Horizont Online: Rezo verlässt die Agentur Tube One, die Bertelsmann übernehmen will.

Rezo hat die Influencer-Agentur Tube One verlassen und ist zum Kölner Management All In gewechselt, berichtet Horizont Online. Er gesellt sich damit zu Influencern wie Mrs. Bella und den Youtubern von Gewitter im Kopf. Anfang Januar war bekannt geworden, dass Divimove, Video-Influencer-Netzwerk der RTL Group, Tube One übernehmen will.
horizont.net, turi2.de (Background)

Sebastian Moritz wechselt von Netflix zur Mediengruppe RTL:

Mediengruppe RTL wirbt Sebastian Moritz, 37, als Social-Media-Chef bei Netflix ab, berichtet Horizont. Er verantwortet für die Kölner Sender-Gruppe u.a. die Weiterentwicklung der Social-Media-Strategie. Bei Netflix war er die letzten zwei Jahre von Amsterdam aus für Marketing und Social Media im deutschsprachigen Raum zuständig, davor arbeitete Moritz u.a. für den Modehändler Snipes und den Spiele-Hersteller Electronic Arts.
horizont.net

Zitat: Mathias Müller von Blumencron will Behörden Social Media nicht verbieten.

"Es wäre genau das falsche Zeichen, wenn sich drei Jahrzehnte nach Erfindung des World Wide Webs, Behörden aus einer Welt zurückziehen müssten, die in ihrer digitalen Parallelität längst zu einem untrennbaren Teil unserer Wirklichkeit geworden ist."

Mathias Müller von Blumencron, "Tagesspiegel"-Co-Chefredakteur, hält den Vorschlag von Datenschützern, Behörden Social Media zu verbieten, für einen Irrweg. Es fehlten jedoch gesetzliche Regelungen.
tagesspiegel.de (Kommentar), tagesspiegel.de (Background)

Instagram testet Direct Messages über den Browser.

Instagram bringt seine Direktnachrichten in den Webbrowser. Bisher konnten Nutzer nur über die App Nachrichten verschicken und empfangen. Zunächst bekommt eine "kleine Prozentzahl" der weltweiten Nutzer Zugriff auf die neue Funktion, die sich u.a. an Firmen und Influencer richtet, die sehr viele Direktnachrichten erhalten.
theverge.com, techcrunch.com, cnet.com

MDR startet Online-Meinungsbarometer “MDR Fragt”.

MDR ruft das Online-Meinungs­barometer MDR Fragt ins Leben, um die Stimmung in Mittel­deutschland zu erheben. Interessierte Teilnehmer können sich ab sofort registrieren. MDR Fragt will mit einem breiten, registrierten und gewichteten Panel ein Gegenpol zu hitzigen Debatten in sozialen Medien sein, bei denen oft die dominieren, die am lautesten sind.
presseportal.de, mdr.de

Hass im Netz: Bisher wurden rund 1.300 Bußgeldverfahren eingeleitet.

Hass, Du bist umzingelt: Wegen Mängeln bei der Umsetzung des Gesetzes gegen Hasskommentare im Internet hat das Bundesamt für Justiz bisher rund 1.300 Bußgeldverfahren gegen Anbieter sozialer Netzwerke eingeleitet, zitiert das "Handelsblatt" aus der Antwort der Bundesregierung an die FDP-Bundestagsfraktion. Ausgesprochen wurde bisher nur ein Bußgeld: Facebook muss wegen mangelnder Transparenz im Umgang mit Hasskommentaren 2 Mio Euro zahlen. Der Bescheid ist noch nicht rechtskräftig.

Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google müssen gemäß NetzDG ein einfaches und ständig verfügbares Verfahren zur Übermittlung von Nutzerbeschwerden über rechtswidrige Inhalte zur Verfügung stellen. Allein in diesem Bereich sind seit Januar 2018 insgesamt 1.167 Bußgeldverfahren eingeleitet worden – mehr als die Bundesregierung erwartet hatte. Die Regierung war zunächst nur von 500 Verfahren pro Jahr ausgegangen.
handelsblatt.com

Nach Vorschlag von Schäuble: Digitalsprecher der SPD ist gegen eine Klarnamenpflicht.

Klarnamen werden im Netz "immer wieder für Hass und Hetze missbraucht", schützen aber auch vor Anfeindungen, sagt der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jens Zimmermann, im "Handelsblatt". Bei Hasskommentaren sei nicht die Identifizierung, sondern die Strafverfolgung das Problem. Bundestagspräsident Schäuble sprach sich zuvor für Klarnamen aus.
handelsblatt.com

Bundeskanzlerin Merkel hat die meisten Instagram-Abonnenten im Kabinett.

Instagram: Bundeskanzlerin Merkel hat mit 1,1 Mio die meisten Abonnenten unter den Mitgliedern des Kabinetts, beobachtet die "Bild am Sonntag". Auf dem zweiten Rang steht Außenminister Maas mit knapp 44.000 Anhängern, vor Landwirtschaftsministerin Klöckler mit 35.400 Abonnenten. Von den 14 Ministern sind nur die vier Minister Schulze, Altmaier, Seehofer und Lambrecht nicht auf Instagram vertreten.
"Bild am Sonntag", S. 16-17 (Paid)

“Focus”: Die Bundesregierung zahlte 2019 über 350.000 Euro für Facebook-Werbung.

Facebook: Die Bundesregierung hat 2019 mehr als 350.000 Euro für Werbeanzeigen auf Facebook ausgegeben, zitiert der "Focus" eine Auswertung der Werbebibliothek des sozialen Netzwerks. Unter den Ministerien investierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 103.107 Euro die höchste Summe, gefolgt vom Justizministerium (46.442 Euro) und Familienministerium (13.500 Euro).
focus.de

Facebook verbannt Deepfake-Videos von seiner Plattform.


How deep is your fake? Facebook will künftig Videos von seiner Plattform löschen, die durch technische Manipulation den Eindruck erwecken, eine Person hätte etwas gesagt, was sie nicht gesagt hat – sogenannte Deepfakes. Satire und Parodien sollen von der Regel ausgenommen bleiben. Auch technisch weniger ausgeprägte Fälschungen fallen nicht unter die neue Regel.

Im Sommer ging ein manipuliertes Video mit Nancy Pelosi viral. Facebook hatte sich damals geweigert, das Video zu entfernen. Unter anderem von Pelosi kommt nun Kritik, die neuen Regeln würden nicht weit genug gehen und so Lücken lassen. Das eigentliche Problem seien nicht Deepfakes, sondern Facebooks Weigerung, die Verbreitung von Desinformationen zu stoppen, so die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses.
nytimes.com, about.fb.com, businessinsider.com (Kritik)

Neues Cambridge-Analytica-Leck deckt weltweite Manipulationen auf.

Wer die Wahl hat: Ein Datenleck der insolventen Datenfirma Cambridge Analytica gibt Aufschluss über die interne Struktur, mit der das Unternehmen Wähler weltweit manipuliert hat. Auf dem Twitter-Account HindsightFiles tauchen seit Neujahr Links zu Dokumenten über die Wahlen in Malaysia, Kenia, Brasilien und dem Iran auf. Sie stammen offenbar von Ex-Mitarbeiterin Brittany Kaiser (Foto). Sie sagt, das Material gehe "weit über das hinaus, was die Leute über den 'Cambridge Analytica-Skandal' zu wissen glauben". Die Firma sei in wesentlich größerem Ausmaß aktiv gewesen. Unter den mehr als 100.000 Dokumente seien solche, die die Schwarzgeldmaschinerie bei US-Wahlen zeigen, mit 2016 u.a. der die Herkunft von Großspenden an Trump verschleiert wurde.
theguardian.com, t3n.de

Julian Reichelt will “Bild TV” mit Nutzervideos bestreiten.


Bild Dir Deinen Sender: "Bild"-Chef Julian Reichelt schwört sein Team in einer Mail auf sein TV-Projekt ein, das mit "Bild TV Live Digital" nun offenbar auch einen Namen hat. "Horizont" zitiert aus der Mail, der Sender solle "Deutschlands erster User Generated Channel" werden und sich innerhalb von drei Jahren zu mehr als 50 % aus Zuschauer-Videos speisen. "Wir fragen nicht das Volk, wir geben der Stimme der Menschen ein Zuhause", propagiert Reichelt und will auch "große Gerechtigkeitsthemen unserer Zeit" im Programm abbilden. Nur "Bild" habe "die Kraft, die Energie und die Agilität", den "begehrten Rohstoff News in Live-Entertainment von höchster Relevanz und Reichweite zu verwandeln".

Einen klassischen News-Sender will Reichelt nicht machen, "es ist nicht Fernsehen, es ist nicht linear", schreibt er. Wichtig seien allein "Content, Reichweite und Relevanz". Was nicht in zwei Minuten für Social Media oder in zehn Minuten für YouTube funktioniert, "darf niemals stundenlanges Programm werden". Gleichwohl gehe es nicht ganz ohne lineares Programm, denn dort sei das Geld zu verdienen, "alles andere hätte keine Chance, das zu tragen, was uns einzigartig macht – unser Netzwerk".
horizont.net (Paid)

Datenschützer fordert von Aufsichtsbehörde härteres Vorgehen gegen Facebook.

Facebook: Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar wirft der irischen Datenschutzaufsichtsbehörde im "Handelsblatt" Untätigkeit im Umgang mit Tech-Konzernen vor. Bei der Durchsetzung der DSGVO gebe es "erhebliche Defizite". Das "Ausbleiben von aufsichtsbehördlichen Maßnahmen" begünstige "marktbeherrschende Unternehmen". Die irische Datenschutzbehörde ist europaweit u.a. für Facebook zuständig, da der Konzern dort seine EU-Niederlassung hat.
handelsblatt.com

Meinung: Facebook ist keine Sucht.

Facebook ist keine Sucht, sagt Informatiker und Autor Nir Eyal im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Bei einer Sucht gibt es einen Dealer, den Betroffene verantwortlich machen könnten. "Würde Mark Zuckerberg Facebook abschalten, glauben Sie, dass dann alle anfangen, Shakespeare zu lesen?", fragt der Autor rhetorisch. Nutzer seien gegen Ablenkungen nicht hilflos.
"Süddeutsche Zeitung", S. 9 (Paid)

Meinung: Bei Hass im Netz hilft Solidarität.

#Umweltsau: Der Streit um die Satire macht sichtbar, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie mit Bedrohungen im Netz umgehen sollen, kommentiert "Spiegel"-Autorin Margarete Stokowski. "Bedingungslose Solidarität" und Unterstützung für die vom Hass Betroffenen, auch von Vorgesetzten, wirke bei Hasskommentaren als "eine Art Gegenzauber".
spiegel.de

WDR-Satire: Chorleiter weist Vorwurf der Instrumentalisierung zurück.


Fromme Chorknaben? Zeljo Davutovic, Gesamtleiter des WDR-Kinderchors, entschuldigt sich in einem Statement nach dem umstrittenen Satire-Song. Den Kindern sei erklärt worden, dass "mit Überspitzung und Humor" der Generationenkonflikt "aufs Korn" genommen werden sollte. Kinder und Eltern hätten freiwillig an dem Projekt teilgenommen. In dem Satire-Song gehe es nicht um die Oma, "sondern um uns alle. Hier schließe ich mich persönlich ein", erklärt Davutovic. Einige Familien haben sich entschieden, nicht mitzuwirken, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Das Thema sei während dieser Abfrage "überhaupt nicht hochgekocht".

Die Idee der jahresrückblickenden WDR-Satire sei auf Kinderstimmen konzipiert, "Fridays for Future" sei ebenfalls von Kindern und Jugendlichen organisiert, weshalb Chorleiter Davutovic auch das Projekt der WDR2-Redaktion zugesagt habe. Als Musiker wolle er sich "bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen." Der Chor habe "in den vergangenen Jahren immer allergrößten Respekt vor Seniorinnen und Senioren gezeigt", beispielsweise bei Auftritten in Seniorenheimen.
(Foto: Screenshot WDR Fernsehen)
welt.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: TikTok ist als App oft älter als die minderjährigen Nutzer.

TikTok: Die noch junge App ist oft älter als die meist minderjährigen Nutzer, beklagt Grundschullehrer und Influencer Basti im "Spiegel"-Interview. Viele Kinder verwendeten TikTok schon mit sechs Jahren und damit früher als Plattformen wie Facebook. Eltern rät der Lehrer einen gemeinsamen Account anzulegen, um die Aktivitäten des Nachwuchses nachverfolgen zu können.
spiegel.de

Nach Umweltsau-Satire: Rechte demonstrieren vor der WDR-Zentrale.

#Umweltsau: Rund 100 Personen haben am Sonntag vor der WDR-Zentrale in Köln gegen den Satire-Song demonstriert. Unter den Teilnehmern sollen auch Rechtsextreme mit Verbindungen in die Rocker- und Hooliganszene gewesen sein. Laut Polizeiangaben kam es zu verbalen Konfrontationen zwischen Personen "aus dem offensichtlich eher linken und dem eher rechten Spektrum".
rnd.de

Lese-Tipp: Pressemitteilungen von Politikern finden im Netz keinen Zuspruch.

Lese-Tipp: Politiker müssen begreifen, dass Social Media nur ein anderer politischer Raum ist, um Botschaften zu übermitteln, sagt Influencerin Lilly Blaudszun, die für die SPD twittert, in der "Bild". Dazu gehörten auch private Einblicke von Politikern. Theresa Hein (Foto), die für die CDU twittert, betont, dass Politiker authentisch bleiben müssen, Pressemitteilungen zu reproduzieren führe im Netz zu keinem Erfolg.
bild.de (Paid)

Meinung: TikTok hatte 2019 ein katastrophales Rekordjahr.

Tiktok hat 2019 ein Rekordjahr erlebt, das gleichzeitig katastrophal für sein Image war, schreiben Markus Böhm, Guido Mingels und Anton Rainer. Das chinesische Netzwerk musste mehrere Skandale wegstecken, die das Vertrauen der Investoren kurz vor dem Börsengang des Mutterkonzerns Bytedance schmälern. 2020 müsse TikTok sein Schmuddelimage ablegen und auch ältere Nutzer ansprechen, um in der Lage zu sein, Geld zu verdienen.
"Spiegel" 01/2020, S. 70 (Paid)

Auch Spotify zieht politischer Werbung vorerst den Stecker.


Unpolitische Musik für die Ohren: Spotify tut es anderen Tech-Firmen gleich und untersagt im Jahr der US-Präsidentschaftswahl politische Werbung auf seiner Plattform. Die neuen Regeln sollen Anfang 2020 in Kraft treten und politische Anzeigen in kostenfreien Accounts sowie in exklusiven Podcasts verbannen. Spotify begründet, es habe nicht genug Kapazitäten, um die Anzeigen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Offiziell spricht der Musikstreaming-Anbieter nicht von einem dauerhaften Verbot politischer Werbung, sondern von einer Pause.

Der Schritt hat zunächst nur Auswirkungen auf die USA, da Spotify in anderen Ländern aktuell keine politische Werbung verkauft. Bisher haben in den USA unter anderem der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders und das Komitee der Republikanischen Partei Anzeigen geschaltet. Auch Twitter will ab 2020 keine politische Werbung zulassen, Google schränkt die Targeting-Möglichkeiten deutlich ein.
adage.com, theverge.com, turi2.de (Background)

“WSJ”: TikTok sucht nach einem Hauptquartier außerhalb Chinas.

TikTok will sein Image als chinesisches Unternehmen loswerden und sucht nach einem Hauptquartier außerhalb Chinas, berichtet das "Wall Street Journal". Vor allem in den USA steht die App unter Beobachtung, die US-Marine verbietet etwa die Installation auf Diensthandys. Als mögliche Standorte seien Singapur, London und Dublin im Gespräch.
wsj.com via businessinsider.de

Twitter-Nutzer können sich kaum gegen Account-Sperrungen wehren.

Twitter löscht immer wieder Nutzerkonten mit fragwürdigen Begründungen, beobachtet die "Welt am Sonntag". Ironische Tweets seien dem Kurznachrichtendienst fremd, Nutzer müssten Tweets oft unfreiwillig löschen, damit der Account wieder freigeschaltet wird. Betroffene hätten kaum eine Chance sich juristisch zu wehren, da die Europa-Zentrale von Twitter in Irland sitzt.
"Welt am Sonntag", S. 34 (Paid)

Basta: Influencer Julien Bam schließt seinen YouTube-Kanal.

Hauptsache es trägt: Influencer Julien Bam, mit über 5 Mio Abonnenten einer der erfolgreichsten YouTuber Deutschlands, legt seinen Kanal still. Der Ehrgeiz für die zeitlich aufwändigen Videoproduktionen wurde ihm "einfach zum Verhängnis". Verhängnisvoll waren vielleicht auch die Videolängen: Der Monolog zum Abschied hat über 13 Minuten Laufzeit.
youtube.com, promiflash.de

Staatliche Manipulation: Twitter sperrt Accounts mit Bezug zu Saudi-Arabien.

Ausgetwittert: Twitter blockiert zahlreiche Accounts mit Verbindungen nach Saudi-Arabien, teilt der Kurznachrichtendienst in einem Blogeintrag mit. Die Accounts sollen Beiträge, die sich positiv über saudische Autoritäten geäußert haben, durch aggressives Liken oder Retweeten verstärkt haben. Die Konten verstoßen demnach gegen die Regeln der Plattform. Die Manipulation habe das Ziel, die "geopolitischen Interessen" Riads voranzutreiben.

Twitter sieht eine "erhebliche staatlich gestützte Informationsoperation", die aus Saudi-Arabien gekommen sei. Die Mehrheit der betroffenen Accounts sei arabischsprachig gewesen. Einige englischsprachige Beiträge zielten auf ein "westliches Publikum". Im November teilte das US-Justizministerium mit, dass zwei frühere Twitter-Mitarbeiter private Kontoinformationen von Regierungskritikern für Saudi-Arabien ausspioniert haben sollen.
handelsblatt.com, bild.de

Studie: Generation Z verbringt täglich 126 Minuten mit Social Media.

Generation Z verbringt mehr Zeit mit Social Media – nämlich 126 Minuten täglich – als mit Fernsehen – 102 Minuten –, sagt eine Studie des Online-Kiosks Readly. Die emotionalen Auswirkungen verteilen sich laut Studie fifty-fifty: Jeder Vierte denke oft, dass er seine Zeit verschwendet hat, ebenso viele sagen, sie seien danach entspannter. 60 % aller Befragten haben schon mal eine Social-Media-Pause gemacht, besonders Männer fühlten sich danach glücklicher.
horizont.net

Facebook untersucht Datenleck, das Infos zu 267 Mio Profilen offenlegt.

Facebook-LogoFacebook prüft ein Datenleck, auf das ein US-Sicherheitsforscher gestoßen ist: In einer Datenbank hat er Informationen zu rund 267 Mio Profilen überwiegend aus den USA gefunden, deutlich mehr als bei vorherigen Datenlecks. Die Telefonnummern, Klarnamen und Facebook-IDs hätten komplett ungeschützt in der Datenbank gestanden, die inzwischen nicht mehr erreichbar ist. Ob die Daten für Phishing und Co missbraucht worden, ist nicht klar.
spiegel.de, t3n.de,chip.de

Datenleck zeigt Ausmaß gekaufter “Gefällt mir”-Angaben im Netz.

Gekaufter Applaus: Knapp 90.000 Fanseiten in sozialen Netzwerken nutzen bezahlte "Gefällt mir"-Angaben, sagen Recherchen von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung". Demnach profitierten Seiten von Politikern, Parteien, Prominenten sowie insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen bei Facebook, Instagram, Google und YouTube von fingierter Zustimmung im Netz. Die aufgedeckten Daten stammen vom Anbieter Paidlikes. Das Unternehmen vermittelt Fanseiten an Clickworker, die gegen Zahlung von Cent-Beträgen manipulierte "Gefällt mir"-Angaben vergeben.

Die Ruhr-Universität Bochum wertete über eine Sicherheitslücke einen Datensatz von Paidlikes aus. Das Unternehmen zähle zu einem der größten Anbieter für manipulierte Bewertungen in den sozialen Netzwerken. Paidlikes sieht in "der Sehnsucht nach Ruhm im Netz ein legales und legitimes Geschäftsmodell". Aus dem Datensatz gehe nicht hervor, wie viele Likes jeweils gekauft wurden und wer Auftraggeber war - ob die Seiteninhaber selbst oder unbekannte Dritte.
sueddeutsche.de, presseportal.de (Pressemitteilung)

Basta: Datenschutzbehörde kritisiert nach Thunberg-Tweets die Deutsche Bahn.

Fridays For Datenschutz: Die Berliner Datenschutzbeauftragte kritisiert nach dem PR-Wirbel um Greta Thunbergs Sitzplatzreservierung die Deutschen Bahn. Der Konzern hatte Journalisten Details zu ihrer Reise preisgegeben - nachdem Thunberg diese selbst zuvor bei Twitter DSGVO-unkonform veröffentlichte. Der Maulwurf dürfte damit in den eigenen Reihen sitzen - zumindest auf dem ICE-Boden.
wuv.de, turi2.de (Background)

Meinung: Der Widerstand gegen Facebook wächst.

Facebook-LogoFacebook hat es mit immer mehr Kritikern zu tun, die die Marktmacht des Konzerns beschränken wollen, schreiben Uwe Jean Heuser und Ann-Kathrin Nezik in der "Zeit". Darunter seien Politiker in verschiedenen Ländern ebenso wie Wettbewerbshüter und ehemalige Wegfährten. Facebook reagiere auf die Kritik und Forderungen, indem es öffentlich für strengere Regeln plädiere, allerdings nur für solche, die das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht gefährden.
"Zeit" 53/2019, S. 23 (Paid)

Influencer-Verband stellt Ethik-Richtlinien auf.

Bundesverband Influencer Marketing hat zusammen mit der Uni Leipzig einen Ethik-Kodex für Influencer, Auftraggeber und Agenturen erarbeitet. Dieser sieht u.a. vor, dass Influencer eigenständig, transparent, aufrichtig und wahrheitsgetreu arbeiten, einen wertschätzenden Umgang miteinander pflegen und Fürsorge für schutzbedürftige Personengruppen tragen.
bvim.info

Berliner Anwalt will Bundesregierung Social Media verbieten.

Regierungsmedien: Ein Berliner Rechtsanwalt klagt gegen die Social-Media-Aktivitäten der Bundesregierung und verlangt Unterlassung. Das verantwortliche Bundespresseamt verletze damit "die Integrität der Meinungsbildung", begründet er. Die Bundesregierung hält die Klage für unzulässig. Es fehle an Grundrechtseingriffen und damit an der nötigen Klagebefugnis.
tagesspiegel.de

Instagram rollt sein Fact-Checking weltweit aus und gleicht Fakenews künftig mit Facebook ab.


Factchecking im Quadrat: Instagram weitet seinen Kampf gegen Falschnachrichten aus. Künftig will das Netzwerk weltweit gemeldete Beiträge durch Faktenprüfer checken lassen und Falschmeldungen markieren. Außerdem gleicht das Netzwerk entsprechend gekennzeichnete Beiträge ab sofort mit der Konzernmutter Facebook ab, um identische Fake-News automatisch auch im jeweils anderen Netzwerk zu markieren. Ausgenommen von Faktenchecks sind Beiträge von Politikern. Damit schließt sich Instagram der umstrittenen Praxis an, die Facebook bereits für Anzeigen gelten lässt.

Instagram hat sein Factchecking-Programm als Testlauf im Mai in den USA gestartet. Seit August können Nutzer Falschnachrichten in der App melden. Laut Techcrunch arbeitet das Netzwerk nun weltweit mit 45 Organisationen zusammen, die den Wahrheitsgehalt von Beiträgen auf Instagram überprüfen.
about.fb.com, techcrunch.com, turi2.de (Background)

Instagram warnt Nutzer per KI vor potentiell beleidigenden Bildunterschriften.

Instagram will Nutzer für potentielle Hasspostings sensibilisieren. Dafür rollt das Netzwerk eine neue Funktion aus, bei der Nutzer eine Warnung sehen, wenn ihr geplanter Post anderen ähnelt, die bereits gemeldet wurden. Dafür nutzt Instagram eine KI, die bereits bei einer ähnlichen Funktion für Kommentare zu Einsatz kommt.
theverge.com

Wirbel um Bahn-Tweet: Greta Thunberg soll in der 1. Klasse gereist sein.

Bahn-Gate: Greta Thunberg soll, anders als es ihr Tweet über überfüllte Züge suggerierte, mit einem Sitzplatz in der 1. Klasse gereist sein, behauptet die Deutsche Bahn. Thunberg hatte zuvor ein Foto veröffentlicht, das sie auf dem Boden eines ICE zeigte. Auf dem Weg nach Norddeutschland habe die Klimaaktivistin erst ab Göttingen einen Sitzplatz erhalten, relativierte Thunberg später ihren Bahn-Tweet.
n-tv.de, twitter.com (Thunberg-Foto), twitter.com (Bahn-Reaktion)

Basta: Queen Elisabeth II sucht per Stellenanzeige einen Social-Media-Chef.

Twittern im Namen Ihrer Majestät: Queen Elisabeth II, 93, sucht einen Social-Media-Chef in einer 37,5-Stundenwoche - Lunch inklusive. Das Königshaus wolle "neue Wege" gehen, um die Präsenz der Queen "auf der Weltbühne zu erhalten", heißt es in der Stellenanzeige. Über die drohende mediale Bedeutungslosigkeit nach dem Brexit scheint die Queen not amused.
bild.de

Twitter sperrt in NRW vorübergehend Polizei-Accounts.

Twitter: Einige Accounts von Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen werden vom Kurznachrichtendienst "vorübergehend gesperrt", meldet der WDR. Betroffen sei u.a. die Polizei in Heinsberg, Soest oder dem Rhein-Kreis Neuss. Von den Accounts seien "einige ungewöhnliche Aktivitäten ausgegangen". Nutzer können zustimmen, dass sie dennoch Zugriff erhalten wollen. Die Polizeibehörde in Mettmann, die zwischenzeitlich auch betroffen war, spricht von "technischen Problemen".
blog.wdr.de

Facebook: Unabhängiges Gremium im Kampf gegen anstößige Inhalte kommt erst 2020.


Verzögerte Hilfeleistung: Facebook startet sein unabhängiges Gremium zur Überprüfung von Inhalten doch erst 2020. Grund für die Verzögerung ist die Fülle von Anwärtern – bei Befragungen in 88 Ländern seien mehr als 1.000 Kandidaten nominiert worden, darunter u.a. ehemalige Staatschefs und Nobelpreisträger. Das Gremium soll voraussichtlich von drei Vorsitzenden geführt werden. Diese sowie die ersten 20 Mitglieder will Facebook im Januar 2020 bekanntgeben.

Die Mitglieder des Gremiums sollen transparent über strittige Fälle beraten und Facebook Empfehlungen aussprechen. Dazu gehören u.a. Inhalte wie Gewalt und kriminelles Verhalten, Pornografie und andere anstößige Inhalte. Die für das Gremium geplante Stiftung erhält von Facebook eine Finanzspritze von 130 Mio Dollar. Damit sollen die operativen Kosten für mindestens sechs Jahre abgedeckt sein.
wsj.com (Paid), futurezone.at, turi2.de (Background)

Meinung: TikTok-Influencer entlocken ihren Followern Geld mit fragwürdigen Methoden.

TikTok: Im weniger bekannten Streaming-Bereich der chinesischen Plattform laufen zum Teil fragwürdige Geschäfte, berichtet Markus Böhm. Gegen Geld können User anderen Nutzern Animationen schicken. Viele Influencer werben mit dubiosen Versprechen wie Aufmerksamkeit oder ihrer Handynummer um die Animationen und erhalten so Geld, während TikTok mitverdient. Viele der Spender und Empfänger sind minderjährig. TikTok will die Funktion ab dem 20. Dezember nur noch volljährigen Nutzern gestatten.
spiegel.de

TikTok hat in Deutschland 5,5 Mio aktive Nutzer.

TikTok zählt in Deutschland mittlerweile mehr als 5,5 Mio aktive Nutzer, schreibt Michael Kroker. Im Schnitt verbrächten sie rund 50 Minuten pro Tag auf der chinesischen Plattform. Damit ist Deutschland inzwischen der größte europäische Markt für TikTok, noch vor Großbritannien mit rund 5,4 Mio Nutzern. Im Frühjahr waren noch nur 4,1 Mio deutsche Nutzer rund 39 Minuten pro Tag auf TikTok aktiv.
blog.wiwo.de