Zitat: Journalistischer Sparkurs ist keine Option, sagt Republik-Gründerin Clara Vuillemin.

"Wir wollen nicht nur für einen exklusiven, abgeschotteten Kreis arbeiten. Die Bezahlschranke brauchen wir aber, um uns zu finanzieren."

Republik-Gründerin Clara Vuillemin sagt im "taz"-Interview, dass sie trotz Schwierigkeiten, das Schweizer Onlinemagazin zu finanzieren, keinen Sparkurs fahren will. Im Zweifelsfall beende sie es lieber, statt die Qualität runterzuschrauben.
taz.de

“Neue Zürcher Zeitung” überlässt der Zentralbibliothek Zürich das Archiv.

NZZ Neue Zürcher Zeitung 150Schweiz: Die "Neue Zürcher Zeitung" verschenkt zum 240. Geburtstag den Großteil des Printarchivs an die Zentralbibliothek Zürich. Die Zeitung spare künftig Lagerkosten, sämtliche Ausgaben bis zum 1780 sind digitalisiert worden. Das Archiv umfasst neben den historischen Zeitungen auch Mikrofilme, Fotonegative und Spezialausgaben.
persoenlich.com

NZZ: Köppel-Wochenblatt profitiert finanziell von “unkritischen Haltung gegenüber Peking”.

Weltwoche: Das ansonsten straff konservative Magazin von Ex-"Welt"-Chefredakteur Rogel Köppel berichtet "auffallend unkritisch" über die Volksrepublik China und macht womöglich deshalb gute Geschäfte mit chinesischen Anzeigenkunden, schreiben Simon Hehli und Daniel Gerny in der "NZZ". Sie zitieren aus Kopien von E-Mails, die nahelegen sollen, dass die chinesische Botschaft chinesischen Firmen eine "Übernahme der Kosten für Werbung" in der "Weltwoche" in Aussicht gestellt habe.
nzz.ch

Schweizer Medien-Startup Republik hat ein Loch in der Kasse.

Republik, crowd-finanziertes Schweizer Medien-Startup, kämpft ums Überleben. In einer Mail offenbart Republik den Unterstützern ein "Loch in der Kasse", das Projekt sei "viel langsamer gewachsen als geplant", zudem habe man "seit dem Start einiges vermasselt". Sollten bis Ende März 2020 nicht 2,2 Mio Franken und 19.000 Abonnenten zusammenkommen, stehe die geordnete Auflösung an.
persoenlich.com, project-r.construction

Schweizer Reporter plant eine gemeinsame Plattform für Qualitätsmedien.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Hannes Grassegger, Reporter beim Magazin des "Tages-Anzeiger", plant eine öffentlich-rechtliche Plattform für Schweizer Qualitätsmedien, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Das Generalabonnement spielt Nutzern mit einem Algorithmus personalisierte Inhalte verschiedener Medien zu. Die Infrastruktur der Plattform könnte von der SRG stammen.
sueddeutsche.de

Blick TV von Ringier soll spätestens im Februar 2020 starten.

Blick TV, Ringiers digitaler Sender in der Schweiz, soll spätestens im Februar 2020 auf Sendung gehen, schreibt die "NZZ am Sonntag". Blick TV setzt den Fokus auf die Videonutzung per Smartphone und kooperiert mit CNN. Die 48 Mitarbeiter sollen in spätestens drei Jahren profitabel arbeiten, kalkuliere Ringier.
nzz.ch (Paid), persoenlich.com, turi2.de (Background)

Schweizer “Bilanz” kommt online hinter die Paywall.

Ringier Axel Springer degradiert das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" online zur Unterseite von Handelszeitung.ch. Der Verlag will das nicht als Sparmaßnahme verstehen, sondern redaktionell aufstocken. Ein Großteil der "Bilanz"-Artikel soll hinter der Paywall verschwinden. Gedruckt bleibt "Bilanz" eigenständig. Der deutschen Ausgabe hat Springer bereits den Stecker gezogen.
persoenlich.com, handelszeitung.ch, turi2.de (Background)

“NZZ” startet wöchentlichen Newsletter NZZ Asien.

NZZ verschickt jeden Dienstag einen Asien-Newsletter für Entscheider in Wirtschaft und Politik. Im deutschsprachigen Raum gebe es bisher kaum journalistisch aufbereitete, fundierte Analysen, sondern interessengetrieben oder technisch angelegte Angebote, sagt Matthias Kamp, Leiter von NZZ Asien. Die Inhalte recherchiert das Team exklusiv für den Newsletter. Die "NZZ" will später einen passenden wöchentlichen Podcast und Events anbieten.
nzz.ch

Linke Wochenzeitung bekommt eine Absage vom Weltwirtschaftsforum.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die linke Wochenzeitung WOZ erhält keinen Zutritt zum Weltwirtschaftsforum 2020 in Davos. Als Grund werde der abgelaufene Akkreditierungsschluss genannt, obwohl die Zeitung nach eigener Aussage die Anfrage rechtzeitig eingereicht habe. Das Weltwirtschaftsforum bevorzuge laut Absage Medien, mit denen es "zusammenarbeite".
woz.ch, persoenlich.com

“NZZ” startet 2020 einen täglichen Podcast.

NZZ holt Benedikt Hofer, 30, Nadine Landert, 30, Olga Scheer, 28, und David Vogel, 41, als Podcast-Team, das ab Frühjahr 2020 einen täglichen Podcast produzieren soll. Die "NZZ"-Redakteure arbeiten themenbezogen mit. Der Podcast beleuchtet in zehn Minuten "ein internationales Schwerpunktthema aus Politik und Wirtschaft" und richtet sich an Zuhörer aus der Schweiz und Deutschland. Hofer und Vogel kommen vom SRF, Landert von Radio 1, Scheer aus dem "NZZ"-Ressort Wirtschaft.
horizont.net

“Schweizer Illustrierte” und “L’illustré” kooperieren enger und erscheinen im gleichen Layout.

Ringier Axel Springer: Die Schweizer Illustrierte und ihr französischsprachiges Schwesterblatt L'illustré nähern sich optisch und inhaltlich einander an. Beide erscheinen künftig mit ähnlichem Logo, gleichen Schriften und Rubriken. Auch inhaltlich wollen sich die Redaktionen stärker austauschen und zu großen Interviews im Doppelpack auftreten.
ringieraxelspringer.ch

SRF will die regionalen Online-Auftritte einstellen.

SRF beschließt "eine weitere Zentralisierung", schreibt die Schweizer "Sonntagszeitung". Demnach sollen die regionalen Internetportale und Facebook-Seiten eingestellt werden. Die SRF-Führung teile in einer Mitarbeiterinformation mit, dass eine "umfassende quantitative Analyse" ergeben habe, dass die regionalen Artikel kaum Reichweite generierten.
tagesanzeiger.ch (Paid) via persoenlich.com

Philipp Keel will mit Mehrheit am Diogenes-Verlag deren Unabhängigkeit sichern.

Diogenes-Verlag: Philipp Keel (Foto), Sohn des Diogenes-Gründers Daniel Keel, spricht im "FAZ"-Interview über seinen Kampf um die Mehrheit am Schweizer Verlag. Nach dem Tod von Rudolf Bettschart, Ex-Geschäftspartner des Verlaggründers, wollte Philipp Keel die Anteile übernehmen, um die Unabhängigkeit des Verlages zu sichern.
"FAZ", S. 9 (Paid)

Blick TV präsentiert Schweizer Moderatorenteam.

Blick TV, Ringiers digitaler Sender in der Schweiz, engagiert als Moderatoren den Ex-SRF-Moderator Reto Scherrer, die Ex-Telebasel-Moderatorin Lena Wilczek (Foto), den Ex-Radiomoderator Damian Betschart, den Ex-TeleZüri-Moderator Nico Nabholz, Marketing-Agentur-Inhaberin Sylwina Spiess sowie Simone Stern, zuletzt u.a. wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Schweizer Armee. Blick TV geht im 1. Quartal 2020 on-air.
ringier.ch

Thomas Huber, Jan-Erik Baars und Philipp Thesen gründen Agentur.

Prenew heißt die Beratungsagentur für den digitalen Wandel, die PR-Stratege Thomas Huber (Foto), 52, Design-Professor Jan-Erik Baars, 54, und Design-Professor Philipp Thesen, 42, gemeinsam in der Schweiz gegründet haben. Baars und Thesen kennen sich von der Zusammenarbeit bei der Telekom. Zu den ersten Kunden zählen Bosch Siemens Hausgeräte, die Hamburger Hochbahn und ProSiebenSat1. Die Gründer planen neben dem Büro in Zürich weitere in Berlin und Tel Aviv.
horizont.net, medium.com

“NZZ” und “FAZ” beenden ihre inhaltliche Kooperation.

NZZ und FAZ haben ihre redaktionelle Kooperation beendet. Sie zielte darauf ab, mit gemeinsamen Korrespondenten in Russland und Japan kostensparend, aber tiefgründig zu berichten. Beide Verlage äußern sich nicht zu Gründen. Die Schweizer "Handelszeitung" vermutet Zwist, weil die "NZZ" in Deutschland "eine forsche Expansionsstrategie verfolgt" und der "FAZ" womöglich Leser abjage. Die "NZZ" will nun ihre Kooperation mit dem "Handelsblatt" ausbauen.
handelszeitung.ch

NZZ lässt sich von AfD und Shitstorms leiten, meint Daniel Binswanger.

NZZ positioniert sich zunehmend shitstorm­getrieben auf dem deutschen Markt, analysiert Daniel Binswanger. Sie unterstütze die Gemäßigten innerhalb der AfD, Chefredakteur Eric Gujer gehe mit seinen Kommentaren an die Grenzen dessen, was auf dem Boden einer liberal-demokratischen Grundhaltung steht. Binswanger vermisst klare publizistische Linien und sieht ein Unternehmen, das die Grenzen des politischen Anstands austestet.
republik.ch


Verlage und Digitalunternehmen gründen Austauschforum OP next.

Online-Publisher im deutschsprachigen Raum haben den Verein OP next gegründet, in dem sie sich über digitale Produktentwicklungen austauschen wollen. Die Plattform richtet sich an Publisher, die überregional journalistische Digitalprodukte herausgeben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. "Spiegel", "Standard", Golem.de, Gruner + Jahr, die "Neue Zürcher Zeitung", Tamedia und Zeit Online.
opnext.info

Facebook gründet für seine Payment-Pläne die Firma Libra Networks.

Facebook-LogoFacebook entwickelt seinen eigenen Coin offenbar in der Schweiz mit der Tochterfirma Libra Networks, schreibt Reuters. Sie soll alles für das eigene Bezahlsystem entwickeln: Laut Firmenstatut kümmert sich Libra Networks um Finanz- und Technologiedienstleistungen und die damit verbundene Soft- und Hardware. Zuckerbergs Payment-Pläne sind schon länger bekannt, er will die Währung an den Dollar knüpfen und zu Beginn wohl eine Mrd Coins ausgeben.
reuters.com, handelszeitung.ch

Schweden rollt Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Assange neu auf.

Julian Assange erwarten erneute Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft in Schweden nimmt ein 2017 eingestelltes verfahren wieder auf. Julian Assange war im April, nach Verlassen der ecuadorianischen Botschaft in London, festgenommen worden. Er streitet die Vergewaltigung ab.
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Zeit” testet eine transalpine Ausgabe.

Zeit erscheint diese Woche in der Schweiz mit einem achtseitigen Alpen-Zeitungsbuch. Unter Leitung von Schweiz-Bürochef Matthias Daum testet das Team eine transalpine Perspektive auf die Dinge. In Österreich, Bayern und Baden-Württemberg erscheint "Zeit Alpen" in der Digitalausgabe, nicht gedruckt. Die Idee entstand aus dem transalpinen Podcast Servus. Grüezi. Hallo. heraus.
zeit-verlagsgruppe.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt. (Dezember 2018)

Roger Schawinski und Markus Somm setzen ihre Schweizer Radio-Show fort.

Schweiz: Roger Schawinski (Foto) und Markus Somm setzen ihre gemeinsame Radio-Show nach einer persönlichen Aussprache fort. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutierten zuvor über den Mueller-Bericht zu Donald Trump und brachen die Sendung nach einem Brüll-Duell ab. Das "Reizthema Donald Trump" wollen sie "dieses Mal umschiffen", teilt Radio 1 mit.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Basta: Roger Schawinski und Markus Somm beenden Sendung mit Brüll-Duell.

Dumm bisch du gsi! Roger Schawinski und Markus Somm haben ihre gemeinsame Schweizer Radio-Show womöglich live on air beerdigt. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutieren über den Mueller-Bericht zu Donald Trump. Aber plötzlich ist es vorbei mit der Schweizer Gemütlichkeit – die Sendung wird nach einem Brüll-Duell abgebrochen.
soundcloud.com (88-Sekunden-Audio) via persoenlich.com

Meinung: Schweizer Supermarkt-Duopol könnte kritische Berichterstattung ausbremsen.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die Supermärkte Migros und Coop dominieren den Lebensmitteleinzelhandel und gehören zu den wichtigsten Werbekunden der Printmedien, schreibt Isabel Pfaff. Das Schweizer Supermarkt-Duopol erreicht einen Marktanteil von mehr als 70 % - in Deutschland kommen Edeka und Rewe zusammen auf nur 40 %. Eine kritische Berichterstattung sei angesichts der Dominanz im Schweizer Werbemarkt gefährdet.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27

Hör-Tipp: Facebook-Rückzug des ORF ist ein heikles Signal, sagt Konrad Weber.

Hör-Tipp: Die Podcaster Levin Kubeth und Felix Ogriseck sprechen mit Konrad Weber über sein mit 30 Experten ausgearbeitetes Manifest zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien in Zeiten der Digitalisierung. Der Journalist kümmert sich um die digitale Strategie beim SRF. Es sei ein "heikles Zeichen", wenn der ORF Facebook den Rücken kehre. Öffentlich-rechtliche Inhalte sollten dort sein, wo die Menschen sind. Journalisten müssten ihre Arroganz ablegen und lernen, Themen für Social Media anders aufzubereiten.
anchor.fm (60-Min-Audio), futurepublic.media (Manifest), turi2.de (Background)