Studie: Politische Werbung im Netz wird kaum reguliert.

Online-Werbung: Politische Parteien agieren im digitalen Wahlkampf oft in einem rechtsfreien Raum, zitiert die "FAZ" aus einer Studie des Digitalpolitik-Instituts Stiftung Neue Verantwortung. Die Regularien seien für Radio-, Print- und Fernsehwerbung geschaffen. Dies führe zu "weitgehender Intransparenz" und könne missbraucht werden, "um die Gesellschaft zu polarisieren".
faz.net, stiftung-nv.de (Studie)

“Black Lives Matter”: Jeff Bezos veröffentlicht eine rassistische Hassmail.

Amazon: Jeff Bezos veröffentlicht auf Instagram eine rassistische Hassmail eines Kunden, die der Amazon-Chef erhalten hat. "Dave, Du bist die Art von Kunde, die ich gerne verliere", schreibt Bezos dazu. Der Amazon-Chef hatte zuvor seine Sympathie für die Protestbewegung "Black Lives Matter" öffentlich gemacht, worauf er auch eine Vielzahl an fremdenfeindlichen Nachrichten erhielt.
instagram.com


EU-Kommission: Soziale Medien sollen Auskunft über Corona-Falschinformationen geben.

EU-Kommission fordert Soziale Medien auf, einen monatlichen Bericht über kursierende Falsch-Meldungen zur Corona-Krise abzugeben. Facebook, Twitter und Co. sollen detailliert darlegen, wie viele irreführende Posts und falsche Nutzerkonten sie identifiziert haben und wie groß deren Reichweite war. Die Kommission erhofft sich so u.a. ein besseres Bild über die versuchte Einflussnahme anderer Staaten: China und Russland etwa hätten die Corona-Krise für Kampagnen genutzt, die "die demokratische Debatte untergraben".
handelsblatt.com

Facebook überprüft eigene Richtlinien.

Facebook-LogoFacebook überprüft seine eigenen Richtlinien in drei Bereichen: Die Plattform nimmt ihren Umgang mit staatlichen Institutionen und mit Desinformationen unter die Lupe; außerdem sollen die Regeln bezüglich politischer Großereignisse gecheckt werden. Zu Änderungen verpflichten will sich Facebook aber nicht. Das Unternehmen war in die Kritik geraten, nachdem Gründer Mark Zuckerberg entschieden hatte, nicht gegen umstrittene Äußerungen von US-Präsident Trump vorzugehen.
onlinemarketing.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: News-WG vom BR arbeitet ohne Hierarchien und setzt kein Vorwissen voraus.

Hör-Tipp: Helene Reiner, Teil der BR-News-WG bei Instagram, erzählt im "New Work"-Podcast von Michael Trautmann und Christoph Magnussen, wie sie das Format nach der Devise "Ausprobieren, machen, testen" mitentwickelt hat. Auch die Struktur der Arbeitsteilung im Team hat sich erst mit der Zeit gefunden, Hierarchien haben sie abgeschafft. Bei ihrer Zielgruppe setzt die News-WG kein Vorwissen voraus. Der Gedanke dahinter: "Was soll ich mit der News anfangen, wenn ich überhaupt nicht verstehe, worum es eigentlich geht."
newwork.podigee.io (55-Min-Audio)

Hör-Tipp: TikTok-Star Younes Zarou über seine Social-Media-Strategie.

Hör-Tipp: Younes Zarou, 22, erzählt im Podcast Nie gehört, wie er mit kreativen Videos und Kameratricks innerhalb von rund neun Monaten sechs Mio TikTok-Follower sammelte. Die meisten interessieren sich besonders für seine MakingOf-Clips. Social Media ist für ihn ein Nebenjob, er arbeitet im Hauptberuf als Berater – das meiste Geld verdient er mit seinen rund 75.000 Followern auf Instagram.
niegehoert.podigee.io (47 Min)

VW-Vorstand soll Konsequenzen aus rassistischem Werbespot ziehen.

Volkswagen will, dass der gesamte Vorstand den rassistischen Instagram-Spot für den Golf 8 aufarbeitet und Konsequenzen zieht. Wie er entstanden ist, hat der Konzern zwei Wochen lang geprüft. In einem offenen Brief schreiben Werks-Leiter*innen dem Vorstand, der Clip zerstöre das "über Jahrzehnte gewachsene Kundenvertrauen" und gefährde Arbeitsplätze.
spiegel.de, ndr.de, turi2.de (Background)

Facebook ändert Umgang mit Gewaltandrohungen und kennzeichnet Medien wie Russia Today.

Facebook-LogoFacebook: Mark Zuckerberg ändert nach heftiger Kritik den Kurs beim Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und Inhalten, die Wahlen beeinflussen könnten. Wie Twitter will Facebook sie nun auch kennzeichnen sowie Alternativen zum bisherigen Vorgehen finden, Posts entweder komplett zu löschen oder stehenzulassen. Außerdem will das Netzwerk Posts von Medien wie Russia Today, die unter Einfluss ihrer jeweiligen Regierung stehen, kennzeichnen und Anzeigen dieser Medien in den USA blockieren.
theverge.com, sueddeutsche.de, adweek.com (staatlich kontrollierte Medien), turi2.de (Background)

Meinung: “Bild” erzeugt mit irreführender Headline zahlreiche Social-Media-Interaktionen.

Bild erzeugt in den sozialen Medien ein großes Echo mit einer irreführenden Überschrift, kritisiert Jens Schröder. Der Beitrag Laut Autopsie-Bericht – George Floyd (†46) hatte Coronavirus suggeriert einen direkten Zusammenhang mit seinem Tod. Die Infektion lag jedoch bereits mehrere Wochen zurück.
meedia.de

Prominente überlassen ihr Social-Media-Profil Wissenschaftlern.

Prominente wie Carolin Kebekus, Julia Roberts und Michael Mittermeier überlassen im Rahmen der internationalen Kampagne #PassTheMic ihr Social-Media-Profil Gesundheitsexperten. Diese sollen von der Reichweite der Prominenten profitieren und über die Pandemie informieren. Kebekus überlässt ihren Instagram-Account am 8. Juni der Virologin Marylyn Addo sowie der Gesundheitsexpertin Naomi Tulay-Solanke.
welt.de

Polizei führt Razzien wegen Hass-Postings im Mordfall Lübcke durch.

Mordfall Walter Lübcke: Bei Razzien in zwölf Bundesländern hat die Polizei Wohnungen durchsucht und 40 Verdächtige vernommen, die den ermordeten Kasseler Regierungs­präsidenten im Internet verunglimpft und Gewalt gegen ihn gebilligt haben sollen. Die mutmaßlich strafbaren Beiträge seien "in verschiedenen sozialen Netzwerken" veröffentlicht worden, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Laptops und Handys wurden sichergestellt.
sueddeutsche.de

Snapchat will Trump-Beiträge nicht mehr prominent platzieren.

Snapchat platziert Beiträge von US-Präsident Trump künftig weniger prominent, indem die Beiträge nicht mehr im "Discover"-Bereich erscheinen. Dort zeigt die Plattform als besonders relevant eingestufte Inhalte an. Snapchat wolle kein Verstärker für rassistische Stimmen sein und ihm "kostenlose Werbung" geben. Der Trump-Account, dem rund 1,5 Mio Nutzer*innen folgen, bleibt bestehen.
zeit.de

Bericht: Volkswagen-Marketingchef Jochen Sengpiehl steht wegen rassistischem VW-Clip vor dem Rauswurf.

Volkswagen: Marketingchef Jochen Sengpiehl (Foto) steht offenbar vor dem Rauswurf, berichtet "Auto Motor Sport". Zum Verhängnis wird ihm der rassistische Werbeclip für den Golf 8, zu dem Sengpiehl bisher schweigt. Konzernchef Herbert Diess, der auch die Marke VW führt, will sich anscheinend selbst aus der Schusslinie bringen und plant dem Bericht zufolge, Porsche-Chef Oliver Blume als VW-Markenchef nach Wolfsburg zu holen. Der umstrittene Spot soll erstmals am 8. Mai über den Twitter-Account von Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Stackmann verbreitet worden sein. Nach Protesten wurde er dort gelöscht, tauchte elf Tage später aber auf dem Instagram-Kanal von Volkswagen erneut auf.
auto-motor-und-sport.de, spiegel.de via horizont.net, turi2.de (Background)

Basta: Elon Musk schießt Twitter zum Mond – er pausiert beim Kurznachrichtendienst.

Ich bin dann mal weg: Tesla-Chef Elon Musk kündigt bei Twitter eine Pause vom Kurznachrichtendienst an. Nach seinem SpaceX-Erfolg scheint Musk auch Twitter zum Mond schießen zu wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass Musk das Twittern pausiert: Wie bei seiner Astronauten-Crew, scheint es damit nur eine Frage der Zeit, bis der Mann vom Mond Mars zu seinen über 35 Mio Follower*innen auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt.
t3n.de, twitter.com

Rassimus in den USA: Weiße Gästeauswahl sorgt bei Sandra Maischberger für Shitstorm.

ARD erntet für die Gäste-Auswahl des "Sandra Maischberger"-Talks einen Shitstorm: Unter den für Mittwochabend angekündigten Gästen befindet sich mit Anja Kohl, Dirk Steffens, Heiko Maas, Jan Fleischhauer und Helga Rübsamen-Schaeff niemand mit dunkler Hautfarbe, um über die rassistische Polizeigewalt in den USA zu sprechen - die ebenfalls Thema der Sendung sein wird. "Lasst uns doch alle erst mal die Sendung anschauen und anschließend gerne weiterdiskutieren. Machen wir das so?", versucht Sandra Maischberger die Kritiker*innen zu besänftigen.
twitter.com (Kritik), twitter.com (Maischberger)

Blackout Tuesday: Stars und Marken protestieren auf Instagram gegen Rassismus.


Paint it black: Zahlreiche Stars und Marken beteiligen sich an einer weltweiten Protest-Aktion gegen Rassismus und Diskriminierung. Dazu posten sie auf Instagram ein schwarzes Quadrat. Ausgangspunkt des Protestes ist eine Initiative der US-Musikindustrie, die zum Blackout Tuesday aufgerufen hat. In Verbindung mit dem Hashtag #TheShowMustBePaused rufen sie dazu auf, die Musik für einen Tag abzustellen, die sonstige Arbeit zu unterbrechen und gemeinsam Wege zu finden, zueinander zu finden und einander zuzuhören. Zu den ersten Unterstützern zählen unter anderem Eminem, Ariana Grande, Radiohead und Mick Jagger.

Mittlerweile haben sich auch zahlreiche Marken und Stars anderer Branchen an der Aktion beteiligt. In Deutschland gibt es u.a. von RTL.de, dem "stern", dem "Handelsblatt", Funke, der "FAZ", T-Online und Vox aus der Medien-Branche, aber auch z.B. von Bayern München und Borussia Dortmund und zahlreichen Prominenten entsprechende Posts. Auslöser für den Protest ist der gewaltsame Tod von George Floyd in Minneapolis durch einen Polizisten vergangene Woche. Seitdem gibt es in den USA zahlreiche friedliche wie gewaltsame Proteste.
thenational.ae, spiegel.de

Social-Media-Chef Mischa Heuer wechselt von der Deutschen Welle zu MSL.

Deutsche Welle verliert ihren Chef für Social-Media-News, Mischa Heuer, an die PR-Beratung MSL. Bei MSL wirkt Heuer künftig in einer Doppelspitze mit Adrian Rosenthal als Verantwortlicher für Digital und Social Media. Heuer ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule und mit 100.000 Followern bei Instagram, Facebook und Twitter selbst Influencer.
wuv.de, mslgroup.de

Meinung: Streit zwischen Trump und Twitter schadet Facebooks Image-Kampagne.

Facebook: Mark Zuckerberg hat das Image von Facebook zu Beginn der Corona-Krise deutlich verbessert, schreibt Gustav Theile. Facebook kündigte Maßnahmen gegen Falschinformationen an und versuchte, Menschen zu verbinden. Der Streit zwischen Donald Trump und Twitter komme Zuckerberg nun in die Quere und zerstöre die Hoffnung auf mehr Zusammenhalt. Zudem werde immer deutlicher, dass sehr wohl viele Verschwörungstheorien verbreitet wurden.
"FAZ", S. 17 (Paid)

Social-Media-Dekret: Trump droht Twitter & Co mit Klagen.

Persönliche Fehde: US-Präsident Donald Trump sagt seinem Lieblings-Sprachrohr Twitter den Kampf an. Am Abend hat Trump ein Dekret unterzeichnet, mit dem er soziale Netzwerke stärker regulieren will. Die US-Telekommunikations­aufsicht FCC soll die bisherige Regelung prüfen und überarbeiten, dass Online-Dienste nicht für von Nutzern veröffentlichte Inhalte wie Kommentare und Videos haftbar gemacht werden können. Die als "Section 230" bekannte Regelung erlaubt den Plattformen zudem, gegen bestimmte Inhalte oder Nutzer*innen vorzugehen, etwa sie zu löschen. Diese Privilegien könnten durch Trumps Vorstoß kippen. Auch eine mögliche Zerschlagung der Konzerne bringt Trump ins Gespräch.

Offiziell begründet Trump seinen Schritt mit dem Schutz der Meinungsfreiheit: Die Plattformen seien nicht länger neutral, sondern betrieben politischen Aktivismus. Konkreter Auslöser dürfte sein, dass Twitter zwei Tweets von ihm als irreführend markiert hat. Rechtsexpert*innen bezweifeln, dass Trumps Vorgehen juristisch stichfest ist. (Foto: Evan Vucci / AP Photo / Picture Alliance)
tagesspiegel.de, handelsblatt.com, spiegel.de, cnn.com, turi2.de (Background)

Bitkom-Studie: Social-Media-Nutzung steigt in der Corona-Krise.

Social-Media-Nutzung steigt in der Corona-Krise: 75 % der Befragten einer Bitkom-Studie sagen, dass sie in den vergangenen Woche vermehrt soziale Medien nutzen. 62 % lesen mehr Beiträge zum aktuellen Tagesgeschehen, ein Drittel postet vermehrt eigene Storys. 82 % nutzen häufiger Messenger-Diensten, knapp die Hälfte tätigt öfter Videoanrufe als vor der Krise.
bitkom.org

Basta: Berliner “Studio of Wonders” lockt Influencer mit interaktiven Erlebniswelten.

Influencer-Spielplatz: Instagram- und TikTok-Nutzer*innen, die wegen Reisebeschänkungen gerade nicht auf Bali abhängen können, finden Ersatz-Motive im neu eröffneten Berliner Studio of Wonders. Auf 500 Quadratmetern locken 20 interaktive Erlebniswelten, u.a. ein digitaler Wald, in dem Pflanzen zum Leben erwachen. Für knapp 20 Euro Eintritt gibt es Foto-Spots für die Influencer, die für Fake-Bilder zu ehrlich oder schlicht unfähig sind.
horizont.net, youtube.com (33-Sek-Video)

Twitter markiert Trump-Tweets zur Briefwahl mit einem Hinweis auf einen Faktencheck.

Twitter markiert erstmals Falschaussagen von US-Präsident Trump auf Twitter. Zu zwei zusammenhängenden Tweets, in denen Trump vor Wahlbetrug durch Briefwahl-Zetteln warnt, zeigt Twitter einen Hinweis, der auf einen Faktencheck führt. Darin steht, dass die Behauptungen von Trump laut CNN, Washington Post und weiteren Quellen unbegründet seien.
techcrunch.com
twitter.com (Faktencheck), twitter.com (Tweet)

“WSJ”: Facebook hat interne Warnungen ignoriert, sein Algorithmus sorge für Spaltung.


Teile und herrsche: Facebook hat sich seit 2016 offenbar bewusst entschieden, nicht gegen die Spaltungen vorzugehen, die sein Algorithmus begünstigt, berichtet das "Wall Street Journal". Damals habe ein interner Report herausgestellt, dass 64 % der Nutzer*innen, die einer extremistischen Gruppe auf Facebook beigetreten sind, dies aufgrund des Empfehlungssystems getan haben. 2018 gab es einen weiteren internen Bericht für die Facebook-Führungskräfte, der u.a. herausstellte, dass der Algorithmus "die Anziehungskraft des menschlichen Gehirns auf Spaltung" nutze. Dennoch stoppten Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Policy-Chef Joel Kaplan verschiedene Projekte, die einer Spaltung der Nutzerschaft entgegen wirken sollten.

Ihr Motiv war offenbar Angst, die Zahl der Interaktionen könnte dadurch sinken. Entwickler*innen sollen u.a. vorgeschlagen haben, den Einfluss von Accounts, die besonders häufig Inhalte teilen, zu reduzieren. Kaplan befürchtete jedoch, dies würde vor allem rechte Nachrichtenseiten und deren Fans treffen. Auch das Projekt "Common Ground", in dem Nutzer unterschiedlicher Strömungen zusammengeführt werden sollten, stoppten Kaplan und Zuckerberg. Guy Rosen, Vice President Integrity bei Facebook, verteidigt die Entscheidungen in einem Tweet.
wsj.com (Paid), theverge.com, businessinsider.com, twitter.com/guyro (Reaktion Facebook), turi2.de (Background)

DSGVO: Großmutter muss Facebook-Foto ihres Enkelkinds löschen.

Facebook: Eine Großmutter darf Fotos ihres Enkelkindes ohne Zustimmung der Mutter nicht veröffentlichen, entscheidet ein Gericht in den Niederlanden. Die Großmutter besitzt kein Sorgerecht für das Kind. Das Gericht wertet das Hochladen der Enkelbilder als einen Verstoß gegen das Landesdatenschutzrecht sowie gegen die DSGVO.
spiegel.de

Zwei Drittel der Deutschen nutzen mehr als einen Messenger-Dienst.

Messenger-Dienste sind in Deutschland stark verbreitet, erkennt die Bundesnetzagentur in einer Verbraucherbefragung. 83 % der Bevölkerung nutzen solche Dienste, davon knapp zwei Drittel mindestens zwei Anbieter. Am weitesten verbreitet ist WhatsApp, das 96 % der Nutzer*innen verwenden, gefolgt vom Facebook Messenger (42 %) und Instagram (30 %) - alles Facebook-Produkte. Skype folgt auf Rang vier mit 18 %, dahinter liegen Snapchat (12 %) und Telegram (10 %).
bundesnetzagentur.de

Facebooks AI-Bot Blender hat ein Antisemitismus-Problem.

Hass-Bot: Blender, AI-Chatbot von Facebook unter Open-Source-Lizenz, erweist sich als antisemitistisch. Auf die Frage, wie der Bot über Juden denke, antwortet er u.a., sie seien "schlechte Menschen". Außerdem wirft der Bot Juden vor, andere Menschen zu töten. Hintergrund ist offenbar, dass der Chatbot mit 1,5 Mrd Gesprächsdaten, insbesondere von Reddit, gefüttert wurde. Vor einigen Jahren hatte Microsoft bei einem ähnlichen Projekt schon ein vergleichbares Problem.
wienerzeitung.at

Social Shopping: Instagram Live ist der Nachfolger von QVC.

Instagram und Facebook bieten mit ihren Live-Funktionen neue Verkaufskanäle für Unternehmen, schreiben Larissa Holzki und Florian Kolf über das Phänomen "Social Shopping". Damit machen sie ihren Vorgängern, Teleshopping-Sendern wie QVC oder HSE24, zunehmend Konkurrenz. Um gegenzuhalten, lässt etwa QVC seine Kund*innen per WhatsApp mit dem Studio-Team chatten.
handelsblatt.com

Influencer*innen begehen im Home Office “Verzweiflungstaten” für Social Media.

Influencer*innen sind im Home Office dazu gezwungen, ihren schnöden Alltag auszuleuchten, beo­bachtet Anke Schipp. Um die digitale Ge­folg­schaft bei Laune zu halten, wird gekocht und geschwitzt. Die Fans bekommen Katzen und alte Fotos präsentiert. Um Klicks zu sichern, müssten als "letzte Verzweiflungstat" die Kinder herhalten. So inszeniere etwa Chiara Ferragni ihre Familie "wie eine Soap", findet Schipp.
faz.net

FC Bayern macht TikTok in China zu “offiziellem Kurzvideo-Partner”.

FC Bayern tut sich mit der chinesischen Variante der Mitsing-App TikTok, Douyin, zusammen, um Kurzvideos des Vereins in China zu vermarkten. Auf der Plattform soll u.a. ein wöchentlicher Bayern-Livestream laufen. Knapp 800.000 Accounts folgen dem Verein auf Douyin bisher – auf TikTok, wie die App außerhalb Chinas heißt, sind es etwa doppelt so viele. Mutter von TikTok und Douyin ist der chinesische Konzern Bytedance.
horizont.net, fcbayern.com

Matthias Stock wechselt von Sixt zum E-Learning-Startup SimpleClub.

Sixt und der bisherige Social-Media-Chef Matthias Stock, 36, gehen getrennte Wege, Stock wechselt als Marketingchef zum E-Learning-Startup SimpleClub. Dort soll er den Markenaufbau und die Internationalisierung vorantreiben und dafür ein Team aufbauen. Einen Nachfolger bei Sixt gibt es nicht, Stocks Social-Media-Team gehört nun zu Global Brand Strategy & Communications, die Robin Ruschke leitet.
horizont.net

Zahl des Tages: Facebook zahlt Moderator*innen 52 Mio Dollar Schmerzensgeld.

Zahl des Tages: Facebook zahlt aktuellen und ehemaligen Moderator*innen insgesamt 52 Mio Dollar Schmerzensgeld, um für durch den Job entstandene, psychologische Erkrankungen aufzukommen. Jede*r der 11.250 betroffenen Moderator*innen in den USA erhält mindestens 1.000 Dollar, weitere Zahlungen fallen an, wenn z.B. Depressionen oder ein Posttraumatisches Stresssyndrom entstanden sind. Eine ehemalige Moderatorin hatte 2018 Klage eingereicht und geschildert, sie habe regelmäßig u.a. Fotos und Videos von Vergewaltigungen und Morden ansehen müssen.
theverge.com

Video-Tipp: David Schraven spricht über das Fact Checking zu Corona auf Facebook.

Video-Tipp: David Schraven, Gründer von Correctiv, spricht in einer digitalen Ausgabe der Facebook-Veranstaltung Open House mit Facebook-Mann Guido Bülow über die Arbeit der Fact Checker. Schraven berichtet, dass knapp 45 % der Falschinformationen ursprünglich auf YouTube veröffentlicht wurden. In den letzten Wochen habe sein Team verstärkt komplexere aber zugleich wirrere Falschinformationen wahrgenommen.
facebook.com (43-Min-Video)

Zitat: Tijen Onaran will Politik zu Social-Media-Experimenten ermutigen.

"Dabei liegt der Charme der Kanäle doch nicht im 'das haben wir immer so gemacht', sondern gerade im 'das haben wir noch nie so gemacht'."

Netzwerk-Spezialistin und Linked-in-Stimme Tijen Onaran kritisiert im Interview mit kress.de, dass selbst einige Spitzenpolitiker*innen Social Media noch als "eine Art verlängerte Werkbank" für Pressemitteilungen aus ihrem Wahlkreis verstehen.
kress.de

Aus dem Archiv: Wie geht's dem Networking in Zeiten von Corona, Tijen Onaran? (03/2019)

Telegram ist die Sickergrube der Verschwörungstheorien.

Telegram ist für die "Corona-Querfront" ein wichtiger Treffpunkt, beobachtet Simon Hurtz. Während Verschwörungsmythen um Bill Gates und die "Mächtigen" auf Plattformen wie YouTube schlechter auffindbar sind, wenn Faktenchecks sie einmal als falsch entlarvt haben, erreichen sie ihr Publikum auf Telegram ungefiltert. Mit den dort verbreiteten Links umgehen die Gruppen die Algorithmen von Facebook und Co.
sueddeutsche.de

Twitter führt Labels für Tweets mit irreführenden Corona-Infos ein.

Twitter will Tweets, die Corona-bezogene Falschinformationen enthalten, mit einem Label kennzeichnen. Es führt Nutzer*innen auf eine kuratierte Seite oder "externe vertrauenswürdige Quelle", die Informationen über die Behauptungen eines Tweets liefern kann. Tweets, die im Widerspruch zu den Richtlinien von Gesundheits-Experten stehen, will Twitter mit einer Warnung überdecken.
theverge.com

Georg Koflers Social Chain AG erwartet trotz Corona 200 Mio Euro Umsatz.

Social Chain AG, Agentur für Social-Media-Marketing von Georg Kofler, erwartet 2020 trotz Corona-Krise 200 Mio Euro Umsatz bei 8 Mio Euro operativem Gewinn. Social Chain befinde sich zudem "in fortgeschrittenen Verhandlungen" zur Übernahme diverser Marken und Firmen und will das US-Geschäft ausbauen. 2020 ist das erste volle Geschäftsjahr der Agentur, die im Oktober 2019 durch die Fusion der Social Chain Group mit der Lumaland AG entstanden ist.
socialchain.com

Zitat: Social Media macht “Bekloppte” lauter, als sie sind, sagt Kabarettist Sebastian Pufpaff.

"Durch Social Media haben die Bekloppten eine Lautstärke erreicht, die ihrem Ausmaß nicht gerecht wird, und so motivieren sie sich zu Straftaten."

Kabarettist Sebastian Pufpaff sagt im "Spiegel"-Interview, Angriffe wie der auf das Team der "heute-Show" seien eine Frage der Zeit gewesen. Es brauche aber "noch keine bewaffneten Personenschützer".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Facebook und YouTube können wegen Corona nicht richtig gegen Fake News kämpfen.


Durch Schutzmaßnahmen ungeschützt: Facebook und YouTube können derzeit schlechter als sonst gegen Fake News vorgehen, berichtet der "Spiegel". Beide Unternehmen sagen, wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie könnten derzeit weniger Mitarbeiter*innen als üblich Inhalte prüfen. Viele der meist bei externen Dienstleistern angestellten Moderator*innen seien derzeit im Home Office und könnten dort nur Teile ihrer Aufgaben wahrnehmen. Zudem würde es länger dauern, Inhalte zu prüfen. Facebook gibt an, dies betreffe in Deutschland mehrere Hundert Mitarbeiter*innen.

Das Unternehmen setze daher stärker auf die maschinelle Erkennung problematischer Inhalte, die allerdings fehleranfällig sei. Außerdem priorisiere Facebook bestimmte Inhalte. Erst gestern haben über 100 internationale Mediziner*innen in einem offenen Brief Facebook, Twitter und Google aufgefordert, konsequenter gegen Desinformationen zum Corona-Virus vorzugehen. Sie bezeichnen die kursierenden Fake News als "Infodemie" und sehen durch sie Menschenleben gefährdet.
"Spiegel" 20/2020, S. 28 (Vorabmeldung), spiegel.de, turi2.de (Background)

Soziale Medien bekommen Video mit Fake News zu Corona nicht in den Griff.

Fake News: Ein Video mit verschiedenen Verschwörungstheorien zu Corona taucht trotz Bemühungen der Plattformbetreiber immer wieder auf. Bei dem 26-Min-Video handelt es sich um einen Ausschnitt aus einer angekündigten, längeren Dokumentation. Deren Produzent sagt, er wolle nicht gegen die Löschungen vorgehen, aber an Möglichkeiten Arbeiten, das Video an Gatekeepern vorbeizuschmuggeln.
cnet.com, onlinemarketing.de

Ärzt*innen geht Kampf gegen Fake News auf Social Media nicht weit genug.

Soziale Netzwerke sollen medizinische Falschbehauptungen richtigstellen statt sie bloß zu löschen, fordern mehr als 100 Ärzt*innen in einem offenen Brief, den sie am Donnerstag als ganzseitige Anzeige in der "New York Times" schalteten. Darin schreiben sie, dass sich die teils ungefiltert auf den Plattformen kursierenden Gerüchte negativ auf ihre Arbeit auswirkten. Das Schreiben unterzeichnete auch der deutsche Virologe Christian Drosten.
sueddeutsche.de, rnd.de