Renner: Der “Spiegel” entlässt Relotius-Förderer Matthias Geyer.


Relotius-Relegation: Der "Spiegel" hat Matthias Geyer, Förderer von Claas Relotius und zuletzt Redakteur für besondere Aufgaben, gekündigt, schreibt Kai-Hinrich Renner. Gegen die Kündigung gehe Geyer juristisch vor. Am Dienstag werde der Fall vor dem Arbeitsgericht Hamburg verhandelt.

Bereits im Juni hatte Renner berichtet, dass der "Spiegel" und Geyer Gespräche führen würden, an deren Ende eine Trennung stehen könnte. Vor der Relotius-Affäre um gefälschte Reportagen plante der "Spiegel" noch, Geyer zum Blattmacher zu befördern.
waz.de, turi2.de (Background)

Ranking: Deutsche PR-Profis fürchten die Investigativredaktion von “Frontal 21” am meisten.

Investigativ-Recherche: Das ZDF-Politmagazin "Frontal 21" (33 %), der Rechercheverbund aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (32 %) sowie der "Spiegel" (29 %) sind die meist gefürchteten Investigativredaktionen unter deutschen PR-Profis. Für das Ranking haben News aktuell und Faktenkontor 510 Fach- und Führungskräfte der PR befragt. Schlusslichter des PR-Trendmonitors sind die "FAZ" mit 5 % und "Report München" mit 4 %.
presseportal.com

Aussage gegen Aussage: SPD bestreitet Scholz-Zitat, “Spiegel” bleibt bei Darstellung.

Spiegel sieht sich mit Falschmeldungs-Vorwürfen konfrontiert. Laut der Interimsführung der SPD hat es die Telefonschalte mit Finanzminister Olaf Scholz, aus der das Magazin zitiert, nie gegeben. Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Bild" teilen diese Darstellung. Der "Spiegel" bleibt bei seiner Version und schreibt in einer Stellungnahme, er habe zwei unabhängige Quellen, die auch nach den Aussagen der SPD-Spitze bei ihrer Darstellung blieben.
bild.de, sueddeutsche.de, spiegel.de (Stellungnahme)

“Welt am Sonntag” stellt Wettbetrugs-Enthüllung des “Spiegel” infrage.


Kontrolle ist besser: Die "Welt am Sonntag" erhebt weitere Zweifel am Wahrheitsgehalt eines Textes von Football-Leaks-Enthüller Rafael Buschmann (Foto) aus dem Jahr 2014 über ein verschobenes WM-Spiel. Der zuständige Dokumentar habe schon vor der Veröffentlichung "keine hinreichenden Dokumente oder Beweise" für Buschmanns These finden können, dass das Spiel zwischen Kroatien und Kamerun manipuliert wurde. Er notierte "kein Beleg" auf dem Prüf-Manuskript, das laut "WamS" noch existieren soll. Der damalige Sport-Ressortleiter Michael Wulzinger habe die Einwände des Dokumentars übergangen und den Text ins Blatt gehoben.

Der "Spiegel" habe einen Fragenkatalog der "Welt am Sonntag" zu dem Thema nicht beantwortet. Stattdessen teilt der Verlag mit, dass es zu dem Artikel nun weitere Recherchen gebe. Bisher gebe es keine Belege für eine Fälschung. Medienjournalist Kai-Hinrich Renner hatte Anfang August berichtet, dass die geplante Beförderung Buschmanns zum Investigativ-Chef zunächst auf Eis liegt.
"Welt am Sonntag", S. 35 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Deniz Yücel kritisiert “Spiegel”-Bericht über Bloggerin Marie Sophie Hingst.

Spiegel-Kritik: "Welt"-Reporter Deniz Yücel kritisiert "Spiegel"-Autor Martin Doerry für dessen Geschichte über die inzwischen tote Bloggerin Marie Sophie Hingst. Hingst hatte Yücel während seiner Haft in der Türkei fast täglich Postkarten geschrieben. Yücel ärgert Doerrys Darstellung, sie habe damit "Nähe zu anderen Opfern" gesucht und sei auf "positive Schlagzeilen" aus gewesen. Yücels Vorwurf: Doerry habe die eigentlich nebensächliche Postkarten-Aktion nur deshalb aufgegriffen, weil sie gut in sein Bild von Hingst als "gewissenlose Hochstaplerin und schamlose Selbstdarstellerin" passte.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: “Spiegel Geschichte” verbreitet Stereotypen bei Titelgeschichte über Judentum.

Spiegel: Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, kritisiert das Titelbild von "Spiegel Geschichte", berichtet Deutschlandfunk Kultur. Auch die jüdische Bloggerin Juna Grossmann kritisiere die Verbreitung von Stereotypen. Das Cover zeigt unter der Überschrift "Jüdisches Leben in Deutschland – Die unbekannte Welt nebenan" ein Foto zweier orthodoxer Juden in traditioneller Kleidung.
deutschlandfunkkultur.de, twitter.com

Enthüller Martin Doerry nimmt Stellung zum Tod von Marie Sophie Hingst.


Eine Recherche und ihre Geschichte: "Spiegel"-Journalist Martin Doerry äußert sich knapp eine Woche nach dem Bekanntwerden des Todes von Bloggerin Marie Sophie Hingst zur Recherche, mit der er die 31-Jährige Ende Mai als Lügnerin überführt hatte. Sein Text trägt den Titel "Warum der 'Spiegel' über den Fall Marie Sophie Hingst berichten musste".

Doerry schreibt, dass ihn der Tod der jungen Frau "Tag und Nacht" beschäftigt und berichtet, wie eine Gruppe von privaten Rechercheuren, darunter eine Historikerin, ein Ahnenforscher und ein namhafter deutscher Historiker Hingst vergeblich dazu aufriefen, die Geschichte über ihre erfundenen jüdischen Vorfahren nicht mehr zu verbreiten. Erst als nichts half, sei Doerry ins Spiel gekommen. Er schreibt, sein Text wäre in der vorliegenden Form nicht erschienen, hätte Hingst eine öffentliche Korrektur ihrer Lügen angekündigt – was sie nicht tat.

Doerry zeichnet das Bild von einer Frau, die "souverän, kämpferisch und entschlossen" auftrat und für ihre Sache stritt. Der Berlin-Korrespondent der "Irish Times", Derek Scally, der zuerst über Hingsts Tod berichtet hatte, erlebte sie nach den Enthüllungen als verwirrt und hilflos – und warf Doerry vor, Hingsts seelische Verfassung übersehen zu haben. "Wir haben zwar dieselbe Person getroffen, aber in zwei völlig unterschiedlichen Lebenssituationen", schreibt der "Spiegel"-Journalist.
"Spiegel" 32/2019, S. 107, turi2.de (Background)

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Der “Spiegel” überdenkt die geplante Beförderung von “Football Leaks”-Reporter Rafael Buschmann.

Spiegel legt die Beförderung von Rafael Buschmann zum Investigativ-Chef zunächst auf Eis, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der Verlag wolle zunächst Unregelmäßigkeiten in einem Bericht aus 2014 untersuchen. Darin behauptet Buschmann, vor dem Fußball-WM-Spiel zwischen Kroatien und Kamerun vom Wettbetrüger Wilson Raj Perumal via Facebook Informationen erhalten zu haben. Laut Berichten des "Daily Telegraph" und des "Wall Street Journal" habe das Gespräch aber erst nach dem Spiel stattgefunden. Dies habe auch ein Facebook-Mitarbeiter bestätigt, den der "Spiegel" nun befragen will.. Buschmann behauptet, sein Account sei gehackt worden, weshalb der Original-Chat nicht mehr zurückverfolgen lasse.
morgenpost.de

Bloggerin Marie Sophie Hingst, 31, ist tot.


Bloggerin Marie Sophie Hingst, 31, ist tot, schreibt der Journalist Derek Scally in der "Irish Times". Hingst wurde demnach am 17. Juli leblos im Bett in ihrer Dubliner Wohnung gefunden. Die Polizei habe keine Anzeichen für Fremdverschulden gefunden, zitiert Scally Hingsts Mutter.

Ende Mai hatte der "Spiegel" berichtet, dass die Bloggerin und Historikerin Medien und Leser mit erfundenen Holocaust-Opfern getäuscht hat. Auch für sich selbst hatte sie eine jüdische Biografie erfunden. Der Preis "Bloggerin des Jahres 2017" wurde ihr nach Bekanntwerden der Vorwürfe entzogen.

Scally berichtet von einem Treffen mit Hingst in Berlin kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Er beschreibt sie als psychisch kranke Frau und wirft die Frage nach der journalistischen Verantwortung auf, die unter dem #Hingst und hier kontrovers diskutiert wird.

Hingsts Mutter sagt, "Spiegel"-Journalist Martin Doerry, der die Geschichte recherchiert und aufgeschrieben hat, habe nicht den kranken Menschen hinter den Fakten erkannt. Der "Spiegel" bedauere den Tod der jungen Frau. (Foto: Screenshot/YouTube)
irishtimes.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

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Zitat: Jan Fleischhauer sagt, er wurde beim “Spiegel” nicht “rausgemobbt”.

"Bei der 'Süddeutschen' wäre das mit mir zwei Wochen gut gegangen. Dann wäre ich von der politischen Abteilung standrechtlich erschossen worden."

Ex-Kolumnist Jan Fleischhauer nennt den "Spiegel" im Interview mit "Kress Pro" ein "liberales Haus" und sagt zu seinem Abgang nach 30 Jahren, er sei nicht rausgemobbt worden.
"Kress Pro" 6/2019, S. 70-73 (Paid)

weitere Zitate:

- über den Grund für seinen Wechsel:

"Wenn man wie ich 57 Jahre alt ist, ahnt man, dass es so viele Angebote mutmaßlich auch nicht mehr geben wird."

- wie sich seine Kolumne beim "Focus" ändern wird:

"Die direkte Reibung zum 'Spiegel' fällt weg, klar. Aber die Reibung zum medialen Gesamtumfeld wird bleiben. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich dort von lauter konservativen und rechten Journalisten umgeben bin."

ProQuote: “stern” strahlt mit knapp 53 % Frauenanteil in Führungs-Jobs.

stern erreicht als erstes Leitmedium einen Frauenanteil von mehr als 50 % in Führungspositionen der Print-Redaktion, zählt ProQuote. Die Zeitschrift besetzt alle Leitungsjobs mit gemischten Doppelspitzen und erreicht so 52,5 %. Der "Spiegel" meldet einen Frauenanteil von knapp 39 %, die "Süddeutsche" 32,6 %. Schlusslicht ist "Focus" mit nur 11,8 % Frauen.
meedia.de

Renner: “Spiegel” beerdigt die Marke “Spiegel Online”, Judith Mohr wird Creative Director.


"Spiegel" ohne Online: Spiegel Online hat als Marke ab 2020 ausgedient – nach 25 Jahren, schreibt Kai-Hinrich Renner in seiner Funke-Medienkolumne. Zum Jahreswechsel will das Nachrichten-Magazin gedruckt wie digital unter der Marke "Der Spiegel" auftreten und damit die Integration von Print und Digital auch nach außen zeigen. Eine externe Agentur entwickelt aktuell einen neuen, einheitlichen Look.

Schon im Herbst bekommt der "Spiegel" wieder einen Art Director: Steffen Klusmann holt seine Weggefährtin Judith Mohr (Foto), derzeit Creative Directorin beim "manager magazin", in die gleiche Position beim "Spiegel". Die beiden haben bereits von 2008 bis 2012 bei der "Financial Times Deutschland" zusammengearbeitet.
abendblatt.de

“Spiegel” vermarktet sich künftig unter Ad-Alliance-Flagge.

Spiegel-Vermarktung tritt künftig unter der Flagge von Bertelsmanns Ad Alliance auf, berichtet "Horizont". Rund zehn Mitarbeiter sind betroffen. Die Mitarbeiter KG des Magazins habe ihre Vorbehalte gegen die Konstruktion aufgegeben. Sollte die Ad Alliance die Umsatzversprechen nicht einhalten, könne der "Spiegel" wieder austreten. Gesellschafter Gruner + Jahr verzichte dafür auf sein Veto-Recht.
"Horizont", S. 6 (Paid), turi2.de (Background)

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Der Pay-TV-Sender SPIEGEL Geschichte feiert 10. Geburtstag.
Der Doku-Sender SPIEGEL Geschichte bietet das umfangreichste Geschichtsprogramm im deutschen Premium TV. Kompetent, packend und aktuell. Wir danken unseren Zuschauern, Partnern und Freunden und freuen uns, auch in Zukunft Geschichte zu präsentieren! (Foto: © NASA)
www.spiegel-geschichte.tv

Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle erwartet im “Spiegel” keine Schönschreiberei.

Literarisches Schönschreiben ist nicht die Kernaufgabe von Journalismus, sagt Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im "Journalist"-Interview. Sie empfiehlt "Spiegel" und Co, sich wieder mehr auf investigative und fachlich kenntnisreiche Berichterstattung zu konzentrieren. Die am Weitesten verbreitete Manipulation sei nicht das Hinzuerfinden, sondern das Weglassen von Informationen.
journalist-magazin.de (Auszug)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Mehr Rechte für die Dokumentation" - Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview. (05/2019)

Berufe mit Zukunft: P wie Produktmanager – Stefan Ottlitz.


Zwischen Stratege und Mädchen für alles: Stefan Ottlitz sitzt beim “Spiegel” genau zwischen Verlag und Redaktion. Für die turi2 edition #8 porträtiert Markus Trantow den früheren Kapuzenpulli-Träger als P wie Produktchef in unserem Berufe-Alphabet. Er spricht mit ihm über erfolgreiche Produktentwicklung und die disruptive Zukunft. Im Erfolgs-Videofragebogen berichtet Ottlitz von seinen Bemühungen, ein guter Chef zu sein. Lesen Sie das ganze Porträt hier als Online-Text oder hier im kostenlosen E-Paper des Buchs.

Medien verlieren immer mehr Entscheider – Print bricht ein.

Große Medienmarken erreichen fast durch die Bank weniger Entscheider, ergibt die Leseranalyse LAE. Print büßt massiv ein: die werktägliche "Welt" minus 17,1 %, Handelsblatt verliert 14,4 % Entscheider und auch die Print-"Zeit" liegt bei minus 11,6 %. "Focus Money" büßt 28,1 % ein, "Brand Eins" 15,7 %. Auch viele Medien-Websites werden seltener von den 2,9 Mio Entscheidern in Deutschland besucht: Focus Online verliert 16,4 % in dieser Zielgruppe, sueddeutsche.de 12 %. Hingegen gewinnt welt.de 9,4 % Entscheider hinzu. Ein Lichtblick unter 21 Titeln ist das "Handwerk Magazin", das crossmedial sein Niveau hält und gedruckt sogar leicht gewinnt. Die meisten Entscheider über alle Ausspielwege hinweg, nämlich 52,5 %, erreicht die Marke "Spiegel".
meedia.de, lae.de

Meedia: Mitarbeiter der Ad Alliance sortieren sich neu.

Ad Alliance organisiert sich in Teams, die sich auf Kunden statt Medien-Kanäle fokussieren, schreibt Gregory Lipinski. Je drei Teams pro Standort sollen Mediaagenturen oder Großkunden oder Spezialthemen betreuen. Mitarbeiter, die etwa bislang nur Print vermarktet haben, sollen sich künftig crossmedial um Kampagnen kümmern. Ärger könnte dies beim Allianz-Mitglied Spiegel Media geben, der auf Eigenständigkeit pocht, beobachtet Lipinski.
meedia.de

Mitarbeiter von Spiegel Online sollen nur schrittweise in die Mitarbeiter KG nachrücken.

Spiegel: Bis die Redakteure von Spiegel Online und "Spiegel" nach der Redaktionsfusion gleichberechtigt sind, werden wohl noch bis zu zehn Jahre vergehen, schreibt Gregory Lipinski. Jedes Jahr sollen laut Chefredakteur Klusmann rund 30 Onliner als stille Gesellschafter für ausscheidende Print-Kollegen in die Mitarbeiter KG rücken und so eine Gewinnbeteiligung erhalten. Die Reihenfolge richtet sich nach den Dienstjahren.
meedia.de

Zitat: “Spiegel”-Chef Steffen Klusmann sieht eine sterbende Branche.

"Wir arbeiten in einer sterbenden Branche, machen wir uns nichts vor."

"Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann sagt im Hamburger Presseclub, dass in Zukunft nur noch weniger Titel oder Verlage übrig sein werden, der "Spiegel" aber dazugehöre.
horizont.net

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal.

“Horizont”: Der “Spiegel” startet im September seine Gemeinschaftsredaktion.


Große Koalition an der Ericusspitze: Die "Spiegel"-Geschäftsführung hat sich mit den Betriebsräten von Print- und Online-Redaktion auf die Fusionspläne geeinigt, berichtet "Horizont". Demnach soll der Gemeinschaftsbetrieb im September starten. Das Gehalt und die Arbeitszeit der Online will der Verlag in Richtung Print-Niveau anpassen. Bis 2021 soll zudem niemand eine Kündigung erhalten. Den Plänen muss heute noch der Gesamtbetriebsrat zustimmen, was jedoch als Formsache gilt.

Im Anschluss sollen die Mitarbeiter die Details der Übereinkunft erfahren, unter anderem wie die Angleichung von Onliner- und Print-Redakteure konkret aussehen soll. Laut Verlag gebe es eine "möglichst weitgehende Angleichung". Teilweise gebe es bereits detaillierte Regelungen, an anderen Stellen fehlten diese noch.
horizont.net, turi2.de (Background)

Renner: Relotius-Förderer Matthias Geyer könnte “Spiegel” verlassen.

Spiegel und Matthias Geyer, Förderer von Claas Relotius und derzeit Redakteur für besondere Aufgaben, gehen womöglich getrennte Wege, schreibt Kai-Hinrich Renner. Geyer führe Gespräche mit der Personalabteilung, an deren Ende eine Vertragsauflösung stehen könnte. Der zweite Relotius-Förder, Ulrich Fichtner, der sich als Reportern nach Paris gerettet hat, werde wohl bleiben.
morgenpost.de (Paid), turi2.de (Background)

Verlage und Digitalunternehmen gründen Austauschforum OP next.

Online-Publisher im deutschsprachigen Raum haben den Verein OP next gegründet, in dem sie sich über digitale Produktentwicklungen austauschen wollen. Die Plattform richtet sich an Publisher, die überregional journalistische Digitalprodukte herausgeben. Zu den Gründungsmitgliedern zählen u.a. "Spiegel", "Standard", Golem.de, Gruner + Jahr, die "Neue Zürcher Zeitung", Tamedia und Zeit Online.
opnext.info

Österrreichs Ex-Vize-Kanzler Strache stellt Strafanzeige gegen “alle” Beteiligten am “Ibiza-Video”.

Ibiza-Video: Heinz-Christian Strache, Ex-Vize-Kanzler von Österreich, hat in München und Hamburg Strafanzeige "gegen alle Personen" gestellt, die für die "Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. 'Ibiza-Videos' mitwirkend verantwortlich" seien. Bestimmte Personen bzw. die "Süddeutsche Zeitung" oder der "Spiegel", die das Video verbreitet haben, sind nicht namentlich genannt.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: “Zapp” beschäftigt sich monothematisch mit Relotius-Nachwehen.

Klick-Tipp: Den Fall Relotius und die Folgen für den Journalismus beleuchten Inga Mathwig und Daniel Bouhs am Mittwochabend bei "Zapp". Im Interview lobt etwa Julia Jäkel die Aufarbeitung und fordert allgemein "über unsere Standards nachzudenken".
ndr.de, NDR Fernsehen, 23.20 Uhr

Aus dem turi2.tv-Archiv:
"Mehr Rechte für die Dokumentation" – Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview (Archiv 05/2019).


Meinung: Causa Relotius steht für “Pomp” und “Lückenfüllen” beim “Spiegel”.

Causa Spiegel/Relotius: Die tieferen Ursachen für den Fälschungsskandal beim "Spiegel" liegen in den Lücken, die durch Einsparungen entstanden sind und mit "Pomp und Schönschreiberei" gefüllt wurden, schreiben Horand Knaup und Hartmut Palmer, die jeweils rund 20 Jahre für den "Spiegel" gearbeitet haben. So seien in der Innenpolitik nur noch 10 statt 20 Redakteure "als Wächter politischer Prozesse" tätig. Sein Umfeld habe Claas Relotius "geradezu ermuntert, Geschichten zu erfinden und Fakten zu fälschen".
taz.de

“Horizont”: “Spiegel” kämpft um Eigenständigkeit im Anzeigen-Verkauf.


Allianz oder allein? Die weitere Integration des "Spiegel" in die Ad Alliance von Bertelsmann könnte zu einem Gesellschafter-Streit zwischen der Mitarbeiter KG des Nachrichtenmagazins und Gruner + Jahr führen, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Das Verkaufs-Team des "Spiegel" solle künftig unter dem Dach der Ad Alliance auftreten, wünscht sich der Gesellschafter vom Baumwall. Das stoße aber auf Widerstand beim "Spiegel" aus Angst um Eigenständigkeit und Arbeitsplätze. "Spiegel"-Geschäftsführer Thomas Hass spricht im Interview von intensiven Gesprächen. Pimpl übersetzt: "Hier ist Feuer in der Hütte."

Hass korrigiert sein 2015 angekündigten Wachstumsziel von 20 Mio Euro aus Neugeschäften bis 2019 nach unten – wegen des späteren Starts von Spiegel Plus und kostspieliger Flops wie "Spiegel Fernsehen". Bis Jahresende rechnet Hass nun mit 13 Mio Euro. Im Vertrieb soll das Online-Abo Spiegel Plus die Rückgänge im Print-Vertrieb ebenfalls bis Jahresende auffangen.
"Horizont" 22/2019, S. 1, 18-19 (Paid)

“Spiegel” stellt drei Print-Ableger ein und startet “Spiegel Bestseller”.


Portfoliobereinigung bei Print: Der "Spiegel" stellt den Ableger "Literatur Spiegel" ein. Auch "Wohl" und "Spiegel Biografie" werden nicht mehr erscheinen, ergänzt "Horizont". Statt dem Literatur-Heft kommt künftig viermal im Jahr das populär angelegte Kulturmagazin "Spiegel Bestseller", in dem es auch um Film und Musik gehen soll. Der "Literatur Spiegel" hieß bis 2015 etwas allgemeiner "Kultur Spiegel", 2018 drosselte der Verlag von zehn auf vier Ausgaben im Jahr. Die 2016 gestartete Biografie-Reihe und das 2017 hinzu gekommene Gesundheitsheft "Wohl" haben nicht genug Geld verdient.

Geschäftsführer Thomas Hass beklagt bezüglich "Wohl", dass Werbekunden aus dem Pharmabereich hier auch redaktionell immer wieder mitmischen wollten – was der Verlag nicht zuließ. Unterm Strich verbucht Hass für 2018 einen um 3 % gesunkenen Außenumsatz von 261 Mio Euro und dank Kostenkürzungen einen nahezu stabilen Überschuss von 30,7 Mio Euro. Die Anzeigenumsätze bei Print sinken spürbar, steigen Online aber um knapp 13 %. Die Vertriebserlöse Print und Digital sinken von rund 122 auf 117 Mio Euro.
horizont.net, spiegelgruppe.de (Bestseller)