Klick-Tipp: Tina Hassel “sagt jetzt nichts” im “Süddeutsche Zeitung Magazin”.

Klick-Tipp: Journalistin Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, beantwortet das "Sagen Sie jetzt nichts"-Interview im "Süddeutsche Zeitung Magazin". Glaubt man den Gesten, liest Hassel nach Feierabend lieber ein gutes Buch anstatt sich weiter mit Nachrichten zu befassen. Was sie nach ihrem für 2024 geplanten Abgang beim Hauptstadtstudio vorhat, bleibt noch geheim – ein Schweigegelübde wäre aber möglich.
sz-magazine.sueddeutsche.de

“Süddeutsche” macht Lena Kampf und Jörg Schmitt zu Stellvertretern des Investigativ-Ressorts.

Recherche-Dreifaltigkeit: Die "Süddeutsche Zeitung" macht Lena Kampf und Jörg Schmitt (Foto) zu Stellvertretern von Investigativ-Chef Ralf Wiegand. Beide arbeiten bereits seit Anfang Dezember auf ihren neuen Posten. Kampf war im vergangenen Frühjahr von WDR Investigativ zur "Süddeutschen" gewechselt, Schmitt arbeitete bis 2020 für den "Spiegel", bei dem er zuletzt den Investigativ-Bereich leitete. Bei der "Süddeutschen" soll Kampf künftig die Zusammenarbeit mit dem Parlamentsbüro koordinieren, Schmitt internationale Recherchen betreuen.
per Mail, turi2.de (Background Schmitt)

Nur die “taz” unterschreibt Vielfalts-Selbstverpflichtung von Pro Quote.

Keine Zeit für Vielfalt? Die Initiative Pro Quote Medien besucht die Chef­redaktionen deutscher Leit­medien und bringt eine Selbst­verpflichtung zur Förderung von Frauen und Diversität mit – lediglich die "taz" unter­schreibt den Vertrag. "Bild", "Welt" und "Focus" hatten keine Zeit für ein Treffen. "Stern", "Zeit", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" zeigen Bemühungen und Fort­schritte, wollten sich an die Forderung von Pro Quote, u.a. 50 % Frauen mit diversen Hinter­gründen in allen Führungs­ebenen, aber nicht binden. "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sehe keinen besonderen Förder-Bedarf.
mailchi.mp/pro-quote, turi2.de (Background Kaube)

Autoindustrie-Experte Max Hägler wechselt von der “Süddeutschen” zur “Zeit”.

Zeit wirbt Wirtschafts­redakteur und Automotive-Fachmann Max Hägler, 41 bei der "Süddeutschen Zeitung" ab, berichtet Kress.de. Mit seiner Expertise und seinen Kontakten soll er ab April die Berichterstattung der "Zeit" zu Industrie-Themen verstärken. Als persönlichen Grund für seinen Wechsel "im allerbesten Einvernehmen" nennt Hägler "Neugier".
kress.de

Bertelsmann verhandelt über den Verkauf der Gruner+Jahr-Zeitschriften.


Magazine für Moneten: Bertelsmann verhandelt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über den Verkauf von Magazinen, die ehemals zu Gruner + Jahr gehörten und seit kurzem Bestand des RTL-Portfolios sind. Bis auf den "stern" seien nahezu alle Aushängeschilder anderen Verlagen angeboten worden – auch die bisher sicher geglaubte Zeitschrift "Geo". Zum Verkauf stehen sollen darüber hinaus die Frauenmagazine "Brigitte" und "Gala", die Einrichtungs-Bibel "Schöner Wohnen" sowie "Beef", "Barbara" und "Guidos Deko Queen". Die Gebote für die einzelnen Titel liegen zwischen 50 und 100 Mio Euro, als wertvollste und teuerste Marke gilt die "Brigitte" samt ihrer zugehörigen Ableger (z.B. "Brigitte Woman").

Die Verhandlungen über mögliche Verkäufe führt laut "Süddeutsche"-Informationen Bertelsmann-Boss Thomas Rabe, offiziell hüllt sich der Konzern in Schweigen und spricht nur von einer noch laufenden "Analyse des Titelportfolios". Einen "Vertreter eines mitbietenden Zeitschriftenverlags" zitiert die "Süddeutsche" jedoch mit der Aussage, der Ausverkauf könne schon im ersten Quartal 2023 "über die Bühne gehen".
sueddeutsche.de (€), derstandard.at

Alena Buyx plädiert für bessere Datennutzung im Gesundheitsbereich.


Daten-Drama: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, plädiert für eine bessere und umfangreichere Nutzung von Daten im Gesundheitsbereich. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagt sie, die adäquate Nutzung von Patientendaten sei ebenso ethisch geboten wie der Datenschutz. Datenschutz diene zwar dem Schutz von Patienten, dürfe Menschen aber auch nicht schaden – er müsse daher gegen andere Grundrechte wie Gesundheit abgewogen werden. Die bislang bestehenden Regeln müssten u.a. auf Widersprüche durchforstet werden. Es würden etwa zu wenige Daten für die medizinische Forschung genutzt, da die Rechtfertigung einer solchen Nutzung "zu schwer und kompliziert" sei: "Da ist das Maß verloren gegangen".
sueddeutsche.de (€)

Zitat: Alice Schwarzer fühlt sich zu unrecht missverstanden.

"Ich finde es bemerkenswert, dass man mich so gerne missversteht, weil ich ja alles aufschreibe. Und man es nachlesen kann. "

Alice Schwarzer erzählt im Interview mit dem "SZ-Magazin", dass sie sich oft diskreditiert fühle, die Klischees über Feministinnen "zum Kotzen" finde und sich als Journalistin mit ihrem "feministischen Engagement oft verbrannt" habe.
"SZ-Magazin" 47/2022 S. 18 (€)

Medien verteidigen Berichterstattung zur WM in Katar.


Muss ja: Zahlreiche Medien haben in den vergangenen Tagen Statements veröffentlicht, in denen sie die sportliche Bericht­erstattung über die WM in Katar rechtfertigen. ARD-Teamchef Harald Dietz hält einen medialen Boykott für nicht zielführend, weil "durch dieses Hinschauen viel mehr bewegt werden" könne. Man könne aber nicht erwarten, dass die ARD in jedem einzelnen Beitrag neben den Ergebnissen auch Menschen­rechte thematisiere – das sei "unangemessen". Der Sport-Ressort­leiter der "Süddeutschen", Claudio Catuogno, schreibt: "Wir sind keine Aktivisten, wir sind Journalisten, unser Job ist das Berichten, nicht das Nicht-Berichten." Die "taz" will eine Bericht­erstattung koordinieren, "bei der das Porträt eines Arbeiters, der beim Stadionbau mitgewirkt hat, ebenso seinen Platz hat, wie das eines Fußballers", so Andreas Rüttenauer. "FAZ"-Sport-Redakteur Anno Hecker verspricht, bei Texten über die WM "weder auf die Erwartungen von Kritikern noch auf die Wünsche von Schwärmern" Rücksicht zu nehmen. Die "Zeit" wird auf einige "heitere Formate früherer Turniere verzichten", kündigen Cathrin Gilbert und Christian Spiller an. Die Leserinnen sollen sich aber trotzdem "über Tore freuen dürfen". (Foto: Tom Weller / dpa / Picture Alliance)
deutschlandfunk.de, sueddeutsche.de, taz.de, faz.net, zeit.de

Hör-Tipp: “SZ-Magazin” beschäftigt sich in einem Podcast mit Aufstieg und Fall von Alice Schwarzer.

Hör-Tipp: Das "SZ-Magazin" widmet Alice Schwazer zu ihrem 80. Geburtstag am 3. Dezember einen Podcast. In Who the f*** is Alice? begeben sich die Journalistinnen Susan Djahangard und Gabi Herpell auf die Suche nach Antworten, warum das Lebens­werk von Deutschlands bekanntester Frauen­rechtlerin mittler­weile schwer angekratzt und Schwarzer heute umstrittener denn je ist. Die erste Folge ist gratis, fünf weitere Episoden erscheinen wöchentlich hinter "SZ"-Paywall.
sueddeutsche.de (35-Min-Audio)

“Süddeutsche Zeitung” erscheint am Wochenende mit neuen Büchern.

Süddeutsche Zeitung am Wochenende erscheint ab diesem Samstag mit über­arbeitetem Konzept. Neu sind die Bücher "Unterwegs", "Wohnen & Genießen" sowie "Liebe & Leben", kündigt Chef­redakteurin Judith Wittwer im "Horizont"-Interview von Roland Karle an. Das bestehende Buch "Gesellschaft" soll neue Blick­winkel bieten und erscheint mit einer neuen Debatten-Seite. Der Umfang der Zeitung werde mit durch­schnittlich 64 Seiten etwas höher sein als bisher. Der Preis steigt von 4,10 Euro auf 4,90 Euro. Online ergänzt SZ.de die Wochenend­lektüre um Podcast, digitales Storytelling und Rätsel.
"Horizont" 46/2022, S. 20/21 (€), turi2.de (Background Preis­erhöhung)

“Clap”: “Süddeutsche” erhöht Preise für Print-Ausgaben um bis zu 20 %.

Teure Texte: Die "Süddeutsche Zeitung" erhöht die Preise ihrer gedruckten Zeitungen deutlich, berichtet "Clap". So kostet die werktägliche Ausgabe mit 3,60 Euro künftig 10 Cent mehr, die Freitagsausgabe samt "SZ Magazin" verteuert sich um 20 Cent auf 3,90 Euro. Der Preis für die Wochenend­ausgabe steigt von 4,10 Euro auf 4,90 Euro – eine Erhöhung von 20 %. Grund seien die gestiegenen Papierkosten, die Inflation und der schwächelnde Werbemarkt. Auch "Spiegel" und "Zeit" haben ihre Copypreise erhöht, aber weniger deutlich.
clap-club.de

Publizist und Sprachpapst Wolf Schneider, 97, ist tot.


Wolf Schneider, 97, ist tot. Der bekannte Journalist und Sprach­kritiker ist in der Nacht zum Freitag in Starnberg bei München gestorben, teilt seine Familie mit. Schneider leitete viele Jahre lang die Henri-Nannen-Schule in Hamburg, war Verlags­leiter beim "Stern", Chef­redakteur der "Welt", Korrespondent bei AP und "Süddeutscher Zeitung" und moderierte neun Jahre lang die "NDR Talk Show". Er war außerdem bekannt als "deutscher Sprach­papst", schrieb u.a. den Bestseller "Deutsch für Profis" und bezeichnete die Rechtschreib­reform als "so überflüssig wie ein bayrischer Kropf". Sein letztes Buch "Denkt endlich an die Enkel!", ein ökologisches Manifest, erschien 2019.

Im Nannen-Lehrgang von "Spiegel"-Redakteur Ansbert Kneip hätten Schneider viele "für ein Scheusal" gehalten, wegen seiner "konservativen Weltsicht und seinem Selbstbewusstsein". Und doch: "Schneider mochte uns", anders als die meisten Lehrer, sagt Kneip. "Schneider war die denkbar schärfste Antithese noch zum geringsten Hauch von Waldorfschule", schreibt der frühere "Geo"-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede im "stern". Er werde sich "mit Hochachtung und Dankbarkeit" an diesen "spannenden Menschen" erinnern. Im Nachruf in der "Süddeutschen" berichtet Detlef Esslinger, Schneider habe sogar seine eigene Adresse redigiert. Er habe ein "herrliches" Leben geführt, bis auf die letzten Wochen: Im Oktober ist sein Sohn Curt Schneider, Rätselautor beim "SZ-Magazin", im Alter von 62 Jahren beim Bergsteigen tödlich verunglückt. (Foto: gbrci / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
sueddeutsche.de, spiegel.de (€), stern.de

Lese-Tipp: Der zweitreichste Mensch der Welt will seine Privatjet-Flüge lieber geheim halten.

Lese-Tipp: Der laut Forbes zweitreichste Mensch der Welt und Chef der Luxus­marken Moët Hennessy und Louis Vuitton hat wegen eines Instagram-Accounts seinen Privatjet verkauft. Bernard Arnault stört sich an dem Konto Laviondebernard, das jeden seiner Flüge aufgezeichnet hat. Der Unternehmer wolle jetzt lieber "Privatjets mieten", um unbemerkt durch die Welt zu tingeln.
sueddeutsche.de

Rätselautor Curt Schneider, bekannt als CUS, ist tot.

Curt Schneider, 62, ist tot. Der Rätselautor, der unter dem Pseudonym CUS bekannt war und seine Identität so gut es ging geheim hielt, starb vergangene Woche bei einem Bergunglück in den bayerischen Alpen. Curt Schneider erfand für das "Süddeutsche Zeitung Magazin" vor 32 Jahren "Das Kreuz mit den Worten", von dem er mehr als 1.600 Stück erdachte.
sueddeutsche.de

Wir graturilieren: Andrian Kreye wird 60.

Wir graturilieren: "Süddeutsche"-Autor Andrian Kreye feiert heute seinen 60. Geburtstag. Wobei: Groß feiern will er erst im Frühjahr, "wenn die Wiesn-, Herbst- und Winterwellen durch sind". Kreye hat in den vergangenen Monaten viel Zeit damit verbracht, große Datensätze auszuwerten. Deshalb beeindruckt ihn auch die Whistleblowerin Frances Haugen, die die Facebook Files geleakt hat. Eine weitere Herausforderung für ihn waren Interviews mit aus Myanmar vertriebenen Rohingya, die in "hermetisch abgeschirmten Flüchtlingslagern in Bangladesch" feststecken. Freuen konnte er sich über den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie "Journalistische Leistung" – und heute freut er sich über Glückwünsche bei Linked-in.

Papiermangel: “Süddeutsche” hat Lagerflächen angemietet, RTL nutzt andere Sorten.

Unter Druck: Aufgrund des Papiermangels hat die "Süddeutsche Zeitung" Lagerflächen in der Nähe von München angemietet, um zusätzliches Papier auf Halde zu haben – einen ähnlichen Schritt machte bereits die "FAZ" publik. RTL setzt für die ehemaligen Gruner + Jahr-Magazine teils auf andere Papiersorten und spart "in Einzelfällen" durch Formatanpassungen oder die Reduzierung von Heftumfängen.
sueddeutsche.de (€)

Rede zu “SZ”-Jubiläum: Angela Merkel war ungern “Kohls Mädchen”.

Niemandes Mädchen: Altbundeskanzlerin Angela Merkel hat beim 77. Jubiläum der Süddeutschen Zeitung am Donnerstagabend in ihrer Festrede den hohen Wert der Pressefreiheit und Meinungsvielfalt beschworen und für ihren Schutz geworben. Die "Süddeutsche Zeitung" bezeichnete sie als ihren "ständigen Begleiter" und als "Stachel im eigenen Fleisch" der Schwesterpartei CSU.

Merkel wurde in ihrer Rede auch persönlich und sagte, die Bezeichnung vieler Medien als "Kohls Mädchen" zu Beginn ihrer politischen Karriere habe sie als "jemand, der sich freute, erstmals im Leben eigenständig seine Meinung zu äußern, ohne mit staatlichen Institutionen in Schwierigkeiten zu kommen", als "ziemlich deprimierend" empfunden.

Die Altbundeskanzlerin lobte die "Süddeutsche Zeitung" u.a. für die "klare Unterscheidbarkeit von Sachverhaltsmeldungen, Reportagen und Meinungsartikeln" und sagte weiter: "Wenig ist aus meiner Sicht bei der Zeitungslektüre erfreulicher, als einen Meinungsartikel zu lesen, dessen Quintessenz man nicht schon kennt, wenn man nur die Zeitung aufschlägt oder den Namen des Autors oder Autorin liest."

Merkel wurde auch politisch und bezeichnete den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als Zäsur und lobte die Entschlossenheit und Geschlossenheit des Westen. Im Hinblick auf die Drohgebärden aus Moskau empfahl sie, die "Worte ernst zu nehmen und sich ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen und sie nicht von vornherein als Bluff einzustufen".
sueddeutsche.de, sueddeutsche.de (Rede-Manuskript), sueddeutsche.de (Insights zu 77 Jahren "SZ")

Lese-Tipp: Wie die “Süddeutsche” visuellen Journalismus macht.

Lese-Tipp: "Fotos, Grafiken, Animationen müssen sich mit dem Text zusammen in eine Geschichte fügen" – basierend auf dieser Erkenntnis hat die "Süddeutsche" für die Veröffentlichung der Panama Papers ein Visualisierungsprogramm entwickelt, das seitdem viele multimediale Geschichten möglich gemacht hat. Auch in diesem Text kommt es zum Einsatz und macht die visuelle Entwicklung der Zeitung seit den 90er Jahren erlebbar.
sueddeutsche.de

Regisseur Ulrich Seidl widerspricht im “Süddeutsche”-Interview Vorwürfen, er habe Kinder “ausgenutzt”.

Wehrt sich: Regisseur Ulrich Seidl widerspricht im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" den "Spiegel"-Vorwürfen, er habe am Filmset von "Sparta" Kinder "ausgenutzt". Er wirft dem "Spiegel" vor, nur 48 Stunden für die Beantwortung eines 40-Fragen-Katalogs gehabt zu haben und fühlt sich "Rufschädigung" ausgesetzt. In den letzten Wochen sei Seidl nach Rumänien gefahren und habe den Film den beteiligten Darstellern sowie den Eltern der mitspielenden Kinder gezeigt – für ihn eine "erfreuliche Erfahrung", bei der es nicht zu Beschwerden kam.
sueddeutsche.de (€), turi2.de (Background)

turi2 edition #19: Hör mal, Ingo Müller …


Wrumm Wrumm: Für Ingo Müller ist es wichtig, dass in Podcasts zwischen Inhalt und Werbung sauber getrennt wird. Der Geschäftsführer von Republic, dem Vermarkter von „FAZ“ und „Süddeutscher Zeitung“, hört aber nicht nur gerne anderen beim Reden zu, sondern macht gerne mal Krach mit seinem Motorrad, sagt er im Audio-Fragebogen der turi2 edition #19. Weiterlesen >>>

Lese-Tipp: Der Stasi-Bericht über einen BR-Journalisten ist eine “Lektüre von Nichtigkeiten”.

Lese-Tipp: BR-Journalist Eberhard Schellenberger wurde jahrelang von der Stasi bespitzelt. In der "Süd­deutschen" schreibt Olaf Przybilla, die 400 Seiten Stasi-Bericht zeigten, mit "welch sinn- und ergebnis­freien Tätigkeiten da ein Staat Hundert­schaften von Schnüfflern versorgt hat". Przybilla findet die "Lektüre von Nichtig­keiten" trotzdem oder gerade deshalb "faszinierend".
sueddeutsche.de

Debatte: Prechts und Welzers Medienkritik ist “weder neu noch arg falsch”, sagt Cornelius Pollmer.

Nichts Neues: Für die "Süd­deutsche Zeitung" hat Cornelius Pollmer das neue Medien­kritik-Buch "Die vierte Gewalt" von Richard David Precht und Harald Welzer vorab gelesen und findet: "Es nervt weniger, als man vorher erwartet hätte." Die Analysen "sind weder neu, noch arg falsch". Die Autoren lieferten leider keine Empfehlungen, um den Journalismus besser zu machen – und "könnten es vermutlich auch nicht".
sueddeutsche.de (€)

“Süddeutsche” startet Podcast-Reihe über Kunstdiebstähle.

True Art Crime: Die "Süddeutsche" erzählt in der neuen Podcast-Reihe "Die Kunst zu stehlen" von Kunst­diebstählen. In den insgesamt fünf Folgen geht es u.a. um den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden und den Raub einer riesigen Gold­münze aus dem Bode-Museum in Berlin. Die erste Folge ist gratis, alle weiteren sind Teil des SZ-Abos.
sueddeutsche.de

Debatte: Die Reformvorschläge für die Öffentlich-Rechtlichen im Realitäts-Check.

Alles nicht so einfach: In der "Süddeutschen Zeitung" unterzieht Medienwissenschaftler Wolfgang Schulz die propagierten Reformvorschläge für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einem Realitäts-Check. Die Deckelung von Intendantinnen-Gehältern sei bei laufenden Verträgen nicht möglich, auch die Höhe des Rundfunkbeitrags lasse sich nicht so leicht einfrieren. Die Zusammenlegung mehrerer Sender würde Gesetzesänderungen in mehreren Bundesländern erfordern. Sogar ARD-einheitliche Compliance-Regeln seien kein Garant für einen schnellen "Kulturwandel".
sueddeutsche.de (€)

Russische Propaganda: Auch von der “Süddeutschen” gibt es Fake-Websites.

Fake-News: Auch von der "Süddeutschen Zeitung" kursieren im Netz gefälschte Websites und Videos. Dahinter stecke russische Propaganda, klärt die Zeitung auf. Optisch seien die Video-Klone "fast perfekt", inhaltlich würden aber "Rechtschreibfehler und ungelenke Formulierungen" dominieren. Die Fake-Clips würden zudem kaum von echten Menschen geteilt.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Meistgeklickte Journalistin gestern war Laura Terberl.

Meistgeklickte Journalistin gestern war Laura Terberl. Die Ressort­­leiterin des Audio- und Video-Teams der "Süddeutschen Zeitung" erklärt im Interview für die turi2 Podcast-Wochen, warum sie ein reines Podcast-Abo momentan nicht für sinnvoll hält. Auf Rang 2 landet Aline von Drateln, dahinter folgt BR-Intendantin Katja Wildermuth.
turi2.de/koepfe (meistgeklickte Frauen aus dem Journalismus vom 1.9.2022)

“Süddeutsche Zeitung” lässt Olympische Spiele 1972 im historischen Live-Blog wieder aufleben.

Blog der Ringe: Die "Süddeutsche Zeitung" dokumentiert die Olympischen Sommerspiele 1972 in München mit einem historischen Live-Blog. Bis zum 11. September berichtet die Redaktion 50 Jahre später tages­genau – und sofern möglich auch stunden- oder minuten­genau – über die wichtigsten Ereignisse sowie kleinere, bisweilen kuriose Begebenheiten und unbekanntere Akteure.
sueddeutsche.de

Worin liegt der Reiz des Podcasts für einen Textverliebten, Nils Minkmar?


Zurück zum Ursprung: “Podcasten ist die Rückkehr des Mediums zu seiner Wurzel: der menschlichen Kommunikation”, schreibt Journalist Nils Minkmar in einem Gast­beitrag im Rahmen der turi2 Podcast-Wochen. War Radio für ihn immer “eine ernste Angelegenheit”, die mit den Jahren “in immer mehr Formate gebannt wurde”, sei Podcasten eine “Ausübung unserer Freiheit”. Seit April 2022 lebt Minkmar dieses Freiheit im Podcast Quoted der “Süddeutschen Zeitung” aus. Zusammen mit Kommunikations­wissen­schaftlerin Nadia Zaboura analysiert er darin aktuelle, medienpolitische Debatten. Weiterlesen >>>

Sind Hörerinnen bereit, für Podcasts zu bezahlen, Laura Terberl?


Zahlen, bitte: Die “Süddeutsche Zeitung” fährt bei ihrer Podcast-Strategie dreigleisig. Das Audio- und Video-Team um Ressort­leiterin Laura Terberl produziert werbe­finanzierte Reichweiten-Podcast, Auftrags­produktionen für Plattformen wie Spotify und Audio-Serien, die hinter der eigenen Paywall landen. “Menschen sind bereit, für gute Inhalte zu bezahlen”, sagt Terberl im Interview. Ein reines Podcast-Abo hält sie aber momentan nicht für sinnvoll, weil es das Abo-Angebot zu sehr fragmentieren würde. Gesellschaftlich relevante, aber schwierige Stoffe wie NSU-Terror oder Kindes­missbrauch eigneten sich für die Werbe­vermarktung nur bedingt: “Gerade deshalb sind wir froh, solche wichtigen Themen im Rahmen von SZ-Plus erzählen zu können”, sagt sie. Das Interview erscheint innerhalb der turi2 Podcast-Wochen. Weiterlesen >>>

Debatte: Belehrungen an junge Menschen sind “anmaßend”.

Lass stecken: Die dauernden Belehrungen an junge Menschen, sie mögen "mehr arbeiten, weniger fliegen und sozialer sein" sind "anmaßend", schreibt Cornelius Pollmer in der "Süddeutschen Zeitung". Die "jungen Leute müssen exakt gar nichts", da sie "vieler Chancen ihrer Jugend teilweise unwiederbringlich beraubt" worden seien. Der Gedanke "Ich kann gerade nicht, aber ihr könnt mich mal" sei ihnen nicht zu verübeln.
sueddeutsche.de (Paid)

Debatte: Christina Berndt fordert ein Werbe-Verbot für Fast Food.

Not lovin' it: Ein Werbe-Verbot für Fast Food und "Dinge, die einen frühen Tod befördern" fordert Christina Berndt in der "Süddeutschen Zeitung". Menschen würden es nur selten schaffen, den "Verlockungen der Lebensmittelindustrie" zu widerstehen – der Staat müsse sie daher vor Kalorien und Kilos "schützen". Die Pläne der Ampel, Junk-Food-Spots in Kindersendungen zu unterbinden, gehen Berndt nicht weit genug.
sueddeutsche.de

Debatte: Documenta-Bericherstattung bei “Spiegel” macht Peter-Matthias Gaede “fassungslos”.

Hartes Urteil: Der ehemalige "Geo"-Chef­redakteur Peter-Matthias Gaede bezeichnet bei Meedia.de die Bericht­erstattung über die Documenta 15 in "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" als eine Form von "Erregungs­journalismus, die fassungslos machen kann". Bei einem Beitrag von "Spiegel"-Redakteur Alexander Neubacher vermutet Gaede, Neubacher habe sich sein Urteil nicht "durch direkte Recherche verderben lassen" wollen – das wäre "Haudrauf-Journalismus der simpelsten Art".
meedia.de

Hör-Tipp: Subscription-Podcasts funktionieren, wenn man sie im Paket verkauft, sagt Laura Terberl.

Hör-Tipp: Subscription-Podcasts haben künftig eine Chance, wenn man sie in einem guten Paket verkauft, sagt Laura Terberl, Leiterin des Bereichs Audio und Video bei der "Süddeutschen Zeitung", im OMR-Podcast "PodTalk". Alleinstehende Abos würden für Personal Brands und Nischen besser funktionieren. Die "SZ"-Podcasts hinter der Paywall beschäftigen sich mit gesellschaftlich relevanten, aber schwierigen Themen für die sich keine Werbekunden finden.
omrmedia.podigee.io (30-Min-Audio)

NDR und “Süddeutsche” berichten über Belästigung und Sexismus im Frauenfußball.

Grenzüberschreitung: Der NDR und die "Süddeutsche Zeitung" dokumentieren sexuelle Übergriffe, Belästigungen und Beleidigungen im Frauenfußball – im Amateur- und Profi-Bereich. O-Ton-Geberinnen sind u.a, die Nationaltorhüterin Almuth Schult und die frühere National-Spielerin Tabea Kemme. Sie beklagen neben respektlosen Sprüchen auch ungewollte Berührungen und schlechtere Trainings-Bedingungen als bei den Männern. Heike Ullrich, Generalsekretärin des DFB, sagt, jeder Vorfall "ist einer zu viel". Sexismus ist für sie aber kein spezifisches Fußball-Problem, sondern betreffe die gesamte Gesellschaft.
presseportal.de, ndr.de, sueddeutsche.de (Paid)

Pegasus-Bericht: Landgericht Hamburg weist Klagen gegen Zeit Online und die “Süddeutsche” ab.


Abfuhr: Das Hamburger Landgericht weist Beleidigungsklagen von Marokko gegen Zeit Online und die "Süddeutsche Zeitung" als "unbegründet" zurück. Das bereits im Juni gefällte Urteil ist nicht rechtskräftig, Marokko hat Berufung eingelegt. Das Königreich stört sich an Recherchen der Medienhäuser vom vergangenen Juli, wonach mutmaßlich marokkanische Behörden hinter Cyberangriffen auf die französische Regierung stecken. Dabei soll die umstrittene Spionage-Software Pegasus der israelischen NSO Group zum Einsatz gekommen sein. Derweil vermelden die NGOs DigitalReach und iLaw sowie die Forschungseinrichtung Citizen Lab laut den "Spiegel"-Investigativjournalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, dass sich "Spuren von Pegasus" auch auf den Handys von thailändischen Akademikerinnen und Aktivistinnen befinden.

Die NSO Group beteuert stets, das Programm nur an Regierungen und staatliche Einrichtungen zu verkaufen – unter der Bedingung, dass diese es nur im Kampf gegen Terrorismus und schwere Kriminalität einsetzen. Medienrecherchen hatten allerdings belegt, dass manche Staaten die Software dafür benutzen, um z.B. kritische Journalistinnen, Oppositionelle und Menschenrechtsaktivistinnen auszuspähen oder Staats- und Regierungschefs anderer Länder auszuspionieren.
zeit.de, spiegel.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung” podcastet aus der Münchner S-Bahn.

Süddeutsche Zeitung startet den 14-täglichen Lokal-Podcast München Persönlich über "Menschen, die die Stadt bewegen". Die Besonderheit: Beim Gespräch fahren sie mit U- oder S-Bahn, Bus, Tram oder Fahrrad­rikscha durch München. Die Idee ist nicht ganz neu: Der "Tagesspiegel" podcastet aus der Berliner Ringbahn.
sueddeutsche.de (1. Folge, 24-Min-Audio)

Antonie Rietzschel wechselt von der “Süddeutschen” zur “Leipziger Volkszeitung”.

Wende im Osten: "Süddeutsche"-Korrespondentin Antonie Rietzschel wechselt zum 1. Oktober zur "Leipziger Volkszeitung". Sie soll dort das Team "Investigativ/­Gesellschaft/­Reportage" verstärken, schreibt "LVZ"-Chefredakteurin Hannah Suppa auf Twitter. Rietzschel arbeitet seit 2012 für die "Süddeutsche", zuletzt berichtete sie freiberuflich für die Zeitung aus Leipzig.
twitter.com

Zitat: Julia Jäkel verzweifelt an der Debatte um Henri Nannen.

"Die Debatte um die Geschichte und Bedeutung des einstigen stern-Chefs Henri Nannen hat mich in den letzten Wochen verzweifeln lassen."

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner + Jahr, schreibt sich auf Linked-In ihren Frust über den Umgang mit "stern"-Gründer Henri Nannen von der Seele. Sie pflichtet u.a. Nils Minkmar bei, der die Debatte um Nannens Vergangenheit in der "Süddeutschen Zeitung" als "unterkomplex" bezeichnet hatte.
linkedin.com (Post Jäkel), turi2.de (Background Minkmar)

turi2 edition #18: Warum sind die Deutschen so besessen vom Geld, Nils Minkmar?


Nach uns die Geldflut: Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam in Deutschland die Sehnsucht nach Stabilität – und damit nach dem Geld, beobachtet Autor und Historiker Nils Minkmar. Heute sind Geldscheine “symbolisch völlig überfrachtet”, schreibt er im Gastbeitrag für die turi2 edition #18. Doch er kennt ein Gegenmittel. Weiterlesen >>>

Debatte: Volo-Bewerberinnen sollen nicht für die “Süddeutsche” schwärmen, rät Iris Spiegelberger.

Süddeutsche Zeitverschwendung: "Bitte verschwendet nicht euer halbes Anschreiben damit, zu schwärmen, warum die 'Süddeutsche Zeitung' so toll ist", rät Volo-Betreuerin Iris Spiegelberger allen Bewerberinnen in einem Twitter-Thread. Brennend würde es sie eher interessieren, "was ihr für optimierungswürdig haltet". Das "stete Hinterfragen, auch der eigenen Arbeit", habe die "Süddeutsche" zu dem gemacht, was sie ist.
twitter.com

Alles eine Frage der Perspektive: Kathrin Werner über den Sinn des weiblichen Blicks auf die Wirtschaft.


Wirtschaft wird weiblich: Frauen sind eine treibende Kraft der Wirtschaft, doch die großen deutschen Wirtschafts­magazine sind bisher voller Geschichten für Männer über Männer und von Männern geschrieben, kritisiert Kathrin Werner, Redaktions­leiterin von “Plan W”, dem Frauen-Wirtschafts­magazin der “Süddeutschen Zeitung”. Aufgabe des Journalismus sei es, Frauen, die die Wirtschaft verändern, als Vorbilder und Role Models sichtbarer zu machen. turi2 veröffentlicht Werners Beitrag in Kooperation mit Republic, dem gemeinsamen Vermarkter der “FAZ” und der “Süddeutschen Zeitung”. Weiterlesen >>>