Hör-Tipp: Hajo Schumacher über provokante Fragen in Interviews.

Hör-Tipp: Ist Provokation eine legitime Technik in Interviews, fragt Stefan Winterbauer im Medienwoche-Podcast Hajo Schumacher. Der Journalist verteidigt sein Interview mit Silvana Koch-Mehrin über Brustkrebs. Die Vorwürfe, er habe sexistisch gefragt, seien "eher vom Publikum als von den Kollegen" gekommen. Koch-Mehrin habe das Interview autorisiert und sei nicht der "Betreuungsfall, der Unterstützung gegen Rüpel braucht", zu dem die Twitter-Community sie erkläre. Schumacher räumt ein, er hätte mehr Kontext liefern sollen, der jüngeren Leser*innen vielleicht nicht bekannt sei.
soundcloud.com (77-Min-Audio, ab Min 32), spiegel.de (Interview)

“Spiegel” nimmt mit Pur-Abo ca. 500.000 Euro pro Jahr ein.

Zahlen, bitte: Der "Spiegel" zieht Bilanz über sein Pur-Abo, mit dem er Nutzer*innen auffordert, sich bewusst für Werbung oder für die Zahlung von 4,99 Euro pro Monat zu entscheiden. Derzeit lesen 17.200 der 20 Mio Unique User die Website oder App werbefrei. Die Einnahmen summieren sich, aufs Jahr gerechnet, auf gut eine halbe Mio Euro. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl sieht der "Spiegel" das Abo als solide zusätzliche Einnahme-Quelle.
devspiegel.medium.com

Der “Spiegel” bringt digital eine zweite Titelgeschichte.

Spiegel aktualisiert nach der Ernennung von Joe Biden zum Wahlsieger seine aktuelle Digitalausgabe. Die Ausgabe 46 erhält eine zweite Titelgeschichte und ein zweites Cover. Es zeigt Joe Biden, wie er der Freiheitsstatue den Kopf wieder aufsetzt mit dem Slogan "Make America great again". Die Titelgeschichte "Ein neuer Anfang" behandelt die Aufgaben, die vor dem künftigen Präsidenten liegen. Unter "Ein Neuanfang für Amerika" gibt es zudem einen neuen Leitartikel. Die ursprüngliche Version titelte mit Donald Trump und der Zeile "Der Hausbesetzer".
spiegel.de

“Bild”: “Spiegel”-Reporter Rafael Buschmann soll im Fall Lewandowski vernommen werden.

Fall Lewandowski: Deutsche Ermittler sollen "Spiegel"-Reporter Rafael Buschmann im Fall der mutmaßlichen Erpressung des Fußball-Spielers befragen, schreibt die "Bild". Lewandowskis Anwälte hätten zudem den "Spiegel" über die mutmaßliche Verstrickung des Reporters informiert, das Magazin hatte aber keine Belege für eine Erpressung erkennen können.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Hans Leyendecker prüft rechtliche Schritte gegen den “Spiegel”.

Journalismus: Investigativjournalist Hans Leyendecker erwägt eine Klage gegen den "Spiegel", berichtet EPD. Dass der "Spiegel" eine Aufklärungs­kommission losgeschickt und sich von seiner RAF-Titelgeschichte von 1993 öffentlich distanziert hat, hält er für Verunglimpfung. Leyendecker wirft der Kommission vor, wichtige Details aus seiner Stellungnahme "unzulänglich behandelt" zu haben, das Vorgehen "grenzt an Rufmord".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Peter Müller verlässt den “Spiegel” und geht ins Team von Ursula von der Leyen.

Seitenwechsel in Brüssel: Peter Müller, Büroleiter des "Spiegels", geht in die Politik und wird Kommunikationsberater und Redenschreiber für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Er selbst verkündet den Schritt auf Twitter. Müller hat in der Vergangenheit auch für "Welt am Sonntag" und "Handelsblatt" gearbeitet.
kress.de, twitter.com

Zitat: Hans Leyendecker kritisiert die Arbeit der “Spiegel”-Kommission zu seiner Titelgeschichte.

"Dass der 'Spiegel' den Quellenschutz im Grunde nicht respektiert, ist für jemanden, der fast zwanzig Jahre für dieses wichtige Blatt gearbeitet hat, nicht nachzuvollziehen. Die Frage der Kommission, ob ich einen Kontakt zu der damaligen Quelle herstellen könne, war eine Bankrotterklärung der heutigen 'Spiegel'-Macher."

Hans Leyendecker reagiert gegenüber der dpa auf die Distanzierung der aktuellen "Spiegel"-Macher von seiner "Spiegel"-Titelgeschichte von 1993.
kress.de, turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung” kann “Aufklärerlogik” der “Spiegel”-Kommission nicht nachvollziehen.

Süddeutsche Zeitung verteidigt ihren Autor Hans Leyendecker gegen das Ergebnis der "Spiegel"-Kommission, die Leyendecker vorwirft, dass seine Version von den Ereignissen 1993 in Bad Kleinen "mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die tatsächlichen Abläufe wiedergibt". Nach der "Aufklärer­logik" der Kommission wäre es für Leyendecker "die einzige Möglichkeit, nicht öffentlich als potenzieller Lügner hingestellt zu werden", seinen Informanten preiszugeben, was er ablehnt. Hans Werner Kilz, ehemaliger "Spiegel"- und "SZ"-Chefredakteur hält es für "völlig unverständlich, wie ein amtierender 'Spiegel'-Chefredakteur ein solches Machwerk" veröffentlichen könne. Der Informantenschutz sei "für einen anständigen Journalisten heilig".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” beendet Podcast-Werbung, die Redakteur*innen selbst einsprechen.


Werbe-Pause: Der "Spiegel" beendet die Praxis, dass Redakteur*innen in Podcast selbst Werbebotschaften vortragen, berichtet Kai-Hinrich Renner. Chefredakteur Steffen Klusmann (Foto) habe die Geschäftsführung "darum gebeten, diese Vermarktungsform künftig sein zu lassen", sagt eine Sprecherin - aber offenbar erst nachdem Klusmann von Renners Anfrage erfahren habe. Gezwungen wurde zu Werbe-Aufsagern wohl niemand, vieles spreche aber dafür, so Renner, "dass den Journalisten zumindest nahegelegt wurde, dies zu tun". "Spiegel"-Reporter Juan Moreno etwa habe sich aber standhaft geweigert, in seinem reichenweiten­starken Auslands-Podcast Acht Milliarden, Reklame-Botschaften vorzulesen. In der Podcast-Vermarktung ist Werbung, die im Plauderton von den Moderator*innen vorgetragen wird, nicht unüblich. Der OMR-Podcast-Vermarkter Podstars von Philipp Westermeyer etwa wirbt ganz offensiv damit, dass die vom Host eingesprochen Werbung "authentisch, glaubwürdig und ein nativer Teil der Show" ist.

Unmut in der Redaktion hat auch eine geplante Kooperation mit dem Berater Boston Consulting Group hervorgerufen, schreibt Renner. BCG sollte für das "Spiegel"-Sonderheft Klimakrise – Aufbruch nach Utopia ein Ranking zur Klimafreundlichkeit von Branchen und Unternehmen erstellen. Redakteur*innen hätten aber Zweifel an der Objektivität von BCG geäußert. Letztlich sei der Klima-Index "gecancelt worden", sagt eine Sprecherin, weil sich herausgestellt habe, dass die verfügbaren Zahlen "keine wissenschaftlich solide Basis für eine Erhebung bilden".
berliner-zeitung.de (Paid)

Der “Spiegel” bewertet die Leyendecker-Titelstory von 1993 als “Fehler”.

Fehlschuss: Der "Spiegel" distanziert sich von einer Titelgeschichte aus dem Jahr 1993, in der Hans Leyendecker unter der Zeile "Der Todesschuss" den Vorwurf erhebt, Polizeikräfte hätten den RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen. "Der 'Spiegel' hat mit der Berichterstattung auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen", schreibt nun eine vom Magazin beauftragte Kommission. Geschäftsführer Thomas Hass und Chefredakteur Steffen Klusmann schreiben zudem, dass das Magazin die Unstimmigkeiten trotz erheblicher Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Quelle nie aufgeklärt habe.
spiegel.de, meedia.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” macht die Klimakrise zum Themenschwerpunkt.

Krisenreport: Der "Spiegel" gönnt sich eine neue dauerhafte Klima-Rubrik auf seiner Webseite. Dazu gibt's ein gedrucktes Sonderheft mit dem Titel „Aufbruch nach Utopia. So retten wir Umwelt und Wohlstand", den wöchentlichen Newsletter Unter Zwei – dessen Titel nicht überall auf Gegenliebe stößt – und am 3. November eine Klimakonferenz mit der Boston Consulting Group.
spiegelgruppe.de

Der “Spiegel” veröffentlicht online nun einen Klimabericht.

Spiegel präsentiert auf seiner Startseite nun einen ständig aktualisierten Klima­bericht - statt des Wetter­berichts. Die Animation zeigt aktuelle "Daten zur Lage des Planeten", u.a. den Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Zeit, den Anstieg des Meeresspiegels seit 1880 und den Verlust an arktischem Eis. Die Daten erscheinen mit zwei bis drei Stunden Verzögerung.
spiegel.de

Hör-Tipp: Der “Spiegel” startet den E-Sports-Podcast “Game Changer”.

Hör-Tipp: Der "Spiegel" taucht in einer achtteiligen Podcast-Serie in die Welt des E-Sports ein. In der ersten Folge berichtet der Vorsitzende des Sportvereins in Neudorf-Bornstein in Schleswig-Holstein, wie er E-Sports in einen klassischen Sportverein eingebunden hat. Er berichtet, dass der Verein dafür die Satzung ändern musste. Grundsätzlich hält er E-Sports für die Zukunft und es sei wichtig, die Jugend aus ihren Zimmern heraus zu holen und zusammen zu führen in organisierten Strukturen.
open.spotify.com (27-Min-Audio)

Ex-Bento-Chefin Julia Rieke wechselt zum “stern”.

Neustart: Julia Rieke, Ex-Chefin des jungen Spiegel-Angebots Bento, ist zum "stern" gewechselt, teilt sie auf Twitter mit. Dort arbeite sie jetzt als "Head of Special Sections", von 2013 bis 2015 war sie dort Social-Media-Redakteurin. Der "Spiegel" hatte seine Junge-Leute-Marke Bento Ende September nach fünf Jahren vom Markt genommen. Nachfolger ist das Ressort "Start".
twitter.com, turi2.de (Background)

Steingart: Netflix verfilmt Relotius-Skandal als Serie.

Netflix verfilmt den "Spiegel"-Skandal um die Fälschungen von Autor Claas Relotius als Serie, berichtet Gabor Steingart in seinem Morning Briefing. Verantwortliche von Netflix seien bereits zu Gast in der Redaktion gewesen, um Details zu besprechen, bestätigt Chef­redakteur Steffen Klusmann. 2022 soll die Serie weltweit laufen. Auch die Ufa hat sich Rechte an der Story gesichert und plant eine Verfilmung des Stoffs fürs Kino.
thepioneer.de (Paid), derstandard.at, turi2.de (Background Ufa)

Sandra Ciesek schießt gegen Einstiegsfragen in “Spiegel”-Interview.

Virologin Sandra Ciesek haben die "provokanten Fragen und deren Sinn" in ihrem Interview mit dem "Spiegel" irritiert, twittert sie. Sie führten dazu, "dass Frau sich weiter aus solchen Dingen zurückzieht". Die Interviewerinnen hatten Ciesek als "Quotenfrau" bezeichnet, was für Kritik sorgte. Die Fragen seien "ganz sicher nicht beleidigend gemeint", hält "Spiegel"-Wissenschaftschef Olaf Stampf dagegen.
twitter.com (Tweet Ciesek), twitter.com (Tweet Stampf), turi2.de (Background)

Corona-Warn-App bekommt am Montag Notizfunktion für Symptome.


Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Nutzer*innen der Corona-Warn-App sollen künftig bei einem positiven Testergebnis Corona-Symptome in die App eintragen können, hört der "Spiegel" aus dem Bundesgesundheitsministerium. Zudem soll es möglich sein, die bisherige Dauer der Krankheitszeichen, sofern vorhanden, anzugeben. Wie die Corona-App selbst und das Melden eines positiven Tests sollen die Angaben allerdings freiwillig sein. Sie sollen dazu beitragen, Ansteckungsrisiken für Kontaktpersonen präziser zu berechnen. Das Update dazu kommt laut "Handelsblatt" am Montag, ab dann soll die App auch in anderen Ländern Europas funktionieren. Pünktlich zum Start der zweiten Infektionswelle versucht das Ministerium, die App insgesamt "attraktiver" zu machen. Derzeit zählt sie rund 16 Mio aktive Nutzer*innen.

Software-Entwickler Henning Tillmann hatte erst vor wenigen Tagen ebenfalls im "Spiegel" das aus seiner Sicht noch nicht ausgeschöpfte Entwicklungspotential der App kritisiert. So sei beispielsweise ihr irisches Pendant deutlich günstiger gewesen und biete mehr Funktionen. Tillmann schlägt die Integration eines freiwilliges Kontakt-Tagebuchs in der App vor, das Eintragungen 14 Tage lang speichert und dann löscht. Eine solche Funktion prüft das Ministerium derzeit laut "Spiegel" ebenso wie die Nutzung der App auf Geräten mit veralteten Betriebssystemen. (Foto: Picture Alliance / Eibner-Pressefoto)
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

“Spiegel” schickt vor der Wahl fünf weitere Reporter*innen in die USA.

Nachrüstung: Der "Spiegel" schickt vor der US-Wahl fünf weitere Reporter*innen nach Amerika. Insgesamt elf Journalist*innen sollen so "im ganzen Land" recherchieren, u.a. in Swing States wie Florida oder Arizona. Die personelle Aufstockung begründet der "Spiegel" mit der "enormen weltpolitischen Bedeutung der Wahl und dem gewaltigen Interesse der deutschen Leserschaft."
per Mail

turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Barbara Hans schreibt über Wilhelmine Werner.


Eine zähe Frau: Das Leben von Wilhelmine Werner ist kein außergewöhnliches um 1945 – der Mann an der Front, das Geld knapp, sieben Kinder. Für die Journalistin und “Spiegel”-Chefredakteurin Barbara Hans steht ihre Großmutter stellvertretend für die Frauen in ihrer Familie, an die sie in schwierigen Zeiten denkt, schreibt sie in der turi2 edition #12. Lesen Sie jetzt den ganzen Beitrag kostenlos online oder im E-Paper. Hier können Sie das gedruckte Buch bestellen.

Thomas Knüwer zerlegt Steingarts Spiegel-Gegenmitteilung.

Steingart vs. Spiegel: Thomas Knüwer zerlegt auf seinem Blog die Pioneer-Gegenmitteilung zum jüngst erschienen "Spiegel"-Artikel. Anstatt sich in Nichtbeachtung des Textes zu üben, sei Steingarts PR-Meldung ein Paradebeispiel "für einen Versender, der glaubt, die Öffentlichkeit mit simpelsten Methoden manipulieren zu können." Manche Rechtfertigungen Steingarts muten laut Knüwer "fast verzweifelt" an, andere beurteilt er als "schwer vorstellbar": Etwa die Behauptung, Steingart habe vor Boot-Charter-Gästen der Privatbank Merck Finck keine kurze Rede gehalten, sondern nur "den Grüß-August an der Eingangsplanke gegeben".
indiskretionehrensache.de, turi2.de (Spiegel-Story), turi2.de (Gegenmitteilung)

Zitate-Ranking: “Spiegel” liegt erneut deutlich vorne, “NYT” verdrängt “Bild” von Platz 2.

Ney York Times verdrängt "Bild" in den ersten neun Monaten des Jahres von Platz 2 des Zitate-Rankings von Media-Tenor. "Bild" rutscht sogar auf Platz 4 hinter die "Financial Times" ab. Die Funke-Zeitungen klettern von Platz 18 auf Platz 11. An der Spitze steht mit deutlichem Abstand erneut der "Spiegel" mit 885 Zitaten - vor einem Jahr waren es noch 109 mehr.
kress.de

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SONDERHEFT: Die reichsten Deutschen
Das Trauma der Schaefflers: Krisenfälle Conti und Schaeffler: Milliardenerbe Georg ist überfordert, das Vermögen schmilzt dahin.
Corona-Schock: Die Gewinner und die Verlierer in der Geldelite.
Steuererhöhungen: Der starke Staat fordert seinen Tribut.
Digitalisierung: Junge Unternehmer machen ihr Ding.
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Der “Spiegel” startet seinen Bento-Nachfolger “Start”.


Start frei: Der "Spiegel" startet sein neues Online-Angebot für Leser*innen unter 30, "Spiegel Start". Die bisherige Jugend-Seite bento.de existiert nicht mehr, die Domain leitet auf das neue Angebot um, das wie bereits angekündigt nicht mehr eigenständig ist, sondern ein Teil des Online-Angebots des "Spiegel". Die entsprechende Rubrik ist in der Navigation des Webauftritts jedoch weit unten hinter Job & Karriere zu finden, wo "Spiegel Start" auch organisatorisch angedockt ist.

Das merken Leser*innen auch an den Themen: "Wir wollen Menschen vom Schulabschluss bis in den ersten Job begleiten und das, wofür der 'Spiegel' steht, auf die Themen Ausbildung und Berufseinstieg übertragen", sagt Sophia Schirmer, Teamleiterin von "Spiegel Start". Zum Launch präsentiert die Redaktion unter anderem ein Interview zu Zukunftsangst mit der Großmutter einer Autorin sowie einen Beitrag, in dem drei Studierende ihre Auslandssemester-Pläne im Hinblick auf Corona erläutern.
medium.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jan Böhmermann kritisiert “autoritäre Kunst”.

Video-Tipp: Jan Böhmermann sitzt spitzbübisch grinsend in "Spitzentitel", der "Spiegel"-Büchershow, und erklärt, sein Buch mit gesammelten Twitter-Werken sei sein Versuch, jahrelang rausgepustete Gedanken in "anfassbare Form" zu bringen. Er redet sich in Rage über "autoritäre Kunst" und Künstler*innen, die sich zu ernst nehmen, stellt dem "Konzept Kunstfigur" die Sterbeurkunde aus und lobt Doro Bär als Kommunikationstalent.
spiegel.de (56 Min)

“Horizont”: “Spiegel” hadert mit Bertelsmanns Ad Alliance.

Wacklige Werbe-Allianz: Der "Spiegel" hadert mit Bertelsmanns Vermarkter Ad Alliance, dem er seit 2018 angehört, schreibt Roland Pimpl in "Horizont". Es herrschten "unterschiedliche Sitten" bei der Kennzeichnung von Anzeigen-Sonderformaten; das Nachrichtenmagazin müsse teils auf Buchungen verzichten, wenn die Anzeigenkennzeichnung nicht den hauseigenen Standards entspreche. Zudem kümmere sich die Ad Alliance nur stiefmütterlich um "Spiegel"-Ableger wie "Dein Spiegel" oder "Start" (ehemals Bento).

In diese Lücke soll die "Spiegel"-eigene, crossmediale Konzeptvermarktung "Manufact" stoßen, was wiederum zu Kompetenzgerangel führen könnte. Verlassen wolle der "Spiegel" die Ad Alliance aber nicht, wird ein Sprecher zitiert. Das liegt laut Pimpl aber auch am derzeitigen "Mangel an Bündnisalternativen".
"Horizont" 35/2020, S. 7 (Paid)

Medienkritik: Spiegel TV nutzt “fremde” Morddrohung zur Eigen-Inszenierung.

Spiegel TV inszeniert sich mit einer fremden Morddrohung als unerschrockenes Medium, kritisiert Stefan Niggemeier. In einem Jahresrückblick zeigt die Redaktion eine Kugel, die sie angeblich als Reaktion auf einen Bericht über Immobiliengeschäfte eines libanesischen Clans geschickt bekommen hat. Tatsächlich wurde die Kugel an einen Libanesen geschickt, der dem Fernsehteam bei den Dreharbeiten half und nach weiteren Drohungen aus dem Land floh. Er bereue, für Spiegel TV gearbeitet zu haben, weil das Team ihn nach seiner Flucht nicht genug unterstützt habe.
uebermedien.de

Video-Tipp: Kevin Kühnert spricht im ersten “Spiegel”-Spitzengespräch mit Markus Feldenkirchen.

Video-Tipp: In der ersten Ausgabe des neuen "Spiegel"-Politik-Talks "Spitzengespräch" mit Markus Feldenkirchen stellt sich Kevin Kühnert hinter Kanzlerkandidat Olaf Scholz. In lockerer Atmosphäre, teils mit Arminia-Bielefeld-Schal, befürwortet Kühnert eine rot-rot-grüne Koalition ("Das überrascht Sie jetzt nicht?!"), kann sich mit gewisser Skepsis aber auch eine Ampel vorstellen. Gegen Ende des rund 50-minütigen Gesprächs sagt Kühnert, dass er es seiner Grundschullehrerin nicht übel nimmt, dass sie nicht die "Medienkompetenz" hat, bei einem Anruf der "Bild" einfach aufzulegen, ehe Kühnert und Feldenkirchen den Talk mit einem Kräuterschnaps beenden.
youtube.com (53-min-Video), turi2.de (Background)

“Spiegel” startet wöchentlichen Live-Polittalk und Bücher-Sendung.

Politik und Literatur: Der "Spiegel" baut sein Videoangebot aus und startet einen wöchentlichen Live-Polittalk namens "Spitzengespräch". Dienstags um 14.30 Uhr empfängt Redakteur Markus Feldenkirchen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, zum Start Kevin Kühnert. Dazu kommt eine wöchentliche Live-Sendung über Literatur: Volker Weidermann präsentiert donnerstags um 14.30 Uhr "Spitzentitel" in einer Mischung aus Talk und Magazin. Die Sendungen, je rund 45 Minuten lang, sind kostenlos auf Spiegel.de, YouTube und Facebook zu sehen.
new-business.de

Nikolaus Blome bleibt trotz neuem RTL-Job “Spiegel”-Kolumnist.

Noch nicht verwelkt: Nikolaus Blome, künftig Ressortleiter Politik & Gesellschaft bei RTL, bleibt trotz seines neuen Jobs "Spiegel"-Kolumnist, schreibt "Clap". In dieser Woche war bekannt geworden, dass der Ex-"Bild"-Mann zu RTL geht. Außerdem soll die Talk-Sendung "Augstein und Blome" auf Phoenix nicht aus der Sommerpause zurückkehren.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Renner: Befunde der “Spiegel”-Kommission belasten Leyendecker kaum.

Keine Angst vor der Wahrheit: Die "Spiegel"-Kommission findet "wenig Belastendes" gegen Ex-Reporter Hans Leyendecker (Foto), schreibt Kai-Hinrich Renner. Ein abschließender Bericht soll laut einem "Spiegel"-Sprecher bis September öffentlich gemacht werden. Leyendecker wird vorgeworfen, 1993 in einem Artikel über einen Polizei-Einsatz gegen die RAF in Bad Kleinen einen Informanten erfunden zu haben.
berliner-zeitung.de

Hör-Tipp: Spiegel-Redakteur Alexander Kühn spricht über seinen Job.

Hör-Tipp: "Spiegel"-Journalist Alexander Kühn blickt im Personal-Branding-Podcast mit Verena Bender auf teils kuriose Begegnungen mit Gesprächspartner*innen zurück – u.a. mit Loriot und Johannes Heesters. Bei einigen Kolleg*innen sehe er die Gefahr, dass sie sich zu wichtig nehmen und ihre Twitter-Aktivität über ihren Job im Journalismus stellen. Er finde es schön, "wenn Leute mit minimalem Twittern durchs Leben kommen".
soundcloud.com (66-Min-Audio)


Auch das “manager magazin” führt ein werbefreies Digital-Abo ein.

manager magazin macht es seiner Mutter "Spiegel" nach und führt ein Pur-Abo für seine Website ein. Für 4,99 Euro im Monat können Nutzer*innen die Website weitestgehend werbefrei lesen. Plus-Abonnent*innen von "manager magazin" oder "Harvard Business Manager" zahlen für Werbefreiheit 1,99 Euro im Monat zusätzlich.
manager-magazin.de, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Stefan Ottlitz wird 44.


Wir graturilieren: "Spiegel"-Geschäftsführer und -Produktchef Stefan Ottlitz feiert heute seinen 44. Geburtstag und macht sich dafür einen schönen Tag in Hamburg. Das Beste am abgelaufenen Jahr war für Ottlitz, dass er und sein Umfeld "die aktuelle Krise halbwegs ordentlich meistern" sowohl beim "Spiegel" als auch im Privaten, inklusive "tollem Digitalisierungsschub". Für das kommende Jahr wünscht er sich, dass die Krise vorbeigeht, die Errungenschaften dieser Zeit – vor allem die potentiell bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeit – aber bleiben. Gratulationen sind überall willkommen, das Handy am Geburtstag allerdings ruhiggestellt.

Zitat: Jan Fleischhauer lästert über Bento und Ze.tt.

"Bento und Ze.tt lebten von der Behauptung, eine Generation zu vertreten, die queer, grün und gendergerecht denkt. Wie sich zeigt, ist diese Generation nicht viel größer als der Studiengang, dem seine Protagonisten entstammen."

Jan Fleischhauer lästert in seiner "Focus"-Kolumne über die Jugendangebote von "Spiegel" und "Zeit" - und befindet, ein Magazin der Grünen Jugend würde vermutlich genauso aussehen.
"Focus" 20/2020, S.8 (Paid)

Zitat: “Spiegel”-Journalist sieht bei Scheuer “taktisches Verhältnis zur Wahrheit”.

"Das ist das, was ich als taktisches Verhältnis zur Wahrheit bezeichnen würde, und das ist der eigentliche Skandal, der sich hinter diesen Akten verbirgt."

Investigativ-Journalist Gerald Traufetter vom "Spiegel" spricht im Medienmagazin "Zapp" über den zweifelhaften Umgang des PR-Teams von Verkehrsminister Andreas Scheuer mit kritischen Medienanfragen.
ndr.de (5-Min-Video), turi2.de (Background)

Blaue Dachmarke: “manager magazin” und “Harvard Business manager” rücken zusammen.

Alles neu macht der Juli: manager magazin und Harvard Business manager machen es wie die große Schwester "Spiegel" und geben sich einen runderneuerten Digital- und Marken-Auftritt. Die Online-Ausgaben erscheinen künftig unter der Dachmarke "manager", das gemeinsame Pay-Angebot heißt manager+, die Einzelausgaben m+ statt "Premium" und HBm+. Optisch ist die Verwandschaft mit Spiegel.de unverkennbar. Das "manager magazin" geht auch organisatorisch den gleichen Weg wie der "Spiegel" und verhandelt mit dem Betriebsrat über eine Fusion von Print- und Online-Redaktion. Den Relaunch-Prozess, der wegen Corona dezentral gelaufen ist, dokumentiert der Verlag bei Medium.com.
medium.com, manager-magazin.de, manager-magazin.de/harvard (Online-Auftritte)

“Spiegel” ruft Meldung zu Horst Mahler und Attila Hildmann zurück.

Spiegel muss eine Vorabmeldung zur Verbindung des Holocaust-Leugners Horst Mahler und des Verschwörungsideologen und Vegankochs Attila Hildmann zurückrufen. Autorin Ann-Katrin Müller schreibt bei Twitter: "In der Tat bin ich auf den Troll-Account reingefallen, ein hochdämlicher Fehler - und es tut mir sehr leid." Inzwischen hat der "Spiegel" die Meldung korrigiert. Das Nachrichten-Magazin hatte aus dem Fake-Account beim Messenger Telegram zitiert, dass sich Hildmann von dem früheren Rechtsanwalt Mahler beraten lassen wolle, wenn der in rund vier Monaten aus dem Gefängnis kommt. Mahler sitzt in Brandenburg an der Havel eine langjährige Haftstrafe wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung ab. Auf Twitter bekommen Müller und der "Spiegel" Lob für die schnelle und transparente Korrektur, im offiziellen Telegram-Kanal von Hildmann regieren erwartungsgemäß Spott und Hetze.
turi2 – eigene Beobachtung, twitter.com, "Spiegel" 27/20, S. 24

Google zahlt für Inhalte von “FAZ”, “Spiegel”, “Zeit” und weiteren Medien.


Lizenz zum Verbreiten: Google geht auf die Verlage zu und zahlt erstmals für Inhalte – in Deutschland an die "FAZ", den "Spiegel", die "Zeit", die "Rheinische Post" und den "Tagesspiegel". Weitere Partner sollen folgen. Der Konzern will mit der Initiative zunächst bei Google News und Discover hochwertige journalistische Inhalte anbieten. Zum Teil sollen auch Texte und Videos, die auf den Verlagsseiten hinter der Paywall stehen, über Google kostenfrei abrufbar sein. "Google will mit dem Programm einen Beitrag leisten, damit das Verlagswesen den Sprung in die digitale Zukunft schafft", sagt Sprecher Ralf Bremer zu turi2. Das Angebot soll im Laufe des Jahres starten und auch für Radio- und TV-Sender offen sein. Der Umgang mit Inhalten von ARD und ZDF ist noch unklar.

Das Programm läuft zunächst als Test in Deutschland, Australien und Brasilien. Google und insbesondere die Presseverlage streiten seit Jahren um Nutzungs-Gebühren für die Verwendung von Text-Schnipseln bei Google News. Das vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitere deutsche Leistungsschutzrecht für Presseverleger zielte auf eine politische Regelung des Konflikts.
googleblog.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

“Spiegel” löst sein Snapchat-Team auf.

Spiegel löst nach der Einstellung seiner Jugendmarke Bento auch sein Snapchat-Team auf. Die 2017 gestartete Kooperation zwischen Snapchat und dem Verlag wird nicht verlängert, sechs Stellen sind von dem Aus betroffen. Der Betriebsrat kritisiert sowohl das Ende von Bento als auch das des Snapchat-Teams.
meedia.de (Paid), turi2 - eigene Infos, turi2.de (Background Bento), turi2.de (Background Snapchat)

Aus dem turi2.tv-Archiv: Zu Besuch bei Frauke Böger, Chef-Snapperin des "Spiegel": (Juli 2017)