachsen-Anhalt im Gespräch mit der dpa, dass er sich weiter Mühe geben will, die Menschen im Osten Deutschlands anzusprechen. Für notwendige Veränderungen sei er sich offen und merkt an, dass der Gang nach Karlsruhe genau diese aber verschleppe.
handelsblatt.com

Vorschlag fürs Wahlprogramm: CDU will ARD und ZDF privatisieren.

Privatisierter Rundfunk: Der CDU-Wirtschafts­ausschuss schlägt in einem Papier für das Wahl­programm zur Bundes­tags­wahl vor, ARD, ZDF und Deutschland­radio "langfristig" und "schrittweise" zu privatisieren, berichtet der "Spiegel". Mit den Erlösen der Privatisierung will die CDU einen Medien­fonds speisen, der künftig einzelne Programm­inhalte finanziert, aber keine ganzen Sender. Bis zur Umsetzung sollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk nur noch Aufgaben übernehmen, "die private Anbieter nicht oder nur unzureichend gewähr­leisten können", etwa Information, Bildung und Kultur.
spiegel.de

Rundfunk: Inhalte sollten ausgeschrieben werden, findet Justus Haucap.

Rundfunk-Reformvorschlag: Wettbewerbsökonom Justus Haucap schlägt vor, "dezidiert Inhalte zu fördern" und für solche "von besonderem gesellschaftlichem Interesse" Ausschreibungen unter den privaten und öffentlichen Medien zu starten. So würde ein Wettbewerb entstehen und die Programmgestaltung wäre transparent. Haucap plädiert außerdem dafür, "das ZDF zu privatisieren und uns auf die ARD als öffentlich-rechtlichen Sender zu konzentrieren".
"Welt am Sonntag" (Paid)

Zitat: Zwei öffentliche Rundfunksysteme sind eins zuviel, sagt Stefan Niggemeier.

"Ich möchte das ZDF abschaffen."

Stefan Niggemeier macht im Podcast Holger ruft an einen unkonventionellen Vorschlag zum Rundfunkbeitragstreit – und illustriert damit seine Überzeugung, dass ein Prozess nötig ist, in dem die Gesellschaft diskutieren kann, welchen Rundfunk sie will und etwa fragen, warum es zwei öffentliche "Systeme" braucht.
uebermedien.de

Zitat: Tom Buhrow nennt Politiker beim Rundfunkbeitrag “Verantwortungsverweigerer”.

"Ich habe durchaus Respekt dafür, dass gewählte Abgeordnete kritische Fragen stellen. Das ist legitim. Nur, vor der Verantwortung, den Auftrag zu ändern, laufen sie meiner Meinung nach davon."

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow ärgert sich im "Handelsblatt"-Interview zur gescheiterten Beitrags­erhöhung über "Verantwortungs­verweigerer" in der Politik.
"Handelsblatt", S. 24/25 (Paid)

Zitat: Malu Dreyer verurteilt die Absage an die Erhöhung des Rundfunkbeitrags aus Sachsen-Anhalt.

"Das ist tatsächlich ein schwarzer Tag für die Medienpolitik in Deutschland."

Rundfunkkommissions-Chefin Malu Dreyer reagiert im "heute journal"-Interview mit "riesiger Verärgerung" auf das Aus für die Erhöhung des Rundfunkbeitrages aus Sachsen-Anhalt. In der Rundfunkkommission wolle sie sich nun unter anderem auch auf die Verfassungsklage vorbereiten.
zdf.de (5-Min-Video)

Saarland will Klage prüfen, wenn Sachsen-Anhalt Rundfunkbeitrag ablehnt.

Rundfunkbeitrag: Das Saarland will eine Klage gegen die Regierung von Reiner Haseloff (Foto) in Magdeburg prüfen, sollte Sachsen-Anhalt eine Erhöhung ablehnen, schreibt Hans-Jürgen Jakobs. Jurist*innen gehen laut "Handelsblatt" von einer Verletzung der Bundestreue aus. Auch aus Bremen und Hessen drohen Klagen. Ein Druckmittel könnte der Glücks­spiel­staats­vertrag sein, schreibt Jakobs. Die Pläne sehen eine Aufsichts­behörde mit etlichen Jobs in Sachsen-Anhalt vor - aus denen dann womöglich nichts wird.
handelsblatt.com (Paid)

Beratung zum Rundfunkbeitrag im Medienausschuss Sachsen-Anhalt ist vertagt.


Nun also doch: Der Medienausschuss Sachsen-Anhalt vertagt die Abstimmung über eine Beschlussempfehlung für den Landtag in der Causa Rundfunkbeitrag auf die kommende Woche. Damit ist ein möglicher Bruch der Koalition von Ministerpräsident Haseloff abgewendet. Die CDU-Fraktion will bei der Abstimmung im Landtag gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags stimmen, Koalitionspartner SPD und Grüne sind dafür. Nun haben die beteiligten Parteien eine weitere Woche Zeit, um eine Lösung zu finden.

Als Reaktion auf das Geschehen in Sachsen-Anhalt machte Markus Söder nach der Konferenz der Länderchef*innen klar, dass eine Neuverhandlung des Rundfunkstaatsvertrages aus Sicht der übrigen Bundesländer keinen Sinn mache. Er hoffe auf ein gutes Ergebnis und verteidigte die Beitragserhöhung als angemessen. Sollte keine Entscheidung gefällt werden, sähe Söder kaum eine andere Möglichkeit für die Sender, als vor das Verfassungsgericht zu ziehen.
mdr.de, stern.de, turi2.de (Background)

Meinung: Für Leonhard Dobusch ist schon die Debatte um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags das Problem.

Meinung: "Der AfD gefällt das alles", stellt Leonhard Dobusch über die Debatte um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags fest. Allein das ernsthafte Führen der Diskussion selbst könne schon "als Erfolg einer rechtsextremen Agenda verbucht werden". Keiner der vielen berechtigten Kritikpunkte am öffentlich-rechtlichen Rundfunk werde durch eine Blockade der Beitragserhöhung gelöst.
netzpolitik.org

“Spiegel”: Sachsen-Anhalt stimmt nicht über Rundfunkbeitrag ab.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will die für Mitte Dezember geplante Abstimmung über die Erhöhung im Landtag absagen, berichtet der "Spiegel". Stattdessen wolle Haseloff den Rundfunkstaatsvertrag nachverhandeln und sich dafür in der Rundfunkkommission der Länder stark machen. Ein entsprechender Antragsbeschluss der Staatskanzlei soll am Mittwoch vor den Medienausschuss gebracht werden. Stimmt dieser zu, entfällt die Abstimmung.

Obwohl Sachsen-Anhalt den Vertrag somit nicht abgelehnt hätte, wäre er auch nicht ratifiziert, geben die Grünen laut "Spiegel" zu bedenken. Sie halten stattdessen auch ein Durchwinken des Vertrags mit Stimmen der Linkspartei und Teilen der CDU-Fraktion für denkbar. Der Streit um die Beitragserhöhung hat sich zu einer Zerreißprobe für die Kenia-Koalition im Bundesland entwickelt. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Landtag gibt es aber keine Alternativen ohne AfD-Beteiligung.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Insa-Umfrage: Deutsche befürworten Blockade der Rundfunkbeitragserhöhungen.

Rundfunkbeitrag: Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die geplante Beitragserhöhung ab, sagt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Insa. 53,7 % befürworten demnach das angekündigte Veto von CDU und AFD in Sachsen-Anhalt, 19,8 % sind dagegen. Die übrigen Befragten sind unentschlossen. In den ostdeutschen Bundesländern ist die Ablehnung besonders hoch. Kritiker*innen werfen Insa eine Nähe zur AfD vor.
bild.de

Zitat: Für RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ist der Rundfunkbeitrag kein “Basar”.

"Wir befinden uns hier nicht auf einem Basar. Wir liefern etwas und dann kommt tatsächlich die Beitragserhöhung."

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger sagt im Radioeins-Medienmagazin, dass die Politik die Erhöhung des Rundfunk­beitrags und medien­politische Fragen zum Auftrag von ARD und ZDF bewusst voneinander getrennt hat. Einen Plan B habe sie nicht in der Schublade.
wwwagner.tv (mit 7-Min-Audio), turi2.de (Background)

Rundfunkbeitrag: Reiner Haseloff kündigt Gespräche an.

Rundfunkbeitrag: Reiner Haseloff will offenbar vermeiden, dass seine CDU gemeinsam mit der AfD gegen eine Erhöhung des Beitrags für ARD und ZDF stimmt. Im "Spiegel" kündigt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident "Gespräche" mit seinen Koalitionspartnern, SPD und Grünen, an, die einer Erhöhung zustimmen wollen. Die gemeinsame Haltung von CDU und AfD im Gebührenstreit wird inzwischen zur Belastung – auch auf Bundesebene.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Markus Kurze von der CDU Sachsen-Anhalt über die Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Video-Tipp: Daniel Bouhs spricht mit Markus Kurze, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, der die Erhöhung des Rundfunkbeitrags blockiert und dem viele dabei "Machtgehabe" vorwerfen. Kunze vergleicht den Fall mit Taschengeld-Verhandlungen. Er wolle Druck aufbauen, um Reformen im öffentlich-rechtlichen System zu erzwingen.
ndr.de (21-Min-Video), turi2.de (Background)

Digitale ARD-Kulturplattform klappt ohne Beitragserhöhung nicht, sagt Tom Buhrow.

ARD bläst die geplante digitale ARD-Kulturplattform mit Sitz in Halle ab, wenn der Beitrag nicht erhöht wird, sagt Tom Buhrow, Vorsitzender der ARD, im Interview mit Michael Maier und Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung". Kurios: Die Erhöhung könnte am Veto Sachsen-Anhalts scheitern. Sobald ein Bundesland nicht dafür stimmt, ist sie vom Tisch. Ein gemeinsames Mantelprogramm für alle ARD-Kulturwellen im Hörfunk schließt Buhrow aus, wegen der "Budgetzwänge" müssten die Anstalten aber mehr kooperieren.
berliner-zeitung.de

Meinung: Populistische Kritik an ARD und ZDF wird Teil des politischen Geschäfts.

Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in Social Media lautstark und oft auch populistisch anzuzweifeln, ist "Teil des politischen Geschäfts geworden", beobachtet Claudia Tieschky. Politiker*innen bewegten sich damit "nah am Markenkern der Konkurrenz von rechts" und spekulierten auf Chancen bei AfD-Wähler*innen. ARD und ZDF seien gezwungen, sich dem Publikum zu erklären und ihren Nutzen nachzuweisen, was dem Rundfunk gut tue.
sueddeutsche.de

Zitat: TV-O-Töne brauchen keinen Hochglanz, sagt NDR-Intendant Joachim Knuth.

"Die Frage ist, ob ein 30 Sekunden langes TV-Statement genauso aussehen muss wie eine Hochglanz-Dokumentation und ob bei Pressekonferenzen drei oder vier Teams vom NDR sein müssen."

NDR-Intendant Joachim Knuth sagt dem "Hamburger Abendblatt", er wolle Produktionsstandards senken, um so sechs bis sieben % der nötigen Einsparsumme zu holen.
abendblatt.de, spotify.com (Gespräch als Podcast)

Tom Buhrow will sich Zustimmung für Rundfunk­beitrag nicht mit Zugeständnissen erkaufen.

Rundfunkbeitrag: Die ARD will keine Zugeständnisse an Sachsen-Anhalt machen, dessen Landtag die Erhöhung ablehnt. ARD-Vorsitzender Tom Buhrow sagt im Interview mit der "Mitteldeutschen Zeitung": "Wir dürfen Landtage nicht für bestimmte Zusicherungen gewogen machen." Sollte die Politik weitere Einschnitte wollen, müsse sie selbst konkrete Vorschläge machen.
mz-web.de (Paid), presseportal.de (Zusammenfassung), turi2.de (Background)

Beitragsservice nimmt 2019 rund 8 Mrd Euro Rundfunkbeitrag ein.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2019 insgesamt 8,068 Mrd Euro eingenommen, ein Anstieg um 0,7 % zu 2018. Den Löwenanteil des Geldes, nämlich 5,68 Mrd Euro, erhalten die ARD-Anstalten. Das ZDF bekommt 2,01 Mrd, das Deutschlandradio 230 Mio Euro. An die Landesmedienanstalten, die die Privatsender beaufsichtigen, gehen 152 Mio Euro. Die Zahl der angemeldeten Wohnungen ist um 0,9 % auf 39,9 Mio gestiegen, die Zahl der beitragsbefreiten Personen ist um 12,3 % auf 2,7 Mio zurückgegangen.
rnd.de, presseportal.de

Regierungschefs unterschreiben heute Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsident*innen unterschreiben heute den Staats­vertrag, der eine Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro ab 2021 vorsieht. Sachsen-Anhalts Regierungs­chef Reiner Haseloff will seine Unterschrift mit einer Protokoll­notiz versehen, dass er für eine Zustimmung keine parlamentarische Mehrheit hat. Auch in Sachsen und Thüringen ist eine Zustimmung der Landtage nicht sicher, ohne diese wären die Unterschriften Makulatur.
faz.net, medienpolitik.net

Tom Buhrow sieht bei der Standortwahl der ARD-Kulturplattform keine Taktik.

ARD: Halle an der Saale als favorisierter Standort für die neue senderübergreifende Kulturplattform hat "keine taktischen Überlegungen", sagt Tom Buhrow im Deutschlandfunk-Interview. "Laute politische Forderungen haben es uns eher schwerer gemacht", sagt der ARD-Vorsitzende. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hat sich bei der Erhöhung des Rundfunkbeitrags enthalten und kritisiert, dass sich kaum gemeinsame ARD-Einrichtungen in Ostdeutschland befänden.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Sachsen-Anhalt-Deal soll Landtag von Erhöhung des Rundfunkbeitrags überzeugen.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (Foto) will den Landtag von einer Erhöhung der Abgabe überzeugen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Dazu rufe Haseloff ARD, ZDF und Deutschlandradio per Brief zu mehr Sparsamkeit auf und fordere eine öffentlich-rechtliche Gemeinschaftseinrichtung in Sachsen-Anhalt. Den Zuschlag soll es offenbar für die von der ARD geplante Online-Kulturplattform geben.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Kulturplattform), turi2.de (Erhöhung Rundfunkbeitrag)

“Bild” schreibt den “Aufstand gegen Rundfunkgebühren” herbei.

Rundfunkbeitrag: Wegen Corona lehnt CSU-Politiker Stefan Müller eine Erhöhung der Abgabe von derzeit 17,50 auf 18,36 Euro ab. "Bild" berichtet und macht aus der Forderung des Protagonisten gleich gewohnt marktschreierisch einen "Aufstand". Die "Bild"-Leser*innen scheinen überzeugt: Mehr als 90 % von 93.000 Menschen finden laut eingebauter Umfrage, dass die Erhöhung des Rundfunkbeitrags gestoppt werden sollte.
bild.de, turi2.de (Background)

Schweiz senkt Rundfunkbeitrag um 10 %.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz senkt ihre Rundfunkgebühr ab 2021 um rund 10 % auf jährlich 335 Franken pro Haushalt, umgerechnet knapp 319 Euro. Bereits Anfang 2019 wurde die Radio- und TV-Abgabe von 451 Franken auf 365 Franken reduziert. Zum Vergleich: In Deutschland zahlt jeder Haushalt derzeit 210 Euro Rundfunkbeitrag im Jahr, künftig sollen es 220,32 Euro werden.
digitalfernsehen.de, persoenlich.com

Meinung: Die Landesmedienanstalten müssen reformiert werden.

Landesmedienanstalten sind zu teuer, veraltet und intransparent, schreibt Helmut Hartung in der "FAZ". Die Aufsicht des Privatrundfunks müsse reformiert werden. Von den 18,36 Euro an monatlichen Rundfunkgebühren erhalten sie 35 Cent. Doch es fehle an einer Überwachung der Mittelverwendung. Die Rechtfertigung für die Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag liege in der Sicherung einer staatsfreien Medienaufsicht.
"FAZ", S. 16 (Paid)

Sachsen-Anhalt blockiert Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Rundfunkbeitrag: Sachsen-Anhalt hat einer Erhöhung auf 18,36 Euro als einziges Bundesland bisher nicht zugestimmt. Staatskanzlei-Chef Rainer Robra (Foto) fürchtet eine weitere Erhöhung schon in einigen Jahren und versteht die Enthaltung als "eine Warnung", sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Von den Anstalten erwartet Robra "verbindliche Zusagen", alle Einsparpotenziale aufzugreifen.
"Süddeutsche Zeitung", S. 15 (Paid)

Tom Buhrow plant keinen Komplettumzug der ARD-Filmtochter Degeto.

Degeto, ARD-Filmtochter, soll nicht komplett nach Leipzig umziehen, beschwichtigt Tom Buhrow im "Handelsblatt" die internen Kritiker. Bei den Degeto-Mitarbeitern in Frankfurt/Main wachse der Widerstand. Buhrow will die ARD künftig ostdeutscher aufstellen. 49 der 50 Gemeinschaftseinrichtungen befinden sich in Westdeutschland, was u.a. die sächsische Regierung bemängelt.
handelsblatt.com

KEF kritisiert ARD-Wetterberichte weiter, HR weist Vorwürfe zurück.

HR weist die Kritik der KEF aus der "Sonderuntersuchung Wetterberichterstattung" an der gemeinsamen Produktion der ARD-Wetterberichte zurück und sagt der "Süddeutschen Zeitung", sie beruhe auf einer "ergebnisoffenen und professionellen Standards genügenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung". Die KEF wirft der ARD vor, die Angebote seien "unsachgemäß verglichen" worden und jede Anstalt mache ihr eigenes Wetter-Ding, oft ohne besagte, belastbare Untersuchung.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)