Zitat: Es braucht eine “gewisse Grund­überzeugung”, um lange bei der “taz” zu bleiben, sagt Klaus Hillenbrand.

"Es gibt viele Kollegen, die sehr, sehr gut sind und waren und noch besser geworden sind bei der 'taz', die sie am Anfang sozusagen als Sprosse auf der eigenen Karriere­leiter benutzt haben."

Das "taz"-Urgestein Klaus Hillenbrand sagt im Übermedien-Interview, dass es eine "gewisse Grund­überzeugung" braucht, um lange bei er Tages­zeitung zu bleiben. Er selbst hat dort 1983 angefangen.
uebermedien.de (€)

Landgericht Oldenburg: Energieversorger Ewe muss “taz” Fragen beantworten.

Spendet Aufklärung: Der nieder­sächsische Energie­versorger Ewe muss der "taz" Auskunft über seine Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten seit 2014 geben, urteilt das Land­gericht Olden­burg. "taz"-Redakteur Felix Zimmermann hatte geklagt, weil das Unter­nehmen die Beantwortung eines Fragen­katalogs dazu verweigert hatte. Es sah sich als nicht auskunfts­pflichtig. Dieser Ein­schätzung widerspricht das Gericht, Ewe sei eine Behörde im Sinne des Nieder­sächsischen Presse­gesetzes. Zudem bestehe an der Recherche ein öffentliches Interesse. "Mit dem Urteil hat das Gericht auch die Auskunfts­rechte von Journalisten gestärkt", schreibt die "taz" in ihrem Hausblog. Unter Ex-Ewe-Vorstands­chef Werner Brinker sollen u.a. Spenden­gelder versickert sein, sein Nachfolger Matthias Brückmann wurde 2022 wegen Untreue zu einer Haftstrafe verurteilt. (Foto: Soeren Stache / dpa / Picture Alliance)
blogs.taz.de

Nur die “taz” unterschreibt Vielfalts-Selbstverpflichtung von Pro Quote.

Keine Zeit für Vielfalt? Die Initiative Pro Quote Medien besucht die Chef­redaktionen deutscher Leit­medien und bringt eine Selbst­verpflichtung zur Förderung von Frauen und Diversität mit – lediglich die "taz" unter­schreibt den Vertrag. "Bild", "Welt" und "Focus" hatten keine Zeit für ein Treffen. "Stern", "Zeit", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" zeigen Bemühungen und Fort­schritte, wollten sich an die Forderung von Pro Quote, u.a. 50 % Frauen mit diversen Hinter­gründen in allen Führungs­ebenen, aber nicht binden. "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube sehe keinen besonderen Förder-Bedarf.
mailchi.mp/pro-quote, turi2.de (Background Kaube)

Basta: “taz” erklärt Papst Benedikt XVI für tot.

Um Himmels Willen: Die "taz" hat am Freitag irrtümlicherweise den Tod von Papst Benedikt XVI, 95, vermeldet – und sogar schon einen Nachruf auf den Pontifex a.D. veröffentlicht. Auch einen Tweet gab es zu der Meldung. Benedikt ist aber gar nicht tot. Inzwischen sind die Texte offline. Das dürfte den Vatikan interessieren: Für diese Wiederauferstehung brauchte es keine drei Tage.
bild.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “taz” beleuchtet den Erfolg von Kochshows.

Lese-Tipp: In der "taz" beleuchtet Patrick Heidmann den Erfolg von Kochshows, die in Deutschland zunächst der Ernährungs-Erziehung dienten und nicht ganz unumstrittene Klassiker wie Toast Hawaii populär machten. Danach wandelte sich der Herd zum Talk-Hotspot, bevor der amerikanische Trend des Um-die-Wette-Bratens Einzug ins TV hielt. Sendungen rund ums Essen dürften weniger echte Hobby-Köche, sondern vor allem Foodies und Eskapisten ansprechen.
taz.de

Basta: Olaf Scholz übt sich in Tageszeitungs-Transparenz.

Finanz-Verwirrung: Kanzler Olaf Scholz macht sich auf seiner Bundestagsseite ungewöhnlich nackig und legt eine Beteiligung an der "taz" offen, die laut Regeln mehr als fünf Prozent der Genossenschaftsanteile entsprechen müsste. Scholz wäre demnach mindestens mit 930.000 Euro bei der linken Tageszeitung investiert. Sein finanzielles Engagement ist mit rund 1000 Euro aber deutlich niedriger, der Eintrag mittlerweile gelöscht: Dass sich Scholz ausnahmsweise mal an etwas erinnert hat, war laut Bundestagsverwaltung nicht gestattet.
abgeordnetenwatch.de, turi2.de (Background)

Anna Klöpper wird tazeins-Leiterin.

tazdrei: Die Journalistin Anna Klöpper (Foto) leitet ab Februar das tazeins-Ressort, das u.a. die Seite 1 der "taz" verantwortet. Neben ihr steht Sunny Riedel, die Julia Boek vertritt. Boek geht für ein Jahr in Elternzeit. Klöpper leitet bisher das Berlin-Ressort der "taz". Sie kommt für Klaus Hillenbrand, noch tazeins-Leiter neben Julia Boek. Er geht im Januar in den Ruhestand.
per mail

The Pioneer: Olaf Scholz hält Anteile an der “taz”.

Genosse Scholz: Bundes­kanzler Olaf Scholz hält seit 2018 "eine kleine Beteiligung" von rund 1.000 Euro an der "taz", berichtet The Pioneer. Diese Beteiligung habe er der Bundes­tags­verwaltung aufgrund der Neu­regelung der Neben­tätig­keiten mitgeteilt. 1992 hatte Scholz, damals Rechts­anwalt, der "taz" zusammen mit anderen zum Genossenschaftsmodell geraten.
thepioneer.de (€), blogs.taz.de (Interview von 2012)

Kersten Augustin leitet Politik-Teil der neuen “Wochentaz”.

Wochenend­austausch: Ab dem 12. November wird aus der Wochenend-Ausgabe der "taz" die Wochen­zeitung "Wochentaz". Den Posten des Vize-Ressort­leiters mit Zuständigkeit für den Politik­teil der Zeitung übernimmt Kersten Augustin, der bereits seit 2015 im Wochenend-Ressort der "taz" arbeitet. Er löst damit Katja Kullmann ab, die sich wieder verstärkt dem Schreiben widmen möchte.
blogs.taz.de (Augustin), taz.de (Wochentaz)

Ex-Intendant Klaus Dörr gewinnt vor Gericht gegen die “taz”.

#HeDidnt: Der Ex-Intendant der Berliner Volks­bühne Klaus Dörr gewinnt vor Gericht gegen die "taz", die ihn nicht mehr des "Upskirtings" bezichtigen darf. Der Tages­zeitung war bereits durch eine einstweilige Verfügung bei Straf­androhung untersagt worden, den Vorwurf des Fotografierens unter den Rock im Zusammenhang mit ihm zu verbreiten. Die "taz" hatte Dörr im März 2021 in einem #MeToo-Artikel als übergriffigen Sexisten beschrieben. Er trat daraufhin zurück. Die "taz" hat gegen das jetzige Urteil Berufung eingelegt.
berliner-zeitung.de, faz.net, turi2.de (Background)

Carolina Schwarz und Doris Akrap leitet Medien- und Gesellschaftsressort der “taz”.

(taz)zwei Neue: Die "taz" übergibt Carolina Schwarz und Doris Akrap die Leitung des Medien- und Gesellschaftsressorts "tazzwei". Sie folgen auf Saskia Hödl, die die Zeitung verlassen hat, aber weiterhin eine Kolumne schreibt. Schwarz schreibt für das Ressort seit 2017 und ist seit Januar 2021 stellvertretende Ressortleiterin. Akrap hat zuletzt im Wochenend-Ressort der "taz" gearbeitet und verschiedene Sonderprojekte organisiert.
per Mail

Medienressort-Chefin Saskia Hödl verlässt die “taz”.

taz und Saskia Hödl, seit 2019 Chefin des Medien- und Gesellschaftsressorts tazzwei, gehen getrennte Wege. Hödl hat die Zeitung bereits vergangene Woche verlassen, twittert sie. Ab Herbst wolle sie vorerst als freie Autorin in Wien arbeiten.
twitter.com


Basta: Deniz Yücel soll Bratwürstchen verkaufen.

Um die Wurst: Im "taz"-Fahrstuhl hängt eine Petition für eine Bratwurstbude vor dem Springer-Verlagshaus, twittert "taz"-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann. Demnach schlägt Christian Specht vor, Deniz Yücel könne die Verantwortung für die Zubereitung der Würste übernehmen. Schließlich habe der Ex-Pen-Präsident nun wieder Zeit und "der Job im spürbar dünnen Blättchen 'Die Welt' kann so auslastend nicht sein".
twitter.com, turi2.de (Background)

“taz” erscheint mit Sonderbeilage der “Novaya Gazeta Europe”.

Tazkräftig: Die "taz" erscheint heute mit einer Sonderbeilage der unabhängigen russischen Zeitung "Novaya Gazeta Europe", deren Redaktion Väterchen Frost mittlerweile verlassen hat und aus dem Ausland produziert. Ausgewählte Texte erscheinen auf deutsch, russisch und ukrainisch; zu lesen sind sie sowohl in der Print- als auch in der Online-Ausgabe.
taz.de

turi2 edition #17: Bascha Mika glaubt an Heldentum und Demut.


Idealistische Generalistin: Bascha Mika, Ex-Chefredakteurin der “taz” und der “Frankfurter Rundschau”, wurde “hardcore katholisch” erzogen. Das missionarische Gen trägt sie bis heute in sich. Mika findet erst vergleichsweise spät zum Journalismus und nimmt auf dem Weg mancherlei Kurven. “Als Chefin ist man immer auch Dienerin der Redaktion”, sagt sie im Porträt der turi2 edition #17. Weiterlesen >>>

Andreas Bull verlässt den “taz”-Vorstand, Aline Lüllmann rückt nach.

Ein Kommen und Gehen: Nach über 30 Jahren als Geschäftsführer der "taz" geht Andreas Bull in den Ruhestand. Aline Lüllmann, die bereits seit Juni 2020 Teil der Geschäftsführung der "taz" ist, rückt als als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der "taz"-Genossenschaft nach. Zusammen mit Co-Geschäftsführer Andreas Markgraf steht sie vor der Aufgabe, die "taz" digitaler aufzustellen.
blogs.taz.de

Lese-Tipp: Philipp Bovermann untersucht “Wer hat die Kokosnuss geklaut” auf Rassismus.

Lese-Tipp: Der "Süddeutsche Zeitung"-Autor Philipp Bovermann widmet sich mit einer Lyrikanalyse der Frage, ob nur der Beitrag des ZDF über das Kinderlied "Wer hat die Kokosnuss geklaut?" oder das Lied selbst rassistisch ist. Die "taz" hatte den Sender aufgefordert, sich für einen Instagram-Post zu entschuldigen, weil er schwarze Menschen mit Affen gleichsetze. Zu einem Ergebnis kommt Bovermann allerdings auch nicht: "manchmal sind die Dinge nun einmal kompliziert".
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Anna Lehmann wird Leiterin des “taz”-Parlamentsbüros.

Parteien-Wechsel: Die "taz" macht Anna Lehmann ab Februar zur neuen Leiterin des Parlaments­büros. Sie ist seit 2018 Leiterin des Inlands-Ressorts mit Fokus auf die Linkspartei und das Thema Bildung. Künftig wird sie vor allem für die SPD und die Bereiche Finanzen, Arbeit und Soziales und Entwicklungs­politik zuständig sein. Mit ihr wechselt Tobias Schulze, der sich auf die Grünen und die deutsche Außen- und Verteidigungs­politik fokussiert.
blogs.taz.de

Kriminelle erbeuten einige tausend E-Mail-Adressen von “taz”-Digital-Abonnentinnen.

Datenklau: Kriminelle haben kurz vor Weihnachten einige tausend E-Mail-Adressen von "taz"-Digital-Abonnentinnen erbeutet, berichtet Heise. Die "taz" spricht von einem "groß angelegten" Angriff von über 700 verschiedenen IP-Adressen auf das unternehmens­eigene Mail-Konto für die Aboverwaltung. Die Komplexität des Passworts sei "nicht hoch genug" gewesen. Der Verlag hat Anzeige erstattet.
heise.de, turi2.de (Background)

Zitat: Der “Spiegel” war früher manchmal “zum Kotzen”, sagt Barbara Junge.

"Zumindest in den ersten Jahrzehnten war der 'Spiegel' nicht nur ein Herrenmagazin, sondern auch so herrlich exklusiv, dass er beim Diversitäts-Check gnadenlos durchgefallen wäre."

"taz"-Chefredakteurin Barbara Junge findet, der "Spiegel" war früher manchmal "schlicht zum Kotzen". Heute tut das Magazin dem Land "mit all seinen Verfehlungen, Verwerfungen und merkeligem Scholzismus" gut.
spiegel.de (Paid)

Golem: Kriminelle erbeuten offenbar “taz”-Digitalabo-Kundendaten.

Datenleck: Das Mail-Konto für die Aboverwaltung des "taz"-Digitalabos ist gehackt worden, meldet Golem. Zurzeit könne die "taz" nicht sagen, welche der auf "digiabo@taz.de" gespeicherten E-Mails betroffen sind, heißt es in einer Info-Mail an Abonnentinnen. Zu den möglicherweise gestohlenen Daten könnten Name, Adresse, E-Mail-Adresse sowie das Download-Passwort für das E-Paper gehören. Die "taz" habe die Sicherheitslücke nach Bekanntwerden "umgehend beseitigt" und will den Vorfall der DSGVO und der Berliner Datenschutzbehörde melden.
golem.de

“taz”-Hauptstadt-Journalist Ulrich Schulte spricht für Umwelt­ministerin Steffi Lemke.

Grüne Allianz: "taz"-Journalist Ulrich Schulte, 47, bisher Leiter des Parlamentsbüros, wird ab Januar Sprecher der grünen Bundesumwelt- und Verbraucher­schutz­ministerin Steffi Lemke. Schulte gilt als "ausge­wiesener Kenner" der Grünen und hat den Bestseller Die grüne Macht geschrieben. Lemke schwärmt, Schulte "brennt für Umwelt- und Natur­schutz­themen".
bmu.de

Lese-Tipp: Ein Besuch im Museum des TV-Zauberers Uri Geller.

Lese-Tipp: Wegen des Zauber­künstlers Uri Geller rieben Mio Deutsche Löffel zwischen den Fingern. Mittlerweile lebt der heute 74-Jährige wieder in seiner Heimat Israel, wo er ein eigenes Museum eröffnet hat. Für die "taz" wirft Konstantin Nowotny gemeinsam mit Geller, der mit "juveniler Begeisterung durch die Sammlung führt", einen Blick in die magisch-protzigen Hallen.
taz.de

Die Politikjournalistin Bettina Gaus stirbt im Alter von 64 Jahren.


Pointiert bis zuletzt: Die Journalistin und "Spiegel"-Kolumnistin Bettina Gaus ist am 27. Oktober nach nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren gestorben, teilt der Hamburger Verlag mit. Gaus hatte seit April 2021 das politische Geschehen für das Magazin kommentiert, zuvor war sie 30 Jahre lang politische Korrespondentin der "taz". Deren Chefredakteurin Ulrike Winkelmann bezeichnet Gaus als "eine der wichtigsten Stimmen" in der "taz"-Geschichte, die stets einen "fulminanten Auftritt" hatte und "durch pointierte Argumentation" überzeugen konnte.

Bettina Gaus besuchte die Deutsche Journalistenschule, war von 1983 bis 1989 Redakteurin bei der Deutschen Welle und berichtete ab 1989 aus Nairobi, ab 1991 für die "taz". Später wurde sie Parlaments­korrespondentin, zunächst in Bonn und später in Berlin, wo sie in der "Analyse immer scharf" war und gleichzeitig immer freundlich auch zu den Kolleginnen, "deren Meinung sie oft so gar nicht teilte", schreibt Winkelmann. Ihre Kollegen Jan Feddersen, Lukas Wallraff und Dominic Johnson erinnern sich an sie als "selbstbewusste, unverstellte" Frau mit einem "ausgeprägten Freiheitsdrang", die von Smartphones genauso wenig hielt wie von Rauchverboten und "die so schön, schnell und originell schreiben konnte wie nur ganz wenige".

Im Frühjahr dieses Jahres wechselte sie schließlich zum "Spiegel", wo ihr Vater Günter Gaus Anfang der 70er Chefredakteur war. Der heutige "Spiegel"-Chef Steffen Klusmann würdigt sie als "eine unbestechliche Journalistin und eine brillante Analystin", deren Stimme "fehlen wird".

"Statt alte Melodien vom politischen Stammtisch abzuspielen, schrieb sie ihre Songs selbst", schreibt ihr Freund Georg Löwisch in der "Zeit". Ihr letzter Text im "Spiegel", entstanden wenige Tage vor ihrem Tod, beweist dies eindrucksvoll: Während im Zusammenhang mit der Causa Reichelt viele Medien von MeToo sprechen, rügt sie in ihrem Text den "merkwürdig prüden Ton" in der Debatte und ein Weltbild, bei dem Frauen "stets und grundsätzlich die Opfer in Beziehungen mit männlichen Vorgesetzten" sind. (Foto: Christoph Hardt / Geisler-Fotopress / Picture Alliance)
spiegel.de (Nachruf), spiegel.de (Kolumne), taz.de (Meldung), taz.de (Nachruf), zeit.de

Die “taz” baut ihre Wochenend-Ausgabe aus und will künftig zur Wochenzeitung werden.

Aufwärm-Übung: Die "taz" erscheint diesen Samstag erstmals als erweiterte Wochenend-Ausgabe mit vier zusätzlichen Politik-Seiten. Co-Chefredakteurin Barbara Junge sagt im Meedia-Interview, das ist der erste Schritt zum Relaunch als Wochenzeitung "im kommenden Herbst". Perspektivisch soll die gedruckte Ausgabe unter der Woche wegfallen, allerdings "nicht vor 2023".
meedia.de (Paid), taz.de

Debatte: Paywalls beschneiden freie Meinungsbildung.

Problematischer Paid Content: Bezahlschranken behindern freie Meinungsbildung, schreibt "taz"-Geschäftsführerin Aline Lüllmann. In einer von Paywalls dominierten Medienlandschaft würden sich immer weniger Menschen mit Gegenargumenten auseinandersetzen. Studien hätten gezeigt, dass Leserinnen eher für Artikel zahlen, die ihrer eigenen Meinung entsprechen. Die "taz" habe 2011 bewusst ein freiwilliges Bezahlmodell eingeführt, um "verschiedenste Themen Sichtbarkeit zu verschaffen".
taz.de

Termin-Tipp: “taz” lädt zur Gesprächsreihe “Chefinnensache”.

Termin-Tipp: Die "taz"-Chefredakteurinnen Barbara Junge (Foto) und Ulrike Winkelmann starten heute um 19 Uhr die Gesprächsreihe "Chefinnensache". Junge und Winkelmann diskutieren mit wechselnden Gästen über "die relevanten Fragen des Wahlsommers". "taz" sendet das Gespräch im Livestream und stellt es danach zum Abruf bereit. Erster Gast ist der Soziologe Heinz Bude, mit dem die Moderatorinnen u.a. über die Themenverlagerung im Wahlkampf von Klima bin hin zu Annalena Baerbock sprechen.
taz.de, youtube.com (Livestream, heute ab 19 Uhr)

Zitat: “taz”-Chefredakteurin Barbara Junge will keine Distanzierung um der Distanzierung willen.

"Wir konnten und können nicht Maßnahmen oder Beschlüsse verurteilen, nur um auf Distanz zu gehen."

"taz"-Chefredakteurin Barbara Junge verteidigt im Verdi-Blatt "M" die Corona-Berichterstattung ihrer Zeitung. Gerade zu Beginn der Krise habe es viel "Unwissen" über die Pandemie gegeben. Daher wäre es "überheblich gewesen, aus der eigenen Annäherung an die Themen sofort auf richtig oder falsch zu schließen".
mmm.verdi.de

“taz” podcastet über Gesellschaft, Politik und Klima.

taz startet zwei neue Podcasts: Im "Couchreport" sprechen die Redakteurinnen des Gesellschafts- und Medienressorts einmal im Monat mit Gästen über gesellschaftliche Fragen. Für den "Bundes-Talk" schaut das "taz"-Parlamentsbüro im Wahlkampf hinter die Kulissen des Politikbetriebs. Zudem steigt die "taz" beim Klimaupdate-Podcast des Online-Magazins "Klimareporter" mit ein.
taz.de

BPB-Streit: “taz” wirft Innenministerium Lüge vor.

Linksextremismus-Definition der Bundeszentrale für politische Bildung ist wohl doch auf direkten Druck der Leitung des Innenministeriums geändert worden, berichtet die "taz" und wirft dem Ministerium Lügen vor. Die Zeitung zitiert aus internen Mails, die das belegen sollen – das Ministerium widerspricht. Mitte Januar hatte die BPB ihren Linksextremismus-Teaser im Netz mehrfach geändert – von einer wissenschaftlichen Definition zu einem Text, der an die Haltung des Verfassungsschutzes angepasst ist. Impulsgeber für die Änderung war offenbar ein Bericht der "Bild", die der BPB Verharmlosung von Linksextremismus vorwarf.
taz.de, bpb.de

Panter Stiftung der “taz” startet Nachwuchscamp zur Wahlberichterstattung.

Nachwuchs berichtet: Die "taz" Panter Stiftung hat aus Volontärinnen und Hospitantinnen ein Nachwuchscamp zur Wahlberichterstattung gegründet. Die Reporterinnen Shoko Bethke, Ruth Fuentes und Jaromir Schmidt berichten, beteiligen sich dabei an allen "taz"-Sonderausgaben zur Wahl und setzen thematische Schwerpunkte. Die Journalistinnen Negin Behkam und Peter Unfried betreuen das Camp.
per Mail, taz.de (Panter-Stiftung)

Luise Strothmann ergänzt das “taz”-Investigativ-Team.

Another one: Die "taz" holt mit Luise Strothmann eine weitere Redakteurin in ihr Investigativ-Ressort. Sie hat zuletzt den Ausbau der Internetaktivitäten des Blattes vorangetrieben und kümmert sich nun um das "Storytelling" der Recherchen auf allen Ausspielwegen. Auch Medienjournalistin Anne Fromm wechselt ins Investigativ-Ressort, wie sie bereits auf Twitter verkündet hat. Das neue Team soll das Blatt "noch stärker politisch profilieren", sagt Chefredakteurin Ulrike Winkelmann.
taz.de, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “taz” analysiert den Hass auf Journalistinnen.

Lese-Tipp: Anne Fromm und Sarah Ulrich rekonstruieren in der "taz" eine Querdenker-Demo vom 7. November 2020, bei der es Angriffe auf 43 Medienvertreterinnen gegeben hat. Der Abend in Leipzig folge dem Trend: Gewalt gegen Jour­na­lis­tin­nen habe 2020 massiv zugenommen, Reporter ohne Grenzen zählt so viele Angriffe wie nie. Fromm und Ulrich schreiben, man müsse "genauer dahin schauen, wo die Gewalt tatsächlich passiert: auf Demonstrationen und im Netz." Wenn Gewalt gegen Medien eskaliere, träfe das neben Journalistinnen auch deren Sender und Verlage.
taz.de, turi2.de (Background)

Klick-Tipp: ProQuote zeigt an einer Kletterwand den Frauenanteil in Leitmedien.

Klick-Tipp: Die "taz" hat mit 56,4 % den größten Frauenanteil in Führungspositionen, berichtet ProQuote. Das linksalternative Blatt ist erstmals im Vergleich der deutschen Leitmedien dabei. Auch der "stern" liegt mit 51,1 % im vierten Jahr in Folge über 50 %. ProQuote visualisiert die Ergebnisse seiner Erhebung neuerdings an einer Kletterwand. Ganz unten kraxelt der "Focus" mit 17,3 %.
pro-quote.de

Video-Tipp: Die “taz” präsentiert einen Werbespot von Fatih Akin.

Video-Tipp: Die "taz" wirbt ab Samstag mit einem von Filmregisseur und Drehbuchautor Fatih Akin produzierten Spot. In dem 90-Sekünder mit dem Titel "Keine Angst vor Niemand", der als Anzeige zum Teil in anderer Länge erscheint, findet eine Frau eine "taz"-Brille, mit der sie unterschwellige Botschaften in Werbespots und Zeitungen erkennen kann. Das Video ist auch eine Hommage an John Carpenters Film They live aus dem Jahr 1988. Es ist Fatih Akins erster Werbespot.
youtube.com (90-Sek-Video)

taz-Mitgründer Benedict Maria Mülder, 65, ist tot.

Benedict Maria Mülder, 65, ist tot. Der Journalist und "taz"-Mitbegründer hatte die Nervenkrankheit ALS. Sie wurde 2008 bei ihm diagnostiziert. Nach der "taz" arbeitete Mülder beim Fernsehen, u.a. für das Polit-Magazin "Kontraste". Michael Sontheimer würdigt ihn als leidenschaftlichen, grün-schwarzen Journalisten, der "seiner Zeit deutlich voraus" war. "Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt erinnert sich an Mülder als "Vorbild, als Kollege und Mensch".
taz.de, twitter.de (Todesanzeige), zdf.de (28-Min-Doku über Mülder)

Wir graturilieren: Peter Unfried wird 57.


Wir graturilieren: Peter Unfried, Chefreporter der "taz", wird 57. Seinen Geburtstag feiert er ganz Corona-konform zu Hause. Von "schwierigen Zeiten" will Unfried dabei nichts hören: "Ich finde nicht, dass wir in 'schwierigen Zeiten' leben. Wir leben in der besten Zeit überhaupt." Aber die Zeit bringe auch Aufgaben mit sich: "Nun geht es für meine Boomer-Generation darum, nicht rumzustöhnen, sondern etwas dafür zu tun, dass das so bleibt."

Für das kommende Jahr wünscht sich der "taz"-Mann "einen Bundeskanzler, der ernsthafte Klima- und Zukunftspolitik angehen kann, weil eine gesellschaftliche Mehrheit das will." Geburtstags-Glückwünsche sind via Twitter und per E-Mail willkommen.

Foto: Anja Weber