AfD-Berichterstattung: “Tagesschau” unterzeichnet Unterlassungserklärung.


Es ist kompliziert: Im Streit um die Berichterstattung über das Abstimmungs-Verhalten der AfD zum Fluthilfe-Fonds gibt die "Tagesschau" nach – der zuständige NDR erklärt Unterlassung. Der Sender ändert die Aufzeichnung in der Mediathek und versieht sie mit einem Hinweis, ein Faktenfinder-Beitrag ist bis zur Überarbeitung offline. Die rechtspopulistische Partei hatte sich juristisch gegen zwei Sätze in der 20-Uhr-"Tagesschau" vom 17. September gewehrt. Darin hieß es: "Außerdem hat der Bundestag den Wiederaufbaufonds für die Flutgebiete beschlossen. Alle Fraktionen bis auf die AfD stimmten dafür." Tatsächlich hatte die AfD in zweiter Lesung für den Fonds gestimmt, sich bei der Schlussabstimmung aber enthalten, weil die Regierung die Abstimmung mit einer Zustimmung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes verknüpft hatte.

Die rechtspopulistische Partei jubelt in einer Pressemitteilung über den juristischen Erfolg gegen das Nachrichten-Flaggschiff der ARD: "Das ist ein wichtiger Erfolg für die AfD-Fraktion, der zeigt, dass es sich lohnt, für korrekte und wahrheitsgemäße Berichterstattung in den Medien zu streiten. Es ist jedoch bedauerlich, dass wir hierfür erst den Rechtsweg beschreiten mussten", erklären Alice Weidel und Alexander Gauland.
dwdl.de, rnd.de, presseportal.de (AfD-Mitteilung), turi2.de (Background)

Aline Abboud hat am Samstag ihre “Tagesthemen”-Premiere.

Tagesthemen: Neu-Zugang Aline Abboud, 33, moderiert das Nachrichten­magazin erstmals am 4. September, dem kommenden Samstag, teilt der NDR mit. Sie verstärkt das Moderations­team um Caren Miosga und Ingo Zamperoni – und ersetzt Pinar Atalay, die inzwischen auf der Gehaltsliste von RTL steht. Abboud kommt vom ZDF, wo sie die Kurz­nachrichten "heuteXpress" präsentiert. Bei Funk moderiert sie das Politik-Format Die da oben.
presseportal.de, rnd.de

Hör-Tipp: Jan Hofer will Nachrichten “ohne Schere im Kopf” machen.

Hör-Tipp: Der frühere "Mr. Tageschau" Jan Hofer hofft, dass seine neue Redaktion bei RTL "ohne Schere im Kopf" arbeitet. Zwar gebe es bei Nachrichten­sendungen eine "gewisse Gesetzmäßigkeit", jedoch auch "eine große Bandbreite", "wie man es macht, wie man die Leute anspricht und wen man anspricht", sagt Hofer im "GQ"-Podcast Nice am Stil mit Janin Ullmann. Hofers Ex-Kollegin Linda Zervakis, die zu ProSieben gewechselt ist, sagt, sie werde auch im Privat-TV "keinen unseriösen Journalismus betreiben".
gq-niceamstil.podigee.io (55-Min-Audio) via abendblatt.de

Maaßen: “Gesinnungskontrolle” von Journalistinnen ist nun doch vom Tisch.

Erneute Wortmeldung: Hans-Georg Maaßen rechtfertigt sich bei Twitter für seine Angriffe auf die "Tagesschau". Dabei rudert er ein wenig zurück, anders als zunächst gesagt dürfe es eine "Gesinnungskontrolle journalistischer Arbeit durch die Politik" doch nicht geben. Weiterhin spricht er jedoch von einer "tendenziösen Berichterstattung" bei den Öffentlich-Rechtlichen. "Presse- und Rundfunkfreiheit haben in Deutschland Verfassungsrang", so Maaßen. "Unabhängiger Journalismus" und ein "politisch unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk" seien für die Demokratie "unverzichtbar". Zuvor hatte Maaßen in einem Interview mit dem Lokalsender TV Berlin "Tagesschau"-Mitarbeitenden vorgeworfen, Verbindungen zur linken und linksextremen Szene zu haben – und deswegen eine Überprüfung der Journalistinnen gefordert. Belege für diese Behauptungen liefert Maaßen jedoch bis heute nicht.

Mittlerweile hat auch der für die "Tagesschau" verantwortliche NDR auf die Anschuldigungen reagiert: Die Nachrichtensendung habe einen "hohen Anspruch an Objektivität und Sorgfalt in der Berichterstattung", sagt NDR-Sprecherin Barbara Jung und verweist darauf, dass "ausschließlich journalistischen Kriterien" bei der Nachrichtenauswahl eine Rolle spielen. Die "Tagesschau" stehe damit für "ausgewogenen, nachvollziehbaren und durch Fakten belegten Journalismus".

Für seine Aussagen erntet Maaßen weiterhin viel Kritik. Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann etwa legt ihm in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" den Parteiaustritt nahe. Dirk Toepffer, Fraktionschef der CDU im niedersächsischen Landtag schreibt bei Twitter: "Wer einen Gesinnungstest für Journalisten fordert, fällt in dunkelste Zeiten zurück." Dies sei nicht mit den Werten der CDU vereinbar. Katja Mast, Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, sieht Parallelen zu Methoden der AfD und findet es skandalös, dass "man in der CDU-Zentrale immer noch denkt, man könne Maaßen und seine Äußerungen weiter ignorieren". Der DJV fordert indes "dringend eine Entschuldigung" von Maaßen.
welt.de, twitter.com (Maaßen), presseportal.de, turi2.de (Background)

Hans-Georg Maaßen fordert Überprüfung von “Tagesschau”-Journalistinnen.

Nicht mehr bei Sinnen? "Tagesschau"-Journalistinnen sollten auf ihre Gesinnung abgeklopft werden, fordert Ex-Verfassungsschutzchef und CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen in einem Interview mit Peter Brinkmann bei TV Berlin. Maaßen wirft "Tagesschau"-Mitarbeitenden Verbindungen zur linken und linksextremen Szene vor. Es gebe genug Bundesländer, die einen NDR-Untersuchungsausschuss einleiten könnten. Darin solle "die Biografie von einigen Redakteuren mal auf den Prüfstand gestellt" werden. Es gehe darum, "ob diese Leute auch charakterliche Eigenschaft haben, die 'Tagesschau' durch Redaktion zu begleiten". Zudem spricht Maaßen von einem "klaren Linksdrall" bei den Öffentlich-Rechtlichen und von einer "Manipulation der veröffentlichten Meinung" in Form von Framing. Er sehe bei den Sendern keine ausgewogene politische Berichterstattung mehr. TV Berlin stand in der Vergangenheit allerdings selbst in der Kritik für seine unkritischen Berichte über die aserbaidschanische Regierung.

Kritik an Maaßens Vorwürfen kommt nun u.a. vom DJV-Vorsitzenden Frank Überall, der dessen Aussagen über "Tagesschau"-Journalistinnen als "verhaltensoriginell" bezeichnet und entsprechende Belege von ihm fordert. Michael Windisch, Leiter Politische Kommunikation der CDU Thüringen, distanziert sich von Maaßen: Er stelle "seinen eigenen Standpunkt" dar. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner twittert, Maaßen attackiere die Pressefreiheit "unverhohlen". Er fordert eine "klare Abgrenzung" der Union.
zeit.de, t-online.de, spiegel.de, youtube.com (31-Min-Video)

“Tagesthemen”-Reportagen wollen Politik-Erwartungen in allen Bundesländern beleuchten.

Tagesthemen starten in ihrer Regional-Rubrik #mittendrin eine Reportage-Reihe zur Bundestagswahl. Aus jedem Bundesland kommen Menschen zu Wort, die erzählen, was sie von der Politik erwarten. Den Auftakt macht heute eine Reportage aus Zittau, in der es u.a. um die Bedeutung offener Grenzen im Alltag geht.
presseportal.de, tagesschau.de (4-Min-Video, Reportage aus Zittau)

Klick-Tipp: Correctiv nimmt eine irreführende Wetterkarten-Collage unter die Lupe.

Klick-Tipp: Correctiv nimmt sich eine seit drei Jahren via Facebook verbreitete Wetterkarten-Collage vor. Diese soll zeigen, dass Medien ihre Farbgestaltung für hohe Temperaturen verändert haben, um sie dramatischer aussehen zu lassen – bei der "Tagesschau" etwa von Grün auf Rot. Laut dem Recherche-Netzwerk zeigt die Grafik aber unterschiedliche Teile der Wettervorhersage, beide seien daher nicht miteinander zu vergleichen. Bei einem RTL-Screenshot ist ein Feuer im Hintergrund sogar nachträglich eingefügt worden.
correctiv.org

Ex-“Tagesschau”-Sprecherin Dagmar Berghoff ist gegen Quotenfrauen.

"Jeder sollte nach Qualifikation eingeteilt werden. Ist aber eine Frau mindestens gleich qualifiziert wie ein Mann, sollte die Frau genommen werden. Aber wenn ein Mann als Bewerber qualifizierter ist, sollte nicht auf Teufel raus eine Frau gesucht werden."

Dagmar Berghoff, 78, die heute vor 45 Jahren als erste Frau die "Tagesschau" gesprochen hat, plädiert im RND-Interview gegen Quotenfrauen.
rnd.de

Video-Tipp: Judith Rakers erzählt, wie sie angetrunken die Tagesschau moderiert hat.

Video-Tipp: Judith Rakers plaudert in der BR-Talkshow "Ringlstetter" darüber, wie sie sich einmal im Dienstplan vertan und angeschickert die "Tagesschau" moderiert hat. Sie sei von einem Restaurant über "dunkelgelbe, orange Ampeln" ins Studio gerast. "Du wirst ungeschminkt, lallend und unvorbereitet dastehen", habe sie gedacht. Das Adrenalin habe sie aber übermenschlich gemacht. Trotzdem hatte sie ein schlechtes Gewissen: "Es tat mit so leid".
ardmediathek.de (45-Min-Video) via bild.de

“Bild” berichtet von Linda Zervakis “Bruch” mit der “Tagesschau”, NDR und Zervakis dementieren.

Tages-Streit: Vor dem Ausstieg von Ex-"Tagesschau"-Moderatorin Linda Zervakis soll es Streit gegeben haben, schreibt die "Bild". Zervakis habe demnach zum Jahreswechsel bei NDR-Programmdirektor Frank Beckmann ein Sendungskonzept eingereicht, darauf aber keine Reaktion erhalten. Beckmann habe sich erst wegen eines Versprechers in der Sendung bei ihr gemeldet, woraufhin Zervakis laut "Bild" gekündigt haben soll. Eine NDR-Sprecherin sagt auf "Bild"-Nachfrage, dass kein "kein Zerwürfnis" gebe. Am Freitag teilt Zervakis via Instagram ebenfalls mit: "Es gibt kein Zerwürfnis", das habe ihr Management "Bild" auch mitgeteilt.
bild.de (Paid), turi2.de (Widerspruch Zervakis)

Ergänzung 30.04.2021: Wir haben das Dementi von Linda Zervakis nachträglich in den Beitrag eingefügt.

Wie viel TikTok-Tanz verträgt die “Tagesschau”, Marcus Bornheim?

Zwischen Seriosität und Spaß: “Im Nachhinein bin ich heilfroh, nicht auf die Bedenkenträgerinnen gehört zu haben”, bilanziert Marcus Bornheim das Engagement der “Tagesschau” in der Video-App TikTok. Der Erste Chefredakteur des ARD-Nachrichtenflaggschiffs beschreibt in der turi2 edition #14 den Spagat, den die Macherinnen leisten müssen, nämlich “die seriöse Nachrichtenmarke ‘Tagesschau’ und die Kurzweiligkeit von TikTok unter einen Hut” zu bekommen. Bei der “Tagesschau” auf TikTok dürfe auch gelacht werden, die Nachricht müsse aber immer der Kern sein. Das Buch mit allen Interviews und Gastbeiträgen erscheint am 6. Mai. Weiterlesen …

Hör-Tipp: Linda Zervakis macht bei der “Tagesschau” heute einen “schlanken griechischen Abgang”.

Hör-Tipp: Linda Zervakis moderiert heute zum letzten Mal die "Tagesschau", danach macht sie einen "schlanken griechischen Abgang" mit Ouzo fürs Team – corona­konform abgepackt in Einzel­fläschchen. Im Interview mit NDR Info sagt sie, die positive Resonanz des Publikums auf ihren Abschied habe sie "wirklich überrascht und auch ein bisschen überrollt". Nach 19 Jahren beim NDR will Zervakis "einfach nochmal etwas Neues" ausprobieren und hofft, dass ohne Schicht­dienst "mein Bio­rhythmus und ich noch irgendwann gute Freunde werden".
ndr.de (4-Min-Audio), turi2.de (Background)

Meinung: Linda Zervakis kann mehr als Nachrichten sprechen, schreibt Lars Haider.

Schlummernde Talente: Die Kündigung von Linda Zervakis bei der "Tagesschau" war "keine Entscheidung gegen die Nachrichtensendung, sondern für all das, was noch in ihr steckt und was raus muss", schreibt Lars Haider im "Hamburger Abendblatt". Zervakis brauche etwas "jenseits trockener Nachrichten, in dem sie sich ausleben und ausprobieren kann". Offenbar steht die Moderatorin deswegen vor einem Wechsel zu ProSieben.
abendblatt.de (Paid), turi2.de (Background)

Tagesschau erweitert ihr Audio-Angebot um den “Faktenfinder”-Podcast.

Tagesschau startet am 1. April – kein Scherz – den Faktenfinder-Podcast, der alle 14 Tage Falsch­meldungen auf den Grund geht. Im Wechsel moderieren Anja Reschke (Foto) und Michail Paweletz. Zum Auftakt geht es mit Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim und dem Historiker Malte Thießen um Impf­skepsis im Wandel der Zeit.
presseportal.de, tagesschau.de/faktenfinder

Zitat: Raphael Brinkert will einen kommunikativen Beitrag zu aktuellen Themen leisten.

"Uns interessieren Themen, die in der 'Tagesschau' stattfinden. Das Wetter können wir nicht ändern. Aber für die Inhalte in den ersten 13 Minuten können wir einen kommunikativen Beitrag leisten."

Agentur-Chef Raphael Brinkert erklärt im "Horizont"-Interview, warum er für die SPD wirbt, einen Auftrag von Nestlé aber ablehnen würde.
horizont.net (Paid)

Andreas Rickmann lobt die “Tagesschau” in den sozialen Netzwerken.

Immer passend: Andreas Rickmann, Ex-Social-Media-Leiter bei "Bild", lobt die "Tagesschau" für ihren "klaren Plan", mit dem sie "plattformgerechte Inhalte" in ihren Kanälen platziert. Im Meedia-Interview erklärt er, ein Vergleich mit den Medien der freien Wirtschaft sei unfair. Hier seien die Budgets für Social Media viel geringer. Außerdem messen private Medien Erfolg anders: Für sie "sind 10 Paid-Subscriptions via Instagram viel mehr wert als 10.000 Likes."
meedia.de

Meinung: Neue “Tagesschau”-Seite birgt neue Konflikte mit Verlagen.

Tagesschau: Der überarbeitete Onlineauftritt – größere Schrift, weniger Symbole, fehlendes Blau – birgt neuen Konfliktstoff, schreibt Anne Fromm. Denn die Verlage fürchten, dass "Tageschau" ihnen mit dem freien Angebot das Netz-Publikum abzieht. Die ARD fürchte deshalb zu viel Erfolg, der "könnte die Verlage wieder provozieren". Der BDZV schreibt, er wolle in den Gremien besprechen, "inwieweit die neue Seite gegen die geltenden Regeln verstößt".
taz.de

Tagesschau.de holt neues Design aus der Beta-Phase in die Öffentlichkeit.

Tagesschau hebt das neue Layout ihrer Website von der Beta-Phase auf die große Bühne: Seit heute erscheinen die Startseite und weite Teil des Angebots im neuen Design, das vor allem für die mobile Nutzung optimiert ist. Digital-Chefredakteurin Juliane Leopold schreibt im Tagesschau-Blog, die Redaktion hätten aber auch "Appelle erreicht, die Gestaltung der Seite für den Desktop nicht aus den Augen zu verlieren".
blog.tagesschau.de, dwdl.de, turi2.de (Background)

Juliane Leopold findet die Debatte um Textinhalte von ARD und ZDF überholt.


Alter Hut? Für "Tagesschau"-Digital-Chefredakteurin Juliane Leopold ist die Debatte um Textinhalte von ARD und ZDF "aus der Zeit gefallen". Im "Medienmagazin" des RBB konfrontieren Daniel Bouhs und Jörg Wagner sie mit skeptischen Reaktionen des Verlegerverbandes BDZV, der eine starke Textlastigkeit der Beta-Version der neuen "Tagesschau"-Website ausgemacht haben will. Leopold kontert: "Gerade die Information ist der Kern des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Und wo kommen wir hin, wenn wir an diesem Auftrag rütteln, weil wir kleinkrämerisch Buchstaben zählen auf einer Website?"

In einem Statement sagt der BDZV, dass seine Mitglieder die Beobachtungen prüfen "und dann sicher auch das Gespräch mit der ARD suchen". Leopold argumentiert zudem, dass die Web-Texte 90 % Sendebezug hätten: "Wir haben nicht nur ein Beiwerk, sondern der Kern unserer Marke ist natürlich die Fernseh-'Tagesschau'". Hintergrund der Aussagen ist ein lange währender Streit zwischen privaten Verlagen und ARD und ZDF über die Grenzen des Auftrages der gebührenfinanzierten Medienanstalten.
daniel-bouhs.de (16-Min-Audio + Transkript), turi2.de (Background)

Technik-Panne: “Tagesschau” um 17 Uhr wird zweimal abgebrochen.


Pannenschau: Die "Tagesschau" kämpft in ihrer 17-Uhr-Ausgabe am Dienstag mit massiven technischen Problemen – der Sender beendet die Sendung vorzeitig. Schon zur Begrüßung gibt es Problemen mit Licht und Ton, nach der Anmoderation hakt der erst Beitrag. Moderator Claus-Erich Boetzkes beendet die Sendung nach weniger als zwei Minuten, bleibt aber zunächst im Bild. Erst dann erscheint eine Stör-Tafel auf dem Bildschirm. Beim zweiten Anlauf kommentiert Boetzkes: "Wenn einmal der Wurm drin ist, ist er richtig drin." Auf einen falschen Beitrag und abermals fehlenden Ton folgt der zweite Abbruch. Boetzkes entschuldigt sich für die Pannen und verweist einigermaßen hilflos auf die Ausgabe um 20 Uhr. "Brisant" startet daraufhin früher als geplant. Es habe "technische Probleme in der Sendeabwicklung" gegeben, die behoben würden, zitieren DWDL und "Bild" den NDR.

Im "Tagesschau"-Blog schreibt Chefredakteur Marcus Bornheim nach 19 Uhr: "Pannen passieren, da Fernsehen ein Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik ist." Das Team versuche "alles, damit das nicht wieder vorkommt". Die Sendung um 20 Uhr läuft schon wieder reibungslos. (Foto: Screenshot tagesschau.de)
dwdl.de (mit 9-Min-Video), bild.de, blog.tagesschau.de, rnd.de (Twitter-Reaktionen)

Daniel Bouhs: ARD droht wegen neuer “Tagesschau”-Seite wieder Streit mit Verlagen.


Missfallen im Beta-Stadium: Die "Tagesschau" zeigt die Beta-Version ihres neuen Digitalauftritts, der BDZV bewertet daraufhin offenbar die Seite neu, schreibt Daniel Bouhs. In der Beta-Version hat sich im Vergleich zu vorher der Anteil an Audio und Video nicht verändert. Der BDZV schreibt Bouhs aber auf seine Anfrage hin, die Texte seien "auf den ersten Blick" zu dominant und es gebe zahlreiche Beiträge, bei denen Audio oder Video "bloß Beiwerk sind". Die Verlage würden die Seite prüfen. Der Streit zwischen Verlagen und öffentlich-rechtlichem Rundfunk läuft seit Jahren, ruhte aber zuletzt. Die Verlage kritisieren die Digitalpräsenz der "Tagesschau" für zu viel Text, die "Tagesschau" beruft sich dabei auf den Sendungsbezug, der vorhanden sein muss.
ard-zdf-zukunft.daniel-bouhs.de, turi2.de (Background)

Tagesschau.de zeigt Beta-Version der neuen Seite, die “heller und luftiger” ist.

Tagesschau.de gibt sich einen neuen Anstrich: Die bisher stark in blau gehaltene Seite erscheint in der Beta-Version nun "heller und luftiger" und ist für die mobile Nutzung optimiert. Zudem gibt es jetzt auch Wirtschafts­news und Börsen­berichte, die bisherige Seite boerse.ard.de wird im Gegenzug abgeschaltet.
presseportal.de, beta.tagesschau.de, tagesschau.de (Börse)

Zitat: Jan Hofer tritt ohne Spektakel, aber charismatisch von der “Tagesschau”-Bühne ab.

"Für mich aber heute heißt es zum letzten Mal: Guten Abend Abend, meine Damen und Herren, machen Sie es gut."

Jan Hofer beschließt mit einigen persönlichen Worten für die Zuschauer*innen und das "Tagesschau"-Team die letzte Sendung seiner fast 36 Jahre langen Karriere als Nachrichtenmoderator. Zum Ende der Ansprache visualisiert der nun ehemalige Chefsprecher seinen Abschied, indem er seine Krawatte ablegt.
youtube.com (1-Min-Video)

“Tagesschau”-Sprecher Jan Hofer plant keinen medialen Komplett-Rückzug.

Tagesschau-Sprecher Jan Hofer zieht sich am Abend zwar vom Nachrichtenpult zurück, nicht aber aus dem Medien, schreibt Senta Krasser. Hofer arbeitet gerade an einem noch namenlosen Podcast, der die Folgegeschichte von Nachrichten beleuchten soll, z.B. was aus den Opfern des Terroranschlags am Breitscheidplatz geworden ist. Auch bei Instagram und TikTok ist Hofer aktiv - wo er überwiegend 18 bis 34-Jährige erreicht.
dwdl.de

Lese-Tipp: Ein Literaturwissenschaftler kramt im “Tagesschau”-Archiv.

Lese-Tipp: Literaturwissenschaftler Hannes Fischer droht mit seinem Twitter-Account @Tagesschau20Jahre das Erinnern an, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Auf dem Kanal präsentiert Fischer 20 Jahre alte "Tagesschau"-Meldungen. Die weisen manchmal einen erstaunlichen Gegenwarts­bezug auf, etwa bei der Klimakrise. Bei Themen wie dem Transrapid seien die Beiträge dagegen "eine Zukunft geblieben, die nie eingelöst wurde".
sueddeutsche.de via bildblog.de

Kicker überholt “Bild” und RTL im Social-Media-Ranking und sichert sich Platz 4.

Kicker schiebt sich im Social-Media-Ranking von Storyclash im September an Bild (-30 %, Platz 5) und RTL (-13 %, Platz 6) vorbei auf Platz 4. Auch die "Tagesschau" verliert (-24 %), kann ihren Spitzen­platz aber verteidigen. Den einzig positiven Wert in den Top 10 erreicht das ZDF mit +4 % (Platz 2).
horizont.net

Zitat: Linda Zervakis kritisiert Griechenland-Schlagzeile über sich.

"Ich liebe mein Hamburg, das ist meine Heimat. Also textet nicht so einen Scheiß."

"Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis ärgert sich im New-Work-Podcast von OMR über eine Zeitung, die ihr in einer Interview-Schlagzeile unterstellt hatte, dauer­haft nach Griechen­land ziehen zu wollen – und das erst nach einem Anruf korrigierte.
newwork.podigee.io (57-Min-Audio)

ARD stellt “Tagesschau”-Inhalte teilweise unter Creative-Commons-Lizenz.

ARD gibt einige Inhalte der "Tagesschau" zur nicht-kommerziellen Weiterverwertung frei. Speziell geht es um die "Kurzerklärt"- und "Gut zu wissen"-Videos der Social-Media-Angebote von "Tagesschau" und Tagesschau24. Die Creative-Commons-Lizenz erlaubt das Verwenden der Inhalte in anderen Angeboten, solange die Videos unverändert bleiben und Quellen genannt werden.
dwdl.de

Lese-Tipp: Julia-Niharika Sen und Constantin Schreiber sprechen über die “Tagesschau”.

Lese-Tipp: Julia-Niharika Sen freut sich, hinter die Nachrichten zurückzutreten, sagt die neue "Tagesschau"-Sprecherin im "Welt am Sonntag"-Interview. Gemeinsam mit ihrem ebenfalls neu berufenen Kollegen Constantin Schreiber spricht sie über die Tradition der "Tagesschau". Schreiber sagt, dass er gegenderte Sprache im Sprachgebrauch noch nicht angekommen und daher nicht für die Tagesschau geeignet sieht. Besser sei es daher, die männliche und weibliche Form hintereinander zu verwenden.
"Welt am Sonntag" (Paid), turi2.de (Background)

Die “Tagesschau” will die Livestreams in den sozialen Netzwerken ausbauen.

Live is live: Die "Tagesschau" will die Livestreams in den sozialen Netzwerken bis "spätestens Ende des Jahres" ausbauen und live von Pressekonferenzen oder Demos berichten, kündigt Marcus Bornheim, Chefredakteur von ARD-aktuell, im "radioeins-Medienmagazin" an. Die Umbenennung der Kommentare als "Meinung" diene der Verständlichkeit, verteidigt Bornheim die Änderung.
wwwagner.tv (9-Min-Audio)

ARD bewirbt Regional-Geschichten in den “Tagesthemen”.

ARD startet eine Kampagne für die verlängerten "Tagesthemen", die sich in der Rubrik #mittendrin künftig stärker regionalen Themen widmen. In kurzen Spots im TV, im Radio und Online kommen Menschen zu Wort, "deren Handeln für das gesamte Land bedeutsam ist" und aus deren Geschichten Nachrichten wurden. Die "Public-Value-Aktion" soll die Regional-Kompetenz der ARD-Anstalten hervorheben.
dwdl.de, presseportal.de

Zitat: “Tagesschau”-Sprecherin Linda Zervakis sieht ihre Arbeitskleidung als Uniform an.

"Ich vergleiche meine Arbeitskleidung gerne mit dem weißen Kittel bei Ärzten: Ich erfülle eine professionelle Rolle, da ist Seriosität oberstes Gebot, da gehört die Uniform dazu."

"Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis sagt im Teleschau-Interview, dass sie in der U-Bahn "mit Jeans, Turnschuhen, Mütze und Zopf" oft nicht erkannt werde.
teleschau.de

ARD-Teams “grämen” sich für Fehler bei Beirut-Berichterstattung.

ARDARD räumt ein, über die Explosion in Beirut in der Ausgabe der "Tagesschau" am Dienstagabend "zu weit am Schluss der Sendung" berichtet und sie journalistisch falsch eingeschätzt zu haben. Auch in den "Tagesthemen" sei die Katastrophe zu kurz gekommen. Dies sei "dem Nachrichtenereignis nicht angemessen" gewesen, teilen die Chefredakteur*innen von ARD-aktuell Marcus Bornheim, Helge Fuhst und Juliane Leopold per Blogeintrag mit.
blog.tagesschau.de via dwdl.de, sueddeutsche.de

Lese-Tipp: Rechtes Netz um Eva Herman will Kolonie in Kanada aufbauen.

Lese-Tipp: Die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman und ihr Lebensgefährte Andreas Popp, beides Vertreter rechter Verschwörungsideologien, versuchen sich in der kanadischen Provinz Nova Scotia als Grundstücks-Makler. Ziel sei es, auf Cape Breton "eine Kolonie von Gleichgesinnten zu gründen", schreibt Martin Doerry über das wirre Projekt. Hermann sei dabei der "prominente Lockvogel für Kunden aus AfD-nahen Kreisen".
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Marcus Bornheim spricht über die Pläne der “Tagesschau”.

Hör-Tipp: Im "RBB Medienmagazin" spricht Chefredakteur Marcus Bornheim mit Jörg Wagner und Daniel Bouhs über die Zukunft der "Tagesschau". Künftig will das Team sein Engagement auf Facebook und Twitter zurückfahren. Die Aktivitäten beim lange vernachlässigten YouTube will er dagegen ausbauen. Bornheim rechtfertigt das Engagement auf der chinesischen Plattform TikTok und prognostiziert, dass 2020 durch Corona zum erfolgreichsten Jahr in der Geschichte des ARD-Nachrichten-Flaggschiffs wird.
wwwagner.tv (31-Min-Audio)

Hör-Tipp: Caren Miosga spricht mit Lars Haider über Interviews.

Hör-Tipp: "Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga plaudert im Podcast von Lars Haider aus dem Nähkästchen. Gerne hätte sie mehr Interview-Gäste im Studio, was aber schwierig sei, weil die Sendung aus Hamburg produziert wird. Miosga Miosga empfiehlt, in Gesprächen nicht "von vorneherein direkt die Bazooka" auszupacken und sagt: "Es hilf enorm, wenn Sie mit der Eingangsfrage erst einmal den roten Teppich ausrollen."
abendblatt.de (54-Min-Audio)

Zitat: Linda Zervakis hat beim Podcasten gelernt, dass Heimat kein Ort sein muss.

"Ich wurde jahrelang gefragt, was Heimat ist. Dann habe ich meistens Hamburg gesagt. Mir wurde der Blick geöffnet, dass das kein Ort sein muss, sondern eher ein Gefühl."

"Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis erzählt im Interview mit t-online, was sie bei der Produktion ihres neuen Podcasts "Gute Deutsche" gelernt hat. In den ersten zwei Folgen spricht Zervakis mit Moderatorin Salwa Houmsi und Giovanni di Lorenzo.
t-online.de (Interview), open.spotify.com (Podcast)

Jan Hofer hat noch nicht mit der “Tagesschau” abgeschlossen.

Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer, 70, könnte die Sendung trotz auslaufendem Vertrag 2021 weiter moderieren, deutet er in einem Interview mit der "Bild" an. Schließlich wache er über Dienstpläne und Social-Media-Kanäle. Für ihn gelte aber: "Ganz oder gar nicht. So ein bisschen weitermachen käme für mich nicht infrage." Fun Fact: Von seiner gesetzlichen Rente könne er "gerade mal die Miete bezahlen."
bild.de (Paid)