Maskenaffäre: Recherche zeigt “knallharte” Verkaufs-Methoden der PR-Frau Andrea Tandler.


Durchatmen nicht erwünscht: "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR decken auf, mit welchen Methoden die Münchner PR-Unternehmerin Andrea Tandler deutschen Ministerien im März 2020 teure Corona-Masken verkauft. Statt eines Angebots habe sie dem bayerische Gesundheitsministerium "ein Ultimatum" gestellt: Eine Million FFP2-Masken für 8,9 Mio Euro, Antwort innerhalb eines Tages erbeten, Anzahlung 50 %. Gleiches Spiel in Nordrhein-Westfalen, nur eine Mio teurer. Die PR-Frau sei gemeinsam mit der Schweizer Firma Emix und den Jungmillionären Jascha Rudolphi und Luca Steffen "dreist" vorgegangen und habe "alte CSU-Verbindungen" über die frühere bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier genutzt, schreibt die "SZ".

Bereits im Mai war bekannt geworden, dass Tandler für die Deals zwischen 34 und 51 Mio Euro Provision kassiert haben soll. Die neuste Recherchen zeigen u.a., wie unzufrieden das Ministerium in NRW mit dem Deal gewesen ist. Zunächst seien die versprochenen "hochwertigen" Masken gegen solche aus Hongkong ausgetauscht worden, "dann wurden die Lieferungen immer wieder verschoben". Am Ende zahlt NRW nur die bis dahin gelieferten 527.200 FFP2-Masken. Aus einer Aufstellung geht hervor: Das größte Bundesland hat insgesamt 68 Mio Masken von Dutzenden Lieferanten bezogen – zum Durchschnittspreis von 4,34 Euro. "Der Deal mit Emix, der mit Hilfe der CSU-Connection zustande kam, blieb der teuerste". Andrea Tandler selbst beantwortet Anfragen zum Fall bisher nicht. (Foto: Picture Alliance / dpa-tmn / Christin Klose)
sueddeutsche.de (Paid). tagesschau.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jung-Politikerinnen diskutieren über die Frauen-Quote.

Video-Tipp: Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal (Foto) "wäre nicht hier, wenn es keine Quote gäbe", sagt sie im "Polittalk aus der Hauptstadt" von "Süddeutscher" und dem RBB. Die liberale Berufskollegin Franziska Brandmann hingegen ist eine "absolute Gegnerin der Quote". Sie plädiert für einen faireren Wettbewerb innerhalb der Parteien und ermutigt Frauen, mehr "Gehör einzufordern".
inforadio.de (62-Min-Video), sueddeutsche.de


Meinung: Nemi El-Hassan vermischt Journalismus und Aktivismus, sagt Laura Hertreiter.

Kündigungs­schreiben: Nemi El-Hassan beweist mit ihrem Text in der "Berliner Zeitung" ein "grundlegendes Miss­verständnis darüber, was Journalismus ist", schreibt Laura Hertreiter (Foto) in der "Süddeutschen". Sie unterschlage Gegen­positionen und flüchte sich "in die Eindeutigkeit der Halb­wahrheiten". Sie habe sich mit ihrem Text "vom Journalismus verabschiedet".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Georg Streiter findet, Julian Reichelt habe den Boulevard nie verstanden.

"Die richtige Mischung aus Fakten, Fiktionen, Tatsachen und Träumereien ist für den Erfolg auf dem Boulevard so wichtig wie das geheime Leberwurst- oder Cola-Rezept. Julian Reichelt hat dieses Rezept nie verstanden, und allein das wäre ein guter Grund gewesen, ihn zu feuern."

Ex-"Bild"-Journalist und -Regierungssprecher Georg Streiter erinnert sich an bessere Zeiten der Zeitung, als es "viel zu lachen" gab. Dank Reichelt und Mathias Döpfner seien diese vorbei gewesen.
sueddeutsche.de (Paid)