“Spiegel”-Chef Thomas Hass will Geld bei Marketing, Umzügen und Beratern sparen.


Financial Distancing: "Spiegel"-Verlagschef Thomas Hass beschreibt in einer E-Mail an die Mitarbeiter Details zu den Corona-bedingten Sparplänen im Verlag, berichtet Gregory Lipinski. In seiner E-Mail kündigt er an, dass der "Spiegel" seine Marketing- und Beraterbudgets reduziert und Umzüge und Umbauten stoppt. Gleichzeitig sollen Projekte vorgezogen werden, von denen sich der Spiegel Einnahmen verspricht, etwa das Feld Concept Solutions bei Spiegel Media und der Ausbau des Paid-Content-Angebots Spiegel+. Wie bereits Chefredakteur Steffen Klusmann gestern der Belegschaft mitgeteilt hat, will der Verlag 10 Mio Euro einsparen.

"Wesentliche organisatorische Veränderungen oder betriebsbedingte Kündigungen" stehen wie der Verlag in einem Statement mitteilt "kurzfristig nicht auf dem Plan". Sehr wohl prüfe das Haus aber die Einführung von Kurzarbeit. "Eine Entscheidung, ob und wenn ja in welchen Bereichen wir Kurzarbeit anmelden, ist aber noch nicht getroffen", heißt es dazu.
meedia.de, Statement per Mail, turi2.de (Background)

“Spiegel” plant wegen der Corona-Krise einen harten Sparkurs und Kurzarbeit.



Fiskal infiziert: Der "Spiegel" plant einen harten Sparkurs, weil der Verlag in der Corona-Krise einen deutlichen Anzeigeneinbruch erwartet, schreibt Gregory Lipinski. Zudem erwäge der "Spiegel" auch Kurzarbeit für seine Mitarbeiter*innen. In einer Videokonferenz habe Chefredakteur Steffen Klusmann die Belegschaft über die Pläne informiert. Im Etat von 2020 will Klusmann 10 Mio Euro einsparen. Für dieses Jahr geplante "Erlös-Projekte" sollen "priorisiert und vorangetrieben" werden.

Für kurzfristige Spar-Erfolge will der "Spiegel" vorerst auf Berater verzichten. Auch bei den Honoraren von Freien werde der Verlag "selbstverständlich Sparpotenziale" prüfen. Auch der Abbau von Arbeitsplätzen etwa durch Vorruhestand sei in der Diskussion. Hausintern kursierten bereits Zahlen von 80 bis 100 Arbeitsplätzen.
meedia.de

Hör-Tipp: Susanne Amann erzählt bei “Unter Zwei”, wie der “Spiegel” in Corona-Zeiten arbeitet.

Hör-Tipp: Levin Kubeth interviewt in seinem im Podcast "Unter Zwei" Susanne Amann, Managing Editor beim "Spiegel", zum Thema Corona-Vorkehrungen. Amann berichtet, dass Team habe als oberste Priorität den Betrieb der Website, als zweite den Druck des Heftes definiert. Mittlerweile glaube sie, dass jeder Job beim "Spiegel" digital von Zuhause stattfinden könne - aber gerade für die CvDs sei dies mit mehr Anstrengung verbunden.
anchor.fm

“Spiegel” stellt um auf Home Office, profitiert im Netz von Corona-Lage.

Spiegel: Bis Ende der Woche will das Nachrichtenmagazin fast alle Mitarbeiter*innen auf die Arbeit im Home Office umgestellt haben. Im Gespräch mit "Horizont" sagt Chefredakteur Steffen Klusmann, der Verlag sei mit der Umstellung bereits "recht weit gekommen". Spiegel.de zähle in diesen Tagen Allzeit-Rekordwerte, etwa 6,9 Mio Nutzer*innen am vergangenen Freitag: "Die Leute lesen alles zum Coronavirus." Klusmann sieht bei den Medien eine besondere Verantwortung, aber keine Agenda: "Unser Job ist, zu berichten und aufzuklären, was ist. Fürs Aufrütteln oder Beruhigen sind Politiker, Wissenschaftler, Ärzte, Unternehmer und andere zuständig."
horizont.net (Paid)

Presse-Grosso, Großverlage und AMV einigen sich auf Ersatzregelung beim Zeitschriftenvertrieb.

Presse-Grosso hat gemeinsam mit der Verlags-Allianz von Springer, Burda, Gruner + Jahr, Bauer, Funke, Spiegel und Klambt sowie dem Arbeitskreis Mittelständischer Verlage eine Lösung für den Zeitschriftenvertrieb gefunden. Der AMV reichte 2019 beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Mindestumsatz-Regel ein, die daraufhin gekippt wurde. Die jetzige Vereinbarung regelt die Rabatt-Zuschläge und bestimmt, dass die Klassengrenzen der Absatz- und Jahresumsatzbonus-Tabellen 2020 nicht angepasst werden.
dnv-online.de, turi2.de (Background)

Klaus Brinkbäumer wird Berater bei Dominik Wichmanns Looping Group.

Ex-Spiegel-Chef Klaus Brinkbäumer arbeitet ab sofort in New York als Berater für die Looping Group. Für den Corporate Publisher soll Brinkbäumer Projekte leiten, die das Unternehmen nicht aus Profit-Interesse betreibt. Bei der Looping Group stößt Brinkbäumer auf einen weiteren Ex-Magazin-Chef. Gründer des Unternehmens ist Ex-"stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann.
meedia.de

Lese-Tipp: “Spiegel”-Redaktion spürt einen gesellschaftlichen Auftrag.

Lese-Tipp: Der "Spiegel" will im digitalen Zeitalter "systematisch, agil und disziplinär" arbeiten, schreiben Stefan Ottlitz, Leiter Produktentwicklung, sowie Christina Elmer und Matthias Streitz aus der Entwicklungsredaktion, in einem "Journalist"-Gastbeitrag. Die Redaktion spüre "einen gesellschaftlichen Auftrag" und wolle eine "gute Bühne" für den Journalismus bieten.
"Journalist" 3/2020, S. 56-60 (Paid)

Sigmund Gottlieb wirft ARD und ZDF große Fehler im Umgang mit der AfD vor.

Politikjournalismus: Sigmund Gottlieb, bis 2017 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens, wirft ARD und ZDF im "Spiegel" große Fehler im Umgang mit der AfD vor. Die Sender hätten erfolglos versucht, AfD-Politiker im Gegensatz zu anderen Gästen durch inquisitorische Befragungen vorzuführen. Das hätte es ihnen erleichtert, sich als Opfer darzustellen.
"Spiegel" 9/2020, S. 70 (Vorabmeldung), turi2.de (Background)

“Spiegel”-Ombudsstelle geht an den Start.

Relotiv schnell hat der "Spiegel" seine im Dezember 2019 angekündigte Ombudsstelle für "Unregelmäßigkeiten in der Berichterstattung" eingerichtet. Unter ombudsstelle@spiegel.de sowie anonym über eine Anwaltskanzlei erreichen Hinweisgeber ein Gremium aus Dokumentationsjournalistin Susmita Arp, Nachrichtenchef Stefan Weigel und Jan Siegel, Leiter der Rechtsabteilung.
spiegel.de

Spiegel-Verlag legt ab Dienstag sein Reportage-Magazin “Lesezeichen” an den Kiosk.

Spiegel-Verlag startet am Dienstag das Reportage-Magazin "Lesezeichen", schreibt Gregory Lipinski. Es erscheint zweimal im Jahr mit 148 Seiten und 50.000 Auflage zum Copypreis von 9,90 Euro. Das Heft wurde bereits im August angekündigt und soll als Recycling-Plattform für bereits abgedruckte Reportagen, Analysen, Gespräche und Porträts dienen.
meedia.de

Sven Böll wird Managing Editor bei t-online.de.

T-Online macht Sven Böll zum neuen Managing Editor. Gleichzeitig übernimmt er die redaktionelle Entwicklung. Zuvor leitete er seit 2018 das Hauptstadtbüro der "Wirtschaftswoche" und war beim Spiegel-Verlag, unter anderem als Ressortleiter Wirtschaft bei Spiegel Online und als Korrespondent im "Spiegel"-Hauptstadtbüro. Bölls Nachfolger bei der "Wirtschaftswoche" wird Max Haerder, bislang Vize-Büroleiter in Berlin.
new-business.de

“Focus”: Rudolf Augstein hatte Zweifel an der “Spiegel”-Titelstory von Bad Kleinen.

Spiegel: Der "Focus" wirft dem früheren "Spiegel"-Journalisten Hans Leyendecker vor, Polizei, Öffentlichkeit und seinen Chef Rudolf Augstein in der Causa Bad Kleinen "hinters Licht" geführt zu haben. Augstein kritisierte die Geschichte über den angeblich von der Polizei ermordeten RAF-Mann Wolfgang Grams bereits 1993 scharf und bestellte Leyendecker zum Rapport nach Sylt.
"Focus" 8/2020, S. 40-43 (Paid), turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version dieser Meldung hatten wir geschrieben, dass Augstein bereits vor der Veröffentlichung der Story Zweifel an ihr hatte. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

“Spiegel” könnte mit Pur-Abo bei der E-Privacy-Verordnung Probleme bekommen, schreibt Roland Pimpl.

Spiegel: Das Pur-Abo des Verlags ist mit der DSGVO-konform, die angekündigte E-Privacy-Verordnung könnte das Kopplungsverbot aber strenger auslegen und so Probleme schaffen, schreibt Roland Pimpl. Als der "Standard" das gleiche Modell in Österreich einführte, beschwerte sich ein Nutzer bei der Datenschutzbehörde. Er sah seine Rechte auf Geheimhaltung und Widerspruch verletzt. Die Behörde deklarierte das Modell aber als DSGVO-konform.
horizont.net, turi2.de (Background)

Der “Spiegel” lässt Nutzer künftig für eine werbefreie Website zahlen.


Bitte keine Werbung einwerfen: Der "Spiegel" verkauft ab dem 11. Februar für sein Online-Angebot sogenannte Pur-Abos, mit denen sich Nutzer von Werbeanzeigen und Trackings freikaufen können. Besucher von Spiegel.de bekommen beim ersten Besuch die Aufforderung angezeigt, entweder ein Abo abzuschließen oder Tracking und Werbung zuzulassen. Das Pur-Abo kostet regulär knapp fünf Euro im Monat, Leser mit Digitalabo zahlen zusätzlich knapp zwei Euro für Werbefreiheit. Das Modell hat vor dem "Spiegel" bereits der "Standard" aus Österreich eingeführt.

Mit den Pur-Abos bietet erstmals in Deutschland ein Verlag eine Nachrichtenseite für ein Massenpublikum werbefrei an. Es ist die Umkehrung des lange gelernten Modells vieler Medien, bei der Nutzer den Inhalt durch das Mitkonsumieren von Werbung finanzieren und das Free-TV und Anzeigenblätter noch immer leben, im Internet aber selten ausreichend Einnahmen verspricht. Der Spiegel selbst schreibt zur Anzeigenfinanzierung in seinem Blog: "Die alten Zeiten Performance-unabhängiger Werbung sind passé. Für sie gibt es schlicht zu wenig Nachfrage. Mit ihr ein vollwertiges Qualitätsmedium zu unterhalten, ist nahezu unmöglich."
medium.com

“Spiegel” veröffentlicht seine Post-Relotius-Standards.


Keine Angst vor der Wahrheit 2.0: Der "Spiegel" veröffentlicht die journalistischen Standards, die als Teil des Relotius-Aufarbeitungsprozesses entstanden sind. 50 Journalist*innen des Magazins haben das 74-seitige Dokument mitformuliert. Die Standards gelten für alle Mitarbeiter*innen der Redaktion und der Dokumentation als verbindlich, schreibt Chefredakteur Steffen Klusmann. Sie sollen regelmäßig überprüft und überarbeitet werden.

Es gibt u.a. Regeln zur Haltung, zur Quellenarbeit, zu Transparenz und Sprache, dem Auftritt in sozialen Netzwerken, zur Verifikation und zur Fehlerkultur. Es heißt darin z.B. "Fakten schlagen die vermeintlich literarische Qualität" und dass durch die Auswahl der Protagonisten nicht die Realität verzerrt werden darf. Verdeckte Recherche ist in "Ausnahmefällen möglich", muss aber mit der Chefredaktion abgestimmt sein. Szenen, die Autor*innen nicht selbst beobachtet haben, müssen kenntlich gemacht werden. Außerdem müssen sie der Dokumentation auf Nachfrage Kontaktdaten und Fotos von Protagonist*innen sowie Ortsnachweise vorlegen.
spiegel.de, spiegel.de (Leitfaden als PDF)

Aus dem turi2.tv-Archiv (05/2019): "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal.

Wir graturilieren: Christian Stöcker wird 47.


Wir graturilieren: Christian Stöcker, "Spiegel"-Kolumnist und Leiter des Studiengangs Digitale Kommunikation an der HAW Hamburg, feiert heute seinen 47. Geburtstag "in aller Ruhe" zu Hause mit seiner Familie. Das Beste am abgelaufenen Jahr war die "oft erstaunlich differenzierte Resonanz" auf seine Kolumne Der Rationalist.

Auch die Arbeit mit dem Team und den Studierenden im Newsroom der HAW Hamburg war ein Highlight im abgelaufenen Jahr: "Es gibt wenig, was mehr Spaß macht, als schlauen Leuten etwas näherbringen zu dürfen, das diese Leute tatsächlich interessiert." Für das kommende Jahr wünscht sich Stöcker "eine deutsche Klimapolitik, die diesen Namen wirklich verdient". Gratulationen erreichen ihn am liebsten via Twitter.

Basta: “Spiegel” und “Focus” drucken identisches Coverfoto zum Coronavirus.

Viral gegangen: "Spiegel" und "Focus" drucken zum Coronavirus fiebrig rote Titelgeschichten – und auch bei der Wahl des Titelbilds sind sie sich fast einig. Nur der Farbton passt sich jeweils kerngesund den Marken an, dank Pipette und Photoshop.
twitter.com

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spiegel.de

“Spiegel” bekommt den Beileger “Spiegel Geld”.


It's all about money: Der "Spiegel" kommt am 9. Mai mit dem Beileger "Spiegel Geld". Weitere Ausgaben des neuen Hefts, das sich an "Leser aller Vermögensstrukturen" richtet, sollen im September und November erscheinen. Anders als die gescheiterten Magazin-Experimente "Spiegel Classic" und "Spiegel Fernsehen" muss sich der neue Ableger mit dieser Vertriebsstrategie nicht selbst am Kiosk behaupten. Redaktionsleiterin Anne Seith verantwortet "Spiegel Geld", ab 2021 sollen vier Ausgaben pro Jahr kommen. Es geht um Geldanlagen, Versicherungen, Vorsorge und Steuern. Roland Pimpl schreibt, es bleibe abzuwarten, wie gut die "Spiegel"-Redaktion ihre journalistische Unabhängigkeit bei der Heftproduktion wahren kann.
meedia.de, horizont.net (Pimpl)

Leyendecker: Auch “Spiegel”-Chefredakteur Kilz hat mit Bad-Kleinen-Quelle gesprochen.


Mitwisser: Investigativ-Journalist Hans Leyendecker (Foto) sagt im "Zeit"-Interview erstmals, dass auch der damalige "Spiegel"-Chefredakteur Hans Werner Kilz mit seiner Quelle im Fall Bad Kleinen telefoniert hat, deren Existenz bezweifelt wird. Leyendecker hatte 1993 unter Berufung auf einen Informanten "aus Beamtenkreisen" berichtet, ein GSG9-Mitglied habe den RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen. Den Ermittlungen zufolge hat sich Grams aber selbst getötet. In der "Zeit" sagt Leyendecker nun, Kilz habe vorgeschlagen, selbst mit der Quelle zu sprechen, um sich einen eigenen Eindruck von dessen Glaubwürdigkeit zu verschaffen und eine eidesstattliche Versicherung für seine Schilderung zu erhalten. Diese habe der Zeuge aus persönlichen Gründen jedoch nicht abgeben wollen.

Am selben Tag habe sich ein anderer Mann bei Leyendecker gemeldet, der sich nicht namentlich, aber als als Grenzschutzbeamter vorstellte und im Wesentlich die Schilderung des Zeugen bestätigt. "Der Anonymus war aus meiner Sicht kein Informant. Aber er befreite mich endgültig von einem Problem, nämlich der ursprünglichen Forderung meiner Quelle, niemandem gegenüber von deren Existenz zu berichten", sagt Leyendecker.

Kein Verständnis zeigt Leyendecker dafür, dass der "Spiegel" den Fall nun von der Relotius-Kommission neu untersuchen lässt: "Bei Relotius geht es um Betrug, Fälschung, Vorsatz. Bei mir ist es weder Betrug noch Fälschung, noch Vorsatz. Die beiden Fälle gleichzusetzen ist eine Unverschämtheit." Bei manchen Ex-Kollegen seien "viele Bösartigkeiten im Spiel, manchem geht es auch um späte Rache", glaubt Leyendecker. Die Namen seinen Quellen werde er mit ins Grab nehmen.
"Zeit" 4/2020, S. 8/9 (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: “Spiegel”-Entwicklungschef Matthias Streitz spricht über den SpOn-Relaunch.

Hör-Tipp: Im Medienpodcast "Unter Zwei" gibt "Spiegel"-Entwicklungschef Matthias Streitz Einblicke in die Arbeiten zum Neustart von Spiegel Online als "Der Spiegel" auch im Netz. In der Entwicklung habe das Team Musterleser erfunden zur Orientierung. Relaunches seien mit dem alten CMS kaum mehr möglich gewesen.
anchor.fm

“Spiegel” widerspricht Vorwurf der Befangenheit bei Atomkraft-Berichten.

Spiegel weist die Vorwürfe von Journalist Oliver Neß, der dem Magazin eine Befangenheit bei der Atomkraft-Berichterstattung vorwirft, als "absurd" zurück. Zwar habe die Stiftung von Bill Gates, Microsoft-Gründer und Nuklearinvestor, die Redaktion finanziell unterstützt, eine redaktionelle Einmischung oder Befangenheit habe es aber nie gegeben. Neß habe vor seiner Veröffentlichung kein "Spiegel"-Statement angefragt, beklagt das Magazin.
twitter.com ("Spiegel"-Statement), mmm.verdi.de (Kritik von Neß)

“Spiegel” startet parallel zum Online-Umbau eine Dachmarken-Kampagne.


Spiegel beendet die Selbstbespiegelung und hält nun "dieser Welt den Spiegel vor" – zumindest in der neuen Dachmarken-Kampagne, die parallel zum umbauten Online-Angebot startet. Sie zeigt sechs gespiegelte Doppelseiten zu harten News-Themen wie Donald Trump oder Fridays for Future mit Sätzen wie: "Hunderttausende Jugendliche kämpfen für den Klimaschutz. – Millionen Erwachsenen sind gegen ein Tempolimit." Zusätzlich gibt es einen 45-Sekunden-Spot. Die Kampagne aus dem Hause Serviceplan läuft gedruckt, digital, in Social Media, Kino und Out of Home.
turi2 vor Ort, spiegel.de, spiegelgruppe.de (Motive und Video), turi2.de (Background)

Korrektur 9.33 Uhr: In einer früheren Version dieser Meldung haben wir einen falschen Agenturnamen genannt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Steffen Klusmann: Relotius hat dem Image des “Spiegel” nicht geschadet – aber Umsatz gekostet.

Causa Relotius hat dem Image des "Spiegel" nicht geschadet, bilanziert Chefredakteur Steffen Klusmann bei der Vorstellung des neuen Spiegel.de. Eine Umfrage habe ergeben, dass ein Drittel der Leser den "Spiegel" nun besonders kritisch sehe, ein weiteres Drittel schätze die Aufarbeitung des Skandals, ein weiteres Drittel habe von der Causa gar nichts mitbekommen. Wirtschaftlich hat der Skandal das Magazin allerdings einiges gekostet, weil eine für den Jahresbeginn 2019 geplante Preiserhöhung erst Monate später durchgeführt wurde.
turi2 vor Ort

Der “Spiegel” schaltet sein umgebautes Online-Angebot frei.


Spiegel ohne Online: Der "Spiegel" startet mit einem optisch und technisch runderneuerten Online-Angebot ins neue Jahrzehnt. Seit dem frühen Mittwochmorgen ist das neue Spiegel.de live und kommt künftig ohne den Zusatz "Online" aus. Auch altgediente Rubriken müssen weichen: Die historische Ecke "Einestages" geht in "Spiegel Geschichte" auf, Spiegel.TV verschwindet als eigene Online-Marke und wird Teil von "Spiegel Video". Die Optik ist jetzt aufgeräumter und ausgeruhter, Themenschwerpunkte gebündelt, News und Meinungsstücke sollen optisch klarer getrennt werden. In der neuen Rubrik "Leben" sammelt Spiegel.de alle weicheren Nutzwert- und Service-Themen, die – obwohl zum Teil hinter der Paywall "Spiegel Plus" – nicht aus dem gedruckten Heft stammen müssen, aber online erfahrungsgemäß für viele neue Digitalabos sorgen. Typografie und Farben rücken das Online-Angebot stärker ans Heft.

"2019 waren wir stark mit uns selbst beschäftigt, 2020 wollen wir wieder publizistisch in die Offensive gehen und zeigen, was wir können", sagt Chefredakteur Steffen Klusmann auf der Pressekonferenz zur Produktvorstellung am Dienstag. Der neue digitale "Spiegel" solle zeigen, dass hinter Heft und Online-Angebot eine Redaktion stehe. "Es gibt keinen Korrespondenten mehr, der nicht auch für Online arbeitet", unterstreicht Klusmann den Kurs, der beim "Spiegel" vor ein paar Jahren noch unvorstellbar war. In den Redaktionskonferenzen gehe es immer erst ums Thema, dann um den Ausspielweg. So will der "Spiegel" künftig auch ein bisschen online first hinbekommen: Im Pay-Bereich können Nutzer, abhängig von Thema und Nachrichtenlage, auch unter der Woche schon Texte finden, die erst am Wochenende im gedruckten "Spiegel" erscheinen.

"Die Leser machen in der Erwartung an unsere Marke keinen Unterschied zwischen Online und Print", sagt Produktchef Stefan Ottlitz und zitiert Leserbefragungen. Für das vor gut anderthalb Jahren unter seiner Leitung umgebaute Bezahlangebot "Spiegel Plus" zieht er eine positive Bilanz: 125.000 bezahlte Online-Abos zählt der Verlag aktuell, dazu kommen 9.000 kostenlose Probemonate, die zu 40 % zu Bezahlabos konvertieren. "Spiegel Plus" sei damit inzwischen für ein Drittel des Online-Umsatzes verantwortlich. Auch das Geschäft mit Online-Anzeigen sei 2019 gewachsen. Für das abgelaufene Jahr erwartet der "Spiegel" einen Gesamtumsatz von 262 Mio Euro, davon kommt ein Viertel aus dem Digitalgeschäft (Anzeigen und Vertrieb). 2020 will der Verlag den Digitalanteil auf 30 % steigern.
turi2 vor Ort, spiegel.de, spiegelgruppe.de (Screenshots)

“Focus”: Leyendeckers Ex-Kollegen erinnern sich anders als er an Bad-Kleinen-Recherche.

Spiegel: Ex-Mitarbeiter erinnern sich in "entscheidenden Punkten" anders an die Hintergründe der Berichterstattung zum Fall Bad Kleinen als Reporter Hans Leyendecker, schreibt der "Focus". Es geht vor allem darum, ob es für den Artikel wirklich einen Informaten oder nur einen anonymen Anrufer gab, die Relotius-Kommission wertet dazu gerade Leyendeckers damalige Recherche aus. Laut "Focus" sagen Leyendeckers Ex-Kollegen u.a., es habe keinen Mittelsmann zum zitierten Zeugen gegeben.
"Focus" 2/2020, S. 40-43 (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” startet 2020 eine Ombudsstelle.

Spiegel richtet eine Ombudsstelle ein, die Hinweise auf Unregelmäßigkeiten annimmt, auch anonyme, und gemeinsam mit der Aufklärungskommission prüft, schreibt Chefredakteur Steffen Klusmann in einer Art Jahresend-Fazit "Ein Jahr Relotius-Skandal". Der Betrug wirke bis heute nach, der "Spiegel" habe aber seine Lehren daraus gezogen.
spiegel.de

Aus dem turi2.tv-Archiv (05/2019): "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann über die Konsequenzen aus dem Relotius-Skandal

Steingart: Relotius-Kommission prüft Leyendeckers Bad-Kleinen-Story.

Spiegel: Die Relotius-Kommission rollt auf Druck des Ex-Bundesanwalts Alexander von Stahl die Berichterstattung zum Fall Bad Kleinen nochmal auf, schreibt Gabor Steingart in seinem Morning Briefing. Hans Leyendecker (Foto) hatte 1993 unter Berufung auf einen Informanten "aus Beamtenkreisen" berichtet, ein GSG9-Mitglied habe den RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen. Grams hat sich den Ermittlungen zufolge selbst getötet, Leyendecker räumte Fehler ein. Im Kern geht es nun darum, ob es den Informaten gab - oder nur einen anonymen Anrufer.
gaborsteingart.com (Anmeldung nötig), focus.de

Großverlage und Presse-Grosso kippen Mindestumsatz-Regeln.

Grosso-Verband und die Verlags-Allianz von Springer, Burda, Gruner + Jahr, Bauer, Funke, Spiegel und Klambt streichen die Mindestumsatz-Regeln aus ihren Vertriebsverträgen. Die Großverlage hatten sich Anfang 2018 mit dem Grosso-Verband darauf geeinigt, dass die Grossisten eine höhere Marge für Titel erhalten, die einen gewissen Mindestumsatz nicht erfüllen. Kleinere Verlage sahen sich dadurch benachteiligt und klopften beim Bundeskartellamt an, das Bedenken äußerte. Nun läuft die Vereinbarung zum Jahresende aus.
horizont.net, dnv-online.net, turi2.de (Background)

“Spiegel” lässt bei Innovations-Prozess möglichst viele mitmachen.

Spiegel hat eine interne Innovationskultur geschaffen, sagt Entwickler Ole Reißmann im kress.de-Interview. Dafür bringe der Verlag die journalistisch publizistische und die geschäftliche Perspektive zueinander, sechs interdisziplinäre Teams kommen wöchentlich zusammen. Es gelte, möglichst früh viele Menschen einzubeziehen. Die Teams vereinbaren mit Hilfe der Management-Methode OKR quartalsweise Ziele.
kress.de