Zitat: SWR-Intendant Kai Gniffke steht zu seiner SPD-Mitgliedschaft.

"Natürlich bin ich im Lauf meiner Arbeit als Reporter, landespolitischer Korrespondent, Chefredakteur und jetzt Intendant oft gefragt worden, wie ich als Parteimitglied denn neutral sein könne. Die wichtigste Antwort darauf lautet: Transparenz!"

Der SWR-Intendant und künftige ARD-Vorsitzende Kai Gniffke bezieht in einem Schreiben Stellung zu seiner SPD-Mitgliedschaft. Jeder könne davon wissen und selbst beurteilen, ob er eine Schlagseite habe. Von Journalistinnen fordert er, "dass sie ihre Arbeit nach professionellen Standards machen und dabei die eigene Meinung von der Arbeit trennen."
dwdl.de

SWR-Intendant Kai Gniffke übernimmt den ARD-Vorsitz 2023.


Keine Überraschung: Der SWR-Intendant Kai Gniffke übernimmt wie erwartet 2023 den ARD-Vorsitz. Darauf einigen sich die Intendantinnen und Gremien­vorsitzenden der ARD-Rundfunk­anstalten in Bremen. Der SWR übernimmt die Aufgabe somit ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Gniffke folgt auf Tom Buhrow, der das Amt nach dem Rücktritt von Patricia Schlesinger Anfang August übergangsweise übernommen hatte. Der WDR-Intendant ist ab 2023 stell­vertretender Vorsitzender der ARD. "Es sind herausfordernde Zeiten für die ARD, die wir nun gemeinsam angehen können", beschreibt Buhrow die Umstände, in denen Gniffke den neuen Post antritt. Nicht nur der RBB steckt nach den Vorwürfen gegen die ehemalige Intendantin Schlesinger in einer Vertrauens­krise, auch beim NDR ist nach Recherchen des Business Insiders von Vettern­wirtschaft und einem internen "Regime des Schreckens" die Rede. "Mit guter journalistischer Arbeit müssen wir für das Vertrauen der Menschen kämpfen", sagt Gniffke zu seiner bevorstehenden Aufgabe. Er wolle "noch deutlicher heraus­stellen, dass wir unabhängig und der journalistischen Qualität verpflichtet sind".

Der SWR-Intendant hatte sich in der vergangenen Woche für ein gemeinsames Mantel­programm der Dritten mit Regional­teilen ausgesprochen. Den Zeitungen der Verlags­gruppe Rhein-Main sagte er, das sei "ein Gedanke, den wir in den kommenden Monaten und Jahren intensiv diskutieren sollten". Eine Einstellung des ZDF oder Ersten sei keine Option. Zudem kündigte Kniffke an, "mit Zähnen und Klauen" etwa Volks­musik­sendungen zu verteidigen. Die Aufgabe des ÖRR sei nicht nur, "harte Themen abzuarbeiten und Probleme zu beschreiben".
presseportal.de, turi2.de (Background)

SWR lässt seine Compliance-Regeln hinterfragen.

Sicher ist sicher: Die Kontroll-Gremien beim SWR wollen die Compliance-Regeln des Senders vorsorglich auf den Prüfstand stellen. Eine unabhängige Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Verwaltungs- sowie des Rundfunkrats schaue sich an, "ob die Regeln verbesserungswürdig sind und ob man an der einen oder anderen Stelle nachschärfen könnte", sagt der Verwaltungsratsvorsitzende Hans-Albert Stechl der dpa. Künftig wolle man zudem öfter Sachverstand von außen einholen.
rnd.de

Debatte: Melina Borčak fordert Kündigung von SWR-Journalistinnen wegen Podcast “Sack Reis”.

Feuer-Forderung: Nach der gescheiterten Aussprache über eine Folge des SWR-Podcasts "Sack Reis" zur Situation in Bosnien fordert Melina Borčak die Kündigung der verantwortlichen SWR-Journalistinnen. Karin Feltes, Paula Kersten und Stephanie Haiber hätten "dermaßen schlecht gearbeitet" und seien "dermaßen kritik­resistent", dass sie "für den Journalismus nicht geeignet" sind. Kersten habe sich auf "Schul­referats-Niveau" auf den Podcast vorbereitet.
fr.de, turi2.de (Background)

BR-Intendantin Katja Wildermuth nennt Vorgänge im RBB “singulär”.

Schlesinger-Affäre: BR-Intendantin Katja Wildermuth (Foto) bezeichnet die Enthüllungen rund um den RBB und Ex-Intendantin Patricia Schlesinger als Einzelfall innerhalb der ARD. Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagt sie: "Nach meinem Kenntnisstand und nach dem, was wir jetzt wissen: Ja, die Vorgänge im RBB sind singulär." Indes fordert HR-Intendant Florian Hager einen "Neubeginn unter neuer Führung", meldet die dpa. SWR-Intendant Kai Gniffke habe indes nicht den Eindruck, "dass die RBB-Geschäftsführung willens oder in der Lage ist, die Vorgänge hinreichend aufzuklären, um den Sender wieder zu stabilisieren".
sueddeutsche.de (Paid), spiegel.de, rnd.de

SWR entschuldigt sich für “Sack Reis”-Folge.

Eingeständnis: Der SWR entschuldigt sich für die Folge "Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina" aus dem Podcast "Sack Reis". Die Veröffentlichung sei ein "Fehler" gewesen. Bis die Vorwürfe "aufgearbeitet" wurden, pausiert der Sender den Podcast. "Im Sinne der Transparenz" soll die Folge zu Bosnien-Herzegowina jedoch online bleiben. Die Journalistin Melina Borčak hatte kritisiert, dass sich darin "falsche Fakten, Genozid­­leugnung und Kritik­­resistenz" treffen. Nach einem Streitgespräch mit dem SWR habe sie "Beruhigungs­­tabletten schlucken" müssen.
twitter.com, turi2.de (Background)

Podcast-Aussprache zwischen SWR und Melina Borčak läuft gegen die Wand.

Kein gemeinsamer Punkt: Die beabsichtigte Aussprache zwischen der Journalistin Melina Borčak und dem SWR über eine Folge des Podcasts "Sack Reis" artet in ein Streit­gespräch aus, nach dem Borčak "Beruhigungs­tabletten schlucken" musste. Borčak hatte kritisiert, dass sich in der Folge zur Situation in Bosnien "falsche Fakten, Genozid­leugnung und Kritik­resistenz" treffen. In der jetzigen Sonder­folge führt sie aus, dass die Redaktion "keine Ahnung" von dem Thema habe. "Der SWR ist nicht mehr zu retten", schlussfolgert sie. Redaktions­leiterin Karin Feltes verteidigt ihre Recherche und die Auswahl der Protagonistin in der ursprünglichen Folge. Moderatorin Stephanie Haiber hält Borčaks Vorwürfe teils für "frech" und "provokativ".
ardaudiothek.de (84-Min-Audio), twitter.com, turi2.de (Background)

Zitat: Mira Seidel macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios.

"Wenn ich meine Spotify-Playlist höre, sagt mir niemand, dass draußen die Sonne scheint."

Mira Seidel, Programm­chefin der Jugend­welle Das Ding, macht sich keine Sorgen um die Zukunft des Radios. Im DWDL-Interview sagt sie, das Medium könne im Gegenteil zu Streaming-Diensten "Emotionen und Befindlichkeiten" transportieren.
dwdl.de, turi2.de (Background)

SWR-Jugendradio Das Ding wird “durchhörbarer”.

SWR macht sein junges Radioprogramm Das Ding ab Montag tagsüber "durchhörbarer". Der Sender reagiert damit auf "veränderte Hör­gewohn­heiten" der Ziel­gruppe. "An Tagen, an denen wenig los ist, können sich unsere Moderator:innen auch mal etwas zurück­halten", sagt Programm­chefin Mira Seidel. Musikalische und inhaltliche "Kanten und Spitzen" sowie Newcomer bekommen dafür abends mehr Sende­zeit. Am Sonntag­abend um 21 Uhr ist im Radio­programm künftig Platz für Podcasts wie z.B. Njette Mädchen.
presseportal.de

ARD startet Podcast zur Energiekrise.

Energie-Synergie: Die ARD starte den wöchentlichen Podcast Energiekrise - und jetzt?. Fachjournalistinnen von SWR, WDR, HR und RBB analysieren und diskutieren mit Expertinnen die energie­politische Lage und deren Folgen in Deutschland. Die erste Episode befasst sich mit der Frage: "Kommt Deutschland mit 'weniger' Gas durch den Winter?".
presseportal.de, ardaudiothek.de (24-Min-Audio)

Debatte: Dating-Apps schützen Mitglieder schlecht vor sexuellen Übergriffen.

Probleme weggewischt: Dating-Apps reagieren bei sexuellen Übergriffen oft nicht auf Beschwerden Betroffener, berichtet das neue SWR-Investigativ-Format "Vollbild". Frauen fühlten sich mit ihren Erfahrungen allein gelassen. Bei einem Selbstversuch der Redaktion habe keine Plattform nach der Meldung direkten Kontakt mit der vermeintlichen Betroffenen aufgenommen.
tagesschau.de, youtube.com (28-Min-Video)

Debatte: SWR will auf die Kritik am Podcast “Sack Reis” reagieren.

Falsches Zeichen gesetzt? Der SWR plant eine Sonderausgabe seines Auslandspodcasts "Sack Reis", um die Kritik an einer Folge über die Situation in Bosnien aufzuarbeiten. Journalistin Melina Borčak hatte kritisiert, in der Folge treffen "falsche Fakten, Genozidleugnung und Kritikresistenz" aufeinander. Borčak soll zur Sonderfolge eingeladen werden. In einer Instagram-Story schreibt sie, der SWR habe sie nicht über seine Pläne informiert.
swr.de, instagram.com (Account Borčak), turi2.de (Background)

Nachtrag, 22.7.2022, 21:10 Uhr: Die Einladung zu dem Gespräch sei "im Nachgang natürlich konkret an Frau Borčak erfolgt", teilt der SWR mit. Mittlerweile habe Borčak ihre Teilnahme an dem Gespräch zugesagt.

Debatte: SWR-Podcast “Sack Reis” leugnet den Genozid an Bosniaken.

Podcast-Kritik: In einer Folge des SWR-Podcasts "Sack Reis" zur Situation in Bosnien "treffen sich falsche Fakten, Genozidleugnung und Kritikresistenz", kritisiert Melina Borčak (Foto) im "journalist". Milica, die Protagonistin der Folge, verbreite "typische ultranationalistische und rassistische Framings" – ohne eine "adäquate Einordnung oder Widerspruch" durch die Redaktion. Der SWR streitet die Vorwürfe ab und beruft sich dabei auf die Einschätzung des Justiziariats. In einer Stellungnahme habe der Sender die Genozidleugnung nachträglich als "Meinung" bezeichnet.
journalist.de, ardaudiothek.de (41-Min-Podcast)

Ulla Fiebig strukturiert SWR-Landessender Rheinland-Pfalz neu.

Frischer Wind: SWR-Landessenderdirektorin Ulla Fiebig teilt die Zuständigkeiten und Ressorts des rheinland-pfälzischen Landessenders zum Jahresende neu auf. Unter anderem arbeiten die beiden Landeshörfunkwellen SWR1 Rheinland-Pfalz und SWR4 Rheinland-Pfalz dann in einer gemeinsamen Radio-Unit arbeiten, bleiben aber eigenständige Wellen. Außerdem werden in der bisherigen Hauptabteilung SWR4 Rheinland Pfalz die fünf rheinland-pfälzischen Regionalstudios sowie ein "kompakter Entwicklungsbereich" beheimatet sein. Fiebig leitet die Landessenderdirektion seit Anfang 2022.
dwdl.de

Debatte: SWR-Doku über Russlanddeutsche zeigt ein verzerrtes Bild.

Immer das Gleiche: Die SWR-Dokumentation "Russlanddeutsche – unsere fremden Nachbarn?" zeigt vor allem Klischees, kritisiert "Welt"-Autor Artur Weigandt, der selbst Russlanddeutscher ist. Die Diaspora sei so vielfältig wie die Gesellschaft, doch die Doku zeige immer wieder "Putinisten und AfD-Wähler". Damit verpasse der SWR die Chance, ein differenziertes Bild zu vermitteln. "Die Medien hatten mehr als 30 Jahre Zeit, sich vernünftig mit den Russlanddeutschen auseinanderzusetzen. Sie haben es nicht getan. Soll das die Bilanz einer Integration gewesen sein?", fragt Weigandt.
welt.de (Paid)

SWR macht ein neues Wissenschafts-Format mit YouTuber Jacob Beautemps.

SWR startet eine neue Wissenschafts-Reihe mit dem YouTuber Jacob Beautemps. Drei Folgen von "Science for Future" sind ab dem 4. August in der ARD-Mediathek und auf YouTube abrufbar, eine TV-Ausstrahlung erfolgt zwei Tage später im Nachmittagsprogramm des Ersten. In dem Format sollen "begeisterte" Wissenschaftlerinnen zu Wort kommen, "die schon heute an den Lösungen für Morgen arbeiten".
dwdl.de

Studie: Nur wenige Jugendliche nehmen Notiz von “Ich bin Sophie Scholl”.

Sophie, wer? Nur 23 % der 14- bis 19-Jährigen haben das Instagram-Projekt Ich bin Sophie Scholl vom SWR und BR wahrgenommen, sagt eine Studie der RWTH Aachen laut dem "Spiegel". Lediglich 145 von 1250 befragten Schülern hätten den Kanal angeklickt, die meisten aber nur einmalig. Zudem hätten viele Befragte die digitale Sophie für die echte gehalten.
spiegel.de

Hör-Tipp: Christoph Keese will “erbarmungswürdige Zustände” mit Technologie lösen.

Hör-Tipp: Hy-Chef und Publizist Christoph Keese diagnostiziert im "SWR1 Leute"-Podcast "erbarmungswürdige Zustände" auf dem Planeten Erde, die er am liebsten durch Technologie lösen würde. Es sei weniger relevant, ob man sich nachts um drei in Berlin Rosenkohl liefern lassen könne – Technik könne aber u.a. dafür sorgen, Nahrungsknappheit, Energie- und Gesundheitsprobleme zu einzudämmen.
swr.de (49-Min-Audio)

SWR legt seine Sportsendungen zusammen.

Sportliches Sparprogramm: Der SWR spart sich künftig die Ausstrahlung von zwei unterschiedlichen Landessport-Sendungen am späten Sonntagabend, meldet die dpa. Ab dem 17. Juli soll dann die gemeinsame Sendung "SWR Sport" laufen, bisher erfolgte eine Unterteilung in "SWR Sport Baden-Württemberg" und "SWR Sport Rheinland-Pfalz". Als Grund nennt der Sender rückläufige Quoten, durch die Zusammenlegung sollen mehr Mittel und Kapazitäten für das digitale Sportangebot frei werden.
digitalfernsehen.de

“Nicht mit der Kladde durchs Funkhaus laufen”: Daniel Bouhs über neue Projekte und alte Unbefangenheit.



Familiäre Vorbelastung: "Meine erste Fest­anstellung gekündigt zu haben, war rückblickend das Beste, was ich im Job gemacht habe", sagt Daniel Bouhs im turi2 Clubraum. Der langjährige Medienjournalist und frischgebackene Redakteur mit besonderen Aufgaben des SWR, erzählt im Gespräch mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, dass sein Weg in den Medien­journalismus schnell ein "Selbstläufer" geworden ist. Da sein Vater ZDF-Journalist war, habe er nie Berührungs­ängste mit den Medien gehabt. Seine Zeit als freischaffender Journalist, u.a. im ARD-Radio, dem Deutschlandfunk und bei "Zapp", haben ihm "Entwicklungen ermöglicht, die ich in diesem Tempo in dieser Vielfältigkeit nicht gehabt hätte". Im Live-Podcast diskutiert das Trio auch über Diversität in den Medien, den Ansturm aufs 9-Euro-Ticket und die Kommunikation von Robert Habeck.

Den SWR-Job in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig hat Bouhs angenommen, weil er "sehr bereit war, mal etwas Neues zu machen". Im Sender habe es "schon Fragezeichen, auch was den Stellenzuschnitt angeht", gegeben, weil er auch für journalistische Qualitäts­sicherung zuständig ist. Bouhs habe jedoch vermittelt: "Es gibt kein Qualitätsproblem", sondern nur die Herausforderung, die Qualität zu halten. Zudem befasst sich Bouhs mit digitalen Entwicklungen und will den "unbefangenen Blick" des Ex-Medien­kritikers in den eigenen Reihen einbringen. Ein weiteres Ziel sei, die "heimliche Medien­haupt­stadt Mainz" stärker zu profilieren.

Künftig kann sich Bouhs gut vorstellen, Aufgaben im Rahmen des nahenden ARD-Vorsitzes des SWR zu übernehmen. Das könnte "eine interessante Perspektive" sein, auch wenn er die ARD-Chefs nicht beneidet: "ARD-Vorsitz ist glaub ich ein irres Brett. Das geht an die Substanz." In vergangenen Gesprächen mit ARD-Chefs habe er gelernt, dass "sich einige gefreut haben, wenn die zwei Jahre auch wieder vorbei waren". Die ARD-Vorsitzende könne nicht wie im Konzern "durchregieren", sondern müsse "neun Anstalten auf einen Nenner bringen, die ja aus guten Gründen autarke Medienhäuser sind".

Dass bezüglich seines Wechsels, auch im Verbund mit der Personalie Kai-Hinrich Renner, von einem "Niedergang des Medien­journalismus" geschrieben wurde, hält er für übertrieben. Einerseits sei Medienjournalismus zwar "immer gefährdet", andererseits gebe es auch in Häusern wieder Bedarf, die ihre Aktivitäten auf dem Feld zwischenzeitlich stark heruntergefahren haben. Schuld daran sei auch die Herausforderung, "den Widerstand gegenüber Desinformation" zu leisten und Qualitäts­journalismus abzuliefern.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Editorial Director des "Zeit Magazins" Christoph Amend zu Gast.
turi2.tv (48-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: SWR2 Wissen untersucht die kulturelle Vielfalt im Journalismus.

Hör-Tipp: Journalistinnen mit Migrations-Hintergrund "werden entweder als Migrations­spezialist*innen oder als Quoten­türke gesehen", sagt Christine Horz-Ishak in einem Beitrag über kulturelle Vielfalt im Journalismus bei SWR2 Wissen. "Verwunderlich" findet die Kommunikations-Wissenschaftlerin außerdem, dass deren Expertise oder Ausbildung "in Zweifel gezogen" werde – schließlich "sind die ja hier ausgebildet, sind hier in Deutschland".
swr.de (28-Min-Audio)

Lese-Tipp: Matthias Meisner analysiert, wie sich der Fall um Kabarettistin Lisa Fitz entwickelt hat.

Lese-Tipp: Die Reaktion des SWR auf die "Spätschicht"-Ausgabe mit Kabarettistin Lisa Fitz war "konfus und wirkte unbeholfen", schreibt Journalist Matthias Meisner. Die Debatte treffe den SWR an seiner Schwachstelle, dem Fakten-Check. Meißner kritisiert, die Redaktion hätte herausfinden können, auf welche Quelle sich Fitz bei ihrem Auftritt bezogen hat. Fitz hingegen pflege bei TV-Auftritten ihre Opferrolle.
journalist.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: SWR startet ein digitales Debattenformat.

Klick-Tipp: Der SWR initiiert mit MixTalk ein digitales Debattenformat. Per Zufallsprinzip kommen zwei Teilnehmende ins Gespräch. Wie beim Speeddating haben sie fünf Minuten Zeit zum Diskutieren. Wer nur zuhören möchte, kann der Live-Debatte der Hosts Katharina Röben, Robin Blase, Danijel Stanic und Helen Fares folgen. Das Format startet morgen um 19 Uhr mit einer Diskussion zum Tempolimit.
presseportal.de

Medienjournalist Daniel Bouhs geht zum SWR.

Macht auf Mainzelmännchen: SWR holt den Medien­journalisten Daniel Bouhs ins Team. Ab April arbeitet er als Redakteur in der Landes­sender­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig. Bouhs soll sich u.a. um digitale Transformations­prozesse und journalistische Qualitäts­sicherung kümmern. Zuvor war er freier Journalist, u.a. für die “taz”, die ARD-Radios und Das Erste.
linkedin.com, dwdl.de

SWR-Nachrichten kommen ab Montag aus einem neuen Studio.

SWR frischt das Studio für seine Nachrichtensendung "SWR Aktuell Rheinland-Pfalz" auf. Das neue virtuelle Set biete ab Montag "mehr Möglichkeiten, Themen zu erklären, Interviews zu führen oder Statistiken darzustellen", erklärt Ulla Fiebig, die Direktorin des SWR-Landessenders Rheinland-Pfalz. Design und Technik sollen ab Sommer auch bei "SWR Aktuell Baden-Württemberg" zum Einsatz kommen.
presseportal.de

Hör-Tipp: True-Crime-Podcast beantwortet Fragen zum Ukraine-Krieg.

Hör-Tipp: In einer Sonderfolge des True-Crime-Podcasts "Sprechen wir über Mord?!" widmen sich der frühere Bundesrichter Thomas Fischer und der ARD-Terrorismus-Experte Holger Schmidt dem Thema Recht im Krieg. Sie beantworten Fragen wie "Sind Kriegstote Gefallene oder Ermordete?" und "Welche Gesetze gelten in Kriegssituationen?".
ardaudiothek.de (76-Min-Audio)

Zitat: Pierre M. Krause will als Moderator Teil des Gesprächs werden.

"Meine Idealvorstellung ist, dass ich mich in der Rolle des Hosts zurücknehme und Teil einer Unterhaltung werde, nicht ausschließlich ihr Moderator."

Moderator Pierre M. Krause startet im SWR heute (22.30 Uhr) seine neue Show "Gute Unterhaltung", die "mehr Raum fürs Gespräch" bieten will. Jede Ausgabe steht unter einem Thema, "ohne dabei die wunderbare Chance des gepflegten Abdriftens zu verpassen", sagt Krause zu DWDL.
dwdl.de, ardmediathek.de (45-Min-Video)

Porträt: Marieke Reimann, zweite Chefredakteurin SWR.

"Straight, aber echt mühsam": Marieke Reimann muss hart für ihre Karriere arbeiten. Die Tochter einer alleinerziehenden Mutter trägt während ihrer Schulzeit Prospekte aus, parallel zum Studium an der Deutschen Journalistenschule in München warten dann Frühschichten in der Bäckerei und Spätschichten am Newsdesk. Da wundert es nicht, dass Reimann heute stolz davon erzählt, selbst inzwischen anderen jungen Menschen "mit diverser Lebensbiografie" eine Chance im Journalismus gegeben zu haben.

Eben solche jungen Menschen sind lange ihre Zielgruppe. Beim Jugendangebot Ze.tt steigt sie mit gerade mal 30 Jahren zur Chefredakteurin auf. Als das Portal Ende 2020 zu einem Ressort bei Zeit Online abgestuft wird, kündigt sie – ein Manöver, das knapp ein Jahr später in einen Führungsjob als Zweite Chefredakteurin des SWR mündet.

Reimann versteht sich selbst als Pragmatikerin. Auch deshalb hat sie das Schachspielen für sich entdeckt. Der analytische Aspekt des Spiels spiegelt sich in ihrem Berufsalltag wider. Denn auch dort können "unterschiedlichste Ansätze zu ähnlichen Lösungen führen". Strategisches Vorgehen ist schon vor dem Job-Eintritt nötig, glaubt Marieke Reimann. Angehenden Journalistinnen empfiehlt sie, sich frühzeitig eine Nische zu suchen und sich auszuprobieren, statt Energie in "belanglosen Prüfungen" zu verschwenden. Denn: "Was haben Noten am Ende mit journalistischer Praxis zu tun?"

Marieke Reimann
Geb. 1987 in Rostock
2007: Studium Angewandte Medienwissenschaft in Ilmenau
2012: Journalismus-Studium an der Deutschen Journalistenschule und der LMU München
2014: Freie Journalistin
2015: Redakteurin, später Vize-Chefredakteurin bei Ze.tt in Berlin
2018: Chefredakteurin bei Ze.tt
2021: Zweite Chefredakteurin des SWR


(Foto: Ralf Obergfell / SWR)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Geburtstagsshow in der ARD: Sieben Promis überraschen Frank Elstner im April.

Surprise, Surprise: Der SWR gibt weitere Details zur Überraschungsshow für Frank Elstner bekannt, die Das Erste anlässlich dessen 80. Geburtstag plant. Die 90-minütige Sendung "Frank Elstner – Noch eine Frage!" soll demnach am Karfreitag, den 15. April um 21.45 Uhr laufen. Sieben Promis, darunter Jan Böhmermann, Günther Jauch, Anke Engelke, Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker, sollen für "spontane Wiedersehensfreude, intime Momente und ehrlichen Austausch" sorgen. Jeder von ihnen darf Elstner in einem "Show-ähnlichen Setting" zu "individuell gewählten Schwerpunkten" interviewen.
dwdl.de

Flutkatastrophe: SWR dementiert angebotene Sondersendung.


Wogen glätten: Der SWR dementiert, dass Meteorologe Karsten Schwanke dem Sender eine "Sondersendung" im Vorfeld der Flutkatastrophe im Ahrtal angeboten habe. Ein derartiges, längeres Format sei "zu keiner Zeit im Gespräch" gewesen. Schwanke habe stattdessen vorgeschlagen, in einem ca. einminütigen Livegespräch über die Wettersituation zu sprechen – zusätzlich zur geplanten Wettervorhersage um kurz vor 20 Uhr. Weil die Redaktion das Thema "Dauerregen in der Eifel" aber bereits als Schwerpunkt der Nachrichten eingeplant hatte, habe es "mit dem damals vorhandenen, gemeinsamen Wissensstand" keine Notwendigkeit für ein zusätzliches Wetter-Livegespräch gegeben.

Zudem betont der SWR, Schwanke hätten am Nachmittag des 14. Juli "keine Erkenntnisse zur Entwicklung einer Flutwelle eines solchen Ausmaßes" vorgelegen. Das Wettergeschehen habe sich im Verlauf des Abends "sehr dynamisch entwickelt, so dass das Ausmaß der Katastrophe weiterhin nicht erkennbar war" – was Karsten Schwanke laut SWR auch dem rheinland-pfälzischen Untersuchungsausschuss dargelegt habe.
swr.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Der SWR porträtiert Menschen, die kein Internet nutzen.

Lese-Tipp: Der SWR befragt Menschen, die kein Internet nutzen, wie sie ihren Alltag meistern. Fast 50 % der über 70-Jährigen seien Offliner. Kinos, Zoos, Museen und Behörden verlangten während der Pandemie aber oft Online-Reservierungen. Außerdem seien Produkte offline zum Teil teurer. Expertinnen fordern, allen Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen – aber auch ein Recht auf digitale Abstinenz.
tagesschau.de

Lese-Tipp: epd nimmt die Innovationslabore von ARD und ZDF unter die Lupe.

Lese-Tipp: epd-Autor Stephan Köhnlein beschäftigt sich mit den Innovationslaboren von ARD und ZDF und spricht mit einigen Verantwortlichen. Manchmal seien die "etwas trägen oder verkrusteten Strukturen" ein Hindernis, neue Projekte umzusetzen, erfährt Köhnlein etwa aus einem Gespräch mit Lisa Zauner (Foto) vom WDR Innovation Hub. SWR-Innovationsleiter Thomas Dauser möchte derweil "alte Barrikaden im Kopf" bei der privaten Konkurrenz einreißen, eine "Zusammenarbeit der Qualitätsmedien" biete aus seiner Sicht eine "große Chance".
epd.de

SWR lehnte Sondersendung über Hochwassergefahr im Ahrtal ab.


Schlechtwetterbote: Der SWR hat laut Aussagen des Meteorologen Karsten Schwanke eine Sondersendung über die Hochwassergefahr im Ahrtal nur Stunden vor dem Unglück abgelehnt. Schwanke erläuterte dem Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags, er habe am 14. Juli 2021 in der Redaktion von "SWR Aktuell" angerufen und eine Sondersendung mit dem Hinweis "in der Eifel werde es schlimm" angeboten – eine Offerte, die er nie zuvor gemacht habe. Der Sender lehnte mit Hinblick auf die reguläre Wettervorhersage kurz vor der "Tagesschau" ab. Schwanke moderierte diese zwar, der Bericht bot aber seiner Meinung nach "nicht die Möglichkeit für intensive Warnungen".

Laut Schwanke hätte eine Warnung am Abend des 14. Juli genug Zeit verschafft, "um die Leute da rauszuholen". Der SWR attestiert sich selbst, es hätten am Tag der Flutkatastrophe "nicht alle Abläufe reibungslos und zufriedenstellend funktioniert". Der Sender habe ein Interesse daran, "allen möglichen Schwachstellen nachzugehen" und "aus den Erfahrungen des Tages zu lernen".
faz.net

Eva Schulz arbeitet mit “Report Mainz” zusammen.

Machen gemeinsame Sache: Eva Schulz arbeitet gemeinsam mit dem Politikmagazin "Report Mainz" an investigativen Recherchen. Die Journalistin berichtet in der Sendung am 1. Februar gemeinsam mit Philipp Reichert und Aleksandra van de Pol über Probleme in Impfzentren und bei Ärzten, die gegen Covid impfen. Auch in der nächsten Ausgabe des Magazins soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.
swr.de

Neuer SWR-Podcast geht Breitscheidplatz-Attentat auf den Grund.

Neuer Hörstoff: Der SWR setzt seine Podcast-Offensive fort und startet zwei neue Podcasts. In dem jungen Politik-Podcast Die & Du wollen die Instagrammerinnen Johanna Kürwitz und Victoria Lauer Politik "easy erklären". Der Podcast "Breitscheidplatz" ist eine sechsfolgige journalistische Recherche zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lisa Fitz beendet die Zusammenarbeit mit dem SWR.

Macht Schluss: Lisa Fitz hat sich entschieden, in Zukunft nicht mehr Teil der "Spätschicht" zu sein. Das gibt das SWR "mit großem Bedauern" bekannt. Im Dezember hatte der Sender eine Ausgabe der Satire-Sendung "wegen falschen Tatsachenbehauptungen von Lisa Fitz" aus der Mediathek und von allen Kanälen genommen. Die Komikerin hatte falsche Angaben über angebliche Impftote gemacht.
swr.de, turi2.de (Background)

Journalist Jörg Gehlen, 69, ist tot.

Jörg Gehlen, 69, ist tot. Der Journalist ist heute in Saarbrücken gestorben, teilt der SR mit. Gehlen begann seine Karriere beim SR-Hörfunk, wo er Ende der 1960er Jahre den damaligen "Aktuellen Dienst" mitgründete. Von 1981 bis 1991 war er Redakteur für die Abteilung "Aktuelles und Sport". Danach übernahm er die Leitung der Ab­teilung "Zeit­geschehen", bis er 2003 Bereichs­leiter für das Landes­programm wurde. Gehlen war außerdem Chef des "Aktuellen Berichts" und moderierte die Sendung. Er ging 2011 in den Ruhe­stand.
sr.de

Debatte: Marieke Reimann ist selbstgerecht, sagt Christian Meier.

Beitrag ja, Abo nein: Die Zweite SWR-Chefredakteurin Marieke Reimann findet es "widerlich", wenn private Medien mit der Corona-Bericht­erstattung Online-Abos generieren, schreibt sie bei Twitter. Diese Aussage sei "exemplarisch für die grassierende Abgehobenheit" im Öffentlich-Rechtlichen, findet "Welt"-Medien­redakteur Christian Meier. Höhepunkt der "Selbst­gerechtigkeit" sei, dass Reimann dazu noch Werbung für einen kosten­pflichtigen Workshop zum Thema Bezahl­modelle poste.
welt.de, twitter.com