SZ-Chefredakteurin Judith Wittwer beklagt mangelnden Veränderungswillen.


Streitkultur gesucht: Judith Wittwer, seit vergangenen Sommer gemeinsam mit Wolfgang Krach Chefredakteurin bei der "Süddeutschen Zeitung", geht im Interview mit dem "Journalist" kritisch mit der Stimmung in ihrer Zeitung ins Gericht: "Der Streit um das beste Argument kommt aktuell zu kurz", antwortet sie auf die Zusammenlegung von Print und Online angesprochen. Wittwer sagt: "Wir Journalisten mögen es, wenn sich die Welt um uns herum bewegt. Wenn wir uns selbst verändern müssen, tun wir uns manchmal schwer damit". So falle es auch der "Süddeutschen Zeitung" schwer, Dinge neu zu denken, um digitaler zu werden. "So bald wie möglich" soll es keine unterschiedlichen GmbHs mehr für Print- und Online-Redakteurinnen geben. Ob das noch 2021 der Fall sein wird, will Wittwer nicht sagen.

Angesprochen auf den Abgang zahlreicher Frauen, kontert Wittwer mit drei erstmals von Frauen geführten Ressorts. Dennoch finde sie es besser, ohne Quote auszukommen: "Quoten sind nie die beste, allenfalls aber die zweitbeste Lösung." Gleichwohl findet sie, dass Frauen oft durch starre Rollenbilder in ihrer beruflichen Entwicklung eingeschränkt sind: "Es braucht nicht nur emanzipierte Frauen, sondern auch emanzipierte Männer. Gleichberechtigung ist nicht nur ein Frauenthema, sondern gehört schlichtweg zu einer liberalen Gesellschaft".
"Journalist" 04/2021, S. 19 (Paid), presseportal.de, turi2.de (Background)

Spotify startet 12 neue deutsche Originals und expandiert in 85 neue Märkte.


Audio-Offensive: Spotify expandiert und will in Kürze in 85 neuen Märkten starten. Der Audio-Streamingdienst unterzeichnet dafür u.a. mehrjährige Partnerschaften mit Warner Bros und DC. Bislang ist Spotify in 93 Ländern aktiv – durch die Expansion will das Unternehmen mehr als eine Mrd Menschen erreichen. Als weitere Neuerung kündigt Spotify eine Plattform zum Ausspielen von Werbung in Podcasts an.

Im deutschen Markt startet Spotify 12 neue Originals, u.a. drei Formate in Kooperation mit der "Süddeutschen Zeitung". "Terror am OEZ – Fünf Jahre nach dem Anschlag in München" beleuchtet etwa das rechtsradikale Attentat auf ein Münchner Einkaufszentrum 2016. Auch Cartoonist Ralph Ruthe bekommt mit dem Wissens-Podcast "Allgemein gebildet" ein Stück vom Audio-Kuchen ab. Für Musik-Liebhaber*innen rollt Spotify in ausgewählten Ländern außerdem eine bezahlte HiFi-Funktion aus, die CD-Qualität via Streaming ermöglichen soll.
newsroom.spotify.com, dwdl.de, manager-magazin.de, techcrunch.de

Hör-Tipp: “Süddeutsche Zeitung” hat sich Audio-Know-How bewusst ins Haus geholt.

Hör-Tipp: Vinzent-Vitus Leitgeb leitet seit Anfang 2018 das Audio-Team der "Süddeutschen Zeitung". Im Medien­podcast Unter Zwei von Levin Kubeth berichtet er u.a. von der Entscheidung, das Know-How der Audio-Produktion, die anfangs externe Hilfe hatte, komplett ins Haus zu holen. Bewusst verzichtet die "SZ" darauf, Werbung in Podcast von den Moderator*innen sprechen zu lassen. Aus der Zeitungs- und Online-Redaktion kommen inzwischen Initiativ-Vorschläge für neue Formate und Serien, nur ein Redakteur weigert sich beständig, in den Podcast zu kommen.
anchor.fm (100-Min-Audio)

Ex-“Disco”-Moderator Ilja Richter fühlt sich vom ZDF “verletzt und enttäuscht”.

Alte Liebe rostet doch: Ex-Disco-Moderator Ilja Richter fühlt sich von seinem früheren Stammsender ZDF "verletzt und enttäuscht", berichtet er im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". 1998 habe ihn die Anstalt unter einem Vorwand zu einem Dreh für Die versteckte Kamera eingeladen, bei dem Richter - als Scherz - der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde. Das Material wurde zwar nicht ausgestrahlt und es kam noch vor Ort zu einer Entschuldigung – dennoch bleibt Richter die Situation als "direkte Erfahrung von körperlicher und seelischer Gewalt" in Erinnerung. Die entsprechende Aufnahme sei vom ZDF vernichtet worden. Eine Entschädigung habe es nicht gegeben, weil sie nie im TV gelaufen sei.

Zudem kritisiert der 68-Jährige, der Sender habe sein Erbe "ausgeschlachtet" – ebenfalls ohne Entlohnung für mehr als 3.500 gesendete Disco-Wiederholungen. Eine entsprechende Klage Richters wurde im Sommer 2020 gerichtlich abgewiesen, da die Justiz von einer außergerichtlichen Einigung ausgegangen sei. Das Angebot des ZDF sei aber "alles andere als angemessen gewesen".
sueddeutsche.de (Paid)

Die “Süddeutsche” recherchiert in der Steueroase Luxemburg.

Open Lux: Die "Süddeutsche" präsentiert mit "LeMonde", "Miami Herald" und weiteren Partnern neue Recherchen zur Steuervermeidung in Luxemburg. Dabei arbeitet sie auch prominente Beispiele von Stefan Quandt über Didi Hallervorden bis zu Angelina Jolie und Brad Pitt auf. Allein Deutschland entgehen laut einer Studie jährlich 5 Mrd Euro durch die Steuergesetze Luxemburgs. Die "Süddeutsche" resümmiert: "Für das Geld der Reichen aus aller Herren Länder ist Luxemburg anscheinend so etwas wie die Playa de Palma für Pauschalreisende."
sueddeutsche.de (Paid)

185 Schauspieler*innen outen sich im “SZ Magazin”.

Coming out: 185 Schauspieler*innen outen sich im "Süddeutsche Zeitung Magazin" als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans* - darunter Eva Meckbach (Foto), Jonathan Berlin, Tucké Royale, ­Karin Hanczewski, Godehard ­Giese und Mehmet Ateșc̦i, mit denen das "SZ Magazin" detailliert über ihre Erfahrungen spricht. Die Künstler fordern in einem #actout-Manifest mehr Sichtbarkeit von Diversität in Gesellschaft und Berufsleben.
sz-magazin.sueddeutsche.de (Paid)

Süddeutsche Zeitung entgeht Mio-Klage.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Solar Millenium vs SZ: Eine Schadensersatzforderung an die "Süddeutsche Zeitung" in Höhe von 78,4 Mio Euro wird vom OLG Nürnberg in zweiter Instanz zurückgewiesen. Geklagt hatte ein Mitgründer der insolventen Firma Solar Millenium: Durch einen 2013 erschienenen Text sei ein wichtiger Deal des Unternehmens geplatzt. Das OLG entschied, die Autor*innen hätten sich an die Regeln der Verdachtsberichterstattung gehalten.
horizont.net

Zitat: “Süddeutsche”-Geschäftsführer Stefan Hilscher will sich nicht in die Redaktion einmischen.

"Eine 'SZ' lebt aus sich heraus und sie muss sich auch aus sich heraus erneuern."

Stefan Hilscher, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, sagt im Meedia-Interview, dass es richtig ist, dass die Geschäftsführung die Chefredaktion nicht abberufen kann, auch wenn Veränderung so manchmal länger braucht.
meedia.de (Paid)

Werbevermarkter von “SZ” und “FAZ” zwingt Mitarbeiter*innen zu neuen Bewerbungen.

Republic, gemeinsamer Print-Werbevermarkter von "Süddeutscher Zeitung" und "FAZ", zwingt langjährige Mitarbeiter*innen zu erneuten Bewerbungen, schreibt Gregory Lipinski. Besonders das Personal der "FAZ" sei betroffen. Von jeweils 50 beschäftigten Angestellten sollen zudem nur je 30 eine neue Stelle bekommen. Die übrigen 20 Stellen - Republic plant mit insgesamt 80 - sollen zunächst über externe Dienstleistungen besetzt werden. Auch Neueinstellungen sind im Gespräch.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

Medieninsider: Janina Reimann wechselt von der “Süddeutschen” zum “Handelsblatt”.

Nachfolge gefunden: Janina Reimann verlässt die "Süddeutsche" in Richtung "Handelsblatt", berichtet Medieninsider. Sie ersetzt dort den ehemaligen Head of Digital Products Martin Dowideit, den es zum "Kölner Stadt-Anzeiger" gezogen hat. Reimann ist bisher Head of Paid Content bei der "SZ". Der genaue Zeitpunkt ihres Wechsels ist laut Medieninsider noch unklar.
medieninsider.com, turi2.de (Backgroound)

“FAZ” und “Süddeutsche Zeitung” gründen den gemeinsamen Print-Werbevermarkter Republic.

Anzeigen-Allianz: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" gründen den gemeinsamen Print-Werbevermarkter Republic. Das Joint Venture soll die überregionale Werbung von "FAZ" und "SZ" vermarkten. Die regionalen, lokalen und die digitalen Anzeigen werden ausgespart und bleiben bei ihren bisherigen Vermarktern. "FAZ" und "SZ" halten je 50 % an dem neuen Unternehmen, das am 1. April 2021 startet. Chefs werden Jürgen Maukner und Ingo Müller, die sich bei den Zeitungen bereits vorher ums Anzeigengeschäft gekümmert haben.

Republic bekommt Standorte in Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Beim Personal wird allerdings gekleckert statt geklotzt: Bisher kümmerten sich über 100 Angestellte um die Anzeigenvermarktung bei "FAZ" und "SZ" - Republic plant mit 80 Mitarbeiter*innen.
wuv.de, horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Klick-Tipp: Die “Süddeutsche Zeitung” macht den T-Shirt-Jahresrückblick.

Süddeutsche Zeitung SZ 1502020, kurzärmelig: Die "Süddeutsche Zeitung" blickt in 53 T-Shirts wochenweise auf das Jahr zurück. Zu den Motiven gehören u.a. Koalas, George Floyd und Ruth Bader Ginsburg. Anlass der Aktion ist eine Verlosung: Wer einen beliebigen Betrag an den "Adventskalender für gute Werke" der "Süddeutschen" spendet, kann daran teilnehmen und eine stoffgewordene Woche aus 2020 gewinnen. Die Erlöse gehen an Bedürftige.
projekte.sueddeutsche.de

Anne Fromm berichtet von schlechter Stimmung in der Redaktion der “SZ”.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung kämpft mit schlechter Stimmung, schreibt Anne Fromm. In der Redaktion sei Frust aufgekommen, weil der Verlag zunächst trotz mehr Aufgaben Kurzarbeit veranschlagt hat und dann ein Sparprogramm mit Stellenabbau beschlossen hat. Die Print-Journalist*innen werden weiter stark bevorzugt, so Fromm. Auch Frauen sähen sich im Nachteil. Wenn eine Führungsposition mit einer Frau besetzt wird, kommt sie meist von außen.
taz.de

Jetzt.de-Redaktionsleiterin Charlotte Haunhorst verlässt die “SZ”.

Süddeutsche Zeitung und Charlotte Haunhorst gehen im Februar getrennte Wege, berichtet Meedia. Haunhorst leitet seit April 2019 das Jugendportal jetzt.de. Seit 2013 arbeitet sie bereits im Team. Über ihre künftigen Pläne und eine Nachfolge ist noch nichts bekannt. Zunächst soll die bisherige Stellvertreterin Lara Thiede die Redaktion kommissarisch leiten.
meedia.de

Internationale Medien führen Recherchen ermordeter, mexikanischer Journalistin fort.

Cartel Project: NDR, WDR, die "Süddeutsche Zeitung und die "Zeit" erzählen gemeinsam mit der Organisation Forbidden Stories die Geschichte der ermordeten, mexikanischen Journalistin Regina Martínez und führen ihre Recherchen fort. Martínez hatte im Umfeld mexikanischer Drogenkartelle recherchiert und wurde 2012 umgebracht. An den Recherchen sind 25 Medien aus 18 Ländern beteiligt.
tagesschau.de, zeit.de, sueddeutsche.de (Paid), forbiddenstories.org

“Süddeutsche Zeitung” macht Ex-Chef Kurt Kister zum Leitenden Redakteur.

Süddeutsche Zeitung macht Ex-Chefredakteur Kurt Kister zum Leitenden Redakteur. Vor einem halben Jahr war der 62-Jährige "auf eigenen Wunsch" aus der Chefredaktion ausgeschieden und wurde von Judith Wittwer ersetzt. Außerdem befördert die "SZ" Ulrike Heidenreich, 55, in die Doppelspitze ihrer Redaktion München, Region und Bayern. Gemeinsam mit Rene Hofmann wird sie das größte Ressort der Zeitung leiten. Zuvor war sie Leitende Redakteurin für die Koordination der Wochenendausgaben.
turi2 - eigene infos, turi2.de (Background)

Johanna Bruckner wechselt von der “Süddeutschen” zur dpa.

dpa holt Johanna Bruckner, 36, als Teamleiterin News der Tochter dpa-infocom. Bruckner kommt von der "Süddeutschen Zeitung", wo sie derzeit als US-Korrespondentin in New York arbeitet. Auf dem neu geschaffenen dpa-Posten verantwortet sie ab Januar die multimedialen "Ready-to-publish"-Angebote der Agentur, also Beiträge, die direkt auf die Webseiten der Kunden einfießen.
presseportal.de

Anzeigen-Allianz von “FAZ” und “SZ” bekommt grünes Licht.

Anzeigen-Allianz von "Süddeutscher Zeitung" und "FAZ" hat die Genehmigung vom Bundeskartellamt, schreibt Gregory Lipinski. Starten dürfte die Kooperation dennoch erst im April, die die Parhner noch über viele Eckpunkte uneins sind. Unklar sei etwa, ob das Bündnis eine Doppelspitze bekommen soll und wo der Sitz der Gesellschaft sein soll.
meedia.de (Paid), turi2.de (Background)

“Süddeutsche”-Gesellschafterin Anneliese Friedmann, 93, ist tot.

Anneliese Friedmann, 93, ist tot. Die Gesellschafterin der "Süddeutschen Zeitung" und langjährige Verlegerin der Münchner "Abendzeitung" ist am Samstag in München gestorben. Anneliese Friedmann war ab 19848 erst Volontärin und später Redakteurin bei "Süddeutschen", heiratete Chefredakteur Werner Friedmann und wechselte nach dessen Tod 1969 in den Kreis der Gesellschafter. Bundesweit bekannt wurde sie in den 1960er-Jahren als Kolumnistin "Sibylle" im "stern".
sueddeutsche.de

“Süddeutsche Zeitung” kann “Aufklärerlogik” der “Spiegel”-Kommission nicht nachvollziehen.

Süddeutsche Zeitung verteidigt ihren Autor Hans Leyendecker gegen das Ergebnis der "Spiegel"-Kommission, die Leyendecker vorwirft, dass seine Version von den Ereignissen 1993 in Bad Kleinen "mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die tatsächlichen Abläufe wiedergibt". Nach der "Aufklärer­logik" der Kommission wäre es für Leyendecker "die einzige Möglichkeit, nicht öffentlich als potenzieller Lügner hingestellt zu werden", seinen Informanten preiszugeben, was er ablehnt. Hans Werner Kilz, ehemaliger "Spiegel"- und "SZ"-Chefredakteur hält es für "völlig unverständlich, wie ein amtierender 'Spiegel'-Chefredakteur ein solches Machwerk" veröffentlichen könne. Der Informantenschutz sei "für einen anständigen Journalisten heilig".
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Zitat: Ulf Poschardt kritisiert Levit-Entschuldigung der “Süddeutschen Zeitung”.

"Der Journalismus ist wichtig. Er ist eine wunderbare Sache. Wer ihn betreibt, sollte im Zweifel unerschrocken sein. Und nicht beim ersten lauten Knall eines Shitstorms einknicken."

"Welt"-Chefredakteur Ulf Poschardt kritisiert die Entscheidung der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung", sich für einen Feuilleton-Artikel über den Pianisten Igor Levit öffentlich zu entschuldigen. Poschardt sieht die innere Pressefreiheit des Blattes in Gefahr.
welt.de (Paid), turi2.de (Background)

Die “Süddeutsche Zeitung” entschuldigt sich bei Igor Levit und ihren Leser*innen.


Sorry seems to be the hardest word: Die Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" bittet auf ihrer Leserbrief-Seite Pianist Igor Levit und ihre Leser*innen um Entschuldigung für einen in der vergangenen Woche veröffentlichten Beitrag. "In eigener Sache" schreiben Wolfgang Krach und Judith Wittwer: "Manche empfinden den Text als antisemitisch, etliche sehen Levit als Künstler und Menschen herabgewürdigt. Auch er selbst sieht das so. Das tut uns leid, und deswegen bitten wir Igor Levit persönlich wie auch unsere Leserinnen und Leser um Entschuldigung."

Auch in der Redaktion sei der Text auf Kritik gestoßen: "Viele Redakteurinnen und Redakteure empfinden etliche Stellen des Textes ebenfalls als antisemitisch." Krach und Wittwer schließen ihren Beitrag mit den Worten: "In der Redaktion haben wir in den vergangenen Tagen ausführlich, leidenschaftlich und kontrovers über den Levit-Text diskutiert. Die Frage, was und wie wir aus dem Fall lernen können, wird uns weiterhin beschäftigen."

Die "Süddeutsche Zeitung" widmet in ihrer aktuellen Ausgabe fast die komplette Leserbrief-Seite dem Thema. Neben dem Beitrag "in eigener Sache" druckt die Zeitung zahlreiche Leserbriefe zum Thema und berichtet über Reaktionen aus dem Internet. Unter dem Titel "Igor Levit ist müde" hatte sich vergangenen Freitag Helmut Mauró polemisch mit dem politischen und gesellschaftlichen Wirken des jüdischen Künstlers auseinandergesetzt. Viele Leser*innen kritisieren vor allem die Vermischung von Kritik an sozialen Medien und Levit und verweisen auf den teils antisemitischen Unterton. (Foto: C. Hardt / Future Image / Imago Images)
sueddeutsche.de

“Süddeutsche” spart sich bei einigen Abonnent*innen die Zustellung bis zur Wohnungstür.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung liefert ab Montag nicht mehr allen Abonnent*innen ihre Zeitung bis zur Wohnungs­tür, sondern nur noch in den Haus­brief­kasten. Betroffen ist "eine mittlere drei­stellige Anzahl an Haus­halten" in "einigen Münchner Bezirken", sagt ein Sprecher. Grund sei die Schwierigkeit, "zuverlässige Zeitungs­boten zu finden", weshalb die bestehenden größere Touren machen müssen.
turi2 - eigene Infos

Google und “Süddeutsche Zeitung” kündigen Digital-Award an.

Google und "Süddeutsche Zeitung" tun sich zusammen und loben den "Aufbruch Award" für "inspirierende Persönlichkeiten" aus, die sich für die digitale Transformation in Deutschland einsetzen. Verleihen wollen die Partner den Preis erstmals am 15. November. Google ist bereits seit einigen Jahren Kunde der Süddeutschen Agentur-Tochter SZ Scala.
per Mail, turi2.de (Background)

“Süddeutsche Zeitung” feiert mit sieben Jubiläums-Seiten 75. Geburtstag.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Vielen Dank für die Zeilen: "Wer die richtigen Leser hat, kann sich glücklich schätzen", urteilt Christian Mayer und zitiert aus den rund 50.000 jährlichen Zuschriften an die "Süddeutsche Zeitung". Weitere Beiträge zum 75. Blatt-Jubiläum erscheinen in der Dienstags­ausgabe auf sieben Seiten, u.a. hält jetzt.de eine Enkelinnen-Laudatio auf ihre Oma.
sueddeutsche.de, jetzt.de, sueddeutsche.de (Chronologie, Paid)

FinCEN-Files: Deutsche Bank und Co versagen im Kampf gegen Geldwäsche.


Geld-Erklärungsnot: Mafiagruppen und andere Verbrecher*innen sollen über Großbanken wie die Deutsche Bank weltweit Geld gewaschen haben, zitieren der NDR, der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" aus geleakten Unterlagen des US-Finanzministeriums. Die Banken seien "nachlässig", die Behörden "überfordert". Über die Deutsche Bank und weitere sollen eine russische Mafiagruppe und ein Helfer von Terrorgruppen Mio gewaschen haben – in großem Umfang, lange und durch das Versagen der Sicherheitssysteme. Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank, sei mitverantwortlich, dass die Verbrecher*innen die Bank so lange nutzen konnten. Er und seine Abteilung untersuchten die Vorgänge 2014 und gaben grünes Licht. Die Deutsche Bank bestreitet, dass Sewing direkt oder indirekt an der Prüfung beteiligt war.

Die Unterlagen wurden Buzzfeed News zugespielt, die Redaktion hat sie mit dem International Consortium of Investigative Journalists geteilt. In Deutschland haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR, WDR und der deutsche BuzzFeed-Ableger die Daten ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse als FinCEN-Files. Grundlage der Recherche sind über 2.100 Berichte aus den Jahren 2000 bis 2017: Banken haben der US-Kontrollbehörde Financial Crimes Enforcement Network darin verdächtige Transaktionen von insgesamt mehr als zwei Bio Dollar gemeldet. Verdächtige Überweisungen müssen laut US-Recht eigentlich binnen 30 tagen gemeldet werden – die Großbanken brauchen aber teilweise Jahre. Das Geld, das gewaschen werden soll, stammt zum Beispiel aus Waffen- und Drogenhandel.
sueddeutsche.de, tagesschau.de (Zusammenfassung), buzzfeed.com, projekte.sueddeutsche.de (FinCEN-Files), icij.org (Rechercheergbenisse bei ICIJ)

Die “Süddeutsche Zeitung” will 50 Redaktionsstellen streichen.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung: Bis zu 50 Redakteur*innen - etwa ein Zehntel der Redaktion - müssen gehen, berichtet Anne Fromm unter Berufung auf eine Redaktionsversammlung. Bis Mitte Dezember können sich Mitarbeiter*innen freiwillig melden und gegen eine Abfindung ausscheiden. Dies gelte jedoch nur für Angestellte, die bereits mindestens drei Jahre bei der "SZ" sind. Maximal erhalten sie 134.000 Euro, plus weitere 30.000 Euro, wenn sie schon in den nächsten sechs Wochen gehen.
taz.de

Zitat: “SZ”-Geschäftsführer Stefan Hilscher schielt nicht nur auf Reichweite.

"Sie werden auf der Website täglich Geschichten finden, die interessant, aber keine Reichweiten-Könige sind. Und das muss so sein. Wenn man zu sehr nur auf Reichweite zielt, geht auf längere Sicht das Gespür für Qualität verloren."

Stefan Hilscher, Geschäftsführer des Süddeutschen Verlags, sagt im "Horizont"-Interview, dass es auf die richtige Themen-Mischung ankommt, über die nicht er, sondern die Redaktion entscheidet.
"Horizont" 37/2020, S. 12 (Paid)

“Süddeutsche” schafft 150.000 Digitalabos – auch dank Einsteigerpreisen.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Süddeutsche Zeitung meldet 150.000 Digital-Abos. Damit hat das Blatt sein Jahresziel für 2020 bereits im August erreicht, teilt der Verlag mit. Im Herbst 2019 hatte die "Süddeutsche" die Abo-Struktur überarbeitet und um ein günstigeres Einsteiger-Abo für 9,99 Euro im ersten Jahr erweitert. Probe-Abos sind in der Zahl nicht enthalten - sie liegen laut "SZ" im konstant fünfstelligen Bereich.
horizont.net, swmh.de, turi2.de (Background)

Zitat: Journalist und Schriftsteller Birk Meinhardt über die Kunst des Redigierens.

"Natürlich, jeder, der ein bisschen Wert auf seine Texte legt, ist eigen. Aber eine Zumutung wird es, wenn Redigieren in Zensieren umschlägt."

Journalist und Schriftsteller Birk Meinhardt spricht im "Zeit"-Interview über seine Arbeit bei der "Süddeutschen Zeitung", die aus seiner Sicht nicht immer glücklich verlief - nicht nur aufgrund des Redigiert-Werdens.
zeit.de (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” produziert mit Constantin künftig TV- und Kino-Filme.


Filmreif: Die "Süddeutsche Zeitung" kooperiert künftig mit Constantin Film. Autoren der Zeitung beraten die Produzenten und Drehbuchautoren des Filmproduzenten exklusiv bei Filmprojekten. Als erstes gemeinsames Projekt kündigen die neuen Partner eine dreiteilige Dokumentation über die Loveparade an. Als Co-Autor arbeitet daran "Süddeutsche"-Redakteur Bernd Dörries mit, der 2010 bei der Katastrophe in Duisburg vor Ort berichtet hat. Als weiteres Projekt geplant ist eine TV-Film-Reihe mit dem Titel "German Crime", die Kriminalfälle der vergangenen 30 Jahre erzählt und Hintergründe aus "SZ"-Recherchen" einfließen lässt.

"SZ"-Geschäftsführer Stefan Hilscher sagt: "Die 'Süddeutsche Zeitung' hat spannende Stoffe, deren Übersetzung in TV und vielleicht sogar Kinofilme lohnt." Oliver Berben von Constantin meint: "Das wahre Leben schreibt vielfach die besten Geschichten. Daraus fakten-basierte, zeitgemäß und hochwertig produzierte Formate zu erschaffen, die die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern auch informieren, darauf freuen wir uns sehr."
new-business.de

Lese-Tipp: Eine Chronik der letzten 75 Jahre “Süddeutsche Zeitung”.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Lese-Tipp: Zum 75. Geburtstag der "Süddeutschen" gießen Joachim Käppner und Christian Mayer siebeneinhalb Jahrzehnte Zeitung in eine Chronik und beschreiben, wie und wann sich Interna und Auftreten verändert haben. Die ersten Ausgaben entstehen mit Druckplatten, für die der Bleisatz von Hitlers "Mein Kampf" eingeschmolzen wurde. Bei der "Süddeutschen", die damals "als Verteidigerin der jungen westdeutschen Demokratie" auftritt, arbeiten anfangs Antifaschisten neben ehemaligen Nazis.
sueddeutsche.de

Kartellamt genehmigt Anzeigen-Joint-Venture von “FAZ” und “SZ”.

Frankfurter Allgemeine Zeitung und "Süddeutsche Zeitung" bekommen den Segen des Bundeskartellamts für die Gründung ihres Joint Ventures in Sachen Anzeigenvermarktung. Grund für den positiven Bescheid ist u.a., dass beide Häuser auch in Zukunft "keine überragende Marktstellung erlangen werden und es bei den Rubrikenanzeigen – wie Stellen- und Immobilienanzeigen – starken Wettbewerbsdruck durch entsprechende Onlineangebote gibt". Mit der Vermarktung starten dürfen "FAZ" und "SZ" aber noch nicht - hier dauert die kartellrechtliche Prüfung noch an.
horizont.net

BBDO Germany macht Daniela Strasser zur Kommunikations-Chefin.

BBDO Germany macht Daniela Strasser, 38, zum 1. September zur Kommunikations-Chefin. In ihrer neuen Postition verantwortet sie die interne und externe Kommunikation der Gruppe sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Strasser kommt vom Süddeutschen Verlag, wo sie zehn Jahre lang Redakteurin bei "Werben & Verkaufen" war und zudem für das Wirtschaftsressort der "Süddeutschen Zeitung" arbeitete.
pr-journal.de

Körperverletzung im Amt: “Süddeutsche”-Journalist verliert Prozess gegen die Polizei.


Vor Gericht und auf hoher See: Das Kölner Amtsgericht spricht einen Polizisten vom Vorwurf frei, den Journalisten Javier Cáceres verletzt zu haben. Cáceres, Sportredakteur im Hauptstadt-Büro der "Süddeutschen Zeitung", hatte nach einer polizeilichen Maßnahme einen dreifachen Trümmerbruch des Sprunggelenks und war wochenlang arbeitsunfähig, schreibt die "Süddeutsche". Der Einzelrichter nennt den Polizei-Einsatz "sachgemäß und rechtmäßig" und nimmt den von einem Gutachter eher als theoretisch beschriebenen Fall an, dass sich Cáceres die Verletzung durch eine Gewichtsverlagerung selbst zugefügt haben könnte. Der Vorfall spielte sich an einem Samstagabend im von feiernden Menschen bevölkerten Bereich der Kölner Ringe ab, nicht im beruflichen Umfeld. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Im Verfahren hatte Cáceres zugegeben, sich "renitent" verhalten zu haben und Platzverweisen der Polizei nicht gefolgt zu sein. Der an dem Abend angetrunkene Journalist habe verhindern wollen, dass die Polizei ein Taxi an der Weiterfahrt hindert – er war zuvor aus dem Auto ausgestiegen, eine Bekannte von ihm wollte damit weiterfahren. Die eingesetzten Beamt*innen hatten vor Gericht zugeben, sich bei ihren Aussagen abgesprochen zu haben. Einen "Corpsgeist der Polizisten" oder gar Vorsatz bei dem Angeklagten hat der Richter nicht gesehen. Sein Urteil habe er bereits drei Minuten nach den Plädoyers verkündet. Cáceres hatte wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Amt geklagt.
sueddeutsche.de

Mitarbeit: Markus Trantow

In einer früheren Meldung hat turi2 fälschlicherweise geschrieben, Javier Cáceres sei Leiter des Hauptstadtbüros. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

“Süddeutsche” formuliert Selbstverständnis als “Kompass für die digitale Transformation”.


Wertpapier: Die "Süddeutsche Zeitung" formuliert eine Zehn-Punkte-Liste zum eigenen Selbstverständnis und als "Kompass in der digitalen Transformation". Zur Begründung heißt es: "In einer Zeit des stetigen technischen und damit verbundenen journalistischen Umbruchs stellt sich die Frage nach dem Selbstverständnis der Redaktion der 'Süddeutschen Zeitung', nach ihren Aufgaben und den vielfältigen Wegen der internen Zusammenarbeit immer wieder neu." Erarbeitet haben die Liste die aktuellen und ehemaligen Mitglieder des "SZ"-Redaktionsausschusses. Das Wertepapier soll die künftige Marschrichtung der "SZ" vorgeben, um so ihren Platz im Qualitätsjournalismus zu sichern.

Die Punkte eins und sechs zielen offensichtlich auf die Versöhnung von Print- und Online-Redakteuren ab, indem sie die Mitarbeiter*innen erinnern, eine Redaktion mit hoher Textqualität zu sein - unabhängig von verschiedenen Veröffentlichungskanälen. Die Punkte sieben und acht mahnen dazu, neue Technologien, Kanäle und Daten auszuprobieren und zu nutzen - ohne sich "zu deren Sklaven zu machen". Auch die "tiefe regionale Verankerung" der Zeitung wird in Punkt vier betont - der Lokaljournalismus genieße den selben Rang wie etwa Investigativ-Projekte oder das Feuilleton. Punkt zehn verpflichtet die Redakteure zur intensiven Kommunikation mit den Lesern. Weitere Punkte sind weniger konkret: Etwa wenn sich die "Süddeutsche" als "möglichst heiterer Freund und Begleiter" sieht oder "ein Leuchtturm in einer unruhigen und unübersichtlichen Welt" sein will.
projekte.sueddeutsche.de

Renner: Die “Süddeutsche Zeitung” legt Ressorts zusammen und sortiert deren Leitung neu.


Frauen und Onliner zuletzt: Die Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" spielt Reise nach Jerusalem - und die Gewinner sind Print-Männer, jedenfalls nach Ansicht von Kai-Hinrich Renner, der in der "Berliner Zeitung" schreibt, die Onliner kämen bei der Neuvergabe der Topjobs "schlecht weg". Für die Frauen ändere "sich nur wenig zum Positiven". Das Online-Ressort für Politik und die Print-Ressorts Innen- und Außenpolitik fasst die Zeitung unter der Führung des bisherigen Außenpolitik-Chefs Stefan Kornelius zusammen. Die Medienseite verliert ihre Eigenständigkeit und wird Teil des Feuilletons, künftig geführt von der bisherigen Medien-Chefin Laura Hertreiter und dem bisherigen Seite-3-Chef Alexander Gorkow.

Für ihn rückt die bisherige Ressort-Vize Karin Steinberger auf. Marlene Weiß wird neue Leiterin des Wissensressorts. Nachrichtenchef wird Nicolas Richter, bisher Chef für Investigatives. Hier folgt ihm Jörg Schmitt. Patrick Illinger wechselt vom Wissensressort zur Samstagsausgabe, die er koordinieren soll. Laut Renner trägt die neue Aufstellung vor allem die Handschrift von Chefredakteur Wolfgang Krach. Die künftige Co-Chefredakteurin Judith Wittwer kenne die Redaktion bislang kaum.
berliner-zeitung.de

Lese-Tipp: Ex-Artenschmuggler sieht Behörden als die unfreiwillig besten Helfer.

Lese-Tipp: Der illegale Verkauf von Wildtieren aus Südamerika nach Europa und in die USA ist ein Milliardengeschäft mit Gewinn-Margen oft höher als im Drogenhandel. Denise Hruby erzählt im "SZ-Magazin" die Geschichte des ehemaligen Arten­schmugglers Johann Zillinger, der nach 30 Jahren im Geschäft bei Interpol ausgepackt hat. Die effektivsten Helfer der Schmuggler seien unfreiwillig oft die Artenschutz-Behörden selbst, sagt er.
"SZ-Magazin" 22/2020, S. 10 - 19 (Paid)

Zitat: Frederik Obermaier rät nicht zu Verabredungen nach großen Veröffentlichungen.

"Ich würde für den Abend der Veröffentlichung kein Treffen mit Familie und Freunden mehr vereinbaren. Denn das hatte ich leider gemacht – und kam gehörig zu spät."

Frederik Obermaier, Leitender Investigativ-Redakteur bei der "Süddeutschen Zeitung", sagt einem Jahr nach dem Ibiza-Gate dem "Standard", dass die Beteiligten noch immer Drohungen erhalten.
derstandard.at