Lese-Tipp: Ein Protokoll der Geschichten zweier unheilbar kranker Frauen.

Lese-Tipp: Laura und Nadine sind Anfang 20 und haben unheilbare Krankheiten. Sie finden es wichtig über den Tod zu sprechen. Auch, um "unbeschwert leben" zu können. In Deutschland stoßen sie damit oft auf eine "komische Vermeidungshaltung". Die "Süddeutsche Zeitung" protokolliert die Geschichten der zwei Frauen und untermalt das Erzählte mit Illustrationen.
sueddeutsche.de

Recherche-Team zeigt, wie Instagram Ess-Störungen befeuert.


Haut und Knochen: Der Algorithmus von Instagram befeuert mit "zerstörerischen Körperbildern" Ess-Störungen, sagt eine Recherche von NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und Tamedia. In Experimenten hat das Recherche-Team mehrere Accounts angelegt, die typischen Profilen von Jugendlichen ähneln, die bei Instagram nach Inspiration für Essstörungen suchen. Schnell melden sich ältere, männliche Nutzer, die anbieten beim Abnehmen zu helfen oder um Nacktbilder bitten. Obwohl das Reporter-Team die Profile der "Mager Coaches" meldet, entfernt Instagram sie nicht, weil sie "von außen" nicht zu erkennen seien.

Als problematisch erweist sich auch der Algorithmus von Instagram, der Nutzerinnen Inhalte und Accounts empfiehlt, die sie interessieren könnten. Die Testkonten mit Namen wie "sk1nny_Sarah" oder "My Thinspo" gewinnen in kürzester Zeit Follower. Als die Reporterinnen ähnlichen Accounts folgen, sind die nächsten Freundschaftsvorschläge "My fasting diaries" oder "starving is beauty".

Für die Recherchen haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR interne Studien ausgewertet und mit Betroffenen gesprochen. Das Fazit: Dem Anspruch, "die sicherste globale Gemeinschaft mit der meisten Unterstützung" zu sein, werde Instagram bei weitem nicht gerecht.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

(Foto: Picture Alliance / photothek / Ute Grabowsky)

Der Süddeutsche Verlag gründet das SZ Institut als Denkfabrik.

Ideenreich: Der Süddeutsche Verlag gründet das SZ Institut. Es soll als "Denkfabrik" Menschen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen­bringen, "um neue Ideen für ein gegenwärtiges Medienhaus zu entwickeln", sagt der Geschäftsführer Christian Wegner. Dirk von Gehlen und Christoph Hohmann leiten das "Think Tank der Süddeutschen Zeitung".
swmh.de

Hör-Tipp: Melanie Amann sieht keine Schwäche beim “Spiegel” sondern stärkere Konkurrenz.

Hör-Tipp: Nicht der "Spiegel" ist in seinen Recherchen schwächer geworden, sondern die Konkurrenz stärker, sagt Melanie Amann, Leiterin des "Spiegel"-Hauptstadt­büros, im Radioeins-Medien­magazin. Viele Investigativ-Journalistinnen, die heute etwa für die "Süddeutsche" mit Recherchen glänzen, seien ehemalige "Spiegel"-Leute. Eine Konkurrenz zwischen Online und Print sieht sie nicht, oft seien es die großen Geschichten aus dem gedruckten Magazin, die Digital-Abos generierten.
wwwagner.tv (16-Min-Interview in 104-Min-Audio)

“SZ Magazin” zeigt Bilder einer echten Geburt auf Instagram.

SZ-Magazin zeigt auf Instagram ungewöhnlich intime Bilder einer Geburt. Die Plattform versieht die Aufnahmen, die u.a. Körperflüssigkeiten und Geschlechtsorgane zeigen, mit einem Warnhinweis – löscht sie aber nicht. Das Magazin hat mit den Bildern bisher zehnmal mehr Reaktionen ausgelöst als mit anderen Posts. Viele Kommentare feiern die Fotos als einen "Tabubruch".
instagram.com via wuv.de

“SZ-Magazin”-Redakteur Lorenz Wagner wird Sprecher von Susanne Klatten.

Wechselt die Seiten: "SZ-Magazin"-Redakteur und Buchautor Lorenz Wagner heuert ab Februar 2022 bei BMW-Erbin Susanne Klatten als persönlicher Sprecher und Kommunikationsberater für die Beratungsgesellschaft Skion an. Als Journalist hatte Wagner 2008 für die "Financial Times Deutschland" ein umfassendes Porträt über die Unternehmerin geschrieben.
manager-magazin.de

“Süddeutsche” wirft ausländischen DW-Mitarbeitern Antisemitismus vor.

Anti­semitismus-Vorwurf: "Süd­deutsche"-Autor Moritz Baumstieger wirft der Deutschen Welle vor, im Ausland Mitarbeitende zu beschäftigen, "die sich offen anti­semitisch oder anti­israelisch positioniert haben". So soll der Beirut-Korrespondent 2014 online kommentiert haben, dass jeder, der mit Israelis zu tun hat, "hingerichtet" werden muss. Er "bedauere die Formulierung" mittlerweile, die SZ nennt jedoch weitere "problematischen Äußerungen von Mitgliedern der arabischen Redaktion der Deutschen Welle", darunter auch Holocaust-Leugnungen eines Trainers der DW-Akademie. Die Anstellung beim aus Steuern finanzierten Sender sei möglich, weil dem Haupt­abteilungs­leiter der Arabischen Redaktion "Loyalität über alles gehe". Ein DW-Sprecher nennt einige Äußerungen "aus dem Kontext genommen", dennoch habe es teils "arbeits­rechtliche Konsequenzen" gegeben.
sueddeutsche.de (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” bringt Antritts-Interview von “Bild”-Chefredakteur Johannes Boie.

Alte Bekannte: Die "Süddeutsche Zeitung" sichert sich wenig überraschend das Antritts-Interview mit Ex-Kollege und Neu-"Bild"-Chefredakteur Johannes Boie. Boie betont, die jüngsten Ereignisse hätten "viele mitgenommen", er habe trotz "gedämpfter Stimmung" aber "ein schönes Willkommen" gehabt. Er widerspricht Äußerungen, "Bild" sei vor allem von Männern dominiert und verspricht gleichzeitig, künftig "keinen Millimeter Machtmissbrauch" zu dulden. Die Ausrichtung der Zeitung soll sich nicht grundlegend ändern, auch wenn in der Vergangenheit Fehler passiert seien – etwa das Zeigen unverpixelter Bilder eines Mordopfers. Für die Zukunft wünscht Boie sich, "dass die Leser öfter lachen".
sueddeutsche.de

Weitere Zitate:

"Ich möchte schnelle Erfolge. Klar ist jedoch auch, das ist keine Sache von Wochen, sondern mindestens Monaten."

sagt Boie zum Thema, wie lange die "Aufräumarbeiten" in der Redaktion dauern werden.

"Das Feldbett stand hier, wo jetzt mein Schreibtisch steht. Da ich keine Vergangenheit als Kriegsreporter habe, passt es zu mir nicht wirklich."

beantwortet er die Frage, wo Julian Reichelts legendäre Bettstatt stand.

"Die Leute wissen, dass ich eine Zeitung machen kann und dass ich eine Zeitung verkaufen kann."

kontert Boie die Spitze, er habe bisher keinen "Bild"-Stallgeruch.

"Selbstverständlich gehe ich auch ins Fernsehen zu Bild TV."

kündigt er seine künftige Bildschirm-Präsenz an.

Vermarktungs-Allianz von “FAZ” und “Süddeutscher” wächst durch “Nachfrage nach Qualitäts­medien”.

Republic, gemeinsamer Vermarkter von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", liegt im ersten halben Jahr seines Schaffens "zweistellig" über den addierten Einzel­umsätzen beider Titel des Vorjahreszeitraums, sagt FAZ-Vermarktungs­chef Ingo Müller bei "Horizont". Als Grund nennt er u.a. eine "gestiegene Nachfrage nach Qualitäts­medien". Corona-Effekte hätten "FAZ" und "Süddeutsche" 2020 "national nicht so hart getroffen".
horizont.net (Paid)

Klick-Tipp: Aline Abboud im Interview ohne Worte.

Klick-Tipp: "Tagesthemen"-Moderatorin Aline Abboud stellt sich dem "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview im "Süddeutsche Zeitung Magazin" und symbolisiert darin u.a. die riesigen Fußstapfen ihrer Vorgängerin Pinar Atalay. Abbouds Gesichtsausdruck, als sie von ihrer neuen Stelle erfuhr: eher skeptisch bis ängstlich anstatt freudestrahlend.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Debatte: Münchner Lokal-Radio ist sauer auf die “Süddeutsche Zeitung”.

Zweit­verwertung: Das Münchner Lokalradio Lora beschwert sich über den reduzierten Lokal­teil der "Süddeutschen Zeitung". Die Stadtviertel-Seiten waren für die Radio-Ehren­amtlichen eine "Recherche­grundlage" und verlässliche Quelle, die seit dieser Woche wegfällt. Man hoffe, dass die "SZ" den Umbau "schnellstens rückgängig macht".
lora924.de, sueddeutsche.de

Kress.de: Georg Mascolo hört als Chef des Verbunds von WDR, NDR und “Süddeutscher” auf.

Recherche rum: Der Leiter des Recherche-Verbunds von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung", Georg Mascolo, 56, gibt den Posten ab, bestätigt die Kooperation Kress.de. Er wolle seinen Vertrag auslaufen lassen. Mascolo, von 2008 bis 2013 "Spiegel"-Chefredakteur, macht den Job demnach noch bis März 2022. Eine Nachfolge stehe noch nicht fest. Unter seiner Leitung hat der Verbund u.a. die Panama Papers aufgearbeitet. Mascolo bleibt laut Kress.de Autor bei der "Süddeutschen".
kress.de

Lese-Tipp: Dorothea von Boxberg spricht über die Herausforderungen des Luftfrachtgeschäfts.

Lese-Tipp: Lufthansa-Cargo-Chefin Dorothea von Boxberg spricht in der "Süddeutschen Zeitung" über die Schwierigkeiten, das Fracht-Fliegen klimafreundlicher zu machen. Auf der Langstrecke werde es keine Batterie-Flugzeuge geben, dort brauche es nachhaltigen Treibstoff. Anders als im Passagier-Verkehr kompensieren viele Fracht-Firmen ihren durch Flüge entstandenen CO2-Ausstoß.
sueddeutsche.de (Paid)

“Pandora Papers”: NDR, WDR und “Süddeutsche Zeitung” enthüllen Geldverstecke von Politik, Promis und Kriminellen.


Büchse der Pandora: Die Investigativ-Allianz von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" landet den nächsten Daten-Scoop. Die Medien enthüllen, dass Hunderte Politik-Promis, aber auch Persönlichkeiten aus der Gesellschaft und Kriminelle ihr Geld in Steueroasen verstecken. Grundlage der Recherche ist eine Datensammlung mit dem Namen "Pandora Papers", die fast 12 Mio vertrauliche Dokumente umfasst, das dem Recherche-Netzwerk ICIJ zugespielt und von 600 Journalistinnen weltweit ausgewertet wurde. Zu den in die Offshore-Geschäfte verstrickten Persönlichkeiten gehören u.a. der ehemalige britische Premier Tony Blair, der amtierende tschechische Premierminister Andrej Babiš sowie der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij. Auch Geldgeschäfte von Vertrauten des russischen Präsidenten Wladimir Putin deckt das Daten-Leck auf.

Sie alle haben nach den Enthüllungen Vermögen in unterschiedlichen Steueroasen versteckt oder über Briefkastenfirmen Geschäfte gemacht, um Steuern zu sparen. Ein besonderes Schlaglicht wirft die "Süddeutsche Zeitung" auf das Emirat Dubai – als "Gangster’s Paradise unter Palmen halt". Unter den mehr als 1 Mio Immobilienbesitzerinnen befinden sich auch 4.000 in Deutschland steuerpflichtige Firmen oder Personen. Seit dem vergangenen Jahr möbelt das umstrittene Emirat sein Image mithilfe von vielen deutschen Social-Media-Stars auf, die es auch mit Steuervorteilen ins Land lockte.

Die Enthüllung umfasst Dokumente von 1996 bis 2021 und ist von ihrem Umfang die bisher größte, noch vor den Panama Papers von 2016. 150 Medien-Organisationen in 117 Ländern sind an der zeitgleichen Veröffentlichung der Enthüllungen am Sonntagabend beteiligt. (Bild: ICIJ, Medienlogos/Montage: turi2)
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Übersicht, Paid), sueddeutsche.de (Dubai-Schwerpunkt, Paid), ardmediathek.de (32-Min-Doku)

Stefan Hilscher übergibt Chefposten bei der “Süddeutschen Zeitung” an Christian Wegner.

Süddeutsche Zeitung: Geschäftsführer Stefan Hilscher (Foto), Jahrgang 1956 und seit 2015 auf dem Posten, verabschiedet sich Ende 2021 in den Ruhestand, teilt die SWMH mit. Sein Nachfolger wird SWMH-CEO Christian Wegner, der schon am 1. Oktober neben Hilscher startet. 2022 soll Wegner dann vollständig übernehmen.
swmh.de

Springer-Vorstand Jan Bayer kündigt Personal-Aufstockung an.

Springer: Vorstand Jan Bayer kündigt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" eine Personalaufstockung des Konzerns an: In den nächsten fünf Jahren soll die Zahl der für Springer tätigen Journalistinnen von 2.400 auf über 3.000 steigen. Zudem soll das Bewegtbild­angebot Bild Live online "mittelfristig" hinter die Bezahlschranke wandern, so Bayer. Den Vorwurf, die "Bild" würde Kampagnen betreiben, weist er zurück.
sueddeutsche.de (Paid), handelsblatt.com (Kurzfassung)

“Süddeutsche Zeitung” wirft der Münchner Justiz Schikane von Journalistinnen vor.


Kurzer Prozess: In der "Süddeutschen Zeitung" machen sich Annette Ramelsberger, Max Hägler und Jana Stegemann Luft über den Umgang der Münchner Justiz mit Journalistinnen, die von wichtigen Prozessen berichten wollen. Es gebe meist so wenige Plätze im Gericht, dass sich die Reporterinnen "den Zugang zu ihrer Arbeit mit unwürdigem Campieren oder mit Erkältungsgefahr erkämpfen" müssten, da das Schlange stehen für einen der begehrten Posten oft ganze Nächte dauere. Toiletten und sanitäre Anlagen stünden bei derartigen Nachtwachen ebenfalls nicht zur Verfügung. Laut "Süddeutscher Zeitung" schickte die Deutsche Presse-Agentur beim Boateng-Prozess ihren ersten Mitarbeiter 24 Stunden vor Beginn vor den Eingang des Münchner Amtsgerichts: "Weil niemand 24-Stunden-Arbeitstage durchsteht, bezahlen die meisten Medien Studierende, damit sie dort ausharren". Da an jedem Verhandlungstag das Prinzip "Wer als erster kommt, kommt rein" gelte, herrsche in München ein besonders harter "Wettlauf mit der Konkurrenz".

Vor Gericht herrsche eine Atmosphäre, "die es Journalisten schwermacht, daran zu glauben, dass das alles nicht gegen sie gerichtet ist". So soll sich die Münchner Justiz in einem Sitzungssaal auch die einzigen beiden Laptop-tauglichen Arbeitsplätze der Zuhörerreihen abgezwackt haben – obwohl "nie jemand von der Justiz dort sitzt". Das Problem sei auch deshalb drängend, weil in München im kommenden Jahr drei große Prozesse anstehen: der Wirecard-Prozess, der Vergewaltigungsprozess gegen Regisseur Dieter Wedel sowie möglicherweise der Maskenaffären-Prozess gegen die CSU-Abgeordneten Alfred Sauter und Georg Nüsslein.
sueddeutsche.de (Paid)

Klick-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” analysiert die Rolle des Instagram-Algorithmus im Wahlkampf.

Klick-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" untersucht zusammen mit der NGO Algorithmwatch, wie der Instagram-Algorithmus im Wahlkampf funktioniert. Inhalte populistischer Parteien wie der AfD werden demnach deutlich prominenter im Newsfeed platziert als die anderer Parteien, obwohl inhaltliche Faktoren laut Facebook eigentlich keine Rolle spielen sollten. Doch plakative, kontroverse Themen wie Kriminalität oder Wohnen landen häufiger im Blickfeld der User. Im Rahmen des Projekts #wahlfilter wurden über 6000 Beiträge von mehr als 100 Accounts von Politikerinnen und Parteien untersucht.
sz.de/wahlfilter

Klick-Tipp: Olaf Scholz macht bei “Sagen Sie jetzt nichts” nicht den Steinbrück.

Klick-Tipp: 2013 landete der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit seinem Mittelfinger auf dem Cover des "SZ-Magazins" – und einen Viral-Hit. Acht Jahre später tritt Olaf Scholz zur "Sagen Sie jetzt nichts"-Fotostrecke an. Wir lernen: Fürs Cover braucht's gar keine obszöne Geste. Ein SPD-Kandidat, der die Merkel-Raute macht, reicht schon.
sz-magazin.sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” widmet Michael Graeter ein Porträt zum 80. Geburtstag.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" widmet Klatschreporter Michael Graeter ein Porträt zu seinem heute 80. Geburtstag. Graeter habe sich selbst immer "als Großwildjäger in den Gefilden der besseren Kreise verstanden", schreibt Christian Mayer – und mit dieser Masche lange Erfolg gehabt. Bis heute lebe er für "die große Story" und sei "ein Getriebener".
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Der Heimatkanal profitiert von Krisenzeiten.

Lese-Tipp: Der Heimatkanal, ein Bezahlsender für Wohlfühlfilme aus den 50ern und 60ern, profitiert von Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie, schreibt Hans Kratzer in der "Süddeutschen". Der "Heile-Welt-Fundus" liefert laut Chef Tim Werner eine "Gute-Laune-Garantie". Zusätzlicher Zulauf kommt durch die veränderte Heimat-Interpretation der Öffentlich-Rechtlichen, die immer seltener auf Das Schweigen im Walde setzen.
sueddeutsche.de (Paid)

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” porträtiert Jana Pareigis.

Lese-Tipp: Jana Pareigis, neue Primetime-"heute"-Moderatorin beim ZDF und Nachfolgerin von Petra Gerster, weiß noch nicht, wie sie ihre Zuschauerinnen am ersten Sendetag begrüßen soll, schreibt Marlene Knobloch in der "Süddeutschen". Pareigis halte sich zudem bewusst aus "den sozialen Medien raus" und gehe das Thema Rassismus eher wissenschaftlich an. Meistens bekomme sie aber "sehr nette Post".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Clubhouse könnte vom nächsten Lockdown profitieren.

Houseparty: "Die Häme über den liederlichen Zustand des Clubhouse-Universums" wäre "ethisch gut vertretbar", schreibt Andrian Kreye in der "Süddeutschen". Bei stichprobenartigen Nutzungen stolpert der Journalist jüngst nur noch über vereinzelte deutsche Gesprächsgruppen, während die englische Themenliste wie ein "ausgelesener Spamfilter" wirkt. Kreye könnte sich aber vorstellen, dass ein weiterer Lockdown Clubhouse zu neuen Höhenflügen verhilft: "Wenn nicht in dieser, dann eben in der nächsten Pandemie".
sueddeutsche.de (Paid)

Klick-Tipp: Die “Süddeutsche” veranschaulicht den Klimawandel.

Klick-Tipp: Die "Süddeutsche" zeigt auf interaktiven Karten die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland. Leserinnen können u.a. ihren Wohnort eingeben und erfahren, wie sich die Wetterbedingungen wie Niederschlag und Sonnenstunden in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Eine der Erkenntnisse der "Süddeutschen": Tage mit Extremregen von mindestens 100 Millimetern an einem Tag und jeweils mindestens einem Ort nehmen stark zu.
projekte.sueddeutsche.de

Debatte: Die Grünen setzen sich mit Strobl-Kritik in die Nesseln.

Sind sich nicht grün: Die Landesarbeitsgemeinschaft der Berliner Bündnis-Grünen gewinnt mit ihrer Kritik an ARD-Programmdirektorin Christine Strobl "den Jackpot für misogyne Politunterstellung", schreibt Michael Hanfeld in der "FAZ". Claudia Tieschky urteilt in der "Süddeutschen", die Grünen hätten vor allem eine "tolle Geschichte von der schwarzen Unterwanderung der ARD" gesucht. Die Landesarbeitsgemeinschaft hatte Strobl in einem Statement vorgeworfen, in ihrem Handeln "schwinge eine gewisse politische Agenda mit".
faz.net, sueddeutsche.de, turi2.de (Background Statement Grüne)

IVW: “Spiegel” gewinnt dank Digital-Abos, “Welt” und “Wams” verlieren deutlich.


Digital gewinnt: Im 2. Quartal fällt die Bilanz der IVW durchwachsen aus: Bei 60 der 100 reichweitenstärksten Titel steht ein Minus in der Statistik, mehr als ein Dutzend wächst prozentual zweistellig. In den Top 20 legen immerhin vier Magazine zu: Der "Spiegel", "TV pur", "TV für mich" und Funkes "Land Idee". Dem "Spiegel" retten die Digital-Abos inklusive E-Paper die Auflage, die mehr als ein Viertel der knapp 408.000 Abos ausmachen. Prozentual größter Gewinner bei den Zeitschriften ist die "Vogue", die es mit knapp 33 % Plus auf über 91.000 Verkäufe schafft.

Bei den Zeitungen gewinnen insbesondere "Zeit" (13 %), "FAZ" (7,2 %) und "FAS" (4,6 %). Springers "BamS" legt mit 1,3 % Plus leicht zu und verdankt ihr Wachstum ebenfalls den Digitalabos, die um 81 % gestiegen sind. "Welt" und "WamS" verlieren deutlich, "Bild" und "Süddeutsche" leicht.
dwdl.de, meedia.de (Zeitschriften), meedia.de (Zeitungen), dwdl.de (Harte Auflage)

Spionage-Software “Pegasus” späht offenbar Journalistinnen und Aktivistinnen aus.

Horch & Guck fürs Handy: Hunderte Journalistinnen, Aktivistinnen und Politikerinnen sind offenbar Opfer der Spionagesoftware "Pegasus", die von der israelischen NSO Group entwickelt und weltweit verkauft wird. Das legt eine internationale Recherche nahe, an der u.a. die "Süddeutsche", die "Zeit", NDR und WDR beteiligt sind. Gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories und Amnesty International haben die Reporterinnen einen Datensatz mit mehr als 50.000 Telefonnummern aus rund 50 Ländern ausgewertet. Tausende Nummern konnten konkreten Personen zugeordnet werden. Die Telefone der Betroffenen können mit dem Trojaner komplett ausgespäht werden – vom Anruf über E-Mails bis zum heimlichen Einschalten von Kamera und Mikrofon.

NSO verkauft das Programm nach eigenen Angaben nur an Regierungen und staatliche Einrichtungen. Vorgabe sei, die Software nur im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität einzusetzen. Die aktuellen Recherchen legen aber nahe, dass sich gerade autoritäre Staaten an diese Regeln nicht halten und die Software auch bei politischen Gegnerinnen einsetzen.

Die NSO Group schaltet in ihrer Krisen-PR in den Rechtfertigungs-Modus: Ein US-Anwalt behauptet in Namen der Firma, dass die Telefone nicht zwangsläufig abgehört worden seien und dass es auch legitime Gründe für die Auflistung der Nummern geben könne. Die Firma schreibt sich zudem auf die Fahnen, dass ihre Software Terror-Angriffe verhindere und helfe, Drogen- und Menschenhändlern das Handwerk zu legen.
projekte.sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (12-Min-Audio zu den Recherchehintergründen), zeit.de, tagesschau.de (6-Min-Video)

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” über die ukrainische Filmlandschaft im neuen Gewand.

Lese-Tipp: Ein neues Gesetz in der Ukraine sieht vor, Filme und TV-Serien neu zu synchronisieren. Bisher wird in knapp 90 % der ukrainischen TV-Filmen und Serien aufgrund der Tradition Russisch gesprochen, Ukrainisch läuft als Untertitel. Die "Süddeutsche" trifft die Schauspielerin und Synchronsprecherin Katerina Braikovska, die vom Start der Synchronisierungs-Arbeiten vom Russischen ins Ukrainische seit Dezember 2020 erzählt. Alle Studios würden derzeit "24 Stunden pro Tag" arbeiten, sagt Braikovska.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: Die “Süddeutsche” spaziert virtuell über den Berliner Kurfürstendamm.

Klick-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" flaniert am Kurfürstendamm in Berlin – zwischen Traum und Tristesse. In der digitalen Reportage trifft Journalistin Verena Mayer u.a. YouTuberin Hatice Schmidt, für die die Prachtstraße ein Sehnsuchtsort ihrer Kindheit ist. Heute führt die Influencerin dort selbst teure Designer-Uhren spazieren. "Dieses Frauenbild kannte ich von zu Hause nicht", sagt sie. Anlass des Digital-Projekts ist das geplante Musical zur ZDF-Serie Ku'damm 56.
projekte.sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

DFB-Affäre: Unterlagen über Kurt Diekmann stammen laut Polizei nicht von gehacktem Computer.


Kein Gehacktes: Die strittigen Unterlagen in der DFB-Affäre um den Kom­mu­ni­ka­tions­berater Kurt Diekmann sind laut Polizei NRW nicht illegal auf dessen Computer ausgespäht worden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Sowohl der DFB als auch Diekmann selbst hatten die u.a. von "Bild" veröffentlichten Dokumente darauf zurückgeführt. Die Ermittlerinnen und eine extern beauftragte Firma hätten hingegen laut "aktuellstem Stand der Technik keine Spuren für ein Hacking festgestellt".

Insbesondere DFB-Interimspräsident Rainer Koch hatte der "Süddeutschen Zeitung" und weiteren Medien vorgeworfen, im Besitz von "unrechtmäßig erlangtem Datenmaterial" zu sein. Auch der "Spiegel", der mit Diekmann selbst mehrere Jahre zusammenarbeitete, flankierte die Vorwürfe u.a. mit der Formulierung, "ein Hauch von Watergate" liege über dem DFB. Auslöser der Affäre um Diekmann war vor allem ein Machtkampf zwischen Ex-DFB-Präsident Fritz Keller und Ex-Generalsekretär Friedrich Curtius.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

“Meedia”: “Süddeutsche Zeitung” bezahlt Digitalredakteurinnen bald nach Tarif.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Angleich: Die "Süddeutsche Zeitung" bezahlt ihre Digitalredakteurinnen künftig nicht mehr "tarifanalog", sondern nach Tarif, berichtet Meedia. Dazu werden die Mitarbeitenden aus der Tochter Süddeutsche Zeitung Digitale Medien zum Jahreswechsel in den Süddeutschen Verlag eingegliedert, der bereits tarifgemäß zahlt. Bis dahin sind allerdings noch letzte Details zu klären.
meedia.de

“Clap”: Semmelrogge versöhnt sich mit Beisenherz.

Schwamm drüber: Martin Semmelrogge und Micky Beisenherz treffen sich wohl doch nicht vor Gericht – sondern vorm Mikrofon. Offenbar ist Semmelrogge in Kürze zu Gast in einer neuen Podcast-Sendung des Gag-Autors, meldet "Clap". Semmelrogge hatte Medienberichten zufolge einen Anwalt eingeschaltet, nachdem Beisenherz in einer "Süddeutsche Zeitung"-Kolumne gemutmaßt hatte, er habe sich seine Corona-Infektion bei einem Treffen mit dem Schauspieler eingefangen.
clap-club.de, turi2.de (Background)

Zitat: Florian Harms sieht manche Redaktionen “vom Dunst des Geldes vernebelt”.

"Selbst der schärfste Verstand scheint nicht dagegen gefeit zu sein, vom Dunst des Geldes vernebelt zu werden."

T-Online-Chef­redakteur Florian Harms wettert in seinem Morgen-Newsletter gegen "Süddeutsche", "FAZ" und "Zeit", die die Anzeige der Lobby-Organisation INSM gegen Annalena Baerbock veröffentlicht haben. Manchen Chef­redaktionen scheine "der Kompass abhanden­gekommen zu sein". T-Online und der "Spiegel" haben die Anzeige laut Harms abgelehnt.
t-online.de, turi2.de (Background)

Hessens Innenminister löst SEK Frankfurt auf.

Zu braun: Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) löst das SEK Frankfurt wegen möglicher rechtsextremer Gesinnungen in der Truppe auf. Ermittelt wird gegen 19 aktive und einen ehemaligen Polizisten. 17 Beamte sollen in einem Chat rechtsextreme Inhalte geteilt haben. Gegen drei Vorgesetzte ermittelt die Polizei, weil sie nicht eingeschritten sein sollen. Man werde das SEK grundlegenden umbauen und eine neue Führungskultur etablieren, sagt Beuth.
sueddeutsche.de, welt.de

Klick-Tipp: Die “Süddeutsche Zeitung” widmet dem Wirecard-Whistleblower Pav Gill ein Digitalprojekt.

Klick-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" widmet dem Wirecard-Whistleblower Pav Gill ein aufwendiges Digitalprojekt, das die Geschichte des 37-Jährigen erzählt. Gill arbeitete ein Jahr als Jurist für die asiatische Niederlassung von Wirecard in Singapur und stolperte zügig über Ungereimtheiten. Bislang hatte er seine Identität geheim gehalten, auch, weil sein ehemaliger Chef bei Wirecard ihn eingeschüchtert hatte.
projekte.sueddeutsche.de

Video-Tipp: Trailer der “Süddeutschen”-Doku “Hinter den Schlagzeilen”.

Video-Tipp: Der Dokumentarfilmer Daniel Andreas Sager hat das Investigativ-Ressort der "Süddeutschen Zeitung" begleitet. In der Kino-Doku "Hinter den Schlagzeilen" begleitet er Bastian Obermayer und Frederik Obermaier bei der Arbeit und dokumentiert Recherchen u.a. zum Ibiza-Video und dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia. Der Trailer der "SZ" gibt einen kleinen Vorgeschmack.
vimeo.com (3-Min-Video)

Berliner Justiz sucht nach Maulwurf im Fall Attila Hildmann.

Attilas Abgang: Die Berliner Justiz sucht einen Maulwurf im Fall Attila Hildmann, recherchieren WDR und "Süddeutsche Zeitung". Der vegane Verschwörungstheoretiker wurde offenbar gewarnt, dass ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt und setzte sich deshalb in die Türkei ab. Während die Justiz eine undichte Stelle in den eigenen Reihen vermutet, behauptet Hildmann, die Polizei habe sich bei seiner Mutter verplappert.
tagesschau.de

Lese-Tipp: Linda Zervakis sucht den Menschen im Politiker Armin Laschet, findet ihn aber nicht.

Lese-Tipp: Linda Zervakis sucht den Menschen im Politiker Armin Laschet – findet ihn aber nicht wirklich, urteilt Holger Gertz in seiner TV-Kritik zum Kanzlerkandidaten-Interview bei ProSieben. Auch Zervakis' Kollege Louis Klamroth kommt nur langsam auf Betriebstemperatur, beide Fragenden sind Gertz zu sehr mit "Auflockerung" beschäftigt. Fazit: Eine Sendung, "die den Polit-Talk auch nicht erneuert."
sueddeutsche.de

Martin Semmelrogge schaltet einen Anwalt gegen Micky Beisenherz ein.

Unlustig: Martin Semmelrogge schaltet einen Anwalt ein, nachdem Micky Beisenherz in einer "Süddeutsche Zeitung"-Kolumne gemutmaßt hatte, er habe sich seine Corona-Infektion bei einem Treffen mit dem Schauspieler eingefangen. Semmelrogge hält die Aussage für eine "Unverschämtheit" und gibt an, bereits geimpft zu sein. Er verlangt von Beisenherz, den "Corona-Rufmord" klarzustellen.
bild.de, turi2.de (Background)

Der “Tagesspiegel” will auch außerhalb der Hauptstadt relevant sein.

Tagesspiegel misst sich mit der "Süddeutschen Zeitung", der "Zeit" und habe auch die "FAZ" im Blick, sagt Chefredakteur Christian Tretbar im "Kress"-Interview. 80 % der "Tagesspiegel"-Reichweite sei inzwischen überregional und nicht nur auf Berlin und Brandenburg begrenzt. Tretbar sieht die Zeitung auch aufgrund des Standortvorteils "näher an der Politik".
kress.de (Paid)

Süddeutsche Zeitung: Telegram ist für viele der Einstieg in die Radikalisierung.

Süddeutsche Zeitung SZ 150 Radikale Recherche: Für etliche Menschen sind Corona-Gruppen auf Telegram die Einstiegsdroge zur Radikalisierung, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Die "SZ"-Journalistinnen haben knapp 12 Mio Nachrichten aus 967 deutschsprachigen Gruppen und Kanälen auf problematische Begriffe untersucht, um die Gefahr der dortigen Kommunikation zu messen. Ein stetiger Anstieg extremistischer Nachrichten lasse sich dabei "eindeutig festhalten", jede zehnte Interaktion sei u.a. von rassistischen und gewaltverherrlichenden Inhalten geprägt.
projekte.sueddeutsche.de

“Spiegel” wirft “SZ”, ZDF und “Bild” Parteilichkeit im DFB-Machtkampf vor.

DFB: Im Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und seinem Generalsekretär Friedrich Curtius teilen "Süddeutsche Zeitung", ZDF und "Bild" "fulminant gegen die Keller-Gegner" aus, wirft der "Spiegel" den Medien vor. "SZ" und ZDF hätten "bis aufs Wort" identische Fragenkataloge an den früheren DFB-Berater Kurt Diekmann geschickt, die auf geleakten internen E-Mails fußten, aus denen zuerst die "Bild" zitiert hatte. Diekmann vermutet einen Hackerangriff und hat Strafanzeige gestellt.

In einem "Bild"-Bericht von Ende April wird Diekmann als dubioser Berater dargestellt – dabei soll das Springer-Blatt selbst mit ihm zusammengearbeitet und ihm "8000 Euro netto plus Spesen" für DFB-Interna bezahlt haben, schreibt der "Spiegel". Das Magazin resümiert: Hätte sich Keller nicht mit einem Nazi-Vergleich ins Abseits manövriert, "wäre der Kampf deshalb wohl für ihn entschieden gewesen".
spiegel.de (Paid), turi2.de (Background)

Film-Tipp: “Hinter den Schlagzeilen” zeigt Investigativ-Arbeit der “Süddeutschen Zeitung”.

Film-Tipp: Die Doku Hinter den Schlagzeilen gibt Einblick in die Arbeit des Investigativ-Teams der "Süddeutschen Zeitung" um Bastian Obermayer und Frederik Obermaier. Der Film von Daniel Sager beleuchtet u.a. die Recherchen zur Ibiza-Affäre. Heute um 20 Uhr ist Online-Premiere beim Dokfest München @Home, bis zum 23. Mai kann der Film für 6 Euro gestreamt werden.
dokfest-muenchen.de, sueddeutsche.de (Interview Sager), vimeo.com (2-Min-Trailer)

Chefredakteurinnen von Gruner + Jahr schreiben Leserbrief an die “Süddeutsche Zeitung”.

Gruner + Jahr: Brigitte Huber und Florian Gless widersprechen per Leserbrief einem Beitrag von Caspar Busse in der "Süddeutschen Zeitung". Der Vorwurf: Sein Text Das Ende einer Ära sei eine "Ansammlung unüber­prüfbarer und damit unwider­legbarer Endzeit­stimmen". Im Namen aller Chef­redakteurinnen von G+J schreiben Huber und Gless: "Hätte die 'SZ' bei uns nachgefragt, hätten wir nicht nur widersprochen - wir hätten ein gänzlich anderes Bild vermittelt". Sie nähmen eine "spürbare Aufbruch­stimmung" im Verlag wahr.
zeitung.sueddeutsche.de (Paid), twitter.com/matthiasdan (Screenshot des Leserbriefs)

Johannes Hauner ist Geschäftsführer für Digitale Medien bei der “Süddeutschen Zeitung”.

Süddeutsche Zeitung: Johannes Hauner, 37, ist ab sofort Geschäftsführer für Digitale Medien bei der "Süddeutschen Zeitung". Er folgt auf Stefan Hilscher, der weiter Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags bleibt. Seit 2019 ist Hauner Mitglied der Geschäftsleitung, seit 2018 verantwortet der studierte Volkswirt den digitalen Produktbereich.
swmh.de

SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer beklagt mangelnden Veränderungswillen.


Streitkultur gesucht: Judith Wittwer, seit vergangenen Sommer gemeinsam mit Wolfgang Krach Chefredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung", geht im Interview mit dem "Journalist" kritisch mit der Stimmung in ihrer Zeitung ins Gericht: "Der Streit um das beste Argument kommt aktuell zu kurz", antwortet sie auf die Zusammenlegung von Print und Online angesprochen. Wittwer sagt: "Wir Journalisten mögen es, wenn sich die Welt um uns herum bewegt. Wenn wir uns selbst verändern müssen, tun wir uns manchmal schwer damit". So falle es auch der "Süddeutschen Zeitung" schwer, Dinge neu zu denken, um digitaler zu werden. "So bald wie möglich" soll es keine unterschiedlichen GmbHs mehr für Print- und Online-Redakteurinnen geben. Ob das noch 2021 der Fall sein wird, will Wittwer nicht sagen.

Angesprochen auf den Abgang zahlreicher Frauen, kontert Wittwer mit drei erstmals von Frauen geführten Ressorts. Dennoch finde sie es besser, ohne Quote auszukommen: "Quoten sind nie die beste, allenfalls aber die zweitbeste Lösung." Gleichwohl findet sie, dass Frauen oft durch starre Rollenbilder in ihrer beruflichen Entwicklung eingeschränkt sind: "Es braucht nicht nur emanzipierte Frauen, sondern auch emanzipierte Männer. Gleichberechtigung ist nicht nur ein Frauenthema, sondern gehört schlichtweg zu einer liberalen Gesellschaft".
"Journalist" 04/2021, S. 19 (Paid), presseportal.de, turi2.de (Background)

Spotify startet 12 neue deutsche Originals und expandiert in 85 neue Märkte.


Audio-Offensive: Spotify expandiert und will in Kürze in 85 neuen Märkten starten. Der Audio-Streamingdienst unterzeichnet dafür u.a. mehrjährige Partnerschaften mit Warner Bros und DC. Bislang ist Spotify in 93 Ländern aktiv – durch die Expansion will das Unternehmen mehr als eine Mrd Menschen erreichen. Als weitere Neuerung kündigt Spotify eine Plattform zum Ausspielen von Werbung in Podcasts an.

Im deutschen Markt startet Spotify 12 neue Originals, u.a. drei Formate in Kooperation mit der "Süddeutschen Zeitung". "Terror am OEZ – Fünf Jahre nach dem Anschlag in München" beleuchtet etwa das rechtsradikale Attentat auf ein Münchner Einkaufszentrum 2016. Auch Cartoonist Ralph Ruthe bekommt mit dem Wissens-Podcast "Allgemein gebildet" ein Stück vom Audio-Kuchen ab. Für Musik-Liebhaber*innen rollt Spotify in ausgewählten Ländern außerdem eine bezahlte HiFi-Funktion aus, die CD-Qualität via Streaming ermöglichen soll.
newsroom.spotify.com, dwdl.de, manager-magazin.de, techcrunch.de

Hör-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” hat sich Audio-Know-How bewusst ins Haus geholt.

Hör-Tipp: Vinzent-Vitus Leitgeb leitet seit Anfang 2018 das Audio-Team der "Süddeutschen Zeitung". Im Medien­podcast Unter Zwei von Levin Kubeth berichtet er u.a. von der Entscheidung, das Know-How der Audio-Produktion, die anfangs externe Hilfe hatte, komplett ins Haus zu holen. Bewusst verzichtet die "SZ" darauf, Werbung in Podcast von den Moderator*innen sprechen zu lassen. Aus der Zeitungs- und Online-Redaktion kommen inzwischen Initiativ-Vorschläge für neue Formate und Serien, nur ein Redakteur weigert sich beständig, in den Podcast zu kommen.
anchor.fm (100-Min-Audio)