SWR legt seine Sportsendungen zusammen.

Sportliches Sparprogramm: Der SWR spart sich künftig die Ausstrahlung von zwei unterschiedlichen Landessport-Sendungen am späten Sonntagabend, meldet die dpa. Ab dem 17. Juli soll dann die gemeinsame Sendung "SWR Sport" laufen, bisher erfolgte eine Unterteilung in "SWR Sport Baden-Württemberg" und "SWR Sport Rheinland-Pfalz". Als Grund nennt der Sender rückläufige Quoten, durch die Zusammenlegung sollen mehr Mittel und Kapazitäten für das digitale Sportangebot frei werden.
digitalfernsehen.de

“Nicht mit der Kladde durchs Funkhaus laufen”: Daniel Bouhs über neue Projekte und alte Unbefangenheit.



Familiäre Vorbelastung: "Meine erste Fest­anstellung gekündigt zu haben, war rückblickend das Beste, was ich im Job gemacht habe", sagt Daniel Bouhs im turi2 Clubraum. Der langjährige Medienjournalist und frischgebackene Redakteur mit besonderen Aufgaben des SWR, erzählt im Gespräch mit Aline von Drateln und Björn Czieslik, dass sein Weg in den Medien­journalismus schnell ein "Selbstläufer" geworden ist. Da sein Vater ZDF-Journalist war, habe er nie Berührungs­ängste mit den Medien gehabt. Seine Zeit als freischaffender Journalist, u.a. im ARD-Radio, dem Deutschlandfunk und bei "Zapp", haben ihm "Entwicklungen ermöglicht, die ich in diesem Tempo in dieser Vielfältigkeit nicht gehabt hätte". Im Live-Podcast diskutiert das Trio auch über Diversität in den Medien, den Ansturm aufs 9-Euro-Ticket und die Kommunikation von Robert Habeck.

Den SWR-Job in der Landes­­sender­­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig hat Bouhs angenommen, weil er "sehr bereit war, mal etwas Neues zu machen". Im Sender habe es "schon Fragezeichen, auch was den Stellenzuschnitt angeht", gegeben, weil er auch für journalistische Qualitäts­sicherung zuständig ist. Bouhs habe jedoch vermittelt: "Es gibt kein Qualitätsproblem", sondern nur die Herausforderung, die Qualität zu halten. Zudem befasst sich Bouhs mit digitalen Entwicklungen und will den "unbefangenen Blick" des Ex-Medien­kritikers in den eigenen Reihen einbringen. Ein weiteres Ziel sei, die "heimliche Medien­haupt­stadt Mainz" stärker zu profilieren.

Künftig kann sich Bouhs gut vorstellen, Aufgaben im Rahmen des nahenden ARD-Vorsitzes des SWR zu übernehmen. Das könnte "eine interessante Perspektive" sein, auch wenn er die ARD-Chefs nicht beneidet: "ARD-Vorsitz ist glaub ich ein irres Brett. Das geht an die Substanz." In vergangenen Gesprächen mit ARD-Chefs habe er gelernt, dass "sich einige gefreut haben, wenn die zwei Jahre auch wieder vorbei waren". Die ARD-Vorsitzende könne nicht wie im Konzern "durchregieren", sondern müsse "neun Anstalten auf einen Nenner bringen, die ja aus guten Gründen autarke Medienhäuser sind".

Dass bezüglich seines Wechsels, auch im Verbund mit der Personalie Kai-Hinrich Renner, von einem "Niedergang des Medien­journalismus" geschrieben wurde, hält er für übertrieben. Einerseits sei Medienjournalismus zwar "immer gefährdet", andererseits gebe es auch in Häusern wieder Bedarf, die ihre Aktivitäten auf dem Feld zwischenzeitlich stark heruntergefahren haben. Schuld daran sei auch die Herausforderung, "den Widerstand gegenüber Desinformation" zu leisten und Qualitäts­journalismus abzuliefern.

Der turi2 Clubraum diskutiert jeden Freitag um 12 Uhr mit einem prominenten Gast die Themen der Woche. Nächste Woche ist der Editorial Director des "Zeit Magazins" Christoph Amend zu Gast.
turi2.tv (48-Min-Podcast auf YouTube), turi2clubraum.podigee.io, apple.com, spotify.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: SWR2 Wissen untersucht die kulturelle Vielfalt im Journalismus.

Hör-Tipp: Journalistinnen mit Migrations-Hintergrund "werden entweder als Migrations­spezialist*innen oder als Quoten­türke gesehen", sagt Christine Horz-Ishak in einem Beitrag über kulturelle Vielfalt im Journalismus bei SWR2 Wissen. "Verwunderlich" findet die Kommunikations-Wissenschaftlerin außerdem, dass deren Expertise oder Ausbildung "in Zweifel gezogen" werde – schließlich "sind die ja hier ausgebildet, sind hier in Deutschland".
swr.de (28-Min-Audio)

Lese-Tipp: Matthias Meisner analysiert, wie sich der Fall um Kabarettistin Lisa Fitz entwickelt hat.

Lese-Tipp: Die Reaktion des SWR auf die "Spätschicht"-Ausgabe mit Kabarettistin Lisa Fitz war "konfus und wirkte unbeholfen", schreibt Journalist Matthias Meisner. Die Debatte treffe den SWR an seiner Schwachstelle, dem Fakten-Check. Meißner kritisiert, die Redaktion hätte herausfinden können, auf welche Quelle sich Fitz bei ihrem Auftritt bezogen hat. Fitz hingegen pflege bei TV-Auftritten ihre Opferrolle.
journalist.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: SWR startet ein digitales Debattenformat.

Klick-Tipp: Der SWR initiiert mit MixTalk ein digitales Debattenformat. Per Zufallsprinzip kommen zwei Teilnehmende ins Gespräch. Wie beim Speeddating haben sie fünf Minuten Zeit zum Diskutieren. Wer nur zuhören möchte, kann der Live-Debatte der Hosts Katharina Röben, Robin Blase, Danijel Stanic und Helen Fares folgen. Das Format startet morgen um 19 Uhr mit einer Diskussion zum Tempolimit.
presseportal.de

Medienjournalist Daniel Bouhs geht zum SWR.

Macht auf Mainzelmännchen: SWR holt den Medien­journalisten Daniel Bouhs ins Team. Ab April arbeitet er als Redakteur in der Landes­sender­direktion Rheinland-Pfalz bei Direktorin Ulla Fiebig. Bouhs soll sich u.a. um digitale Transformations­prozesse und journalistische Qualitäts­sicherung kümmern. Zuvor war er freier Journalist, u.a. für die “taz”, die ARD-Radios und Das Erste.
linkedin.com, dwdl.de

SWR-Nachrichten kommen ab Montag aus einem neuen Studio.

SWR frischt das Studio für seine Nachrichtensendung "SWR Aktuell Rheinland-Pfalz" auf. Das neue virtuelle Set biete ab Montag "mehr Möglichkeiten, Themen zu erklären, Interviews zu führen oder Statistiken darzustellen", erklärt Ulla Fiebig, die Direktorin des SWR-Landessenders Rheinland-Pfalz. Design und Technik sollen ab Sommer auch bei "SWR Aktuell Baden-Württemberg" zum Einsatz kommen.
presseportal.de

Hör-Tipp: True-Crime-Podcast beantwortet Fragen zum Ukraine-Krieg.

Hör-Tipp: In einer Sonderfolge des True-Crime-Podcasts "Sprechen wir über Mord?!" widmen sich der frühere Bundesrichter Thomas Fischer und der ARD-Terrorismus-Experte Holger Schmidt dem Thema Recht im Krieg. Sie beantworten Fragen wie "Sind Kriegstote Gefallene oder Ermordete?" und "Welche Gesetze gelten in Kriegssituationen?".
ardaudiothek.de (76-Min-Audio)

Zitat: Pierre M. Krause will als Moderator Teil des Gesprächs werden.

"Meine Idealvorstellung ist, dass ich mich in der Rolle des Hosts zurücknehme und Teil einer Unterhaltung werde, nicht ausschließlich ihr Moderator."

Moderator Pierre M. Krause startet im SWR heute (22.30 Uhr) seine neue Show "Gute Unterhaltung", die "mehr Raum fürs Gespräch" bieten will. Jede Ausgabe steht unter einem Thema, "ohne dabei die wunderbare Chance des gepflegten Abdriftens zu verpassen", sagt Krause zu DWDL.
dwdl.de, ardmediathek.de (45-Min-Video)

Porträt: Marieke Reimann, zweite Chefredakteurin SWR.

"Straight, aber echt mühsam": Marieke Reimann muss hart für ihre Karriere arbeiten. Die Tochter einer alleinerziehenden Mutter trägt während ihrer Schulzeit Prospekte aus, parallel zum Studium an der Deutschen Journalistenschule in München warten dann Frühschichten in der Bäckerei und Spätschichten am Newsdesk. Da wundert es nicht, dass Reimann heute stolz davon erzählt, selbst inzwischen anderen jungen Menschen "mit diverser Lebensbiografie" eine Chance im Journalismus gegeben zu haben.

Eben solche jungen Menschen sind lange ihre Zielgruppe. Beim Jugendangebot Ze.tt steigt sie mit gerade mal 30 Jahren zur Chefredakteurin auf. Als das Portal Ende 2020 zu einem Ressort bei Zeit Online abgestuft wird, kündigt sie – ein Manöver, das knapp ein Jahr später in einen Führungsjob als Zweite Chefredakteurin des SWR mündet.

Reimann versteht sich selbst als Pragmatikerin. Auch deshalb hat sie das Schachspielen für sich entdeckt. Der analytische Aspekt des Spiels spiegelt sich in ihrem Berufsalltag wider. Denn auch dort können "unterschiedlichste Ansätze zu ähnlichen Lösungen führen". Strategisches Vorgehen ist schon vor dem Job-Eintritt nötig, glaubt Marieke Reimann. Angehenden Journalistinnen empfiehlt sie, sich frühzeitig eine Nische zu suchen und sich auszuprobieren, statt Energie in "belanglosen Prüfungen" zu verschwenden. Denn: "Was haben Noten am Ende mit journalistischer Praxis zu tun?"

Marieke Reimann
Geb. 1987 in Rostock
2007: Studium Angewandte Medienwissenschaft in Ilmenau
2012: Journalismus-Studium an der Deutschen Journalistenschule und der LMU München
2014: Freie Journalistin
2015: Redakteurin, später Vize-Chefredakteurin bei Ze.tt in Berlin
2018: Chefredakteurin bei Ze.tt
2021: Zweite Chefredakteurin des SWR


(Foto: Ralf Obergfell / SWR)

Dieser Beitrag ist Teil der turi2 edition #17 Jobs – lesen Sie alle Geschichten hier im E-Paper:

Geburtstagsshow in der ARD: Sieben Promis überraschen Frank Elstner im April.

Surprise, Surprise: Der SWR gibt weitere Details zur Überraschungsshow für Frank Elstner bekannt, die Das Erste anlässlich dessen 80. Geburtstag plant. Die 90-minütige Sendung "Frank Elstner – Noch eine Frage!" soll demnach am Karfreitag, den 15. April um 21.45 Uhr laufen. Sieben Promis, darunter Jan Böhmermann, Günther Jauch, Anke Engelke, Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker, sollen für "spontane Wiedersehensfreude, intime Momente und ehrlichen Austausch" sorgen. Jeder von ihnen darf Elstner in einem "Show-ähnlichen Setting" zu "individuell gewählten Schwerpunkten" interviewen.
dwdl.de

Flutkatastrophe: SWR dementiert angebotene Sondersendung.


Wogen glätten: Der SWR dementiert, dass Meteorologe Karsten Schwanke dem Sender eine "Sondersendung" im Vorfeld der Flutkatastrophe im Ahrtal angeboten habe. Ein derartiges, längeres Format sei "zu keiner Zeit im Gespräch" gewesen. Schwanke habe stattdessen vorgeschlagen, in einem ca. einminütigen Livegespräch über die Wettersituation zu sprechen – zusätzlich zur geplanten Wettervorhersage um kurz vor 20 Uhr. Weil die Redaktion das Thema "Dauerregen in der Eifel" aber bereits als Schwerpunkt der Nachrichten eingeplant hatte, habe es "mit dem damals vorhandenen, gemeinsamen Wissensstand" keine Notwendigkeit für ein zusätzliches Wetter-Livegespräch gegeben.

Zudem betont der SWR, Schwanke hätten am Nachmittag des 14. Juli "keine Erkenntnisse zur Entwicklung einer Flutwelle eines solchen Ausmaßes" vorgelegen. Das Wettergeschehen habe sich im Verlauf des Abends "sehr dynamisch entwickelt, so dass das Ausmaß der Katastrophe weiterhin nicht erkennbar war" – was Karsten Schwanke laut SWR auch dem rheinland-pfälzischen Untersuchungsausschuss dargelegt habe.
swr.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Der SWR porträtiert Menschen, die kein Internet nutzen.

Lese-Tipp: Der SWR befragt Menschen, die kein Internet nutzen, wie sie ihren Alltag meistern. Fast 50 % der über 70-Jährigen seien Offliner. Kinos, Zoos, Museen und Behörden verlangten während der Pandemie aber oft Online-Reservierungen. Außerdem seien Produkte offline zum Teil teurer. Expertinnen fordern, allen Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen – aber auch ein Recht auf digitale Abstinenz.
tagesschau.de

Lese-Tipp: epd nimmt die Innovationslabore von ARD und ZDF unter die Lupe.

Lese-Tipp: epd-Autor Stephan Köhnlein beschäftigt sich mit den Innovationslaboren von ARD und ZDF und spricht mit einigen Verantwortlichen. Manchmal seien die "etwas trägen oder verkrusteten Strukturen" ein Hindernis, neue Projekte umzusetzen, erfährt Köhnlein etwa aus einem Gespräch mit Lisa Zauner (Foto) vom WDR Innovation Hub. SWR-Innovationsleiter Thomas Dauser möchte derweil "alte Barrikaden im Kopf" bei der privaten Konkurrenz einreißen, eine "Zusammenarbeit der Qualitätsmedien" biete aus seiner Sicht eine "große Chance".
epd.de

SWR lehnte Sondersendung über Hochwassergefahr im Ahrtal ab.


Schlechtwetterbote: Der SWR hat laut Aussagen des Meteorologen Karsten Schwanke eine Sondersendung über die Hochwassergefahr im Ahrtal nur Stunden vor dem Unglück abgelehnt. Schwanke erläuterte dem Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags, er habe am 14. Juli 2021 in der Redaktion von "SWR Aktuell" angerufen und eine Sondersendung mit dem Hinweis "in der Eifel werde es schlimm" angeboten – eine Offerte, die er nie zuvor gemacht habe. Der Sender lehnte mit Hinblick auf die reguläre Wettervorhersage kurz vor der "Tagesschau" ab. Schwanke moderierte diese zwar, der Bericht bot aber seiner Meinung nach "nicht die Möglichkeit für intensive Warnungen".

Laut Schwanke hätte eine Warnung am Abend des 14. Juli genug Zeit verschafft, "um die Leute da rauszuholen". Der SWR attestiert sich selbst, es hätten am Tag der Flutkatastrophe "nicht alle Abläufe reibungslos und zufriedenstellend funktioniert". Der Sender habe ein Interesse daran, "allen möglichen Schwachstellen nachzugehen" und "aus den Erfahrungen des Tages zu lernen".
faz.net

Eva Schulz arbeitet mit “Report Mainz” zusammen.

Machen gemeinsame Sache: Eva Schulz arbeitet gemeinsam mit dem Politikmagazin "Report Mainz" an investigativen Recherchen. Die Journalistin berichtet in der Sendung am 1. Februar gemeinsam mit Philipp Reichert und Aleksandra van de Pol über Probleme in Impfzentren und bei Ärzten, die gegen Covid impfen. Auch in der nächsten Ausgabe des Magazins soll die Zusammenarbeit fortgesetzt werden.
swr.de

Neuer SWR-Podcast geht Breitscheidplatz-Attentat auf den Grund.

Neuer Hörstoff: Der SWR setzt seine Podcast-Offensive fort und startet zwei neue Podcasts. In dem jungen Politik-Podcast Die & Du wollen die Instagrammerinnen Johanna Kürwitz und Victoria Lauer Politik "easy erklären". Der Podcast "Breitscheidplatz" ist eine sechsfolgige journalistische Recherche zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Lisa Fitz beendet die Zusammenarbeit mit dem SWR.

Macht Schluss: Lisa Fitz hat sich entschieden, in Zukunft nicht mehr Teil der "Spätschicht" zu sein. Das gibt das SWR "mit großem Bedauern" bekannt. Im Dezember hatte der Sender eine Ausgabe der Satire-Sendung "wegen falschen Tatsachenbehauptungen von Lisa Fitz" aus der Mediathek und von allen Kanälen genommen. Die Komikerin hatte falsche Angaben über angebliche Impftote gemacht.
swr.de, turi2.de (Background)

Journalist Jörg Gehlen, 69, ist tot.

Jörg Gehlen, 69, ist tot. Der Journalist ist heute in Saarbrücken gestorben, teilt der SR mit. Gehlen begann seine Karriere beim SR-Hörfunk, wo er Ende der 1960er Jahre den damaligen "Aktuellen Dienst" mitgründete. Von 1981 bis 1991 war er Redakteur für die Abteilung "Aktuelles und Sport". Danach übernahm er die Leitung der Ab­teilung "Zeit­geschehen", bis er 2003 Bereichs­leiter für das Landes­programm wurde. Gehlen war außerdem Chef des "Aktuellen Berichts" und moderierte die Sendung. Er ging 2011 in den Ruhe­stand.
sr.de

Debatte: Marieke Reimann ist selbstgerecht, sagt Christian Meier.

Beitrag ja, Abo nein: Die Zweite SWR-Chefredakteurin Marieke Reimann findet es "widerlich", wenn private Medien mit der Corona-Bericht­erstattung Online-Abos generieren, schreibt sie bei Twitter. Diese Aussage sei "exemplarisch für die grassierende Abgehobenheit" im Öffentlich-Rechtlichen, findet "Welt"-Medien­redakteur Christian Meier. Höhepunkt der "Selbst­gerechtigkeit" sei, dass Reimann dazu noch Werbung für einen kosten­pflichtigen Workshop zum Thema Bezahl­modelle poste.
welt.de, twitter.com

SWR bringt im Januar drei neue Podcasts an den Start.

Neuer Hörstoff: Der SWR startet im Januar drei neue Podcasts. "Njette Mädchen" thematisiert ab 6.1. mit Walerija Petrova (Foto) und Viktoria Merkulova die postsowjetische Generation in Deutschland. In "SWR2 Archivradio: Die Epoche der Kernenergie" laufen historische Radioberichte (1.1.) und in "Corona-Helfer:innen" spricht ab Anfang 2022 der Arzt und Moderator Nabil Atassi über "Long Covid".
presseportal.de

Debatte: Lisa Fitz verteidigt ihren SWR-Auftritt bei Facebook.

Nach Schwurbel-Auftritt: Kabarettistin Lisa Fitz beteuert bei Facebook, keine Impfgegnerin oder Verschwörungstheoretikerin zu sein. Sie bedauere, die vermeintlich 5.000 EU-weiten Impftoten nicht als Verdachtsfälle benannt zu haben. Niemand könne jedoch sagen, wie viele Menschen tatsächlich an den Folgen einer Impfung verstorben seien: "Es kann falsch sein, es kann richtig sein, es könnten weniger oder sogar noch mehr sein." Sie sei "sehr erzürnt" von der "Unerbittlichkeit" von Teilen der Presse, mit der versucht werde, Menschen wie sie zu vernichten. Das Ziel sei eine "Skandalisierung, die eine echte Debatte und Auseinandersetzung über die eigentlichen Themen verunmöglicht".
facebook.com via tagesspiegel.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Parlaments-Anfragen als Hort von Fake News.

Lese-Tipp: Für ihren Schwurbel-Auftritt nutzt Lisa Fitz einen Entschließungs­antrag der französischen EU-Abgeordneten Virginie Joron als Quelle. Anträge dieser Art sind eine "Masche" von rechts­extremen Politikerinnen, schreibt Matthias Meisner in der "taz". Durch das Hochladen auf die Website des EU-Parlaments sind sie "Fake News mit EU-Siegel" und spielen so der Szene in die Hände.
taz.de, turi2.de (Background)

Debatte: Die Medien müssen nicht jeder Gegenposition Raum geben, findet Tobias Singer.

Falsche Meinungsfreiheit: Die Medien müssen nicht jeder "noch so kleinen Position" Raum geben, um die Pluralität zu wahren, schreibt "Meedia"-Redakteur Tobias Singer über die umstrittene "Spätschicht"-Folge mit Lisa Fitz. Zwar sei es "ein Grundelement von Erkenntnissgewinn und unserer Demokratie", dass sich Einschätzungen ändern können, doch die Distanzierung des SWR von seinem alten Statement "wirkt nur leider wie schlechtes Kabarett".
meedia.de, turi2.de (Background)

SWR zieht “Spätschicht”-Ausgabe mit Lisa Fitz aus dem Verkehr.

Schwurbel-Stopp: Der SWR entfernt seine Ausgabe der "Spätschicht" vom 10.12. "wegen einer falschen Tatsachen­behauptung von Lisa Fitz" aus der Mediathek und von allen Kanälen. Die Komikerin hatte falsche Angaben zu Menschen gemacht, die durch eine Corona-Impfung gestorben seien. "Die Kritik an dieser Ausgabe der 'Spätschicht' trifft uns zu Recht", räumt SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler ein. Der Sender rückt damit von seiner vorigen Stellungnahme ab: Es gehe bei der entsprechenden Passage entgegen voriger Aussagen nicht mehr um freie Meinung­säußerung, sagt Bratzler. Alle andere Äußerungen der Komikerin seien von der Meinungs­freiheit gedeckt, so der SWR.
swr.de, turi2.de (Background)

Debatte: Auch Satirikerinnen müssen sich an Fakten halten.

Fake Comedy: Die Recht­fertigung des SWR für den Schwurbel-Auftritt von Lisa Fitz will "Spiegel"-Redakteur Florian Diekmann nicht gelten lassen. Die Verbreitung falscher Tatsachen falle nicht in den "Bereich der Meinungs­vielfalt", bei Journalistinnen würden in solch einem Fall "Artikel und Beiträge korrigiert oder sogar ganz zurückgezogen" werden. Die Kabarettistin hatte von EU-weit 5.000 Impf-Toten gesprochen. Der Sender erkennt die Zahlen als "nicht belastbar" an, beruft sich aber auf die "Pluralität der vorkommenden Meinungen".
spiegel.de, turi2.de (Background)

SWR rechtfertigt sich für “heiklen” Schwurbel-Auftritt von Lisa Fitz.


Satire-Schwurblerin: Der SWR muss sich für einen Auftritt von Kabarettistin Lisa Fitz erklären. In dem "Spätschicht"-Beitrag "Lisa Fitz vs. Jens Spahn", der bereits seit vergangener Woche in der Mediathek zum Abruf steht, bezeichnet die Komikerin die Omikron-Variante als "Panikmache" und spricht u.a. von EU-weit 5.000 Impf-Toten. Recherchen der "taz" belegen nun, dass dies eine Falschinformation ist. Fitz habe die Zahl einem Entschließungsantrag der rechtsextremen französischen EU-Politikerin Virginie Joron von September entnommen. Joron wiederum bezieht sich auf eine Website, auf der Privatleute angebliche Impf-Folgen melden – in Eigenregie, ohne wissenschaftliche Prüfung. Konkrete Zahlen, die einen Tod durch die Impfung belegen, gebe es laut "taz" gar nicht. Auch der SWR stellt klar, dass "die in diesem Antrag benannten Zahlen der Impftoten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht belastbar" seien.

Der SWR gibt gegenüber der "taz" zu, dass der Text von Fitz "zugegebenermaßen insbesondere in seiner Wirkung schwierig" gewesen sei. Der Sender habe den "heiklen Beitrag" aber im Hinblick auf einen "möglichen und erwartbaren Vorwurf der Zensur" nicht ablehnen wollen. Man habe sich "bewusst dazu entschieden, diesen Text zu senden, um die Pluralität der vorkommenden Meinungen in der 'Spätschicht' zu beweisen". Moderator Florian Schroeder gab in seiner Moderation zu Protokoll, die Meinung von Lisa Fitz "persönlich absolut nicht" zu teilen, trotzdem dürfe sie stattfinden: "Den Öffentlich-Rechtlichen wird ja häufig vorgeworfen: alles eins, immer die gleichen Meinungen, keine Vielfalt, immer seid ihr euch einig." In der Spätschicht zähle Meinungsvielfalt.

In dem rund siebenminütigen Beitrag nennt Fitz die Impfpflicht einen "feuchten Traum" der Pharma-Konzerne, die alle "Ganoven" seien. Zudem gebe es in Deutschland "ein Prozent Panikmacher, die 99 Prozent Lemminge steuern". Zuletzt habe es "Fehler, Fehlaussagen, Wortbrüche, Mistmanagement bei der Impfstoffbestellung und Regelwirrwarr" gegeben. Auf Ungeimpfte werde "eingeprügelt" und "zum Halali auf den Sündenbock" geblasen.

In einer früheren Version dieses Textes hatten wir fälschlicherweise berichtet, dass der Beitrag am Freitag im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.
taz.de, rnd.de, ardmediathek.de (7-Min-Clip)


ZDF und SWR verabschieden Haushaltspläne mit großen Minus-Beträgen.

Mainzer Minus: Der Fernsehrat hat den Haushaltsplan des ZDF für 2022 mit einem Fehlbetrag von 105 Mio Euro genehmigt. Das fehlende Geld werde aus Rücklagen gedeckt. Der SWR erwartet sogar einen Verlust von 216 Mio Euro, der sich auf 145 Mio Euro senke, sofern man "bilanzielle Effekte im Zusammenhang mit dem Bilanz­rechts­modernisierungs­gesetz" herausrechne. Auch dieser Betrag lasse sich aus Reserven decken.
new-business.de, dwdl.de

Thomas Gottschalk beendet wöchentliche Radiosendung bei SWR3.

SWR3 und Thomas Gottschalk, 71, gehen nach knapp zwei Jahren wieder getrennte Wege: Zwei Tage nach dem einmaligen "Wetten, dass...?"-Comeback moderiert Gottschalk am Montag mit Constantin Zöller die letzte Ausgabe der wöchentlichen Radio­sendung "Gottschalk und Zöller". Seit Anfang 2020 lief die Show jeweils am Montag von 13 bis 15 Uhr. In Rente gehen will Gottschalk aber nicht und lässt wissen: "Mit mir ist zu rechnen. Nicht mehr wöchentlich, aber irgendwann bin ich zurück."
swr3.de via derstandard.at

epd: SWR kündigt Mitarbeiter nach Kritik an Corona-Berichterstattung.


Er darf nicht mehr: Der SWR kündigt seinem Mitarbeiter Ole Skambraks, der Anfang Oktober in einem offenen Brief die Corona-Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen moniert hatte, schreibt epd. Unter der Überschrift "Ich kann nicht mehr" hatte er Themen aufgezählt, über die SWR und Co "nicht substanziell" berichtet hätten, u.a. die "schweren Impfnebenwirkungen". Bei einem Auftritt bei Servus TV am 16. Oktober hatte er dann seine Kritik wiederholt, die Medien erzählen nur "die halbe Wahrheit" – auch, wenn er die "aktuelle Berichterstattung" gar nicht mehr verfolge.

Nach der Veröffentlichung des Briefs habe der SWR mit Skambraks "ein 14-tägiges öffentliches Stillhalten" vereinbart, um eine "interne Aufklärung und Befriedung" zu ermöglichen. Trotzdem ist der Sounddesigner wenige Tage später bei Servus TV aufgetreten. Daraufhin habe der SWR ihn "bis auf weiteres bezahlt freigestellt". Nun folgt die Kündigung, da Skambraks durch seinen TV-Auftritt durch "falsche Behauptungen das Vertrauen in die Neutralität des SWR beziehungsweise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erneut untergraben" habe, so die Begründung des Senders gegenüber epd. Über die von ihm angesprochenen Themen seien "sehr wohl im SWR und der ARD berichtet" worden, heißt es weiter. Nach SWR-Angaben war Skambraks seit rund eineinhalb Jahren befristet angestellt. (Foto: Sebastian Gollnow / dpa / Picture Alliance)
rnd.de, stuttgarter-nachrichten.de

SWR-Chefredakteur Fritz Frey kritisiert CDU-Politiker wegen Unterbrechung von Live-Schalte.

SWR: Chefredakteur Fritz Frey reagiert auf die Störung einer Live-Schaltung durch den Mannheimer CDU-Lokalpolitiker Thomas Hornung. Sein Verhalten "offenbart ein Verständnis von Pressearbeit, das mit der grundgesetzlich verbrieften Freiheit der Berichterstattung nicht vereinbar ist". Reporterin Natalie Akbari wehrt sich zudem gegen den Vorwurf Hornungs, durch die Berichterstattung die Veranstaltung gestört zu haben. Sie habe sich an dem von der Partei zugewiesenen Platz befunden. Hornung sagt der dpa, dass er seinen Eingriff nicht bereut. Er hatte während der Live-Schaltung auf Akbari eingeredet, sodass sie die Sendung unterbrechen musste. Im Anschluss ist sie "unflätig" beleidigt worden, sagt Akbari.
t-online.de, turi2.de (Background)

CDU-Mitglied zwingt SWR zum Abbruch einer Live-Schalte.

Übertragung unerwünscht: SWR-Reporterin Natalie Akbari muss am Freitag­abend eine Live-Schalte vom Mannheimer CDU-Kreis­parteitag abbrechen, weil CDU-Mann Thomas Hornung sie mehrfach lautstark unterbricht. Hornung – selbst "ausgebildeter und gelernter Journalist", wie er wiederholt ins Mikro sagt – hält die Übertragung in die Sendung "SWR Aktuell Baden-Württenberg" für "journalistisch unseriös", weil sie die Rede auf der Bühne störe. Für Akbari war es eine "sehr unangenehme Situation". Nach der Unterbrechung habe sie sich noch "unflätige Beleidigungen" anhören müssen.

Die "aufgeheizte Stimmung" beim Parteitag begründet die Reporterin mit dem Rücktritt des früheren Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten. Thomas Hornung ist ein enger Mitarbeiter des Christdemokraten. Ex-CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz schreibt bei Twitter, solche Unterbrechungen kenne er "sonst nur von der AfD". Er fordert die Mannheimer CDU auf, "sich öffentlich beim SWR" zu entschuldigen.
youtube.com (3-Min-Video), swr.de, twitter.com (Tweet Polenz)

SWR macht Ex-ARD-Chefredakteur Rainald Becker zum Chefkorrespondenten.

Rückkehr: Der SWR holt Rainald Becker, 61 und Ex-Chef­redakteur der ARD, zum 1. November als Chef­korrespondent zurück. Zudem wird der Journalist 2022 Leiter des ARD-Studios in Genf. Beim damaligen Süd­deutschen Rundfunk war Becker bereits ab Mitte der 80er mehrere Jahre aktiv, in den 00er Jahren dann erneut für den SWR. Becker war zuletzt als möglicher Intendant des SR zur Wahl angetreten, das Rennen machte jedoch Martin Grasmück.
presseportal.de, turi2.de (Background)

Medienkorrespondenz: SWR übernimmt 2024 ARD-Vorsitz.

Nach Nord-Ost sticht Süd-West: Der SWR übernimmt ab 2024 zwei Jahre lang den ARD-Vorsitz, berichtet Medien­korrespondenz via Twitter. Intendant Kai Gniffke (Foto) habe das auf der Rundfunk­ratssitzung des Senders am Freitag angekündigt. Derzeit steht WDR-Intendant Tom Buhrow dem Gremium vor, ab 2022 übernimmt der RBB unter Führung von Intendantin Patricia Schlesinger.
twitter.com via meedia.de, turi2.de (Background)

Der SWR holt Marieke Reimann als Zweite Chefredakteurin.


Next Generation: Journalistin Marieke Reimann, 34, Ex-Chefin des eingestampften "Zeit"-Jugendportals ze.tt, startet am 1. November als Zweite Chefredakteurin beim SWR. Damit steht sie an der Senderspitze neben Chefredakteur Fritz Frey, 62. Reimann wird in ihrem neuen Job auch die Abteilung "Zentrale Informationen" in Baden-Baden verantworten. Unter dieses Ressort fallen u.a. die Audio-Nachrichten des SWR und die Entwicklung "digitaler Newsformate für junge Zielgruppen", wie der Sender mitteilt. Sie soll den digitalen Umbau der Chefredaktion vorantreiben. Ihre Vorgängerin auf der Position ist Gabi Biesinger, die seit 1. August als Hörfunk-Korrespondentin in London unterwegs ist.

Reimann hatte die "Zeit"-Gruppe im Herbst 2020 verlassen, als ze.tt zum Ressort von Zeit Online wurde. Seitdem war sie als freie Journalistin tätig. Ihr Handwerk hat sie an der Deutschen Journalistenschule gelernt. Im Interview mit turi2 sagt Reimann Ende 2019: "Die Führungsebenen in unserem Land bilden nicht die Gesellschaft ab, die wir im Jahr 2020 haben. Es dominieren weiße westdeutsche Akademiker." Reimann wurde in der DDR geboren.

Ihre Entscheidung für den SWR kommentiert sie so: "Hier gibt es eine große Offenheit für progressivere Projekte, digitale Formate und diversere Biografien, das merkt man und das mag ich." Reimann ist die jüngste Person und erste Ostdeutsche, die es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Westdeutschland auf einen solchen Posten schafft – sie werde nun "bestimmt einige aus den Socken und den Sesseln hauen", sagt sie turi2. (Foto: SWR/Ralf Obergfell)
presseportal.de, turi2.de/koepfe (Profil Reimann)

Aus dem Archiv: Marieke Reimann im Interview in der turi2 edition #10 über Stereotypen und Print-Könige (2020).

turi2 edition #15: Datenjagd per Drahtesel im Sendegebiet des SWR.


Weisheit der Masse: Der SWR setzt auf die Crowd – und das nicht zum ersten Mal. Im Frühjahr 2021 ruft der Sender unter dem Claim #BesserRadfahren dazu auf, riskante Stellen für Fahrradfahrerinnen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu melden. Tausende Meldungen gehen daraufhin in Baden-Baden ein: Das Feedback ist groß. Der Druck auf die Politik jetzt auch. Weiterlesen…

NDR/rbb und SWR gehen Wahlmanipulation im Internet auf die Spur.

NDR/rbb und SWR dokumentieren Manipulationen vor der Bundestagswahl. In "Wahlkampf undercover - Wie PR-Profis uns manipulieren" schleusen sich Reporterinnen von NDR/rbb in PR-Agenturen ein. Die Doku ist ab 26. August in der ARD Mediathek verfügbar. "Die geheimen Meinungsmacher. Wie wir im Wahlkampf manipuliert werden" zeigt der SWR, wie radikale Gruppen und Verschwörungstheoretiker versuchen, Wählerinnen zu manipulieren. Die Doku läuft am 6. September in der ARD.
presseportal.de