Klick-Tipp: Bayerische Staatsbibliothek archiviert die ersten 250.000 “stern”-Bilder.

Klick-Tipp: Die ersten 250.000 Bilder aus dem Archiv des "stern" können jetzt auf der Website der Bayerischen Staats­bibliothek eingesehen werden. Die Aufnahmen entstanden zwischen 1972 und 2001 und zeigen beispielsweise Porträts von Willy Brandt und Günter Grass sowie Bilder aus dem Balkan­krieg. Insgesamt umfasst das Archiv rund 15 Mio Fotos, Dias, Negative und Abzüge, die nach und nach archiviert werden sollen.
stern-fotoarchiv.de, stern.de

RTL und “stern” stellen den Podcast “heute wichtig” ein.

Heute wichtig, morgen unwichtig: RTL und "stern" sagen dem Morgen-Podcast heute wichtig gute Nacht und beenden das Format zum 1. März. Laut einer RTL-Sprecherin soll der tägliche Podcast mit Michel Abdollahi neuen Audio-Formaten Platz machen, um andere Ziel­gruppen anzusprechen. Der von der Audio Alliance produzierte Podcast war im April 2021 gestartet. Er liefert seitdem werk­täglich die wichtigsten Nachrichten des Tages und dazu in der Regel pro Ausgabe ein vertiefendes Interview. In Breaking-News-Lagen, wie etwa zu Beginn des Ukraine-Krieges, hatte die Redaktion den Podcast vormittags noch aktualisiert.

Über die Abruf­zahlen des Podcasts sagt die Sprecherin bei DWDL nichts. Klar ist, dass "stern" und RTL mit dem Projekt in der ersten Liga der Morgen-Podcasts mitspielen und etwa dem "Pioneer Briefing" von Gabor Steingart und "Apokalypse und Filterkaffee" von Micky Beisenherz Konkurrenz machen wollten. Es steht zu vermuten, dass "heute wichtig" diesem Anspruch nicht gerecht werden konnte. Mit der laufenden Analyse der G+J-Titel habe die Entscheidung nichts zu tun, sagt die RTL-Sprecherin. (Foto: Georg Wendt / dpa / Picture Alliance)
dwdl.de, turi2.de (Background)

IVW 4/2022: Fast alle RTL-Magazine verbuchen massiven Auflagen-Rückgang.

Prozente im Aus­verkauf: Während RTL darüber nachdenkt, die ehemaligen Magazin von Gruner + Jahr zu verkaufen, gehen die Auflagen der Titel teils massiv nach unten. Laut IVW 4/2022 sinkt die harte Auflage beim "stern" im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 %. Bei "Brigitte" sind es 14,5 %, bei "Geo" 17 %, "Gala" verliert 7,6 %. "Capital" hält sich mit einem Minus von 3,6 % noch am besten. Der IVW-Gewinner unter den Zeit­schriften ist der "Spiegel" mit einem Auflagen-Plus von 1,4 %. Betrachtet man allerdings nur Abo und Einzel­verkauf, sinkt auch beim Nachrichten-Magazin die Auflage um 0,2 %.
dwdl.de

Nur die “taz” unterschreibt Vielfalts-Selbstverpflichtung von Pro Quote.

Keine Zeit für Vielfalt? Die Initiative Pro Quote Medien besucht die Chef­redaktionen deutscher Leit­medien und bringt eine Selbst­verpflichtung zur Förderung von Frauen und Diversität mit – lediglich die "taz" unter­schreibt den Vertrag. "Bild", "Welt" und "Focus" hatten keine Zeit für ein Treffen. "Stern", "Zeit", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" zeigen Bemühungen und Fort­schritte, wollten sich an die Forderung von Pro Quote, u.a. 50 % Frauen mit diversen Hinter­gründen in allen Führungs­ebenen, aber nicht binden. "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sehe keinen besonderen Förder-Bedarf.
mailchi.mp/pro-quote, turi2.de (Background Kaube)

“stern” erzählt in Wissenschafts-Podcast die Biontech-Geschichte.

Erfolgs­geschichte: Der "stern" startet den Podcast Eine neue Medizin – die Biontech-Story. Die Wissenschafts-Dokumentation in Zusammenarbeit mit One Pod Wonder und RTL+ erzählt in sieben Folgen, wie dem bis dahin unbekannten Mainzer Unternehmen Biontech die Entwicklung des Corona-Impfstoffs gelungen ist. Die ersten vier Folgen gibt es ab heute, ab 22. Dezember dann alle Folgen in der RTL+ Musik-App und auf allen gängigen Podcast-Platt­formen.
stern.de

Olaf Scholz kommentiert im “stern” Fotos seines ersten Jahres im Amt.

Olafs Fotoalbum: Der "stern" zieht mit Olaf Scholz Bilanz seines erstens Jahrs im Amt – mit 16 Fotos, die der Bundeskanzler kommentiert. Darunter ist ein Bild vom Treffen mit Wladimir Putin im Februar "an diesem irre langen Tisch". Er habe Putin damals gefragt: "Kann es passieren, wenn ich abfliege, dass hinter mir die russischen Kampf­flieger Richtung Ukraine aufsteigen?" Putin habe darauf nicht mit "Nein" geantwortet, erinnert sich Scholz.
stern.de (€), presseportal.de (Vorabmeldung)

Henri-Nannen-Preis heißt auch 2023 “stern”-Preis.

Bleibt dabei: Auch 2023 wird der Henri-Nannen-Preis unter "stern"-Preis verliehen. Das Institut für Zeit­geschichte in München untersuche die Jahre des "stern" nach der Gründung durch Henri Nannen. Ob die Ergebnisse eine Auswirkung auf den Namen des Preises haben "lässt sich heute noch nicht abschätzen", sagt Chef­redakteur Gregor Peter Schmitz. Das Funk-Format Strg_F hatte eine Debatte um Nannes NS-Vergangenheit in Gang gebracht.
stern.de, turi2.de (Background)

Publizist und Sprachpapst Wolf Schneider, 97, ist tot.


Wolf Schneider, 97, ist tot. Der bekannte Journalist und Sprach­kritiker ist in der Nacht zum Freitag in Starnberg bei München gestorben, teilt seine Familie mit. Schneider leitete viele Jahre lang die Henri-Nannen-Schule in Hamburg, war Verlags­leiter beim "Stern", Chef­redakteur der "Welt", Korrespondent bei AP und "Süddeutscher Zeitung" und moderierte neun Jahre lang die "NDR Talk Show". Er war außerdem bekannt als "deutscher Sprach­papst", schrieb u.a. den Bestseller "Deutsch für Profis" und bezeichnete die Rechtschreib­reform als "so überflüssig wie ein bayrischer Kropf". Sein letztes Buch "Denkt endlich an die Enkel!", ein ökologisches Manifest, erschien 2019.

Im Nannen-Lehrgang von "Spiegel"-Redakteur Ansbert Kneip hätten Schneider viele "für ein Scheusal" gehalten, wegen seiner "konservativen Weltsicht und seinem Selbstbewusstsein". Und doch: "Schneider mochte uns", anders als die meisten Lehrer, sagt Kneip. "Schneider war die denkbar schärfste Antithese noch zum geringsten Hauch von Waldorfschule", schreibt der frühere "Geo"-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede im "stern". Er werde sich "mit Hochachtung und Dankbarkeit" an diesen "spannenden Menschen" erinnern. Im Nachruf in der "Süddeutschen" berichtet Detlef Esslinger, Schneider habe sogar seine eigene Adresse redigiert. Er habe ein "herrliches" Leben geführt, bis auf die letzten Wochen: Im Oktober ist sein Sohn Curt Schneider, Rätselautor beim "SZ-Magazin", im Alter von 62 Jahren beim Bergsteigen tödlich verunglückt. (Foto: gbrci / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
sueddeutsche.de, spiegel.de (€), stern.de

“stern” schleicht sich in Nazi-Telegram-Gruppe von Attila Hildmann ein.

Paid Hate Content: Der "stern" hat sich in eine kostenpflichtige Nazi-Gruppe unter der Leitung von Verschwörungskoch Attila Hildmann bei Telegram eingeschlichen. In der privaten Gruppe mit rund 200 Mitgliedern werde Hitler verherrlicht und gegen Juden gehetzt. Hildmann sehe sich offenbar als Nachfolger Hitlers. Der von Interpol Gesuchte steuere die Gruppe aus einem Versteck in der Türkei.
stern.de (€), presseportal.de

Basta: Attila Hildmann könnte doch ausgeliefert werden.

Pass­ungenau: Der wegen Volks­verhetzung gesuchte Schwurbel-Koch Attila Hildmann kann wohl doch von der Türkei an Deutschland ausgeliefert werden. Wie der "stern" berichtet, besitze Hildmann doch nicht die türkische Staats­bürgerschaft, wie noch vor einem Jahr von der Staats­anwaltschaft behauptet. Da hatten die Ermittlungs­behörden wohl Tomaten auf den Augen – und Hildmann kocht vor Wut.
stern.de, turi2.de (Background)

Zitat: “stern”-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz zweifelt nicht an Henri Nannens Lebensleistung.

"Glorifizieren sollten wir Henri Nannen nicht. Ich glaube aber, dass seine Lebensleistung nicht komplett von seiner Zeit als Propagandasoldat ausgelöscht wird."

"stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz sagt im Interview mit der "FAZ", er halte Nannens Verdienste für "unbestreitbar" und sei selbst "wegen jemandem wie ihm" Journalist geworden.
"FAZ", S. 13 (€), turi2.de (Background)

“Lass das Material sprechen.” – Malte Herwig über “Faking Hitler”.


Fake it till you make it: Journalist Malte Herwig hat mit seinem Podcast über einen der größten Presseskandale Deutschlands selbst Pressegeschichte geschrieben. Faking Hitler erzählt anhand von Original-Tonaufnahmen, wie der “stern” 1983 auf die gefälschten Hitler-Tagebücher hereingefallen ist. Im Interview von Eva Casper erzählt Herwig, wie der Podcast entstanden ist und erklärt, dass der Erfolg ihn selbst überrascht hat. Außerdem erklärt er, warum er es besser findet, ein Anfänger zu sein als ein Profi. Seine Tipps für einen guten Storytelling-Podcast: Mikrofontechnik lernen, sich als Interviewer zurücknehmen und Stille aushalten, “auch wenn es peinlich wird”. Weiterlesen >>>

“stern”, “Gala” und “Geo” erscheinen mit Sonderheften zum Tod der Queen.

Royale Bericht­erstattung: Die Magazine "stern", "Gala" und "Geo" veröffentlichen zum Tod von Queen Elisabeth II. Sonder­hefte. Der "stern" gibt in der Ausgabe vom 17. September Einblicke in das Leben der Monarchin, "Gala" präsentiert ab dem 15. September eine Bild­strecke mit ihren schönsten Momenten und "Geo" behandelt den Einfluss der Queen auf Groß­britanniens welt­politische Bedeutung und die britische Gesellschaft.
per Mail

Mein Podcast-Tipp: Frank Behrendt über “Heute Wichtig”.


Positiv bleiben: Frank Behrendt, freier Senior Advisor bei Serviceplan, hört gerne Heute Wichtig von Michel Abdollahi. Behrendt schätzt die viele Hintergründe und tollen Gesprächen zu unter­schiedlichsten Themen sowie die “Lebensfreude, Klarheit und Dankbarkeit” in dem Format. Zur aktuellen Winnetou-Debatte rät Behrendt, in den Podcast Winnetou ist kein Apache vom MDR reinzuhören. Weiterlesen >>>

“stern” baut Chefredaktion um, Vize-Chefredakteurin Stefanie Hellge geht.

Sternen­wanderung: Der "stern" macht Giuseppe Di Grazia (Foto) zum neuen Vize-Chefredakteur. Er folgt auf Stefanie Hellge, die nach 16 Jahren bei Gruner + Jahr "auf eigenen Wunsch" geht. Cornelia Fuchs wird ebenfalls Mitglied der Chefredaktion mit Fokus auf den Ausbau des digitalen Abo-Modells. Neue Aufgaben erhalten auch Julia Prosinger und Helen Bömelburg: Prosinger wird neue Text­chefin des "stern", Bömelburg neue Leiterin des Ressorts "Gesellschaft". Der "stern" hatte erst vergangenes Jahr seine Redaktions­struktur verändert und über 30 Leitungs­positionen neu besetzt.
media.rtl.com, turi2.de (Background)

Korrektur: In einer früheren Version der Meldung hieß es, dass "stern"-Chef­redakteur Gregor Peter Schmitz nun auch Chef­redakteur Primetime bei RTL News werde. Diese Funktion hat er allerdings schon seit seiner Berufung inne. Wir haben den Hinweis entsprechend entfernt.

“stern”: Scholz trifft im Fall Cum-Ex wider­sprüchliche Aussagen.

Paradox: Bundes­kanzler Olaf Scholz hat in der Cum-Ex-Affäre vor Parlaments­ausschüssen wider­sprüchliche Aussagen gemacht, berichtet der "stern" in seiner morgigen Ausgabe und beruft sich auf eine vertrauliche Sitzung des Bundestags­finanz­ausschusses im Juli 2020. Es ist das erste Mal, dass aus dem als geheim eingestuften Protokoll zitiert wird. Demnach habe sich Scholz damals noch an ein Treffen mit dem Aufsichts­rat der Hamburger Warburg-Bank, Christian Olearius, erinnern können, im September jedoch stritt der damalige Bundes­finanz­minister jegliche Erinnerung an die Treffen ab. Zuvor war aus Tagebuch-Einträgen von Olearius bekannt geworden, dass Scholz den Banker dreimal getroffen hatte. Für den Artikel hat "stern" gemeinsam mit NDR und "Manager Magazin" E-Mails, Vermerke und Protokolle zum Fall Warburg ausgewertet.
stern.de (Paid), turi2.de (Background)

Zahl des Tages: Der “stern” verkauft dank seines Schröder-Interviews 93.000 Hefte.

Zahl des Tages: Rund 93.000 "stern"-Exemplare verkauft Gruner + Jahr vergangenen Donnerstag im Einzelhandel dank des viel beachteten Interviews mit Gerhard Schröder von Gregor Peter Schmitz und Nikolaus Blome. Das seien 16,3 % mehr verkaufte Hefte als bisher im Schnitt in diesem Jahr. Zuletzt habe sich der "stern" im September 2021 besser verkauft.
per Mail, turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung”: Nannen-Aufklärung soll auch die Bildsprache des “stern” analysieren.

Neues von Nannen: Die von Bertelsmann beauftragte Aufarbeitung der "stern"-Geschichte soll auch die Bildsprache des Magazins ab 1948 analysieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Geklärt werden soll u.a. die Frage, ob und wie "Topoi, Klischees, Charakterisierungen, Perspektiven, die schon im Nationalsozialismus zur Repräsentation von Personen und Kulturen in Bildern und Texten genutzt wurden, auch nach 1945 wieder auftauchen".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Debatte: Schröder-Interview mit dem “stern” ist “ein Coup für Kriegstreiber Putin”.

Kreml-Sprecher: Altkanzler Gerhard Schröder entlarvt sich im jüngsten "stern"-Interview als "verlängerter Arm der Kreml-Propaganda", schreibt "Bild"-Redakteur Filipp Piatov. Schröder übernehme "die Kreml-Rhetorik ungefiltert" und versuche "mit aller Macht, einen Keil zwischen Kanzler Olaf Scholz und die deutsche Bevölkerung zu treiben". Für Putin sei das Interview daher ein "Triumph". Schröder sagt u.a., es gebe "keine politische Ansage des Kreml, den Gasfluss zu drosseln". Dies sei "ein technisches und bürokratisches Problem" auf "beiden Seiten". Piatov wirft dem "stern" zudem zu unkritische Fragen vor, das Interview sei "zahnlos" gewesen.
bild.de, bild.de ("stern"-Kritik), turi2.de (Background)

Bertelsmann lässt die Geschichte des “stern” aufarbeiten.

Sternkunde: Bertelsmann beauftragt das Institut für Zeitgeschichte in München damit, die Geschichte des "stern" aufzuarbeiten. Konkret geht es um die Zeit der Gründung durch Henri Nannen im Jahr 1948 bis zu dessen Ausscheiden 1983. Schwerpunkt sei "die Frage nach politischen, personellen und inhaltlichen Verflechtungen und Verbindungen zur Zeit des Nationalsozialismus". Angesiedelt ist die Forschung bei Magnus Brechtken, dem stellvertretenden Direktor des Instituts. Das Projekt sei auf mehrere Jahre angelegt.

"Mit der Analyse der 'Stern'-Geschichte wollen wir einen Beitrag zur Mediengeschichte der jungen Bundesrepublik ermöglichen", sagt Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. Der Forschungsauftrag sei in "enger Zusammenarbeit" mit den beteiligten Tochterfirmen und Institutionen initiiert worden – darunter RTL Deutschland, der "stern" und die Henri-Nannen-Schule.

Bertelsmann reagiert mit dem Projekt auf die wieder aufgekommene Debatte um den Gründer und langjährigen "stern"-Chefredakteur Nannen. Das vom NDR produzierte Funk-Formats STRG_F hatte in einem Beitrag im Mai unter anderem Flugblätter gezeigt, die Nannen als Leiter des "Südsterns" für die Nationalsozialisten veröffentlicht hatte.
bertelsmann.de, turi2.de (Background)

Zitat: Antonia Rados plädiert, die Berichterstattung nicht Algorithmen zu überlassen.

"Wenn Facebook, Twitter und Co sich daran halten müssten, dass stimmen muss, was auf der Plattform gepostet wird, dann würden wir uns alle etwas wohler fühlen."

Antonia Rados sagt im "stern"-Podcast "heute wichtig", man sollte Bericht­erstattung nicht Algorithmen überlassen, denn sie liefern sehr schnell, sehr viele Informationen ohne Zusammenhang.
stern.de (26-Min-Audio, Rados-Interview ab 07:30)

Zitat: Baerbock spricht über Forderungen nach sofortigem Waffenstillstand in der Ukraine.

"Welches Recht hätte ausgerechnet eine deutsche Außen­ministerin, für die Ukraine zu entscheiden, welchen Teil ihres Landes sie bitte schön abgibt, wie viele Millionen ihrer Bürgerinnen und Bürger sich Russlands Herrschaft zu unterwerfen haben?"

Außen­ministerin Annalena Baerbock spricht im "stern"-Interview über die in einem offenen Brief geäußerten Forderungen nach einem sofortigen Waffen­stillstand und der Aufnahme von Verhandlungen: "Als Ukrainer empfände ich den Brief als naiv, verstörend, überheblich."
stern.de (Paid), presseportal.de

NDR hält an Nannen-Berichterstattung fest.


Bleibt dabei: Der NDR nimmt keine Korrekturen an der Berichterstattung über die Vergangenheit des früheren "stern"-Chef­redakteurs Henri Nannen vor. Stattdessen will der Sender aus Kulanz eine Überschrift angleichen und das Gespräch mit der Familie Nannen suchen. Die Vorwürfe, die der Medien­anwalt Christian Schertz im Namen der Familie erhebt, weist der NDR weiterhin zurück. Gegenstand der Bericht­erstattung sei "die Frage nach Henri Nannes Rolle in der SS-Propaganda-Einheit 'Südstern'", sagt der Sender auf Anfrage der "FAZ". Die Beiträge zeigten "erstmals filmisch und in Breite publiziert, welche antisemitischen und rassistischen Inhalte die vom 'Südstern' veröffentlichten Flug­blätter hatten". Dass Nannen an deren Inhalt und Verbreitung beteiligt gewesen sei, sei unstreitig – dazu gebe es "zahlreiche unbeanstandete Quellen".

Die Überschrift des "Zapp"-Berichts "Nannen: Seine Rolle als Chef einer SS-Propaganda-Einheit" ist "nicht nur mit Blick auf das postmortale Persönlichkeits­recht, sondern auch allgemein als Meinungs­äußerung presserechtlich zulässig", sagt der NDR gegenüber der "FAZ". Dennoch wolle der Sender sie in "Henri Nannen – SS-Propaganda im II. Weltkrieg" ändern – "im Sinne eines Aufeinander­zugehens und ausdrücklich ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage".

Der Medienanwalt Christian Schertz hatte im Namen der Familie Änderungen in zwei Beiträgen der Formate "STRG_F" und "Zapp" gefordert, die u.a. Flugblätter zeigen, die Nannen als Leiter der "Südsterns" für die National­sozialisten veröffentlich hatte.
faz.net, turi2.de (Background)

Ex-“Zeit”-Chef Theo Sommer verteidigt Henri Nannen.


Nannen-Hilfe: Der frühere Chefredakteur der "Zeit", Theo Sommer (auf dem Foto links), bricht eine Lanze für "stern"-Gründer Henri Nannen. Was Nannen "für die Demokratie getan hat, war nachhaltiger als alles, was er sich vorwerfen lassen muss", schreibt Sommer in einem Gastbeitrag in der "Zeit". Nannen habe seine "Abkehr von dem verbrecherischen braunen Aberwitz in Worten wie in Taten" vollzogen und seine eigene Rolle in der NS-Zeit nicht verschwiegen. "Ich halte Henri Nannens innere Umkehr für vorbildhaft, seine offenherzige Bußfertigkeit, seinen Einsatz für Rechtsstaatlichkeit, innere Liberalität und Humanitas."

Nannen die Vorbildhaftigkeit abzusprechen, ignoriere u.a. die Erkenntnis, "dass Menschen hinzulernen können", so Sommer. Die Vergangenheit von Nannen habe "in der Vorstellung der Hundertfünfzigprozentigen" alles zunichte gemacht, was er als Chef des "stern" getan habe, "um der Demokratie in Deutschland auf die Beine zu helfen" und "dem Staat den Respekt vor der Meinungsfreiheit abzutrotzen".

Das Funk-Format STRG_F hatte im Mai darüber berichtet, dass Nannen verantwortlich für die Herstellung antisemitischer Flugblätter des "Unternehmens Südstern" gewesen sei. Die Familie von Nannen wehrt sich gegen den Bericht und wirft dem NDR falsche Tatsachenbehauptungen vor.
zeit.de (Paid), turi2.de (Background)
(Foto Theo Sommer: Daniel Reimann, Picture Alliance)

Kress: Nannen-Familie geht gegen NDR-Bericht über NS-Vergangenheit des “stern”-Gründers vor.


Vergangenheits-Fehde: Die Familie von "stern"-Gründer Henri Nannen wirft dem NDR falsche Tatsachenbehauptungen vor, berichtet Kress. Konkret geht es um einen Beitrag des Funk-Formats STRG_F von Anfang Mai, der u.a. Flugblätter zeigt, die Nannen als Leiter des "Südsterns" für die Nationalsozialisten veröffentlicht hatte. Medienanwalt Christian Schertz argumentiert in einem Schreiben an den NDR, es gebe keine Beweise, dass Nannen an der Gestaltung oder Verteilung der Flugblätter beteiligt war. Zudem fordert er, den Titel "Nannen: Seine Rolle als Chef einer SS-Propagandaeinheit" offline zu nehmen. Nannen sei weder Mitglied noch Chef der fraglichen SS-Einheit gewesen. "Es ist offensichtlich, dass hier Mindeststandards der journalistischen Sorgfaltspflicht verletzt wurden", sagt Schertz. Der NDR weist die Vorwürfe zurück. Nannens Verantwortung für die Propagandaarbeit des "Südsterns" sei "unstrittig".

Der "stern" um Chefredakteur Gregor Peter Schmitz hatte nach Veröffentlichung des NDR-Beitrags angekündigt, den Umgang mit seinem Gründer zu überprüfen und u.a. eine Namensänderung für den Henri-Nannen-Preis und die Henri-Nannen-Journalistenschule angestoßen.
kress.de, turi2.de (Background)

Debatte: Dem “Stern” fehlt es an Archiv-Material, um die NS-Vergangenheit von Henri Nannen aufzuarbeiten.

Nannen-Historie: Dem "Stern" "fehlt es an Archivalien und systematisch gesammelten Quellen aus der Frühzeit" der Zeitung und zum Gründer Henri Nannen, sagt Medienhistoriker Tim Tolsdorff im Übermedien-Podcast "Holger ruft an". Deshalb habe der "Stern" Nannens NS-Vergangenheit nicht richtig aufgearbeitet. Allgemein sei es „ein großer Makel der deutschen Elitepublizistik", die eigene Vergangenheiten nicht aus eigenem Antrieb aufzuarbeiten.
uebermedien.de

Ausgezeichnete beim Stern-Preis bekommen Trophäe nachgeschickt.

Verleihung ohne Preis: Beim kurzfristig von Nannen-Preis in Stern-Preis umbenannten Journalisten-Preis von Gruner + Jahr müssen die Ausgezeichneten am Abend ohne Trophäe nach Hause gehen. Grund: Es gibt noch keine neue. Die Auszeichnung wird den Gewinnerinnen nachgeschickt, kündigt "stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz an. Den Egon-Erwin-Kisch-Preis erhalten Özlem Gezer und Timofey Neshitov für Die Hanau Protokolle im "Spiegel", der Preis für die beste Geschichte geht an die "Spiegel"-Story über Ex-"Bild"-Chef Julian Reichelt.
zeit.de, stern.de (alle Ausgezeichneten), turi2.de (Backgeround)

Video-Tipp: Brigitte Zypries will Kinderbuch-Klassiker nicht umschreiben.

Video-Tipp: SPD-Politikerin Brigitte Zypries würde Kinderbuch-Klassiker und althergebrachte Märchen nicht auf Diversität trimmen und umschreiben, sagt sie in der "stern"-Diskuthek. Auch Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte spricht sich gegen retrospektive Cancel Culture aus. Vielfalt und queere Lebensrealitäten hätten aber in moderner Kinderliteratur durchaus einen berechtigten Platz.
stern.de

Zitat: Julia Jäkel verzweifelt an der Debatte um Henri Nannen.

"Die Debatte um die Geschichte und Bedeutung des einstigen stern-Chefs Henri Nannen hat mich in den letzten Wochen verzweifeln lassen."

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner + Jahr, schreibt sich auf Linked-In ihren Frust über den Umgang mit "stern"-Gründer Henri Nannen von der Seele. Sie pflichtet u.a. Nils Minkmar bei, der die Debatte um Nannens Vergangenheit in der "Süddeutschen Zeitung" als "unterkomplex" bezeichnet hatte.
linkedin.com (Post Jäkel), turi2.de (Background Minkmar)

Meinung: Debatte um Henri Nannen ist “entlarvend” und “unterkomplex”.

Alter Hut: Die Diskussion um die NS-Vergangenheit von "stern"-Erfinder Henri Nannen wird zum "traurigen Beispiel für eine Geschichtsdebatte, die sich weder für Geschichte noch für Debatten interessiert", erinnert "Süddeutsche"-Autor Nils Minkmar daran, dass die Vorwürfe schon lange bekannt sind. Die Menschen, die sich jetzt erst darüber empören, sollten sich fragen, "warum es sie so wenig interessiert hat, dass sie nicht einmal nachlesen wollten, was der Namensgeber im Krieg gemacht hat".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Henri-Nannen-Preis heißt 2022 einmalig “stern”-Preis.

Namensprüfung: Der "stern" und Gruner + Jahr vergeben den Henri-Nannen-Preis 2022 einmalig als "stern"-Preis. Redaktion und Verlag reagieren damit kurz vor der Preisverleihung am 22. Juni auf die Debatte um die NS-Vergangenheit von "stern"-Gründer Henri Nannen, die eine Recherche des Funk-Formats Strg_F neu in Gang gebracht hatte.

Das Rechercheteam hatte unter anderem antisemitische Flugblätter aus der Staatsbibliothek Berlin gezeigt, die der "Südstern" unter Nannens Verantwortung publiziert hatte. Die Darstellungen hatten ein neues Licht auf die bereits bekannte NS-Vergangenheit Nannens geworfen. In einer Stellungnahme hatte der "stern" daraufhin angekündigt, seinen Umgang mit dem Namensgeber neu zu bewerten.

Dazu wollen "stern" und Gruner + Jahr jetzt ein Gremium berufen, das über die zukünftige Verwendung des Namens für den Preis und die Henri-Nannen-Journalistenschule beraten soll. Dem sollen sowohl namhafte Journalistinnen als auch Schülerinnen der Henri-Nannen-Schule und der RTL Journalistenschule angehören. Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung fallen.
presseportal.de, turi2.de (Background)

“stern” kündigt baldige Stellungnahme zu Henri Nannen an.

Gruner + Jahr will zur Debatte um "stern"-Gründungs­heraus­geber Henri Nannen "demnächst detaillierter Stellung nehmen", kündigt "stern"-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz im Zuge der Verkündung der Nominierten des Nannen-Preises an. Laut Meedia.de soll das noch vor der Preisverleihung am 22. Juni geschehen. Das Funk-Form Strg_F hatte Nazi-Flugblätter gezeigt, die Nannen in der NS-Zeit veröffentlicht hatte.
meedia.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Debatte: “stern”-Aufarbeitung von Henri Nannens Vergangenheit hat mit RTL zu tun.

Stern-Sorgen: Dass der "stern" sich um Aufklärung in der Causa Henri Nannen bemüht, hängt neben den jüngsten Berichten auch mit dem neuen Besitzer RTL zusammen, vermutet "Süddeutsche"-Autor Christian Mayer: "Gruner + Jahr ist an RTL verkauft worden, wo man Nannen nichts verdankt." Gregor Peter Schmitz müsse als neuer Chefredakteur zudem ein Interesse haben, "dass sein Magazin nicht irgendwann von der Vergangenheit des Gründers eingeholt wird".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Wie Verleger Henri Nannen antisemitische Flugblätter produzierte.

Video-Tipp: Das Funk-Format STRG_F recherchiert die Verstrickungen des verstorbenen Verlegers Henri Nannen in den Nationalsozialismus. Offenbar war Nannen verantwortlich für die Herstellung antisemitischer Flugblätter des "Unternehmens Südstern", deren konkrete Darstellungen bis jetzt unbekannt waren. Nannen hatte im Rahmen seiner Entnazifizierung seine Tätigkeit bei "Südstern" verschwiegen.
youtube.com (21-Min-Video) via presseportal.de

RTL produziert “stern TV am Sonntag” im “Teamwork” mit i&u TV.


Doppel-Stern: RTL schließt Frieden mit i&u TV und produziert "stern TV am Sonntag" künftig "im großen Teamwork" mit der Produktions­firma von stern TV am Mittwoch und der "stern"-Redaktion in Hamburg. Das Magazin soll "zu einer festen TV-Instanz am Sonntag­abend" werden, kündigt RTL-News-Chef Stephan Schmitter an. Steffen Hallaschka und RTL-Neuzugang Dieter Könnes (rechts im Bild), der vom WDR kommt, moderieren im Wechsel. Noch im Januar hatte sich i&u TV von einer etwas verunglückten Test-Sonntags­ausgabe mit Nikolaus Blome und Frauke Ludowig distanziert, die RTL News in Eigenregie produziert hatte.

Die neue Einigkeit sieht so aus, dass i&u TV die Sendung an einem Sonntag im Monat produziert, gleich zum Auftakt auch an diesem Sonntag. Dabei führt Mittwochs-Moderator Steffen Hallaschka durchs Programm. In den anderen Wochen hat die Redaktion von RTL News das Zepter in der Hand, dann moderiert Dieter Könnes, der bis Jahresende auch noch bei der WDR-"Servicezeit" vor der Kamera steht. Im Vergleich zur Mittwochs­sendung soll bei "stern TV am Sonntag" die "Meinung der Zuschauerinnen und Zuschauer mehr im Vordergrund" stehen. Auch Abstimmungen, Video-Statements und die Teilnahme via Social Media stehen auf dem Plan.
dwdl.de, rtl.de (mit 5-Min-Video), turi2.de (Background)

Meedia: Chefredakteur Florian Gless verlässt den “stern”.

stern und der bisherige Co-Chefredakteur Florian Gless gehen "offenbar" getrennte Wege, berichtet "Meedia" unter Berufung auf "unternehmensnahe Kreise". RTL äußert sich nicht zu der Personalie und verweist auf Informationen "über die Strukturen im journalistischen Bereich", die im Laufe des 2. Quartals folgen sollen. Gless leitet den "stern" seit 2019 gemeinsam mit Co-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier. Er wirkt seit der Jahrtausendwende bei Gruner + Jahr in unterschiedlichen leitenden Positionen.
meedia.de (Paid)

RTL holt Spezial-Ausgabe von “stern TV” im Mai nach.

Zweiter Versuch: RTL holt das ursprünglich für Anfang März geplante "stern TV Spezial" mit dem Untertitel "Das Live-Experiment - Wie entscheiden Sie?" am 11. Mai nach. In der Vier-Stunden-Sendung mit Steffen Hallaschka urteilen die Zuschauerinnen über die fiktive Tat einer Ärztin, die wegen Totschlags vor Gericht steht. Die Sendung wurde wegen des Ukraine-Kriegs verschoben.
dwdl.de

Ungarisches Kinderbuch “Märchenland” erscheint in zweiter Auflage.

Vater, Vater, Kind: Das umstrittene, ungarische Kinderbuch "Märchenland", das der "stern" nach Deutschland gebracht hat, geht in die zweite Auflage. Für jedes verkaufte Exemplar fließt ein Euro an Projekte, die sich für mehr Vielfalt in Ungarn einsetzen. Nachdem das Buch in Ungarn monatelang Gegenstand einer politischen Debatte war, entwickelt es sich hierzulande zum Bestseller.
buchmarkt.de, turi2.de (Background)

Meedia: Gregor Peter Schmitz soll möglicherweise neuer Kopf der Marke “Stern” werden.

Ist ein Stern aufgegangen? Nach Informationen von Meedia soll Gregor Peter Schmitz der redaktionelle Leiter der Marke stern werden. Der frühere Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen" arbeitet seit heute für RTL, seine genaue Tätigkeit hat die Mediengruppe aber bisher nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin von Gruner + Jahr sagte auf Anfrage von Meedia, es gebe "weiterhin keine Neuigkeiten zu der Personalie Gregor Peter Schmitz". RTL wolle über die weitere Struktur des Unternehmens im Verlauf des zweiten Quartals informieren.
meedia.de

Hör-Tipp: Dominik Wichmann glaubt an den “Wandel hin zur redaktionellen Gesellschaft”.

Hör-Tipp: "Medienmarken müssen heute mehr sein als ein gedrucktes Heft", sagt der ehemalige "stern"-Chefredakteur Dominik Wichmann im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Als Verlag oder Publishing House sei es wichtig, jede Medienform "handwerklich zu beherrschen". Er glaubt an einen "Wandel hin zur redaktionellen Gesellschaft", in der jeder dank seines Smartphones zum Sender werden könne. Die Arbeit beim "stern" ab 2011 habe ihn vor allem deshalb gereizt, weil er dort etwas "reformmäßiges" machen konnte. Dabei habe er aber schnell festgestellt, dass er "sehr stark gegen den Wind" segelt, u.a. weil die Auflage sank.
omr.com (59-Min-Audio)

Fünf Intellektuelle teilen im “stern” ihre Gedanken zum Ukraine-Krieg.


Intellektuelle Friedenssterne: Im "stern" teilen die Intellektuellen Harald Welzer, Alice Schwarzer, Diana Kinnert, Daniel Barenboim und Richard David Precht ihre Blickwinkel auf den Ukraine-Krieg. Auf sechs Doppelseiten thematisieren sie Fragen wie: "Was denken Sie über Putins Krieg gegen die Ukraine?" und "Was sind Ihre Ängste?". Feministin Alice Schwarzer warnt vor einer Heldenverehrung und spricht die Situation der Frauen im Kriegsgebiet an. Schon am ersten Kriegstag sei die Google-Suche nach "Ukrainian Girls" in die Höhe geschnellt. Auf sozialen Medien jubeln Nutzer über "Frischfleisch aus der Ukraine" und eine "endlich willkommene Flüchtlingswelle".

Auch Unternehmerin, Beraterin und Publizistin Diana Kinnert thematisiert, welche Auswirkungen der Krieg in sozialen Medien hat, in denen sie "Trennschärfe, Nüchternheit und kühle Vernunft" vermisst. Statt des TikToks, "wie man es kannte: lauschig, ulkig, originell", sehen Nutzerinnen nun etwa das Leben einer Fotografin im Bunker in Kiew. Kinnert schreibt, dass nicht nur Propaganda und Desinformation oder Reportagen aus der Ukraine die "Nähe des Krieges" offenlegen. Sie sei eher über "Inhalte, Gesten, Symbole unsereins" besorgt. Denn die zeigen: "Wir sind längst Beteiligte, nicht Beobachter".

Die Reaktionen des Westens auf den Ukraine-Krieg beschäftigen auch Philosoph und Autor Richard David Precht. Mit Waffenlieferungen habe Deutschland "eine rote Linie" überschritten. Einen europäischen Staat im Krieg mit Waffen zu beliefern, "ist und bleibt ein Tabubruch". Im "knochenharten Widerspruch" dazu stehe das Mitgefühl vieler Europäer mit den Kriegsopfern. Hoffnung sieht Precht nur im Szenario eines schnellen Endes des Kriegs "mit einer neutralen Ukraine". (Fotos: Picture Alliance)
stern.de (Paid), presseportal.de

Wir graturilieren: Florian Gless wird 54.


Wir graturilieren: Florian Gless, "stern"-Co-Chefredakteur, wird 54. "Irgendwo versteckt auf dem Land" feiert er seinen Geburtstag mit seinen erwachsenen Kindern – wobei das Feiern sich "im Schatten der Ereignisse in der Ukraine" schwierig gestalten dürfte. Eigentlich hätte sich Gless nach der "glimpflich überstandenen" Corona-Welle auf "längeres Tageslicht und den Frühling" gefreut – dann kam Putins Krieg gegen die Ukraine. Dass bis zuletzt "viel zu viele" versucht hätten, Verständnis für den "imperialistischen Wahnsinn" Putins aufzubringen, nervt Gless. Er sieht in diesen Zeiten eine "journalistische Hochsaison" beim "stern". Zu erleben, wie die Redaktion in einem solchen Moment "noch weiter hochfährt", beeindruckt Gless: "Grafiker, Dokumentare, Bildredakteure, Reporter, die in die Krisenregion ausschwärmen, das gesamte Ressortleiterteam – alle, wirklich alle Hände sind an Deck, ohne Rücksicht auf Erschöpfung, Wochenenden, Abend- und Überstunden oder Urlaub." Gratulationen erreichen Gless am besten via E-Mail.

Stephanie McClain übernimmt Redaktionsleitung von “stern TV am Sonntag”.

RTL verpflichtet Stephanie McClain, 48, als Redaktions­leiterin von "stern TV am Sonntag". Sie kommt von ProSiebenSat.1, wo sie als Executive Producer mehrere Factual- und Entertainment-Formate verantwortet. Von 2001 bis 2010 war McClain bereits für die von i&u produzierte Mittwochs­ausgabe von "stern TV" tätig. RTL-News-Geschäfts­führer Stephan Schmitter erhofft sich davon eine "vertrauens­volle" Zusammen­arbeit beider Redaktionen.
dwdl.de, presseportal.de, turi2.de (Background)

Debatte: Traditioneller Journalismus hat “Geschäft der Panikmache” beherrscht, schreibt Frank Jöricke.

Verzerrte Welt: "Spiegel" und "stern" haben über Jahrzehnte hinweg das "Geschäft der Panikmache" beherrscht, schreibt Frank Jöricke in der "Welt". Die Zeitschriften haben mit "reißerisch-dystopischen" Titelstorys ein "Bedürfnis" gestillt, das verschiedenste Zielgruppen ansprach. Die "perverse Lust an Worst-Case-Szenarien" sei demnach kein neues Phänomen. Soziale Medien haben nur übernommen, was früher der traditionelle Journalismus gemacht hat.
welt.de (Paid)