Zitat: Julia Jäkel verzweifelt an der Debatte um Henri Nannen.

"Die Debatte um die Geschichte und Bedeutung des einstigen stern-Chefs Henri Nannen hat mich in den letzten Wochen verzweifeln lassen."

Julia Jäkel, Ex-CEO von Gruner + Jahr, schreibt sich auf Linked-In ihren Frust über den Umgang mit "stern"-Gründer Henri Nannen von der Seele. Sie pflichtet u.a. Nils Minkmar bei, der die Debatte um Nannens Vergangenheit in der "Süddeutschen Zeitung" als "unterkomplex" bezeichnet hatte.
linkedin.com (Post Jäkel), turi2.de (Background Minkmar)

turi2 edition #18: Warum sind die Deutschen so besessen vom Geld, Nils Minkmar?


Nach uns die Geldflut: Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam in Deutschland die Sehnsucht nach Stabilität – und damit nach dem Geld, beobachtet Autor und Historiker Nils Minkmar. Heute sind Geldscheine “symbolisch völlig überfrachtet”, schreibt er im Gastbeitrag für die turi2 edition #18. Doch er kennt ein Gegenmittel. Weiterlesen >>>

Debatte: Volo-Bewerberinnen sollen nicht für die “Süddeutsche” schwärmen, rät Iris Spiegelberger.

Süddeutsche Zeitverschwendung: "Bitte verschwendet nicht euer halbes Anschreiben damit, zu schwärmen, warum die 'Süddeutsche Zeitung' so toll ist", rät Volo-Betreuerin Iris Spiegelberger allen Bewerberinnen in einem Twitter-Thread. Brennend würde es sie eher interessieren, "was ihr für optimierungswürdig haltet". Das "stete Hinterfragen, auch der eigenen Arbeit", habe die "Süddeutsche" zu dem gemacht, was sie ist.
twitter.com

Alles eine Frage der Perspektive: Kathrin Werner über den Sinn des weiblichen Blicks auf die Wirtschaft.


Wirtschaft wird weiblich: Frauen sind eine treibende Kraft der Wirtschaft, doch die großen deutschen Wirtschafts­magazine sind bisher voller Geschichten für Männer über Männer und von Männern geschrieben, kritisiert Kathrin Werner, Redaktions­leiterin von “Plan W”, dem Frauen-Wirtschafts­magazin der “Süddeutschen Zeitung”. Aufgabe des Journalismus sei es, Frauen, die die Wirtschaft verändern, als Vorbilder und Role Models sichtbarer zu machen. turi2 veröffentlicht Werners Beitrag in Kooperation mit Republic, dem gemeinsamen Vermarkter der “FAZ” und der “Süddeutschen Zeitung”. Weiterlesen >>>

Lese-Tipp: Die “SZ” kürt Robert Habeck zum Meister des Sowohl-als-auch.

Lese-Tipp: Die "SZ"-Autoren Michael Bauchmüller und Roman Deininger analysieren die steigende Popularität und politische Relevanz von Robert Habeck. Der Bundeswirtschaftsminister rede gerne, und oft so lange, bis wirklich für jeden etwas dabei sei. Doch gerade diese "Sowohl-als-auch"-Rhetorik  könne irgendwann auch zum Nachteil für Habeck werden.
sueddeutsche.de

Klick-Tipp: Wie Falschinfos und Propaganda erkannt werden können.

Klick-Tipp: In einem Video fliegen Hub­schrauber im Dämmer­licht, dann werden sie abgeschossen. Das ukrainische Verteidigungs­ministerium teilt den Clip bei Twitter, behauptet es seien Bilder aus dem Krieg in der Ukraine. Ein Faktencheck zeigt: Die Szene stammt aus dem Egoshooter Arma 3. Johanna Schley, Henrik Rampe und Federico Delfrati greifen in der "Süddeutschen Zeitung" mit Illustrationen einige solcher Falschmeldungen auf.
sueddeutsche.de

Hör-Tipp: Das russische Staatsfernsehen befeuert Verschwörungstheorien in Deutschland.

Hör-Tipp: Das russische Staatsfernsehen ist für Verschwörungstheorien über den Krieg ein "Gamechanger", weil es mit "viel Geld und viel Aufwand" Inhalte produziert, sagt Medienwissenschaftlerin Elisabeth Fast im "Süddeutsche"-Medienpodcast quoted. Die Theorien, die in Deutschland in z.B: Telegram-Gruppen geteilt werden, seien "in Russland zur Prime zu sehen". Zudem produziere das russische Staatsfernsehen Inhalte u.a. auf deutsch, was die Theorien "alternativer Medien" in Deutschland befeuere.
sueddeutsche.de (39-Min-Audio)


Debatte: Der “SZ” müssen antisemitischen Chiffren auffallen, sagt Hendrik Wieduwilt.

Schaut genau hin: Alle paar Jahre "halten sich SZ-Redakteure beide Augen fest zu und winken durch, was auch immer ihnen jemand ins Blatt zeichnet", schreibt Hendrik Wieduwilt über die Antisemitismus-Vorwürfe einer Selenskij-Karikatur der "Süddeutschen". Man könne antisemitisch sagen oder zeichnen, ohne Antisemit zu sein. Der Redaktion sollten aber auf jeden Fall die "klaren antisemitischen Chiffren" auffallen.
n-tv.de, turi2.de (Background)

Debatte: Twitter-Nutzerinnen kritisieren “SZ” für Selenskij-Karikatur.

Schlechter Vergleich: Die "Süddeutsche Zeitung" wird auf Twitter für eine Karikatur des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij kritisiert. Die Darstellung des übergroßen Selenskij über dem Tisch der WEF-Versammlung erinnere an antisemitische Karikaturen aus u.a. der NS-Zeit. Die "SZ" twittert eine Stellungnahme in der es heißt, die Abbildung ist "die zeichnerische Umsetzung der Fernsehbilder vom Montag". Jedoch vermissen Twitter-Userinnen wie u.a. Paul Ronzheimer eine Entschuldigung.
twitter.com ("Süddeutsche"), twitter.com (Ronzheimer)

Investigativ-Reporterin Sophia Baumann wechselt von der “Süddeutschen” zu den Obermai(y)ers.

Papierspur zum "Spiegel": Papertrail Media von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier wildert weiter beim früheren Arbeitgeber des Investigativ-Duos. Investigativ-Reporterin Sophia Baumann wechselt von der "Süddeutschen" zum Recherche-Startup. Sie war Teil des Suisse-Secrets-Team der Obermai(y)ers und ist nach ihren neuen Chefs und Hannes Munzinger der nächste "SZ"-Abgang Richtung "Spiegel".
twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Georg Mascolo will nicht auf seine italienischen Wurzeln reduziert werden.

"In den TV-Talkshows wuchs der Druck, nicht nur weiße Deutsche einzuladen. Eines Tages erfuhr ich, dass ich angeblich auf einer Liste mit anderen Migranten gelandet war. Das fand ich befremdlich."

Ex-"Spiegel"-Chef Georg Mascolo will seinen italienischen Wurzeln keine allzu große Bedeutung zumessen, auch wenn sie ihm mit dem Alter immer wichtiger werden, sagt er dem "Zeit-Magazin".
zeit.de (Paid)

Hör-Tipp: Chefredaktion der “Süddeutschen Zeitung” sitzt der Stuttgarter SWMH “in der Westentasche”.

Hör-Tipp: Die Chefredakteure der "Süddeutschen Zeitung", Wolfgang Krach und Judith Wittwer, sitzen der Stuttgarter SWMH "in der Westentasche" – und hätten "überhaupt kein Standing, weder redaktionell noch machtpolitisch", sagt ein anonymer Redakteur des Blattes dem Deutschlandfunk. Prominente Abgänge in jüngster Zeit hätten im Haus "Misstrauen und Pessimismus" verbreitet. Krach und Wittwer wollen von einer Krise indessen nichts wissen.
deutschlandfunk.de (5-Min-Audio) via bildblog.de, turi2.de (Background)

Ein Lob der Gelassenheit: Stefan Kornelius über Qualitäts­journalismus.


Mehr­wisserei statt Besser­wisserei: Ordentlicher Journalismus kennt die “Mechanismen des Möglichen” und wirkt der Radikalisierung und Blasen­­bildung entgegen, schreibt Stefan Kornelius, Ressort­leiter Politik der “Süddeutschen Zeitung”. Qualitätsjournalismus wechsele die Perspektive, stelle die überraschende Gegen­frage, zerstöre wohltuende Gewiss­heiten und sensibilisiere für den Blick der anderen. turi2 veröffentlicht seinen Beitrag in Kooperation mit Republic, dem gemeinsamen Vermarkter der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” und der “Süddeutschen Zeitung”. Weiterlesen >>>

Hör-Tipp: “Süddeutsche”-Reporter Uwe Ritzer erzählt von seinen Erfahrungen mit SLAPP-Klagen.

Hör-Tipp: SLAPP steht für "Stratetic Lawsuits Against Public Participation" und bezeichnet aussichtslose, aber zermürbende Klagen gegen Medienschaffende, Umwelt­schützerinnen und Aktivistinnen, die Kritik und Missstände öffentlich machen. Der "Süddeutsche"-Reporter Uwe Ritzer hat das erlebt und erzählt im Podcast "Holger ruft" an, wie ihn das Verfahren über Jahre begleitet hat.
uebermedien.de

Der Siegeszug der Morgen-Newsletter – Teil 10: SZ/FAZ.


Ab März 2015: "Süddeutsche" und "FAZ" wachen etwas später auf

Acht Jahre nach turi2 und Politico beginnen auch die saturierten Nicht-Frühaufsteher von "Süddeutscher Zeitung", "FAZ" und "Spiegel" aufzuwachen: Im März 2015 startet Digitalchef Stefan Plöchinger bei der "Süddeutschen Zeitung" den Morgen-Newsletter "SZ Espresso", im Juni folgt die "FAZ" mit der "Hauptwache".
turi2.de (gesamte Chronik)

Die Chronik der Morgen-Newsletter erscheint im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

Lese-Tipp: Der Süddeutsche Verlag finanziert sich komplett aus Abo-Erlösen.

Lese-Tipp: Abo-Erlöse haben erstmals den "gesamten Süddeutschen Verlag" finanziert, sagt Südwestdeutsche-Medienholding-Chef Christian Wegner im dpa-Interview. Allerdings fehle noch die Gewinnmarge. Weiterhin wolle der Verlag sich bis 2030 "komplett digital finanzieren", um dem "rückläufigen Trend der gedruckten Presse" entgegen zu wirken. Wegner sagt zudem, der Verlag will wieder wachsen, nachdem bis Ende 2021 u.a. rund 50 Stellen in der Redaktion abgebaut wurden.
newsroom.de

Gewinner-Tipp: “Süddeutsche” räumt 2021 die meisten Journalismus-Preise ab.

Gewinner-Tipp: Die "Süd­deutsche Zeitung" und das dazu­gehörige Magazin haben 2021 die meisten Journalismus-Preise gewonnen, ergibt eine Auswertung vom "Journalist". 25 Preise haben die Blätter abgeräumt, darunter Auszeichnungen wie Nannen-Preis, Deutscher Reporter:innen-Preis und Theodor-Wolff-Preis. Auf Rang 2 kommt die "Zeit" mit 22 Awards.
journalist.de

Ibiza-Video: “Spiegel” und “SZ” gewinnen gegen “Exxpress”-Chefredakteur Richard Schmitt.


Nur einer bezahlt: Das österreichische Boulevard-Portal Oe24.at und der heutige "Exxpress"-Chefredakteur Richard Schmitt dürfen nicht mehr behaupten, "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" hätten das Ibiza-Video gekauft, das 2019 Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu Fall gebracht hatte. Das ist das Ergebnis eines geschlossenen Vergleichs am Handelsgericht Wien. Dieser komme inhaltlich einem "vollständigen Eingeständnis" der Beklagten gleich, sagt Rechtsanwalt Sascha Jung.

Schmitt hatte 2019 noch als Chefredakteur bei Oe24.at geschrieben, "Spiegel" und "SZ" hätten laut einem Ermittler "über dunkle Kanäle" von dem Video erfahren und dann von einer "Bande" das Material abgenommen. Bei Twitter schrieb er, die beiden deutschen Medien "haben sich beim Kauf des Ibiza-Videos offenbar mit Berufskriminellen eingelassen". Der "Spiegel" mahnte Schmitt und oe24.at daraufhin ab, später wurde noch eine einstweilige Verfügung eingebracht.

Für Schmitt ist es nicht die erste Verhandlung rund um das Ibiza-Video. Die Mediengruppe Österreich musste vergangenes Jahr der Moderatorin Katia Wagner 43.500 Euro wegen übler Nachrede zahlen. Schmitt hatte mehrfach geschrieben, Wagner sei an der Produktion oder Verwertung des Videos involviert gewesen. (Foto: Roland Schlager / APA / Picture Alliance)
derstandard.at, turi2.de (Background)

Zitat: Ralph Heck plädiert für eine europäische Identität.

"Wir brauchen ein Europa der Bürger und nicht der Institutionen allein."

Ralph Heck, Chef der Bertelsmann Stiftung, glaubt an die Zukunft Europas, sagt er im "Süddeutsche"-Interview. Die Zustimmung zur Staatengemeinschaft steige auch während der Pandemie an. Das könnte jedoch schnell kippen. Deshalb plädiert er dafür, Europa neu zu denken und eine europäische Identität zu schaffen.
sueddeutsche.de (Paid)

“SZ Magazin” lanciert ersten Exklusiv-Podcast über Amolauf in Erfurt.

Mitten­drin: Das "SZ Magazin" startet die Podcast-Serie "71 Schüsse" zum Amok­lauf in Erfurt, der sich Ende April zum 20. Mal jährt. Redakteur Marcel Laskus war damals selbst Sechst­klässler am betroffenen Gymnasium und führt als Host durch die wöchentlich erscheinenden sieben Episoden. "71 Schüsse ist der erste "SZ"-Podcast hinter der Bezahl­schranke.
sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Bitcoin hat sich in El Salvador noch nicht durchgesetzt.

Lese-Tipp: Bitcoin hat sich in El Salvador noch nicht durchgesetzt, analysiert Christoph Gurk in der "Süddeutschen". Die Regierung um Präsident Nayib Bukele wolle mit Bitcoin als offiziellem Zahlungsmittel ein fortschrittliches Bild des Landes vermitteln, was in weiten Teilen aber nicht zutreffe. In der Krypto-Hochburg El Zonte akzeptieren sogar Imbissbuden Bitcoin, in der Hauptstadt San Salvador sollte man besser US-Dollar dabeihaben.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

Christoph Giesen wechselt von der “Süddeutschen” zum “Spiegel”.

Der dritte Mann: China-Korrespondent Christoph Giesen, 38, verlässt die "Süddeutsche Zeitung" und wechselt zum "Spiegel". Giesen war seit seinem Volontariat bei der "Süddeutschen" und hat u.a. an den Recherchen der "Panama Papers" mitgearbeitet. Auch die Investigativ-Reporter Bastian Obermayer und Frederik Obermaier sind erst vor Kurzem von der "Süddeutschen" zum "Spiegel" gewechselt.
kress.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: SZ-Magazin beschreibt, was Lieferdienste ihren Fahrradkurieren abverlangen.

Lese-Tipp: Autor Christoph Cadenbach beschreibt im "SZ-Magazin", welchen Preis Lieferdienste ihren Fahrradkurieren abverlangen, damit Großstädterinnen für ihren Supermarkteinkauf ihre Couch nicht verlassen müssen. Einer der Hauptprotagonisten erzählt, wie er mit Gründerträumen nach Berlin kam und im Fahrradsattel des Lieferdienstes Gorillas und schließlich nach einem Unfall im Krankenhaus landete.
"SZ-Magazin" 13/2022 (Paid)

Hör-Tipp: Korrespondentin Silke Bigalke will in Moskau bleiben, damit Russland nicht zum “blinden Fleck” wird.

Hör-Tipp: Moskau wird jeden Tag leerer, berichtet Korrespondentin Silke Bigalke im Nachrichten-Podcast der "Süddeutschen Zeitung". Die Preise in Supermärkten stiegen teils schneller als Verkäuferinnen hinterher­kommen, die Preis­schilder auszu­tauschen. Im Gespräch mit Menschen auf der Straße stellt sie fest, dass viele Putins Gründe für den Angriff auf die Ukraine wirklich glauben. Problematisch sei, dass unabhängige Medien ihre Arbeit komplett einstellen. Bigalke will vorerst weiter im Land bleiben, damit Russland nicht zum "blinden Fleck" wird.
sueddeutsche.de (14-Min-Audio)

Lese-Tipp: SZ-Magazin geht Zölibatbrüchen in der katholischen Kirche auf den Grund.

Lese-Tipp: Das SZ-Magazin thematisiert Zölibatbrüche, die in der eigenwilligen Logik der katholischen Kirche oft erst mit einer Eheschließung zum Straftatbestand werden. Autorin Kristina Ratsch spricht mit verstoßenen Priester-Kindern und einem Priester, der sich für die Liebe entschieden hat und damit bewusst gegen Kirchenrecht verstößt.
"SZ Magazin", 11/2022, S. 24 (Paid)

Hör-Tipp: Die “Süddeutsche” beleuchtet im ersten “Geschichte Daily”-Podcast das russische Zarentum.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Hör-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" beleuchtet in der ersten Episode ihres Historien-Podcasts "Geschichte Daily" das russische Zarentum. "Iwan der Schreckliche" begründet die Jahrhunderte andauernde Herrschaft, die Staat und Kirche eng verzahnt. Vom Wiedererstarken der Kirche nach dem Kommunismus profitiert aktuell Putin – da die Glaubensführer u.a. seinen Ukraine-Krieg absegnen.
open.spotify.com (8-Min-Podcast)

Bastian Obermayer und Frederik Obermaier wechseln von der “Süddeutschen” zum “Spiegel”.


Investigative Neuzugänge: Der "Spiegel" wirbt die Pulitzer-Preisträger Bastian Obermayer und Frederik Obermaier, vor allem bekannt als Aufdecker der Ibiza-Affäre, von der "Süddeutschen Zeitung" ab. Obermayer war dort seit 2018 Ressortleiter Investigative Recherche, Obermaier seit 2021 sein Stellvertreter. Der "Spiegel" will mit den beiden nun seinen investigativen Journalismus stärken, dafür will das Nachrichtenmagazin entsprechende Strukturen neu aufstellen.

"Mit ihrer Neugier, ihrem journalistischen Verständnis und ihrer internationalen Vernetzung passen sie hervorragend zum 'Spiegel'", freut sich Chefredakteur Steffen Klusmann. Der "Spiegel" stehe "wie nur wenige andere Medienhäuser weltweit für aufwändige Recherchen mit Wucht und Impact", loben Obermayer und Obermaier ihren neuen Arbeitgeber.

Schon bei der Veröffentlichung des Ibiza-Videos, das den österreichischen Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache zu Fall brachte, hatten Obermayer und Obermaier mit dem "Spiegel" kooperiert. Weitere bekannte Recherche-Projekte der beiden sind die "Panama Papers", die "Paradise Papers" und zuletzt die "Suisse Secrets".
derstandard.at
(Foto: picture alliance / dpa, Stephanie Füssenich)

Porträt: Marie-Louise Timcke, Datenjournalismus-Chefin der “Süddeutschen Zeitung”.


Daten-Deuterin: Stricken und Programmieren – das macht Marie-Louise Timcke am liebsten. Sie hat sogar mal ein Skript geschrieben, das Daten visualisiert und in Strickmuster übersetzt. In ihrer Freizeit, zum Spaß.

Nach dem Abi möchte Timcke Tumore erforschen, beginnt ein Studium am Bodensee. Was sie dort über wissenschaftliches Arbeiten lernt, nützt der Datenjournalistin noch heute. Ein Wissenschaftsjournalismus-Studium und ein paar Praktika später gründet sie die Initiative Journocode zur Fortbildung an der Schnittstelle von Journalismus und Datenwissenschaft. "Wir leben in einer datengetriebenen Welt", sagt Timcke. Wirtschaft und Regierung entscheiden anhand von Statistiken, Firmen handeln nicht mit dem Geld, sondern den Daten der Kundschaft. Damit Menschen das verstehen und hinterfragen können, "muss sich auch der Journalismus mit diesen Zahlen auskennen". 

Seit 2022 führt Timcke das Datenteam der "SZ". Sie schätzt die Abwechslung "von Programmieren und statistischem Analysieren bis zum Interviewen und Erzählen". Sogar die "eher ungeliebte" Datenbereinigung macht Spaß. Wenn dann noch der Code ohne Fehlermeldung durchläuft, ist ihr Tag gelungen.

Tipp von Marie-Louise Timcke: "Nimm Herausforderungen an, aber erwarte nicht zu viel von dir."

Marie-Louise Timcke
Geb. 1992 in München
2012: Studium Life Sciences in Konstanz
2014: Studium Wissenschafts-journalismus in Dortmund
2017: Gründung Journocode, Datenvolontärin und später Leiterin des Interaktiv-Teams der "Berliner Morgenpost"
2022: Leiterin des Datenteams der "Süddeutschen Zeitung"


Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Debatte: Cyberangriffe sind die “akuteste Bedrohung”, schreibt Andrian Kreye.

Digitale Bedrohung: Die Münchner Sicherheits­konferenz hat "alte Machtmittel wie Schiffe, Panzer und Raketen diskutiert" und dabei die größte Bedrohung – Cyberangriffe – vernachlässigt, schreibt Andrian Kreye in der "Süddeutschen Zeitung". Während Bilder von "Machtmitteln des 19. und 20. Jahrhundert" globale Ängste schüren, sei die "akuteste Bedrohung" nicht zu sehen. Denn die tauche mit dem "Fehlercode 404" oder "einfach nur mit leeren Pixeln" plötzlich auf dem Bildschirm auf.
sueddeutsche.de (Paid)

“Süddeutsche Zeitung” gönnt sich Österreich-Seite am Wochenende.

Süddeutsche Zeitung SZ 150Tu felix Austria: Die "Süddeutsche Zeitung" gönnt sich ab 5. März eine gedruckte Österreich-Seite in der Wochenend-Ausgabe. Als Autor kommt Hans-Peter Siebenhaar an Bord, der schon für das "Handelsblatt" aus Wien korrespondiert hat. Grund für die Schmäh-Ausrichtung sind u.a. gestiegene Abozahlen, die dem seit 2019 bestehenden Österreich-Ressort in der Digitalausgabe zugeschrieben werden.
derstandard.at

Lese-Tipp: Universelle Emojis haben mit Platons Ideenlehre zu tun, sagt Keith Broni.

Lese-Tipp: Emojis kommen aus Japan und hatten ursprünglich alle weiße Haut, sagt Keith Broni im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Der "Chief Emoji Officer" der Emojipedia, einer Online-Enzyklopädie für Emojis, erklärt die Entwicklung der Smileys zu einer immer weiter wachsenden Auswahl, die bald sogar schwangere Männer umfassen soll. Der Versuch möglichst universelle Emojis zu haben, habe viel mit der Ideenlehre von Platon zu tun. Hunde etwa seien dabei ein Problem: "Für welche Rasse entscheidet man sich?"
sueddeutsche.de

“SZ”: Jens Spahn verweigert weiterhin Transparenz bei seinen Immobilienkäufen.

Für ne Villa reicht's: Die "Süddeutsche Zeitung" stellt Jens Spahn neue Fragen zu seinen millionenschweren Immobilienkäufen, doch der ehemalige Gesundheitsminister schweigt sich aus. Die Autoren Markus Grill und Klaus Ott haben nachgerechnet und wundern sich, wie Spahn nach dem Ausscheiden aus dem Ministeramt die monatlichen Kredit-Tilgungen bestreiten kann. Diese müssten zu "einer monatlichen Belastung von 18.000 Euro führen", während Spahn als Bundestagsabgeordneter nur noch 10.012,89 Euro brutto erhält. Doch auf Nachfragen antwortet nur dessen Büroleiter – bruckstückhaft und zumeist als "Hintergrund", also nicht zitierfähig. Konkrete Nachfragen bleiben "zwecklos", schreibt die "SZ".

Recherchen des Tagesspiegels und weiterer Medien hatten offengelegt, dass Spahn zusammen mit seinem Ehemann eine 4 Mio Euro teure Villa und zwei Wohnungen in Berlin gekauft hatte. Spahn war juristisch gegen die Veröffentlichungen vorgegangen und hatte in erster Instanz recht bekommen. Das Oberlandesgericht Hamburg hat das Urteil jedoch im April 2021 gekippt, weil Spahn als "besonders streitbarer Vertreter einer konservativen Politikrichtung" sich "eher als andere Personen" eine kritische Berichterstattung über seine Vermögensverhältnisse gefallen lassen müsse. (Foto: Kay Nietfeld / DPA / Picture Alliance)
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

“SZ”: Facebook bewirbt weiterhin politische Gruppen.

Broken promise: Facebook schlägt Nutzerinnen weiterhin politische Gruppen vor, obwohl Mark Zuckerberg diese Praxis vor einem Jahr abschaffen wollte, ergeben Recherchen von "Süddeutscher Zeitung" und "The Markup". Das Netzwerk empfiehlt demnach weiterhin "radikale und verschwörungs­ideologische Gruppen", beispielsweise von "Flat Earthern". Facebook begründete diese Fälle mit "technischen Hindernissen".
sueddeutsche.de

Daniel Drepper geht zum Recherche-Netzwerk von WDR, NDR und “SZ”.

Bestätigt: Daniel Drepper wechselt am 1. April zur Recherche-Kooperation von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung". Der NDR bestätigt damit die Spekulationen zur neuen Anstellung des Chefredakteurs von "Ippen-Investigativ". Sein Kollege Marcus Engert beginnt, wie vermutet, am 1. Juni als Reporter und Redakteur beim Investigativ-Ressort des NDR.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Philipp Bovermann untersucht “Wer hat die Kokosnuss geklaut” auf Rassismus.

Lese-Tipp: Der "Süddeutsche Zeitung"-Autor Philipp Bovermann widmet sich mit einer Lyrikanalyse der Frage, ob nur der Beitrag des ZDF über das Kinderlied "Wer hat die Kokosnuss geklaut?" oder das Lied selbst rassistisch ist. Die "taz" hatte den Sender aufgefordert, sich für einen Instagram-Post zu entschuldigen, weil er schwarze Menschen mit Affen gleichsetze. Zu einem Ergebnis kommt Bovermann allerdings auch nicht: "manchmal sind die Dinge nun einmal kompliziert".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Ein Protokoll der Geschichten zweier unheilbar kranker Frauen.

Lese-Tipp: Laura und Nadine sind Anfang 20 und haben unheilbare Krankheiten. Sie finden es wichtig über den Tod zu sprechen. Auch, um "unbeschwert leben" zu können. In Deutschland stoßen sie damit oft auf eine "komische Vermeidungshaltung". Die "Süddeutsche Zeitung" protokolliert die Geschichten der zwei Frauen und untermalt das Erzählte mit Illustrationen.
sueddeutsche.de

Recherche-Team zeigt, wie Instagram Ess-Störungen befeuert.


Haut und Knochen: Der Algorithmus von Instagram befeuert mit "zerstörerischen Körperbildern" Ess-Störungen, sagt eine Recherche von NDR, WDR, "Süddeutscher Zeitung" und Tamedia. In Experimenten hat das Recherche-Team mehrere Accounts angelegt, die typischen Profilen von Jugendlichen ähneln, die bei Instagram nach Inspiration für Essstörungen suchen. Schnell melden sich ältere, männliche Nutzer, die anbieten beim Abnehmen zu helfen oder um Nacktbilder bitten. Obwohl das Reporter-Team die Profile der "Mager Coaches" meldet, entfernt Instagram sie nicht, weil sie "von außen" nicht zu erkennen seien.

Als problematisch erweist sich auch der Algorithmus von Instagram, der Nutzerinnen Inhalte und Accounts empfiehlt, die sie interessieren könnten. Die Testkonten mit Namen wie "sk1nny_Sarah" oder "My Thinspo" gewinnen in kürzester Zeit Follower. Als die Reporterinnen ähnlichen Accounts folgen, sind die nächsten Freundschaftsvorschläge "My fasting diaries" oder "starving is beauty".

Für die Recherchen haben die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR interne Studien ausgewertet und mit Betroffenen gesprochen. Das Fazit: Dem Anspruch, "die sicherste globale Gemeinschaft mit der meisten Unterstützung" zu sein, werde Instagram bei weitem nicht gerecht.
tagesschau.de, sueddeutsche.de (Paid), turi2.de (Background)

(Foto: Picture Alliance / photothek / Ute Grabowsky)

Der Süddeutsche Verlag gründet das SZ Institut als Denkfabrik.

Ideenreich: Der Süddeutsche Verlag gründet das SZ Institut. Es soll als "Denkfabrik" Menschen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen­bringen, "um neue Ideen für ein gegenwärtiges Medienhaus zu entwickeln", sagt der Geschäftsführer Christian Wegner. Dirk von Gehlen und Christoph Hohmann leiten das "Think Tank der Süddeutschen Zeitung".
swmh.de

Hör-Tipp: Melanie Amann sieht keine Schwäche beim “Spiegel” sondern stärkere Konkurrenz.

Hör-Tipp: Nicht der "Spiegel" ist in seinen Recherchen schwächer geworden, sondern die Konkurrenz stärker, sagt Melanie Amann, Leiterin des "Spiegel"-Hauptstadt­büros, im Radioeins-Medien­magazin. Viele Investigativ-Journalistinnen, die heute etwa für die "Süddeutsche" mit Recherchen glänzen, seien ehemalige "Spiegel"-Leute. Eine Konkurrenz zwischen Online und Print sieht sie nicht, oft seien es die großen Geschichten aus dem gedruckten Magazin, die Digital-Abos generierten.
wwwagner.tv (16-Min-Interview in 104-Min-Audio)

“SZ Magazin” zeigt Bilder einer echten Geburt auf Instagram.

SZ-Magazin zeigt auf Instagram ungewöhnlich intime Bilder einer Geburt. Die Plattform versieht die Aufnahmen, die u.a. Körperflüssigkeiten und Geschlechtsorgane zeigen, mit einem Warnhinweis – löscht sie aber nicht. Das Magazin hat mit den Bildern bisher zehnmal mehr Reaktionen ausgelöst als mit anderen Posts. Viele Kommentare feiern die Fotos als einen "Tabubruch".
instagram.com via wuv.de

“SZ-Magazin”-Redakteur Lorenz Wagner wird Sprecher von Susanne Klatten.

Wechselt die Seiten: "SZ-Magazin"-Redakteur und Buchautor Lorenz Wagner heuert ab Februar 2022 bei BMW-Erbin Susanne Klatten als persönlicher Sprecher und Kommunikationsberater für die Beratungsgesellschaft Skion an. Als Journalist hatte Wagner 2008 für die "Financial Times Deutschland" ein umfassendes Porträt über die Unternehmerin geschrieben.
manager-magazin.de

“Süddeutsche” wirft ausländischen DW-Mitarbeitern Antisemitismus vor.

Anti­semitismus-Vorwurf: "Süd­deutsche"-Autor Moritz Baumstieger wirft der Deutschen Welle vor, im Ausland Mitarbeitende zu beschäftigen, "die sich offen anti­semitisch oder anti­israelisch positioniert haben". So soll der Beirut-Korrespondent 2014 online kommentiert haben, dass jeder, der mit Israelis zu tun hat, "hingerichtet" werden muss. Er "bedauere die Formulierung" mittlerweile, die SZ nennt jedoch weitere "problematischen Äußerungen von Mitgliedern der arabischen Redaktion der Deutschen Welle", darunter auch Holocaust-Leugnungen eines Trainers der DW-Akademie. Die Anstellung beim aus Steuern finanzierten Sender sei möglich, weil dem Haupt­abteilungs­leiter der Arabischen Redaktion "Loyalität über alles gehe". Ein DW-Sprecher nennt einige Äußerungen "aus dem Kontext genommen", dennoch habe es teils "arbeits­rechtliche Konsequenzen" gegeben.
sueddeutsche.de (Paid)

Die “Süddeutsche Zeitung” bringt Antritts-Interview von “Bild”-Chefredakteur Johannes Boie.

Alte Bekannte: Die "Süddeutsche Zeitung" sichert sich wenig überraschend das Antritts-Interview mit Ex-Kollege und Neu-"Bild"-Chefredakteur Johannes Boie. Boie betont, die jüngsten Ereignisse hätten "viele mitgenommen", er habe trotz "gedämpfter Stimmung" aber "ein schönes Willkommen" gehabt. Er widerspricht Äußerungen, "Bild" sei vor allem von Männern dominiert und verspricht gleichzeitig, künftig "keinen Millimeter Machtmissbrauch" zu dulden. Die Ausrichtung der Zeitung soll sich nicht grundlegend ändern, auch wenn in der Vergangenheit Fehler passiert seien – etwa das Zeigen unverpixelter Bilder eines Mordopfers. Für die Zukunft wünscht Boie sich, "dass die Leser öfter lachen".
sueddeutsche.de

Weitere Zitate:

"Ich möchte schnelle Erfolge. Klar ist jedoch auch, das ist keine Sache von Wochen, sondern mindestens Monaten."

sagt Boie zum Thema, wie lange die "Aufräumarbeiten" in der Redaktion dauern werden.

"Das Feldbett stand hier, wo jetzt mein Schreibtisch steht. Da ich keine Vergangenheit als Kriegsreporter habe, passt es zu mir nicht wirklich."

beantwortet er die Frage, wo Julian Reichelts legendäre Bettstatt stand.

"Die Leute wissen, dass ich eine Zeitung machen kann und dass ich eine Zeitung verkaufen kann."

kontert Boie die Spitze, er habe bisher keinen "Bild"-Stallgeruch.

"Selbstverständlich gehe ich auch ins Fernsehen zu Bild TV."

kündigt er seine künftige Bildschirm-Präsenz an.

Vermarktungs-Allianz von “FAZ” und “Süddeutscher” wächst durch “Nachfrage nach Qualitäts­medien”.

Republic, gemeinsamer Vermarkter von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", liegt im ersten halben Jahr seines Schaffens "zweistellig" über den addierten Einzel­umsätzen beider Titel des Vorjahreszeitraums, sagt FAZ-Vermarktungs­chef Ingo Müller bei "Horizont". Als Grund nennt er u.a. eine "gestiegene Nachfrage nach Qualitäts­medien". Corona-Effekte hätten "FAZ" und "Süddeutsche" 2020 "national nicht so hart getroffen".
horizont.net (Paid)