“NZZ” und “FAZ” beenden ihre inhaltliche Kooperation.

NZZ und FAZ haben ihre redaktionelle Kooperation beendet. Sie zielte darauf ab, mit gemeinsamen Korrespondenten in Russland und Japan kostensparend, aber tiefgründig zu berichten. Beide Verlage äußern sich nicht zu Gründen. Die Schweizer "Handelszeitung" vermutet Zwist, weil die "NZZ" in Deutschland "eine forsche Expansionsstrategie verfolgt" und der "FAZ" womöglich Leser abjage. Die "NZZ" will nun ihre Kooperation mit dem "Handelsblatt" ausbauen.
handelszeitung.ch

NZZ lässt sich von AfD und Shitstorms leiten, meint Daniel Binswanger.

NZZ positioniert sich zunehmend shitstorm­getrieben auf dem deutschen Markt, analysiert Daniel Binswanger. Sie unterstütze die Gemäßigten innerhalb der AfD, Chefredakteur Eric Gujer gehe mit seinen Kommentaren an die Grenzen dessen, was auf dem Boden einer liberal-demokratischen Grundhaltung steht. Binswanger vermisst klare publizistische Linien und sieht ein Unternehmen, das die Grenzen des politischen Anstands austestet.
republik.ch


Verlage und Digitalunternehmen gründen Austauschforum OP next.

Online-Publisher im deutschsprachigen Raum haben den Verein OP next gegründet, in dem sie sich über digitale Produktentwicklungen austauschen wollen. Die Plattform richtet sich an Publisher, die überregional journalistische Digitalprodukte herausgeben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. "Spiegel", "Standard", Golem.de, Gruner + Jahr, die "Neue Zürcher Zeitung", Tamedia und Zeit Online.
opnext.info

Facebook gründet für seine Payment-Pläne die Firma Libra Networks.

Facebook-LogoFacebook entwickelt seinen eigenen Coin offenbar in der Schweiz mit der Tochterfirma Libra Networks, schreibt Reuters. Sie soll alles für das eigene Bezahlsystem entwickeln: Laut Firmenstatut kümmert sich Libra Networks um Finanz- und Technologiedienstleistungen und die damit verbundene Soft- und Hardware. Zuckerbergs Payment-Pläne sind schon länger bekannt, er will die Währung an den Dollar knüpfen und zu Beginn wohl eine Mrd Coins ausgeben.
reuters.com, handelszeitung.ch

Schweden rollt Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Assange neu auf.

Julian Assange erwarten erneute Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft in Schweden nimmt ein 2017 eingestelltes verfahren wieder auf. Julian Assange war im April, nach Verlassen der ecuadorianischen Botschaft in London, festgenommen worden. Er streitet die Vergewaltigung ab.
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Zeit” testet eine transalpine Ausgabe.

Zeit erscheint diese Woche in der Schweiz mit einem achtseitigen Alpen-Zeitungsbuch. Unter Leitung von Schweiz-Bürochef Matthias Daum testet das Team eine transalpine Perspektive auf die Dinge. In Österreich, Bayern und Baden-Württemberg erscheint "Zeit Alpen" in der Digitalausgabe, nicht gedruckt. Die Idee entstand aus dem transalpinen Podcast Servus. Grüezi. Hallo. heraus.
zeit-verlagsgruppe.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Wie "Zeit"-Chef Rainer Esser Print- und Anzeigen-Krise trotzt. (Dezember 2018)

Roger Schawinski und Markus Somm setzen ihre Schweizer Radio-Show fort.

Schweiz: Roger Schawinski (Foto) und Markus Somm setzen ihre gemeinsame Radio-Show nach einer persönlichen Aussprache fort. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutierten zuvor über den Mueller-Bericht zu Donald Trump und brachen die Sendung nach einem Brüll-Duell ab. Das "Reizthema Donald Trump" wollen sie "dieses Mal umschiffen", teilt Radio 1 mit.
persoenlich.com, turi2.de (Background)

Basta: Roger Schawinski und Markus Somm beenden Sendung mit Brüll-Duell.

Dumm bisch du gsi! Roger Schawinski und Markus Somm haben ihre gemeinsame Schweizer Radio-Show womöglich live on air beerdigt. Der frühere Sat.1-Chef und der Ex-Verleger diskutieren über den Mueller-Bericht zu Donald Trump. Aber plötzlich ist es vorbei mit der Schweizer Gemütlichkeit – die Sendung wird nach einem Brüll-Duell abgebrochen.
soundcloud.com (88-Sekunden-Audio) via persoenlich.com

Meinung: Schweizer Supermarkt-Duopol könnte kritische Berichterstattung ausbremsen.

SCHWEIZ_FLAGGE_150Schweiz: Die Supermärkte Migros und Coop dominieren den Lebensmitteleinzelhandel und gehören zu den wichtigsten Werbekunden der Printmedien, schreibt Isabel Pfaff. Das Schweizer Supermarkt-Duopol erreicht einen Marktanteil von mehr als 70 % - in Deutschland kommen Edeka und Rewe zusammen auf nur 40 %. Eine kritische Berichterstattung sei angesichts der Dominanz im Schweizer Werbemarkt gefährdet.
"Süddeutsche Zeitung", S. 27

Hör-Tipp: Facebook-Rückzug des ORF ist ein heikles Signal, sagt Konrad Weber.

Hör-Tipp: Die Podcaster Levin Kubeth und Felix Ogriseck sprechen mit Konrad Weber über sein mit 30 Experten ausgearbeitetes Manifest zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien in Zeiten der Digitalisierung. Der Journalist kümmert sich um die digitale Strategie beim SRF. Es sei ein "heikles Zeichen", wenn der ORF Facebook den Rücken kehre. Öffentlich-rechtliche Inhalte sollten dort sein, wo die Menschen sind. Journalisten müssten ihre Arroganz ablegen und lernen, Themen für Social Media anders aufzubereiten.
anchor.fm (60-Min-Audio), futurepublic.media (Manifest), turi2.de (Background)


Schweizer Zeitungen verlagern Arbeit nach Bosnien.

CH Media, entstanden aus der Fusion der NZZ Regionalmedien und AZ Medien, lässt Blätter wie die "Luzerner Zeitung" oder das "St. Gallener Tagblatt" seit 2017 in Bosnien Korrektur lesen. Die deutsche Firma Tool-E-Byte beschäftigt dort frühere Flüchtlinge, die noch fließend Deutsch sprechen, aber nur ein Zehntel eines Schweizer Korrektors verdienen. Tool-E-Byte erwartet bald weitere Kunden – auch ein deutscher Verlag erwäge, sein Korrektorat nach Bosnien zu verlagern.
"Süddeutsche Zeitung", S. 31

Digitalchef Philipp Scheidegger und Video-Chef Sebastian Pfotenhauer verlassen “Blick”.

Ringier baut die "Blick"-Gruppe um und gliedert sie künftig in die Bereiche Business, unter Leitung von Alexander Theobald, Digital (Peter Wälty) und Content (Christian Dorer). Die Geschäftsführung bleibt. Digitalchef Philipp Scheidegger (Foto) verlässt das Unternehmen, bleibt aber noch bis September als Projektbetreuer. Video-Chef Sebastian Pfotenhauer wechselt unabhängig davon als Head of Video zu Storymachine.
persoenlich.com

Schweiz: Amazon scheitert an helvetischen Eigenheiten, schreibt Thorsten Firlus-Emmrich.

Amazon verderben Logistikprobleme, Zollauflagen und die strenge Steuerpolitik für ausländische Firmen das Schweizer Geschäft, schreibt Thorsten Firlus-Emmrich. Kunden erhalten von der Schweizer Post keine Waren aus dem Marketplace, weil das Lieferabkommen nur bei Amazon-Artikeln greife. Der Marketplace gilt weltweit als Amazons größter Wachstumstreiber.
wiwo.de

Zitat: Ladina Heimgartner muss sich beim SRG in doppelter Hinsicht Gehör verschaffen.

"Ich muss mich laufend mit den Fragen auseinandersetzen: Wann und wie sage ich etwas, damit die Erfolgschance am größten ist, dass es gehört wird?"

Ladina Heimgartner, stellvertretende SRG-Generaldirektorin, tritt als einzige Frau in der SRG-Geschäftsleitung immer in doppelter Rolle auf – als Mitglied eines Gremiums und als Frau.
persoenlich.com

Schweizer “Weltwoche” arbeitet Relotius-Beiträge auf.

Weltwoche kommt mit der Aufarbeitung ihrer Relotius-Beiträge nur schleppend hinterher, schreibt die rechtskonservative Schweizer Wochenzeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Zwischen 2012 und 2016 hat die Weltwoche 25 Interviews, eine Reportage sowie zwei Nachrufe von Claas Relotius abgedruckt. Acht Interviewte hätten bestätigt, mit Relotius gesprochen zu haben, zwei davon haben auch den Inhalt als korrekt bestätig. Die Kontaktaufnahme mit Relotius selbst war bisher erfolglos.
weltwoche.ch via persoenlich.com

Marcus Hebein wird Chefredakteur von Keystone-SDA.

Keystone-SDA, Schweizer Nachrichten­agentur, stellt einen Österreicher an ihre Spitze: Marcus Hebein, zuletzt Vize-Chefredakteur der Apa, wird als Leiter Multimedialer Newsroom de facto Chefredakteur. Die Stelle ist seit dem Abgang von Bernard Maissen Ende 2017 unbesetzt. Die Vize-Chefs hatten übernommen und unterstehen Hebein künftig.
persoenlich.com, presseportal.de

Tamedia löst Druck-Vorproduktion auf, 17 Stellen fallen weg.

Tamedia löst bis Mitte 2019 seine Druckvorproduktion Prepress in Zürich und Lausanne auf und verteilt die Aufgaben auf andere Einheiten. 17 Stellen fallen weg: Bis zu acht Kündigungen und neun vorzeitige Pensionierungen plant das Unternehmen. Bildverarbeitung, Anzeigenumbruch und Produktkoordination sollen andere Abteilungen bei Tamedia zusätzlich übernehmen. Grafik und Anzeigenproduktion will Tamedia anteilig auslagern, wie es zum Teil bereits jetzt der Fall ist.
tamedia.ch

Meinung: Republik arbeitet journalistisch fundiert, hat aber finanzielle Probleme.

Republik, Schweizer Online-Magazin, hat sich ein Jahr nach dem Start in der Schweiz etabliert, beobachtet Brigite Baetz. Finanziell laufe es hingegen nicht so rosig – das Online-Magazin sitzt im ersten Jahr auf einem Minus von rund 2,5 Mio Euro. Daran sei vor allem der eigene Anspruch schuld, denn Qualität im Journalismus sei personalintensiv und deshalb teuer.
deutschlandfunk.de

Watson.ch beendet Kooperation mit Spiegel Online – wechselt zu T-Online und Zeit.de.

Partnertausch: Das Schweizer News-Portal Watson bezieht Inhalte – vor allem zu Auslands-Themen – seit Jahresbeginn von T-Online, das auch den deutschen Watson-Ableger betreibt, und Zeit Online. Die neue Kooperation ersetzt die bisherige Zusammenarbeit mit Spiegel Online. Laut Pressemitteilung sind der Online-Ableger der "Zeit" und die Ströer-Tochter "schon länger unsere Wunschpartner für eine vertiefte Zusammenarbeit", sagt Watson-Chef Michael Wanner.
per Mail

Scope schließt Portal, konzentriert sich auf Firmenkunden.

Scope, Newsaggregator von Peter Hogenkamp, stellt den Kuratier-Dienst für Privatkunden ein. Scope konzentriert sich nun auf Firmenkunden, die die hauseigene Kuratier-Software im Mietmodell nutzen. Das Geschäft mit Privatkunden rechne sich nicht, Newsportal, Apps und Newsletter werden eingestellt. Scope wurde 2015 unter dem Namen Niuws gegründet.
per Mail

Aus dem Archiv: Peter Hogenkamp spricht 2015 bei turi2.tv übers Scheitern.

SRF sollte weiter Meinungsjournalismus machen, findet Otfried Jarren.

Journalismus: Die designierte SRF-Direktorin Nathalie Wappler will auf Meinungsjournalismus verzichten, Kommunikationswissenschaftler Otfried Jarren findet das unverständlich. Es sei Aufgabe der Journalisten, Watchdog, kritisch und "keine Sprachrohre" zu sein. Nutzer müssten zudem nicht einfach rezipieren, was man ihnen vorsetze, sondern könnten frei wählen.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)