Meinung: Debatte um WDR und Nemi El-Hassan ist scheinheilig.

Antisemitismus-Vorwürfe: Die Diskussion um den WDR und Nemi El-Hassan ist scheinheilig, schreibt Hanno Hauenstein in der "Berliner Zeitung". Sie sei "Ausdruck einer inzwischen normalisierten deutschen Sehnsucht, die Deutungshoheit über Antisemitismus gegen Minderheiten in Anschlag zu bringen". Dabei spiele es keine Rolle mehr, "ob diese jüdisch, muslimisch oder links sind". Dem WDR wirft Hauenstein vor, der "Druckwelle von rechts" nachzugeben. Springer würde "unter dem Deckmantel eines Engagements gegen Antisemitismus eine Rhetorik der Spaltung" kaschieren.
berliner-zeitung.de, turi2.de (Background)

Springer bringt kostenlose “Bild”-Sonderausgabe über die Zukunft von Deutschland.

Gedruckte Glaskugel: Springer legt heute eine kostenlose Sonderausgabe von "Bild" den regulären Ausgaben bei und verteilt sie kostenlos in Metropolregionen – Thema ist die Zukunft Deutschlands. Das Blatt mit 5,5 Mio Auflage beschwört Erfindergeist und Ideen-Reichtum. Auf dem Titel fordert Biontech-Gründerin Özlem Türeci: "Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen." Investor Frank Thelen sagt: "Nichts schmeckt besser als ein künstliches Steak." Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und FDP machen in "Bild" einen "Innovations-Check". Laut Springer wollte Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock den Fragebogen nicht beantworten.
axelspringer.com

Springers “B.Z.” positioniert sich als “Die Stimme Berlins”.

B.Z. verkauft sich seit heute als "Die Stimme Berlins". Springers Hauptstadt-Boulevardblatt positioniert sich mit dem neuen Claim als das "journalistische Sprach­rohr" der Menschen in Berlin. Zur Kampagne gehören u.a. Plakate, Digital-Werbung und Radiospots, die "echte Berlinerinnen und Berliner mit ihren Geschichten zu Wort" kommen lassen.
bz-berlin.de

“Kick-off Politik”: Upday startet neuen Politik-Podcast mit der “Welt”.

Springers Upday startet am Montag seinen inzwischen fünften eigenproduzierten Podcast. In "Kick-off Politik – Das bringt der Tag" sollen "Welt"-Expertinnen werktags ab 6 Uhr die "brennendsten Fragen rund um ein aktuell relevantes politisches Thema" beantworten – in je zehn Minuten. Antonia Beckermann, Judith Mischke, Wim Orth, Lena Zimmermann und Sonja Gillert moderieren im Wechsel.
welt.de, open.spotify.com (2-Min-Trailer)

Zitat: Mathias Döpfner will Leserinnen nicht nur in ihrer Meinung bestätigen.

"Wir dürfen nicht nur schreiben, was unsere Abonnenten lesen wollen. Der Leser muss auch mal genervt die Zeitung zuklappen oder eben den Bildschirm ausschalten. Aber wenn er sich zwischendurch vor Freude in die Hände klatscht, ist das auch ganz schön."

Springer-Chef Mathias Döpfner schreibt in einem Chat mit "Welt"-Leserinnen, guter Journalismus sollte "nicht die eigenen Vorurteile bestätigen, sondern eher infrage stellen und herausfordern".
welt.de

“Bild”-Berichterstattung: Springer muss 30.000 Euro Entschädigung an Schauspielerin zahlen.

bildlogoSpringer muss 30.000 Euro Entschädigung an die österreichische Schauspielerin Julia Stemberger zahlen. 2018 hatte die "Bild" ihr im Rahmen der "Me-Too"-Berichterstattung eine zwei Jahrzehnte alte Affäre mit Regisseur Dieter Wedel angedichtet. Springer war gegen ein Urteil von November 2019 in Berufung gegangen, das Kammergericht Berlin gab der Darstellerin nun recht und spricht von einer "schweren Verletzung der Persönlichkeitsrechte". Vor drei Jahren hatte Stemberger bereits eine Gegendarstellung in der "Bild" durchgesetzt.
sueddeutsche.de (Paid)

“Diese Zeitung ist kein bisschen Verzicht”: Dagmar Rosenfeld stellt die neue 16-Seiten-“Welt” vor.


Neue "Welt"-Ordnung: Am 6. September legt Springer das erste Mal seine neue, um acht Seiten geschrumpfte Wochentags-"Welt" an den Kiosk – Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld erklärt im Podcast und zeigt im Video von turi2, wie die 16-Seiten-"Welt" künftig aussehen wird. "Diese Zeitung ist kein bisschen Verzicht", sagt sie. Das Gegenteil sei der Fall, "es geht nichts an Stoff, nichts an Inhalten verloren", die Zeitung sei künftig pointierter. Und eine zweite Neuigkeit teilt Rosenfeld im Interview: Die 2020 eingestellten Hamburg-Seiten der "Welt" kommen zurück. Jeden Freitag erscheinen im norddeutschen Raum vier zusätzliche Seiten mit regionalen Inhalten.

"Wir sind eben nordisch by nature", sagt Rosenfeld scherzhaft und berichtet, dass Sie viel Feedback aus Norddeutschland erhalten habe, dass die regionale "Welt" im Norden vermisst werde. Die reanimierten Seiten für Hamburg und Umgebung seien die Antwort darauf.

Die Zeitung, erklärt Rosenfeld, starte künftig mit den beiden wichtigsten News des Tages und einem Kommentar. Die Seiten 2 und 3 beschreibt sie als "Zeitung in der Zeitung" mit einem schnellen Überblick über die Top-Themen aus allen Ressorts. Zudem setzt die Seite 2 das Thema des Tages mit einem Kommentar, einem Interview oder einer Reportage. Herausgeber Stefan Aust bekommt eine eigene Rubrik, in der er täglich Fragen beantwortet – zunächst zur Bundestagswahl.

Mit dem Umbau will Rosenfeld die Zeitung an geänderte Lese-Gewohnheiten anpassen. Am Wochenende 11./12. September kommt auch zum ersten Mal die neue "Welt am Sonntag", die künftig eine Vorab-Ausgabe am Samstag erhält und am Sonntag aktualisiert erscheint.
turi2.tv (9-Min-Video), turi2.de/podcast (15-Min-Podcast), spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Meinung: Springer-Übernahme von Politico ergibt strategisch Sinn.

Springer investiert mit der Übernahme von Politico in einen Journalismus, der nicht von Werbeerlösen abhängig ist, sagt Medienwissenschaftler Bjørn von Rimscha gegenüber Meedia. Es gelte, aufwendige Recherchen an wenige teuer zu verkaufen. Auch Medienwissenschaftler Matthias Künzler sieht für Politico gute Expansionschancen und glaubt, Springer versuche, eine internationale Politik-Plattform aufzubauen.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Springer schafft ein Medienreich in den USA.

Springer schmiedet nach der Übernahme des US-Politik-Portals Politico heimlich ein Medienreich, schreibt Gregory Lipinski bei Meedia. Zusammen mit Protocol, Morning Brew und dem Business Insider würde ein "idealer Börsenkandidat für die Wall Street" entstehen. Das würde vor allem Großinvestor KKR freuen, der dann einen Teil seines investierten Kapitals zurückbekommen würde.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Meinung: Politico muss sich thematisch breiter aufstellen, um relevant zu bleiben.

Politico muss mehr in die Breite gehen, um auch in Zukunft relevant zu bleiben, schreibt der "Spiegel" und hinterfragt, ob die mehr als 1 Mrd Dollar, die Springer für "eine Handvoll Newsletter" gezahlt haben soll, gerechtfertigt sind. Zwar verdiene die Marke "richtig Geld mit ihren Newslettern", müsse in einem "absehbar weniger aufregenden Weißen Haus" aber auch Menschen erreichen, die keine Politik-Junkies sind.
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Größte Übernahme der Konzerngeschichte: Springer kauft US-Newsseite Politico.


Politisches Investment: Springer übernimmt die US-Newsseite Politico, eines der wichtigsten Medien im politischen Washington. Zum Deal von Springer mit Gründer und Publisher Robert Allbritton gehören auch die Tech-News-Tochter Protocol sowie der 50%-Anteil von Politico am gemeinsamen Joint-Venture Politico Europe. Bereits vergangene Woche hatte das "Wall Street Journal" über Verkaufsgespräche berichtet. Zum Übernahme-Preis sagen beide Seiten offiziell nichts. Springer-Boss Mathias Döpfner spricht im Interview mit dem "Handelsblatt" jedoch von der "größten Akquisition, die Springer in seiner Geschichte gemacht hat" – bisher war die größte Übernahme das französische Immobilien-Portal SeLoger mit einem kolportierten Preis von 630 Mio Euro. "WSJ"-Reporter Ben Mullin hört gar, Springer habe für Politico "mehr als 1 Mrd Dollar" gezahlt. Springer finanziert die Übernahme laut Döpfner "aus eigenen Mitteln".

Mit Politico im Boot kommt Springer seiner Vision näher, zum Global Player unter den Medienkonzernen aufzusteigen. "Die USA sind künftig der größte Wachstumsmotor für das publizistische Geschäft Axel Springers", sagt Döpfner im "Handelsblatt" und schwärmt: "Politico ist hochprofitabel, mit einer Marge von 30 %." Springer ist in den USA bereits mit den Medienmarken Insider und Business Insider sowie Morning Brew aktiv. Eine Zusammenlegung der Marken sei nicht geplant. Auch die Redaktionen von Politico in Washington in Brüssel sollen weiterhin unabhängig voneinander arbeiten.
axelspringer.com, handelsblatt.com (Paid), twitter.com/BenMullin

Bild TV erreicht zum Auftakt mehr als 1 Mio Zuschauerinnen.

Bild TV erreicht an seinem ersten Sendetag einen Höchstwert von 1 % Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Die meisten Menschen schalteten bei der "Kanzlernacht" um 20.15 Uhr ein, mit im Schnitt 110.000 Zuschauerinnen. Insgesamt erreichte der Sender etwa 1 Mio Menschen. Überschaubare Zahlen, aus dem Stand heraus aber gute Werte, schreibt Alexander Krei.
dwdl.de, new-business.de

Lese-Tipp: Mathias Döpfner gratuliert Henryk M. Broder zum 75. Geburtstag.

Lese-Tipp: Der Publizist Henryk M. Broder wird heute 75 Jahre alt. Zum Geburtstag gibt's von Springer-Chef Mathias Döpfner eine ausführliche Gratulation. Er würdigt ihn als Journalisten, der "nie Mainstream" war, aber "immer Ironiker" und "gelegentlich Polemiker" ist. "Broders Texte sind Stachel im trägen Fleisch des Juste Milieu", findet Döpfner und sieht ihn als einen "Tucholsky unserer Zeit", bezogen auf "das Antiautoritäre als Grundmotiv". Im P.S. schlägt er Broder fürs Bundesverdienstkreuz vor.
edition.welt.de (Paid)

“Horizont”: Sport1 und Media Impact bündeln ihre Sport-Umfelder.

Media Impact, Vermarkter von Springer, und Sport1 machen bei ihren Fußball-Umfeldern gemeinsame Sache. Die Unternehmen starten das sogenannte "Sport Powerhouse" und bündeln darin Werbeplätze in Print, TV, Online und Außenwerbung. Kunden können in einem Anlauf u.a. bei Sport1 – digital und im TV – bei Bild.de und in der "Bild am Sonntag" buchen. Pro Sportwochenende verspricht die Kombi mehr als 22 Mio Kontakte.
"Horizont" 33-34/2021, S. 6

Meinung: “Politico”-Kauf wäre ein wichtiges Signal für den Journalismus bei Springer.

Springer: Ein teilweiser oder kompletter Kauf der US-Politikzeitung "Politico" wäre ein "starkes Signal" für den Journalismus beim Konzern, schreibt Catrin Bialek im "Handelsblatt". Seit dem Einstieg von Großinvestor KKR 2020 hätten Kritikerinnen befürchtet, Springer würde den Journalismus mittelfristig aus den Augen verlieren. Springer-Töchter könnten u.a. davon profitieren, dass Politico "früher als manche andere Verlage innovative Wege in der News-Aufbereitung gegangen ist".
handelsblatt.com, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Kayhan Özgenc liebt Auto-Branche wegen der Machtkämpfe.

Hör-Tipp: "Ich liebe Machtkämpfe", sagt Kayhan Özgenc, Vize-Chefredakteur von Business Insider Deutschland, über seine Vorliebe für Themen der Automobil-Wirtschaft. Von Autos selbst habe er gar keine Ahnung. Im Springer-Podcast Journalisten-Club erzählt er von seinen Recherchen zum VW-Abhör-Skandal: "Das war wie eine Puzzlearbeit." Von einen Mittels­mann habe er einen einge­schweißten USB-Stick mit 50 Stunden Audio-Material bekommen und aus­gewertet. Der Fall beschäftigt ihn bis heute, sagt Özgenc, da noch viele Fragen offen sind. Er habe jedoch die Hoffnung, dass irgendwann "doch nochmal die Wahrheit rauskommt".
journalisten-club.podigee.io (32-Min-Audio)

“Wall Street Journal”: Springer in Übernahme-Gesprächen mit Politico.  

Springer will offenbar auch bei der US-Ausgabe von Politico einsteigen, meldet das "Wall Street Journal". Derzeit würden entsprechende Verhandlungen laufen, die auch eine Komplettübernahme nicht ausschließen. 2014 haben sich der Konzern und Politico bereits zusammengetan, um eine europäische Version des Politik-Blatts herauszubringen. Daran halten beide Unternehmen je 50 %.
wsj.com

Angriff auf “Anne Will”, Spott für RTL: Claus Strunz stellt das Programm von “Bild TV” vor.


Sticheln zum Sendestart: "Bild TV"-Chef Claus Strunz stellt im großen Interview bei Meedia das Programm von "Bild TV" zum Sendestart am 22. August vor und bringt den neuen Sender sowohl gegen die ARD als auch gegen RTL in Stellung. Zwar würden bei "Anne Will" am Sonntagabend live noch mehr Menschen zusehen als bei "Bild TV", Politikerinnen, die bei "Bild TV" aufträten, hätten aber die Chance auf 40 Mio Gesamtreichweite "auf all unseren Plattformen". Strunz glaubt, dass der TV-Ableger der "Bild" die Fernsehlandschaft bereits vor dem Start verändert hat. So versuche Peter Kloeppel mit "RTL Aktuell" um 16.45 Uhr ein bisschen so zu sein wie "Bild Live". "Mein Eindruck ist: RTL tut sich und seinen Zuschauern damit keinen Gefallen", urteilt Strunz.

Er kündigt zudem an, dass es von 23. August bis zur Bundestagswahl jeden Wochentagsabend den Politik-Talk "Viertel nach acht" geben wird. In der Sendung sollen "Politik-Experten, Top-Journalisten, Show-Stars" in wechselnden Runden ihre Gedanken zu Politik und Gesellschaft äußern – zum Ensemble gehören etwa Frank Thelen, Béla Anda und Patricia Riekel. "Erste große Werbepartner" sind Lidl und Otto.
meedia.de (Paid)

Business Insider Deutschland bekommt eine Paywall.

Zahlen, bitte: Business Insider Deutschland, News-Portal für Wirtschaft und Digitales von Springer, bittet Nutzerinnen für bestimmte Inhalte künftig zur Kasse. "Aufwändig recherchierte Hintergrundartikel und exklusive Interviews" gibt es ab heute nur noch für Abonnentinnen. Der Zugang kostet 9,99 Euro pro Monat, inkludiert sind zudem die Bezahl-Inhalte von Gründerszene, die seit mehr als einem Jahr unter dem BI-Dach arbeitet. Perspektivisch sollen deutsche Abonnentinnen mit dem Abo auch auf Inhalte der internationalen Ausgaben von Business Insider zugreifen können. Die Mutter-Seite in den USA ist bereits länger kostenpflichtig.

"Wir haben in den vergangenen Jahren erheblich in Qualität investiert. Seit 2019 hat sich die Größe unseres Redaktionsteams verdoppelt und unsere journalistische Vielfalt deutlich gesteigert", sagen die BI-Chefs Romanus Otte und Jakob Wais. Jetzt sei es an der Zeit, das Geschäftsmodell der gestiegenen Relevanz des Angebots anzupassen.
businessinsider.de

“Bild” sieht Ex-Verlagschefin Donata Hopfen als mögliche DFL-Chefin.

DFL: "Bild" wirft Donata Hopfen als Kandidatin für die Nachfolge von Liga-Chef Christian Seifert in den Ring, der sein Amt Ende Juni 2022 abgibt. Hopfen, ehemalige "Bild"-Verlagschefin und derzeit für den Investment-Arm der Boston Consulting Group tätig, liege "besonders gut im Rennen", hört "Bild". Sie gelte als "bestens vernetzt und durchsetzungsstark" und war bereits am Erwerb von Bundesliga-Rechten für "Bild" beteiligt.
bild.de

“Bild” begleitet Bundesliga mit neuer Show.

Bleibt am Ball: Die "Bild" startet ab der Bundesligasaison 2021/2022 eine neue Show. Kommentator Corni Küpper und Moderatorin Valentina Maceri präsentieren darin jeweils freitags, samstags und sonntags 30 Minuten nach Abpfiff ausgewählte Szenen der Spiele. Die Sendung dauert 15 Minuten und ist für Bildplus-Abonnentinnen verfügbar. Zusätzlich gibt es abrufbare 5-Min-Zusammenfassungen der Spiele für Abonnentinnen von "Bild" und "Welt".
bild.de

Meinung: Moritz Tschermak zerpflückt den “Wut-Kommentar” von Julian Reichelt.

Realitätsfern: Journalist Moritz Tschermak (Foto) bezieht beim Bildblog Stellung zum Corona-"Wut-Kommentar" von Bild-Chefredakteur Julian Reichelt. Darin prangert Reichelt an, dass der Staat Querdenker-Demos verbiete, andere Versammlungen jedoch nicht. Reichelts Texte könne man "auf Querdenker-Plakate drucken", schreibt Tschermak. Er kritisiert, dass Reichelt an "keiner Stelle" die Begründung des Gerichts für die Verbote nennt und Reichelt gleich "mehrere Teile der Realität" ausblende, "damit sein Weltbild passt".
bildblog.de. bild.de (Kommentar Reichelt)

Springer startet eine zentrale Audio-Einheit.


Radio Springer: Springer will bis 2025 zum führenden Medienunternehmen für Audio-Journalismus im deutschsprachigen Raum aufsteigen. Dafür gründet der Verlag eine zentrale Audio-Einheit, die alle nicht-redaktionellen und nicht-vermarktungsbezogenen Aufgaben verantwortet, teilt Springer in einer Audio-Pressemeldung mit. Beim diesem "Team Audio" setzt der Verlag auf Kolleginnen aus dem Kreise von der "Bild" und "Welt" und engagiert Christoph Falke, Max Franke, Kristin Lissner, Johannes Theilmann und Serdar Deniz. Langfristig sollen alle Artikel in Audioform verfügbar sein und auf Springers Digital-Plattformen präsenter erscheinen. Media Impact übernimmt die Vermarktung der neuen und bereits bestehenden Formate.

Dabei gehe es nicht nur um das reine Vorlesen von Print-Artikeln, sondern darum, wichtige Themen als "Flagship-Audioformate" zu inszenieren. "Audio wird Teil unseres journalistischen Kerns", sagt Claudius Senst, CEO von "Bild" und "Welt".
axelspringer.com (PDF zur Ankündigung), dwdl.de, meedia.de, soundcloud.com (4-Min-Pressemitteilung)

Meinung: “FAZ”-Chef Thomas Lindner wundert nicht über “Welt am Sonntag” am Samstag.

Samstag vs. Sonntag: "FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner stichelt im "Horizont"-Interview gegen Springers späte Entscheidung, die "Welt am Sonntag" auf den Samstag vorzuziehen – wie auch die "FAS". Die gedruckte Wochentags-"Welt" spiele "publizistisch kaum noch eine Rolle", sagt er. Es sei daher "keine Überraschung", dass Springer ihnen auf den Samstag folge. "Im Gegenteil, es wundert uns eher, dass diese Entscheidung so lange gebraucht hat", sagt Lindner.
horizont.net (Paid)

Springer tritt Großteil seines Osteuropa-Geschäfts an Ringier ab.

Fast-Schlussstrich: Axel Springer verkauft den Großteil seiner Anteile aus dem Osteuropa-Joint-Venture mit Ringier an den Schweizer Verlag. Springer zieht sich damit aus der Slowakei, Ungarn, Serbien, Estland, Lettland und Litauen zurück und behält nur die Anteile in Polen. Springer begründet die Entscheidung damit, sich beim Investitionsschwerpunkt im Segment News Media auf Deutschland, USA und Polen zu konzentrieren.
derstandard.de, meedia.de

Springer impft Bürgerinnen vor dem Berliner Verlagsgebäude.

Druckraum: Springer impft Bürgerinnen in einem Zelt vor dem Berliner Verlagsgebäude "solange der Vorrat reicht". Das Zelt steht schon seit Mai parat, geimpft wurden aber bislang vor allem Springer-Mitarbeiterinnen sowie Angestellte anderer Unternehmen. Impfwillige können entweder einen Termin vereinbaren oder spontan montags bis samstags von 14 bis 17 Uhr vorbeikommen.
bild.de

Hör-Tipp: Carli Underberg und Niko Glasmacher feiern “Bild”-Bundesliga-Rechte.

Hör-Tipp: Bei "Bild" "bringt es Bock", dass nicht nur für eine Plattform gearbeitet wird, sondern alle davon profitieren, sagt Niko Glasmacher (Foto), Managing Director Sports der "Bild". Die Bundesliga-Rechte seien eine "Traumkonstallation" und machten "Bild" zur ersten wirklichen 360-Grad-Marke, betont er gemeinsam mit "Bild"-Vize-Chefredakteur Sport Carli Underberg im "Sports Maniac Podcast".
sportsmaniac.de

Gregory Lipinski prognostiziert intensiveren Kampf zwischen “Welt am Sonntag” und “FAS”.

Berlin vs. Frankfurt: Die "Welt am Sonntag" intensiviert mit ihrem neuen Konzept den Kampf mit der "FAS", urteilt Gregory Lipinski bei Meedia. Die Frankfurter liefern ihr Sonntagsblatt aus Kostengründen nur noch am Samstag, die Berliner trumpften mit Aktualität auf, da der eigene Vertriebs-Apparat Samstag und Sonntag liefert. Auch in der Vermarktung, besonders von Luxus-Gütern, könne die "WamS"-Konkurrenz der "FAS" Probleme bereiten.
meedia.de

Nele Würzbach wechselt von Bild Live zum TV-Sender Welt.

Springt rüber: Nele Würzbach, bisher Moderatorin von Bild Live, wechselt konzernintern zum Nachrichten­sender Welt. Schon heute bestreitet sie für ihren Alt-Arbeitgeber den letzten Tag, wann sie bei Welt erstmals moderiert ist noch offen. Vergangene Woche hatte sie überraschend erklärt, "vor einiger Zeit" bei Bild Live gekündigt zu haben.
dwdl.de, turi2.de (Background)

Bremer Innensenator wirft “Bild” zu euphorische Berichterstattung über Sportwetten vor.

Gegen Wetten wettern: Der Bremer Innen­senator Ulrich Mäurer wirft "Bild" vor, "penetrant und positiv" über Sport­wetten zu berichten. In einem Brief an den Presse­rat, der dem ARD-Hauptstadt­studio vorliegt, beklagt Mäurer die "besorgnis­erregende, da gezielt verharm­losende" Bericht­erstattung der Zeitung. Besondere stört ihn, dass Springer unter der Marke BildBet selbst Sportwetten anbietet und somit "von wirtschaftlichen Interessen geleitet" werde.

Dem wider­spricht in der ARD ein Springer-Sprecher: "Bild" berichte "ausgesprochen verantwortungs­voll" über Sport­wetten, die Marken­kooperation sei "ganz klar und sichtbar getrennt vom redaktionellen Angebot". Der Presserat wird sich im September mit der Beschwerde befassen, Mäurer will das Thema bei der nächsten Innen­minister­konferenz ansprechen.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Springer macht die “Welt” werktags dünner und streicht die Samstags-Ausgabe.


Schlanke Woche, dickes Ende: Springer dünnt bis Herbst die Wochentags-Ausgabe der "Welt" auf 16 Seiten aus und streicht die Ausgabe am Samstag. Als Ersatz erscheint eine "Früh­ausgabe" der "Welt am Sonntag", die Springer als "Zeitung von Morgen" anpreist. Als "Sparmaßnahmen" will der Konzern die Reform nicht verstanden wissen, die geschehe, "ohne an journalistischer Substanz zu verlieren". Der Abo-Preis für die Wochentags-Ausgabe sinkt auf 34,99 Euro, im Einzelverkauf kostet die "Welt" künftig 2 Euro statt aktuell 2,80 Euro. Damit macht sich die Print-"Welt" wohl auf den Weg von der Tages- zur Wochen­ausgabe.

Die reguläre "Welt am Sonntag" erscheint auch künftig erst sonntags. "WamS"-Chef­redakteur Johannes Boie sagt, "das Haupt­produkt der Zeitung" wird "am Samstag ein zweites Mal er- oder mindestens überarbeitet". Damit solle die Sonntagsausgabe noch aktueller werden. "Welt"-Chef­redakteur Ulf Poschardt sieht in der als Mission "5+2" titulierten Reform eine Anpassung an "veränderte Print-Lesegewohnheiten".
axelspringer.com, kress.de, meedia.de

“Financial Times”-Journalist Jamil Anderlini wird Chefredakteur von Politico Europe.

Politico Europe macht Jamil Anderlini zum Chef­redakteur. Er übernimmt im Herbst die Leitung des Joint-Ventures von Springer und Politico. Anderlini kommt von der "Financial Times", wo er derzeit die Berichterstattung aus Asien verantwortet. Er folgt bei Politico Europe auf Gründungs­redakteur John Harris, der nach dem plötzlichen Tod von Chef­redakteur Stephen Brown im März 2021 die Leitung übernommen hat.
axelspringer.com

TV-Moderatorin Nele Würzbach verlässt “Bild”.

Bild Live und Moderatorin Nele Würzbach gehen getrennte Wege. Die Tochter von Chef­redakteurin Alexandra Würzbach kündigt bei Instagram an, dass sie nach sieben Jahren bei "Bild" bereits "vor einiger Zeit" gekündigt hat. Sie freue sich auf "neue Herausforderungen und neue Wege", habe aber "noch keinen anderen Plan". Wie lange sie noch auf Sendung ist, sagt Würzbach nicht, sei aber "noch ein bisschen hier".
instagram.com via twitter.com/antonrainer, dwdl.de

Springer-Chef Mathias Döpfner verteidigt Abdruck von Orbán-Anzeige in “Bild”.


Viktors Verteidiger: Springer-Chef Mathias Döpfner (Foto) rechtfertigt die Veröffentlichung der umstrittenen Anzeige des ungarischen Regierungs­chefs Viktor Orbán in "Bild", berichtet Marvin Schade bei Medieninsider. In einer digitalen Mitarbeiter­versammlung sagt Döpfner, eine Ablehnung "nur weil wir die vermittelte Nachricht nicht mögen" würde im Gegenzug bedeuten, "dass jede andere Anzeige redaktionelle Unterstützung erfährt. Das wäre katastrophal". Redaktionelle Haltung und kommerzielle Kommunikation müssten "total abgegrenzt" bleiben: "Wenn wir das aufgeben, würden wir etwas zusammenbringen, das nicht zusammen gehört", führt der Springer-Boss aus. Den Vorschlag eines Mitarbeiters, die Einnahmen aus der Orbán-Anzeige an eine LGBTQI+-Organisation zu spenden, lehnt Döpfner daher auch ab.

Döpfners Credo: Wenn die Absender verboten sind oder die Anzeigen gegen Gesetze verstoßen, veröffentliche Springer eine Anzeige nicht. "Alles dazwischen müssen wir veröffentlichen – ob aus der Türkei, Russland, Ungarn oder woher auch immer", sagt Döpfner. Auf die Frage, ob "Bild" die Anzeige auch gedruckt hätte, hätte Orbán Israel das Existenzrecht abgesprochen, sagt Döpfner klar: "Nein, das würden wir definitiv nicht", schränkt jedoch ein: "Würde er aber sagen, dass die Siedlungspolitik Israels eine Bedrohung des Weltfriedens wäre oder aggressiv konkrete Aktionen verurteilen würde, würden wir dies natürlich veröffentlichen." Das Existenzrecht Israels ist eines von fünf Essentials, für die Springer eintritt.
medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

Viktor Orban schaltet ganzseitige, europakritische Anzeige in “Bild”.

Viktors Visionen: Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán schaltet eine ganzseitige Anzeige in der "Bild" mit sieben, zum Teil eindeutig rechten "Vorschlägen" "über die Zukunft der Europäischen Union". Er wirft der EU vor, "ein europäisches Imperium" errichten zu wollen und fordert die Gemeinschaft auf, die Zielsetzung "der immer engeren Einheit" zu streichen. Orbán will "die europäischen Menschen" vor Migration und Pandemien schützen und lehnt das EU-Parlament als "Sackgasse" ab. Außerdem fordert er die Aufnahme Serbiens in die Union.
"Bild" S. 9 (Paid)

“Bild am Sonntag” zeigt falschen Täter von Würzburg – und bittet um Entschuldigung.

Bild am Sonntag räumt ein, einen falschen Mann als "Messer-Killer" von Würzburg auf der Titelseite gedruckt zu haben. In einem Artikel nennt das Blatt die Veröffentlichung "einen schweren Fehler" und bittet "um Verzeihung", rechtfertigt sich aber auch. Es habe "nach gründlichster Recherche keine vernünftigen Zweifel daran" gegeben, dass es sich bei dem abgebildeten Mann um den Beschuldigten handelt. Marvin Schade von Medieninsider kritisiert via Twitter, dass die "Bild"-Chefredaktion den Artikel nicht unterzeichnet und die Entschuldigung auf der Online-Startseite nur schwer, auf dem Print-Titel gar nicht zu finden ist.
bild.de, twitter.com (Marvin Schade), turi2.de (Background)

WDR und “Bild” streiten über Kampagnen-Vorwurf in der Causa Baerbock.

Welche Kampagne? "Bild" wehrt sich gegen den Vorwurf, im Rahmen der Debatte um Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock eine Kampagne gegen die Grünen-Spitzenkandidatin zu fahren. Der Kampagnen-Vorwurf kommt u.a. vom WDR-Journalisten Philipp Menn, der ein Muster zu erkennen glaubt: Auf den Vorwurf des österreichischen Medienwissenschaftlers und Bloggers Stefan Weber seien "CDU-Influencer" aufgesprungen, anschließend seien die Blätter des Springer-Konzerns gefolgt. "Bild" führt an, dass auch andere Medien von "Spiegel" bis "Tagesschau" über die Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock berichten. Dem WDR-Korrespondenten Menn wirft das Blatt seinerseits vor, für die Grünen Partei zu ergreifen und für deren Wahl zu werben.
bild.de, wdr.de

Zitat: Moritz Tschermak freut sich über Korrekturen in “Bild”.

"Wir machen uns nicht die Illusion, dass wir den Springer-Verlag komplett umkrempeln werden."

Moritz Tschermak freut sich im Interview mit HR-Info darüber, dass "Bild" auf Initiative seines Bildblogs immerhin Korrekturen vornehmen musste. Fake News zu verbreiten, würde er der Boulevard-Zeitung eher nicht vorwerfen. Er kritisiert "unsaubere Recherche oder einseitige Darstellung".
hr-inforadio.de (mit 27-Min-Audio)

Mathias Döpfner verteidigt Boulevard-Journalismus gegen Kritik von Thomas Düffert.

Leistungsschutzrecht: Mathias Döpfner will bei der Verteilung der künftigen Gebühren nicht zwischen Boulevard- und Qualitäts-Journalismus unterscheiden, sagt der Springer-Chef im Interview mit Lars Haider und Hannah Suppa beim Kongress BeBeta. Damit widerspricht er auch Madsack-Chef Thomas Düffert, der von Corint Media fordert, für Gesellschaft und Demokratie wertvolleren Journalismus zu fördern. Der Idee gegenüber, die Gebühren nicht nur nach Reichweite zu verteilen, sondern die Zahl von Bezahl-Abos oder der Mitarbeitenden einzubeziehen, zeigt er sich offen.
youtube.com (24-Min-Video), turi2.de (Background Düffert)

“Belohnung von Voyeurismus und Clickbaiting”: Madsack-Chef kritisiert LSR-Verwerter Corint Media.

Klicks vs. Qualität: Madsack-Chef Thomas Düffert nimmt sich in seinem Auftakt-Vortrag zum Digital-Kongress BeBeta Clickbaiting und Sensations-Journalismus vor. Er kritisiert die Verwertungsgesellschaft Corint Media, die Gebühren aus dem Leistungsschutzrecht verteilt: "Wenn 98 % der Erlöse nach Klicks, nach Visits verteilt werden sollen, belohnen wir Clickbait." Das LSR sei aber geschaffen worden, um einen Journalismus zu unterstützen, der zum Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft beiträgt. Er stellt Recherche-Leistungen von regionalen Tageszeitungen den Sensations-Schlagzeilen von "Bild", Ippen und anderen, die sich für keinen Cliffhanger zu schade sind, gegenüber. Düffert appelliert an die Corint-Chefs Christoph Schwennicke und Markus Runde, an die Gesellschafter sowie an den Springer-Verlag, der bei der Verteilung der Gelder ein gewichtiges Wort mitspreche, weniger auf Klicks und mehr auf Qualität zu achten.
youtube.com (20-Min-Vortrag im Konferenz-Mitschnitt)

Axel Springer startet den Podcast “Journalisten-Club”.

Springer startet den Podcast Journalisten-Club, der sich mit den "spannendsten, bewegendsten und skurrilsten" Recherchen aus dem eigenen Haus beschäftigt. Das neue Audio-Format erscheint monatlich überall wo es Podcasts gibt, Moderatorin ist Julia Sommerfeld. In der ersten Folge berichtet "Welt"-Investigativreporterin Tina Kaiser über "Die Todesanzeige des Corona-Leugners".
axelspringer.com (34-Min-Podcast)

“Bild” bringt Sonderausgabe zum Thema Zuversicht heraus.

Bild bringt heute eine Sonderausgabe zum Thema Zuversicht heraus, um die "Rückkehr in die Normalität" nach der Corona-Pandemie zu feiern. Zu Wort kommen u.a. Politikerinnen wie Manuela Schwesig, Markus Söder und Armin Laschet, Franz Beckenbauer gibt seine Einschätzung zur Fußball-EM ab. Die Ausgabe hat eine Auflagenhöhe von 3 Mio Exemplaren, über 2 Mio werden kostenlos verteilt.
per Mail

Springer knackt Marke von 1 Mio Digital-Abos.

Knapp drüber: Die Zahl der Digital-Abos der Springer-Publikationen klettert im Mai erstmals in siebenstellige Dimensionen. Von den insgesamt 1.006.800 zahlenden Online-Konsumentinnen gehen allein 540.177 auf das Konto von Bild Plus, weitere 157.230 gehören zur "Welt". Springers Bezahl-Angebote wachsen im zweistelligen Prozentbereich, Insider und die Marken von Ringier Axel Springer sogar dreistellig.
axelspringer.com, dwdl.de

Bild.de, Welt.de und Techbook bauen NetID auf ihren Websites ein.

Springer integriert NetID Professional auf den Websites von Bild, Welt und Techbook. Nutzerinnen können eine Website mit ihrer NetID zu verknüpfen und so ihre Privatsphäre-Einstellungen zentral verwalten. Werbung­treibende und Publisher können geräte­übergreifend und datenschutz­konform personalisierte Werbung und Inhalte ausspielen. Noch nicht integriert ist die Möglichkeit, sich mit einen Account bei verschiedenen Webseiten anzumelden.
horizont.net (Paid)