Nico Fried wechselt von der “Süddeutschen” zum “Stern”.

Greift nach dem Stern: Der bisherige Parlaments­redaktions-Leiter der "Süddeutschen", Nico Fried, wird Politikchef beim "Stern". Im April war bereits bekannt geworden, dass Nicolas Richter Frieds Posten bei der "Süddeutschen" übernimmt. Fried befand sich zu dem Zeitpunkt noch in Verhandlungen mit der Zeitung. Nun steht der Wechsel fest.
dwdl.de, turi2.de (Background)

“Medium Magazin”: Wolfgang Krach und Judith Wittwer nehmen Stellung zur Krise bei der “Süddeutschen Zeitung”.


Krise? Welche Krise? Das Chefredaktions-Duo der "Süddeutschen Zeitung", Wolfgang Krach und Judith Wittwer, tritt erstmals zum Doppel-Interview an. Im Gespräch mit Wolfgang Messner für das "Medium Magazin" wollen sie von einer Krise und schlechter Stimmung in ihrer Redaktion wenig wissen. Krach spielt etwa den Investigativ-Aderlass herunter. Zwar sei der Wechsel von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer ein "Verlust", das Blatt habe aber auch früher schon ein starkes Investigativ-Ressort gehabt, zudem seien die "Obermay(i)ers" erst im Laufe der Jahre geworden, "was sie heute sind". Auch Wittwer sieht keine Probleme im Ringen um die besten Köpfe: "Fachkräftemangel und demografischen Wandel spüren wir in der 'SZ'-Redaktion glücklicherweise noch nicht".

Die offensichtlichen Fehler der Vergangenheit, etwa das Anmelden von Kurzarbeit in der Corona-Zeit und das harte Sparprogramm schiebt Krach auf die Geschäftsführung und auf die SWMH: "Der Stellenabbau ist nie und zu keiner Zeit von der Chefredaktion ausgegangen oder von ihr gutgeheißen worden", auch gegen die Kurzarbeit habe er sich "massiv gewehrt". Zur Stimmung in der Redaktion sagt Wittwer, "es ist hier und dort Erschöpfung zu spüren" und verweist auf die "verrückten" vergangenen Jahre mit außergewöhnlichen Nachrichtenlagen von der Pandemie bis zum Ukraine-Krieg. Immerhin seien die Gesellschafter zu der Einsicht gekommen, dass die "SZ" wieder eine größere Eigenständigkeit erhalten soll.

Grund dafür seien die sehr guten Geschäftszahlen der Zeitung: 2021 hat die "SZ" erstmals so viel Geld über Abos – Print und Digital – eingenommen, dass sie sich auch ohne Anzeigen hätte finanzieren können. Perspektivisch wollen Wittwer und Krach so viele Digital-Abos verkaufen, dass es auch Print nicht mehr zum Überleben braucht. Das solle "nicht heute, vielleicht aber morgen und übermorgen" der Fall sein, sagt Wittwer.
"Medium Magazin" 2/2022, S. 20-26 (Paid)

Newsletter-Promi-Tipp von Ingo Müller.

Newsletter-Promi-Tipp: Ingo Müller, Geschäftsführer des Vermarkters Republic von "FAZ" und "Süddeutscher Zeitung", lässt sich mit Rezepten vom "SZ-Magazin" inspirieren und schätzt die internationale Perspektive des "Economist". Als Geheimtipp empfiehlt er den Newsletter von Marketing-Guru Scott Galloway.

Mein Lieblings-Morgen-Newsletter?
Der Tag startet bei mir, wie sollte es anders sein, mit einem Produkt aus dem Portfolio der REPUBLIC: Dem FAZ Frühdenker – wahlweise und je nach Nutzungssituation wahlweise als Newsletter oder gerne auch als Podcast.

Was schätze ich daran?
Die immer kompakte und prägnante Einordung zu den wichtigsten Themen des Tages.

Die wichtigsten Newsletter für mich?
Für mich gibt es nicht DEN wichtigsten Newsletter – ich nutze in der Tat auch beruflich bedingt sehr viele aus dem Segment der Qualitäts­medien um den Markt­überblick zu behalten. Ergänzt natürlich durch die für unser Geschäft wichtigen Newsletter, wie auch turi2. Immer spannend finde ich die internationale Perspektive des Economist und für meine Inspiration und Leidenschaft Das Rezept vom "SZ-Magazin".

Mein Newsletter-Geheimtipp?
No Mercy / No Malice von Scott Galloway.

Das wünsche ich turi2 zum 15. Geburtstag:
Weiter so! Mit dem erfolgreichen Mix aus Print und Digital.

Die Promi-Tipps erscheinen im Rahmen der Newsletter-Wochen zum 15. Geburtstag des turi2-Morgen-Newsletters.

“Süddeutsche”: Konrad Adenauer ließ offenbar die SPD ausspionieren.

Deutschlands Watergate: Der erste Kanzler der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, ließ offenbar fast ein Jahrzehnt lang die gegnerische SPD ausspionieren. Das belegen Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" anhand von BND-Akten und Dokumenten aus dem Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung. Offenbar stachen die Genossen Siegfried Ziegler und Siegfried Ortloff regelmäßig Informationen an die "Organisation Gehlen" durch, aus der später der Bundesnachrichtendienst wurde. Adenauer habe damit systematisch gegen den Geist des Grundgesetzes verstoßen, schreibt das Rechercheteam der "Süddeutschen".
sueddeutsche.de (Paid)

Medienhäuser starten Initiative für ukrainische und russische Journalistinnen.


Exil-Hilfe: "Zeit", "FAZ", "Handelsblatt", "Süddeutsche" und "Tagesspiegel" starten eine gemeinsame Initiative, um ukrainische und russische Journalistinnen zu unterstützen. Die Medienhäuser spenden an Reporter ohne Grenzen, vernetzen geflüchtete Journalistinnen und stellen ihnen Mittel für ihre Arbeit zur Verfügung. "Die Hilfe soll den Menschen ermöglichen, ihre Arbeit im Exil oder vor Ort fortzusetzen", heißt es in der Mitteilung.

Die Leitungen der Medienhäuser stimmen überein, dass ohne freie Presse "Journalismus zur Propaganda" wird. Man wolle deshalb "denjenigen eine Stimme geben, die aufgrund äußerer Aggression ihrer publizistischen Kraft beraubt wurden".

Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagt im Bundestag ebenfalls zu, sich für Arbeits- und Aufnahmemöglichkeiten für bedrohte Journalistinnen beider Länder zu engagieren. Sie arbeite hierfür mit dem Auswärtigen Amt, mit Stiftungen, mit Reporter ohne Grenzen und anderen Organisationen zusammen.
swmh.de, tagesschau.de

Lese-Tipp: Twitter, TikTok und Instagram sind “wichtige Waffen im Krieg”.

Lese-Tipp: Soziale Medien wie Twitter, TikTok und Instagram sind mittlerweile "wichtige Waffen im Krieg", bilanziert Christoph Koopmann in der "Süddeutschen Zeitung". Die ukrainische Regierung demonstriere, wie man sie effektiv einsetze: Auch, wenn sie dabei sogar Videos von Kriegsgefangenen oder Fotos von schwer verletzten Kindern verbreite. Die über Social Media geteilten Inhalte weckten "noch mehr Sympathie für die ukrainische Sache" und zementierten das Bild des Landes als "tapferen Underdog".
sueddeutsche.de (Paid)

Für Kurt Kister ist Claus Kleber “der Letzte seiner Art”.

Vom Aussterben bedroht: Ex-"Süddeutsche"-Chef­redakteur Kurt Kister verabschiedet sich vom "leidlich berühmten" Claus Kleber, der sich immer ein Vorbild "an den großen Anchormen" der US-Sender genommen habe. Der Moderator wirke "glaubhaft, so objektiv, wie es nur geht" und wolle die Zuschauerinnen "nicht erziehen, sondern informieren". Für Kister ist Kleber "last of his kind", der Letzte seiner Art.
sueddeutsche.de (Paid)

Maskenaffäre: Recherche zeigt “knallharte” Verkaufs-Methoden der PR-Frau Andrea Tandler.


Durchatmen nicht erwünscht: "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR decken auf, mit welchen Methoden die Münchner PR-Unternehmerin Andrea Tandler deutschen Ministerien im März 2020 teure Corona-Masken verkauft. Statt eines Angebots habe sie dem bayerische Gesundheitsministerium "ein Ultimatum" gestellt: Eine Million FFP2-Masken für 8,9 Mio Euro, Antwort innerhalb eines Tages erbeten, Anzahlung 50 %. Gleiches Spiel in Nordrhein-Westfalen, nur eine Mio teurer. Die PR-Frau sei gemeinsam mit der Schweizer Firma Emix und den Jungmillionären Jascha Rudolphi und Luca Steffen "dreist" vorgegangen und habe "alte CSU-Verbindungen" über die frühere bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier genutzt, schreibt die "SZ".

Bereits im Mai war bekannt geworden, dass Tandler für die Deals zwischen 34 und 51 Mio Euro Provision kassiert haben soll. Die neuste Recherchen zeigen u.a., wie unzufrieden das Ministerium in NRW mit dem Deal gewesen ist. Zunächst seien die versprochenen "hochwertigen" Masken gegen solche aus Hongkong ausgetauscht worden, "dann wurden die Lieferungen immer wieder verschoben". Am Ende zahlt NRW nur die bis dahin gelieferten 527.200 FFP2-Masken. Aus einer Aufstellung geht hervor: Das größte Bundesland hat insgesamt 68 Mio Masken von Dutzenden Lieferanten bezogen – zum Durchschnittspreis von 4,34 Euro. "Der Deal mit Emix, der mit Hilfe der CSU-Connection zustande kam, blieb der teuerste". Andrea Tandler selbst beantwortet Anfragen zum Fall bisher nicht. (Foto: Picture Alliance / dpa-tmn / Christin Klose)
sueddeutsche.de (Paid). tagesschau.de, turi2.de (Background)

Video-Tipp: Jung-Politikerinnen diskutieren über die Frauen-Quote.

Video-Tipp: Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal (Foto) "wäre nicht hier, wenn es keine Quote gäbe", sagt sie im "Polittalk aus der Hauptstadt" von "Süddeutscher" und dem RBB. Die liberale Berufskollegin Franziska Brandmann hingegen ist eine "absolute Gegnerin der Quote". Sie plädiert für einen faireren Wettbewerb innerhalb der Parteien und ermutigt Frauen, mehr "Gehör einzufordern".
inforadio.de (62-Min-Video), sueddeutsche.de


Meinung: Nemi El-Hassan vermischt Journalismus und Aktivismus, sagt Laura Hertreiter.

Kündigungs­schreiben: Nemi El-Hassan beweist mit ihrem Text in der "Berliner Zeitung" ein "grundlegendes Miss­verständnis darüber, was Journalismus ist", schreibt Laura Hertreiter (Foto) in der "Süddeutschen". Sie unterschlage Gegen­positionen und flüchte sich "in die Eindeutigkeit der Halb­wahrheiten". Sie habe sich mit ihrem Text "vom Journalismus verabschiedet".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Zitat: Georg Streiter findet, Julian Reichelt habe den Boulevard nie verstanden.

"Die richtige Mischung aus Fakten, Fiktionen, Tatsachen und Träumereien ist für den Erfolg auf dem Boulevard so wichtig wie das geheime Leberwurst- oder Cola-Rezept. Julian Reichelt hat dieses Rezept nie verstanden, und allein das wäre ein guter Grund gewesen, ihn zu feuern."

Ex-"Bild"-Journalist und -Regierungssprecher Georg Streiter erinnert sich an bessere Zeiten der Zeitung, als es "viel zu lachen" gab. Dank Reichelt und Mathias Döpfner seien diese vorbei gewesen.
sueddeutsche.de (Paid)