Wir graturilieren: “Bild” wird 70.


Wir graturilieren: Springers "Bild" feiert heute ihren 70. Geburtstag – u.a. mit einer 20-seitigen Sonderausgabe am Kiosk. Chefredakteur Johannes Boie, seit sieben Monaten im Amt, blickt zwar auf einen bewegten Start beim Boulevard-Blatt, findet aber "nichts Ärgerliches, dass es wert wäre, am 70. Geburtstag zu erwähnen". Mit Blick auf die lange Geschichte der Marke findet Boie, dass die "Bild" "ziemlich oft und bei allen kritischen Seiten ihrer Vergangenheit auf der richtigen Seite stand". Als Beispiele nennt er u.a. das Festhalten an der deutschen Einheit und ein starkes Westbündnis Deutschlands.

Nach seinem Wechsel von "Welt am Sonntag" zur "Bild" hat Boie gemerkt, wie viel Spaß Boulevard macht, sagt er. Kritikerinnen legt er zum Geburtstag nahe, sich ein eigenes Bild von "Bild" zu machen und nicht nur Vorurteile zu pflegen.

Mathias Döpfner wird Verwaltungsratspräsident von Ringier Axel Springer.

Schweizer Connections: Springer-Chef Mathias Döpfner wird Verwaltungsratspräsident der Ringier Axel Springer Schweiz AG. Döpfner folgt auf Jan Bayer, der sich als Vorstand News Media USA bei Springer künftig um die US-Marken Politico, Morning Brew und Insider kümmern wird. Ringier Axel Springer ist ein 50:50 Joint Venture und hält das größte Zeitschriftenportfolio der Schweiz.
persoenlich.com

Julian Reichelt beschwert sich per Brief über die Vergabe des “stern”-Preises.


Preis-Schelte: Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt hat sich im Vorfeld der Vergabe des "stern"-Preises (ehemals Henri-Nannen-Preis) bei der Jury über die Auszeichnung der "Spiegel"-Story "Warum Julian Reichelt gehen musste" beschwert. Sie war gestern als "Geschichte des Jahres" gewürdigt worden. Reichelt schreibt, der Text bestehe "aus Verleumdungen und Erfindungen, die sowohl persönlich als auch politisch motiviert" waren. Den beteiligten Journalistinnen schreibt er "brutalen Aktivismus" zu, sie wollten "Menschen vernichten". Die Autorinnen hätten Methoden verwendet, die "gegen alle journalistischen Standards verstoßen". Auch auf Twitter stellt sich Reichelt gegen die Berichterstattung des "Spiegel" und betont, das Zitat "Vögeln, fördern, feuern", das das Magazin in einem ersten Text zur Causa verwendet hatte, sei eine "freie Erfindung".

Zudem schreibt Reichelt, er habe "lange Zeit nicht die Kraft gefunden", sich "gegen die Wucht dieses Vernichtungsschlags zu wehren". Mut gegeben habe ihm u.a. das jüngste Urteil im Prozess Johnny Depp versus Amber Heard. In seinem Brief zieht er zusätzlich Journalistenpreise in Zweifel, die "zu allererst durch die unsäglichen Relotius-Methoden des 'Spiegel' in Verruf geraten" seien: Sie sollten nicht an "skrupellose Aktivisten" vergeben werden, die "Zitate erfinden" und "bereit sind, ihre Quellen zu verraten". (Foto: Tobias Steinmaurer / APA / Picture Alliance)
kress.de, twitter.com (Thread Reichelt), turi2.de (Background)

Zitat: Romanus Otte will nach seinem Chefposten-Verzicht öfter schweigen.

"Ich werde lernen müssen, öfter mal die Klappe zu halten."

Romanus Otte, bisher Co-Chefredakteur und Co-Geschäftsführer bei Business Insider Deutschland, begründet seinen Stellenwechsel zum Redakteur in einem Linked-in-Post und skizziert mögliche Herausforderungen: Seinen Platz und seine Rolle im Team werde er "erst finden müssen".
linkedin.com, turi2.de (Background)

Video-Tipp: “Zapp” über das Betriebsklima bei Springer.

Video-Tipp: "Zapp" beschäftigt sich mit Blick auf die Reichelt-Causa u.a. mit dem Arbeitsklima bei Springer. Caroline Rosales (Foto) berichtet von "sehr vielen Red Flags und No-Gos", die sie während ihrer Zeit als Reporterin der "B.Z." erlebt habe. Täglich würden "wahnsinnig professionelle Hochleistungs-Journalisten an die Wand geschrien". "Bild"-Reporterin Nena Schink nennt den Beitrag "absurd" und kritisiert, dass keine einzige "Bild"-Journalistin zu Wort komme.
youtube.com (13-Min-Video), twitter.com

Springer organisiert Business Insider Deutschland um: Jakob Wais wird Vorsitzender der Chefredaktion.


Stellchen wechsel dich: Springer organisiert Business Insider Deutschland um und macht Jakob Wais, 33, (Foto) zum Vorsitzenden der Chefredaktion und Geschäftsführung. Wais ist aktuell Co-Chefredakteur und Co-Geschäftsführer von Business Insider Deutschland. Romanus Otte, 60, bisher Mitstreiter von Wais mit denselben Ämtern, gibt seine Positionen zum 1. Juli ab und berichtet künftig als Redakteur über volkswirtschaftliche Themen. Neuer Geschäftsführer von Business Insider Deutschland wird Felix Lander, 35, der bislang als Chief Revenue Officer für den Aufbau der Geschäftsmodelle verantwortlich war.

Kayhan Özgenc, 52, der bisher als Vize-Chefredakteur arbeitete, wird zum Chefredakteur befördert. Stellvertretende Chefredakteurin wird ab 1. August Carline Mohr, 38, die vor kurzem ihren Posten als Chefin des SPD-Newsrooms geräumt hat. Sie soll die Bereiche Newsletter, Audio, Social Media und Video verantworten.
axelspringer.com, turi2.de (Background Mohr)

Zitat: Mathias Döpfner plädiert für mehr automatisierten Journalismus.

"Wir wollen keine Menschen durch Maschinen ersetzen, aber wir wollen Menschen durch Maschinen stärker machen."

Springer-Chef und Noch-BDZV-Präsident Mathias Döpfner plädiert auf dem Digitalkongress des Verbands für mehr Medienmut in Sachen Digitalisierung: Bot-Journalismus könne etwa in der Sportberichterstattung nützlich sein.
meedia.de

Meistgeklickter Kopf gestern war Johannes Boie.

Meistgeklickter Kopf gestern war Johannes Boie. Der "Bild"-Chefredakteur muss sich neuerdings mit dem bemerkenswerten Vorwurf auseinandersetzen, Springer sei zu links und würde vor "woken Aktivisten" einknicken. Dahinter folgt Jan Fleischhauer, der Ferda Ataman kritisiert, weil sie nach ihrer Nominierung als Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung zahlreiche Tweets gelöscht hat.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 16.6.2022)

“Bild”-Journalistin Judith Sevinç Basad kündigt wegen Einknickens vor “woken Aktivisten”.


Zu weit links im Bild? Die Journalistin Judith Sevinç Basad macht ihre Kündigung bei "Bild" öffentlich. In einem "Offenen Brief" an Springer-Chef Mathias Döpfner begründet sie ihren Schritt mit dem "Einknicken" Springers vor "woken Aktivisten". Stein des Anstoßes ist für sie Döpfners Umgang mit einem "Welt"-Gastbeitrag, in dem fünf Forschende ARD und ZDF vorwerfen, das junge Publikum mit Falschinformationen zu Sexualität und Vielgeschlechtlichkeit zu indoktrinieren. Döpfner hatte den Gastbeitrag als "unterirdisch" und wissenschaftlich "bestenfalls grob einseitig" bezeichnet. Parallel wirft Basad "Bild" vor, einen ihrer Artikel mit Zitaten des umstrittenen Kinderpsychiaters Alexander Korte, einem Mitautor des Gastbeitrags, "verhindert" zu haben. Sie sei aufgefordert worden, den Wissenschaftler-Aufruf zu kritisieren, andernfalls würde ihr Text nicht erscheinen.

"Bild"-Chefredakteur Johannes Boie widerspricht Basad via Twitter: "Auf Deinen Artikelvorschlag hatte ich ja 'Do it!' geantwortet – schade, dass der Text nicht hielt, was Dein Vorschlag versprochen hatte." Boie leitet seinen Tweet mit einer ironischen Bemerkung ein: "Stimmt, Judith, wir sind jetzt links! Döpfner rief eben nochmal an und hat mir das befohlen." Basad wirft ihm daraufhin einen "herablassenden Ton" vor und schreibt, dass sie mit ihrer "aufrichtig gemeinten Kritik" auf "einen respektvolleren Umgang" gehofft habe.

Basad fragt sich in ihrem Text, ob es Döpfner darum gehe, "die woken US-Redaktionen des Unternehmens nicht zu verärgern". Sie berichtet aus einer Debatte mit dem Konzernchef. Darin hatte Döpfner die "moralische Pflicht einer Redaktion" betont, "nicht jede Behauptung in einer Zeitung abzubilden, nur weil sie den Eindruck von Wissenschaftlichkeit erweckt". Als Beispiel soll er "Studien von Holocaustleugnern" genannt haben. Basad urteilt: "Wer aber solche Vergleiche zu Holocaustleugnern zieht, ist nicht weit davon entfernt, den Holocaust selbst zu relativieren." (Foto: Westend Verlag / Springer)
judithsevincbasad.substack.com, twitter.de (Boie/Basad), turi2.de (Background Döpfner), turi2.de (Background Gastkommentar)

Eva Menasse und Deniz Yücel führen neuen Schriftstellerverband PEN Berlin.

Neuanfang: Nach Streitigkeiten mit dem Schriftstellerverband PEN gründet Deniz Yücel mit PEN Berlin einen eigenen Ableger der Autorenvereinigung. Gemeinsam mit der Autorin Eva Menasse bildet Yücel das Führungsduo, das als erste Amtshandlung den verfolgten russischen Autor Dmitry Glukhovsky in Berlin empfangen hat. Der Kremlkritiker wurde in Russland kurz zuvor zur Fahndung ausgeschrieben.

Yücel hatte den PEN im Mai im Streit verlassen. Kritiker warfen ihm einen "autoritären Führungsstil" und Mobbing vor. Yücel kritisierte den Verband, dessen Präsident er von 2021 bis 2022 war, als "Bratswurstbude" und warf ihm schlechte Arbeit und Ineffizienz vor. Zu den Unterstützern des PEN Berlin zählen unter anderem bekannnte Autoren wie Daniel Kehlmann, Christian Kracht, Karen Köhler oder Thea Dorn, Moderatorin des "Literarischen Quartetts" im ZDF.
spiegel.de, tagesschau.de, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: “Welt”-Podcast “Stadt der Spione” beleuchtet Agenten-Tätigkeit in Berlin.

Hör-Tipp: Die zweite Staffel der Podcast-Reihe "Welt History" beschäftigt sich mit Berlin als Stadt der Spione. Insbesondere die Russische Botschaft gelte als Zentrum der Spionage­aktivitäten in Deutschland. Die Recherchen verdeutlichen: "Der Krieg kommt zurück nach Europa. Und die Spione waren nie weg." Die insgesamt fünf Episoden erscheinen ab heute jeweils am Donnerstag.
welt.de (Folge 1, 41-Min-Audio), welt.de (Hintergrund)

Uhlala-Chef Stuart Bruce Cameron bestätigt Ausladung von Springer in Antwortschreiben.


Trotzdem nicht willkommen: Die Uhlala Group hält an der Ausladung des Springer-Verlags von der queeren Job-Messe "Sticks & Stones" fest. Die Messe wolle keine Bühne für die "Schein­debatte" aus dem "Welt"-Gast­beitrag sein, schreibt Geschäfts­führer Stuart Bruce Cameron in einer Replik an Mathias Döpfner. Beiträge wie derjenige in der "Welt seien "eine Form (verbaler) Gewalt". Zudem suggeriere er, das Gesagte sei eine wissenschaftlich belegte Tatsache. Mit der Ausladung mache die Gruppe von ihrem demokratischen Wider­spruchs­recht Gebrauch. Der Beitrag falle auch den LGBTIQ+ Mitarbeitenden bei Springer in den Rücken, allerdings müsse dieser Umstand unternehmens­intern und nicht auf der Karriere­messe verhandelt werden.

Döpfner hatte die Ausladung in einem öffentlichen Statement kritisiert. Für den Beitrag der externen Autorinnen werde die gesamte Springer-Belegschaft "pauschal in Mithaftung genommen". Er hatte an Cameron appelliert, die Ausladung zurück zunehmen. Sie verhindere eine Debatte und fördere Intoleranz.

Cameron lobt ausdrücklich die im "Welt"-Beitrag kritisierten Inhalte von ARD und ZDF. Sie würden "einen wertvollen Beitrag zur Debatte" leisten und einen "wertvollen und wichtigen" Dialog fördern.
uhlala.com, turi2.de (Döpfner Statement), turi2.de (Ausladung)

WeltN24-Sprecherin Kristina Faßler verlässt Springer.

Springer und Kristina Faßler, Marketing-Managerin und Sender­sprecherin bei WeltN24, gehen getrennte Wege, berichtet DWDL. Sie selbst bestätigt den Abgang bei Linked-in und schreibt: "Es ist Zeit, mein eigenes Ding zu machen." Ende 2021 habe sie entschieden, ab diesem Sommer Unternehmerin zu sein. Details lässt sie offen. Faßler kommuniziert für den Nachrichten­sender N24, der heute Welt heißt, seit Februar 2009, damals noch unter dem Dach von ProSiebenSat.1. Ihre Nachfolgerin ist Judith Roth.
dwdl.de, linkedin.com

Mathias Döpfner kritisiert den “Welt”-Gastbeitrag als “unterirdisch” und plädiert für eine Debatte.


Queerdenken: Nach dem vielfach kritisierten Text zur angeblichen "Transgender-Ideologie" bei ARD und ZDF von fünf Wissenschaftlerinnen in der "Welt" wendet sich Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner an seine Belegschaft. In einem öffentlichen Statement kritisiert er auf der einen Seite die pauschale Denkweise der Autorinnen, es gebe nur zwei Geschlechter, und verteidigt auf der anderen Seite die allgemeine "Funktion des Gastkommentars" als Beispiel für Meinungsvielfalt des Hauses. Insgesamt sei der Beitrag "unterirdisch", wissenschaftlich "bestenfalls grob einseitig" und habe einen Ton, der "oberflächlich, herablassend und ressentimentgeladen" sei. Dass die Uhlala-Group Springer deshalb von der queeren Jobmesse Sticks & Stones ausschließt, sieht Döpfner jedoch kritisch: Weil ein Gastbeitrag externer Autorinnen eine "für die Organisation inakzeptable Position vertritt, werden knapp 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens pauschal in Mithaftung genommen".

Döpfner appelliert an Uhlala-Geschäftsführer Bruce Cameron, die Ausladung zurückzunehmen: "Wir jedenfalls wären gerne dabei, weil uns die Sache, die die Messe vertritt, wirklich am Herzen liegt." Für Menschen aus der LGBTIAQ*-Community sei der Text eine "Verletzung und Zumutung". Immer häufiger werde bei Debatten "nicht mehr widersprochen, nicht mehr miteinander geredet, sondern einfach ausgegrenzt", schreibt Döpfner. Ausgrenzung verhindere aber eine Debatte und fördere Intoleranz, so Döpfner. Die Redaktion habe Cameron eingeladen, eine "ausführliche Gegenposition" in der "Welt" zu vertreten: "Ich hoffe und wünsche mir, dass er sie annimmt."

Derweil dröselt das NDR-Medienmagazin "Zapp" bei Instagram und Twitter die Mängel des "Welt"-Gastbeitrags auf. Ständig würde fälschlicherweise behauptet, Kinder seien die Zielgruppe der Öffentlich-Rechtlichen – obwohl im Text häufig Kanäle vom Jugend-Netzwerk Funk zur Debatte stehen. Anders als behauptet würde in der erwähnten "Sendung mit der Maus" über trans Frau Katja nicht "vollkommen unkritisch" für das geplante Selbstbestimmungsgesetz geworben – einfach deswegen, weil das Gesetz darin kein einziges Mal zur Sprache kommt. Bis auf den Jugendpsychiater Dr. Alexander Korte habe zudem keiner der Autorinnen einen fachlichen Bezug zum Thema. Schon 2019 hätten drei führende Wissenschaftlerinnen Korte vorgeworfen, eine Einzelposition zu vertreten, die zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Transmenschen führen könne.
welt.de, instagram.com, twitter.com, turi2.de (Background)

Natascha Engler und Sandra Zipp stoßen zu Immowelt-Führung.

Zwei neue Säulen: Springers Immowelt holt Natascha Engler (Foto) und Sandra Zipp ins Führungs­team, meldet "Clap". Engler kommt von Rabatt-Website-Betreiber Groupon und wird Managing Director und Vice President Commercial Strategy. Zipp steigt intern zur Geschäftsführerin auf und verantwortet Marketing sowie Kommunikation. Erst kürzlich war Felix Kusch neuer Geschäfts­führer von Immowelt geworden.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Queere Jobmesse schließt Springer aus.


Ausgeladen: Die Uhlala-Group schließt Springer von ihrer queeren Jobmesse Sticks & Stones aus. Damit reagiert sie auf einen gestern in der "Welt" erschienenen Gastkommentar, der feindliche Aussagen gegenüber LGBTIQ-Menschen trifft. Da der Artikel nicht den Werten und dem Selbstverständnis der Uhlala-Group entspreche, distanzieren sie und ihre Projekte sich von dem Artikel, der "Welt" und dem Verlag. Uhlala-Geschäftsführer Bruce Cameron (Foto) sagt, der Kommentar schadet nicht nur Betroffenen, sondern vergiftet die öffentliche Debatte.

Eine Springer-Sprecherin teilt auf turi2-Anfrage mit, der Kommentar "repräsentiert nicht die Meinung der 'Welt'-Redaktion und auch nicht die Linie des Hauses Axel Springer". Debatten mit "diversen und auch kontroversen Stimmen" anzuregen, sei jedoch das "publizistische Kern­anliegen" der "Welt". Der Verlag bedauere die Entscheidung der Uhlala-Group, besonders da Springer und die Jobmesse seit 2010 zusammen­gearbeitet haben. Deshalb wolle man "in den Austausch mit der Organisation treten".
uhlala.com

Stellungahme von Springer im Wortlaut:
"Axel Springer tritt als Unternehmen für die Freiheit als wichtigsten Wert ein. Essentieller Bestandteil dessen ist die Meinungsfreiheit. Bei dem besagten Artikel handelt es sich um einen klar als solchen gekennzeichneten Gastkommentar. Er repräsentiert als solcher nicht die Meinung der WELT-Redaktion und auch nicht die Linie des Hauses Axel Springer. Es ist das publizistische Kernanliegen von WELT, diversen und auch kontroversen Stimmen Gehör zu verschaffen und damit Debatten anzustoßen. Wie bei allen anderen Debatten sind Gegenreden nicht nur willkommen, sondern selbstverständlich. Wir bedauern die Entscheidung, Axel Springer von der Sticks & Stones-Karrieremesse auszuladen – gerade als eines jener Unternehmen, das die SXS als erstes unterstützt hat. Wir würden uns freuen, künftig wieder vertreten zu sein und werden dazu in den Austausch mit der Organisation treten."

Berliner Verkehrs­stadt­rätin lädt “B.Z.” nicht zur Pressekonferenz ein.

Nicht willkommen: Springers Berliner "B.Z." bekommt keine Einladung zu einer Presse­konferenz der grünen Verkehrs­stadt­rätin Annika Gerold. Chef­redakteurin Miriam Krekel (Foto) vermutet, Berichte ihrer Zeitung seien der Bezirks­regierung "offenbar zu kritisch". Das Bezirks­­amt Friedrichshain-Kreuzberg argumentiert, es habe nur "schreibende Verkehrs­redakteure" eingeladen, wer eine Einladung erhält, "bedarf keiner Erklärung". Der BDZV kritisiert die "Kommunikation nach willkürlichen und intransparenten Kriterien", das Kreuzberger CDU-Urgestein Kurt Wansner sieht die Presse­arbeit des Bezirks­amtes "in der Tradition des SED-Zentral­komitees".
bz-berlin.de, bz-berlin.de (Kommentar Krekel)

Mathias Döpfner tritt als BDZV-Chef zurück.


Döpfner-Dämmerung: Springer-Chef Mathias Döpfner tritt als Chef des Bundes­verbands Digital­publisher und Zeitungs­verleger BDZV zurück. Döpfner werde sein Amt "ab Herbst in geordneter Weise in neue Hände, vorzugsweise auch in neue Strukturen übergeben", teilt der Verleger-Verband mit. Als Gründe für seinen Rücktritt nennt Döpfner den Springer-Kauf von "Politico", wodurch er künftig mehr Zeit in den USA verbringen wolle. Zudem brauche es an der Spitze des BDZVs eine Person, die "nicht für ein großes, internationales und sehr digitales Verlagshaus steht", um die Interessen "kleinerer und mittelgroßer, regionaler und lokaler Verlage" stärker zu vertreten. Regulär läuft Döpfners Amtszeit noch bis Herbst 2024.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Rück­tritts­forderungen in Richtung Döpfner gegeben, nachdem er in einer SMS Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet hatte, der noch mutig gegen den "neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. Zunächst war im Februar Madsack-Geschäfts­führer Thomas Düffert als stell­vertretender BDZV-Präsident zurückgetreten. Im März hat die Funke Mediengruppe um Verlegerin Julia Becker ihren Austritt aus dem BDZV zum Ende des Jahres angekündigt, um den "Spekulationen um das Macht­gerangel im BDZV ein klares Signal entgegenzusetzen". Ob Funke nun doch an Bord bleibt, will der Verlag auf Meedia-Anfrage nicht kommentieren.

"Der Machtkampf ist mit Döpfners geschickt vor dem bald stattfindenden BDZV-Digital­kongress getimten Abgang nicht vorbei", meint "FAZ"-Redakteur Michael Hanfeld. Der Dissens zwischen großen und kleineren Verlagen bestehe weiter fort. Eine Regelung zur Nachfolge Döpfners lässt der BDZV offen. Man befinde sich mitten "in einer Verbands­struktur­reform", sagt eine Sprecherin gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".
handelsblatt.com, meedia.de, faz.net, sueddeutsche.de, turi2.de (Background SMS), turi2.de (Background Funke), turi2.de (Background Düffert)

Übermedien: Anwalt von Boris Becker geht gegen “Bild”-Berichte vor.


Spiel, Satz und Abmahnung: Der Anwalt von Boris Becker mahnt die "Bild" für ihre Berichterstattung zum inhaftierten Tennis-Star ab und fordert nun eine einstweilige Verfügung, berichtet Frederik von Castell bei Übermedien. Christian-Oliver Moser wirft dem Springer-Blatt u.a. vor, "frei erfundene Informationen" zu veröffentlichen und sich "auf perfide Weise" am Schicksal von Becker zu bereichern. Zudem zweifelt Moser an der Echtheit der "Bild"-Quellen, die teilweise anonym sind. Auf Übermedien-Anfrage verweist "Bild" auf "eigene Recherchen" und den Quellenschutz. Darüber hinaus soll die "Bild" ohne Quellenangaben von der britischen Boulevardpresse abgeschrieben haben, z.B. bei "The Sun" und "Daily Mail".

Auch gegen Bezeichnungen wie "Jammer-Boris" oder "Knast-Diva" wehrt sich Moser: "Die denken bei 'Bild', weil Becker im Gefängnis sitzt, ist er Freiwild." Die "Bild" habe bisher nicht auf die Abmahnschreiben reagiert. Boris Becker sitzt seit rund vier Wochen wegen Insolvenzbetrug ein, gegen seine Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft will er keine Berufung einlegen: "Unser Mandant akzeptiert sowohl das Urteil der Jury als auch das vom Gericht festgesetzte Strafmaß", gibt Anwalt Moser bekannt.
uebermedien.de (Paid), zeit.de, turi2.de (Background)

Bild TV erweitert Live-Programm auf 13 Stunden am Tag.

bildlogoDie Bilde 13: Bild TV baut sein Live-Programm dauerhaft auf 13 Stunden am Tag aus und sendet montags bis freitags von 7 bis 20.15 Uhr. Die Abend­sendung von 18 bis 20.15 Uhr solle "sukzessive zum Vorabend-Magazin" werden. Ursprünglich hatte Bild TV nur von 9 bis 14 Uhr Live-Programm, danach liefen Dokus. Im Zuge des Ukraine-Kriegs hat Springer die Live-Strecke aber deutlich erweitert.
dwdl.de, axelspringer.com

Video-Tipp: Welt TV erinnert an den Anschlag auf den Springer-Verlag vor 50 Jahren.

Video-Tipp: Heute vor 50 Jahren hat die RAF den Springer-Verlag in Hamburg angegriffen – Lars-Broder Keil erinnert in Springers Welt TV im Gespräch mit Tatjana Ohm an den Anschlag. Der Leiter des Axel-Springer-Archives beschreibt den Schock, den der Angriff ausgelöst hat. Vor dem Bomben-Anschlag sei der Verlag ein "offenes Haus" gewesen. Verleger Axel Springer sei der Überzeugung gewesen, dass, wer eine Zeitung macht, offen für seine Leserschaft sein muss.
welt.de (6-Min-Video)

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 19: Politico.


26. August 2021: Springer kauft für über eine halbe Milliarde Euro Politico, das mit einem Newsletter groß wurde.

Springer kauft Politico-Gründer Robert Allbritton für mindestens 630 Mio Euro sein Unternehmen ab – mehr Geld hat der Verlag nie für eine Akquisition ausgegeben, dagegen war die Beteiligung an Steingarts Media Pioneer geradezu Kleingeld. Politico ist mit dem "Playbook" und dessen Newsletter-Ablegern zu einem der wichtigsten Spieler in Washington und der US-Politik geworden.

Der Erfolg hat aber nicht einsam gemacht: Politico hat Konkurrenz durch Axios bekommen. Zu dessen Gründern zählt Mike Allen, der Mann, der 2007 für Politico den Erfolgs-Newsletter "Playbook" erfand.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Springer-Portal Travelbook startet einen täglichen Reise-Podcast.

Audio-Reise: Springers Reise-Website Travelbook startet am 16. Mai den täglichen Podcast "In fünf Minuten um die Welt". Darin geben Expertinnen persönliche Tipps und die wichtigsten Informationen für ein ausgewähltes Reiseziel, in der ersten Woche u.a. für Namibia, Bologna und München. Für die Produktion zeichnen die Agentur Wake Word und die Axel Springer Audio GmbH verantwortlich.
travelbook.de via clap-club.de

Christian Seiferts Streamingdienst sticht Telekom bei TV-Rechten für Basketball-Liga aus.



Wichtiger Dreier: Das neue Unternehmen von Ex-DFL-Chef Christian Seifert und Axel Springer hat sich die Übertragungsrechte für die Deutsche Basketball-Bundesliga (BBL) gesichert und überträgt die Spiele ab der Saison 2023/2024 für mindestens sechs Spielzeiten. S-Nation Media hat damit das Wettbieten gegen die Deutsche Telekom gewonnen, die seit 2014 Medienpartner der BBL und auch Sponsor der Basketballmannschaft des FC Bayern und der Telekom Baskets Bonn ist. Seifert wirbelt den Sportrechte-Markt aktuell ordentlich auf und will im kommenden Jahr eine neue Sportstreaming-Plattform starten.

Zuvor hatte sich S-Nation Media schon die TV-Rechte an der Tischtennis-Bundesliga und der Volleyball-Bundesliga gesichert. Auch die Medienrechte für Eishockey und Handball stehen wohl auf der Einkaufsliste. Der neue Vermarktungsdeal mit der BBL beinhaltet auch eine Kooperation mit der BILD-Gruppe sowie der ARD, "um Relevanz und Reichweite der easyCredit BBL spürbar zu steigern und noch mehr Fans zu gewinnen", wie die BBL in der offiziellen Mitteilung schreibt.
digitalfernsehen.de, radioeins.com, easycredit-bbl.de, turi2.de (Background)

“Welt” und “Bild” streamen Audio-Version ihrer TV-Sender.

Wie Radio, nur anders: Die Fernseh­sender Welt und Bild TV bieten ihre Programme künftig als Live-Audiokanäle über die Plattform TuneIn an. Damit können die Sender u.a. auch über Smartspeaker und Smartwatches gehört werden. Springer nimmt sich damit ein Vorbild an US-Sendern wie CNN oder MSNBC, die ebenfalls Audio-Ausgaben bei TuneIn streamen.
welt.de

Vizedirektor Rudolf Porsch verlässt die Free Tech Academy.

Fast ausgelernt: Der Vizedirektor der Springer Free Tech Academy, Rudolf Porsch, geht in den Ruhestand, bestätigt ein Sprecher turi2. Porsch wird weiterhin auf Honorarbasis für die Journalistenschule arbeiten. Er ist bereits seit 2000 an der Free Tech Academy tätig, davor war er u.a. bei der "Berliner Morgenpost" und verschiedenen Hörfunksendern.
medieninsider.com, turi2 – eigene Infos

Hör-Tipp: Sabine Rückert erinnert sich an ihr Springer-Volontariat.

Hör-Tipp: "Zeit"-Vize-Chefredakteurin Sabine Rückert spricht in der "Hörbar Rust" u.a. über ihren nicht unbedingt geradlinigen Lebenslauf. Ihr Kommunikationsstudium tut sie z.B. als vertane Zeit ab, auch ihr Volontariat beim Springer-Verlag hat sie eher weniger positiv in Erinnerung. Ihre "nächste Umgebung" habe ihr geraten, von dort wegzugehen, weil sie sich "nicht zum Guten verändert" hätte. Bei "Bild" war Rückert als Kriminalreporterin tätig.
open.spotify.com (85-Min-Audio)

“Bild am Sonntag”: CSU-Generalsekretär Martin Huber steht unter Plagiats­verdacht.


Wer hat's erfunden? Der neue CSU-Generalsekretär Martin Huber, Nachfolger des kürzlich nach einer Drohung gegen die "Bunte" zurückgetretenen Stephan Mayer, soll bei seiner Doktorarbeit plagiiert haben, meldet die "Bild am Sonntag". Demnach will der Plagiatsforscher Jochen Zenthöfer in Hubers Dissertation einige Zitate "ohne oder mit falscher Quellenangabe" gefunden haben. Es lägen "eklatante Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis" vor, "mit dieser Arbeit hätte Herr Huber nicht promoviert werden dürfen". Beim Thema Plagiatsvorwürfe muss sich Springer derzeit aber auch an die eigene Nase fassen: Die Goethe-Universität Frankfurt am Main nimmt derzeit die Doktorarbeit von Springer-CEO Mathias Döpfner unter die Lupe, was am Ende des Berichts "in eigener Sache" kurz zur Sprache kommt.

Als "pikant" bewertet die "BamS" im Fall Huber zudem eine Kontaktaufnahme zum früheren CSU-Generalsekretär und späteren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Ämter 2011 wegen nachgewiesener Plagiater abgegeben hatte. Huber selbst bestreitet die Vorwürfe und verweist auf "mehr als 20 Seiten Literaturverzeichnis und mehr als 600 Fußnoten" in der 2007 abgeschlossenen Doktorarbeit. Dennoch werde er die Arbeit aus "Gründen der Transparenz" erneut überprüfen lassen.
bild.de, turi2.de (Background)
(Foto: picture alliance/dpa, Peter Kneffel)

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 12: Ulf Poschardt.


17. September 2017: Ulf Poschardt verlegt den Morgen-Newsletter auf den Mittag

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt will nicht als letzter deutscher Chefredakteur mit einem Morgen-Newsletter um die Ecke kommen und startet für die "Welt" den Mittags-Newsletter "5 nach 12".

Die Redaktion liefert bis heute aus dem Newsroom heraus die Themen, die man in der Mittagspause lesen muss, um mitreden zu können. Die "Welt" bleibt aber ein Morgenmuffel: Unter den frei zugänglichen Newslettern der Zeitung ist "5 nach 12" der mit den meisten Abos, noch vor dem Abend-Nachrichtenüberblick "Was die Welt bewegt".

Die Welt hat tägliche Morgen-Newsletter um 9.30 Uhr zu den Themen Politik, Wirtschaft und Sport im Portfolio, die einen automatisierten Nachrichten­überblick liefern, einen Allrounder gibt es aber nicht.

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Plagiatsprüfer finden verdächtige Passagen in Mathias Döpfners Doktorarbeit.

Übersprungen: Zwei professionelle Plagiatsprüfer werfen dem Springer-Chef und BDZV-Vorsitzenden Mathias Döpfner vor, bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben und bei den Literaturangaben gegen wissenschaftliche Standards verstoßen zu haben. Die Frankfurter Universität setzt daraufhin eine Prüfkommission ein. Die Arbeit aus den 90ern trägt den Titel "Musikkritik in Deutschland nach 1945. Inhaltliche und formale Tendenzen. Eine kritische Analyse". Die Prüfer finden darin 28 verdächtige Passagen, die denen in der Literatur auffällig ähneln, ohne als Zitat markiert zu sein.

Zudem werfen sie Döpfner vor, sich ausgiebig an einer ähnlichen Arbeit von Helmut Andres bedient zu haben. Das ist besonders pikant, weil Andres in der Arbeit von 1938 vor allem die positive Entwicklung der Musikkritik seit dem Auftreten der Nationalsozialisten hervorhebt. Döpfner nennt Andres im Quellenverzeichnis und distanziert sich im Text von ihm. Dennoch sind offenbar einige Kapitel in Argumentation und Aufbau fast deckungsgleich, ohne dass Döpfner dies kenntlich gemacht hat. Döpfner habe zudem fehlerhafte Quellenangaben aus Andres' Literaturverzeichnis übernommen.

Der DJV fordert Döpfner auf, die Vorwürfe aufzuklären. "Glaubwürdigkeit gehört zu den Qualitätskriterien des Journalismus“, sagt Bundesvorsitzender Frank Überall. Döpfner als "höchster Repräsentant der Verleger in diesem Land" sei es seinem Verband BDZV ebenso wie den Journalistinnen der deutschen Tageszeitungen schuldig, Anlässe zu Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit auszuräumen.
spiegel.de (Paid), zeit.de

“Welt” sendet Gespräch von Mathias Döpfner und Elon Musk.

Mathias meets Elon: Die "Welt" zeigt am Nachmittag des 7. Mai um 15:15 Uhr ein Gespräch von Springer-CEO Mathias Döpfner mit Tesla-Boss und Twitter-Käufer Elon Musk. Es wurde Anfang März im Tesla-Werk in Fremont in den USA aufgezeichnet. Döpfner und Musk sprechen u.a. über nachhaltige Energiewirtschaft, wozu Musk sagt: "Es ist völliger Irrsinn, Kernkraftwerke abzuschalten". Künstliche Intelligenz und Robotik sowie Corona sind ebenfalls Themen.

Die Sendung ist nach Ausstrahlung auch in der Mediathek und via TV-App verfügbar. Nach dem Interview bringt "Welt" die Dokumentation "Space X – Projekt Marsrakete", die sich mit Musks Weltraumfahr-Plänen beschäftigt.
presseportal.de

Betrugsaffäre: Das “Handelsblatt” nimmt die Springer-Führung ins Visier.

Schwarze Kassen: Das "Handelsblatt" hinterfragt bei der Springer-Betrugsaffäre um Ex-Logistikchef Markus Günther die Rolle der Konzernführung. Demnach würden Dokumente u.a. nahelegen, dass Springer-Führungskräfte vom Konzern bezahlte Flüge für Urlaubsreisen genutzt haben könnten. Zudem sollen "Luxustickets" für die Fußball-WM 2006 mit Scheinrechnungen finanziert worden sein. CEO Mathias Döpfner und Ex-Aufsichtsrat Rudolf Knepper hatten die Mitwisser-Vorwürfe von Günther als "Schutzbehauptungen" zurückgewiesen.
handelsblatt.com (Paid), turi2.de (Background)

Video-Tipp: “Word & Weapons” zeigt Arbeit von Kriegsreporterinnen.

Video-Tipp: Journalisten­schülerinnen von Springers Freetech-Akademie dokumentieren in der Video-Reihe Words & Weapons wie internationale Medien­schaffende über den Krieg in der Ukraine berichten. Asami Terajima von "Kyiv Independent" zeigt der Welt, wie ihre Heimat zerstört wird. Vladan Alimpijević vom unabhängigen serbischen TV-Sender N1 schafft Aufmerksamkeit für die Schrecken des Krieges.
axelspringer.com, youtube.com (5 Videos à ca. 15 Minuten)

Springer will EqualVoice-Technologie integrieren.

Springer integriert EqualVoice-Technologie von Ringier in seine deutschen News-Medien. EqualVoice untersucht mit Hilfe eines Algorithmus den Anteil von Frauen in Teaser-Texten, Artikeln und Bildern. Über eine Kennzahl erhalten Redaktionen "objektivierte Informationen" über das Verhältnis von Frauen und Männern in ihrer Berichterstattung. Der Springer-Titel "B.Z." testet die Technologie seit Januar. Künftig soll sie auch bei "Bild" und "Welt" zum Einsatz kommen.
axelspringer.com

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 4: Welt Lage.


31. August 2009: Axel Springer startet die "Welt Lage" als Paid Modell

Die erste nationale Tageszeitung in Deutschland entdeckt den Morgen-Newsletter – und scheitert schnell mit einem Paid Modell. Springers "Welt" startet Ende August 2009 die "Welt Lage", einen "Überblick über die Nachrichten- und Debattenlage". Auch die "Welt Lage" setzt, wie turi2 und "Playbook", auf Aggregation, also den kuratierten Überblick am Morgen.

Die "Welt Lage" fasst Berichte und Kommentare von Medien aus dem In- und Ausland zusammen. Von Dezember 2009 an verlangt Springer 2,90 Euro pro Monat für diesen Service, doch der kuratierte Newsletter mit Preisschild ist ein Ladenhüter. Schon zum Jahresende 2009 wird die "Welt Lage" eingestellt.
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Ex-Springer-Manager gesteht Betrug und wirft Vorstand Mitwisserschaft vor, der dementiert.

Teilt aus: Der ehemalige Springer-Logistikchef Markus Günther gibt vor dem Berliner Landgericht zu, zehn Jahre ein Betrugssystem mit Scheinrechnungen geführt zu haben. In dem Geständnis erhebt er auch Vorwürfe gegen den Springer-Vorstand: Sowohl der spätere Aufsichtsrat Rudolf Knepper als auch Springer-Chef Mathias Döpfner sollen von dem System gewusst und profitiert haben. Beide dementieren die Vorwürfe und nennen sie "Schutzbehauptungen". 2013 war der Betrug durch einen Whistleblower aufgeflogen, seit März 2022 läuft der Prozess.
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Döpfners Büroleiter Marcel Wontorra wird COO beim Sport-Streamer S Nation Media.

Döpfners Gesandter: Die geplante Sport-Streaming-Plattform S Nation Media macht Marcel Wontorra, 31, zum Chief Revenue & Operating Officer, berichtet Sponsors. Beim Joint-Venture von Springer und Ex-DFL-Chef Christian Seifert soll Wontorra das operative Geschäft aufbauen und sich um Partner­schaften kümmern. Der Bruder von Moderatorin Laura Wontorra war zuletzt Büro­leiter von Springer-Boss Mathias Döpfner.
sponsors.de (Paid)

Debatte: Es war ein Fehler, Marina Owsjannikowa zur “Welt”-Korrespondentin zu machen.

Ukraine: Die "Welt" untergräbt mit der Entscheidung, Marina Owsjannikowa zur Korrespondentin zu machen, das Vertrauen in die eigene Berichterstattung, schreibt Nikolai Klimeniouk in der "FAS". Owsjannikowa sei im russischen Staatsfernsehen zwar nur ein "kleines Rädchen dieser Hassmaschine" gewesen, was sie aber "nicht von jeder Komplizenschaft freispricht". Ebenso mache ihr kurzer Kriegs-Protest im Live-TV nicht "all die Jahre im Dienste des Regimes ungeschehen".
faz.net (Paid), turi2.de (Background)