Meedia: “Spiegel” bedauert irreführende Spahn-Überschrift.

Spiegel bedauert die Überschrift "Firma von Spahns Ehemann verkaufte Masken ans Gesundheitsministerium" zum Artikel, der sich um den Masken-Deal der Regierung mit Burda dreht. Sie bringt Daniel Funke, Spahns Ehemann, damit in Verbindung, obwohl er mit dem Geschäft nichts zu tun hat und impliziert damit einen möglichen Interessenskonflikt. Der "Spiegel" schreibt Meedia: "Wir verstehen, dass die ursprüngliche Überschrift für sich genommen einen missverständlichen Eindruck erzeugen kann." Sie wurde geändert in: "Arbeitgeber von Spahns Ehemann verkaufte Masken ans Gesundheitsministerium".
meedia.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”, “Manager Magazin” und “Harvard Business Manager” bündeln ihre Apps.

App in one: "Spiegel", "Manager Magazin" und "Harvard Business Manager" fusionieren ihre bestehenden Apps. Die Digital-Ausgaben der Magazine, bisher über die Kiosk-App abrufbar, werden in die Nachrichten-Apps von "Spiegel" und "Manager Magazin" integriert. Die Kiosk-Apps werden "für eine Übergangszeit" noch unterstützt, anschließend aber stillgelegt.
spiegelgruppe.de

“NZZ”: Reichelt wehrt sich juristisch gegen “Spiegel”.

Konter: Julian Reichelt geht presserechtlich gegen den "Spiegel" vor, berichtet "NZZ"-Deutschland-Chef Marc Felix Serrao unter Berufung auf Reichelts Umfeld. Der Vorwurf: Das Magazin habe den aktuell beurlaubten "Bild"-Chef nicht mit den Anschuldigungen gegen ihn konfrontiert und eine unzulässige Form der Verdachtsberichterstattung betrieben. Serrao hatte zuletzt selbst die Arbeit des "Spiegels" kritisiert.
nzz.ch via kress.de, turi2.de (Background)

Causa Reichelt: “NZZ” wirft “Spiegel” und “Tagesspiegel” “feucht-fröhliche Spekulationen” vor.


Alles ganz anders? Im Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt springt die Schweizer "NZZ" dem "Bild"-Chefredakteur zur Seite. Das Blatt kritisiert vor allem "Spiegel" und "Tagesspiegel". Die vom Hamburger Nachrichtenmagazin zitierte Formulierung "vögeln, fördern, feuern" habe keiner je gehört. Die "NZZ"-Autoren Alexander Kissler und Marc Felix Serrao vermuten stattdessen, die "Spiegel"-Kolleginnen seien "einfach nur ihrem Sujet verfallen". Sie werfen ihnen fehlende Faktentreue vor, "Hauptsache, es trifft den Richtigen". "Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt sei mit seinem "Drehbuch" über die Geschehnisse bei "Bild" nur deswegen auf der "sicheren Seite", weil er "sein Geraune als Fiktion darstellte".

Kissler und Serrao zitieren vor allem anonym: Es gebe keinen Machtmissbrauch, es geht "nur um Leistung". Allein die frühere "Bild"-Frau Anna von Bayern kommt mit Klarnamen zu Wort, auch sie spricht für Reichelt: "Ich habe nie erlebt, dass er seine Macht gegenüber Mitarbeiterinnen missbraucht hätte." Auf die Frage, wer hinter den Vorwürfen stecken könnte, antwortet sie: "Julian hat viele Feinde."
nzz.ch (nach Anmeldung frei)

Lydia Rosenfelder wechselt vom “Spiegel” zu “Bild”.

Bild wirbt Lydia Rosenfelder, 38, beim "Spiegel" ab und macht sie zur Leitenden Redakteurin im Ressort Politik / Wirtschaft. Rosenfelder arbeitet seit 2019 im "Spiegel"-Hauptstadtbüro, davor war sie zehn Jahre bei der "FAS". "'Bild' erfindet den Politik­journalismus neu" und gehe "einen innovativen Weg, den ich mitgestalten will", lässt sie sich zitieren.
kress.de

Der “Spiegel” macht die Genderstern-Debatte zum Titelthema.


Sternchenstunde: Die Debatte um das Gendersternchen ist "emotional aufgeladen, denn die Anerkennung verschiedener Lebensstile wird unterschwellig mitverhandelt", schreibt der "Spiegel" in seiner aktuellen Titelstory. Der Streit um Genderformen zeige, "wie sehr die Sprache zu einem kulturellen Kampfplatz geworden ist". Doch auch Gewohnheiten spielen eine Rolle. Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch sagt: "Wir wollen vor allem mit zunehmendem Alter nicht alles neu lernen." Sprache gehöre zudem zum "Intimbereich".

ZDF-Moderatorin Petra Gerster sagt: "Als ich zum ersten Mal das Gendersternchen sprach, bekamen wir danach 50 bis 60 aufgebrachte Anrufe." In viele Medien und einigen Großkonzernen ist das Gendern mittlerweile zur Leitlinie geworden, berichtet der "Spiegel". Dennoch sei es eine Eliten-Debatte. In Umfragen findet gendergerechte Sprache keine Mehrheit. Der "Spiegel"-Titel sorgt zum Erscheinen auch für Kritik. Teresa Bücker schreibt auf Twitter: "Schlechter hätte man einen Titel zu inklusiver Sprache nicht formulieren können" und "Der Titel suggeriert, dass diese Gerechtigkeit nicht sein muss. Zum 8. März ist das peinlich."
"Spiegel" 10/2021, S. 8 (Paid)

Hör-Tipp: Wie Politikerinnen mit Hass im Netz umgehen.

Hör-Tipp: Die meisten Politikerinnen haben bereits Hass im Netz erlebt. Im Spiegel-Podcast "Stimmenfang" reden Wiebke Winter (CDU) und Helin Evrim Sommer (Linke) von ihnen mit Moderatorin Melina Hemmer über ihre Erfahrungen. Dabei geht es unter anderem um Morddrohungen und Beleidigungen: "Du dumme Schlampe ist dabei noch harmlos", sagt Winter im Interview.
spiegel.de (24-Min-Podcast)

Klick-Tipp: BR und Spiegel beleuchten KI in der Arbeitswelt.

Klick-Tipp: Wie Künstliche Intelligenz in die Arbeitswelt eingreift und u.a. Bewerbungen vorsortiert, beleuchten BR und Spiegel im gemeinsamen Web-Projekt "Die Boss-Maschine". In der BR-Mediathek erläutert ein 6-Min-Film Vor- und Nachteile von Algorithmen at work, spiegel.de stellt verschiedene Tools vor, die bei der Jobvermittlung zum Einsatz kommen. Ab kommender Woche beschäftigt sich auch der BR-Instagram-Account Workin Germany mit dem Thema.
br.de (6-Min-Film), spiegel.de (KI-Tools), instagram.com (Workin Germany)

Facebook News startet im Mai in Deutschland.


Blaue Neuigkeiten: Facebook News startet im Mai mit rund 30 Medien-Partnern in Deutschland, dem zweiten europäischen Markt nach Großbritannien (Screenshot). Mit dabei sind Dickschiffe wie "Spiegel", "FAZ", "Zeit" und "Handelsblatt". Aus dem Zeitschiften-Segment nehmen Gruner + Jahr, die Motor Presse und Condé Nast teil, aus dem Regionalen u.a. Ippen, Funke und die "Rheinische Post". Facebook zahlt den beteiligten Verlagen Geld dafür, damit sie ihre Beiträge "um zusätzliche Inhalte ergänzen". Das können auch Inhalte sein, die ansonsten hinter der Paywall stehen, die Entscheidung liegt bei den Verlagen. Auffällig: Springer, Burda, Bauer und die "Süddeutsche Zeitung" sind zum Start nicht dabei.

Facebook hofft offensichtlich, in Zukunft noch mehr deutsche Verlage zur Kooperation bewegen zu können – im Laufe des Jahres sollen weitere Partner bekannt gegeben werden. Schmackhaft macht Zuckerbergs Konzern den Deal u.a. mit internationalen Zahlen: So habe Facebooks News Feed weltweit 188 Mrd Klicks für Verlage generiert. Die Verlagshäuser erhoffen sich laut verschiedener Statements vor allem die Erschließung neuer Zielgruppen. So interessiert sich etwa Stefan Ottlitz vom "Spiegel" dafür, "wie wir gerade angesichts des Erfolgs unserer Abomodelle neue Interessierte für unsere Marken begeistern können."
about.fb.com, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Tatjana Kerschbaumer

“Spiegel” will Digitalabos bis 2025 verdoppeln, Spiegel Start bekommt Print-Beiboot.

Unverhofft hoffnungsvoll: Für den "Spiegel" lief das Geschäft im Pandemiejahr dank steigender Digitalerlöse "deutlich besser als im vergangenen Sommer befürchtet", sagt Geschäftsführer Thomas Hass dem Hamburger "Abendblatt". Trotz Einschlägen im Anzeigengeschäft liege der Rückgang insgesamt nur bei etwa 3 %. Co-Chef Stefan Ottlitz will die Zahl der vollzahlenden Digitalabonnent*innen von aktuell 100.000 bis 2025 verdoppeln. Mehr als 30 % der Umsätze kommen inzwischen aus dem Digitalgeschäft. Das Karriereportal Spiegel Start soll 2021 ein eigenes Heft bekommen.
abendblatt.de (Paid)

Elyas M’Barek und Jonas Nay spielen die Hauptrollen in Relotius-Verfilmung.

Relotius-Rollenvergabe: Elyas M'Barek (Foto) und Jonas Nay spielen die Hauptfiguren in der Ufa-Verfilmung des Buchs Tausend Zeilen Lüge von "Spiegel"-Reporter Juan Moreno. M'Barek verkörpert den freien Journalisten Romero, angelehnt an Moreno, Nay spielt Star-Reporter Lars Bogenius, inspiriert von Claas Relotius. Michael Bully Herbig führt bei der Mediensatire die Regie.
ufa.de, turi2.de

Ulrike Simon: Spiegel-Verlag diskutiert “juristische Drohszenarien” gegen RTL-Einfluss.

Spiegel fürchtet, ähnlich unter Druck zu geraten, wie Gruner + Jahr, wenn RTL bei G+J künftig das Sagen übernimmt, schreibt Ulrike Simon. Im Verlag würden bereits "juristische Drohszenarien" diskutiert, sollte die RTL Group künftige Investitionen behindern oder auf andere Weise Entscheidungen blockieren. Bevor Gruner + Jahr seine Anteile am Spiegel-Verlag von 25,5 % an die RTL Group übertragen kann, haben die Mitarbeiter KG und die Augstein-Erben ein Vorkaufsrecht.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” erzielt 2020 als einziges Magazin mehr als 100 Mio Euro Vertriebsumsatz.

Zeitschriftenmarkt: Der "Spiegel" hat 2020 mit Einzelverkauf und Abonnement 123 Mio Euro Print-Vertriebsumsatz erzielt, errechnet "DNV - Der Neue Vertrieb". Damit steigt der Umsatz um rund 3 %. Die "Zeit" mit 99 Mio Euro landet auf Platz 2 und verbessert sich um 5 %. Bei der "Zeit" geht das Plus auf Mehrverkäufe zurück, beim "Spiegel" auf die Preiserhöhung." Auf Rang 3 folgt die "Hörzu" mit 92 Mio Euro Vertriebssumsatz.
presseportal.de

Medieninsider: Belegschaft von Spiegel TV will aus der Ericusspitze ausziehen.

Bereit zum Auszug: Nur 11 % der Belegschaft von Spiegel TV lehnen den Auszug aus der Ericusspitze grundsätzlich ab, zitiert Marvin Schade eine Umfrage des Betriebsrats. 85 % sind zwar gegen den geplanten Standort bei der NDR-Tochter Studio Hamburg, befürworten aber einen Umzug. Spiegel TV arbeitet erst 2011 unter einem Dach mit dem Verlag. Bei einem Umzug zu Studio Hamburg befürchte die Belegschaft Outsourcing z.B. technischer Produktions­abteilungen.
medieninsider.com (Paid)

Jennifer Lachman wird Geschäftsführerin des Manager Magazin Verlags.

Spiegel Verlag befördert Jennifer Lachman, 39, bisher Digitalchefin beim "Manager Magazin", zur Verlagschefin. Thomas Hass bleibt Co-Geschäftsführer. Er und Stefan Ottlitz, die beiden "Spiegel"-Geschäftsführer, waren bislang in Personalunion auch Co-Geschäftsführer des Manager Magazin Verlags. Ottlitz gibt diese Funktion nun an Lachman ab.
spiegelgruppe.de, horizont.net

Christian Zübert verfilmt “Spiegel”-Buch “Undercover: Ein V-Mann packt aus”.

Spiegel-TV: Regisseur und Drehbuchautor Christian Zübert (Foto) verwandelt das Buch "Undercover: Ein V-Mann packt aus" in eine Serie. Geschrieben von den "Spiegel"-Journalisten Jörg Diehl, Roman Lehberger und Fidelius Schmid behandelt es die Geschichte des Informanten Murat Cem, der die Behörden vor den Anschlagsplänen Anis Amris warnte. Die Dreharbeiten sollen im Herbst starten, die Besetzung ist noch nicht bekannt.
dwdl.de

WDR kontert “Spiegel”-Kritik über gelöschten Beitrag.


Retourkutsche: Der WDR sagt, der "Spiegel" berichte "unwahr und tendenziös" über einen gelöschten Radiobeitrag zur Räumung des Hambacher Forsts. Das Audio-Stück verarbeitet heimliche Videomitschnitte von Ministerpräsident Armin Laschet. Deren "angebliche Kernaussage – 'Ich brauche einen Vorwand' – hatte damals schon keinen Newswert", schreibt der WDR. NRW-Innenminister Herbert Reul habe dergleichen zuvor bereits offen zugegeben, u.a. in der Sendung Westpol, aus welcher der WDR in seiner Stellungnahme ausgiebig zitiert.

Für das Verwenden heimlicher Aufnahmen brauche es einen "triftigen Grund", das Video sei aber als Beweis gar nicht mehr nötig gewesen. Aus den selben Gründen veröffentliche der Sender das Video auch jetzt nicht und verweist darauf, dass es ausschnittweise ohnehin im Internet kursiere. WDR-Newsroom-Leiter Stefan Brandenburg schreibt zudem auf Twitter, dass Beitragsautor Jürgen Döschner tagelang mit der Fachredaktion über das Video diskutiert habe. Nach der Ablehnung seines Beitrags habe er ihn anderen Redaktionen mit Zeitdruck angeboten, ohne vom vorigen Votum der zuständigen Redakteur*innen zu berichten.
wdr.de, twitter.com, turi2.de (Background)

Meinung: Angela Merkel funkt auf allen Kanälen – aber ihr geht die Puste aus.

Merkel-Mantra: Die Kanzlerin funkt zwar derzeit "auf allen Kanälen", ihrer Erkläroffensive fehle aber ein Momentum, das die Gesellschaft nach vorne trage, kritisiert Sebastian Fischer. Egal ob in TV-Interviews bei ARD und RTL oder im Videochat mit verzweifelten Eltern: Angela Merkel zeige "mangelnde Bereitschaft zur Selbstkritik" - und ihr gehe "rhetorisch und politisch die Puste aus".
spiegel.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”-Mitarbeiter*innen schreiben Brandbrief an Chefredaktion und Verlag.

Spiegel vorgehalten: "Spiegel"-Mitarbeiter*innen kritisieren in einem offenen Brief den Umgang mit Chefredakteurin Barbara Hans als "menschlich und strategisch fatal", schreibt Meedia. Hans soll demnach den "Spiegel" verlassen, weil sie mit Chefredakteur Steffen Klusmann nicht zurechtkomme. Als Reaktion auf Medienberichte über Probleme beim "Spiegel" gebe es "dröhnendes Schweigen nach innen und außen" seitens der Chefredaktion und des Verlags. Im Brief fordert das Team "ein neues Miteinander" und strukturelle Lösungen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Mut und Misstrauen schaffen Vertrauen der Leser*innen, schreibt Barbara Hans.

Lese-Tipp: Journalismus braucht das Vertrauen seiner Leser*innen, "weil er das Misstrauen zu seiner Maxime erklärt hat", schreibt die offenbar scheidende "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans im "Journalist". Medien müssten "die Rezipienten besser kennenlernen, die uns noch gewogen sind" und sich auch mit denen beschäftigen, "die sich noch nie für uns interessiert haben". Ohne Mut zur Veränderung gebe es kein Vertrauen, schreibt Hans: "Mehr als Fehler vergrätzt die Leser unsere Hybris, keine Fehler zu machen."
journalist.de, turi2.de (Background Hans)

“Horizont”: Chefredakteurin Barbara Hans soll den “Spiegel” verlassen, die Redaktion sparen.


Spiegel der Sparmaßnahmen: Der "Spiegel" steht vor einem Umbau der Chefredaktion – und wohl dem Abgang von Chefredakteurin Barbara Hans, schreibt Roland Pimpl bei Horizont.net. Hans solle ihren Posten oder gar das Haus verlassen. Grund sei, dass sie "ihre Rolle" bisher nicht finden konnte oder wollte, ihre Aufgaben in der fusionierten Redaktion seien unklar. Auch "harmoniere" das Führungs-Trio Steffen Klusmann, Clemens Höges und Hans "nicht wirklich". Nach dem Abgang von Hans könnte der "Spiegel" die Chefredaktion nach Vorbild der "Zeit" um weitere "Mitglieder" oder Stellvertreter*innen erweitern, schreibt Pimpl.

Zudem steht die Redaktion vor einer harten Sparrunde: Zwei Drittel der geplanten Einsparungen von 10 Mio Euro bis 2023 solle die Redaktion leisten, berichtet Horizont.net. Das Angebot für ein Altersteilzeitmodell, das bis 15. Januar lief, sei auf mehr Interesse als gedacht gestoßen. Dadurch könne der Verlag auf Kündigungen wohl verzichten.

Haken soll es auch bei der neuen Raumverteilung an der Ericusspitze: Der Verlag gibt fünf zusammenhängende Stockwerke an den Vermieter zurück, davon drei redaktionell genutzte. Auf der Einnahmenseite berichtet Pimpl von rund 100.000 voll bezahlten Digitalabos beim Nachrichten-Magazin. Bis 2025 soll die Zahl auf 200.000 steigen und die sinkende Zahl der Printabos einigermaßen stabil halten.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Franziska Augstein wird “Spiegel”-Kolumnistin.

Spiegel-Bild: Der "Spiegel" holt "Spiegel"-Erbin Franziska Augstein ab morgen, 9. Januar, als Kolumnistin an Bord. Augstein, bis Oktober 2020 Autorin der "SZ"-Kolumne "Augsteins Welt", soll auf spiegel.de alle zwei Wochen gesellschaftliche und politische Entwicklungen kommentieren. Der Name der neuen Kolumne erinnert eher an Konkurrenz aus der Hauptstadt: "Post von Augstein" hat sich zumindest namenstechnisch bei "Post von Wagner" der "Bild" bedient.
spiegelgruppe.de

Alexej Nawalny trickst Attentäter am Telefon aus und entlockt Geständnis.


Hochpolitischer Telefonstreich: Kremlkritiker Alexej Nawalny gelingt offenbar ein Recherche-Coup. Der Russe entlockt einem mutmaßlichen Mitglied des Teams, das den Anschlag auf ihn verübt haben soll, zahlreiche Informationen zum Attentat. Dafür gab sich Nawalny als Mitarbeiter des russischen Sicherheitsrats aus, der für einen Bericht Informationen darüber benötige, warum der Anschlag misslungen sei. Der getäuschte Chemieexperte des Geheimdienstes, Konstantin Kudrjawzew, gibt in der Folge 49 Minuten lang Informationen Preis. Kudrjawzew sagt, das Nervengift sei an Nawalnys Unterhose gewesen. Der Anschlag wäre gelungen, wenn der Oppositionspolitiker länger geflogen wäre oder nicht bereits am Flughafen medizinisch versorgt worden wäre.

Nawalny hatte zuvor bereits erfolglos andere Mitglieder des mutmaßlichen Anschlagsteams angerufen und zum Teil unter Angabe seiner wahren Identität zu Geständnissen aufgefordert. Die Namen der mutmaßlichen Attentäter sind seit dem Wochenende bekannt und gehen auf eine gemeinsame Recherche des Netzwerks Bellingcat – mit dem Nawalny auch jetzt zusammen gearbeitet hat – sowie CNN, dem "Spiegel" und dem russischen News-Portal The Insider zurück.
bellingcat.com, spiegel.de (Paid), bild.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”, “Welt” und n-tv gewinnen bei Agof-Ranking im November.

Agof-Zahlen: "Spiegel" (+16,7 %), "Welt" (+16 %), n-tv (+11,3 %) und "Chip" (+9,9 %) haben in den Top 10 hinsichtlich Unique Usern im November am stärksten zugelegt. Auf Platz 1 der Top 100 steht die "Bild" mit täglich 5,75 Mio Unique Usern. Weiter hinten gewinnen "Handelsblatt" (+42,3 %) und "Computer Bild" bzw. Idealo (+48,6 %). Neu im Ranking ist der "Rolling Stone", größter Verlierer ist "TV Movie" mit einem Minus von 44,2 %.
meedia.de (Paid)

“Spiegel”: Russische Agenten haben Alexej Nawalny vergiftet.

Fall Nawalny: Mindestens acht Agenten des russischen Geheimdienstes FSB waren offenbar am Giftanschlag auf den Oppositionellen und Blogger Alexej Nawalny (Foto) beteiligt, berichtet der "Spiegel". Gemeinsam mit dem Recherche-Netzwerk Bellingcat, dem russischen News-Portal The Insider und CNN hat der "Spiegel" GPS- und Standortdaten von mehr als einem Dutzend FSB-Agenten analysiert und zahlreiche Passagierlisten russischer Linienflüge ausgewertet. Demnach haben die Agenten Nawalny seit Januar 2017 verfolgt. Die Recherche-Ergebnisse seien zwar "keine endgültigen Beweise", schreibt der "Spiegel", sie ergäben aber "eine erdrückende Last an Indizien".
spiegel.de (Paid), edition.cnn.com, bellingcat.com, faz.net

Hans Leyendecker erreicht juristischen Teilerfolg im Streit mit dem “Spiegel”.

Spiegel und Hans Leyendecker einigen sich außergerichtlich in fünf von sieben Punkten, in denen der Journalist Unterlassung verlangt hatte. Der "Spiegel" veröffentlicht nun eine neue Version seines Berichts zur RAF-Titelgeschichte von 1993, die "Ergänzungen aus den Stellungnahmen" Leyendeckers enthält. Das Magazin bleibt aber bei seiner grundsätzlichen Einschätzung, dass es unwahrscheinlich sei, dass Leyendecker damals einen Zeugen persönlich getroffen habe.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Abendblatt”: Klaus Brinkbäumer geht juristisch gegen den “Spiegel” vor.


Spiegel-Streit: Klaus Brinkbäumer wehrt sich gegen eine Aussage im "Spiegel"-Untersuchungsbericht über die Bad-Kleinen-Recherche von Hans Leyendecker. Brinkbäumer schickt dem Magazin über Medienanwalt Christian Schertz eine Unterlassungserklärung und droht mit Klage, schreibt Georg Altrogge im "Hamburger Abendblatt". Konkret stört er sich an der Aussage von Gunther Latsch: Der Investigativ-Journalist habe 2015 aufgrund der Abschrift eines Telefongesprächs einen Fragen-Katalog an Leyendecker schicken wollen – Brinkbäumer, damals Chefredakteur, habe das verhindert und beschlossen, nichts zu unternehmen. Nun will Brinkbäumer sich gegen den Eindruck wehren, er habe den Fall im Archiv begraben wollen, schreibt Altrogge.

Einstweilen hat der "Spiegel" mit einer Ergänzung zu Brinkbäumers Sicht der Dinge im Abschlussbericht reagiert – auf dieselbe Art hat das Magazin die Klageandrohung von Autor Leyendecker beigelegt. Ob dem früheren "Spiegel"-Chefredakteur das reicht, ist unklar. Brinkbäumer tritt 2021 nach zwei Jahren in den USA einen neuen Top-Job als Programmdirektor des MDR in Leipzig an.
abendblatt.de

Der “Spiegel” sieht eine gespaltene neue Generation in der deutschen Oberschicht.

Deutsche Oberschicht befindet sich derzeit "in einem tiefgreifenden Umbruch", schreibt der "Spiegel" in seiner Titelgeschichte. Die neue Generation sei sehr unterschiedlich zu ihrem Geld gekommen und schaue deshalb aus "völlig verschiedenen Blickwinkeln auf Reichtum". Auf der einen Seiten stünden die Gründer, die mit einer zündenden Geschäftsidee zu Reichtum gekommen sind. Sie kennen auch "eher normale Leben". Ein Beispiel ist About-You-Gründer Tarek Müller, der später in die Politik gehen will und sich für eine fairere Gesellschaft einsetzt. Ihnen gegenüber stünden Erben, "in dem Bewusstsein aufgewachsen, etwas Besonderes zu sein", so zum Beispiel Bonita Wolfgang Grupp junior, denen der "Spiegel" attestiert: "Die jungen Grupps leben für ihr Unternehmen, eine Vision für das Land ist nicht erkennbar". Zwischen beiden Extremen gibt es Erben wie Toni Piëch, die trotz Erbe eigene Unternehmen aufbauen wollen - im Fall Piëch ausgerechnet im Automarkt.
"Spiegel" 50/2020, S. 8 (Paid)

Zitat: Julian Reichelt will mit “Bild Live”-Einnahmen wegbrechende Auflage kompensieren.

"Es geht darum, dass wir in einer Zeit, in der unsere Auflage morgen um die Hälfte einbrechen kann, eine wirtschaftliche Perspektive haben."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt spricht in der Amazon-Doku "BILD.Macht.Deutschland?" über seine Pläne für "Bild Live". "Spiegel"-Redakteur Christian Buß zitiert vorab aus der siebenteiligen Doku und überschreibt seine Kritik mit "350 Minuten Säbelrasseln".
"Spiegel" 50/2020, S. 128 (Paid)

Der “Spiegel” plant Stellenabbau durch modifizierte Altersteilzeit.

Spiegel: Verlagschef Thomas Hass will mit einer neuen Vorruhestandsregelung Kosten sparen, schreibt Gregory Lipinski. Beschäftige können ihre Arbeitszeit bis zu sechs Jahre auf die Hälfte reduzieren, das Gehalt bleibt bei 80 bis 90 %. Die reduzierte Arbeitszeit ist aber nicht dauerhaft. Stattdessen arbeiten die Personen zunächst drei Jahre voll weiter, um dann in den Vorruhestand zu gehen. Eine Einmalzahlung soll das Angebot schmackhaft machen. Das neue Programm kommt zusätzlich zum bestehenden Angebot der Altersteilzeit für Beschäftigte der Jahrgänge 1966 oder älter, die vor 2003 eingestellt wurden.
meedia.de (Paid)

Ex-“Spiegel”-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer soll MDR-Programmdirektor werden.

Von New York nach LE: Der MDR holt Ex-"Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer als Programmchef nach Leipzig, berichtet zuerst Ulrike Simon bei "Horizont". Eine Sendersprecherin bestätigt auch dem "Spiegel", dass Intendantin Karola Wille Brinkbäumer für den Posten vorschlagen will. Entscheiden muss der Rundfunkrat, der am Montag tagt. Sollte Brinkbäumer gewählt werden, wovon Simon ausgeht, werde er seinen neuen Job bereits am 15. Januar 2021 antreten. Er folgt auf Wolf-Dieter Jacobi, der den MDR im Sommer überraschend verlassen hat. Auch Leitung der Programmdirektion in Halle wird neu besetzt: Die bisherige MDR-Fernsehspielchefin Jana Brandt übernimmt für Katja Wildermuth, die Intendantin des Bayerischen Rundfunks wird.

Mit Brinkbäumer holt sich Wille "ein Renommee und eine publizistische Kraft" ins Haus, "die kaum einer dem MDR je zugetraut hätte", schreibt Simon. Nach seiner Demission als "Spiegel"-Chefredakteur 2018 hat Brinkbäumer gut zwei Jahre in den USA gelebt, erst Ende September ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Spuren in der ARD hat er zuletzt als Co-Autor der TV-Doku Im Wahn – Trump und die Amerikanische Katastrophe hinterlassen, die er zusammen mit Stephan Lamby produziert hat. In Folge war Brinkbäumer als USA-Experte regelmäßiger Gast in Talkshows und Hörfunksendungen. (Foto: Eventpress / Picture Alliance)
horizont.net (Paid), spiegel.de

Hör-Tipp: Hajo Schumacher über provokante Fragen in Interviews.

Hör-Tipp: Ist Provokation eine legitime Technik in Interviews, fragt Stefan Winterbauer im Medienwoche-Podcast Hajo Schumacher. Der Journalist verteidigt sein Interview mit Silvana Koch-Mehrin über Brustkrebs. Die Vorwürfe, er habe sexistisch gefragt, seien "eher vom Publikum als von den Kollegen" gekommen. Koch-Mehrin habe das Interview autorisiert und sei nicht der "Betreuungsfall, der Unterstützung gegen Rüpel braucht", zu dem die Twitter-Community sie erkläre. Schumacher räumt ein, er hätte mehr Kontext liefern sollen, der jüngeren Leser*innen vielleicht nicht bekannt sei.
soundcloud.com (77-Min-Audio, ab Min 32), spiegel.de (Interview)

“Spiegel” nimmt mit Pur-Abo ca. 500.000 Euro pro Jahr ein.

Zahlen, bitte: Der "Spiegel" zieht Bilanz über sein Pur-Abo, mit dem er Nutzer*innen auffordert, sich bewusst für Werbung oder für die Zahlung von 4,99 Euro pro Monat zu entscheiden. Derzeit lesen 17.200 der 20 Mio Unique User die Website oder App werbefrei. Die Einnahmen summieren sich, aufs Jahr gerechnet, auf gut eine halbe Mio Euro. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl sieht der "Spiegel" das Abo als solide zusätzliche Einnahme-Quelle.
devspiegel.medium.com

Der “Spiegel” bringt digital eine zweite Titelgeschichte.

Spiegel aktualisiert nach der Ernennung von Joe Biden zum Wahlsieger seine aktuelle Digitalausgabe. Die Ausgabe 46 erhält eine zweite Titelgeschichte und ein zweites Cover. Es zeigt Joe Biden, wie er der Freiheitsstatue den Kopf wieder aufsetzt mit dem Slogan "Make America great again". Die Titelgeschichte "Ein neuer Anfang" behandelt die Aufgaben, die vor dem künftigen Präsidenten liegen. Unter "Ein Neuanfang für Amerika" gibt es zudem einen neuen Leitartikel. Die ursprüngliche Version titelte mit Donald Trump und der Zeile "Der Hausbesetzer".
spiegel.de

“Bild”: “Spiegel”-Reporter Rafael Buschmann soll im Fall Lewandowski vernommen werden.

Fall Lewandowski: Deutsche Ermittler sollen "Spiegel"-Reporter Rafael Buschmann im Fall der mutmaßlichen Erpressung des Fußball-Spielers befragen, schreibt die "Bild". Lewandowskis Anwälte hätten zudem den "Spiegel" über die mutmaßliche Verstrickung des Reporters informiert, das Magazin hatte aber keine Belege für eine Erpressung erkennen können.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Hans Leyendecker prüft rechtliche Schritte gegen den “Spiegel”.

Journalismus: Investigativjournalist Hans Leyendecker erwägt eine Klage gegen den "Spiegel", berichtet EPD. Dass der "Spiegel" eine Aufklärungs­kommission losgeschickt und sich von seiner RAF-Titelgeschichte von 1993 öffentlich distanziert hat, hält er für Verunglimpfung. Leyendecker wirft der Kommission vor, wichtige Details aus seiner Stellungnahme "unzulänglich behandelt" zu haben, das Vorgehen "grenzt an Rufmord".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Peter Müller verlässt den “Spiegel” und geht ins Team von Ursula von der Leyen.

Seitenwechsel in Brüssel: Peter Müller, Büroleiter des "Spiegels", geht in die Politik und wird Kommunikationsberater und Redenschreiber für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Er selbst verkündet den Schritt auf Twitter. Müller hat in der Vergangenheit auch für "Welt am Sonntag" und "Handelsblatt" gearbeitet.
kress.de, twitter.com

Zitat: Hans Leyendecker kritisiert die Arbeit der “Spiegel”-Kommission zu seiner Titelgeschichte.

"Dass der 'Spiegel' den Quellenschutz im Grunde nicht respektiert, ist für jemanden, der fast zwanzig Jahre für dieses wichtige Blatt gearbeitet hat, nicht nachzuvollziehen. Die Frage der Kommission, ob ich einen Kontakt zu der damaligen Quelle herstellen könne, war eine Bankrotterklärung der heutigen 'Spiegel'-Macher."

Hans Leyendecker reagiert gegenüber der dpa auf die Distanzierung der aktuellen "Spiegel"-Macher von seiner "Spiegel"-Titelgeschichte von 1993.
kress.de, turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung” kann “Aufklärerlogik” der “Spiegel”-Kommission nicht nachvollziehen.

Süddeutsche Zeitung verteidigt ihren Autor Hans Leyendecker gegen das Ergebnis der "Spiegel"-Kommission, die Leyendecker vorwirft, dass seine Version von den Ereignissen 1993 in Bad Kleinen "mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die tatsächlichen Abläufe wiedergibt". Nach der "Aufklärer­logik" der Kommission wäre es für Leyendecker "die einzige Möglichkeit, nicht öffentlich als potenzieller Lügner hingestellt zu werden", seinen Informanten preiszugeben, was er ablehnt. Hans Werner Kilz, ehemaliger "Spiegel"- und "SZ"-Chefredakteur hält es für "völlig unverständlich, wie ein amtierender 'Spiegel'-Chefredakteur ein solches Machwerk" veröffentlichen könne. Der Informantenschutz sei "für einen anständigen Journalisten heilig".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)