Justizminister der Länder fordern eine Anzeigepflicht für Hasskommentare.

Hasskommentare: Die Justizminister der Länder fordern ein entschlosseneres Vorgehen gegen Hasskriminalität im Internet, schreibt Spiegel Online. Mit einer gesetzlichen Pflicht wollen sie die sozialen Netzwerke zur Anzeigeerstattung für strafrechtlich relevante Posts wie Morddrohungen gesetzlich verpflichten.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Twitter rollt Themen-Funktion weltweit aus.

Twitter rollt eine Funktion, mit der Nutzer Themen folgen können, weltweit bis zum 13. November aus. Zu über 300 Themen will Twitter Beiträge aggregieren. Die Tweets wählt ein Algorithmus anhand des Inhaltes, aber auch der bisherigen Beiträge des Nutzers zum Thema und den Reaktionen zum Tweet aus. Das Thema Politik lässt Twitter bewusst außen vor. Twitter hat die Funktion seit August zunächst für Android-Nutzer in den USA zu Sportthemen getestet.
theverge.com, turi2.de (Background)

Basta: Elon Musk stellt bei Twitter die Sinnfrage und geht offline.

Ausgezwitschert: Elon Musk verkündet seinen Abschied von Twitter. Er sei sich nicht sicher, welchen Nutzen der Kurznachrichtendienst habe, zweifelt der Tesla-Chef nach Erreichen der Marke von über 29 Mio Abonnenten am Sinn von Social Media. Nach der digitalen Abstinenz, dürfte mehr analoge Zeit für Musks Montagsautos bleiben.
tagesspiegel.de, twitter.com

Facebook duldet im Brexit-Wahlkampf Falschaussagen in politischen Anzeigen.

Facebook will politische Anzeigen von Parteien und Politikern im britischen Wahlkampf nicht auf Fakten überprüfen, meldet CNN. Werbung von Gruppierungen, wie Brexit-Initiativen, werden dagegen kontrolliert. Facebook wolle im Wahlkampf nicht zum "selbsternannten Schiedsrichter" für Aussagen der Politiker werden.
edition.cnn.com

Nach Cambridge Analytica: Whistleblower Wylie berät heute H&M.

Facebook: Cambridge Analytica ist insolvent, doch andere Unternehmen arbeiten mit den gleichen Methoden, warnt Whistleblower Christopher Wylie, der den Datenskandal von Cambridge Analytica aufdeckte, im "Focus". "Du kannst einen Kopf abschlagen, doch es wachsen sofort zwei weitere nach." Wylie sagt heute statt Wählerverhalten Modetrends für H&M voraus.
"Focus" 45/2019, S. 40-41 (Paid), turi2.de (Background)

Analyse: 17 von 31 Dax-Vorständen haben keinen einsehbaren Social-Media-Account.

Social Media: 17 der 31 Dax-Vorstände sind nicht in sozialen Netzwerken aktiv – bei den Dow-Jones-Vorständen sind es nur 9 von 30, analysiert die Digitalagentur Suchdialog. Die DAX-30-Vorsitzenden erreichen z.B. auf LinkedIn durchschnittlich rund 22.000 Menschen, bei den US-Kollegen sind es rund 105.000. Reichweiten-Spitzenreiter ist Apple-Chef Tim Cook, der allein bei Twitter eine größere Zielgruppe hat, als die anderen analysierten Chefs kanalübergreifend.
wuv.de

Twitter verbietet politische Anzeigen.

Twitter verbannt politische Anzeigen weltweit von seiner Plattform. Ab dem 22. November, und damit rechtzeitig zum Präsident­schafts­wahlkampf in den USA, können Politiker ihre Botschaften nicht mehr durch Bezahlung pushen. Twitter-Chef Jack Dorsey begründet: "Wir glauben, die Reichweite politischer Botschaften sollte verdient, nicht gekauft werden." Damit entzieht sich Twitter dem Problem von Facebook, das in bezahlten Anzeigen Politiker-Lügen toleriert.
tagesspiegel.de, theverge.com, buzzfeednews.com

Facebook zahlt nun doch seine Strafe von 500.000 Pfund in Großbritannien.

Facebook-LogoFacebook zahlt nun doch das im Rahmen des Skandals um Cambridge Analytica von britischen Datenschützern verhängte Bußgeld von 500.000 Pfund (rund 580.000 Euro). Der Konzern hatte zunächst Einspruch eingelegt. Wie die britische Datenschutzbehörde mitteilt, sei dies jedoch kein Schuldeingeständnis Facebooks.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Marken setzen Influencer bei Kennzeichnungspflicht unter Druck.

Social Media: Zwei von drei Influencern haben schon mindestens einmal von Unternehmen Druck bekommen, gegen die Richtlinien der Kennzeichnung zu verstoßen, sagt eine Befragung im Whitepaper von Takumi. Der Vermarkter hat Influencer in Deutschland, Großbritannien und den USA befragt. Das Misstrauen in der Branche steige. Auch eine aktuelle Wavemaker-Studie sieht Abnutzungserscheinungen bei Influencer-Werbung.
horizont.net, turi2.de (Wavemaker-Studie)

Basta: Twitter-Chef Jack Dorsey setzt sich selbst auf Twitter-Entzug.

Auf Entzug: Twitter-Chef und Miterfinder Jack Dorsey limitiert seine eigene Nutzung von Twitter auf täglich zwei Stunden, verrät er auf einer Veranstaltung des Kurznachrichtendienstes. Die nicht ganz vogelfreie Zeichenlimitierung bei Twitter dürfte damit aus reinem Selbstschutz eingebaut sein. Weniger ist eben manchmal mehr.
businessinsider.de

Hör-Tipp: Thomas Koch und Kai Blasberg zweifeln an den Nutzerzahlen von Facebook.

Hör-Tipp: Im Podcast "Zwei Herren mit Hund" sprechen Tele5-Chef Kai Blasberg und Media-Urgestein Thomas Koch (Foto) über die Transparenz von Werbemedien. Bei Facebook gibt es zu viele Fake-Konten, warnt Koch. "Das ist alles Quatsch, was die da machen", zweifelt Blasberg an Social-Media-Abteilungen, die der vermeintlich aktiven Nutzerzahl vertrauten.
soundcloud.com (34-Min-Audio)

Justizminister fordern Hilfe von Sozialen Netzwerken beim Kampf gegen Hasskommentare.

Soziale Netzwerke sollen aktiv an der Bekämpfung von Hasskommentaren mitwirken, fordern die Justizminister der Länder laut "Spiegel". Bayern bringe bei der kommenden Justizministerkonferenz eine Beschlussvorlage ein, in der es heißt, Auskunftsersuchen müssten auch wenn die Firma ihren Sitz nicht in Deutschland habe "ohne Wenn und Aber beantwortet werden". Bislang seien die Antworten weder "zügig" noch "erschöpfend". Konkret soll die Bundesregierung die Betreiber sozialer Netzwerke dazu anhalten, bei Hasskommentaren auf ihren Internetseiten die IP-Adressen der Täter an die Justiz zu übermitteln.
"Spiegel" 44/2019, S. 26 (Paid)

Volksverhetzung im Netz soll künftig auch in Foren juristisch verfolgt werden.

Hass-Kommentare wie rechtsradikale Aussagen sollen künftig auch in geschlossenen Chat-Foren bestraft werden, fordert Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann in der "Bild". Geschlossene Chats gelten bisher als nicht öffentlich und stören "den öffentlichen Frieden" juristisch nicht, was die CDU-Politikerin gemeinsam mit den Innenministern ändern möchte.
bild.de

Zahl des Tages: 72 % der PwC-Befragten finden Werbung in Social Media positiv.

Zahl des Tages: Interaktive 72 % der Befragten schätzen den Einfluss sozialer Medien auf den Wert einer Marke als "überwiegend positiv" ein, sagt eine PwC-Studie. Als Folge verlagere sich künftig das Marketingbudget, prognostiziert die Unternehmensberatung. Der digitale Anteil liege derzeit bei 47 %, in fünf Jahren werde es zwei Drittel sein.
horizont.net, pwc.de (Studie)

Daten-Ethikkommission empfiehlt neue Aufsichtsbehörde und “Pluralismuspflicht”.

Daten-Ethikkommission empfiehlt der Bundesregierung neue Regeln für Datenverarbeiter und schlägt eine neue Aufsichtsbehörde sowie eine EU-Verordnung für Algorithmen vor, recherchiert die "FAZ". Für Facebook, YouTube und Co schlägt die Kommission Vorabkontrollen und eine "Pluralismuspflicht" sowie die Kennzeichnungspflicht für Bots vor.
"FAZ", S. 16 (Paid)

Mark Zuckerberg versucht, die Entstehungsgeschichte von Facebook zu schönen.

Facebook: Mark Zuckerberg versucht, zuletzt bei einer Rede an der Georgetown University, die Entstehung von Facebook neu zu schreiben, beobachtet Jack Morse. Zuckerberg behaupte, er habe Facebook nach dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak gegründet, um "jedem eine Stimme zu geben". Es ist u.a. durch einen Artikel in der Harvard-Studentenzeitung dokumentiert, dass er Facebook als Klon der Seite "Hot or Not" baute. 2018 erzählte Zuckerberg einem Radiosender noch, er wollte Leute an Unis verbinden. Morse kritisiert die "Selbstmythologie", sie stehe für Zuckerbergs Wunsch, "die Realität seinem Willen anzupassen".
mashable.com

Hamburgs Justizsenator fordert eine Anzeigepflicht bei Hasskommentaren.

Hasskommentare: Hamburgs Justizsenator Till Steffens fordert eine "Anzeigepflicht" bei Hasskommentaren, sagt er dem "Handelsblatt". Die Staatsanwaltschaften bräuchten von den Netzbetreibern die notwendigen Informationen zur Ermittlung der Täter. Der Grünen-Politiker sieht "erheblichen Nachbesserungsbedarf" beim Netzwerkdurchsetzungsgesetz.
per E-Mail

Facebook-Mitgründer Chris Hughes will mit einem Fonds Facebook schwächen.

Facebook: Chris Hughes (Foto), Mitbegründer und heutiger Kritiker von Facebook, gründet einen Fonds in Höhe von 10 Mio Dollar, um ein Monopol von Facebook abzuwenden, schreibt die "Washington Post". Der Fonds wolle in Forschung investieren und politische Befürworter unterstützen, die sich mit Kartellfragen befassen.
washingtonpost.com (Paid), cnbc.com

Zitat: Privatsender kämpfen mit Überregulierung, sagt Tanit Koch.

"Als n-tv-Che­fin brau­che ich ei­ne Li­zenz, ei­ne Auf­sichts­be­hör­de, ein po­li­zei­li­ches Füh­rungs­zeug­nis. Um ei­nem un­be­grenz­ten Pu­bli­kum on­line Des­in­for­ma­tio­nen zu un­ter­brei­ten, be­nö­tigt man bloß ein Han­dy und Netz."

Tanit Koch, n-tv-Chefin und Chefredakteurin der RTl-Zentralredaktion, sagt im "FAZ"-Interview, der private Fernsehmarkt sei oft überreguliert.
"FAZ", S. 13 (Paid)

weitere Zitate:
"Al­les, was zum Bei­spiel die lan­ge Er­zähl­form braucht, darf nicht im Ta­ges­ge­schäft un­ter die Rä­der kom­men." (über den Sinn der Zentralredaktion)

"Als Not­re-Da­me in Flam­men auf­ging, ver­drei­fach­te n-tv den Ta­ges­markt­an­teil bei 14 bis 59 – weil wir in­ner­halb von Mi­nu­ten live aus Pa­ris ge­sen­det ha­ben. Auf die Fra­ge, war­um kein 'Brenn­punkt' kam, twit­ter­te ARD-Chef Rai­nald Be­cker an dem Abend, man ma­che kein 'Gaf­fer TV'. Die­se Ein­stel­lung fin­de ich bei ei­nem Wett­be­wer­ber ganz, ganz groß­ar­tig. Mö­ge sie ihm lan­ge er­hal­ten blei­ben."

"Was mich stört, ist die Lust an Un­ter­gangs­sze­na­ri­en in un­se­rer Bran­che."

"Ich ha­be an ei­nem für mich wich­ti­gen Punkt nicht die Un­ter­stüt­zung von Ma­thi­as Döpf­ner er­hal­ten. Wir ha­ben dar­über ge­spro­chen, wir ste­hen wei­ter in Kon­takt, und es war sein gu­tes Recht als Vor­stands­vor­sit­zen­der von Axel Sprin­ger. Mein Recht war es, zu neu­en Ufern auf­zu­bre­chen." (über ihren Abgang bei der "Bild")

"Wenn Re­na­te Kü­n­ast im Netz als 'Drecks-Fot­ze' be­lei­digt wird und ein Land­ge­richt das durch­ge­hen lässt, müs­sen wir uns nicht wun­dern, dass Goog­le und Face­book sa­gen: Wie sol­len wir denn wis­sen, was wir lö­schen sol­len, wenn es noch nicht mal deut­sche Rich­ter er­ken­nen?" (über den Ton in sozialen Netzwerken)

Wavemaker-Studie: Glaubwürdigkeit von Influencern sinkt.

Influencer: 55 % der Nutzer verbinden Influencer mit bezahlter Werbung, sagt eine Studie von Wavemaker. Ihre Glaubwürdigkeit sinke um 13 % im Vergleich zum Vorjahr, jeder dritte Befragte lehnt Kooperationen zwischen Marken und Influencern ab. Allerdings sagt noch fast jeder Zweite, dass er durch Influencer neue Produkte kennenlernt. Nutzer vertrauen Influencern, die eine erkennbare Linie in ihren Kooperationen haben und nicht in jedem Post werben.
wuv.de

Meinung: Werbetreibende erreichen Jugendliche nur schwer.

Mediennutzung junger Zielgruppen verändert sich so schnell, dass Werbetreibende eigentlich alle sechs Monate einen neuen Mediaplan brauchen, beobachtet Elke Löw. Jugendliche sind schwer zu erreichen, weil viele Plattformen, die sie nutzen, z.B. Netflix, keine Werbung zeigen. Reichweite bei Kindern generiere man am besten über TV, bei Jugendlichen via Instagram. Auch TikTok wäre gut, kann von deutschen Unternehmen aber nicht gebucht werden und habe Probleme, sexuelle Belästigung der Nutzer zu verhindern. Auf Snapchat wollen die Nutzer nicht gestört werden, Marken können aber mit eigenen Lenses punkten.
"Werben & Verkaufen" 10.2/2019, S. 46-53 (Paid)

Twitter schließt regelwidrige Politiker-Tweets von Likes und Retweets aus.

Twitter: Nutzer können künftig Tweets, in denen Regierungspolitiker gegen die Nutzungsregeln verstoßen, nicht mehr liken oder retweeten. Twitter kündigt an, die Inhalte aber nicht zu löschen, da sie von öffentlichem Interesse seien. Dafür erscheine ein Hinweis, dass der Tweet gegen Regeln verstoße und sei erst hinter dieser Anmerkung sichtbar. Das Zitieren von auf diese Art markierten Tweets mit einem eigenen Kommentar bleibe erlaubt.
techcrunch.com

Instagram bekommt eine Übersicht der Apps mit Zugriff auf den Account.

Facebook verpasst Instagram eine Übersicht der Dritt-Apps, die Zugriff auf den jeweiligen Account haben. Nutzer sollen so einen Überblick behalten können, welchen Anwendungen sie Zugriff auf welche Daten gewähren. Eine vergleichbare Funktion gibt es bereits beim Mutter-Netzwerk Facebook. In der Vergangenheit sind mehrfach Anwendungen von Drittanbietern in die Kritik geraten, weil Hacker mit ihnen unbemerkt Daten abzweigten.
mashable.com

Basta: Facebook findet doch noch Gründe, Anzeigen von Politikern zu löschen.

Facebook-LogoUngelogen: Buzzfeed stellt einige Anzeigen von Donald Trump und seinen Demokratischen Gegenkandidaten vor, die Facebook wegen Regelverstöße gelöscht hat. Auch eine Trump-Anzeige mit falschen Behauptungen zu Joe Biden löscht Facebook. Während die Lügen darin für Facebook okay sind, führt ausgerechnet die Ausdrucksweise von Biden zu weit: Der sagt in einem Videoausschnitt nämlich "son of a bitch".
buzzfeednews.com

Sahra Al-Dujaili von Otto: So machen wir vertikal Werbung auf Instagram und TikTok.


Social Media First: Das ist die Werbe-Strategie bei Otto – und Sahra Al-Dujaili füllt die Kanäle mit Bewegtbild-Inhalten. Im handyfreundlichen Hochkant-Video von turi2.tv erklärt Al-Dujaili, wie ihr Team die Kampagnen gestaltet. Die Instagram Story sei das Herzstück aller Überlegungen. Mit kleinen optischen Tricks versucht Otto, die Nutzer auf die eigene Seite zu locken.

Al-Dujaili verbucht eine Staubsauger-Story als Erfolg: Otto zeigte den Tag eines Staubsaugers aus dessen Perspektive und erreichte damit nach eigenen Angaben Millionen Nutzer. Stärker in den Fokus rückt nun TikTok. Über die bunte und junge Kurzvideo-App rief der Handelskonzern zur "Mach dich zum Otto"-Challenge auf und zeigte so Präsenz beim Hurricane Festival. Noch mehr Geschichten zu den Bewegtbild-Strategien bei Otto stehen in der turi2 edition #9, die am 25. Oktober erscheint.
turi2.tv (5-Min-Hochkant-Video, am Handy auf Vollbild gucken)

Sahra Al-Dujaili im TV-Fragebogen

Facebook will YouTube mit Influencer-Formaten von u.a. Burdas “Bunte” angreifen.

Watch, Facebooks Video-Plattform, kooperiert in Deutschland u.a. auch mit Burdas Online-Auftritt von "Bunte" sowie mit der Kölner Produktionsfirma Brainpool, schreibt DWDL. Die Publisher sollen mit Influencern Formate entwickeln, um YouTube Konkurrenz zu machen. Facebook erhalte 45 % der Werbeeinnahmen, die Publisher behielten die redaktionelle Hoheit.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Digitalstaatsministerin Bär will Beweispflicht bei Hass-Kommentaren umkehren.

Game Over für Hass-Kommentare: Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (Foto) fordert im "Welt"-Interview eine Umkehr der Beweispflicht, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Die Plattformbetreiber wie Facebook sollten künftig "proaktiv" gegen Beleidigungen vorgehen. Das Urteil gegen Renate Künast sei "ein Beitrag zur Verrohung der Sprache und des Umgangs". Das Landgericht Berlin hatte Künasts Klage abgewiesen und die Hass-Kommentare als "Stilmittel der Polemik" gewertet.

Anders als Horst Seehofer sieht Bär keinen Zusammenhang zwischen Attentätern und der Gamerszene, sagt sie im "Welt"-Interview. Die Attentäter hätten "auch alle einen Führerschein" oder hätten "am Vortrag Brot gegessen". Nach dem Anschlag in Halle forderte der Innenminister, "die Gamer-Szene stärker in den Blick" zu nehmen.
"Welt", S. 5 (Paid), turi2.de (Künast-Klage)

turi2 edition #9: Lisa Altmeier über Journalismus für die Jugend.


Heimat Internet: Lisa Altmeier lebt im Netz und liebt es – sogar die Nutzerkommentare. Jens Twiehaus spricht mit der Social- und Video-Reporterin für die turi2 edition #9 über ihre Arbeit “im Team mit dem Publikum”, ihre Sicht auf die alte TV-Welt – und warum sich Altmeier sogar mal als Schlampe beschimpfen lässt. Das Gespräch gibt es auch als Video oder als Podcast zum Anhören. Lesen Sie jetzt das ganze Interview kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

Meinung: Facebook holt bei Gaming-Videos auf.

Facebook-LogoGaming-Videos: Facebook wird für Computerspieler zunehmend interessant, schreibt Kat Tenbarge. Zwar habe der Gaming-Video-Bereich auf Facebook deutlich weniger Nutzer als die Konkurrenz von Twitch (Amazon), Mixer (Microsoft) und YouTube (Google), biete aber andere Vorteile. Gamer könnten hier schneller ihre Reichweite vergrößern. Die wenigen, die mit ihren Videos Geld verdienen, sagen zudem, dass sie bei Facebook höhere Einnahmen erzielen – auch wegen der zahlungskräftigeren Nutzerschaft.
businessinsider.de

Meinung: TikTok ist für Werbetreibende nicht ohne Risiko.

TikTok ist aufgrund seiner vielen jungen Nutzer zwangsläufig eine auch für westliche Werbekunden eine interessante Plattform, schreiben Peter Steinkirchner, Jörn Petring und Michael Kroker. Für Marken sei Werbung in der chinesischen App aber nicht ungefährlich. TikTok hafte das Image an, Meinung zu steuern und Jugendlichen Geld aus der Tasche zu ziehen. Dies könne auf die Werbekunden abfärben.
wiwo.de (Paid)

Studie: Staat schafft es nicht, Fake News einzudämmen.

Fake News: Der Staat geht bei der Bekämpfung in sozialen Netzwerken bisher "unkoordiniert und bruchstückhaft" vor und hat kaum Erfolg, sagt eine Analyse der Stiftung Neue Verantwortung. Fake News bewegen sich oft im gesetzlichen Graubereich, der Staat kann sie mit dem Facebook-Gesetz nicht stoppen. Sinnvoll wäre eine spezialisierte Aufsichtsbehörde.
"Spiegel" 42/2019, S. 26 (Vorabmeldung)

ARD/ZDF-Online-Studie: U30-Nutzer sind täglich online.

Neulandvermessung: Die Internetnutzung in Deutschland steigt weiter. Laut aktueller ARD/ZDF-Onlinestudie erreicht das Internet in der Gesamtbevölkerung eine Tagesreichweite von 71 %, 2018 waren es noch 67 %. Unter den 14- bis 29-Jährigen gibt es mit 98 % Tagesreichweite kaum einen, der nicht täglich online ist. Mit 366 Minuten pro Tag ist die Internet- Nutzung der Unter-30-Jährigen fast doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Jeder Vierte nutzt täglich Bewegtbildangebote im Netz, bevorzugt Streamingdienste und YouTube. Bei den jungen Nutzern konsumiert mehr als die Hälfte täglich Online-Bewegtbild.

Die Online-Nutzung von Texten bleibt konstant bei rund 20 %, bei den Unter 50-Jährigen liest knapp jeder Dritte täglich Online-Texte. Die Unter-30-Jährigen bevorzugen Texte in sozialen Netzwerken, die Gruppe Ü30 bis U50 liest online vor allen Beiträge von Zeitungen und Zeitschriften. Das meistgenutzte Social-Media-Angebot ist mit deutlichem Abstand WhatsApp, das drei Viertel der Befragten mindestens monatlich nutzen, 63 % sogar täglich. Facebook nutzt nur jeder Dritte mindestens monatlich, nur jeder Fünfte täglich. Instagram kommt auf 21 % mindestens monatliche Nutzung, bei den U30-Usern sind es 62 %.
presseportal.de (Zusammenfassung), ard-zdf-onlinestudie.de (Details)

Meinung: Überzogene Ansprüche in Social Media gefährden die Authentizität.

Social Media verändert die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern, kommentiert Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen bei NDR Kultur. Die Menschen hätten "überzogene Ansprüche" an vermeintliche Idole, die auch von Journalisten aufgebauscht würden. Die vielfach gewünschte Authentizität gehe beim Drang nach Perfektionismus verloren.
ndr.de

Basta: YouTube-Star Bibi nimmt bei Kinder-Fotos den Paparazzis die Arbeit ab.

Ich habe heute ein Foto für Dich: YouTuberin Bibi veröffentlicht erstmals Gesichtsfotos ihres Kindes. Es sei ein "wahnsinniger Stress" aufzupassen, dass niemand ihren Sohn fotografiere. Künftig übernimmt das die Influencerin öffentlichkeitswirksam selbst. Es fühle sich "richtig an" - vermutlich auch auf dem Bankkonto dank lukrativer Werbedeals.
haz.de, instagram.com (Foto), youtube.com (Statement)

Meinung: Satire darf sich über Aktivisten wie Greta Thunberg lustig machen.

Satire: Gags über Aktivisten wie Greta Thunberg sind im "witzproduzierenden Gewerbe" Alltag, verteidigt Kabarettist Florian Schroeder (Foto) seinen Kollegen Dieter Nuhr in einem "Tagesspiegel"-Gastbeitrag. Nuhr hatte in der ARD Witze über Thunberg gemacht, was in Social Media eine Debatte über die Grenzen der Satire auslöste. Nuhr fragte ironisch, was Thunberg im Winter mache: "Heizen kann es wohl nicht sein".
tagesspiegel.de, youtube.com (ab Minute 4:35)