Zehntausende protestieren in Russland für Nawalny-Freilassung.

Russland: Zehntausende Menschen haben sich an Protesten beteiligt, zu denen der am Sonntag verhaftete Oppositionelle Alexej Nawalny aufgerufen hat. Videos dokumentieren, dass die Polizei teils hart gegen die Demonstrierenden vorgeht. Beobachter*innen sprechen von 2.500 Festnahmen. Seit zehn Jahren wurden in Russland nicht mehr so viele Menschen bei Protesten festgesetzt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Fontelles kritisiert die staatlichen Maßnahmen und kündigt an, am Montag mit den EU-Außenminister*innen über die Situation zu sprechen.
spiegel.de, spiegel.de (Festnahmen)

Alexej Nawalny muss in Haft.

Russland: Kreml-Kritiker Alexej Nawalny muss nach der Einreise in seinem Heimatland für 30 Tage in Haft. Ein Gericht verurteilte ihn per Eilverfahren, weil er gegen Bewährungsauflagen aus einem früheren Prozess verstoßen habe. Das Vorgehen der russischen Behörden steht international in der Kritik, auch Kanzlerin Angela Merkel und Regierungssprecher Steffen Seibert fordern Nawalnys Freilassung.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Alexej Nawalny droht Festnahme in Russland.

Home, sweet home: Alexej Nawalny droht bei seiner Rückkehr nach Russland die Festnahme, berichtet die "Tagesschau". Die russischen Behörden haben ihn zur Fahndung ausgeschrieben, weil er seinen Bewährungsauflagen aus einem früheren Verfahren wegen Geldwäsche und Untreue nicht nachgekommen sei. Ende Januar soll geklärt werden, ob Nawalnys Bewährungs- in eine Haftstrafe umgewandelt wird, zudem stehen neue Ermittlungen wegen Betrugsverdacht an.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Basta: Russische Sprachpflege.

Die Zensur, die aus der Kälte kam: Beim russischen Sportsender Match TV stehen ab sofort Anglizismen auf dem Index. Gazprom-Chef und Sender-Eigentümer Alexej Miller stößt sich etwa an Wörtern wie "Playoff", "Coach" oder "Loser". Die Kommentator*innen sollen die Begriffe ins Russische übersetzen. Den ziemlich unrussischen Eigennamen Match TV will Miller aber anscheinend nicht antasten.
sueddeutsche.de

Alexej Nawalny trickst Attentäter am Telefon aus und entlockt Geständnis.


Hochpolitischer Telefonstreich: Kremlkritiker Alexej Nawalny gelingt offenbar ein Recherche-Coup. Der Russe entlockt einem mutmaßlichen Mitglied des Teams, das den Anschlag auf ihn verübt haben soll, zahlreiche Informationen zum Attentat. Dafür gab sich Nawalny als Mitarbeiter des russischen Sicherheitsrats aus, der für einen Bericht Informationen darüber benötige, warum der Anschlag misslungen sei. Der getäuschte Chemieexperte des Geheimdienstes, Konstantin Kudrjawzew, gibt in der Folge 49 Minuten lang Informationen Preis. Kudrjawzew sagt, das Nervengift sei an Nawalnys Unterhose gewesen. Der Anschlag wäre gelungen, wenn der Oppositionspolitiker länger geflogen wäre oder nicht bereits am Flughafen medizinisch versorgt worden wäre.

Nawalny hatte zuvor bereits erfolglos andere Mitglieder des mutmaßlichen Anschlagsteams angerufen und zum Teil unter Angabe seiner wahren Identität zu Geständnissen aufgefordert. Die Namen der mutmaßlichen Attentäter sind seit dem Wochenende bekannt und gehen auf eine gemeinsame Recherche des Netzwerks Bellingcat – mit dem Nawalny auch jetzt zusammen gearbeitet hat – sowie CNN, dem "Spiegel" und dem russischen News-Portal The Insider zurück.
bellingcat.com, spiegel.de (Paid), bild.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”: Russische Agenten haben Alexej Nawalny vergiftet.

Fall Nawalny: Mindestens acht Agenten des russischen Geheimdienstes FSB waren offenbar am Giftanschlag auf den Oppositionellen und Blogger Alexej Nawalny (Foto) beteiligt, berichtet der "Spiegel". Gemeinsam mit dem Recherche-Netzwerk Bellingcat, dem russischen News-Portal The Insider und CNN hat der "Spiegel" GPS- und Standortdaten von mehr als einem Dutzend FSB-Agenten analysiert und zahlreiche Passagierlisten russischer Linienflüge ausgewertet. Demnach haben die Agenten Nawalny seit Januar 2017 verfolgt. Die Recherche-Ergebnisse seien zwar "keine endgültigen Beweise", schreibt der "Spiegel", sie ergäben aber "eine erdrückende Last an Indizien".
spiegel.de (Paid), edition.cnn.com, bellingcat.com, faz.net

Belarus: Peter Limbourg dämpft Hoffnungen auf russisches DW-Vollprogramm.

DW-Intendant Peter Limbourg hält den Ausbau russischsprachiger Online-Formate seines Senders für sinnvoll. Ein eigenes Programm hingegen sei "kostspielig" und "aufwendig". Die belarussische Oppostions­politikerin Swetlana Tichanowskaja und Christian Lindner hatten die DW aufgefordert, ein Vollprogramm auf Russisch zu starten, um den Menschen in Belarus Zugang zu unabhängigen Informationen zu verschaffen.
sueddeutsche.de

Gerhard Schröder droht “Bild” mit juristischen Schritten wegen Nawalny-Interview.

Vergiftete Stimmung: Altkanzler Gerhard Schröder will wegen Aussagen von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny juristisch gegen "Bild" vorgehen, kündigt er in einem Beitrag bei Linked-in an. Nawalny nennt Schröder im "Bild"-Interview "Laufbursche Putins" und sagt, er habe "keine Zweifel", dass Schröder von Putin "auch verdeckte Zahlungen" erhalte - jedoch habe er auch keinen Beleg dafür. Schröder nennt die Behauptung "falsch" und wirft "Bild" vor, die Aussagen verbreitet zu haben, ohne ihn um eine Stellungnahme zu bitten.
linkedin.com, dwdl.de, bild.de (Interview) via twitter.com

Russische Raumfahrtbehörde plant Film-Dreh im All.

Die Welt ist nicht genug: Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos will nächstes Jahr im Weltall drehen. Der geplante Spielfilm soll den Beruf des Kosmonauten "heroisieren" und so für die Raumfahrt werben. Der staatliche Fernsehsender Perwy Kanal produziert den Film, für den die Schauspieler*innen mit einer Sojus-Kapsel zur ISS fliegen. Auch die USA planen einen All-Streifen, Tom Cruise soll genauso an Bord sein wie Elon Musk.
spiegel.de

Autokratie in Russland endet erst, wenn Putin weg ist, meint Nawalnys Stabschef Leonid Wolkow.

Russland: Leonid Wolkow, Stabschef des vergifteten Oppositionellen Aleksej Nawalnyj, spricht im "FAZ"-Interview über das Attentat und Russlands Weg aus Putins Autokratie, in der "alles auf persönlichen Beziehungen beruht". Es gebe drei Gründe, weswegen Putin verschwinden könnte: seinen Tod, eine "Palastrevolte", wenn "für seine Elite die Nachteile der Gefolgschaft größer werden als die Vorteile", oder eine "Revolution durch eine Graswurzelbewegung". Wolkow hält das erste Szenario für das plausibelste.
faz.de (Paid)

Hör-Tipp: ARD-Korrespondent Jo Angerer sieht in Belarus kein Ende der Proteste.

Hör-Tipp: Jo Angerer, Moskau-Korrespondent der ARD, berichtet nach der Unterbrechung der Berichterstattung durch die Polizei wieder aus Minsk, sagt er im Radioeins-Medienmagazin von Jörg Wagner und Daniel Bouhs. "Es ist offensichtlich hier die Taktik, dass man so wenig Berichterstattung wie möglich haben möchte", klagt Angerer. Die Regierung könne die Protestbewegung langfristig nicht aufhalten.
wwwagner.tv (7-Min-Audio), turi2.de (Background)

Berliner Charité: Russischer Oppositioneller Nawalny wurde mit Nervenkampfstoff vergiftet.

Russland: Der Oppositionelle Alexej Nawalny ist nach Erkenntnissen der Berliner Charité mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden, teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Bundesregierung verurteile den Angriff "auf das Schärfste" und werde mit EU und Nato über eine "angemessene gemeinsame Reaktion beraten". Nawalny wird seit dem 22. August in Berlin behandelt.
zeit.de, sueddeutsche.de

ARD-Korrespondent Jo Angerer verlässt Belarus.

ARD-Korrespondent Jo Angerer verlässt Belarus und fliegt nach Deutschland, meldet die "Süddeutsche". Bis andere Optionen geprüft sind, soll das Studio in Moskau über die Lage vor Ort berichten, heißt es von der ARD. Am Wochenende hatte die Polizei in Minsk ein Kamerateam des Senders zeitweise festgehalten und den betroffenen Journalist*innen die Dreherlaubnis entzogen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Alexej Nawalny darf doch nach Deutschland ausgeflogen werden.

Jetzt aber: Alexej Nawalny, Kreml-Kritiker und Anti-Korruptions-Aktivist, darf nun doch nach Deutschland ausgeflogen werden. Zuvor hatten die Ärzte im sibirischen Omsk, wo Nawalny wegen einer möglichen Vergiftung behandelt wird, ihr Veto eingelegt: Der 44-Jährige sei nicht transportfähig. Auch die örtliche Polizei war gegen eine Verlegung in die Berliner Charité. Bezüglich Nawalnys Gesundheitszustand kam es von Seiten der russischen Ärzte und Behörden zu höchst widersprüchlichen Aussagen.

So soll Nawalny wahlweise nur an einer Stoffwechselstörung leiden oder mit einer Substanz vergiftet worden sein, die sogar sein Umfeld und das Krankenhauspersonal gefährde. Nawalnys Frau Julia Nawalnaja glaubt, die Verlegung ihres Mannes sei verzögert worden, damit die potentiell verwendete Substanz nicht mehr nachweisbar ist.

Update 22.08.2020 09:30 Uhr: Inzwischen ist der Kreml-Kritiker Nawalny in Deutschland angekommen – das bestätigen sowohl seine Sprecherin Kira Jarmysch als auch der Filmproduzent Jaka Bizilj. Die Maschine mit dem 44-Jährigen ist am Morgen in Tegel gelandet. Nawalny soll nun in der Berliner Charité behandelt werden.
sueddeutsche.de, stern.de, turi2.de (Background)

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll nach möglicher Vergiftung in Berlin behandelt werden.

Behandlung in Deutschland: Der russische Kreml-Kritiker und Anti-Korruptions-Aktivist Alexej Nawalny soll per Charter-Flugzeug nach Berlin gebracht und dort an der Charité behandelt werden. Nawalny liegt in Sibirien im Koma, seitdem er auf einem Flug über Unwohlsein geklagt und dann das Bewusstsein verloren hatte. Seine Sprecherin vermutet, er sei absichtlich vergiftet worden - Nawalny hatte kurz vor seinem Zusammenbruch schwarzen Tee getrunken.

Vorab hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel angeboten, Nawalny könne in Deutschland behandelt werden. Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron offerierte ebenfalls Hilfe, darunter die Möglichkeit auf Asyl. Die Kosten für Flug und Behandlung von Nawalny werden laut "Tagesschau" von Privatleuten bezahlt.
tagesschau.de, zeit.de, spiegel.de

Bericht: Wikileaks half Russland wissentlich bei Beeinflussung der US-Wahl.

Wikileaks Logo 150Wikileaks hat beim Versuch Russlands, die US-Präsidentenwahl 2016 zu beeinflussen, eine Schlüsselrolle gespielt, sagt ein Bericht des Geheimdienst-Ausschusses im US-Senat. Die Enthüllungsplattform habe Wladimir Putin wissentlich dabei unterstützt, sich in Computer und Netzwerke der US-Demokraten einzuhacken. WikiLeaks veröffentlichte vor der Wahl Tausende E-Mails aus Hillary Clintons Wahlkampfteam.
rp-online.de

“Handelsblatt”: Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek ist wohl in Russland.

Wirecard: Ex-Vorstand Jan Marsalek hat sich unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes GRU nach Russland abgesetzt, schreibt das "Handelsblatt". Er habe "erhebliche Summen in Form von Bitcoins" aus Dubai nach Russland transferiert. Marsalek steht im Verdacht, Geschäftszahlen von Wirecard künstlich aufgebläht zu haben. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft München vor.
handelsblatt.com

Amazon bringt seinen Cloud-Dienst nach Russland.

Russisch Duett: Amazon dringt auf den Cloud-Markt in Russland und bringt seine Tochter Amazon Web Services mit Hilfe des russischen Unternehmens Mail.ru ins größte Land der Welt. Die Partner bietet Kund*innen künftig einen einheitlichen Zugang zu Cloud-Diensten an. Internationalen Unternehmen versprechen beide einen einfacheren und zugleich der lokalen Gesetzgebung entsprechenden Zugang zum russischen Markt. Andersherum sollen Firmen aus Russland leichter auf den Weltmarkt expandieren können.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Russische Hacker und Geheimdienste arbeiten Hand in Hand.

Lese-Tipp: In der Corona-Pandemie haben die Cyber-Angriffe aus Russland zugenommen. André Ballin geht der Frage auf den Grund, was russische Hacker so erfolgreich und gefürchtet macht. Schon Ende der 1990er habe der Geheimdienst die Szene für sich entdeckt, Russlands hervorragende mathematische Ausbildung liefere die Grundlage für gute Programmier­kenntnisse. Zudem fehle es an lukrativen Verdienstmöglichkeiten auf den legalen IT-Markt.
handelsblatt.com

Russische Audi-Markenbotschafterin fällt mit rassistischen Äußerungen auf.

Volkswagen droht nach der missglückten Golf-Werbung der nächste Rassismus-Eklat: Xenija Sobtschak, Moderatorin und russische Marken­botschafterin der VW-Tochter Audi, soll sich bei Instagram wiederholt rassistisch geäußert haben, berichtet Business Insider. Schwarze US-Amerikaner habe etwa sie als "faul und dumm" bezeichnet, einen schwarzen Kellner zuvor als "Sklaven". Audi distanziert sich davon und habe Sobtschak gekündigt.
businessinsider.de, turi2.de (Background)

Basta: Putin macht die Wahl zum Russisch Roulette.

Russisch Roulette: Im Juli entscheiden die Russen über eine Verfassungsänderung. Russland verzeichnet weltweit den dritthöchsten Stand an Corona-Erkrankten. Mit einem Geschenke-Programm will die Stadt Moskau mit der Industrie- und Handelskammer zum Wählen animieren. Nicht jedes Los ist ein Treffer: Für ein Kreuz winkt ein Warenwert von bis zu 4.000 Rubel - und womöglich eine Putin-Amtszeit bis 2036.
bild.de

Zahl des Tages: WHO zählt 106.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Zahl des Tages: Rund 106.000 Corona-Neuinfektionen zählt die WHO innerhalb von 24 Stunden. Mehr gab es im selben Zeitraum noch nie. Insgesamt zwei Drittel der Neuinfektionen entfallen auf die USA, Russland, Brasilien und Großbritannien. Während die Politik die Corona-Regeln hierzulande zusehends lockert, zeigt die Zahl: Die Krise ist noch nicht überstanden – nirgendwo auf der Welt.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Alice Bota beschreibt, wie Putin die Krise schadet.

Lese-Tipp: Alice Bota beschreibt in einem zwanzig Amtsjahre überspannenden Porträt, wie sich Wladimir Putin vom Ex-Geheimdienstler mit tadellosem Ruf zum zunehmend weltfremd wirkenden Autokraten entwickelte – und ihm auf dem Höhepunkt der Macht Corona in die Quere kommt. Der Kreml gleiche inzwischen einer "Blackbox", Putin werde in der Krise sein unterwürfiger Hofstaat zum Verhängnis, der ihm eingeschüchtert und untertänigst nur seinem Weltbild konforme Nachrichten übermittle, während die Russen die Wirtschaftskrise fürchten.
"Zeit" 21/2020, S. 4 (Paid)

Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, schreibt für Russia Today.

Russia Today heuert Karin Kneissl, Ex-Außenministerin von Österreich, als Kolumnistin an. Kneissl hat sich zuletzt öffentlich beschwert, trotz null Einkommen wegen der Krise kein Geld aus dem Härtefallfonds für Selbstständige zu bekommen. Ihre erste Kolumne bei RT dreht sich um die Zukunft des Autos. Putin war 2018 Ehrengast bei Kneissls Hochzeit.
derstandard.de, sueddeutsche.de

Ermittler spüren Haupttäter von Bundestag-Hack 2015 auf.

Liebesgrüße Hackergrüße aus Moskau: Das Bundeskriminalamt hat den mutmaßlichen Haupttäter des Angriffs auf die IT-Systeme des Bundestags 2015 ausgemacht, berichten der "Spiegel" sowie NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung". Es soll sich um einen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU namens Dimitri Badin handeln. Der Bundesgerichtshof habe einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er eine entscheidende Rolle beim Hackerangriff gespielt habe. Er soll eine eigens entwickelte Schadsoftware eingesetzt und gesteuert haben, die dazu diente, Passwörter abzugreifen, um so noch tiefer in das System einzudringen. Dabei wurden insgesamt 16 GB an Daten gestohlen.

Auch das FBI fahndet fahndet bereits seit zwei Jahren nach Badim sowie weiteren Angehörigen der russischen Hackergruppe APT 28, alias "Fancy Bear". Die Gruppe wird der GRU zugerechnet und soll an den Hackerangriffen auf die Demokratische Partei im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016, die Welt-Dopingagentur und die Organisation für das Verbot chemischer Waffen beteiligt gewesen sein.
spiegel.de, tagesschau.de, sueddeutsche.de

Russland erweitert sein Fake-News-Gesetz um Corona-Begriffe.

Russland verschärft in der Corona-Krise sein umstrittenes Fake-News-Gesetz. Informationen, die die russische Generalstaatsanwaltschaft für falsch hält und "als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung" einordnet, sind strafbar. Ab sofort werden auch Worte wie "Pandemie" und "Corona" erfasst. Mehrere private Nutzer, die Corona-Posts verfasst haben, müssen Geldstrafen zahlen.




deutschlandfunk.de

Sicherheitsbehörden warnen vor Corona-Propaganda aus Russland und der rechtsextremen Szene.

Corona-Propaganda: Rechtsextreme aus Deutschland und auch russische Staatsmedien versuchen von der Corona-Krise zu profitieren, schreibt die "Zeit" und beruft sich unter anderem auf den Europäischen Auswärtigen Dienst und den Verfassungsschutz. In Online-Medien und Chatgruppen würden die Kräfte Falschmeldungen verbreiten, um das Vertrauen in die staatlichen Organe zu zerstören und unter anderem Migranten als Überträger des Virus zu brandmarken.
zeit.de (Paid)

Chefredakteur der türkischen “Sputnik”-Ausgabe wurde temporär festgenommen.

Pressefreiheit: Die türkische Polizei hat Mahir Boztepe, Chefredakteur der türkischen Ausgabe des russischen Staatsmediums Sputnik, temporär festgenommen. Auch drei Journalisten von Sputnik seien nach Einbrüchen zeitweise von der Polizei festgehalten worden. Hintergrund der Festnahmen seien die politischen Spannungen in Nordsyrien zwischen Ankara und Moskau.
derstandard.at, sputniknews.com

Meinung: “Berliner Zeitung” verbreitet “Staatspropaganda” schreibt Ulrike Simon.

Berliner Zeitung nutzt Material der staatlichen Nachrichten-Agenturen aus Russland und China als "normale Quellen", beobachtet Ulrike Simon und wirft dem Blatt vor, "Staatspropaganda" zu verbreiten. Für einen Bericht über Syrien dient u.a. die russische Agentur Tass als Quelle, als Beleg für Wirtschaftswachstum in China zitiert die "Berliner Zeitung" die chinesischen Agentur Xinhua. Herausgeber Michael Maier sieht darin kein Problem.
horizont.net, twitter.com/ulrikesimon

Lese-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” über Pressefreiheit in Ungarn, Frankreich und Co.

Lese-Tipp: Autor*innen der "Süddeutschen Zeitung" schreiben über das schwierige Verhältnis von Politik und Presse. Ungarn etwa sei ein Extremfall, Russland bedrohlich. In Großbritannien eifere Johnson Trump nach, in Frankreich schwanke Macron zwischen "überheblichem Wegschauen und versuchter Anbiederung".
sueddeutsche.de

Medien sollten die Radikalität aus dem Netz nicht übernehmen, warnt Schröder.

Bild: Gerhard Schröder wirft dem Boulevardblatt im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor, Formen von Diffamierung aus den sozialen Medien in den Printbereich zu übertragen. Dies sei kein Erfolgsrezept gegen sinkende Auflagen. Medien sollten die "Radikalität" nicht überbieten, diesen Wettbewerb könne der Journalismus nie gewinnen. Der Ex-Kanzler brauchte einst "nur 'Bild', 'BamS' und Glotze" zum Regieren.
noz.de

Russlands kritische Stimmen wandern ins Netz.

Russland: Kritische Medien wandern zunehmend ins Internet, während sich die klassischen Medien anpassen, schreibt Silke Bigalke. Das Netz sei derzeit voll von Regierungskritik, allerdings versuche der Staat die Kontrolle zu erhöhen. Journalisten geraten zunehmend unter Druck - auch wenn sie sich nicht mit dem Kreml beschäftigen. Druck würden auch Behörden unterhalb der höchsten Ebene ausüben.
sueddeutsche.de

Kreml und ausländische Investoren streiten um die Kontrolle bei Yandex.

Yandex ist in Russland der dominierende Internetdienst, schreiben Paul Katzenberger, Valentin Dornis und Clara Lipkowski. Dadurch besitze der Konzern die Daten von Millionen Russen. Das mache ihn auch für den Kreml interessant. Der Staatsführung sei es ein Dorn im Auge, dass Yandex viele ausländische Investoren hat. Die Regierung versuche deren Einfluss zu reduzieren, während Yandex versucht, nicht zu stark unter Einfluss des Staates zu gelangen.
sueddeutsche.de (Paid)

Staat und Opposition in Russland leisten sich einen technischen Rüstungskampf.

Russland: Der Staat und oppositionelle Kräften betreiben einen technischen Rüstungswettlauf, berichtet Pavel Lokshin. Während die Putin-Getreuen mit zunehmender Überwachung und Urteilen am Fließband die Kritiker in Griff bekommen wollen, setzen die Gegner auf Chatbots und automatische Verfahren, um schneller Klagen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte e8inreichen zu können.
"Welt", S.7 (Paid)

Russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google wegen Wahlwerbung.

Russisch Roulette für Meinungsfreiheit: Die russische Medienaufsicht rügt Facebook und Google, die am Sonntag bei lokalen Wahlen u.a. in Moskau entgegen der Verbote politische Werbung zugelassen haben. Die Behörde sieht darin einen Eingriff in die "souveränen Rechte Russlands", was als "Behinderung demokratischer Wahlen" gesehen werde.

Eine Kommission im Parlament wolle prüfen, ob ausländische Kräfte versuchten, die Wahl zu beeinflussen. In der russischen Hauptstadt hat es in der Vergangenheit regierungskritische Demonstrationen gegeben, die sich gegen den Ausschluss oppositioneller Kandidaten richteten.
handelsblatt.com, onvista.de

Der Deutsche Welle droht der Verlust der Sendelizenz in Russland.

Russland droht der Deutschen Welle mit dem Entzug der Sendelizenz, berichtet Frank Herold. Das Außenministerium wirft dem Sender Einmischung in innere Angelegenheiten an. Am Mittwoch waren Sendervertreter vor einen Parlamentsausschuss vorgeladen worden. Die Deutsche Welle erschien nicht, da sie sich nicht erpressen lassen wolle, wie Intendant Peter Limbourg sagt. Der Sender sei jedoch Gesprächsbereit, sofern sich beide Seiten auf die Rahmenbedingungen eines Dialogs einigten.
tagesspiegel.de