Tom Buhrow begründet großes Kommunikationsteam mit erklärungsbedürftiger Beitragserhöhung.

Erklärungsbedürftig: ARD-Vorsitzender Tom Buhrow erklärt im Deutschlandfunk, warum sein Kommunikationsteam so viel größer ist als das seines Vorgängers Ulrich Wilhelm. 2020 sei ein "Beitragsjahr", in dem über die Höhe des Rundfunkbeitrags entschieden wird, was "eine besondere Kraftanstrengung" erfordere. Selbst bei einer Erhöhung werde die ARD wohl nicht darum herumkommen, "auch im Programm Anpassungen vorzunehmen". Es stünden noch "viele, auch schmerzhafte" Diskussionen an.
deutschlandfunk.de (Text und 10-Min-Audio), turi2.de (Background)

KEF kritisiert die gemeinsamen ARD-Wetterberichte.

ARD: Die Zentralisierung der Wetter-Redaktion, um künftig nur noch einen gemeinsamen Anbieter zu bezahlen, ist nicht unbedingt günstiger, zitiert die "Wirtschaftswoche" aus einem Gutachten der Gebührenkommission KEF. Die ARD habe bei der Auftragsvergabe "in eklatanter Weise" gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit verstoßen. Ein unterlegenes Angebot sei womöglich "wirtschaftlich günstiger".
wiwo.de (Paid)

Ministerpräsident Laschet ermahnt öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu Kostendisziplin.


Unterwegs mit Ihren Gebühren? Öffentlich-rechtliche Sender haben "eine privilegierte Stellung" mit "überdurchschnittlichen Gehältern", mahnt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im "Spiegel"-Interview. Die Medienlandschaft stehe "insgesamt unter Druck", ganze Lokalzeitungsredaktionen würden geschlossen. Dagegen sei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alles "staatlich garantiert, egal ob es einer schaut oder nicht." Mit Blick auf die "Umweltsau"-Satire erwartet Laschet "auch eine gewisse Verantwortung". Die Ausgaben für Sportlizenzen seien "absurd", dort müssten die Sender "behutsamer und sparsamer" sein. Auch die Honorare für "Moderatoren von Samstagabendshows" erscheinen Laschet "teilweise zu hoch".

Dass die ARD mittels Framing versuchte, das Image aufzupolieren, sei "alles andere als hilfreich". Es dürfe nicht "der Eindruck eines Schönsprechs erzeugt werden". Haltung ersetze nicht Qualität. "Bei denen, die das System prinzipiell ablehnen, hilft nichts mehr", resigniert Laschet. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichten "professionell, kompetent und objektiv", lobt der NRW-Ministerpräsident. Mit knapp 400.000 Euro im Jahr verdient Buhrow fast doppelt so viel wie der Ministerpräsident, schreibt der "Spiegel". "Ich neide Tom Buhrow sein Gehalt nicht", gibt sich Laschet gelassen, "jeder Sparkassendirektor" erhalte mehr als ein Ministerpräsident.
"Spiegel" 3/2019, S. 78-79 (Paid)

“Welt am Sonntag”: WDR engagiert Agentur für Krisenkommunikation.

WDR engagiert vorsorglich die auf Krisenkommunikation spezialisierte Agentur Media 5, die helfen soll, den ab 2021 wohl steigenden Rundfunkbeitrag zu kommunizieren, schreibt die "Welt am Sonntag". Geschäftsführer Andreas Fünfgeld ist Ex-Pressesprecher von RTL2. Wolfram Winter, Ex-Kommunikationschef von Sky, ist als Berater Teil des auf zwei Jahre angelegten Projekts.
"Welt am Sonntag" (Paid)

Boris Johnson will Gebührenverweigerer nicht mehr bestrafen.

BBC-Logo-150x150Großbritannien: Premierminister Boris Johnson schießt weiter gegen die BBC. Er überlege, die Nichtzahlung der Rundfunkgebühren zu entkriminalisieren, berichten "Guardian" und "Mail on Sunday". Jährlich werden rund 180.000 Gebührenverweigerer angeklagt, 150.000 verurteilt. Minister von Johnsons konservativer Regierungspartei boykottierten am Sonntag wegen der angeblichen Anti-Tory-Haltung der BBC die Morgensendung von Radio 4.
derstandard.at, theguardian.com, dailymail.co.uk, turi2.de (Background)

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm beklagt Umverteilung zum ZDF und Deutschlandradio.


Wilhelms Wünsche: BR-Intendant Ulrich Wilhelm, bis Jahresende noch ARD-Vorsitzender, will mit der Gebühren-Kommission Kef über deren Vorschlag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags auf 18,36 Euro nachverhandeln. Vor den Gesprächen am Mittwoch sagt Wilhelm im "FAZ"-Interview, er sei "freilich nicht mit allen Aspekten des Kef-Berichts glücklich", der Vorschlag bleibe unter der Teuerungsrate. Für nicht nachvollziehbar hält er die vorgeschlagene "nicht unbedeutende Umverteilung von der ARD zum ZDF und Deutschlandradio". Damit würden nationalen Angebote zulasten der regionalen gestärkt. "Wir brauchen aber beides", sagt Wilhelm. Auch den verwehrten Wechsel auf ein Index-Modell bedauert Wilhelm.

Er sei "natürlich froh" über die erste "moderate Beitragssteigerung" seit zwölf Jahren und respektiere die Rolle der Kef, dennoch bestünden "Differenzen zu unseren Einschätzungen in einer Reihe von Punkten". "Bitter" sei insbesondere, "dass wir zu wenig junge Menschen einstellen können, mit neuen Berufsbildern". Die Politik müsse sich entscheiden, "welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft ausfüllen soll, ob sein Angebot also kleiner werden soll oder nicht".
faz.net (Paid), dwdl.de

Markus Söder fordert Ministerpräsidenten zur Einigung beim Rundfunkbeitrag auf.

Rundfunkbeitrag: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ruft die Länder zur Einung auf. Es dürfe beim Rundfunkbeitrag keine Blockade geben, sagt Söder im BR. In Zeiten von Fake News brauche es "einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk". Der CSU-Chef attestiert der ARD "ein ganz neues Kostenbewusstsein", die Gebühren-Kommission KEF habe sich bei ihrem Vorschlag zur Erhöhung auf 18,36 Euro "sehr beschränkt".
br.de, welt.de

Tom Buhrow will als ARD-Chef Gemeinschaftseinrichtungen auf den Prüfstand stellen.

ARD: WDR-Intendant Tom Buhrow sorgt schon vor seinem Amtsantritt als ARD-Vorsitzender mit dem Plan für Furore, alle Gemeinschafts­einrichtungen auf den Prüfstand zu stellen und einige in den Osten zu verlegen, berichtet Kai-Hinrich Renner. Bis Mitte Januar solle jede ARD-Anstalt fünf bis zehn Vorschläge machen. Zu den rund 50 Einrichtungen gehören u.a. ARD Aktuell, die Degeto und der Beitragsservice. Buhrows Kommunikations­team steht bereits und hat 15 Mitglieder, elf mehr als Amtsinhaber Ulrich Wilhelm hat. Ex-Sky-Kommunikationschef Wolfram Winter und der frühere RTL2-Sprecher Andreas Fünfgeld beraten Buhrow.
morgenpost.de (Paid)

Befreiung der Rundfunkbeitragspflicht für Nebenwohnung ist künftig einfacher.

Rundfunkbeitrag: Künftig können auch Ehepartner und eingetragene Lebenspartner eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht für eine Nebenwohnung beantragen. Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat das Befreiungsverfahren geändert und reagiert damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
dwdl.de

FDP-Politiker wollen Berichterstattung von ARD und ZDF aufteilen.

Rundfunkgebühren: Die FDP-Landesverbände in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen fordern in einem Positionspapier eine Reformierung von ARD und ZDF, schreibt "Welt". Das ZDF solle sich künftig um nationale Berichterstattung kümmern, die bereits dezentral aufgestellte ARD solle regional berichten. Flaggschiffe wie die "Tagesschau" sollen bleiben.
welt.de

Dänemark nutzt Einsparungen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern für Digitalisierung.

Dänemark: Ab 2020 wird es nur noch drei öffentlich-rechtliche Fernsehsender geben, schreibt der "Tagesspiegel". Drei Radiosender werden aus Kostengründen abgeschaltet. Danmarks Radio, Dänemarks öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, wolle die von der Regierung beschlossenen Kosteneinsparungen nutzen, um das Rundfunksystem zu reformieren: Die Programme für Kinder und junge Erwachsene werden digital fortgeführt.
tagesspiegel.de

Einnahmen aus Rundfunkbeitrag steigen 2018 leicht auf 8 Mrd Euro.

Rundfunkbeitrag: Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2018 insgesamt 8,009 Mrd Euro eingenommen. Das ist ein minimales Plus von 0,43 %, jedoch das erste seit 2014. Die Zahl der Wohnungen, deren Bewohner Rundfunkbeitrag zahlen, stieg um 1 % auf 39,5 Mio, u.a. durch einen Meldedatenabgleich.
handelsblatt.com, presseportal.de

Rundfunkanstalten wollen 3 Mrd Euro mehr für die Zeit von 2021 bis 2024.

Rundfunkbeitrag: ARD, ZDF und Deutschland­radio fordern für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 rund 3 Mrd Euro mehr, schreibt die "Medienkorrespondenz". Das wären rein rechnerisch 1,70 Euro mehr pro Monat. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die KEF das zusätzliche Geld in voller Höhe genehmigt. Die Anstalten hatten ihren Finanzbedarf im April angemeldet, aus den öffentlichen Mitteilungen ging jedoch kein konkreter Betrag hervor.
medienkorrespondenz.de

FDP blockiert Entscheidung zur Umstellung des Rundfunkbeitrags auf Index-Modell.

Rundfunkbeitrag für Zweitwohnungen fällt weg, beschließen die Ministerpräsidenten. Ihre Entscheidung, den Rundfunkbeitrag auf ein Indexmodell umzustellen, das sich an der Teuerungsrate orientiert, vertagen sie aber. Es gebe noch "offene Fragen", zudem pocht die FDP darauf, zuerst den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen neu zu definieren und weitere Spar-Potenziale zu suchen.
welt.de, daniel-bouhs.de

Hör-Tipp: Neue Online-Regeln der öffentlich-rechtlichen Sender stärken US-Plattformen.

Hör-Tipp: Daniel Bouhs und Deutschlandfunk-Moderator Tim Wiese sprechen über die Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, der ARD, ZDF und Deutschlandradio bei Facebook oder YouTube mehr Online-Inhalte einräumt - wovon die US-Plattformen profitierten. Da Personal für die Bespielung der Drittplattformen fehle, sparten die öffentlich-rechtlichen Sender bei Texten.
deutschlandfunkkultur.de (8-Min-Audio)

Wissenschaftler präsentieren Konzept für öffentlich-rechtliche Internetintendanz.

Rundfunkgebühren: Eine an das digitale Zeitalter angepasste öffentlich-rechtliche Medienplattform fordern die Wissenschaftler Christoph Bieber, Leonhard Dobusch und Jörg Müller-Lietzkow, schreibt Medienkorrespondenz. Das veröffentlichte Konzeptpapier sieht den Aufbau einer sogenannten Internetintendanz vor, die öffentlich-rechtliche Mittel für die Erstellung bestimmter Online-Inhalte vergeben solle.
medienkorrespondenz.de

Meinung: Rundfunkgebühren sind in Österreich nicht mehr zeitgemäß.

ORF 150ORF-Gesetz: Das bisherige Modell der "Zwangsgebühren" ist in Österreich nicht mehr zeitgemäß, sagt Journalist Andreas Unterberger im "FAZ"-Interview. Heute schauten insgesamt nur noch 30 % die ORF-Fernsehprogramme. Statt der Abschaffung wäre eine Gebührensenkung vorstellbar. Die Sender müssten sich stärker auf lokale Inhalte statt Promi-Klatsch fokussieren.
"FAZ", S. 15 (Paid)

Meinung: Frankreichs Politik scheitert an Rundfunkgebühr-Reform.

Frankreich: Die Versuche der Kulturminister, die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien neu zu regeln, scheitert am Widerstand von Journalistenverbänden oder Kulturgewerkschaften, schreibt Jürg Altwegg. Präsident Emmanuel Macron plane einen massiven Sparkurs. Die Schwächung der öffentlich-rechtlichen Sender spiele der "Gelbwesten"-Bewegung in die Karten, die lieber auf "Russia Today" setzten.
faz.net (Paid)

Hör-Tipp: Facebook-Rückzug des ORF ist ein heikles Signal, sagt Konrad Weber.

Hör-Tipp: Die Podcaster Levin Kubeth und Felix Ogriseck sprechen mit Konrad Weber über sein mit 30 Experten ausgearbeitetes Manifest zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien in Zeiten der Digitalisierung. Der Journalist kümmert sich um die digitale Strategie beim SRF. Es sei ein "heikles Zeichen", wenn der ORF Facebook den Rücken kehre. Öffentlich-rechtliche Inhalte sollten dort sein, wo die Menschen sind. Journalisten müssten ihre Arroganz ablegen und lernen, Themen für Social Media anders aufzubereiten.
anchor.fm (60-Min-Audio), futurepublic.media (Manifest), turi2.de (Background)


Zitat: Ein Index ist nix, sagt KEF-Chef Heinz Fischer-Heidlberger.

"Auch bei einer Indexierung muss - wie auch immer - sichergestellt werden, dass Wirtschaftlichkeitspotenziale ausgeschöpft werden."

KEF-Chef Heinz Fischer-Heidlberger sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", die Kommission halte einen automatischen Beitrags-Anstieg für problematisch. Das bisherige Modell sei "keinesfalls in der Krise".
sueddeutsche.de

Steffen Grimberg ist neuer “kress”-Kolumnist, schreibt über Rundfunk-Reform.

Kress: Steffen Grimberg ist neuer Medien-Kolumnist. In seiner ersten Kolumne analysiert er die Beschlussvorlage der Rundfunkkommission für die Reform im Juni: Sie will ARD und ZDF eine "Profilschärfung" verordnen, ab 2023 soll der Rundfunkbeitrag "mittels eines Index angepasst werden". Laut Grimberg ist fraglich, wie einig sich die Länder wirklich sind, ihre Differenzen hätten sie aber "besser versteckt als in Vorgängerpapieren".
kress.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (01/2016): Steffen Grimberg hat keine Probleme mit Seitenwechseln.

Zitat: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sieht die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender gefährdet.

"Wir glauben, dass die Beitragsfinanzierung durch 3 Mio Gebührenhaushalte eine größere Unabhängigkeit ist, als wenn man jedes Jahr zum Finanzminister um ein Budget einkommen muss."

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz beunruhigen die Pläne der österreichischen Regierung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk künftig aus dem Haushaltsbudget zu finanzieren, sagt er im Interview mit Deutschlandfunk.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Zitat: ARD-Chef Ulrich Wilhelm fordert Inflationsausgleich für Rundfunkbeitrag.

"Wenn wir den heutigen Leistungsstand in den Jahren 2021 bis 2024 halten wollen, brauchen wir dann einen Ausgleich der Teuerung – orientiert am Verbraucherpreisindex."

ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm spricht sich im "Abendblatt"-Interview für eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags und einen Inflationsausgleich aus. Sparpotentiale, die sich aus der Kooperation von ARD und ZDF ergeben, nutze man "längst".
abendblatt.de

weitere Zitate:
"Wir bewegen uns komplett im Ökosystem von Google, Facebook, Youtube und in einigen Jahren auch von chinesischen Anbietern wie Alibaba und WeChat. Wir überlassen nicht nur unsere wertvollen Inhalte, sondern auch noch unsere Nutzerdaten."

"Eine Super-Mediathek wäre mir zu kurz gegriffen. Das Thema ist wesentlich breiter und betrifft nicht nur den Rundfunk, sondern die gesamte Gesellschaft."


Aus dem turi2.tv-Archiv (11/2018): ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm will nicht nur in der Nische senden.

Zitat: Elisabeth Wehling sagt, ihr Framing-Manual sei keine Handlungsanweisung.

"Wenn man den Kontext nicht kennt, in dem damals in den Workshops mit Verantwortlichen der ARD diskutiert wurde, kann man auch einzelne Schlagwörter nicht einordnen."

Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling sagt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", ihr Framing-Manual für die ARD sei eine "Diskussionsgrundlage".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

weitere Zitate:
"Ich habe noch nie einem Kunden vorgeschrieben, was er sagen soll."

"Es geht darum, dass sich gedankliche Vielfalt zu ein und denselben Fakten in sprachlicher Vielfalt spiegeln sollte. Anders gesagt: Was man denkt, sollte man auch sagen."

WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine Framing-Sprachpolizei.

Framing-Manual: WDR-Intendant Tom Buhrow ist gegen eine interne Sprachpolizei. "Wenn nur noch bestimmte Worte benutzt werden sollen, mache ich nicht mehr mit," sagt er im "Handelsblatt"-Interview. Die Privatrundfunk-Einführung sei "ein Tritt in den Allerwertesten für die Öffentlich-Rechtlichen" gewesen, die Sender hätten sich gegenseitig aber besser gemacht.

Streaming-Angebote wie Netflix sollten nicht einseitig von US-Konzernen beherrscht werden. Doch das Streaming-Prinzip "Pay as you go" stelle alles, was solidarisch ist, infrage.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: ARD muss offener über ihr Framing sprechen, sagt Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

Hör-Tipp: Das Framing-Manual der ARD wäre wirkungsvoller gewesen, wenn die Sender "offen und transparent" erklärt hätten, wie sie sich selbst sehen, sagt Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch im Audio-Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Durch die ungewollte Veröffentlichung Dritter entstehe der Eindruck, die ARD plane eine Umerziehungsmaßnahme. Framing nutzt sprachliche Bilder, was Medien wie die "Bild" effektiv anwenden, sagt Stefanowitsch.
deutschlandfunkkultur.de (23-Min-Audio), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: ARD zahlt 120.000 Euro für umstrittenes Framing-Manual.

Zahl des Tages: Umstrittene 120.000 Euro hat die ARD für ihr Framing-Manual ausgegeben, legt die Anstalt offen. Einen Anteil von 90.000 Euro für das Papier und begleitende Workshops habe der MDR übernommen, der zur damaligen Zeit den Vorsitz der Anstalt inne hatte. Die restlichen Kosten habe das Generalsekretariat für Folgeworkshops ausgegeben.
sueddeutsche.de

Meinung: ARD hätte Framing-Manual selbst veröffentlichen sollen.

ARD: Chefredakteur Rainald Becker sagt, ein offener Umgang mit dem Framing-Manual wäre gut gewesen, die ARD habe nichts zu verbergen. Dass Netzpolitik.org das Papier veröffentlicht hat, findet er okay. Einige Reaktionen seien überzogen. Er könne keinen Skandal entdecken. Er persönlich "hätte dieses Papier aber nicht gebraucht."
welt.de, turi2.de (Background)

“Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk”: Netzpolitik.org veröffentlicht das Framing-Gutachten der ARD.

Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Programmstein: Netzpolitik.org veröffentlicht das umstrittene Framing-Gutachten der ARD mit sprachlichen Tipps für die Argumentation in Beitragsdebatten. Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling empfiehlt "moralische" Argumente statt reine Fakten und verfasst Slogans wie "Gutes sehen statt Brot und Spiele fürs Volk". Aus "urheberrechtlichen Gründen" sei die ARD gegen die Veröffentlichung des Gutachtens.

Für eine öffentliche Debatte sei es wichtig, dass sich alle Interessierten informieren könnten, argumentieren die Netzpolitik-Autoren Markus Beckedahl und Leonhard Dobusch. Das Gutachten sei zudem aus öffentlichen Geldern finanziert und damit "öffentliches Gut". In dem Framing-Handbuch beschreibt Wehling die ARD als "Fernsehen ohne Profitzensur", private "Kommerzmedien" betrieben dagegen "ungezügelt und demokratisch nicht kontrollierbaren Rundfunkkapitalismus".
netzpolitik.org, netzpolitik.org (Gutachten), turi2.de (Background)

Rundfunkbeitrag: Sahra Wagenknechts Bewegung kritisiert “Regierungsrundfunk”.

Rundfunkbeitrag: Die linke Sammlungsbewegung "Aufstehen" um Sahra Wagenknecht (Foto) wettert in einem Tweet gegen den "Regierungsrundfunk". Die politische Bewegung fordere "Bürgermedien", geringere Intendantengehälter und die Abschaffung der Rundfunkgebühren. Der Tonfall erinnere an die AfD, schreiben Twitter-User.
haz.de, taz.de, twitter.com

Meinung: ARD und ZDF verschlafen Wintersport-Events, schreibt Manuel Becker.

Sportrechte: ARD und ZDF müssen bei Sportübertragungen flexibler agieren, schreibt Manuel Becker. Die Qualifikation der Vierschanzentournee in Bischofshofen zeigen die beiden Sender nicht, da Schnee die Sprungzeiten verschiebt. Die WM-Generalprobe der Handballer verstecke das ZDF nur online. Die anhaltende Gebührendebatte sei daher nicht überraschend.
haz.de

Meinung: ZDF und ARD brauchen nicht mehr Geld.

ZDF und ARD wollen mehr Geld, was "Wiwo"-Textchef Dieter Schnaas frech findet. Zwar seien Populisten-Vorwürfe àla "Systempresse" und "Mainstream-Medien" absurd. Doch in Zeiten von Netflix, Amazon und Co bräuchten die Nutzer die Öffentlich-Rechtlichen für nichts anderes als Nachrichten, Kultur, Bildung – und das sei mit den aktuellen Geldern möglich.
wiwo.de, turi2.de (Background)

EuGH: Deutscher Rundfunkbeitrag ist rechtmäßig.

Rundfunkbeitrag nach deutscher Ausprägung ist rechtmäßig, entscheidet der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Der Umbau der Abgabe von der früheren, personengebundenen GEZ-Gebühr zum heutigen Rundfunkbeitrag, der sich pro Haushalt bemisst, stelle keine erhebliche Änderung der Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland dar, urteilen die Richter. Auch die Zwangsvollstreckung rückständiger Beiträge durch die Sender statt durch Gerichte widerspricht nicht dem EU-Recht. Das Landgericht Tübingen hatte beim EuGH Fragen eingereicht. Nun müssen deutsche Richter im Sinne der EuGH-Entscheidung urteilen.

"Klarer hätte die Entscheidung des EuGH nicht ausfallen können," kommentiert der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm das Urteil in einer Pressemitteilung. ZDF-Intendant Thomas Bellut freut sich im Sender-Statement über "Rechtssicherheit auf allen Ebenen".
bild.de, sueddeutsche.de, presseportal.de (ARD), presseportal.de (ZDF)

“Scheichlösung”: Rundfunkgebühr darf nicht von Benzinpreisen abhängen, findet Joachim Huber.

Rundfunkbeiträge an die Inflationsrate zu koppeln ist eine "Scheichlösung", kommentiert Joachim Huber. Die Höhe des Beitrages müsse auch von der Leistung der Sender abhängig sein. Kostentreiber wie Benzin hätten keine direkte Auswirkung auf rundfunkspezifische Teuerungsraten.
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Länderchefs vertagen die Entscheidung über den Rundfunkbeitrag.

Rundfunkbeitrag: Die Ministerpräsidenten konnten sich nicht auf eine neue Berechnung einigen. Im Gespräch ist z.B., die Beitragshöhe an die Inflationsrate zu koppeln, eine Mehrheit gibt es dafür aber nicht. Im Januar wollen die Länderchefs mit den Intendanten von ARD, ZDF und Deutschlandradio sprechen und sich wissenschaftliche Experten ins Boot holen.
t-online.de

“GEZ” will nicht aus den Köpfen raus, schreibt Boris Rosenkranz.

GEZ ist auch fünf Jahre nach der Umbenennung in Beitragsservice noch im Standardwortschaft vieler Redaktionen, schreibt Boris Rosenkranz. Nicht nur bei "Bild" und Focus Online war in dieser Woche vom "GEZ-Urteil" zu lesen. Der Kampfbegriff "Zwangsbeitrag" findet sich auch in den Archiven von "Tagesspiegel" oder "FAZ". Kündigungsdienste im Internet bieten sogar an, sich gegen Gebühr um die Abmeldung zu kümmern.
uebermedien.de, turi2.de (Background)