Springer-Zeitungen verlieren im 4. Quartal rund 10 % Auflage, “Zeit” wächst.

Kiosk-Auslage, Zeitungen, Zeitschriften, AuflageZeitungen: "Bild", "Welt" und "Bild am Sonntag" verlieren im 4. Quartal mehr als 10 % Auflage, schreibt Zahlen-Zar Jens Schröder. Die "Süddeutsche" mit -4,4 %, die "FAZ" mit -3,5 %, das "Handelsblatt" mit -1,1 % und die "taz" mit -1 % kommen glimpflich davon. Die "Zeit" liegt 0,4% über dem Vorjahreszeitraum, weil sie die E-Paper-Abos deutlich steigert.
meedia.de

dpa-Umfrage: Redaktionen prüfen Texte seit Relotius-Skandal häufiger.

Redaktionen haben nach dem Relotius-Skandal ihre internen Abläufe und Standards überarbeitet und führen mehr Faktenchecks durch, sagt eine Umfrage der dpa. Bei der "taz" entstand zudem ein "Relotius-Stammtisch" aus Reportern, der WDR arbeitet am Papier "10 Grundsätze zur Glaubwürdigkeit", die "Zeit" prüft monatlich Artikel, die ein Zufallsgenerator auswählt.
rnd.de

“taz” tauft Wochenendausgabe zum Abschied von Karl-Heinz Ruch um.

taz verabschiedet ihren Geschäftsführer und Mitbegründer Karl-Heinz Ruch (Foto) mit einer 32-seitigen Sonderausgabe und benennt die "taz am Wochenende" einmalig in "kalle" um. Die taz habe Ruch in 41 Jahren nichts geschenkt, kommentiert taz-Chefredakteur Georg Löwisch, daher bekomme Ruch, was der Redaktion "am kostbarsten" sei, "unsere Zeitung".
"taz" S. 1 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Meinung: “Streit”-Ressort der “Zeit” ist ein “wohltuendes Wiedersehen mit Twitter-Tiraden”.

Zeit Streit ist ein "wohltuendes Wiedersehen mit den Twitter-Tiraden der letzten Tage" samt Feststellung, dass alles doch "gar nicht so wild war", bilanzieren Erica Zingher und Peter Weissenburger nach drei Monaten. Im Streit-Ressort bringt die "Zeit" Menschen mit gegensätzlichen Ansichten zusammen. Die Diskutanten sind "sorgfältig ausgewählt und ziemlich divers", die Redaktion wünscht sich ein "argumentatives Tauziehen" ohne Unterstellungen oder persönliche Vorwürfe.
taz.de

Meinung: Frauenquote der “taz” in Artikeln ist nachahmenswert.

Journalismus: Rund zwei Drittel der erwähnten Personen in deutschen Tageszeitungen sind männlich, errechnet der Gendertracker. Die "taz" bildet mit fast 40 % Frauen eine Ausnahme, denn sie hat sich eine Quote auferlegt, schreibt Annika Schneider. Frauen hätten oft Zweifel an ihrer eigenen Expertise, Redakteure suchten Gesprächspartner v.a. in Adressdatenbanken, Archiven und sozialen Medien – wo mehr Männer vorkommen. Es gehe nicht um Frauenförderung, sondern andere Netzwerke, Themen und Perspektiven für den Journalismus, sagt Tabea Grzeszyk.
deutschlandfunk.de

“taz” darf Ex-Gauland-Mitarbeiter wieder namentlich nennen.

taz darf den Namen eines früheren Mitarbeiters von AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland wieder nennen. Das OLG Düsseldorf kündigt an, eine Klage des Mannes abzulehnen. Er war in seiner Jugend Mitglied der rechtsradikalen Vereinigung Heimattreue Deutsche Jugend und ging anwaltlich gegen alle Medien vor, die namentlich über seine Tätigkeit für Gauland berichtet hatten. Alle spurten, außer die "taz".
blogs.taz.de

Zusammen streiten ist wichtig, sagt “taz”-Chefredakteur Georg Löwisch.

"Es ist wichtig, sich nicht so zu zerstreiten, dass gar nicht mehr geredet wird. Es ist wichtig, zusammen zu streiten."

"taz"-Chefredakteur Georg Löwisch sagt auf der Versammlung der "taz"-Genossenschaft, ein guter Streit schließe ein, "dass beide Seiten denken: Vielleicht irre ich mich ja doch".
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (09/2017): Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz".

SEMrush: 56 % der Nutzer einer großen Nachrichtenseite lesen auch Bild.de.

bildlogoBild.de lockt 56 % der Leser, die zuvor eine andere der neun anderen reichweitenstärksten Leitmedien gelesen haben, im Anschluss an, so eine Untersuchung von SEMrush. Auch 57 % der taz.de-Leser klicken anschließend auf Bild.de. Andersherum seien es jedoch nur 7 %. Allgemein würden das "Handelsblatt" und die "taz" nur wenige Leser anlocken, die zuvor auf einer der anderen Nachrichtenseiten unterwegs waren.
mailchi.mp

Zitat: “taz” setzte schon früh auf alternative Erlösquellen, sagt Karl-Heinz Ruch.

"Unsere Redakteure gehen inzwischen erhobenen Hauptes in die Kneipe, denn vielen anderen geht es deutlich schlechter."

Karl-Heinz Ruch, scheidender "taz"-Geschäftsführer, sagt im "Horizont"-Interview, dass das klassische Anzeigengeschäft in seinem Hause "noch nie funktionierte".
"Horizont" 30/2019, S. 8-9 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

IVW-Zahlen: Auflagen der Springer-Zeitungen schrumpfen massiv.

Zeitungen verlieren weiter an Auflage – und Springer ist der große Verlierer im 2. IVW-Quartal. "Bild" gehen 144.000 Käufer von der Fahne, im Vergleich zum Vorjahr -9,9 %. "Bild am Sonntag" verliert 9,8 %, "Welt" sogar 14,2 % bei Abo und Einzelverkauf. "Süddeutsche", "taz" und "Zeit" halten sich stabil, was zumeist am Digitalabo-Wachstum liegt.
meedia.de

Kress.de: “taz” denkt über die Einstellung der Regionalteile nach – Andreas Bull widerspricht.

taz will mit der Umstellung von sechs Ausgaben pro Woche auf eine Wochenendausgabe 2022 auch die Regionalteile umbauen, zitiert Kress.de aus einem internen Schreiben, das anscheinend von besorgten Redakteuren stammt. Demnach erwäge die Geschäftsführung, die Ausgaben Nord und Berlin als eigene Bücher zu streichen, auch zwei weitere Optionen würden diskutiert. Die Verfasser des Schreibens seien "empört" darüber, "wie in diesem Haus mit uns kommuniziert wird". "Es gibt überhaupt keine Planungen", sagt Geschäftsführer Andreas Bull gegenüber turi2 zu dem Schreiben. Im Zuge des Umbaus werde im Haus alles Mögliche diskutiert.
turi2 – eigene Infos, kress.de (Beschwerdeschreiben)

Mein größter Misserfolg – und was ich daraus gelernt habe (5): Kai Diekmann.


Den Misserfolg genossen: Ex-“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann stellt fest, dass Recht haben und Recht bekommen zwei sehr unterschiedliche Dinge sind und schlägt die “taz” lieber mit ihren eigenen Mitteln. Er und viele andere Medien- Marken- und Meinungsmacher schreiben bei turi2 über ihre größten Misserfolge und was sie daraus gelernt haben. Erzählen auch Sie uns Ihre Geschichte: post@turi2.de.
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Zitat: Karl-Heinz Ruch will nicht glauben, dass Journalisten nicht ans Zeitungssterben glauben.

"Die Journalisten wissen genau, wann Schluss ist mit dem Diesel und wann mit der Braunkohle. Nur von einem Ende der Zeitung wollen sie nichts wissen."

"taz"-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch verabschiedet sich aus dem Berufsleben und vom Geschäftsmodell Tageszeitung. Wochenzeitungen könnten sich noch eine Weile halten.
"Frankfurter Rundschau" via horizont.net, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Karl-Heinz Ruch spricht 2017 auf der "taz"-Baustelle über die Zeitungskrise.

Video-Tipp: “Bild”-Chef Julian Reichelt berichtet beim “taz”-Panel über seine Zeit als Kriegsreporter.

Video-Tipp: "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt (Foto) spricht beim "tazlab"-Panel mit "taz"-Redakteur Martin Kaul u.a. über seine Zeit als Kriegsreporter. "Die Therapie und das Traumatisiertsein sind gesellschaftlich fast zum Statussymbol geworden," kritisiert Reichelt. Die Kriegserfahrung präge ihn bis heute.
taz.de, facebook.com (17-Min-Video)

Journalismus muss aus Fall Relotius lernen, fordert taz-Chefredakteur Georg Löwisch.

Fall Relotius muss dem Journalismus zu mehr Sorgfalt verhelfen, fordert "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch und stellt einen 6-Punkte-Plan vor. Quellen und Rekonstruktionen sollten den Lesern transparenter gemacht werden. Anonymisierte Protagonisten müssten die Ausnahme bleiben, da es die Nachvollziehbarkeit einschränke.
journalist-magazin.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (Archiv 09/2017).

“taz” gründet Team für Zukunftsprojekte mit fünf Mitarbeitern.

In Zukunft: Die "taz" gründet ein Konzeptteam, die fünf Mitarbeiter sollen sich um Zukunftsprojekte kümmern und dabei den Innovationsreport berücksichtigen. Bis Anfang 2021 soll u.a. die Weiterentwicklung der "taz" im Netz, der Wochenendausgabe und der App stehen. Luise Strothmann übernimmt die Produktentwicklung der "taz" im Netz, Jürn Kruse das Community-Management, Jörg Kohn die "taz am Wochenende". Lena Kaiser und Jan Kahlcke verantworten die Entwicklung der täglichen App.
per Mail, turi2.de (Background)

AfD-Jugendorganisation Junge Alternative akkreditiert die “taz” nicht.

Politik: Die AfD-Jugendorganisation "Junge Alternative" verweigert der "taz" die Akkreditierung für ihren Bundeskongress. Andere Medien sind zugelassen. Der Verfassungsschutz hat die Organisation zum Verdachtsfall erklärt, die "taz" berichtete darüber. Auch die AfD hat schon mehrmals Journalisten von öffentlichen Parteiveranstaltungen ausgeschlossen.
blogs.taz.de, tagesspiegel.de

Unbekannte haben das Gebäude der “taz” angegriffen.

taz: Unbekannte haben das Redaktionsgebäude in der Berliner Friedrichstraße angegriffen, Plakate aufgehängt, Flugblätter verteilt und eine Angestellte bedrängt. Zu den Plakaten hat sich die Identitäre Bewegung bekannt. Auch bei der "Frankfurter Rundschau", beim "Spiegel" und am ARD-Haupstadtstudio gab es ähnliche Aktionen. Die Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und möglichem politischen Hintergrund. Am Wochenende haben Unbekannte bereit das Verlagshaus der "Titanic" und das Büro der Partei mit Farbe beschmiert.
welt.de, blogs.taz.de, fr.de, tagesschau.de

“taz” findet in ihren Texten von Claas Relotius wenig Ungereimtheiten.

taz hat ihre Texte von Claas Relotius geprüft, die der Autor während eines Praktikums in der Hamburger Redaktion der Zeitung verfasst hat. Die meisten Zitate und Beschreibungen kann die "taz" verifizieren. Ein Text zu einer neuen Zweigstelle einer ungarischen Privatuniversität in Hamburg könnte aber Fälschungen enthalten. Ob es den darin zitierten Studenten wirklich gebe, sei zweifelhaft.
blogs.taz.de, turi2.de (Background)

“taz” nimmt Archiv-Texte von Claas Relotius unter die Lupe.

taz prüft die Texte von Claas Relotius (Foto). Der Journalist, der beim "Spiegel" in großem Umfang vorsätzlich Texte manipuliert und erfunden hat, war 2008 Praktikant bei der "taz" in Hamburg. Aus dieser Zeit finden sich zehn Texte von ihm mit einer Länge zwischen 46 und 130 Zeilen im Archiv. 2011 schrieb er für die "taz" noch einen Text zu einem Fotoband über Jazzmusiker.
blogs.taz.de, turi2.de (Background)

“taz” ernennt Andreas Marggraf zum Geschäftsführer.


Generationswechsel: Die "taz" findet in Andreas Marggraf, 49, einen Nachfolger für Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch, der Ende 2019 in den Ruhestand geht. Ab Februar leiten Marggraf, Ruch und Andreas Bull den Verlag der links-alternativen Zeitung gemeinsam. Marggraf kommt von Ärzte ohne Grenzen, wo er zuletzt als Finanzchef in der Zentrale in den Niederlanden gewirkt hat. Zuvor war er bereits in gleicher Funktion in der deutschen Sektion tätig.

Bei der "taz" ist Marggraf ein alter Bekannter: Von 1998 bis 2007 führte er die Geschäfte der "taz Nord" und war damals maßgeblich an der Neuausrichtung der Ausgabe beteiligt. "Ich freue mich sehr, zur 'taz' zurückzukehren und gemeinsam mit allen Mitarbeitenden an der digitalen Zukunftsfähigkeit dieser wunderbaren Zeitung zu arbeiten", lässt sich Marggraf im "Hausblog" auf taz.de zitieren. (Foto: Christian Mang)
blogs.taz.de, turi2.de (5-Min-Interview, 9/2017)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

“taz”-Haus wird erst Co-Working-Space und dann Kulturzentrum für queeres Leben.

taz: Das historische Redaktionsgebäude in der Berliner Rudi-Dutschke-Straße 23 bekommt Nachmieter. Zunächst zieht bis Ende 2021 das Betahaus ein, Coworking-Space für Startups und Freelancer. Danach soll das Haus als Kulturzentrum für queeres Leben Institutionen aus dem schwul-lesbischen und feministischen Spektrum beheimaten.
tagesspiegel.de, turi2.tv ("taz"-Neubau)

Aus dem Archiv von turi2.tv: "taz"-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch trotzt der Zeitungskrise.

“taz” blickt ohne Angst in die Digital-Zukunft, beobachtet Jens Schneider.

taz bereitet ihren Abschied von der Druckausgabe mit Wehmut, aber ohne Angst vor, beobachtet Jens Schneider. Chefredakteur Georg Löwisch sagt, ein großer Wut-Aufschrei seitens der Leser sei ausgeblieben, denn sie seien "Ultras, was ihre Bindung zu diesem Produkt betrifft". Die "taz" strebe "einen guten Mix" aus Print und Digital an. Ob der Umstieg auf eine digitale Zeitung auf lange Sicht funktioniere, sei offen.
sueddeutsche.de

“taz”-Macher der ersten Stunde produzieren die Jubiläumsausgabe.

taz erscheint zum 40. Jubiläum am Donnerstag mit einer Sonderausgabe, die sich formal an der Struktur der Nullnummer von 1978 orientiert. Die Macher von damals kommen noch einmal zusammen, um eine Jubiläums-"taz" zu produzieren, der zusätzlich ein Nachdruck der Nullnummer beiliegt.
per Mail

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch über die Transformation der "taz" (Stand September 2017).

Bild des Tages: stern 1 wird nur Zweiter, strahlt trotzdem.


Abend-Plattmacher: Im Finale des Fußball-Turniers zu 70 Jahren "stern" hat die klassisch-sternrot gekleidete Mannschaft stern 1, hier im Bild, nicht gesiegt. Die Redaktionalmannschaft des "Hamburger Abendblatts" machte sie zum zweiten Sieger. Die Teams von Nannenschule, "taz", NDR, "Spiegel", "Zeit" sowie die zweite Mannschaft des "stern" kickten finalfern. (Foto: Gruner + Jahr)
abendblatt.de

Meinung: Karl-Heinz Ruch arbeitet mit dem Ende der Tageszeitung an der “taz”-Mission.

taz: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch hat schon ganz andere Herausforderungen gemeistert, als vor der Einstellung von Print die zusätzlich nötigen 22.000 Digitalabos zu verkaufen, beobachtet Uwe Vorkötter. Mit seinem "originellen und kreativen Blick" auf das eigene Blatt sowie die gesamte Medienwelt habe er es sogar fertig gebracht, die "Kapitalismus-Kritiker zu Immobilieneigentümern" zu machen.
horizont.net

“taz”-Chef Ruch präsentiert Pläne für Ende der Tageszeitung im Jahr 2022.

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch ist sich sicher: Auch ohne täglich Print muss niemand vom Dach des neuen "taz"-Hauses (im Hintergrund) springen. (Foto: Jens Twiehaus)

taz ohne Totholz: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch legt Zahlen für ein mögliches Ende der täglichen, gedruckten "taz" zum 1. Januar 2022 vor. Sein heute vor Journalisten gezeigtes Szenario umfasst eine Print-Ausgabe am Wochenende sowie digitale Abo-Produkte in Form von App und E-Paper. Weil Druck- und Vertriebskosten entfallen und das freiwillige Online-Abo wächst, geht Ruch von stabilen Umsätzen und möglicherweise gar steigenden Erträgen aus.

Ruch hatte schon 2011 ein Ende der gedruckten Tageszeitung in zehn Jahren prognostiziert ("Szenario 2021") und jüngst vor Mitgliedern der Genossenschaft einen Print-Abschied auf Raten angedeutet. Jetzt legt er Zahlen vor, um Mitarbeitern die Angst zu nehmen. Demnach würde die "taz" rund 1,8 Mio Euro Druckkosten, 3,5 Mio Euro für Vertrieb und 1,1 Mio Euro Speditionskosten sparen. Die fehlenden fast 16 Mio Euro aus Print-Abos und 1,1 Mio Euro aus Print-Einzelverkauf müssten aber von steigenden digitalen Umsätzen ausgeglichen werden.

Mindestens 84.000 Kunden müssten für digitale "taz"-Produkte zahlen. Schon jetzt seien es 62.000, die Zielmarke bis 2022 also "realistisch", sagt Ruch. Es gebe ein Leben nach der gedruckten Tageszeitung. "Wir werden nicht in Schönheit sterben." Diese Zuversicht soll auch der Berliner Neubau der "taz" ausstrahlen. Redaktion und Verlag ziehen im Oktober ein. Der neue Newsroom ist crossmedial ausgerichtet. In einem Media-Raum will die "taz" Podcasts und Videos produzieren.
turi2 vor Ort im Berliner "taz"-Neubau

Eindrücke von heute aus dem "taz"-Neubau gibt es in den turi2-Stories bei Instagram und Facebook.


Meinung: Der “Taz” könnte ihre gute Lage gefährlich werden.

taz droht in ihrem neuen Verlagshaus die Gefahr, "dick und gemütlich" zu werden, schreiben Isabell Hülsen und Alexander Kühn. Ihre prekäre finanzielle Lage habe bisher immer den Anspruch glaubhaft gemacht, anders zu sein als andere Zeitungen. Manche "taz"-Redakteure fragten sich, ob die Zeitung mit ihrem Engagement für Minderheiten, Homosexuelle und Frauen klassisch linke Themen wie Armut und Chancengleichheit aus dem Blick verliere.
"Spiegel" 38/2018, S. 76-79 (Paid)

Malaika Rivuzumwami und Marlene Halser sollen die “taz”-Sichtbarkeit verbessern.

taz macht Malaika Rivuzumwami und Marlene Halser zu Verantwortlichen ihres SEO-Projekts. Sie kümmern sich um die Auffindbarkeit der "taz"-Texte im Netz und sollen in der zunächst einjährigen Projektphase die qualitative Reichweite von taz.de erhöhen und eine bessere Platzierung in der organischen Suche erreichen. Halser leitet bisher das Gesellschafts- und Medienressort taz zwei, Rivuzumwami betreute das Projekt taz meinland. (Foto: Torben Becker/taz)
blogs.taz.de

Meinung: Online-“taz” verändert das Leseerlebnis nicht.

Mediennutzung: Für "taz"-Leser würde es keinen großen Unterschied machen, wenn die Zeitung nur noch digital erscheint, glaubt Sozialpsychologe Kai Sassenberg. Wer sich für ein Thema interessiere, lese Beiträge auch im Netz komplett. Sehr interaktive Gestaltung lenke hingegen schnell ab. Zeitungen würden ohnehin kaum noch als Ganzes konsumiert, neue Bezahlmodelle für einzelne Artikel seien deshalb unabdingbar.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

“Motorwelt” ist Deutschlands reichweitenstärkste Zeitschrift.

Print-MA: Die Gesamtreichweite von Zeitungen und Zeitschriften sinkt gegenüber dem vorvergangenen Halbjahr leicht. Die höchste Reichweite haben regionale Abozeitungen mit 31,7 Mio Lesern täglich. Reichweitenstärkster Titel bleibt "Motorwelt" – auch die ADAC-Zeitschrift verliert aber mehr als 1 Mio Leser. Die "Welt" ist die überregionale Tageszeitung mit größtem Minus von 7 %, das "Handelsblatt" gewinnt 6,7 %, die "taz" 4,8 %.
dwdl.de, new-business.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: turi2 edition3: "Motorwelt"-Mann Martin Kunz liest auf der Überholspur gern Gedrucktes.

“taz” bereitet Ende der täglichen Printausgabe vor.

Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch vor dem Neubau des Verlags, der im Herbst bezugsfertig ist. Hier wird die werktägliche Print-"taz" sterben.

Rettet die Bäume: Die "taz" denkt laut über die Abschaffung ihrer werktäglichen, gedruckten Ausgabe nach. Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch schreibt – auf Papier – an die Mitglieder der "taz"-Genossenschaft: "Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende, der Journalismus lebt im Netz weiter." Ruch ruft die Genossen unter dem Titel "Szenario 2022" zu Ideen für den Übergang auf. Er wolle keine Zeit verlieren, "um in Ruhe die notwendigen Veränderungen in allen Dimensionen erkunden zu können".

"taz"-Mitgründer Ruch will nach 40 Jahren am Ruder eine Transformation in Gang setzen – kommendes Jahr geht er in Rente. Bereits vor Jahren prognostizierte er das Ende der Tageszeitung. Ohne Trauer analysiert er, dass die gedruckte Nachricht nun ausstirbt: "Die Zeitungen werden am frühen Morgen an die Kioske ausgeliefert, um am Abend zu 90% wieder als Altpapier dort eingesammelt zu werden." Ruch will Verlag und Leser jetzt darauf vorbereiten, dass Druck und Vertrieb einer Papier-"taz" bald nicht mehr möglich sein könnte. Im März veröffentlichte ein internes Team einen Innovationsreport, der analysierte, dass die Leser bald nur noch online sein würden. (Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa / Picture Alliance)
taz Mitgliederinfo Nr. 28, S. 6-7

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch über die Transformation der "taz", Stand September 2017.

“taz”-Reporterin Barbara Bollwahn, 54, ist tot.

Barbara Bollwahn ist tot. Die langjährige "taz"-Reporterin ist am Samstag im Alter von 54 Jahren in Folge einer unheilbaren Krankheit in Berlin gestorben. Barbara Bollwahn war in der DDR Spanisch-Dolmetscherin, 1991 kam sie zur "taz", ab 2007 schrieb sie auch Jugendbücher. Bollwahn habe das Neue geliebt, "war durstig und hungrig danach", ihre Protagonisten sah sie "nie funktional als Figuren, sondern begegnete ihnen als Menschen", schreibt "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch in seinem Nachruf.
taz.de

Meinung: Paywalls schränken Meinungsvielfalt ein.

Paywalls reduzieren für einige Bevölkerungsschichten den Zugang zu gesellschaftlichen Themen wie Rechtspopulismus und Klimawandel, schreibt Ilija Matusko, die das freiwillige Online-Bezahlmodell der "taz" betreut. Wer für Journalismus zahlen müsse, wähle zudem am ehesten Medien, die dem eigenen Weltbild entsprechen, was den gesellschaftlichen Diskurs einschränke.
taz.de

Söder-Satire mutiert 14 Jahre später zu vermeintlichen Fakten.

New York Times und die "Süddeutsche" gehen einer Jahre alten "taz"-Satire über Markus Söder auf den Leim, schreibt Stefan Kuzmany. Er selbst war 2004 Autor der Söder-Satire. Seine Söder in den Mund gelegten Forderungen, Grüne zum Drogentest zu schicken und Schwarzfahrer an den Internetpranger zu stellen, finden sich heute als Fakten in seriösen Medien, weil die Satire in den Archiven zur vermeintlichen Realität wurde.
"Spiegel" 29/2018, S. 35 (Paid), taz.de ("taz"-Artikel)

“Wirtschaftswoche”-Redakteur klagt gegen Abmahnung wegen #metoo-Artikel.

#metoo-Streit: "Wirtschaftswoche"-Redakteur Harald Schumacher klagt gegen die Abmahnung seines Arbeitgebers Handelsblatt GmbH. Er hat in der "taz" berichtet, bei einem Pressetermin Opfer eines Übergriffs einer Frau geworden zu sein und im Artikel gefragt, was wohl andersherum geschehen wäre. Die "Wirtschaftswoche" hatte die Veröffentlichung des Textes zuvor abgelehnt, der Verlag sieht Schumachers "taz"-Text als Verstoß gegen die Regeln seines Arbeitsvertrags. Das Arbeitsgericht Düsseldorf muss klären, ob der Text eine Nachricht oder ein Erlebnisbericht ist.
sueddeutsche.de, taz.de (Schumachers Text)

“taz” recherchiert Verbindungen von AfDlern zu rechten Organisationen.

taz veröffentlicht ein Rechercheprojekt, bei dem sie untersucht hat, welche Mitarbeiter die AfD für den Bundestag eingestellt hat. Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass 48 Mitarbeiter der AfD Verbindungen zu Organisationen der extremen oder der Neuen Rechten haben. Außerdem gibt es Verbindungen zu 30 rechtsextremen Organisationen.
taz.de, taz.de (Onlinevisualisierung)