Jan Schilde wird neuer Chefredakteur der “B.Z.”.

Führt was im Schilde: Ab 1. Oktober ist Jan Schilde neuer Chef­redakteur der "B.Z." und Redaktions­leiter "Bild" Berlin-Branden­burg. Der frühere Vize rückt damit an die Stelle von Miriam Krekel, die die Leitung der Journalisten­schule von Springers Free Tech Academy übernimmt. Schildes Stell­vertreterin wird Larissa Hoppe, derzeit noch Ressort­leiterin Online.
axelspringer.com, turi2.de (Background)

Business Insider: Mathias Döpfner hat Elon Musk angeboten, Twitter für ihn zu managen.

Schon wieder SMS: Mathias Döpfner hat offenbar Elon Musk angehalten, Twitter zu kaufen, berichtet das zu Springer gehörende Business Insider unter Berufung auf veröffentlichte Nachrichten des Tech-Milliardärs. Döpfner habe Ende März 2022 gefragt, warum Musk Twitter nicht kaufe, und angeboten, es für ihn zu betreiben und "eine wahre Plattform der Meinungsfreiheit zu etablieren". Das wäre "ein wirklicher Beitrag zur Demokratie". Musk habe den Vorschlag nach wenigen Minuten mit einem "Interessante Idee" quittiert, worauf Döpfner schrieb: "Ich meine das ernst. Es ist machbar. Wird Spaß machen."

Wenige Tage später wurde bekannt, dass Musk 9 % der Anteile von Twitter akquiriert hatte. Auch Musks Kommunikation mit anderen einflussreichen Personen sind durch neue Gerichts­dokumente öffentlich geworden. So hat der Tesla-Gründer sich etwa mehrfach mit Twitter-Gründer Jack Dorsey ausgetauscht.
businessinsider.com (€)

Meistgeklickter Kopf gestern war erneut Ulrike Handel.

Meistgeklickter Kopf gestern war erneut Ulrike Handel. Das Springer-Vorstandsmitglied hatte eine Zusammenlegung der Redaktionen von "Bild" und "Welt" in einer Fragestunde zu ihrem geplanten Umbau "nicht ausgeschlossen". Auf Platz 2 ist ein alter Bekannter von Springer: Kai Diekmann, der derzeit ein Buch über seine Arbeit als "Bild"-Chef schreibt. NDR-Intendant Joachim Knuth, neustes Club-Mitglied, belegt den dritten Rang.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 22.9.2022)

Meedia: Redaktionen von “Bild” und “Welt” könnten zusammengelegt werden.


Weltbild: Die Redaktionen der Springer-Titel "Bild" und "Welt" könnten zusammengelegt werden, hört Meedia "aus Redaktionskreisen". Vorstandsmitglied Ulrike Handel habe einen derartigen Schritt in einer Fragestunde zu ihrem geplanten Umbau "nicht ausgeschlossen". Doppelstrukturen sollen auf Wunsch Handels abgebaut werden, um die Titel für die Zukunft "sattelfest" zu machen: Vor allem die Organisationsstrukturen sind ihr derzeit "zu komplex".

Springer holt sich für die angedachte Optimierung Unterstützung von Boston Consulting ins Haus. Die Spekulationen über eine Zusammenlegung kommentiert der Verlag nicht und spricht von einem "ergebnisoffenen Strategieprojekt".
meedia.de (€), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Business Insider-Geschäftsführer Jakob Wais hat Radio als Marketing-Kanal unterschätzt.

Hör-Tipp: Radio ist in den letzten Jahren für Business Insider als Marketing-Kanal "total interessant" geworden, erzählt Geschäftsführer Jakob Wais bei "OMR Media" mit Pia Frey. Dass eigene Recherchen dort zitiert wurden, habe der in der Breite unbekannten Marke geholfen. Investigativ-Bericht­erstattung sei besonders für kleinere Medien immer ein wirtschaftliches Risiko, auch angesichts einer "Professionalisierung der Medien-Anwaltschaft". Derlei Journalismus sei "für unsere Demokratie überlebens­wichtig, aber wahrscheinlich aus sich heraus nicht überlebens­fähig". Daher brauche es ein gesundes wirtschaftliches Fundament. Business Insider werde vor allem für die Themen Personal Finance und Karriere abonniert. Vom Erfolg des Podcasts "Macht & Millionen" werde er immer wieder überrascht.
podigee.io (47-Min-Audio)

Kai Diekmann schreibt ein Buch über seine Zeit bei “Bild”.


Der Mann, der "Bild" war: Kai Diekmann, langjähriger Chefredakteur der "Bild", findet als PR-Unternehmer offenbar Gefallen an der Langform. Die Deutsche Verlags-Anstalt wird im Laufe des Tages ein Buch Diekmanns über seine 16 Jahre bei "Bild" ankündigen. Das Werk soll im Frühjahr 2023 erscheinen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein ehemaliger "Bild"-Chef über seine Zeit bei Springers Boulevard-Blatt schreibt. Diekmann war von 2001 bis Anfang 2017 bei "Bild", bis Ende 2015 als Chefredakteur.

In dieser Zeit hat er zweifellos Pressegeschichte geschrieben, etwa mit der Schlagzeile "Wir sind Papst" zur Wahl von Joseph Ratzinger zum katholischen Kirchenoberhaupt. Durch eine Nachricht auf der Handy-Mailbox von Diekmann kam 2012 die Affäre um Christian Wulff ins Rollen. In der Folge musste Wulff als erster Bundespräsident sein Amt vorzeitig niederlegen. (Foto: Johannes Arlt für turi2)
turi2 – eigene Infos

Meistgeklickter Kopf gestern war Ulrike Handel.

Meistgeklickter Kopf gestern war Ulrike Handel. Die Springer-Vorständin für News Media National hat am Mittwoch ein Strategieprojekt angekündigt, bei denen es vor allem um Organisationsstrukturen geht. Die gerade erst zum turi2-Club dazugestoßene Politik-Chefreporterin von Welt TV, Franca Lehfeldt, ist auf Platz 2. Den dritten Rang belegt Caren Miosga, die erst kürzlich den "Tagesthemen"-Moderationsrekord geknackt hat.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Köpfe am 21.9.2022)

Ulrike Handel kündigt Strategieprojekt bei Axel Springer an.

Hat einen Plan: Ulrike Handel kündigt vier Monate nach ihrer Übernahme des Vorstands­ressorts News Media National bei Springer in einer Mail an die Mitarbeitenden ein Strategie­projekt an. Dabei seien vor allem Organisations­strukturen ein wichtiges Thema, die derzeit "zu komplex" seien. Auch der Abstand zwischen den Erlösen aus dem digitalen Abo-Geschäft und den gedruckten Produkten soll sich verringern. Die Leitung für das Projekt übernimmt der CEO der "Bild"- und "Welt"-Gruppe Claudius Senst.
horizont.net (€)

Miriam Krekel wird Leiterin von Springers Journalistenschule.

Die Jugend ruft: "B.Z."-Chef­redakteurin Miriam Krekel wird Leiterin der Journalisten­schule von Springers Free Tech Academy. Sie folgt auf Marc Thomas Spahl, der sich "auf eigenen Wunsch und im besten Einvernehmen" in ein Sabbatical verabschiedet und danach "neue Wege gehen" will. Krekels Nachfolge bei der "B.Z.", die sie seit 2017 führt, soll "in Kürze" verkündet werden.
axelspringer.com

Mathias Döpfner warnt auf dem BDZV-Kongress vor dem Aus der Presse-Infrastruktur.


Letzte Warnung: Noch-BDZV-Präsident und Springer-Chef Mathias Döpfner warnt bei seiner Rede auf dem BDZV-Kongress vor wirtschaftlichen Härten für die Regionalverlage. Als Grund nennt er neben der Inflation auch die Erhöhung des Mindestlohns. Die aktuelle Kostenexplosion treffe auf "zuvor festgelegte, staatlich veranlasste Kostenerhöhungen", die im kommenden Monat relevant würden. "Unsere wertvolle Infrastruktur der Pressezustellung steht aufgrund kaum darstellbarer Lohnkosten in vielen Teilen Deutschlands vor dem Aus", sagt er. Damit werde gerade im Regionalen und Lokalen "gesellschaftlicher Zusammenhalt und örtliche Meinungsbildung aus verlässlichen Quellen geschwächt". Dabei sei verantwortungsvoller Journalismus "Fundament und die Schutzmacht der Demokratie".

Die Warnung dürfte vor allem an die Bundesregierung gerichtet sein, die sich in ihrem Koaltionsvertrag verpflichtet hatte, "die flächendeckende Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen" zu gewährleisten. Am Freitag wollen die Länder im Bundesrat über einen Antrag von Sachsen, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt abstimmen, der Druck auf die Bundesregierung für eine staatliche Förderung erhöhen soll.

Für Döpfner ist es der letzte Auftritt als Präsident des Verbands. Er hatte im Mai angekündigt, sich aus dem Amt zurückzuziehen. Gestern hat der BDZV zudem eine Neustrukturierung der Verbandsführung beschlossen.
horizont.net, presseportal.de, turi2.de (Background, Döpfner-Rücktritt), turi2.de (Background, BDZV-Führung)

Basta: Donald Trump bedankt sich für die Gebete von Mathias Döpfner.

Ironie des Schicksals: Ex-Präsident Donald Trump hat Wind von der ironisch gemeinten Gebets-Mail von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bekommen. "Danke an den sehr großartigen Mathias Döpfner. Die gute Nachricht ist, wir haben gewonnen. Mit Abstand", schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social. Manch einer würde sich wünschen, Politclown Trump würde die Lüge über seinen Wahlsieg ebenfalls nur ironisch meinen.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Zitat: Steffen Grimberg vergleicht Döpfner-Dialektik mit Trump-Tweets.

"Diese Springer-Dialektik des 'Ich sag was, meine es zur Sicherheit aber ironisch' gehört in die gleiche Kategorie wie die Twitter-Posts von Donald Trump."

"taz"-Autor Steffen Grimberg schreibt mit Blick auf die ironisch gemeinte Trump-Gebet-Mail von Mathias Döpfner, der Springer-Vorstandsvorsitzende säe "Zwietracht, die Gesellschaften spalten kann".
taz.de, turi2.de (Background)

Adib Sisani verantwortet globale Kommunikation von Springer.

Springer macht Adib Sisani, 38, ab 1. Oktober zum Leiter für globale Kommunikation & Nachhaltigkeit. Er folgt auf Malte Wienker, der das Unternehmen "auf eigenen Wunsch verlässt". In seiner Rolle wird Sisani direkt an Springer-Chef Mathias Döpfner berichten. Sisani kommt vom Vermögensverwalter DWS Group, wo er zuletzt den Bereich Communications & Marketing leitete. Davor arbeitete er u.a. für Goldman Sachs, Targobank und die FDP.
axelspringer.com

Axel Springer bestreitet “kollektives Beten”.

Ungläubig: Springer fällt nach der E-Mail von Konzern-Chef Mathias Döpfner, in der er zum Gebet für Donald Trumps Wahlsieg aufgerufen hat, vom Glauben ab und verkündet: "Bei Axel Springer wird nicht kollektiv gebetet". Die Aufforderung sei "selbstverständlich ein Scherz" gewesen – Döpfner habe zum Ausdruck bringen wollen, dass ein Wahlsieg Trumps Googles Marktmacht brechen könnte. Dies belege der Mail-Anhang: Ein AP-Bericht, demzufolge das US-Justizministerium Google wegen Machtmissbrauch verklagen wollte.
meedia.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Thomas Knüwer nimmt Döpfners Gebete auf die Schippe.

Video-Tipp: Digitalberater und Blogger Thomas Knüwer geht unter die Comedians und nimmt das Trump-Gebet von Mathias Döpfner auf die Schippe. Auf TikTok imitiert er den ganz normalen Alltag in der Springer-Kommunikationszentrale: Döpfners Erinnerungslücken und Ironie überraschen abgebrühte PR-Profis kaum noch – aber was meint der Chef mit "Beten für Putin?"
tiktok.com (1-Min-Video), turi2.de (Background)

“Washington Post”: Mathias Döpfner soll zum Gebet für Trump-Sieg aufgerufen haben.


Alles nicht so gemeint? Springer-Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner soll vor der US-Wahl 2020 zum Gebet für einen Sieg von Donald Trump aufgerufen haben. Die "Washington Post" zeigt Screenshots einer Mail, die Döpfner an seine engsten Führungskräfte geschickt haben soll. Darin fragt Döpfner: "Wollen wir alle am 3. November morgens eine Stunde in uns gehen und beten, dass Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird?" In der Mail sind sechs Punkte aufgeführt, "die wichtigsten Themen der letzten zehn Jahre", u.a. die "Verteidigung der freien Demokratien gegen die Diktaturen in China und Russland" und die "Stabilität und Sicherheit im Mittleren Osten". Dazu schreibt Döpfner: "Von sechs Möglichkeiten fünf Richtige. Mehr hat keine amerikanische Regierung der letzten 50 Jahre geschafft."

Döpfner habe gegenüber der "Washington Post" zunächst bestritten, eine solche Mail geschrieben zu haben. Später habe er eingeräumt, dass er die Mail durchaus verschickt haben könnte, jedoch "als ironische, provokative Äußerung im Kreis der Leute, die Donald Trump hassen". Mit vermeintlicher Ironie kennt sich Döpfner aus: Als er Medienschaffende in einer privaten SMS an Autor Benjamin von Stuckrad-Barre als "Propaganda-Assistenten" und den später geschassten Julian Reichelt als letzten Journalisten bezeichnet hatte, der noch "gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrt", sei laut dem Verlag ebenfalls nur das Mittel der Ironie und bewussten Übertreibung zum Einsatz gekommen.
t-online.de, twitter.com, washingtonpost.com, turi2.de (Background)


Ex-Mitarbeiterin von Julian Reichelt verklagt Springer in den USA.


Nachspiel: Eine ehemalige Mitarbeiterin von Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt reicht Klage auf Schadenersatz gegen Axel Springer in den USA ein, melden die "Zeit" und Medieninsider. Sie wirft dem Verlag demnach Rechtsverstöße in elf Punkten vor, u.a. Beihilfe zur Belästigung und Diskriminierung. Die Frau soll zum Zeitpunkt der Vorfälle in Kalifornien für "Bild" gearbeitet haben, schon bei den internen Compliance-Ermittlungen 2021 habe sie gegen Reichelt ausgesagt.

Springer will die Klage prüfen und "zu gegebenem Zeitpunkt dazu Stellung nehmen", zitiert die "Zeit" einen Unternehmenssprecher. Auch die deutschen Anwälte der einstigen "Bild"-Mitarbeiterin, Christian Schertz und Anna Sophie Heuchemer, hüllen sich in Schweigen: "Schon aus Gründen des Mandatsgeheimnisses" könnten sie dazu "keinerlei Stellung nehmen". Der juristische Streit ist für Springer aus Image-Gründen brisant: Schon länger arbeitet der Konzern daran, sein US-Geschäft auszubauen. Zuletzt hatte man für mehr als 1 Mrd Dollar das Politik-Portal "Politico" übernommen. Zudem gelten in den USA deutlich strengere Richtlinien beim Umgang zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitenden.
zeit.de, medieninsider.com (€)

“Bild” macht Pensionen von Ex-Deutschlandradio-Chefs öffentlich.

Zahlenspiele: "Bild" betreibt weiter Stimmungsmache gegen die Öffentlich-Rechtlichen – und bohrt nun in Sachen Pensionszahlungen beim Deutschlandradio nach. Insgesamt 738.000 Euro soll der Sender 2021 für sechs ehemalige Intendanten und deren Hinterbliebene gezahlt haben, im Schnitt 10.250 Euro monatlich. Für die Altersvorsorge vom derzeitigen Intendanten Stefan Raue habe Deutschlandradio Rücklagen von rund 2 Mio Euro gebildet.

Am Freitag hatte bereits der Business Insider Pensionsansprüche der RBB-Führungskräfte offengelegt: Dem geschäftsführenden Intendanten, Hagen Brandstäter, z.B. stehen 12.500 Euro im Monat zu. Zwischen 45 und 60 % ihres Basisgehalts zahlt der RBB offenbar den Mitgliedern der Geschäftsleitung nach ihrem Ausscheiden.
bild.de, businessinsider.de (€)

Business Insider: NDR-Beschäftigte erheben Vorwürfe gegen Senderleitung in Kiel.

ARD-Insider: Springers Digitaldienst Business Insider berichtet nach dem RBB-Skandal nun über mögliche Missstände beim NDR. Demnach haben sich in den vergangenen beiden Jahren neun Redakteure an den NDR-Redaktionsausschuss gewandt mit Beschwerden über "politische Filter" in der Berichterstattung und einem "Klima der Angst" im Landesfunkhaus Kiel. Der NDR widerspricht in einer ausführlichen Stellungnahme, erklärt, dass sich die Vorwürfe bisher nicht bestätigt haben und weitere Gespräch mit Mitarbeitenden laufen.
businessinsider.de, ndr.de

Bild TV peilt einen Marktanteil von 0,5 % an.

Bild TV will vom Werbekuchen naschen – und "so schnell wie möglich" 0,5 % Marktanteil erreichen, sagt Chefredakteur Claus Strunz im "Horizont"-Interview. Dies sei eine "feste Größe, wenn es um die Verteilung der TV-Werbebudgets geht" und könne "der Einstieg in ein sehr lukratives Geschäft sein". Im Juli lag der Monats-Marktanteil insgesamt bei nur 0,1 %, bei den 14- bis 49-Jährigen beim Doppelten. Als Misserfolg will Strunz den Sender nicht verstanden wissen: "Wer Bild TV auf lineares Fernsehen verengt, verkennt unsere Bewegtbild-Strategie." Die Zahlen von TV, Social und Online stünden "gleichwertig nebeneinander".
ereader.horizont.net (€)

Springer verzichtet bei “Bild” und “Welt” vorerst auf Einstellungen und Gehalts­erhöhungen.


Sparflamme: Springer hat sich einer starken Kostendisziplin verschrieben und will bei seinen Marken "Bild" und "Welt" vorerst auf Neueinstellungen und Gehalts­erhöhungen verzichten, berichtet Meedia. Das gehe aus einem Schreiben der Geschäfts­führung des Bereichs News Media National um "Bild"-Chef­redakteur Johannes Boie und "Welt"-Chef Ulf Poschardt hervor. Die Einsparungen betreffen demnach "alle", von Fest­angestellten über Werk­studenten bis hin zu Praktikantinnen. Die Verlängerung befristeter Verträge sei weiterhin möglich, zunächst aber auch sechs Monate begrenzt. Eine Ausnahme vom Einstellungs-Stopp stellt der Sender Welt TV dar, der ab 2023 Inhalte für den Privat-Sender Servus TV Deutschland produziert.

Grund für die Einsparungen seien "konjunkturelle Schwierigkeiten, ausgelöst unter anderem durch Krieg und Inflation", die auch die "wirtschaftlichen Ergebnisse unter Druck" gebracht hätten. Hinzu kommen steigende Papierpreise, geringere Anzeigen-Umsätze sowie das "allgemein veränderte Konsumverhalten". Ein Stellen­abbau ist nicht geplant, sagt ein Springer-Sprecher gegenüber Meedia.

In einer Rede zum Geburtstag von Verlegerin Friede Springer Mitte August hatte Springer-Chef Mathias Döpfner noch von "fast einer dreiviertel Milliarde Gewinn im vergangenen Jahr" für den Verlag gesprochen. Für 2022 rechne er mit "rund einer Milliarde mehr Umsatz als in 2020" – das wären laut "Handelsblatt" etwa 4 Mrd Euro. Das ist einem Zwei-Jahres­zeitraum das "größte Wachstum in der Geschichte des Unternehmens", sagte Döpfner.
meedia.de, turi2.de

Springer-Boss Mathias Döpfner verkündet “fast eine drei­viertel Milliarde Gewinn” für 2021.

Herzlichen Geldwunsch: Springer-Boss Mathias Döpfner spricht bei einer Rede zum Geburtstag von Verlegerin Friede Springer von "fast einer drei­viertel Milliarde Gewinn im vergangenen Jahr" für den Verlag. 2022 rechne der Konzern mit "rund einer Milliarde mehr Umsatz als in 2020". Das dürften etwa 4 Mrd Euro bedeuten, errechnet das "Handels­blatt". Seit Springer nicht mehr börsen­notiert ist, veröffentlicht der Verlag kaum noch Zahlen.
handelsblatt.com

Wir graturilieren: Friede Springer wird 80.


Wir graturilieren: Friede Springer, Verlegerin des Verlags Axel Springer, feiert heute ihren 80. Geburtstag. Weil es "nicht die Zeit für rauschende Feste" ist, beschränkt sich das Geburtstagsprogramm auf einen Empfang im Verlag – "darauf freue ich mich", sagt Springer. Im abgelaufenen Lebens­jahr haben sie vor allem die Menschen beeindruckt, "die über sich hinaus­gewachsen sind und Außer­gewöhnliches für unsere Gesellschaft geleistet haben". Auch die Erkenntnis, dass es "keine Garantie für Frieden, wirtschaftliche Stabilität und politische Sicherheit gibt" und die Auswirkungen globaler Veränderungen von Märkten und internationalen Entwicklungen auf den Medienkonzern treiben Springer um. Da fällt es ihr manchmal gar nicht so leicht, "die richtigen Einschätzungen zu treffen".

Während die Verlegerin auf 80 "ereignisreiche Jahre" zurückblickt, plant sie in der Zukunft "noch etwas zu bewegen". Mit ihrer Stiftung möchte sie "zukunfts­weisende Projekte in Medizin und Wirtschaft" fördern, die "das Potenzial haben, einmal einer breiten Öffentlichkeit zugute zu kommen". Springer ist es wichtig, "nachhaltig Gutes und Sinnstiftendes zu tun" und gesund zu bleiben. Über Gratulationen freut sie sich "in jeder Form und auf allen Wegen" – außer per E-Mail: "Das ist mir zu unpersönlich."

Ralf Schuler verlässt die “Bild”, “Cicero” veröffentlicht seinen Brief mit Kündigungs-Gründen.

Zu bunt geworden: Journalist Ralf Schuler, Leiter der Parlamentsredaktion der "Bild", verlässt die Zeitung. "Cicero" veröffentlicht einen Brief Schulers vom 6. Juli, in dem er seine Entscheidung begründet: U.a. stört er sich daran, dass sich Springer "die Agenda der LGBTQ-Bewegung zu eigen mache" – und kritisiert damit den Text von Konzern-Boss Mathias Döpfner, in dem sich dieser gegen einen transkritischen Gastbeitrag der "Welt" positioniert hatte. Schuler wolle "unter der Regenbogen-Fahne genauso wenig arbeiten wie unter den Flaggen anderer Bewegungen".
cicero.de (Paid), medieninsider.com (Paid), meedia.de, turi2.de (Background Text Döpfner)

Patricia Schlesinger tritt auch als RBB-Intendantin zurück.


Ende einer Dienstwagenfahrt: Patricia Schlesinger tritt auch als RBB-Intendantin zurück, Stellvertreter Hagen Brandstäter übernimmt ab sofort das Ruder. "Der Rückzug ist für mich eine logische Konsequenz aus meinem Versprechen, immer und zuerst für die Belange des RBB einzutreten", erklärt Schlesinger. Die "persönlichen Anwürfe und Diffamierungen" hätten ein Ausmaß angenommen, "das es mir auch persönlich unmöglich macht, das Amt weiter auszuüben". RBB-Rundfunkratsvorsitzende Friedrike von Kirchbach dankt Schlesinger für "diese weitreichende Entscheidung". Die "umfangreichen Vorwürfe" könnten nun "unabhängig vom Alltagsgeschäft im RBB geklärt werden". Am Montag will der Rundfunkrat zu einer Sondersitzung zusammenkommen und "beraten, wie nun die nächsten Schritte aussehen müssen".

Zuvor hatte das ebenfalls zu Springer gehörende Portal Business Insider weitere, schwerwiegende Vorwürfe gegen Schlesinger erhoben. Unter anderem geht es um eine Bonus-Zahlung in Höhe von mehr als 20.000 Euro, die Schlesinger 2021 zusätzlich zu ihrem um 16 % erhöhten Grundgehalt von 303.000 Euro bekommen haben soll. Ein RBB-Sprecher erklärt, "variable Gehaltsanteile" für "außertariflich bezahlte Führungskräfte" seien beim RBB "seit Jahren gängige Praxis" – zudem sei "das Modell und die praktische Umsetzung" u.a. mit dem Verwaltungsrat abgestimmt. Andere ARD-Anstalten wie der WDR, SWR und MDR würden allerdings keine variable Vergütung zahlen, hört Business Insider von den Sendern. Brisant: Den Bonus soll Schlesinger ausgerechnet mit RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf verhandelt haben, der ebenfalls in die Compliance-Vorwürfe verstrickt zu sein scheint.

Zudem soll Schlesingers Ehemann, Gerhard Spörl, den stark rabattierten Luxus-Dienstwagen samt Chauffeuren für eigene Geschäftsfahrten genutzt haben. Spörl habe den Wagen und den Fahrer u.a. in Anspruch genommen, um zu seinem umstrittenen Beraterjob bei der Messe Berlin zu kommen. Jener Berater-Vertrag über ein Mediencoaching soll der frühere "Spiegel"-Journalist auf Vermittlung von Verwaltungsratschef Wolf ergattert haben. Zuletzt hatten sich aus der Politik die Stimmen gemehrt, die Schlesinger nach dem Rücktritt als ARD-Vorsitzende auch die Aufgabe der RBB-Intendanz nahelegten.
presseportal.de, bild.de, businessinsider.de, turi2.de (Background Rücktritt vom ARD-Vorsitz), turi2.de (Background Compliance-Vorwürfe)
(Foto: Holger Talinski)

Heute im turi2 Clubraum: Tatjana Ohm über Nachrichten aus dem Krieg.


Feldpost: Tatjana Ohm hat zwei Monate für Springers Nachrichten-Fernsehen Welt aus der Ukraine berichtet. Seit wenigen Tagen ist sie zurück und wieder jeden Tag auf Sendung – diesmal in ihrem Hauptjob, als Chefmoderatorin von Welt. Im turi2 Clubraum berichtet sie von ihren Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg, den Unterschied zur Arbeit im sicheren Studio und erklärt, warum sie beide Aspekte ihres Jobs wichtig findet. Außerdem diskutiert die Journalistin mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl und Chefredakteur Markus Trantow die Themen der Woche, darunter den Abschied der langjährigen Kriegsreporterin Antonia Rados aus dem Journalismus, den Erfolg der deutschen Fußball-Frauen und die jüngsten Äußerungen von Gerhard Schröder.

Der turi2 Clubraum diskutiert immer freitags die Themen der Woche. In den vergangenen Wochen waren KNSK-Chefin Kim Alexandra Notz, MDR-Programmdirektor Klaus Brinkbäumer und AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf zu Gast. Alle Termine und Links zu Live-Events und Podcasts gibt's auf turi2.de/clubraum.
clubhouse.com (live ab 12 Uhr), turi2clubraum.podigee.io (Podcast ab 18 Uhr)

“Horizont”: Patricia Schlesinger steht vor dem Rücktritt als ARD-Chefin.

ARD: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger steht nach Informationen von "Horizont" vor dem Rücktritt als ARD-Chefin. Laut Herausgeber Uwe Vorkötter habe sie "das Vertrauen ihrer Intendantenkollegen und -kolleginnen" verloren. Die Verantwortlichen suchen demnach nach einem Termin, der bereits morgen oder spätestens Anfang nächster Woche stattfinden solle. Als wahrscheinlich gelte, so Vorkötter, dass Schlesinger in der Runde ihren Rücktritt als ARD-Chefin erklärt. Hintergrund sind mutmaßliche Compliance-Verstöße, die zuerst vom Springer-Portal Business Insider recherchiert wurden.

Update: Nach DWDL-Informationen soll es noch am Donnerstag­abend eine Telefon­schalte geben, in der mehrere Intendantinnen der ARD mit dem Rücktritt Schlesingers als ARD-Vorsitzende rechnen. So würde sie einer Abwahl zuvor kommen und weiteren Image-Schaden von der ARD abwenden.
horizont.net (Paid), dwdl.de

Hör-Tipp: Sebastian Turner verrät, wie Medien im “wahnsinnigen Wettbewerb” überleben können.

Hör-Tipp: Der Schlüssel fürs Überleben von Medien in einem "wahnsinnigen Wettbewerb" ist "Differenzierung und Alleinstellung", sagt Sebastian Turner (Foto), Gründer von Table Media und ehemaliger "Tagesspiegel"-Herausgeber im rundumerneuerten "Hy-Podcast". Der "Tagesspiegel" etwa profitiere davon, in den großen Berliner Berufsgruppen Domänenkompetenz zu haben – also mit Ortskenntnissen zu punkten, die "eigentlich alle auf der Hand liegen". Christoph Keese moderiert den "Hy-Podcast" ab sofort zusammen mit Hy-Redakteurin Sophie Ronczka. Zudem kommt pro Folge zusätzlich ein Experte der Digital-Beratung und Springer-Tochter Hy zu Wort. Zum Auftakt gibt Julian Yogeshwar Einblicke in die Monetarisierung im Web 3.0. Dabei seien vor allem User-Daten eine neue Form der Online-Währung.
open.spotify.com (30-Min-Audio)

Judith Sevinç Basad stößt zum Medienunternehmen von Julian Reichelt.

Geschwister im Geiste: Die ehemalige "Bild"-Journalistin Judith Sevinç Basad heuert offenbar bei Julian Reichelt an. Auf Twitter postet Basad ein Video, das sie in einem Studio zeigt, Reichelt läuft durch das Bild und rührt ihr Getränk um. Basad hatte im Juni ihre Kündigung bei "Bild" damit begründet, dass der Springer-Konzern vor "woken Aktivisten" einknicke.
twitter.com via medieninsider.de, turi2.de (Background)

“SZ”-Autor Ronen Steinke weist “Bild” auf antisemitischen Ursprung des Wortes “mauscheln” hin.

Zeilen-Kritik: "Süddeutsche"-Autor Ronen Steinke kritisiert die Wortwahl "Mauschel-Vorwürfe" auf der "Bild"-Titelseite von Samstag in Zusammenhang mit dem Porsche-Gate. In einem Twitter-Thread erklärt er den antisemitischen Ursprung des Wortes "mauscheln", das im 17. Jahrhundert als Spottwort für jüdische Geschäftsleute von der jiddischen Form des Namens "Moses" abgeleitet wurde. Steinke rät, das Wort nicht zu verwenden.
twitter.com

WeltN24 produziert Inhalte für Servus TV.


Pfiat di: Die Springer-Tochter WeltN24 produziert ab 2023 Inhalte für den Privat-Sender Servus TV Deutschland. Zuvor hatte Medieninsider Marvin Schade über eine mögliche Zusammenarbeit berichtet, nun geben die Sender den Deal offiziell bekannt: Springers Newskanal beliefert den deutschen Ableger des österreichischen Red-Bull-Senders mit zwei täglichen Nachrichten­sendungen und einem Magazinformat. Dabei übernimmt WeltN24 auch die redaktionelle Realisierung und die Produktion, Servus TV verantwortet die Inhalte.

Bisher beliefert Welt die Sender von ProSiebenSat.1 mit Nachrichten, ab nächsten Jahr produziert die Sendergruppe mit eigener Redaktion.
dwdl.de, welt.de, turi2.de (Background)

Wir graturilieren: Michael Sandvoss wird 65.

Wir graturilieren: Medienexperte Michael Sandvoss feiert heute seinen 65. Geburtstag. Noch ist er bei Media Impact verantwortlich fürs Luxus-Marketing – allerdings nur noch bis Mitte kommenden Jahres. Nach "erfüllten 18 Jahren" bei Springer und Media Impact freut er sich "sehr auf neue, unternehmerische Aktivitäten". Was das genau bedeutet, verrät er noch nicht. Weniger geheim sind die Karrierelaufbahnen seiner Kinder, die bei ihm und seiner Frau "Kraft und Freude" freisetzen: Von Ärztin über Digital Sales bis hin zum Investment Manager ist alles dabei.

Um außerhalb des Jobs abzuschalten, hat Sandvoss in den vergangenen Monaten gelernt, auf die Magie der Meditation zu vertrauen und einer klaren Lebensphilosophie zu folgen. "Ich bin einfach nur dankbar, so gut drauf zu sein", sagt er. Mit 65 will er sich mehr Zeit für Musik machen nehmen, insbesondere für Gitarre und Singen. Er verbringt seinen Geburtstag mit seiner Familie und trommelt seine Musikerfreunde zusammen: "Da wird es eine sehr schöne Session geben", sagt er. Gratulationen erreichen Sandvoss heute per E-Mail, über Linked-in und WhatsApp.

Nach Vorwürfen: RBB lässt Planungen für den Neubau in Berlin ruhen.

Auf Eis gelegt: Der RBB stoppt vorerst die "Planungs- und Umsetzungsarbeiten" für das geplante Digitale Medienhaus in Berlin. "Wir warten ab, bis die Vorwürfe umfassend aufgeklärt sind, bevor wir neue Schritte unternehmen. Alle sollen sicher sein, an einem zweifelsfrei korrekt aufgesetzten Projekt mitzuwirken", sagt RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Schlesinger betont, man habe sich zu "vollständiger Aufklärung verpflichtet". Man wolle in den kommenden Tagen alle Beteiligten am Bau über diesen Schritt informieren und besprechen, "wie die Unterbrechung im Projekt ohne bleibende Schäden für das Gesamtvorhaben" umgesetzt werden könne. Die Fertigstellung des Neubaus ist für 2026 geplant, rund 100 Mio Euro sind dafür angesetzt.

Das Springer-Portal Business Insider hatte u.a. berichtet, dass mehrere Immobilien-Experten, mit denen der inzwischen vorerst zurückgetretene Verwaltungsratsvorsitzende Wolf-Dieter Wolf eine Geschäftsbeziehung pflegt, Beraterverträge für ein Bauprojekt des RBBs erhalten hätten. Auch gegen Intendantin Schlesinger erhebt das Magazin Vorwürfe wegen offenbar manipulierter Spesen-Rechnungen.
presseportal.de, tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Medieninsider: Welt verhandelt mit Servus TV über Nachrichten-Kooperation.

Servus, Welt! Springers Newskanal Welt verhandelt offenbar über eine "Zusammen­arbeit im Nachrichten-Segment" mit dem österreichischen Red-Bull-Sender Servus TV, berichtet Medieninsider Marvin Schade. Die Kooperation gelte bereits "als ausgemachte Sache", Welt bereite sich schon auf den neuen Auftrag vor. Ein Springer-Sprecher will das weder bestätigen noch dementieren. Bisher bekommen die Sender von ProSiebenSat.1 ihre Nachrichten von Welt, produzieren sie ab 2023 aber mit eigener Redaktion selbst.
medieninsider.com

Lese-Tipp: Hunde haben beim Springer-Verlag Tradition.

Lese-Tipp: In den 1950er Jahren schafft es Redaktions­dackel Rübezahl immer wieder aufs "Bild"-Titelblatt, da Tiergeschichten für Ex-Chefredakteur Rudolf Michael der "unmittelbare Zugang zur Leser-Seele" waren, schreibt Springer-Archiv-Leiter Lars-Broder Keil. Rübezahl wird damals zum Maskottchen, die "Bild" sucht sogar nach einer Dackeldame für ihn. Auch heute noch freuen sich Mitarbeitende, wenn Kolleginnen ihre Hunde ins Büro bringen, so Keil.
axelspringer.com

RBB lässt Vorwürfe gegen Geschäftsleitung und Intendantin Patricia Schlesinger untersuchen.


Transparenz-Offensive: Der RBB reagiert auf die Berichterstattung von Business Insider und lässt die Vorwürfe des Springer-Portals gegen Intendantin Patricia Schlesinger und die Geschäftsleitung des Senders unabhängig prüfen. Die Aufgabe übernehmen die nicht weisungsgebundene Compliance-Beauftragte und die Revision des Senders sowie eine externe Anwaltskanzlei, teilt der RBB mit. Schlesinger nennt die Berichterstattung "eine Mischung aus Mutmaßungen, Unterstellungen und falschen Schlussfolgerungen" und ist überzeugt, mit der Untersuchung "die Vorwürfe dauerhaft zu entkräften". Außerdem prüft der RBB rechtliche Schritte gegen Business Insider. Das Portal hatte Schlesinger und Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf einen laxen Umgang mit Compliance-Regeln vorgeworfen.

Der Sender teilt mit, dass er sowohl die Vergabe von Berater-Verträgen als auch die Abrechnung eines dienstlichen Abendessens in der Privatwohnung von Schlesinger prüft. Außerdem gehe es um das Auftragsverhältnis zur Messe Berlin. Die Untersuchung werde "etwas Zeit in Anspruch nehmen, aber die werden wir uns nehmen, um Schaden vom RBB und vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk allgemein abzuwenden", sagt Schlesinger.

Die dpa berichtet zudem von einer Sondersitzung des RBB-Verwaltungsrats, die angesetzt sei. Zeitpunkt und Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung sind demnach nicht bekannt. (Foto: Holger Talinski für turi2)
rbb-online.de, meedia.de, turi2.de (Background)

Mitarbeit: Markus Trantow

Marina Owsjannikowa arbeitet nicht mehr für die “Welt”.

Kurzes Intermezzo: Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa ist ihren Posten bei der "Welt" schon nach drei Monaten wieder los, berichtet Medieninsider. Einer Sprecherin zufolge sei der Vertrag über eine freie Zusammenarbeit ausgelaufen. Die ukrainische NGO Vitsche schreibt unter Berufung auf interne Quellen, Owsjannikowa sei gefeuert worden.
medieninsider.com, instagram.com (Vitsche), turi2.de (Background)

Debatte: Der WDR hat ein “kompliziertes Verhältnis” zu Springer.

Schwieriges Springer: Der WDR stolpert bei seinem "Lieblingsfeind" erneut über die eigenen Füße, schreibt "taz"-Autor Steffen Grimberg über eine abgebrochene TV-Doku zu 70 Jahren "Bild". "Wenn der WDR etwas über 'Bild' mache, werde das bei Springer immer gleich politisch ausgelegt, heißt es in der Kölner Anstalt." Damit gehe sie sich allerdings selbst auf den Leim – zudem würde man "den 'Bild'-Brei oft heißer essen, als er gekocht wird".
taz.de

Funke erwägt nach Döpfner-Rücktritt Verbleib im BDZV.

Funke schließt den Verbleib im Verleger-Verband BDZV nach dem angekündigten Rückzug von Präsident Mathias Döpfner nun doch nicht mehr aus. Die Kündigung sei zwar schon vor einigen Wochen eingereicht worden, werde aber erst zum Jahresende wirksam, sagt ein Funke-Sprecher dem epd und ergänzt: "Alles Weitere wird man sehen und ist auch von den Fortschritten im Reformprozess abhängig." Funke hatte wegen des Umgangs mit Julian Reichelt Döpfners Rücktritt gefordert und den Austritt aus dem BDZV angekündigt.
epd.de (Paid), turi2.de (Background)

Nagelsmann-Freundin darf bei “Bild” nicht mehr über den FC Bayern berichten.

Bild entbindet Sport­reporterin Lena Wurzenberger mit sofortiger Wirkung von der Bericht­erstattung über den FC Bayern München. Grund: Sie ist die neue Freundin von Bayern-Trainer Julian Nagelsmann, mit dem sie derzeit im Kurz-Urlaub auf Ibiza weilt, wie "Bild" selbst berichtet. Wurzenberger habe Springer über die Beziehung in Kenntnis gesetzt. Worüber sie künftig berichtet, werde "zeitnah mit ihr besprochen".
dwdl.de, bild.de, sueddeutsche.de (Paid)