“Spiegel”-Mitarbeiter*innen schreiben Brandbrief an Chefredaktion und Verlag.

Spiegel vorgehalten: "Spiegel"-Mitarbeiter*innen kritisieren in einem offenen Brief den Umgang mit Chefredakteurin Barbara Hans als "menschlich und strategisch fatal", schreibt Meedia. Hans soll demnach den "Spiegel" verlassen, weil sie mit Chefredakteur Steffen Klusmann nicht zurechtkomme. Als Reaktion auf Medienberichte über Probleme beim "Spiegel" gebe es "dröhnendes Schweigen nach innen und außen" seitens der Chefredaktion und des Verlags. Im Brief fordert das Team "ein neues Miteinander" und strukturelle Lösungen.
meedia.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Mut und Misstrauen schaffen Vertrauen der Leser*innen, schreibt Barbara Hans.

Lese-Tipp: Journalismus braucht das Vertrauen seiner Leser*innen, "weil er das Misstrauen zu seiner Maxime erklärt hat", schreibt die offenbar scheidende "Spiegel"-Chefredakteurin Barbara Hans im "Journalist". Medien müssten "die Rezipienten besser kennenlernen, die uns noch gewogen sind" und sich auch mit denen beschäftigen, "die sich noch nie für uns interessiert haben". Ohne Mut zur Veränderung gebe es kein Vertrauen, schreibt Hans: "Mehr als Fehler vergrätzt die Leser unsere Hybris, keine Fehler zu machen."
journalist.de, turi2.de (Background Hans)

“Horizont”: Chefredakteurin Barbara Hans soll den “Spiegel” verlassen, die Redaktion sparen.


Spiegel der Sparmaßnahmen: Der "Spiegel" steht vor einem Umbau der Chefredaktion – und wohl dem Abgang von Chefredakteurin Barbara Hans, schreibt Roland Pimpl bei Horizont.net. Hans solle ihren Posten oder gar das Haus verlassen. Grund sei, dass sie "ihre Rolle" bisher nicht finden konnte oder wollte, ihre Aufgaben in der fusionierten Redaktion seien unklar. Auch "harmoniere" das Führungs-Trio Steffen Klusmann, Clemens Höges und Hans "nicht wirklich". Nach dem Abgang von Hans könnte der "Spiegel" die Chefredaktion nach Vorbild der "Zeit" um weitere "Mitglieder" oder Stellvertreter*innen erweitern, schreibt Pimpl.

Zudem steht die Redaktion vor einer harten Sparrunde: Zwei Drittel der geplanten Einsparungen von 10 Mio Euro bis 2023 solle die Redaktion leisten, berichtet Horizont.net. Das Angebot für ein Altersteilzeitmodell, das bis 15. Januar lief, sei auf mehr Interesse als gedacht gestoßen. Dadurch könne der Verlag auf Kündigungen wohl verzichten.

Haken soll es auch bei der neuen Raumverteilung an der Ericusspitze: Der Verlag gibt fünf zusammenhängende Stockwerke an den Vermieter zurück, davon drei redaktionell genutzte. Auf der Einnahmenseite berichtet Pimpl von rund 100.000 voll bezahlten Digitalabos beim Nachrichten-Magazin. Bis 2025 soll die Zahl auf 200.000 steigen und die sinkende Zahl der Printabos einigermaßen stabil halten.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Franziska Augstein wird “Spiegel”-Kolumnistin.

Spiegel-Bild: Der "Spiegel" holt "Spiegel"-Erbin Franziska Augstein ab morgen, 9. Januar, als Kolumnistin an Bord. Augstein, bis Oktober 2020 Autorin der "SZ"-Kolumne "Augsteins Welt", soll auf spiegel.de alle zwei Wochen gesellschaftliche und politische Entwicklungen kommentieren. Der Name der neuen Kolumne erinnert eher an Konkurrenz aus der Hauptstadt: "Post von Augstein" hat sich zumindest namenstechnisch bei "Post von Wagner" der "Bild" bedient.
spiegelgruppe.de

Alexej Nawalny trickst Attentäter am Telefon aus und entlockt Geständnis.


Hochpolitischer Telefonstreich: Kremlkritiker Alexej Nawalny gelingt offenbar ein Recherche-Coup. Der Russe entlockt einem mutmaßlichen Mitglied des Teams, das den Anschlag auf ihn verübt haben soll, zahlreiche Informationen zum Attentat. Dafür gab sich Nawalny als Mitarbeiter des russischen Sicherheitsrats aus, der für einen Bericht Informationen darüber benötige, warum der Anschlag misslungen sei. Der getäuschte Chemieexperte des Geheimdienstes, Konstantin Kudrjawzew, gibt in der Folge 49 Minuten lang Informationen Preis. Kudrjawzew sagt, das Nervengift sei an Nawalnys Unterhose gewesen. Der Anschlag wäre gelungen, wenn der Oppositionspolitiker länger geflogen wäre oder nicht bereits am Flughafen medizinisch versorgt worden wäre.

Nawalny hatte zuvor bereits erfolglos andere Mitglieder des mutmaßlichen Anschlagsteams angerufen und zum Teil unter Angabe seiner wahren Identität zu Geständnissen aufgefordert. Die Namen der mutmaßlichen Attentäter sind seit dem Wochenende bekannt und gehen auf eine gemeinsame Recherche des Netzwerks Bellingcat – mit dem Nawalny auch jetzt zusammen gearbeitet hat – sowie CNN, dem "Spiegel" und dem russischen News-Portal The Insider zurück.
bellingcat.com, spiegel.de (Paid), bild.de, turi2.de (Background)

“Spiegel”, “Welt” und n-tv gewinnen bei Agof-Ranking im November.

Agof-Zahlen: "Spiegel" (+16,7 %), "Welt" (+16 %), n-tv (+11,3 %) und "Chip" (+9,9 %) haben in den Top 10 hinsichtlich Unique Usern im November am stärksten zugelegt. Auf Platz 1 der Top 100 steht die "Bild" mit täglich 5,75 Mio Unique Usern. Weiter hinten gewinnen "Handelsblatt" (+42,3 %) und "Computer Bild" bzw. Idealo (+48,6 %). Neu im Ranking ist der "Rolling Stone", größter Verlierer ist "TV Movie" mit einem Minus von 44,2 %.
meedia.de (Paid)

“Spiegel”: Russische Agenten haben Alexej Nawalny vergiftet.

Fall Nawalny: Mindestens acht Agenten des russischen Geheimdienstes FSB waren offenbar am Giftanschlag auf den Oppositionellen und Blogger Alexej Nawalny (Foto) beteiligt, berichtet der "Spiegel". Gemeinsam mit dem Recherche-Netzwerk Bellingcat, dem russischen News-Portal The Insider und CNN hat der "Spiegel" GPS- und Standortdaten von mehr als einem Dutzend FSB-Agenten analysiert und zahlreiche Passagierlisten russischer Linienflüge ausgewertet. Demnach haben die Agenten Nawalny seit Januar 2017 verfolgt. Die Recherche-Ergebnisse seien zwar "keine endgültigen Beweise", schreibt der "Spiegel", sie ergäben aber "eine erdrückende Last an Indizien".
spiegel.de (Paid), edition.cnn.com, bellingcat.com, faz.net

Hans Leyendecker erreicht juristischen Teilerfolg im Streit mit dem “Spiegel”.

Spiegel und Hans Leyendecker einigen sich außergerichtlich in fünf von sieben Punkten, in denen der Journalist Unterlassung verlangt hatte. Der "Spiegel" veröffentlicht nun eine neue Version seines Berichts zur RAF-Titelgeschichte von 1993, die "Ergänzungen aus den Stellungnahmen" Leyendeckers enthält. Das Magazin bleibt aber bei seiner grundsätzlichen Einschätzung, dass es unwahrscheinlich sei, dass Leyendecker damals einen Zeugen persönlich getroffen habe.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Abendblatt”: Klaus Brinkbäumer geht juristisch gegen den “Spiegel” vor.


Spiegel-Streit: Klaus Brinkbäumer wehrt sich gegen eine Aussage im "Spiegel"-Untersuchungsbericht über die Bad-Kleinen-Recherche von Hans Leyendecker. Brinkbäumer schickt dem Magazin über Medienanwalt Christian Schertz eine Unterlassungserklärung und droht mit Klage, schreibt Georg Altrogge im "Hamburger Abendblatt". Konkret stört er sich an der Aussage von Gunther Latsch: Der Investigativ-Journalist habe 2015 aufgrund der Abschrift eines Telefongesprächs einen Fragen-Katalog an Leyendecker schicken wollen – Brinkbäumer, damals Chefredakteur, habe das verhindert und beschlossen, nichts zu unternehmen. Nun will Brinkbäumer sich gegen den Eindruck wehren, er habe den Fall im Archiv begraben wollen, schreibt Altrogge.

Einstweilen hat der "Spiegel" mit einer Ergänzung zu Brinkbäumers Sicht der Dinge im Abschlussbericht reagiert – auf dieselbe Art hat das Magazin die Klageandrohung von Autor Leyendecker beigelegt. Ob dem früheren "Spiegel"-Chefredakteur das reicht, ist unklar. Brinkbäumer tritt 2021 nach zwei Jahren in den USA einen neuen Top-Job als Programmdirektor des MDR in Leipzig an.
abendblatt.de

Der “Spiegel” sieht eine gespaltene neue Generation in der deutschen Oberschicht.

Deutsche Oberschicht befindet sich derzeit "in einem tiefgreifenden Umbruch", schreibt der "Spiegel" in seiner Titelgeschichte. Die neue Generation sei sehr unterschiedlich zu ihrem Geld gekommen und schaue deshalb aus "völlig verschiedenen Blickwinkeln auf Reichtum". Auf der einen Seiten stünden die Gründer, die mit einer zündenden Geschäftsidee zu Reichtum gekommen sind. Sie kennen auch "eher normale Leben". Ein Beispiel ist About-You-Gründer Tarek Müller, der später in die Politik gehen will und sich für eine fairere Gesellschaft einsetzt. Ihnen gegenüber stünden Erben, "in dem Bewusstsein aufgewachsen, etwas Besonderes zu sein", so zum Beispiel Bonita Wolfgang Grupp junior, denen der "Spiegel" attestiert: "Die jungen Grupps leben für ihr Unternehmen, eine Vision für das Land ist nicht erkennbar". Zwischen beiden Extremen gibt es Erben wie Toni Piëch, die trotz Erbe eigene Unternehmen aufbauen wollen - im Fall Piëch ausgerechnet im Automarkt.
"Spiegel" 50/2020, S. 8 (Paid)

Zitat: Julian Reichelt will mit “Bild Live”-Einnahmen wegbrechende Auflage kompensieren.

"Es geht darum, dass wir in einer Zeit, in der unsere Auflage morgen um die Hälfte einbrechen kann, eine wirtschaftliche Perspektive haben."

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt spricht in der Amazon-Doku "BILD.Macht.Deutschland?" über seine Pläne für "Bild Live". "Spiegel"-Redakteur Christian Buß zitiert vorab aus der siebenteiligen Doku und überschreibt seine Kritik mit "350 Minuten Säbelrasseln".
"Spiegel" 50/2020, S. 128 (Paid)

Der “Spiegel” plant Stellenabbau durch modifizierte Altersteilzeit.

Spiegel: Verlagschef Thomas Hass will mit einer neuen Vorruhestandsregelung Kosten sparen, schreibt Gregory Lipinski. Beschäftige können ihre Arbeitszeit bis zu sechs Jahre auf die Hälfte reduzieren, das Gehalt bleibt bei 80 bis 90 %. Die reduzierte Arbeitszeit ist aber nicht dauerhaft. Stattdessen arbeiten die Personen zunächst drei Jahre voll weiter, um dann in den Vorruhestand zu gehen. Eine Einmalzahlung soll das Angebot schmackhaft machen. Das neue Programm kommt zusätzlich zum bestehenden Angebot der Altersteilzeit für Beschäftigte der Jahrgänge 1966 oder älter, die vor 2003 eingestellt wurden.
meedia.de (Paid)

Ex-“Spiegel”-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer soll MDR-Programmdirektor werden.

Von New York nach LE: Der MDR holt Ex-"Spiegel"-Chef Klaus Brinkbäumer als Programmchef nach Leipzig, berichtet zuerst Ulrike Simon bei "Horizont". Eine Sendersprecherin bestätigt auch dem "Spiegel", dass Intendantin Karola Wille Brinkbäumer für den Posten vorschlagen will. Entscheiden muss der Rundfunkrat, der am Montag tagt. Sollte Brinkbäumer gewählt werden, wovon Simon ausgeht, werde er seinen neuen Job bereits am 15. Januar 2021 antreten. Er folgt auf Wolf-Dieter Jacobi, der den MDR im Sommer überraschend verlassen hat. Auch Leitung der Programmdirektion in Halle wird neu besetzt: Die bisherige MDR-Fernsehspielchefin Jana Brandt übernimmt für Katja Wildermuth, die Intendantin des Bayerischen Rundfunks wird.

Mit Brinkbäumer holt sich Wille "ein Renommee und eine publizistische Kraft" ins Haus, "die kaum einer dem MDR je zugetraut hätte", schreibt Simon. Nach seiner Demission als "Spiegel"-Chefredakteur 2018 hat Brinkbäumer gut zwei Jahre in den USA gelebt, erst Ende September ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Spuren in der ARD hat er zuletzt als Co-Autor der TV-Doku Im Wahn – Trump und die Amerikanische Katastrophe hinterlassen, die er zusammen mit Stephan Lamby produziert hat. In Folge war Brinkbäumer als USA-Experte regelmäßiger Gast in Talkshows und Hörfunksendungen. (Foto: Eventpress / Picture Alliance)
horizont.net (Paid), spiegel.de

Hör-Tipp: Hajo Schumacher über provokante Fragen in Interviews.

Hör-Tipp: Ist Provokation eine legitime Technik in Interviews, fragt Stefan Winterbauer im Medienwoche-Podcast Hajo Schumacher. Der Journalist verteidigt sein Interview mit Silvana Koch-Mehrin über Brustkrebs. Die Vorwürfe, er habe sexistisch gefragt, seien "eher vom Publikum als von den Kollegen" gekommen. Koch-Mehrin habe das Interview autorisiert und sei nicht der "Betreuungsfall, der Unterstützung gegen Rüpel braucht", zu dem die Twitter-Community sie erkläre. Schumacher räumt ein, er hätte mehr Kontext liefern sollen, der jüngeren Leser*innen vielleicht nicht bekannt sei.
soundcloud.com (77-Min-Audio, ab Min 32), spiegel.de (Interview)

“Spiegel” nimmt mit Pur-Abo ca. 500.000 Euro pro Jahr ein.

Zahlen, bitte: Der "Spiegel" zieht Bilanz über sein Pur-Abo, mit dem er Nutzer*innen auffordert, sich bewusst für Werbung oder für die Zahlung von 4,99 Euro pro Monat zu entscheiden. Derzeit lesen 17.200 der 20 Mio Unique User die Website oder App werbefrei. Die Einnahmen summieren sich, aufs Jahr gerechnet, auf gut eine halbe Mio Euro. Trotz der vergleichsweise geringen Zahl sieht der "Spiegel" das Abo als solide zusätzliche Einnahme-Quelle.
devspiegel.medium.com

Der “Spiegel” bringt digital eine zweite Titelgeschichte.

Spiegel aktualisiert nach der Ernennung von Joe Biden zum Wahlsieger seine aktuelle Digitalausgabe. Die Ausgabe 46 erhält eine zweite Titelgeschichte und ein zweites Cover. Es zeigt Joe Biden, wie er der Freiheitsstatue den Kopf wieder aufsetzt mit dem Slogan "Make America great again". Die Titelgeschichte "Ein neuer Anfang" behandelt die Aufgaben, die vor dem künftigen Präsidenten liegen. Unter "Ein Neuanfang für Amerika" gibt es zudem einen neuen Leitartikel. Die ursprüngliche Version titelte mit Donald Trump und der Zeile "Der Hausbesetzer".
spiegel.de

“Bild”: “Spiegel”-Reporter Rafael Buschmann soll im Fall Lewandowski vernommen werden.

Fall Lewandowski: Deutsche Ermittler sollen "Spiegel"-Reporter Rafael Buschmann im Fall der mutmaßlichen Erpressung des Fußball-Spielers befragen, schreibt die "Bild". Lewandowskis Anwälte hätten zudem den "Spiegel" über die mutmaßliche Verstrickung des Reporters informiert, das Magazin hatte aber keine Belege für eine Erpressung erkennen können.
"Bild", S. 4 (Paid), turi2.de (Background)

Hans Leyendecker prüft rechtliche Schritte gegen den “Spiegel”.

Journalismus: Investigativjournalist Hans Leyendecker erwägt eine Klage gegen den "Spiegel", berichtet EPD. Dass der "Spiegel" eine Aufklärungs­kommission losgeschickt und sich von seiner RAF-Titelgeschichte von 1993 öffentlich distanziert hat, hält er für Verunglimpfung. Leyendecker wirft der Kommission vor, wichtige Details aus seiner Stellungnahme "unzulänglich behandelt" zu haben, das Vorgehen "grenzt an Rufmord".
tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Peter Müller verlässt den “Spiegel” und geht ins Team von Ursula von der Leyen.

Seitenwechsel in Brüssel: Peter Müller, Büroleiter des "Spiegels", geht in die Politik und wird Kommunikationsberater und Redenschreiber für EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Er selbst verkündet den Schritt auf Twitter. Müller hat in der Vergangenheit auch für "Welt am Sonntag" und "Handelsblatt" gearbeitet.
kress.de, twitter.com

Zitat: Hans Leyendecker kritisiert die Arbeit der “Spiegel”-Kommission zu seiner Titelgeschichte.

"Dass der 'Spiegel' den Quellenschutz im Grunde nicht respektiert, ist für jemanden, der fast zwanzig Jahre für dieses wichtige Blatt gearbeitet hat, nicht nachzuvollziehen. Die Frage der Kommission, ob ich einen Kontakt zu der damaligen Quelle herstellen könne, war eine Bankrotterklärung der heutigen 'Spiegel'-Macher."

Hans Leyendecker reagiert gegenüber der dpa auf die Distanzierung der aktuellen "Spiegel"-Macher von seiner "Spiegel"-Titelgeschichte von 1993.
kress.de, turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung” kann “Aufklärerlogik” der “Spiegel”-Kommission nicht nachvollziehen.

Süddeutsche Zeitung verteidigt ihren Autor Hans Leyendecker gegen das Ergebnis der "Spiegel"-Kommission, die Leyendecker vorwirft, dass seine Version von den Ereignissen 1993 in Bad Kleinen "mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die tatsächlichen Abläufe wiedergibt". Nach der "Aufklärer­logik" der Kommission wäre es für Leyendecker "die einzige Möglichkeit, nicht öffentlich als potenzieller Lügner hingestellt zu werden", seinen Informanten preiszugeben, was er ablehnt. Hans Werner Kilz, ehemaliger "Spiegel"- und "SZ"-Chefredakteur hält es für "völlig unverständlich, wie ein amtierender 'Spiegel'-Chefredakteur ein solches Machwerk" veröffentlichen könne. Der Informantenschutz sei "für einen anständigen Journalisten heilig".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“Spiegel” beendet Podcast-Werbung, die Redakteur*innen selbst einsprechen.


Werbe-Pause: Der "Spiegel" beendet die Praxis, dass Redakteur*innen in Podcast selbst Werbebotschaften vortragen, berichtet Kai-Hinrich Renner. Chefredakteur Steffen Klusmann (Foto) habe die Geschäftsführung "darum gebeten, diese Vermarktungsform künftig sein zu lassen", sagt eine Sprecherin - aber offenbar erst nachdem Klusmann von Renners Anfrage erfahren habe. Gezwungen wurde zu Werbe-Aufsagern wohl niemand, vieles spreche aber dafür, so Renner, "dass den Journalisten zumindest nahegelegt wurde, dies zu tun". "Spiegel"-Reporter Juan Moreno etwa habe sich aber standhaft geweigert, in seinem reichenweiten­starken Auslands-Podcast Acht Milliarden, Reklame-Botschaften vorzulesen. In der Podcast-Vermarktung ist Werbung, die im Plauderton von den Moderator*innen vorgetragen wird, nicht unüblich. Der OMR-Podcast-Vermarkter Podstars von Philipp Westermeyer etwa wirbt ganz offensiv damit, dass die vom Host eingesprochen Werbung "authentisch, glaubwürdig und ein nativer Teil der Show" ist.

Unmut in der Redaktion hat auch eine geplante Kooperation mit dem Berater Boston Consulting Group hervorgerufen, schreibt Renner. BCG sollte für das "Spiegel"-Sonderheft Klimakrise – Aufbruch nach Utopia ein Ranking zur Klimafreundlichkeit von Branchen und Unternehmen erstellen. Redakteur*innen hätten aber Zweifel an der Objektivität von BCG geäußert. Letztlich sei der Klima-Index "gecancelt worden", sagt eine Sprecherin, weil sich herausgestellt habe, dass die verfügbaren Zahlen "keine wissenschaftlich solide Basis für eine Erhebung bilden".
berliner-zeitung.de (Paid)

Der “Spiegel” bewertet die Leyendecker-Titelstory von 1993 als “Fehler”.

Fehlschuss: Der "Spiegel" distanziert sich von einer Titelgeschichte aus dem Jahr 1993, in der Hans Leyendecker unter der Zeile "Der Todesschuss" den Vorwurf erhebt, Polizeikräfte hätten den RAF-Terroristen Wolfgang Grams erschossen. "Der 'Spiegel' hat mit der Berichterstattung auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen", schreibt nun eine vom Magazin beauftragte Kommission. Geschäftsführer Thomas Hass und Chefredakteur Steffen Klusmann schreiben zudem, dass das Magazin die Unstimmigkeiten trotz erheblicher Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Quelle nie aufgeklärt habe.
spiegel.de, meedia.de, turi2.de (Background)

“Spiegel” macht die Klimakrise zum Themenschwerpunkt.

Krisenreport: Der "Spiegel" gönnt sich eine neue dauerhafte Klima-Rubrik auf seiner Webseite. Dazu gibt's ein gedrucktes Sonderheft mit dem Titel „Aufbruch nach Utopia. So retten wir Umwelt und Wohlstand", den wöchentlichen Newsletter Unter Zwei – dessen Titel nicht überall auf Gegenliebe stößt – und am 3. November eine Klimakonferenz mit der Boston Consulting Group.
spiegelgruppe.de

Der “Spiegel” veröffentlicht online nun einen Klimabericht.

Spiegel präsentiert auf seiner Startseite nun einen ständig aktualisierten Klima­bericht - statt des Wetter­berichts. Die Animation zeigt aktuelle "Daten zur Lage des Planeten", u.a. den Temperaturanstieg seit der vorindustriellen Zeit, den Anstieg des Meeresspiegels seit 1880 und den Verlust an arktischem Eis. Die Daten erscheinen mit zwei bis drei Stunden Verzögerung.
spiegel.de

Hör-Tipp: Der “Spiegel” startet den E-Sports-Podcast “Game Changer”.

Hör-Tipp: Der "Spiegel" taucht in einer achtteiligen Podcast-Serie in die Welt des E-Sports ein. In der ersten Folge berichtet der Vorsitzende des Sportvereins in Neudorf-Bornstein in Schleswig-Holstein, wie er E-Sports in einen klassischen Sportverein eingebunden hat. Er berichtet, dass der Verein dafür die Satzung ändern musste. Grundsätzlich hält er E-Sports für die Zukunft und es sei wichtig, die Jugend aus ihren Zimmern heraus zu holen und zusammen zu führen in organisierten Strukturen.
open.spotify.com (27-Min-Audio)

Ex-Bento-Chefin Julia Rieke wechselt zum “stern”.

Neustart: Julia Rieke, Ex-Chefin des jungen Spiegel-Angebots Bento, ist zum "stern" gewechselt, teilt sie auf Twitter mit. Dort arbeite sie jetzt als "Head of Special Sections", von 2013 bis 2015 war sie dort Social-Media-Redakteurin. Der "Spiegel" hatte seine Junge-Leute-Marke Bento Ende September nach fünf Jahren vom Markt genommen. Nachfolger ist das Ressort "Start".
twitter.com, turi2.de (Background)

Steingart: Netflix verfilmt Relotius-Skandal als Serie.

Netflix verfilmt den "Spiegel"-Skandal um die Fälschungen von Autor Claas Relotius als Serie, berichtet Gabor Steingart in seinem Morning Briefing. Verantwortliche von Netflix seien bereits zu Gast in der Redaktion gewesen, um Details zu besprechen, bestätigt Chef­redakteur Steffen Klusmann. 2022 soll die Serie weltweit laufen. Auch die Ufa hat sich Rechte an der Story gesichert und plant eine Verfilmung des Stoffs fürs Kino.
thepioneer.de (Paid), derstandard.at, turi2.de (Background Ufa)

Sandra Ciesek schießt gegen Einstiegsfragen in “Spiegel”-Interview.

Virologin Sandra Ciesek haben die "provokanten Fragen und deren Sinn" in ihrem Interview mit dem "Spiegel" irritiert, twittert sie. Sie führten dazu, "dass Frau sich weiter aus solchen Dingen zurückzieht". Die Interviewerinnen hatten Ciesek als "Quotenfrau" bezeichnet, was für Kritik sorgte. Die Fragen seien "ganz sicher nicht beleidigend gemeint", hält "Spiegel"-Wissenschaftschef Olaf Stampf dagegen.
twitter.com (Tweet Ciesek), twitter.com (Tweet Stampf), turi2.de (Background)

Corona-Warn-App bekommt am Montag Notizfunktion für Symptome.


Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Nutzer*innen der Corona-Warn-App sollen künftig bei einem positiven Testergebnis Corona-Symptome in die App eintragen können, hört der "Spiegel" aus dem Bundesgesundheitsministerium. Zudem soll es möglich sein, die bisherige Dauer der Krankheitszeichen, sofern vorhanden, anzugeben. Wie die Corona-App selbst und das Melden eines positiven Tests sollen die Angaben allerdings freiwillig sein. Sie sollen dazu beitragen, Ansteckungsrisiken für Kontaktpersonen präziser zu berechnen. Das Update dazu kommt laut "Handelsblatt" am Montag, ab dann soll die App auch in anderen Ländern Europas funktionieren. Pünktlich zum Start der zweiten Infektionswelle versucht das Ministerium, die App insgesamt "attraktiver" zu machen. Derzeit zählt sie rund 16 Mio aktive Nutzer*innen.

Software-Entwickler Henning Tillmann hatte erst vor wenigen Tagen ebenfalls im "Spiegel" das aus seiner Sicht noch nicht ausgeschöpfte Entwicklungspotential der App kritisiert. So sei beispielsweise ihr irisches Pendant deutlich günstiger gewesen und biete mehr Funktionen. Tillmann schlägt die Integration eines freiwilliges Kontakt-Tagebuchs in der App vor, das Eintragungen 14 Tage lang speichert und dann löscht. Eine solche Funktion prüft das Ministerium derzeit laut "Spiegel" ebenso wie die Nutzung der App auf Geräten mit veralteten Betriebssystemen. (Foto: Picture Alliance / Eibner-Pressefoto)
spiegel.de, handelsblatt.com, turi2.de (Background)

“Spiegel” schickt vor der Wahl fünf weitere Reporter*innen in die USA.

Nachrüstung: Der "Spiegel" schickt vor der US-Wahl fünf weitere Reporter*innen nach Amerika. Insgesamt elf Journalist*innen sollen so "im ganzen Land" recherchieren, u.a. in Swing States wie Florida oder Arizona. Die personelle Aufstockung begründet der "Spiegel" mit der "enormen weltpolitischen Bedeutung der Wahl und dem gewaltigen Interesse der deutschen Leserschaft."
per Mail

turi2 edition #12, 50 Vorbilder: Barbara Hans schreibt über Wilhelmine Werner.


Eine zähe Frau: Das Leben von Wilhelmine Werner ist kein außergewöhnliches um 1945 – der Mann an der Front, das Geld knapp, sieben Kinder. Für die Journalistin und “Spiegel”-Chefredakteurin Barbara Hans steht ihre Großmutter stellvertretend für die Frauen in ihrer Familie, an die sie in schwierigen Zeiten denkt, schreibt sie in der turi2 edition #12. Lesen Sie jetzt den ganzen Beitrag kostenlos online oder im E-Paper. Hier können Sie das gedruckte Buch bestellen.

Thomas Knüwer zerlegt Steingarts Spiegel-Gegenmitteilung.

Steingart vs. Spiegel: Thomas Knüwer zerlegt auf seinem Blog die Pioneer-Gegenmitteilung zum jüngst erschienen "Spiegel"-Artikel. Anstatt sich in Nichtbeachtung des Textes zu üben, sei Steingarts PR-Meldung ein Paradebeispiel "für einen Versender, der glaubt, die Öffentlichkeit mit simpelsten Methoden manipulieren zu können." Manche Rechtfertigungen Steingarts muten laut Knüwer "fast verzweifelt" an, andere beurteilt er als "schwer vorstellbar": Etwa die Behauptung, Steingart habe vor Boot-Charter-Gästen der Privatbank Merck Finck keine kurze Rede gehalten, sondern nur "den Grüß-August an der Eingangsplanke gegeben".
indiskretionehrensache.de, turi2.de (Spiegel-Story), turi2.de (Gegenmitteilung)

Zitate-Ranking: “Spiegel” liegt erneut deutlich vorne, “NYT” verdrängt “Bild” von Platz 2.

Ney York Times verdrängt "Bild" in den ersten neun Monaten des Jahres von Platz 2 des Zitate-Rankings von Media-Tenor. "Bild" rutscht sogar auf Platz 4 hinter die "Financial Times" ab. Die Funke-Zeitungen klettern von Platz 18 auf Platz 11. An der Spitze steht mit deutlichem Abstand erneut der "Spiegel" mit 885 Zitaten - vor einem Jahr waren es noch 109 mehr.
kress.de

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SONDERHEFT: Die reichsten Deutschen
Das Trauma der Schaefflers: Krisenfälle Conti und Schaeffler: Milliardenerbe Georg ist überfordert, das Vermögen schmilzt dahin.
Corona-Schock: Die Gewinner und die Verlierer in der Geldelite.
Steuererhöhungen: Der starke Staat fordert seinen Tribut.
Digitalisierung: Junge Unternehmer machen ihr Ding.
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Der “Spiegel” startet seinen Bento-Nachfolger “Start”.


Start frei: Der "Spiegel" startet sein neues Online-Angebot für Leser*innen unter 30, "Spiegel Start". Die bisherige Jugend-Seite bento.de existiert nicht mehr, die Domain leitet auf das neue Angebot um, das wie bereits angekündigt nicht mehr eigenständig ist, sondern ein Teil des Online-Angebots des "Spiegel". Die entsprechende Rubrik ist in der Navigation des Webauftritts jedoch weit unten hinter Job & Karriere zu finden, wo "Spiegel Start" auch organisatorisch angedockt ist.

Das merken Leser*innen auch an den Themen: "Wir wollen Menschen vom Schulabschluss bis in den ersten Job begleiten und das, wofür der 'Spiegel' steht, auf die Themen Ausbildung und Berufseinstieg übertragen", sagt Sophia Schirmer, Teamleiterin von "Spiegel Start". Zum Launch präsentiert die Redaktion unter anderem ein Interview zu Zukunftsangst mit der Großmutter einer Autorin sowie einen Beitrag, in dem drei Studierende ihre Auslandssemester-Pläne im Hinblick auf Corona erläutern.
medium.com, spiegel.de, turi2.de (Background)