Hör-Tipp: Juan Moreno findet die “Spiegel”-Reaktion auf die Relotius-Enthüllung sportlich.

Hör-Tipp: Juan Moreno (Foto) spricht mit der "Süddeutschen Zeitung" auf der Frankfurter Buchmesse über sein Relotius-Buch. Der "Spiegel" nehme die Enthüllungen "sportlich", der freie Journalist erhalte vom Verlag weiterhin Aufträge. Dennoch gibt Moreno zu: "Ich würde es nicht gerne nochmal schreiben müssen".
sueddeutsche.de (34-Min-Audio), turi2.de (Lese-Tipp)

IVW 3/2019: “Welt” verliert 27,2 %, “Focus” 11,6 %, E-Paper-Verkäufe steigen.


Das Netz fängt auf: Im 3. Quartal verlieren die meisten Zeitungen und Zeitschriften laut IVW weiter Auflage. Minus-Spitzenreiter ist "Welt" mit 27,2 %. Beim "Focus" sorgt die stark zusammengestrichene Bordauflage für ein Auflagen-Minus von 11,6 %. "Bild" verliert 9,6 %. Der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" verlangsamen den Sinkflug durch steigende E-Paper-Verkäufe. "Zeit" und "Handelsblatt" drehen die Auflage dadurch sogar um 2,0 % und 6,8 % ins Plus. Die "Landlust" bleibt stabil.
horizont.net, dwdl.de (Zeitungen), dwdl.de (Zeitschriften)

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Die Beilage erscheint in einer Auflage von rund 600.000 Exemplaren.

Bento-Redaktion produziert Print-Beileger “Bento Start” für “Spiegel”.


Adieu, Adoleszenz: Bento soll erwachsener werden und wendet sich von Quizartikeln und Listen ab. Ab 2020 legt die Redaktion dem "Spiegel" viermal jährlich "Bento Start" bei. Das Heft kommt mit 200.000 Auflage, richtet sich an Studierende und ersetzt den "UniSpiegel". Die Redaktion verwertet dafür Beiträge von der Website und recherchiert zusätzliche. Bento-Teamleiterin Katharina Hölter verantwortet das Heft redaktionell. Im Netz will Bento künftig längere, tiefer recherchierte Artikel aus "konsequent junger Perspektive" bieten. Inhaltlich und optisch soll der Jugendableger näher an den "Spiegel" rücken, aber eigenständig bleiben.
horizont.net, bento.de

“Spiegel” gibt Gesellschaftsressort einen neuen Namen und eine neue Führung.

Relotius' Relikte: Der "Spiegel" baut sein Gesellschaftsressort um, jenes Ressort, das dank Sonderstellung im Verlag die Fälschungen von Claas Relotius ermöglichte. Das Ressort heißt künftig "Reporter" heißen. Die Leitung des Ressorts übernehmen Özlem Gezer (links), bisher Vize-Ressortleiterin, Hauke Goos (Mitte), zuletzt Autor, und Britta Stuff (rechts), die von der "Zeit" zum "Spiegel" zurückkehrt.

Der bisherige Gesellschaftstteil in der Heftmitte soll "Platz für Reportagen, Porträts, Reports und große Rekonstruktionen bleiben", sich aber auch für Kollegen aus den anderen Ressorts öffnen. Gesellschaftliche Themen sollen künftig dort im Heft stehen, wo sie thematisch hinpassen. "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann hält "besondere Erzählstücke" auch im Post-Relotius-Zeitalter weiter für einen "wichtigen Bestandteil der DNA des 'Spiegel'".
spiegelgruppe.de

Michael Bully Herbig führt bei Relotius-Verfilmung Regie.

Relotius-Affäre: Michael Bully Herbig (Foto) soll bei der Verfilmung des "Spiegel"-Skandals Regie führen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die Rechte an Juan Morenos Buch habe sich Produzent Sebastian Werninger für die Ufa gesichert. Drehbeginn soll Anfang 2021 sein.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal (Archiv 05/2019).

“Spiegel”-Reporter Rafael Buschmann verzichtet auf Beförderung zum Investigativ-Chef.


Fehlende Beweise: Der "Spiegel" bläst die geplante Beförderung von Reporter Rafael Buschmann (Foto) zum Investigativ-Chef endgültig ab, schreibt die "Süddeutsche". Buschmann habe Chefredakteur Steffen Klusmann angeboten, auf den Posten zu verzichten, er bleibt aber Investigativ-Reporter. Der "Spiegel" hatte die Beförderung auf Eis gelegt, nachdem Unregelmäßigkeiten in einen Beitrag Buschmanns über Wettbetrug bei der Fußball-WM 2014 bekannt wurden.

Konkret geht es um die Frage, ob der Chat mit einem Wettbetrüger vor oder nach einem vermeintlich manipulierten WM-Spiel stattgefunden hat. Buschmann sagt, er sei gehackt worden und könne daher keine Screnshots des Chats als Beweis liefern. Chefredakteur Klusmann schreibt im Intranet, der "Spiegel" würde den Artikel aus heutiger Sicht "so nicht mehr drucken". Es reiche künftig nicht mehr, dass "die Gegenseite ihrerseits keinen ultimativen Beleg für die Behauptung hat, wir hätten falsch berichtet. Die Beweislast fällt hier tatsächlich uns zu."
sueddeutsche.de, uebermedien.de, turi2.de (Background)

Klaus Brinkbäumer schreibt “SpiegelStrich”-Kolumne beim “Tagesspiegel”.

Tagesspiegel gewinnt Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer als Kolumnisten. Der passende Titel für seinen wöchentlichen Auftritt lautet "SpiegelStrich" – Brinkbäumer will über Politik und ihre Sprache schreiben. Er arbeitet bereits als Autor für die "Zeit" im Holtzbrinck-Universum und fand zuletzt kritische Worte für sein Ausscheiden beim "Spiegel".
new-business.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: “Spiegel” veröffentlicht Abschnitt aus Juan Morenos Relotius-Buch.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" veröffentlicht einen Auszug aus dem Buch von Juan Moreno über Claas Relotius. Moreno charakterisiert Relotius als notorischen Lügner und beschreibt, wie der Reporter gegenüber Vorgesetzten eine krebskranke Schwester erfand. Steffen Klusmann schreibt, Morenos Buch sei keine Abrechnung – aber keines, das dem "Spiegel" gefallen kann.
spiegel.de (Auszug), spiegel.de (Klusmann)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal.

Buch-Tipp: “Spiegel”-Autor Juan Moreno dokumentiert Fall Relotius.

Buch-Tipp: "Spiegel"-Autor Juan Moreno (Foto) veröffentlicht am 17.9. das Buch Tausend Zeilen Lüge – das System Relotius und der deutsche Journalismus. Das Werk ist spannend, aber nicht voyeuristisch sowie dokumentarisch, aber nicht trocken, rezensiert die "Süddeutsche Zeitung". Relotius sei heute krank und in Behandlung, schreibt Moreno.
"Süddeutsche Zeitung", S. 48 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Mehr Rechte für die Dokumentation" – Relotius-Aufklärerin Brigitte Fehrle im Interview (Archiv 05/2019).

Zitat: “Spiegel”-Reporter Juan Moreno hätte Relotius-Geschichte auch der Konkurrenz angeboten.

"Ich glaube, dass viele auf eine Geschichte wie diese gewartet hätten."

"Spiegel"-Reporter Juan Moreno darf im "Zeit"-Interview sein Buch bewerben, in dem er schreibt, wie er Claas Relotius hat auffliegen lassen. Moreno wäre auch zur Konkurrenz gegangen, hätte der "Spiegel" versucht, die Sache unter den Teppich zu kehren.
"Zeit" 38/2019, S. 55/56 (Paid)

“Spiegel” stellt Digital-Design und Technik auf den Kopf.


Work in progress: Der "Spiegel" enthüllt zur Digitalmesse Dmexco sein künftiges digitales Gesicht – und gewährt tiefe Einblicke in den Entstehungsprozess. Über Monate haben Journalisten, Techniker und Designer gearbeitet. Spiegel Online, das "Online" aus dem Namen streicht, rückt optisch spürbar an das Heft und seinen digitalen Ableger. Sämtliche Systeme, inklusive "Manager Magazin", Bento und "Harvard Business Manager", sollen auf die gleiche Plattform umziehen. Aus dem langen Prozess zieht das Team auch eine Lehre: "Wir wollen nie wieder einen grundlegenden Relaunch wie diesen umsetzen."

Das "Spiegel"-Team will sich mit den neuen Auftritten von den schnellen News entfernen und setzt stattdessen auf "Präsentation der Tiefe, der Hintergründe, der analytischen Kraft, die unsere integrierte Redaktion bieten kann wie wenige andere". Die neue Seite soll optisch klarer Nachrichten von Meinung trennen, kleine von großen Stücken und grundsätzlich Magazin-Stoffe mehr in den Vordergrund rücken. Die Teams entwickelten Schriften, Buttons, Farben und Nutzerführung komplett neu und hoffen, mit dem Start der Seite 2020 eine Logik geschaffen zu haben, die danach nur noch minimal angepasst wird statt im großen Rundumschlag. Das Projekt NextGen soll im Haus auch nach dem Launch weiterlaufen.
medium.com

“Spiegel” startet mit Update ein Audio-Nachrichten-Angebot.

Spiegel startet tägliche Audio-Nachrichten mit Fokus auf Smartspeaker. Das Spiegel Update erscheint werktäglich als moderierte Sendung um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr. Samstags gibt es einen Rückblick und sonntags einen Ausblick auf die kommende Woche. Das Update läuft als Podcast u.a. bei Apple und Spotify sowie auf Google Assistant und Alexa – bei Alexa ergänzt um weitere Beiträge und vertonte Artikel aus dem "Spiegel".
spiegel.de

Klaus Brinkbäumer spricht über sein Scheitern beim “Spiegel” und kritisiert die Mitarbeiter KG.


Den Spiegel vorgehalten: Klaus Brinkbäumer äußert ein Jahr nach seinem Abgang als "Spiegel"-Chefredakteur gut verpackte, aber deutliche Kritik an der Mitarbeiter KG, die als Gesellschafterin das Sagen beim Nachrichtenmagazin hat. Manche KG-Geschäftsführer und stillen Gesellschafter fühlten sich in allen Fragen kompetent, obwohl sie das "womöglich nicht bei jedem Thema sind", sagt Brinkbäumer im Interview mit "Kress Pro". Zu seiner eigenen Demission sagt er u.a., dass der "Spiegel" eine gewisse Begabung darin habe, "Leute, die er gestern noch für die Besten hielt, heute bei der Konkurrenz wieder zu sehen". Brinkbäumer schreibt heute für die "Zeit". "Ich stelle mir manchmal vor, wie der 'Spiegel' über den 'Spiegel' schreiben würde", kommentiert er, "schön wär's nicht".

Brinkbäumer spricht auch über die Causa Relotius und sagt, dass er zu nachsichtig gegenüber dem Ressort "Gesellschaft" und der Konstruktion mit dem dort eingebetteten Dokumentar war, macht aber auch deutlich, dass es diese Aufstellung schon vor seiner Zeit als Chefredakteur gab. Er bestätigt, dass er sich zwei Mal beim Lesen von Relotius-Texten gefragt habe "Kann das so gewesen sein?" und wünscht sich im Nachhinein, "ich hätte in jenen Sekunden eingegriffen".

Brinkbäumer sagt, dass er sich hätte vorstellen können, in die zweite Reihe beim "Spiegel" zurückzukehren und als Korrespondent zu arbeiten. "Ich werde eines Tages wieder einen festen Job übernehmen – momentan bin ich aber ausgefüllt und vergnügt mit den Dingen, die ich tue", beendet er das Interview. (Foto: dpa)
"Kress Pro" 7/2019, S. 58-62 (Paid)

Früherer “Spiegel”-Mann Torsten Beeck wechselt zu Facebook.

Facebook gewinnt Torsten Beeck, den früheren Social-Media-Chef des "Spiegel". Beeck wird bei Facebook für Partnerschaften mit Medienhäusern zuständig sein – der frühere "Spiegel"-Verlagsleiter Jesper Doub ist Facebooks Partnerschaften-Chef für Europa. Facebook hat zuletzt mehrere redaktionelle Videoformate angekündigt, die bei Springer, Burda und Gruner + Jahr entstehen.
twitter.com, turi2.de (Background)

Nannen-Werkstatt bildet überbetrieblich Journalisten-Nachwuchs aus.

Henri-Nannen-Schule bekommt einen Ableger: Die Trägerverlage Gruner + Jahr, "Spiegel" und "Zeit" gründen die Nannen-Werkstatt, die als Dienstleister eigene und fremde Volontäre und Jungredakteure ausbilden soll. Der erste Jahrgang startet Mitte 2020 mit Volos aus den Online-Redaktionen von "Spiegel", "stern" und "Zeit", sowie dem "Tagesspiegel", der "Sächsischen Zeitung" und mehreren G+J-Redaktionen.
presseportal.de

Bolmer und Rieke leiten “Spiegel”-Angebot Bento und bauen um.

Bento bekommt mit Viktoria Bolmer (Foto) und Julia Rieke neue Chefinnen – und unter ihnen einen Relaunch. Das junge Angebot des "Spiegel" soll weniger Klickstoff produzieren, stattdessen mehr magazinige Inhalte aus der U30-Perspektive bieten und den Zusatz "vom Spiegel" tragen. Vorgängerin Frauke Lüpke-Narberhaus baut das neue "Spiegel"-Ressort Leben mit Anke Dürr auf, Ole Reißmann wird geschäftsführender Redakteur für neue Produkte.
medium.com, meedia.de

“Spiegel”-Essay: YouTuber Rezo kritisiert dpa und DJV.

Mehr Kritik wagen: Journalisten fehlt es oft an Bereitschaft zur Selbstkritik, schreibt YouTuber Rezo in einem "Spiegel"-Gastbeitrag. Er berichtet von seinen Erfahrungen nach seiner Print-Kritik in einem Video der YouTuber Space Frogs und kritisiert den DJV und die dpa. Eine später wieder zurückgezogene Pressemitteilung der Journalistengewerkschaft habe ihm fälschlicherweise vorgeworfen, Journalisten pauschal zu diffamieren. Die dpa hatte die Meldung aufgegriffen und viele Medien übernahmen den Text – wie Rezo glaubt – ohne das 14-minütige Original-Video anzusehen. Erst nach einer langwierigen Intervention sei die dpa bereit gewesen, eine Korrektur zu veröffentlichen.

Rezo ist der Meinung, dass die Meldung nur deswegen so detailliert aufgearbeitet worden sei, weil er eine hohe Reichweite hat, "irgendeine Random Oma hätte von der dpa keine Entschuldigung erhalten". Der YouTuber folgert, dass viele Fehler nicht verbessert werden und spricht der Nachrichtenagentur sein Misstrauen aus: "Ich kann keinem dpa-Artikel mehr blind vertrauen." In Zeiten von Fake News bringe die fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik einiger Journalisten die ganze Branche in Verruf. Rezo fordert: "Lasst uns mit den vielen großartigen Journalisten in diesem Land genau auf die Presse gucken und jedes Fehlverhalten kritisieren."
"Spiegel" 36/2019, S. 114-115 (Paid), turi2.de (DJV)

Mitarbeit: Markus Trantow

Neues “Spiegel”-Beiboot “Lesezeichen” hält beliebte Texte länger am Kiosk.


Zur Zweitverwertung gebookmarked: Der Spiegel-Verlag probiert sich an einem neuen Magazin namens "Lesezeichen". Es soll zweimal jährlich "die besten Lesestücke" aus den Publikationen des Verlags bündeln. Die 148 Seiten in 50.000 Auflage kosten 9,90 Euro. Das Heft erscheint erstmals am 25. Februar 2020. Über die Zusammensetzung sollen Redaktion und Leser gemeinsam entscheiden.

Bis zum 20. September können sich Interessierte Leser beim "Spiegel" bewerben und Beiträge bewerten. Unter allen Teilnehmern wählt der Verlag sechs Leserkuratoren aus, die im Oktober gemeinsam mit der Redaktion die Beiträge für die erste Ausgabe auswählen.
spiegelgruppe.de

“Spiegel”-Journalisten sollen auch technisch zusammenrücken.

Spiegel und Spiegel Online sollen künftig in einem gemeinsamen Redaktionssystem arbeiten – damit Inhalte schneller online gehen können. Nach und nach ziehen Print- und Online-Ressorts in gemeinsame Büros. Bereits am 11. September gibt der Verlag Einblick ins neue Spiegel Online, das 2020 den Zusatz Online aus dem Namen streicht.
meedia.de, medium.com (Reformen-Überblick)

“Welt”: Relotius-Förderer Geyer und “Spiegel” einigen sich.

Spiegel einigt sich außergerichtlich mit Relotius-Förderer Matthias Geyer, berichtet Christian Meier. Die Kündigung wurde zurückgenommen, der Gerichtstermin am Dienstag fällt aus. Geyer soll nicht mehr in der Redaktion arbeiten, womöglich bleibt er aber angestellt. Der Verlag äußert sich nicht.
welt.de, turi2.de (Background)

Update: Beide Seiten haben sich auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt, berichtet Übermedien.
uebermedien.de

Renner: Der “Spiegel” entlässt Relotius-Förderer Matthias Geyer.


Relotius-Relegation: Der "Spiegel" hat Matthias Geyer, Förderer von Claas Relotius und zuletzt Redakteur für besondere Aufgaben, gekündigt, schreibt Kai-Hinrich Renner. Gegen die Kündigung gehe Geyer juristisch vor. Am Dienstag werde der Fall vor dem Arbeitsgericht Hamburg verhandelt.

Bereits im Juni hatte Renner berichtet, dass der "Spiegel" und Geyer Gespräche führen würden, an deren Ende eine Trennung stehen könnte. Vor der Relotius-Affäre um gefälschte Reportagen plante der "Spiegel" noch, Geyer zum Blattmacher zu befördern.
waz.de, turi2.de (Background)

Ranking: Deutsche PR-Profis fürchten die Investigativredaktion von “Frontal 21” am meisten.

Investigativ-Recherche: Das ZDF-Politmagazin "Frontal 21" (33 %), der Rechercheverbund aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (32 %) sowie der "Spiegel" (29 %) sind die meist gefürchteten Investigativredaktionen unter deutschen PR-Profis. Für das Ranking haben News aktuell und Faktenkontor 510 Fach- und Führungskräfte der PR befragt. Schlusslichter des PR-Trendmonitors sind die "FAZ" mit 5 % und "Report München" mit 4 %.
presseportal.com

Aussage gegen Aussage: SPD bestreitet Scholz-Zitat, “Spiegel” bleibt bei Darstellung.

Spiegel sieht sich mit Falschmeldungs-Vorwürfen konfrontiert. Laut der Interimsführung der SPD hat es die Telefonschalte mit Finanzminister Olaf Scholz, aus der das Magazin zitiert, nie gegeben. Die "Süddeutsche Zeitung" und die "Bild" teilen diese Darstellung. Der "Spiegel" bleibt bei seiner Version und schreibt in einer Stellungnahme, er habe zwei unabhängige Quellen, die auch nach den Aussagen der SPD-Spitze bei ihrer Darstellung blieben.
bild.de, sueddeutsche.de, spiegel.de (Stellungnahme)

“Welt am Sonntag” stellt Wettbetrugs-Enthüllung des “Spiegel” infrage.


Kontrolle ist besser: Die "Welt am Sonntag" erhebt weitere Zweifel am Wahrheitsgehalt eines Textes von Football-Leaks-Enthüller Rafael Buschmann (Foto) aus dem Jahr 2014 über ein verschobenes WM-Spiel. Der zuständige Dokumentar habe schon vor der Veröffentlichung "keine hinreichenden Dokumente oder Beweise" für Buschmanns These finden können, dass das Spiel zwischen Kroatien und Kamerun manipuliert wurde. Er notierte "kein Beleg" auf dem Prüf-Manuskript, das laut "WamS" noch existieren soll. Der damalige Sport-Ressortleiter Michael Wulzinger habe die Einwände des Dokumentars übergangen und den Text ins Blatt gehoben.

Der "Spiegel" habe einen Fragenkatalog der "Welt am Sonntag" zu dem Thema nicht beantwortet. Stattdessen teilt der Verlag mit, dass es zu dem Artikel nun weitere Recherchen gebe. Bisher gebe es keine Belege für eine Fälschung. Medienjournalist Kai-Hinrich Renner hatte Anfang August berichtet, dass die geplante Beförderung Buschmanns zum Investigativ-Chef zunächst auf Eis liegt.
"Welt am Sonntag", S. 35 (Paid), turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Deniz Yücel kritisiert “Spiegel”-Bericht über Bloggerin Marie Sophie Hingst.

Spiegel-Kritik: "Welt"-Reporter Deniz Yücel kritisiert "Spiegel"-Autor Martin Doerry für dessen Geschichte über die inzwischen tote Bloggerin Marie Sophie Hingst. Hingst hatte Yücel während seiner Haft in der Türkei fast täglich Postkarten geschrieben. Yücel ärgert Doerrys Darstellung, sie habe damit "Nähe zu anderen Opfern" gesucht und sei auf "positive Schlagzeilen" aus gewesen. Yücels Vorwurf: Doerry habe die eigentlich nebensächliche Postkarten-Aktion nur deshalb aufgegriffen, weil sie gut in sein Bild von Hingst als "gewissenlose Hochstaplerin und schamlose Selbstdarstellerin" passte.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: “Spiegel Geschichte” verbreitet Stereotypen bei Titelgeschichte über Judentum.

Spiegel: Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, kritisiert das Titelbild von "Spiegel Geschichte", berichtet Deutschlandfunk Kultur. Auch die jüdische Bloggerin Juna Grossmann kritisiere die Verbreitung von Stereotypen. Das Cover zeigt unter der Überschrift "Jüdisches Leben in Deutschland – Die unbekannte Welt nebenan" ein Foto zweier orthodoxer Juden in traditioneller Kleidung.
deutschlandfunkkultur.de, twitter.com

Enthüller Martin Doerry nimmt Stellung zum Tod von Marie Sophie Hingst.


Eine Recherche und ihre Geschichte: "Spiegel"-Journalist Martin Doerry äußert sich knapp eine Woche nach dem Bekanntwerden des Todes von Bloggerin Marie Sophie Hingst zur Recherche, mit der er die 31-Jährige Ende Mai als Lügnerin überführt hatte. Sein Text trägt den Titel "Warum der 'Spiegel' über den Fall Marie Sophie Hingst berichten musste".

Doerry schreibt, dass ihn der Tod der jungen Frau "Tag und Nacht" beschäftigt und berichtet, wie eine Gruppe von privaten Rechercheuren, darunter eine Historikerin, ein Ahnenforscher und ein namhafter deutscher Historiker Hingst vergeblich dazu aufriefen, die Geschichte über ihre erfundenen jüdischen Vorfahren nicht mehr zu verbreiten. Erst als nichts half, sei Doerry ins Spiel gekommen. Er schreibt, sein Text wäre in der vorliegenden Form nicht erschienen, hätte Hingst eine öffentliche Korrektur ihrer Lügen angekündigt – was sie nicht tat.

Doerry zeichnet das Bild von einer Frau, die "souverän, kämpferisch und entschlossen" auftrat und für ihre Sache stritt. Der Berlin-Korrespondent der "Irish Times", Derek Scally, der zuerst über Hingsts Tod berichtet hatte, erlebte sie nach den Enthüllungen als verwirrt und hilflos – und warf Doerry vor, Hingsts seelische Verfassung übersehen zu haben. "Wir haben zwar dieselbe Person getroffen, aber in zwei völlig unterschiedlichen Lebenssituationen", schreibt der "Spiegel"-Journalist.
"Spiegel" 32/2019, S. 107, turi2.de (Background)

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Der “Spiegel” überdenkt die geplante Beförderung von “Football Leaks”-Reporter Rafael Buschmann.

Spiegel legt die Beförderung von Rafael Buschmann zum Investigativ-Chef zunächst auf Eis, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der Verlag wolle zunächst Unregelmäßigkeiten in einem Bericht aus 2014 untersuchen. Darin behauptet Buschmann, vor dem Fußball-WM-Spiel zwischen Kroatien und Kamerun vom Wettbetrüger Wilson Raj Perumal via Facebook Informationen erhalten zu haben. Laut Berichten des "Daily Telegraph" und des "Wall Street Journal" habe das Gespräch aber erst nach dem Spiel stattgefunden. Dies habe auch ein Facebook-Mitarbeiter bestätigt, den der "Spiegel" nun befragen will.. Buschmann behauptet, sein Account sei gehackt worden, weshalb der Original-Chat nicht mehr zurückverfolgen lasse.
morgenpost.de

Bloggerin Marie Sophie Hingst, 31, ist tot.


Bloggerin Marie Sophie Hingst, 31, ist tot, schreibt der Journalist Derek Scally in der "Irish Times". Hingst wurde demnach am 17. Juli leblos im Bett in ihrer Dubliner Wohnung gefunden. Die Polizei habe keine Anzeichen für Fremdverschulden gefunden, zitiert Scally Hingsts Mutter.

Ende Mai hatte der "Spiegel" berichtet, dass die Bloggerin und Historikerin Medien und Leser mit erfundenen Holocaust-Opfern getäuscht hat. Auch für sich selbst hatte sie eine jüdische Biografie erfunden. Der Preis "Bloggerin des Jahres 2017" wurde ihr nach Bekanntwerden der Vorwürfe entzogen.

Scally berichtet von einem Treffen mit Hingst in Berlin kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Er beschreibt sie als psychisch kranke Frau und wirft die Frage nach der journalistischen Verantwortung auf, die unter dem #Hingst und hier kontrovers diskutiert wird.

Hingsts Mutter sagt, "Spiegel"-Journalist Martin Doerry, der die Geschichte recherchiert und aufgeschrieben hat, habe nicht den kranken Menschen hinter den Fakten erkannt. Der "Spiegel" bedauere den Tod der jungen Frau. (Foto: Screenshot/YouTube)
irishtimes.com, spiegel.de, turi2.de (Background)

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