“Spiegel” stellt Digital-Design und Technik auf den Kopf.


Work in progress: Der "Spiegel" enthüllt zur Digitalmesse Dmexco sein künftiges digitales Gesicht – und gewährt tiefe Einblicke in den Entstehungsprozess. Über Monate haben Journalisten, Techniker und Designer gearbeitet. Spiegel Online, das "Online" aus dem Namen streicht, rückt optisch spürbar an das Heft und seinen digitalen Ableger. Sämtliche Systeme, inklusive "Manager Magazin", Bento und "Harvard Business Manager", sollen auf die gleiche Plattform umziehen. Aus dem langen Prozess zieht das Team auch eine Lehre: "Wir wollen nie wieder einen grundlegenden Relaunch wie diesen umsetzen."

Das "Spiegel"-Team will sich mit den neuen Auftritten von den schnellen News entfernen und setzt stattdessen auf "Präsentation der Tiefe, der Hintergründe, der analytischen Kraft, die unsere integrierte Redaktion bieten kann wie wenige andere". Die neue Seite soll optisch klarer Nachrichten von Meinung trennen, kleine von großen Stücken und grundsätzlich Magazin-Stoffe mehr in den Vordergrund rücken. Die Teams entwickelten Schriften, Buttons, Farben und Nutzerführung komplett neu und hoffen, mit dem Start der Seite 2020 eine Logik geschaffen zu haben, die danach nur noch minimal angepasst wird statt im großen Rundumschlag. Das Projekt NextGen soll im Haus auch nach dem Launch weiterlaufen.
medium.com

“Spiegel” startet mit Update ein Audio-Nachrichten-Angebot.

Spiegel startet tägliche Audio-Nachrichten mit Fokus auf Smartspeaker. Das Spiegel Update erscheint werktäglich als moderierte Sendung um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr. Samstags gibt es einen Rückblick und sonntags einen Ausblick auf die kommende Woche. Das Update läuft als Podcast u.a. bei Apple und Spotify sowie auf Google Assistant und Alexa – bei Alexa ergänzt um weitere Beiträge und vertonte Artikel aus dem "Spiegel".
spiegel.de

Bild.de laut Agof im Juli erneut die populärste Online-Marke.

Agof-Zahlen: Bild.de erreicht im Juli mit 5,33 Mio täglichen Unique Usern die mit Abstand höchste Reichweite, errechnet Jens Schröder. Dabei konnte Bild.de den Vorsprung auf Spiegel Online ausbauen. Dank Bundesliga-Start legt der "Kicker" deutlich zu und kommt auf 2,20 Mio Unique User. Deutliche Verluste verzeichnen Merkur.de (1,70 Mio Unique User) und die Springer-Samsung-App Upday, die 18,5 % verliert und im Juli 1,59 Mio Unique User erreicht.
meedia.de

“Spiegel”-Journalisten sollen auch technisch zusammenrücken.

Spiegel und Spiegel Online sollen künftig in einem gemeinsamen Redaktionssystem arbeiten – damit Inhalte schneller online gehen können. Nach und nach ziehen Print- und Online-Ressorts in gemeinsame Büros. Bereits am 11. September gibt der Verlag Einblick ins neue Spiegel Online, das 2020 den Zusatz Online aus dem Namen streicht.
meedia.de, medium.com (Reformen-Überblick)

Renner: “Spiegel” beerdigt die Marke “Spiegel Online”, Judith Mohr wird Creative Director.


"Spiegel" ohne Online: Spiegel Online hat als Marke ab 2020 ausgedient – nach 25 Jahren, schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner Funke-Medienkolumne. Zum Jahreswechsel will das Nachrichten-Magazin gedruckt wie digital unter der Marke "Der Spiegel" auftreten und damit die Integration von Print und Digital auch nach außen zeigen. Eine externe Agentur entwickelt aktuell einen neuen, einheitlichen Look.

Schon im Herbst bekommt der "Spiegel" wieder einen Art Director: Steffen Klusmann holt seine Weggefährtin Judith Mohr (Foto), derzeit Creative Directorin beim "manager magazin", in die gleiche Position beim "Spiegel". Die beiden haben bereits von 2008 bis 2012 bei der "Financial Times Deutschland" zusammengearbeitet.
abendblatt.de

“Spiegel” vermarktet sich künftig unter Ad-Alliance-Flagge.

Spiegel-Vermarktung tritt künftig unter der Flagge von Bertelsmanns Ad Alliance auf, berichtet "Horizont". Rund zehn Mitarbeiter sind betroffen. Die Mitarbeiter KG des Magazins habe ihre Vorbehalte gegen die Konstruktion aufgegeben. Sollte die Ad Alliance die Umsatzversprechen nicht einhalten, könne der "Spiegel" wieder austreten. Gesellschafter Gruner + Jahr verzichte dafür auf sein Veto-Recht.
"Horizont", S. 6 (Paid), turi2.de (Background)

China sperrt nun auch “FAZ” und “Süddeutsche”.

Das Netz wird engmaschiger: China blockiert nun auch die Websites von "Süddeutsche" und "FAZ". Bisher blockierte das System vor allem große Tech-Plattformen und englischsprachige Medien, die über kritische Themen wie Tibet oder auch die Verfolgung der Uiguren in Xinjiang berichten. Auch die "Tagesschau" wird seit Ende Juni blockiert. Am Samstagfrüh ist u.a. Focus Online und Abendblatt.de geblockt, ein großes Ströer-Portal und ein Wirtschaftsblatt aus Düsseldorf bisher aber ebensowenig wie turi2.de, ergeben Tests mit VPN-Tunneln nach China.

Die Sperr-Infrastruktur, von Spöttern Große Chinesische Firewall genannt, gilt als die effizienteste Internet-Zensurmaschine der Welt diesseits vom plumpen Kappen des kompletten Datenverkehrs. Die Kriterien sind naturgemäß nicht bekannt. Das Netz in China ist seit jeher unfrei, die Zensur von aus chinesischer Perspektive eher kleiner Medien stellt aber eine neue Qualität dar. Grund könnten Berichte über die ungewöhnlich großen Proteste in Hong Kong gegen ein neues Auslieferungsgesetz sein.
sueddeutsche.de, faz.net, tagesschau.de

Mitarbeit: Dirk Stascheit

Berufe mit Zukunft: P wie Produktmanager – Stefan Ottlitz.


Zwischen Stratege und Mädchen für alles: Stefan Ottlitz sitzt beim “Spiegel” genau zwischen Verlag und Redaktion. Für die turi2 edition #8 porträtiert Markus Trantow den früheren Kapuzenpulli-Träger als P wie Produktchef in unserem Berufe-Alphabet. Er spricht mit ihm über erfolgreiche Produktentwicklung und die disruptive Zukunft. Im Erfolgs-Videofragebogen berichtet Ottlitz von seinen Bemühungen, ein guter Chef zu sein. Lesen Sie das ganze Porträt hier als Online-Text oder hier im kostenlosen E-Paper des Buchs.

Mitarbeiter von Spiegel Online sollen nur schrittweise in die Mitarbeiter KG nachrücken.

Spiegel: Bis die Redakteure von Spiegel Online und "Spiegel" nach der Redaktionsfusion gleichberechtigt sind, werden wohl noch bis zu zehn Jahre vergehen, schreibt Gregory Lipinski. Jedes Jahr sollen laut Chefredakteur Klusmann rund 30 Onliner als stille Gesellschafter für ausscheidende Print-Kollegen in die Mitarbeiter KG rücken und so eine Gewinnbeteiligung erhalten. Die Reihenfolge richtet sich nach den Dienstjahren.
meedia.de

“Horizont”: “Spiegel” kämpft um Eigenständigkeit im Anzeigen-Verkauf.


Allianz oder allein? Die weitere Integration des "Spiegel" in die Ad Alliance von Bertelsmann könnte zu einem Gesellschafter-Streit zwischen der Mitarbeiter KG des Nachrichtenmagazins und Gruner + Jahr führen, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Das Verkaufs-Team des "Spiegel" solle künftig unter dem Dach der Ad Alliance auftreten, wünscht sich der Gesellschafter vom Baumwall. Das stoße aber auf Widerstand beim "Spiegel" aus Angst um Eigenständigkeit und Arbeitsplätze. "Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass spricht im Interview von intensiven Gesprächen. Pimpl übersetzt: "Hier ist Feuer in der Hütte."

Hass korrigiert sein 2015 angekündigten Wachstumsziel von 20 Mio Euro aus Neugeschäften bis 2019 nach unten – wegen des späteren Starts von Spiegel Plus und kostspieliger Flops wie "Spiegel Fernsehen". Bis Jahresende rechnet Hass nun mit 13 Mio Euro. Im Vertrieb soll das Online-Abo Spiegel Plus die Rückgänge im Print-Vertrieb ebenfalls bis Jahresende auffangen.
"Horizont" 22/2019, S. 1, 18-19 (Paid)

Auch “Der Kritiker” Georg Diez verlässt den “Spiegel”.

Spiegel verliert nach dem Kolumnisten Jan Fleischhauer auch Georg Diez (Foto) zu Ende September. Er ist seit neun Jahren Kultur-Autor und war bis September 2018 "Der Kritiker" auf Spiegel Online. Diez will neue Formate entwickeln, "die die Lücke zwischen medialem, akademischem und politischem Diskurs schließen". 2016 und 2017 forschte Diez bereits als Nieman Fellow in Harvard zur Journalismus-Zukunft.
turi2 - eigene Infos, turi2.de (Fleischhauer)

Hör-Tipp: CvD von Spiegel Online spricht über pointierte Überschriften.

Hör-Tipp: Levin Kubeth spricht im Podcast mit Janko Tietz, Chef vom Dienst bei Spiegel Online, über über die Kunst der Überschrift. Tietz erzählt unterhaltsam aus der SpOn-Praxis von gelungenen und übergeigten Überschriften und macht klar, warum Überschriften online und in Social Media so wichtig sind.
anchor.fm (49-Min-Audio)

Spiegel Online startet das Journalismus-Projekt “Globale Gesellschaft”.

spiegel online_spon_logo_150Spiegel Online lässt eigens abgestellte Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa über Ungerechtigkeiten der globalisierten Welt und gesellschaftspolitische Herausforderungen berichten. Das Projekt heißt "Globale Gesellschaft". Geplant sind Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts. Die Projektleitung übernimmt Lena Greiner, sie steuert das Team von Hamburg aus. Die Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt das Projekt drei Jahre, sie unterstützt schon ähnliche Projekte bei "The Guardian" und "El Pais".
dwdl.de

Ulrike Simon stellt ihre Medienkolumne ein und wird “Spiegel”-Autorin.

Medienexpertin Ulrike Simon macht nach dreieinhalb Jahren Schluss mit ihrer wöchentlichen Medienkolumne. Künftig schreibt Simon Texte zu Medienthemen für den "Spiegel". Simon startete ihre Kolumne beim Redaktionsnetzwerk Deutschland, seit dem Start von Spiegel Daily veröffentlicht sie ihre Texte beim Paid-Content-Angebot des "Spiegel".
spiegel.de (Paid)

Hans Hoff sorgt sich um die physische Konsistenz von Harald Schmidt.

Kolumnisten-Kritik: TV-Kritiker Hans Hoff, selbst ausschließlich bekannt für konstant kreative Kolumnen, lässt kein gutes Haar am Kolumnisten-Kollegen Harald Schmidt. Der Altmeister der Late-Night wirke in seiner Videokolumne bei Spiegel+ wie ein Greis, der die Zuschauer an seiner "publizistischen Verwesung teilhaben lässt", ätzt Hoff.
dwdl.de

Mitarbeit: Markus Trantow

“Spiegel”: Ullrich Fichtner und Matthias Geyer werden nicht Co-Chefredakteur und Blattmacher.


"Besondere Aufgaben": Der "Spiegel" zieht personelle Konsequenzen aus dem Fall Relotius und macht Ullrich Fichtner (Bild, links) nicht wie angedacht zum Co-Chefredakteur und Matthias Geyer (Bild, rechts) nicht zum Blattmacher. Geyer gibt zudem die Leitung des Gesellschaft-Ressorts ab. Gleichzeitig schreibt der Verlag, die interne Untersuchung habe ergeben, "dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft". Fichtner und Geyer bleiben beim "Spiegel". Fichtner wird "Reporter mit besonderen Aufgaben" und soll Titelgeschichten konzipieren und verfassen sowie Großprojekte betreuen. Geyer soll mit dem Titel "Redakteur für besondere Aufgaben" die Textqualität betreuen – im Auftrag der Blattmacher statt als Blattmacher.

Beide sollten ihre Positionen eigentlich zum Jahreswechsel antreten, ließen die Posten jedoch zunächst ruhen. Wer an ihrer Stelle nun die vakanten Posten übernehmen soll, will der "Spiegel" in den kommenden Wochen entscheiden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der bisherigen Vize Özlem Gezer geführt.
spiegelgruppe.de, turi2.de (Background)

Spiegel Online analysiert Relotius-Texte auf ihren Wahrheitsgehalt.

Fall Relotius: Spiegel Online veröffentlicht eine Liste, die zu 28 Texten von Claas Relotius Fehler und Fälschungen offenlegt. Wie bekannt ist, hat Relotius Fakten und Zitate erfunden, vielfach habe er aber auch Fehler anderer Medien ungeprüft übernommen.

Drei der 28 Texte seien im Kern korrekt, drei Kurz­interviews über Migranten in Deutschland sowie Zulieferungen zu einem Beitrag über die Stadt München ebenfalls unverfälscht. In zwei Fällen habe Relotius nur Recherchen anderer Reporter oder Quellen unmanipuliert zusammengefasst. Ein märchenhaft erscheinendes Detail in einem sonst weitgehend erfundenen Text sei sogar wahr.
spiegel.de

Meinung: “Bild” will zum Medienwächter mutieren, beobachtet Ulrike Simon.

Bild will sich demnächst mit einer wöchentlichen Medienkolumne zum selbst ernannten Korrektiv über andere Medien erheben, schreibt Ulrike Simon. Die Boulevardzeitung fühle sich über alle Zweifel erhaben - auch dank Ex-Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz. Als Ombudsmann sei er der "Seelenreiniger der Bild" und decke vermeintliche Fehler auf.
spiegel.de (Paid)

Lese-Tipp: Christoph Scheuermann ist auf der Suche nach dem echten Fergus Falls.

Lese-Tipp: Christoph Scheuermann , "Spiegel"-Korrespondent in den USA, begibt sich im Fall Relotius in Fergus Falls auf die Suche nach der Wahrheit. Drei Tage verbringt er in der Kleinstadt in Minnesota, wobei es seltsam sei, "mit den falschen Bildern im Kopf durch die Wirklichkeit zu laufen und Vergleiche zu ziehen". Die Zeit in Fergus Falls sei für Scheuermann eine Lektion in Demut gewesen, bei der er sich im Namen des "Spiegels" entschuldigen musste – "auch das gehört jetzt zu meinem Job".
spiegel.de

“Spiegel” gibt Unterlassungserklärung gegenüber AfD-Fraktion ab.

Spiegel erklärt Unterlassung gegenüber der AfD-Fraktion im Bundestag. Streitpunkt ist eine Kolumne mit absichtlichen Fake News über AfD-Abgeordnete, die erst hinter der Bezahlschranke aufgelöst wurden. Der "Spiegel" rechtfertigt sich, die Bezahlschranke sei automatisch gefallen, direkt nach einer Abmahnung sei die Kolumne gratis angeboten worden.
faz.net, spiegel.de (Kolumne)

Zitat: Es ist nur Clickbait, wenn die publizistische Qualität nicht stimmt.

"Zuspitzungen sind ein wichtiges und probates Mittel, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu schaffen."

Barbara Hans, Chefredakteurin bei Spiegel Online, sieht gefettete Verkürzungen weder in sozialen Medien noch auf den Titelseiten von Nachrichtenmagazinen als Problem - wenn die feilgebotene Geschichte die Erwartungen der Leser erfüllt.
horizont.at

Meedia: “Spiegel” plant Personalrochade im Hauptstadt-Büro.


Brinkbäumchen wechsel dich: Die designierte neue "Spiegel"-Spitze um Steffen Klusmann plant offenbar personelle Veränderungen im Hauptstadt-Büro, schreibt Marvin Schade. Im Zuge der Zusammenführung von Print und Online soll künftig wieder Dirk Kurbjuweit (Foto) das Berliner Büro leiten. Diese Position hatte er bereits bis 2012 inne, aktuell ist er stellvertretender Chefredakteur. Das Tagesgeschäft führen werde jedoch nicht Kurbjuweit, sondern ein Quartett aus den bisherigen Online-Ressortleitern Politik, Sebastian Fischer und Philipp Wittrock, sowie den Magazin-Reportern Melanie Amann und Martin Knobbe.

René Pfister, aktuell Leiter des Hauptstadtbüros, habe bereits vor dem Wechsel in der Chefredaktion seinen Wunsch nach einer Veränderung geäußert. Sein Co-Chef Michael Sauga und Stellvertreterin Christiane Hoffmann sollen neue Aufgaben beim "Spiegel" erhalten. Alle Personalien seien noch nicht fix, entsprächen allerdings den Wunsch der neuen Führung. Der Verlag kommentiert die Personalien nicht.
meedia.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” bringt Mittwoch eine #frauenland-Sonderausgabe.

Spiegel geht Mittwoch mit einer Frauen-Sonderausgabe an den Kiosk. Das #frauenland-Heft erscheint mit 540.000 Auflage und 132 Seiten zum gewohnten Copypreis von 5,10 Euro. Spiegel Online bringt einen Themenschwerpunkt, Spiegel TV heute Abend eine #frauenland-Sendung. Der Frauen-Schwerpunkt ist auch eine Reaktion auf #MeToo. Vize-Chefredakteurin Susanne Beyer schreibt, wie der "Spiegel" intern mit der testosteronhaltigen Vergangenheit umgeht.
spiegelgruppe.de

“Süddeutsche Zeitung” und Spiegel Online kooperieren mit Tickaroo.

Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online kooperieren ab sofort langfristig mit dem Liveticker-Startup Tickaroo. Beide Redaktionen hatten die Technologie bereits bei einzelnen Sportevents wie etwa Wimbledon getestet. Über Tickaroo verbreiten ca. 14.000 Vereine ihre News und Spielstände; bei Spiegel Online soll die Sportredaktion künftig über die Bundesliga und die Premier League via Liveticker berichten.
per Mail, turi2.de (Background)

Renner: Stille “Spiegel”-Teilhaber beklagen fehlende Mitgestaltung.


Spiegel der Demokratie: In der "Spiegel"-Redaktion gärt der Unmut über fehlende Mitgestaltung bei der Fusion von Print- und Online-Redaktion, schreibt Kai-Hinrich Renner. Unter den stillen Teilhabern der Mitarbeiter-KG hätten einige die KG-Geschäftsführung bisher so verstanden, dass sie über die Modalitäten der Fusion abstimmen könnten. Die KG-Geschäftsführung wolle davon nichts wissen und habe sich mit einem Rechtsgutachten bestätigen lassen, dass eine Abstimmung der stillen Teilhaber nicht notwendig sei.

Derweil glaubten manche Redakteure, Mitgesellschafter Gruner + Jahr habe durch die Hintertür die Macht beim "Spiegel" übernommen. Als Indiz gelte ihnen, dass viele leitende "Spiegel"-Mitarbeiter eine Vergangenheit bei G+J hätten. So auch KG-Geschäftsführerin Susanne Amann, der Ambitionen auf die "Spiegel"-Geschäftsführung nachgesagt würden, was sie aber dementiert.
morgenpost.de

Zitat: Kolumnist Jan Fleischhauer sieht Schreiben nicht als Therapie.

"Ich verwechsele das Schreiben nicht mit einer therapeutischen Sitzung, wir machen hier keinen gemeinsamen Stuhlkreis, der Leser und ich."

"Spiegel"- und Spiegel-Online-Kolumnist Jan Fleischhauer sagt im "Clap"-Porträt, dass er deshalb auch über Privates schreibe, um Leser für Themen zu interessieren, die sie sonst ignorierten.
"Clap" 66, S. 6 - 11 (Abo)

Weitere Zitat aus dem Porträt:

"Ich wollte immer eine große Bühne haben, und die größte Bühne, die es in unserem Metier gibt, ist der 'Spiegel'."

"Ich möchte dem, was ich für die Vernunft halte, eine Stimme verleihen."

“Süddeutsche”: “Spiegel” holt Onliner nach und nach in die Mitarbeiter KG.

Revolution mit Wartezeit: Der Spiegel-Verlag öffnet seine bisher nur den Machern des gedruckten "Spiegel" vorbehaltene Mitarbeiter KG künftig auch für Mitarbeiter von Spiegel Online, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Ab 2019 können Onliner in die Eigentümergemeinschaft des Nachrichtenmagazins aufrücken, wenn KG-Mitglieder ausscheiden, etwa weil sie in den Ruhestand gehen. Allein durch den Umbau-Prozess der vergangenen zwei Jahre haben rund 150 KG-Mitglieder den "Spiegel" verlassen. Auf den frei werdenden KG-Tickets sollen Onliner einziehen. Der Gewinnanteil, den der Verlag an die einzelnen KG-Mitglieder ausschüttet, soll so konstant bleiben.

Bis der Umbau wirksam wird und die Onliner im Gesellschafterkreis eine vernehmbare Stimme darstellen, werden allerdings noch Jahre ins Land gehen. "Spiegel"-Mitarbeiter haben erst drei Jahre nach Vertragsbeginn Anspruch auf Eintritt in die KG. Die Mitarbeiter KG hält 50,5 % der Verlags-Anteile. Von einer Einbeziehung der Macher von "manager magazin" und Spiegel TV ist bisher nicht die Rede.
sueddeutsche.de, turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Basta: Spiegel-Online-Mitarbeiter debattieren, wer denn nun die größere Memme ist.

Dicke Eier, dicke Luft: Spiegel-Online-Kolumnist Jan Fleischhauer findet Reporter, die über Chemnitz klagen, zimperlich. SpOn-Mitarbeiter Raphael Thelen bleibt, noch am Ort des Geschehens, die Soljanka im Halse stecken. Schreibtischtäter Fleischhauer möge mal aus seiner behaglichen Doppelhaushälfte raus in die Realität kommen.
spiegel.de (Fleischhauer), spiegel.de (Thelen)

“Spiegel” ersetzt Vize-Chefs durch Stabsbereiche.

Spiegel verzichtet im Zuge der Fusion von Print- und Online-Redaktion auf stellvertretende Chefredakteure, schreibt "Horizont". Unterhalb des Führungstrios um Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner werde es stattdessen fünf bis zehn Stabsbereiche geben. Roland Pimpl erwartet auf diesen Posten vor allem bisherige Vize-Chefs und Ressortleiter, um die Zahl der Umbauverlierer und möglichen Widerständler zu minimieren. Zugleich beginne eine arbeits-, tarif-, steuer- und gesellschaftsrechtliche "Herkulesaufgabe". Ein Gemeinschaftsbetrieb soll die Gehälter der Onliner an die ihrer Print-Kollegen sukzessive anpassen, auch die Aufnahme der Onliner in die Mitarbeiter-KG steht auf der Agenda.
"Horizont" 35/2018, S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” zieht nach drei Monaten eine positive Bilanz zu Spiegel Plus.

Bezahlen, was ist: Der "Spiegel" bewertet sein neues Paid-Content-Modell Spiegel+ drei Monate nach dem Start deutlich positiv. Im "Spiegel"-Entwicklerblog schreibt Stefan Ottlitz (früher Plöchinger), Leiter der Produktentwicklung, die Ergebnisse nach drei Monaten lägen "weit über den Businessplänen". 13.500 zusätzliche Abonnenten habe der "Spiegel" gewonnen, außerdem 10.000 Probe-Abonnenten. Den überwiegenden Teil der neuen Abos wickle der Verlag über sein eigenes Bezahlsystem ab. Über iOS verbuche der "Spiegel" deutlich mehr Abos als über Android. Neukunden generiere der Verlag mit relativ geringen Mitteln zuverlässig, indem er einzelne Artikel auf Facebook und Instagram bewerbe.

Mit bestehenden Abonnenten zähle der "Spiegel" nun 94.500 Nutzer mit Zugriff auf das kostenpflichtige Digitalangebot. Darunter seien etwa 5.000 ehemalige Spiegel-Daily-Nutzer sowie gut 31.000 bisherige Abonnenten der Digital-Ausgabe und weitere 35.000 Kombi-Bezieher. Ende Mai hatte der "Spiegel" sein neues Bezahlmodell vorgestellt. Seitdem bietet er eine Digital-Flatrate für rund 20 Euro pro Monat, die alle Bezahlinhalte auf Spiegel Online sowie die Digitalausgabe des Magazins umfasst.
medium.com, turi2.de (Background Bilanz nach dem ersten Monat), turi2.de (Start von Spiegel+)

“Spiegel” und Spiegel Online wachsen gesellschaftsrechtlich zusammen.


Fürs Finanzamt vereint: Der Spiegel-Verlag treibt die Integration von gedrucktem "Spiegel" und Spiegel Online voran – zumindest für den Fiskus, berichtet Gregory Lipinski bei Meedia. Geschäftsführer Thomas Hass gliedert die Digitaleinheit der Spiegel Online GmbH gesellschaftsrechtlich an den Printverlag an und ändert die Rechtsform. Aus der Spiegel Online GmbH wird die Spiegel Online GmbH & Co. KG. An der Ungleichbehandlung von privilegierten Print-Redakteuren und den schlechter gestellten Onlinern ändert sich dagegen vorerst nichts.

Dennoch zitiert Lipinski eine Verlagssprecherin mit den Worten: "Wir bauen Hürden ab, die einer möglichen weitergehenden Zusammenarbeit der Redaktionen Print und Online im Weg stehen würden." Die neue gesellschaftsrechtliche Struktur bilde die Voraussetzungen für die Verschmelzung der Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online. Der Verlag hatte im April angekündigt, die Firmenstruktur so anzupassen, dass Print und Online vom Finanzamt als ein Steuersubjekt veranlagt werden können.
meedia.de, turi2.de (Background)

Söder-Satire mutiert 14 Jahre später zu vermeintlichen Fakten.

New York Times und die "Süddeutsche" gehen einer Jahre alten "taz"-Satire über Markus Söder auf den Leim, schreibt Stefan Kuzmany. Er selbst war 2004 Autor der Söder-Satire. Seine Söder in den Mund gelegten Forderungen, Grüne zum Drogentest zu schicken und Schwarzfahrer an den Internetpranger zu stellen, finden sich heute als Fakten in seriösen Medien, weil die Satire in den Archiven zur vermeintlichen Realität wurde.
"Spiegel" 29/2018, S. 35 (Paid), taz.de ("taz"-Artikel)

Gisela Stelly Augstein kritisiert “Schurkenstück” beim “Spiegel”-Erbe.

Spiegel: Ein jahrzehntelanges Verschweigen, dass Jakob Augstein nicht der leibliche Sohn Rudolf Augsteins ist, war ein "Schurkenstück", kritisiert Gisela Stelly Augstein, vierte Ehefrau des "Spiegel"-Gründers. Jakob Augstein wäre gesetzlich gar nicht erbberechtigt gewesen. Rudolf Augstein und Jakobs Vater Martin Walser seien keine Freunde gewesen, sagt Stelly Augstein in einem langen "stern"-Interview.
"stern" 28/2018, S. 40-45 (Paid), stern.de (Vorabmeldung)

Wir graturilieren: Torsten Beeck wird 40.


Wir graturilieren: Torsten Beeck, Leiter Platform Partnerships & Engagement bei Spiegel Online, feiert heute seinen 40. Geburtstag. Zum runden Ehrentag geht es das erste Mal in ein Kasino zum Pokern in kleiner Freundesrunde. Danach "machen wir etwas mit Gin Tonic". Das Beste am abgelaufenen Jahr "war eher privat" – und soll es auch bleiben. Beruflich hat es besonders viel Spaß gemacht, in "einem wachsenden Team von tollen Kollegen lernen zu können".

Im kommenden Jahr will er zahlreiche Ideen umsetzen. Dazu wünscht sich Beeck außerdem "Sonne, möglichst viel Sonne". Gratulationen erreichen ihn tendenziell auf jedem Kanal, u.a. via Twitter, LinkedIn oder E-Mail, nur nicht so gern per Telefon. Gratulanten, die persönlich vorbeikommen, können in Torsten Beecks Büro auf ein Stück Kuchen hoffen.

Spiegel-Verlag ist zufrieden mit dem Neustart des Pay-Angebots Spiegel Plus.


Spieglein, Spieglein: Der Spiegel-Verlag zieht nach den ersten zwei Wochen des reformierten Online-Bezahlangebots Spiegel Plus eine positive Bilanz: Mit 7.800 neuen Abonnenten sei das Team "bisher sehr zufrieden". Insgesamt kommt Spiegel Plus so auf etwa 73.400 Digital-Abonnenten, inklusive der 5.600 vormaligen Nutzer von Spiegel Daily sowie den 60.000 Digital-Bestandskunden. Der technische Umzug der Inhalte der zwei alten Angebote Daily und Plus sei beim Start nahezu störungsfrei verlaufen. Einige Daily-Nutzer konnten sich jedoch in den ersten Stunden nicht sofort einloggen.

Neukunden nutzen das neue Online-Angebot im Moment noch im kostenfreien Probemonat. Die Macher erwarten, dass 15 bis 20 % der Neuanmeldungen in ein reguläres Abo übergehen und die Digital-Flatrate für 19,99 Euro pro Monat zahlen. Das Feedback der Nutzer sei hinsichtlich der Qualität der Inhalte sowie der aufgeräumten Optik positiv ausgefallen. Kritisch sehen die Leser hingegen den als zu hoch empfundenen Preis sowie die Anzahl von Spiegel-Plus-Geschichten.
medium.com, dnv-online.net, turi2.de (Background)

SpOn hat in Italien Ärger wegen Fleischhauers Schnorrer-Kolumne.

Spiegel Online reagiert auf wütende Reaktionen in Italien auf einen Text des Kolumnisten Jan Fleischhauer. Chefredakteurin Barbara Hans glättet die Wogen gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, indem sie sagt, das Stück gebe nicht die Ansichten des "Spiegel" wieder. Spiegel Online legt Wert auf die Feststellung, dass dies keine Distanzierung von Fleischhauers Beitrag sei, es gelte ein "breiter Binnenpluralismus". Fleischhauer hatte unter der Überschrift "Die Schnorrer von Rom" die Metapher vom undankbaren Bettler ausgebreitet und argumentiert, "die Sache", also Italiens fiskales Verhältnis zur EU, laufe "auf eine Erpressung hinaus". Zeitungen wie der "Corriere della Sera" schrieben darüber, Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella bezeichnete Fleischhauers Kommentare als "inakzeptabel und grotesk".
ansa.it (englisch) via finanzmarktwelt, spiegel.de (Fleischhauer)

Spiegel Verlag geht es wirtschaftlich gut, analysiert Roland Pimpl.

Spiegel Verlag steht gut da, schreibt Roland Pimpl: 2017 habe der Verlag sinkende Print-Umsätze durch deutlich wachsende Digital- und TV-Erlöse auffangen können. Der operative Außenumsatz lag 2017 bei 266,6 Mio Euro. Die Online-Werbeerlöse haben die Print-Erlöse erstmals überholt. Geschäftsführer Thomas Hass sagt, für 2018 und 2019 rechne er damit, "dass etwa 80 Prozent der Neuerlöse nicht aus dem klassischen Magazingeschäft kommen werden, sondern aus digitalen Projekten".
horizont.net

AS&S vermarktet den Politik-Podcast “Stimmenfang” von Spiegel Online.

AS&S, Radiovermarkter der ARD, erweitert sein Podcast-Portfolio und vermarktet den Politik-Podcast Stimmenfang von Spiegel Online. Der journalistische Format erscheint wöchentlich mit Reportagen und Interviews und reiht sich im Portfolio von AS&S u.a. neben Viertausendhertz und detektor.fm ein.
presseportal.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Für AS&S-Radio-Chef Oliver Adrian spielt Werbung in der ARD "eine beachtliche Rolle".

Zitat: Klaus Brinkbäumer will in einer Liga mit der “New York Times” spielen.

"Wir möchten, was die Digitalisierung von Journalismus angeht, in die Liga der 'New York Times' und 'Washington Post'. Dafür brauchen wir die vereinte Redaktion."

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer wirbt im "Horizont"-Interview für die Fusion von Print- und Online-Redaktion.
"Horizont" 20/2018, S. 11-12 (Paid), horizont.net


Weitere Zitate aus dem Interview:

- über das Zusammenwachsen von Print und Online:

"Das temporeiche Zusammenspiel von Redaktion und Verlag, von Abteilungen, die zuvor keine Berührungspunkte gehabt hatten, war vor einigen Jahren nicht unbedingt eine Stärke unseres Hauses. "

"Die ganze Wucht und Kraft aber, die wir multimedial entfalten können, werden wir erst durch perfekte Strukturen entfalten."

"Ich glaube, dass eine 'Spiegel'-Chefredaktion unterschiedliche Stärken benötigt, etwa Magazin und Onlinekompetenzen, politische Klugheit, investigative Kraft und technologisches Verständnis, natürlich auch Management-Begabung. Eine einzelne Person kann all das kaum in sich vereinen, auch wenn sich bei uns einzelne Kollegen nach dem einen Alleskönner sehnen."

- über Gerüchte zu seiner Ablösung:

"Es gab in 71 Jahren noch keinen 'Spiegel'-Chefredakteur, über den nicht geredet wurde, das ist eine öffentliche Rolle. Das wusste ich vorher, und ich bin hart im Nehmen, man lernt's im Leistungssport und sollte sich das für diesen Job vermutlich erhalten."

"Ich kann mich nicht beschweren, die Rückendeckung ist da. Ich habe reichlich Unterstützung und ein gutes Verhältnis zu allen Gesellschaftern und zur gesamten Geschäftsführung."

- über den Erfolg mit seichten Themen:

"Auch wir können über Geldanlage, Gesundheit, Reise und damit über die Lebenswirklichkeit unserer Leser auf hohem Niveau schreiben."

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Brinkbäumer schwört Mitarbeiter auf Mehrarbeit ein. (aus der turi2 edition 3 von 2016)

Klaus Brinkbäumer wollte Print und Online schon früher fusionieren.

Klaus Brinkbäumer hätte die Redaktionen von "Spiegel" und Spiegel Online am liebsten schon mit dem Abgang von SpOn-Chef Florian Harms zusammengelegt, statt eine neue Online-Chefredaktion "zu inthronisieren", sagt der "Spiegel"-Chefredakteur im Interview mit "Horizont". Jedoch hätten "leider auch gute Gründe" dagegen gesprochen, "das Haus war noch nicht so weit wie heute", sagt Klaus Brinkbäumer, will seine Idee aber nicht als Kritik an Online-Chefin Barbara Hans verstanden wissen.
"Horizont" 20/2018, S. 11/12 (Paid), horizont.net