“Bild” zeigt die Bayern-Spiele bei der Klub-WM kostenfrei.

bildlogoBild will als Fußball-Sender punkten. Das Springer-Medium zeigt auf seiner Website kostenlos die Spiele des FC Bayern München bei der umstrittenen Klub-WM in Katar. Die Bayern treten erstmals am 8. Februar im Halbfinale an. Auch das Finale oder Spiel um Platz 3 zeigt "Bild" später. Als Kommentator reaktiviert "Bild" Marcel Reif, der für "Bild" bereits als Experte wirkt. Er kommentiert gemeinsam mit Matthias Brügelmann. Als Experte analysiert Mehmet Scholl die Spiele.
axelspringer.de

Klick-Tipp: Journalistenschüler*innen zeigen den alltäglichen Antisemitismus.

Klick-Tipp: Mit dem Projekt Jeder Vierte wollen 17 Schüler*innen der Axel Springer Akademie auf Antisemitismus in Deutschland hinweisen. Das Projekt zeigt nachgestellte Videos mit alltäglichen Situationen und ordnet sie in Interviews nachträglich ein. Der Name des Projekts bezieht sich auf eine Studie des World Jewish Congress, wonach jede*r vierte Deutsche antisemitisch denkt.
jedervierte.com

“Welt” setzt in Sachen Podcast “Alles auf Aktien”.

Welt startet den täglichen Börsen-Podcast Alles auf Aktien. Von Montag bis Freitag informieren Moritz Seyffarth und Holger Zschäpitz morgens um 7 Uhr in zehn Minuten über die wichtigsten Wirtschafts­themen des Tages. Weitere Podcast sind geplant, im Super-Wahl-Jahr 2021 mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und Politik, dazu Audio-Reportagen und ein Geschichts-Podcast.
axelspringer.com

“Bild” veröffentlicht im Print keine Rügen des Presserates.

Bild veröffentlicht seit rund eineinhalb Jahren in der gedruckten Zeitung keine Informationen mehr zu von Presserat erteilten Rügen, schreibt Kritiker Stefan Niggemeier. Eigentlich hat sich Springer allerdings dazu verpflichtet, sie zeitnah zu veröffentlichen. Online publiziert die "Bild" Hinweise unter den Artikel im Archiv. Auch Stellungnahmen unterlässt die "Bild" zum Teil, schreibt Niggemeier.
uebermedien.de

Springer legt “Bild”, “Welt und “B.Z.” zurück in den Digitalkiosk Readly.

Springer macht seine Tageszeitungen "Bild", "Welt und "B.Z." wieder im Digitalkiosk Readly verfügbar. Der Verlag hatte die Titel im August 2019 nach einem Test wieder aus der Lese-Flatrate entfernt. Auf Readly wurden 2020 nach Firmenangaben 99 Mio digitale Ausgaben gelesen, 40 % mehr als 2019.
news.cision.com, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

“Wiwo”: Staatsanwaltschaft wollte “Business Insider”-Redaktion durchsuchen.

VW-Abhöraffäre: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat einen Durchsuchungsbeschluss für die Business-Insider-Redaktionsräume erwirkt, meldet die "Wirtschaftswoche". Es geht um Audio-Aufnahmen, die ein VW-Mitarbeiter heimlich während einer internen Sitzung im Konzern mitgeschnitten hatte. Business Insider berichtete anschließend über deren Inhalte. Zu einer Durchsuchung ist es laut "Wiwo" allerdings nicht gekommen, die BI-Redakteur*innen hätten die Mittschnitte freiwillig herausgegeben.
wiwo.de, turi2.de (Background)

Springer stellt Vermarktungsdach ASAM neu auf.

Axel Springer All Media, Springers Vermarktungs-Dachorganisation, macht Mehmet Inan zum Chief Marketing Officer, er kommt von Schweizer Privatsender 3+. Stefan Mölling steigt bei Media Impact vom Managing Director zum Chief Sales Officer auf. Peter Ludwig Müller, bisher Leiter der Regionalvermarktung, verlässt Springer "auf eigenen Wunsch". Die Sales-Leitung übernimmt Felix Becker, bisher Anzeigenleiter der "Bild am Sonntag", das Regional-Marketing verantwortet Irina Hugo.
axelspringer.com

“Kress”: Springer erwartet 2024 rote Zahlen im Printgeschäft.

Springer rechnet im nationalen Printgeschäft schon 2024 mit roten Zahlen, berichtet "Kress" und beruft sich auf ein Gutachten des Wirtschaftsprüfers EY. Das Papier greift auf Springers interne Prognosen für Umsatz und Ergebnis bis 2024 zurück. Beim Vorsteuer­ergebnis rechnet Springer im deutschen Print­geschäft 2022 noch mit einer schwarzen Null, 2024 dann mit einem Minus von 29 Mio Euro. Beim Umsatz erwartet Springer einen Rückgang von 798 Mio Euro im Jahr 2019 auf 520 Mio Euro 2024. Für das nationale Digital­geschäft sagen die internen Prognosen einen Erlös von 658 Mio Euro voraus, über 50 % mehr als 2020. Umstritten ist, wie in welcher Höhe Gemeinkosten eingerechnet werden, etwa bei "Bild", wo eine Redaktion Print und Digital zugleich bespielt.
kress.de

turi2 edition #13: Gabor Steingart über Politik und Populismus.


Canale grande: Gabor Steingart will in Berlin der wichtigste Kanal für Politikberichterstattung werden. Der große Welterklärer und Selbstdarsteller spricht in der turi2 edition #13 mit Peter Turi über Populismus, peinlichen Journalismus und Steingarts Platz in der Welt. Sie können das Buch hier als kostenloses E-Paper lesen oder gedruckt bestellen.
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Jan-Eric Peters wird Geschäftsführer der “NZZ” in Deutschland.


Neue Zürcher Zielsetzung: Die "NZZ" baut ihr Team in Deutschland aus und beruft Jan-Eric Peters (Foto, rechts) zum Geschäftsführer der "NZZ" in Deutschland. Felix Graf, Chef der NZZ-Mediengruppe sagt, dies sei der "nächste Schritt", nachdem das Deutschland-Geschäft bisher aus Zürich gesteuert wurde: "Durch gezielte Investitionen und die Verstärkung des Teams in Deutschland wollen wir diese Entwicklung weiter vorantreiben." Peters wirkte zuletzt bei Springer, wo er unter anderem Chef der News-App Upday war und zuvor lange Chefredakteur der "Welt"-Gruppe. Mitte 2019 ging Peters in ein Sabbatical und kehrte anschließend nicht zu Springer zurück.

Mit Marc Felix Serrao (Foto, links) bekommt die deutsche "NZZ" zudem einen eigenen Chefredakteur. Serrao war seit Juli 2017 Leiter des Berlin-Büros der Zeitung. In Ulrich Machold lotst Peters zudem einen alten Bekannten von Springer zur "NZZ". Machold wird Produktleiter bei der "NZZ" in Deutschland. Er war über zehn Jahre für Digitalprodukte bei Springer verantwortlich. (Foto: NZZ / Martin Lengemann)
nzzmediengruppe.ch, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

“Bild” startet neue tägliche Kolumne von Alexander von Schönburg.

Neues Jahr, neuer Auftrag: "Bild"-Textchef Alexander von Schönburg schreibt ab sofort in einer täglichen Kolumne über "Gelesenes". Da er "ziemlich querbeet" lese, "vom Ex-SED-Organ 'Neues Deutschland' bis zur AfD-nahen 'Junge Freiheit'", sei mit Inhalten zu rechnen, über die man stolpere. Er habe nicht vor "taktlose Dinge zu schreiben", aber es sei möglich, dass er "Dinge zitiere, die verstörend sind."
bild.de

Welt schafft Rekord-Reichweite im TV und online.


Quoten-Rekord: TV-Sender Welt und sein Timeshift-Sender N24 Doku erreichen 2020 einen Marktanteil von 1,7 % bei den 14- bis 49-Jährigen. Der Anstieg um 0,4 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich bedeutet die höchsten Quoten der Sendergeschichte. Gleiches gilt für den Gesamtmarktanteil, der um 0,2 Prozentpunkte auf 1,3 % steigt. Seit März sendet Welt nicht mehr nur von 6 bis 13 Uhr, sondern bis 20 Uhr Live-Nachrichten.

Meistgesehener TV-Inhalt mit 1,23 Mio Zuschauer*innen war die Fernsehansprache von Angela Merkel am 22. März, in der sie den ersten Corona-Lockdown ankündigte. Den stärksten Marktanteil mit 3,8 % erreichte Welt am 4. November mit seiner Berichterstattung zur US-Wahl. Auf YouTube erreicht der Sender mit über 485 Mio Klicks mehr als dreimal so viele Abrufe wie 2019. Besonders stark waren auch hier die Monate März und November mit 55 und 53 Mio Abrufen.
presseportal.de

“Business Insider” legt eine gedruckte Beilage in die “Welt”.

Business Insider geht in Druck: In der Silvester-Ausgabe der "Welt" erscheint erstmals eine "Insider"-Beilage zum Thema New Work. Auf 12 Seiten druckt das Blatt unter anderem ein Interview mit Telefónica-Personalchefin Nicole Gerhardt und liefert Artikel zu Coworking-Spaces, neuen Arbeitszeitmodellen und dem Umgang von Führungskräften mit veränderten Arbeitsbedingungen in Corona-Zeiten.
businessinsider.de, welt.de (Paid)

“Bild” ruft in einer Corona-Weihnachtsbotschaft zur Versöhnung auf.

bildlogoBild schaltet zum Fest den Krawall-Modus ab und ruft in einer Corona-Weihnachts­botschaft dazu auf, "dass das Virus nicht das Gute schwächt und das Schlechte stärkt". Menschen sollten einander "nicht als gefährliche Virenschleudern" betrachten und wertschätzen, was die Wissenschaft bewirken kann. Auch Menschen mit "anderer Meinung" hätten ein "Anrecht, die bestmögliche medizinische Behandlung zu erhalten".
bild.de

Regina Quast beendet nach 65 Jahren ihre Tätigkeit bei Springer.

Springer sagt seiner dienstältesten Mitarbeiterin Regina Quast, 82, Adieu, sie verlässt das Unternehmen nach 65 Jahren und gibt die Leitung Stabsabteilung Personal leitende Angestellte ab. Florian Klages, 39, Head of Global People & Culture, übernimmt sie. Springer-Boss Mathias Döpfner nennt Quast "eine Institution" und die "personifizierte Kontinuität".
axelspringer.de, turi2.de (Background)

Entwickler und Producer sprechen über Arbeiten an “Bild”-Doku.

bildlogoBild-Doku: Bei den Dreharbeiten mussten sich Serien-Entwickler Jochen Köstler und Producer Jan Klophaus an drei Bedingungen halten, sagen die beiden im "Planet Interview". Mitarbeiter*innen hatten ein Veto bei Persönlichkeitsrechten, es galt, Quellen zu schützen und keine Lügen zu erzählen. Klophaus zeigt Springer-Empathie: "Man hat es bei der 'Bild' nicht mit Monstern zu tun, sondern mit ernst zu nehmenden Journalisten." Zum Vorwurf der fehlenden Distanz sagt Köstler: "Bei so einem Langzeit-Blick hinter die Kulissen besteht natürlich die Gefahr, dass es zu unkritisch wird."
planet-interview.de

Kommentar von Springer-Chef Döpfner kritisiert indirekt die “Bild”-Linie.

Kürze mit Würze: Mathias Döpfner setzt mit seinem knappen Kommentar in der "Bild" eine Spitze gegen die Linie des Blattes, beobachtet Georg Streiter. Döpfner schreibt: "Die Politik kann gegen Seuchen wie Corona wenig tun. Deswegen sind generelle Schuldzuweisungen an Politiker Quatsch." Die "Bild" hatte erst wenige Tage zuvor in einem Kommentar die Corona-Politik hart kritisiert. Streiter freut sich: "Im milliardenschweren Springer-Chef schlägt immer noch ein Journalisten-Herz."
georgstreiter.de, bild.de (Döpfner-Kommentar), bild.de ("Bild"-Kommentar)

Springer sortiert Zuständigkeiten im Vorstand um.


Sprunghaft: Springer strukturiert seinen Vorstand in den Bereichen News Media und Classifieds Media neu. Stephanie Caspar, 47, bisher u.a. für News Media National verantwortlich, leitet ab Januar 2021 das Classifieds-Media-Geschäft, zu dem etwa die Jobportale der StepStone Gruppe gehören. Diese übernimmt Caspar von Jan Bayer, 50, der künftig zusätzlich zu News Media International mit Marken wie Insider oder Upday auch das nationale Mediengeschäft mit "Bild" und "Welt", das bis 2019 schon in seinen Händen lag, sowie das Vergleichsportal Idealo verantwortet.

Die Nachricht, dass Caspar nicht mehr für sie zuständig ist, "dürfte in den Redaktionen von Bild und Welt ein positives Echo auslösen", schreibt Ulrike Simon bei "Horizont". Die Managerin habe aus Sicht der Journalist*innen "nicht immer" den richtigen Ton getroffen.
axelspringer.com, horizont.net, youtube.com (Botschaft Mathias Döpfner, 1-Min-Video), turi2.de/koepfe (Profil Caspar)

Mitarbeit: Elisabeth Neuhaus

Springer will Mehrheit an der Groupe La Centrale and Providence Equity verkaufen.

Wechsel auf die Rückbank: Springer verhandelt mit dem Investor Providence Equity Partners über einen Verkauf der Mehrheit an der französischen Groupe La Centrale, die in Frankreich Portale für Auto-Kleinanzeigen betreibt. Springer will als Minderheitsgesellschafter an Bord bleiben, sich bei Rubrikengeschäften aber stärker auf die Sektoren Jobs und Immobilien fokussieren.
axelspringer.de

Springer investiert in die Audio-Agentur Wake Word.

Springer investiert im nicht näher bezifferten Ausmaß in die Audio-Agentur Wake Word. Wake Word hat u.a. Volkswagen und Sony als Agentur-Kunden und produziert zudem Podcasts, z.B. Precious Exile mit Friedrich Liechtenstein für die ProSiebenSat1-Tochter FYEO und 11 Leben – Die Welt von Uli Hoeneß für das Bertelsmann-Portal Audio Now. Die Gründer Sven Rühlicke und Ruben Schulze-Fröhlich führen die Firma weiter als eigenständiges Unternehmen, künftig innerhalb des Audio-Portfolios von Springer.
axelspringer.com

Springer übernimmt Mehrheit am Außenwerbe-Startup Framen.

Springer übernimmt die Mehrheit am Außenwerbe-Startup Framen. Die Firma spielt adressierbare, kontextuelle Werbung auf mehr als 3.500 Screens Displays etwa in Fitness-Studios oder Einkaufs­zentren aus. Springers Media Impact steigt in die Vermarktung ein. Geplant ist, nicht nur Werbung zu zeigen, sondern auch Inhalte von Springer-Medien, z.B. Bundesliga-Highlights.
axelspringer.com, horizont.net (Paid)

Springer stellt Jugendportal “Noizz” ein.

Das war's: Springer dreht seinem Jugendportal Noizz zum 30. Dezember den Saft ab. Der Verlag begründet den Schritt u.a. mit der fehlenden wirtschaftlichen Perspektive des Portals. Die junge Zielgruppe solle in Zukunft noch stärker an die Kernmarke Bild gebunden werden und über die Angebote der Books-Seiten erreicht werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Verlag aus.
noizz.de, medieninsider.com (Paid)

Mathias Döpfner im OMR-Podcast: “Axel Springer ist mein Leben.”

Mathias Döpfner
Lebensentscheidung: "Mein Schicksal ist 1:1 mit dem Wohlergehen dieses Unternehmens verbunden", sagt Springer-Chef Mathias Döpfner im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Zwar wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, "dass ich hier noch lange alles gegeben hätte", der Kauf von weiteren Springer-Anteilen und die Schenkung eines großes Aktienpakets durch Friede Springer in diesem Jahr habe jedoch die Entscheidung verfestigt: "Axel Springer ist mein Leben und wird mein Leben bleiben." Somit war 2020 für Döpfner "persönlich das Jahr der größtmöglichen Veränderung". Einen "dreistelligen Mio-Betrag" an Schulden habe er für den Kauf aufnehmen müssen, sagt Döpfner, der Prozess zog sich über mehrere Monate: "Das geht nicht in drei Wochen."

Der Abschied von der Börse und die neue Struktur mit zwei großen Aktionärsgruppen - KKR auf der einen Seite, Döpfner und Friede Springer auf der anderen - sei "eine tolle Entwicklung im Sinne von Stabilität und Klarheit". Beide begegnen sich "auf Augenhöhe und entscheiden die Dinge gemeinsam", sagt Döpfner. Statt auf Bilanz-Zahlen ziele die Strategie nun auf Wachstum, etwa durch antizyklische Investitionen in Business Insider oder Bild Live. "Das sind alles Dinge, die hätten wir früher an der Börse nie gemacht. Das hätten wir uns gar nicht getraut, vorzuschlagen."

Durch die Corona-Krise habe die Produktivität bei Springer "nicht gelitten, sondern eher zugenommen", sagt Döpfner. Mit Umstellung auf die Arbeit im Home-Office habe er sich zur "extremen Vereinfachung" entschieden: Statt bisher mit Desktop-Rechner, Laptop, Tablet und zwei Handys arbeitet er heute nur noch mit seinem Smartphone. Bei Videokonferenzen läuft er auch schon mal mit dem Smartphone durch den Garten, sagt er, und nutzt "die Mobilität im radikalsten Sinne". Gleichzeitig wertschätze er persönliche Gespräche heute viel mehr als früher.

Die Krise sieht Döpfner als "Innovationsbeschleuniger". Bereiche und Marken im Unternehmen, die früher nebeneinander, teilweise sogar gegeneinander gearbeitet hätten, arbeiten plötzlich zusammen. Neue Ideen würden "mit ganz neuer Geschwindigkeit" ausprobiert. Eine "sehr positive Entwicklung, von der ich mir wünsche, dass sie bleibt", sagt Döpfner. Außerdem erzählt er im OMR-Podcast u.a. von der Inspiration, die Elon Musk ihm gibt, von seinem Nebenjob als Non-Exectutive Director im Board von Netflix, was "viel mehr Spaß macht als in deutschen Aufsichtsräten", und seiner Sorge um die Medienvielfalt durch die Übermacht weniger "Super-Plattformen".
omr.podigee.io (77-Min-Audio)

Marion Horn wird Partnerin bei der Kommunikationsberatung Kekst CNC.

Bye bye, Boulevard: Marion Horn, bis Ende 2019 Chefredakteurin der "Bild am Sonntag", steigt als Partnerin bei der Kommunikationsberatung Kekst CNC ein, schreibt Ulrike Simon. In der zu Publicis gehörenden Firma soll Horn von Berlin aus insbesondere für Storytelling und Medientraining aktiv sein.
horizont.net (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Mit Marion Horn verabschiedet sich “BamS” von Dramen und Krawall auf dem Titel. (11/2015)

Claus Strunz wird Teil der “Bild”-Chefredaktion, soll Bild Live pushen.


Was erlauben Strunz? Springer beruft Claus Strunz in die Chefredaktion der "Bild". Dort soll er künftig die redaktionelle Live- und Videostrategie verantworten, jedoch an Julian Reichelt als obersten Chef berichten. Strunz ist bei Springer bereits Geschäftsführer für TV und Video und Programmgeschäftsführer der TV-Produktionsfirma Maz & More, die das Sat.1-Frühstücksfernsehen verantwortet. Mit der Berufung von Strunz soll Bild Live näher an andere Bewegtbild-Angebote des Verlags rücken. So will Springer künftig bei "Bild" und "Welt" auf gemeinsame Technik setzen. Der TV-Nachrichtensender Welt soll stärker auf Live-Berichterstattung ausgerichtet werden und ab dem Frühjahr 2021 aus neuen Studios im Springer-Neubau senden.

Erneut betont Springer, es werde 2021 über 22 Mio Euro in Bild Live investieren und 70 neue Mitarbeiter*innen für das Angebot einstellen. Zuletzt gab es Kontroversen, nachdem Kai-Hinrich Renner in der "Berliner Zeitung" geschrieben hatte, Springer wolle kein weiteres Geld nachschießen, weil es mit den bisherigen Erfolgen nicht zufrieden sei. Die Berichterstattung hat die "Berliner Zeitung" inzwischen im Wesentlichen zurückgenommen. (Foto: N. Kubelka / Imago Images)
axelspringer.com, turi2.de (Springer-Investitionen), turi2.de (Korrektur "Berliner Zeitung")

Lese-Tipp: Elon Musk hat seine etablierten Mitbewerber als arrogant wahrgenommen.

Lese-Tipp: Elon Musk sagt im langen Interview mit Mathias Döpfner in der "Welt am Sonntag", dass seine Konkurrenten ihm gegenüber früher "ziemlich arrogant" aufgetreten sind. Die Ablehnung der etablierten Unternehmen sei für seine Mitarbeiter*innen aber "wirklich eine große Motivation" gewesen. Mittlerweile würde Tesla jedoch ernstgenommen. Seinen komplettem Reichtum will Musk in Aktien von Tesla und SpaceX halten: "Wenn Tesla und SpaceX bankrott gehen, gehe auch ich persönlich bankrott. Zu hundert Prozent."
"Welt am Sonntag" (Paid)

Hör-Tipp: Matthias Prinz erinnert an seinen Vater Günter Prinz.

Hör-Tipp: Der früheren "Bild"-Chefredakteur Günter Prinz hatte eine "sehr präzise, farbige, beschreibende Sprache", erinnert sich Sohn Matthias Prinz im "Abendblatt"-Podcast "Geliebt & Unvergessen". Er sei ein guter Teamführer gewesen, "weil er nie etwas von anderen verlangte, was er nicht selbst gemacht hätte". Als eine seiner schönsten Kindheitserinnerungen nennt Matthias Prinz, wie er oft eingeschlafen sei, während sein Vater an seinem Bett saß und auf der Schreibmaschine Serien geschrieben habe.
abendblatt.de (20-Min-Audio), turi2.de (Background)

Mathias Döpfner kritisiert im “FAZ”-Interview die deutschen Pläne zum Urheberrecht.

Mathias Döpfner
Will Google ein Snippet schlagen: Springer-Vorstand Mathias Döpfner kritisiert im "FAZ"-Interview mit Michael Hanfeld die Regierungspläne zur nationalen Umsetzung des EU-Leistungsschutzrechtes scharf und sieht sie sogar als europarechtswidrig an. Döpfner sagt: "Der Vorschlag des Justizministeriums ist absurd. Bis zu tausend Zeichen, kurze Bild- und Tonsequenzen sollen erlaubnisfrei genutzt werden dürfen." Damit werde die Intention der EU-Richtlinie ins Gegenteil verkehrt: "Daraus wird ein Plattform-Schutzgesetz und nicht eines, das faire Wettbewerbsbedingungen etabliert und die Vielfalt der Verlagswelt erhält." Die Presse sieht er aktuell an einer "Weggabelung". Döpfner sagt: "Glanz und Elend liegen dicht beieinander." Die Verlage seien durch die Dominanz der Plattformen aus den USA und neuerdings auch China in der Existenz gefährdet: "Ihr analoges Geschäft bricht in beschleunigtem Tempo weg, das digitale wird ihnen von vornherein weggenommen."

Googles Vorstoß, gegen Lizenzen Verlagsinhalte uneingeschränkt zu nutzen, bezeichnet Döpfner als aus Sicht der Plattformen "extrem clever": "Sie erhöhen die Abhängigkeit der Verlage. Und sie entwerten mit ihrem vergleichsweise geringen finanziellen Angebot das Leistungsschutzrecht der Presseverlage und zerstören damit den Markt für privatwirtschaftlich finanzierten unabhängigen Journalismus, bevor das neue EU-Urheberrecht in Kraft tritt."
"FAZ", S. 16 (Paid), turi2.de (Background)

Springer twittert von 22 Mio Euro Investition in Bild Live.


Reichelt reichts: Springer investiert laut einem Tweet 22 Mio Euro in Bild Live, "insbesondere in die Einstellung 70 weiterer Mitarbeiter für Bild Live sowie den Ausbau des Programms. Damit beginne "eine Investitionsoffensive in Bewegtbild bei 'Bild'". Zuvor schrieb Kai-Hinrich Renner in seiner aktuellen Kolumne in der "Berliner Zeitung", Springer verweigere "Bild TV" zusätzliche Gelder wegen geringer Reichweite.

Julian Reichelt bezeichnet den Artikel in einen internen Nachricht an das Team als "komplett frei erfunden" und "Desinformation", schreibt Medieninsider. Was in den vergangenen Monaten erreicht wurde, "erzeugt Neid und Missgunst". Zahlen, die den von ihm beschriebenen Erfolg von Bild Live untermauern, liefere Reichelt nicht. Springer geht nun anwaltlich gegen Renner und die "geschäftsschädigenden Behauptungen" in der "Berliner Zeitung" vor. Renner hält mit einem weiteren Artikel gegen: Springers Tweet wirke nur auf den ersten Blick wie ein Dementi. Die Frage sei, woher die 22 Mio Euro kommen. Laut Renner handelt es sich dabei "ganz offenbar um jene längst bewilligte Summe, die 'Bild'-Chefredakteur Reichelt im Herbst 2019 für das Projekt versprochen hatte", oder um das Ergebnis von Umschichtungen.

Zuletzt hat "Bild" zwei fixe Sendeplätze ihres Bewegtbildprogramms gestrichen: die Sendungen um 9 und 12 Uhr. Springer begründete den Schritt mit mehr Flexibilität und dem Fokus auf die Sendung um 18 Uhr. Bei Breaking News soll "Bild TV" trotzdem senden.
twitter.com, berliner-zeitung.de (Renners Replik), dwdl.de, medieninsider.com (Paid), turi2.de (Background)

Renner: Springer verweigert “Bild TV” zusätzliche Gelder.


Schaut in die Röhre: Bild Live enttäuscht die Springer-Führung mit schwachem Zuschauerzuspruch und muss deshalb ohne zusätzliche Finanzspritzen auskommen, schreibt Kai-Hinrich Renner. Der Springer-Aufsichtsrat habe den Plänen von Vorständin Stephanie Caspar und "Bild"-Chef Julian Reichelt widersprochen, weitere 20 Mio Euro in das Bewegtbild-Angebot zu investieren. Das Angebot muss sich somit aus "Bild"-internen Mitteln finanzieren. Reichelt hätte mit dem zusätzlichen Geld aber fest gerechnet. Renner schreibt, es sei "folglich nur logisch", die Einstellung der festen Sendezeiten um 9 und 12 Uhr als direkte Reaktion auf die Entscheidung des Aufsichtsrats zu werten. Intern bemängelt Springer vor allem die geringe Reichweite. Die Sondersendung zur US-Wahl habe im Schnitt nur 11.166 Zuschauer*innen erreicht. Sonstige Livesendungen schneiden noch schwächer ab, kommen auf nur 1.000 bis 3.000 Zuschauer*innen.

Die Verleihung des Axel-Springer-Awards an Tesla-Chef Elon Musk zog sogar nur 260 Menschen an. Springer widerspricht großen Teilen der Darstellung. Renner schreibt, ein Konzernsprecher bezeichne die Informationen zur Aufsichtsratssitzung als "Spekulationen", die "jeder Grundlage" entbehren. Der Sprecher gehe davon aus, dass die "Berliner Zeitung" sie "nicht zum Gegenstand einer Berichterstattung" mache. Außerdem verweist der Konzern im Hinblick auf die Berichterstattung zur US-Wahl auf die Zahl von 1,2 Mio Live Views über alle Plattformen hinweg, die ein Erfolg seien. (Foto: Jörg Schüler / Imago Images)
berliner-zeitung.de (Paid)

Update 4. Dezember, 16 Uhr: Springer geht inzwischen juristisch gegen den Text der "Berliner Zeitung" vor. Laut Anwaltsschreiben sind Teile des Textes von Kai-Hinrich Renner "unwahr". Demnach sind die Investitionen in Bild Live u.a. nicht bei einer Aufsichtsrats-, sondern in einer Vorstandssitzung verhandelt worden. Zudem seien inzwischen 22 Mio Euro Investitionen in das TV-Projekt des Boulevardblatts beschlossen.

Journalist*innen fehlt der Mut zu Meinungen abseits vom Mainstream, kritisiert Ulf Poschardt.


Keine Angst vorm Shitstorm: "Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt bedauert im "Journalist"-Interview, dass seine Zeitung eine der letzten Bastionen des "freiheitlich-liberalen Denkens" sei, während die meisten anderen Medien "in ihrer moralischen Blase gefangen" seien. Journalist*innen haben Poschardts Meinung nach zu viel Angst vor Shitstorms und trauen sich deshalb zu selten, Sichtweisen abseits des Mainstreams zu vertreten. Er sieht ein "Klima von Angst und Unsicherheit in einigen Redaktionen". Die "Welt" will laut Poschardt schnell und mit Substanz "in Debatten eingreifen". Die "durchschaubaren Wirkungsmechanismen" von Twitter mache er sich regelmäßig zunutze. Kalkulierte Provokation sieht er darin nicht.

Für differenzierte Debatten wünscht er sich "den humanistisch kleinsten Nenner" mit Argumenten und ohne Denunziationen. Dass Kolumnist Don Alphonso, dessen Texte besonders Identitären und Rechten gut gefallen, nur an Scharfmacherei interessiert ist, will Poschardt so nicht stehen lassen. Bei der "Welt" gebe es daneben etwa eine Menge Kommentare mit "klarer Haltung" zur AfD.
"Journalist" 12/2020, S. 20-28 (Paid)

Aus dem turi2.tv-Archiv (03/2020): Wie geht’s der Freiheit, Ulf Poschardt?

Meinung: Cornelius Pollmer unterzieht Bild Live einer “mitfühlenden Beobachtung”.

Bild Live: Wer den ganzen Tag auf Bild.de verbringt, "dem rauscht am Ende der Kopf wegen all der Redundanz", beobachtet Cornelius Pollmer. Immer mehr Bewegtbild kreise hauptsächlich "effektvoll um einen Nachrichtenwert von manchmal nur zwei, drei Sätzen". Breaking-News-Sendungen liefen u.a., "wenn es etwas gibt, das bei 'Bild' für eine Lage gehalten wird".
sueddeutsche.de (Paid)

“Alfons”: “BamS” launcht neues Food-Magazin.

Bild am Sonntag liegt übermorgen erstmals das Food-Magazin "Alfons" von und mit Starkoch Alfons Schuhbeck bei. Das Heft erreicht dadurch laut Springer eine Auflage von rund 680.000. In der ersten Ausgabe liegt der Fokus auf weihnachtlichen Rezepten. Chefredakteurinnen sind die Schwestern Violet Kiani und Wäis Kiani. Im Frühjahr 2021 soll "Alfons" zum zweiten Mal erscheinen.
axelspringer.com, clap-club.de

Lipinski: Springer bereitet sich auf “größere Übernahmen” vor.

Springer muss aufgrund der Corona-Krise von Januar bis September ein Umsatzminus von 6,4 % auf 2,12 Mrd Euro einstecken. Der Gewinn sinkt um 11 % auf 391 Mio Euro. Der Konzern sei “hungrig” zu wachsen, sagt Mathias Döpfner auf der virtuellen Hauptversammlung. Damit rechtfertigt der Vorstandschef auch den geplanten Squeeze-out der Minderheitsaktionäre. Für Branchenkenner sei das ein Signal, dass Springer “größere Übernahmen” plane, schreibt Gregory Lipinski.
de.reuters.com, meedia.de

Lese-Tipp: Die “Wirtschaftswoche” beleuchtet Mobbing als “Karrieremacher”.

Lese-Tipp: Die "Wirtschaftswoche" beleuchtet Mobbing als "Karrieremacher" und bemüht dafür u.a. das Beispiel Mathias Döpfner. Der Springer-Chef wurde im Sportunterricht immer als letzter in die Mannschaft gewählt, weil er schon in jungen Jahren außergewöhnlich groß war. Genützt könnte es ihm nicht nur laut Psychologen haben. Seine Einschätzung: "Ich habe gelesen, dass beruflicher Erfolg die Konsequenz von Zurückweisung in der Kindheit ist".
"Wirtschaftswoche" 48/2020, S. 96 (Paid)

VDZ startet Kampagne für journalistische Umfelder.

VDZ startet eine Gattungskampagne für Werbung in Publikums­zeitschriften und deren Digital-Ablegern. Springer, Burda, Condé Nast und Delius Klasing sowie Funke, Jalag, Klambt und die Motor Presse Stuttgart sind mit zwölf Medien-Marken dabei. Die Kampagne unter dem Motto Darum Markenmedien will das Vertrauen der Leser*innen in journalistische Inhalte betonen.
vdz.de, wuv.de, horizont.net (Paid)

Ulf Poschardt kritisiert Klima-Themenwoche der ARD als “Ökolobby”-Arbeit.

"Welt"-Chef Ulf Poschardt teilt wieder aus – diesmal gegen die ARD. Er wirft ihr vor, in ihrer Klima-Themenwoche "abgeschmackte Ökolobby-Laubsägearbeit" und unkritischen Journalismus zu betreiben. Die Parteilichkeit zerstöre "nahezu jede Glaubwürdigkeit". Poschardt befürwortet, dass die CDU (wohlgemerkt auch die AfD) in Sachsen-Anhalt eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags ablehnt. Dieses "leise Signal des Widerstands" müsse "dringend stärker werden".
welt.de (Paid), turi2.de (Background)