Wie geht’s der “taz”, Katrin Gottschalk und Andreas Marggraf?


Innovationen und Diskussionen: Die "taz" lädt an diesem Samstag zur digitalen Genossenschaftsversammlung ein – im turi2.tv-Interview ziehen Geschäftsführer Andreas Marggraf und Vize-Chefredakteurin Katrin Gottschalk schon mal Bilanz. "Wir haben großes Glück", sagt Marggraf zur wirtschaftlichen Situation der linksalternativen Zeitung, die durch ihr Genossenschafts-Modell nur bedingt vom wackeligen Werbemarkt abhängig ist. Gottschalk stellt die neue App der Zeitung vor, spricht aber auch über die umstrittene Polizei-Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah. Durch die Entscheidung des Presserats, der den Text von der Meinungsfreiheit gedeckt sieht, "haben wir uns schon ein bisschen bestätigt gefühlt".

Konsequenzen hatte der Text dennoch: "Es gab schon eine ganze Menge Genoss*innen, die deswegen ihren Anteil gekündigt haben", sagt Marggraf, das gehöre aber "zu einer lebendigen Genossenschaft dazu". Gottschalk ergänzt, dass auch die anschließende in der "taz" ausgetragene Debatte um die Kolumne dafür gesorgt hat, dass Leser*innen ihre Beiträge bei "taz zahl ich" zurückgezogen haben. Intern diskutiere die "taz" nun über die Lehren aus der Debatte und darüber, ob sich etwa Strukturen verändern müssten.

Gleichzeitig arbeitet die Zeitung an ihrer Post-Print-Zukunft – u.a. mit einer neuen App, die Marggraf und Gottschalk im Video zeigen. Anders als bisher verabschiedet sich das Digital-Angebot von der Zeitungs-Optik, will aber dennoch ein lineares Leser-Erlebnis bieten und einmal am Tag "die Welt anhalten". Auch optisch setzt die "taz" auf Opulenz: Die Bilder und Illustrationen lassen sich nun auch heranzoomen, zudem glänzt die App mit Animationen.
turi2.tv (14-Min-Video auf YouTube)

“taz”-Kolumne: Innenminister Horst Seehofer kritisiert die Entscheidung des Presserats.

All cops are berufsunfähig: Bundesinnenminister Horst Seehofer kritisiert die Entscheidung des Presserats zur "taz"-Kolumne von Autor*in Hengameh Yaghoobifarah als "unerträgliche Verharmlosung". Die Formulierung, Polizisten gehörten auf die Mülldeponie, zeuge davon, dass das Wertesystem unserer Gesellschaft "ganz offenkundig aus den Fugen geraten" ist.
faz.net

Presserat: Umstrittene “taz”-Polizei-Kolumne ist von der Meinungs­freiheit gedeckt.

taz: Die umstrittene Polizei-Kolumne von Autor*in Hengameh Yaghoobifarah verstößt nicht gegen den Pressekodex, sagt der Deutsche Presserat. Yaghoobifarahs Empfehlung, Polizisten seien am besten auf der Müll­deponie aufgehoben, sei von der Meinungs­freiheit gedeckt. Damit weist das Gremium die 382 eingegangenen Beschwerden als unbegründet zurück. Auch die Staats­anwalt­schaft will ihre Ermittlungen nicht fortführen.
spiegel.de, taz.de, presserat.de, turi2.de (Background)

Staatsanwaltschaft will nicht gegen Hengameh Yaghoobifarah ermitteln.

taz: Die Staatsanwaltschaft wird voraussichtlich nicht gegen Autor*in Hengameh Yaghoobifarah ermitteln, teilt die Zeitung mit. Nach einer Vorprüfung sieht die Behörde keinen "Anfangsverdacht für eine Straftat"; die Kolumne "All cops are berufsunfähig" sei von der Meinungsfreiheit gedeckt gewesen. Formal ist das Verfahren aber noch nicht abgeschlossen.
taz.de, turi2.de (Background)

Von der “taz” geht es manchmal in die Altersarmut, sagen die Chefredakteurinnen.

"taz": Chefredakteurinnen Barbara Junge (Foto) und Ulrike Winkelmann sprechen in der "Süddeutschen" über die vergleichsweise schlechte Bezahlung bei ihrem Arbeitgeber: "Manche Leute gehen nach einem Leben bei der taz in Altersarmut", sagt Junge. Der Deal sei, dass man mehr Freiheiten habe als anderswo und dafür weniger verdiene. Aber: "Das alte Modell, man lebt in Kreuzberg für ganz wenig Geld und kann sich das Arbeiten bei der taz so leisten" funktioniere nicht mehr, so Winkelmann.
sueddeutsche.de (Paid), turi2.de ("taz" mit neuer Doppelspitze)

NSU 2.0: Auch Daten von Hengameh Yaghoobifarah wurden abgerufen.

NSU 2.0: Persönliche Daten von Autor*in Hengameh Yaghoobifarah wurden per Polizeisystem abgerufen - kurz nachdem die strittige "All cops are berufsunfähig"-Kolumne in der "taz" erschien. Bereits einen Monat darauf tauchte Yaghoobifarahs Name in einem mit "NSU 2.0" unterzeichneten Drohschreiben auf. Weitere Künstler*innen, Politiker*innen und Anwält*innen werden ebenfalls bedroht; auch in diesen Fällen enthalten die Schreiben vertrauliche Daten, die von Polizeicomputern stammen.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background Kolumne)

Meinung: Politisch wilde Zeiten spalten auch Redaktionen.

Redaktionskonflikte der "New York Times" und der "taz" sind mehr als Generationen-Streit, findet Meredith Haaf. Vielmehr stünden sich zwei Arten von Journalist*innen gegenüber. Auf der einen Seite die, "die die richtigen Leute zu Wort kommen lassen, aus bislang sozial unterdrückten Gruppen". Sie seien "im Zweifelsfall auf dem linken Auge blind". Auf der anderen Seite die, die "fast zwanghaft alle zu Wort kommen lassen" und Mehrheitsmeinungen und Gruppendynamik skeptisch gegenüber stünden.
sueddeutsche.de

“taz” gibt Sonderausgabe zu fünf Jahren “Wir schaffen das” heraus.

taz kündigt eine Sonderausgabe für Samstag, 8. August an, in der es um die Zeit seit Merkels berühmter "Wir schaffen das"-Zusage im Jahr 2015 gehen soll. Was von der deutschen Willkommenskultur übrig geblieben ist und wie die Lage in Griechenland aussieht, will die Zeitung in Vor-Ort-Reportagen und Interviews beantworten und Geflüchtete ihre Geschichten erzählen lassen.
taz.de

Auch Maybrit Illner und die “taz” bekommen Drohmails von “NSU 2.0”.

Drohmails mit dem Absender "NSU 2.0" sind auch bei der Redaktion von Maybrit Illner und bei der "taz" eingegangen. Sie enthalten explizite Mord- und Vergewaltigungsdrohungen sowie sexistische Beleidigungen. In ihrer Art gleichen sie den Droh­schreiben, die zuvor bereits mehrere Politikerinnen der Linken sowie die Kabarettistin Idil Baydar erhalten haben.
welt.de, fr.de, zeit.de

Zitat: Horst Seehofer hält die Wortwahl der “taz”-Kolumne für “nicht statthaft”.

"Solch eine Wortwahl halte ich für nicht statthaft. Sie trägt nicht nur zu einer Verrohung der Sprache, sondern auch unserer Gesellschaft bei."

Innenminister Horst Seehofer sagt im "Welt am Sonntag"-Interview über die umstrittene Polizei-Kolumne der "taz", dass es "in einer freiheitlichen Gesellschaft Schranken gibt".
"Welt am Sonntag", S. 4 (Paid)

“taz” sucht nach Anfeindungen Hilfe bei der Polizei.


(K)Ein Freund und Helfer: Hengameh Yaghoobifarah (Foto) und die "taz"-Redaktion suchen nach der umstrittenen Kolumne All cops are berufsunfähig Hilfe bei der Polizei, schreibt der "Focus". Sowohl Yaghoobifarah als auch die Zeitungsredaktion haben zuvor Drohungen erhalten, bestätigt die stellvertretende Chefredakteurin Katrin Gottschalk in der "Welt". Einige Telefonate und E-Mails wurden als direkte Gefährdung für "das körperliche Wohl" eingestuft. Polizeipersonal nahe des Berliner Checkpoint Charlie, unweit der "taz", kümmert sich um die Sicherheit der Redaktion. Die Polizeipräsenz sei eine übliche Sicherheitsmaßnahme, die nichts mit den aktuellen Drohungen zu tun habe.

Die Bitte um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch bei der Berliner Polizei war von der "taz"-Redaktion ausgegangen, nicht von Yaghoobifarah selbst, berichtet die "Welt". In dem satirischen Beitrag vom 15. Juni schreibt Yaghoobifarah die Polizei auf die "Mülldeponie".
focus.de, welt.de, turi2.de (Background)

Zitat: Sie hat nicht mit einer Anzeige von Seehofer gerechnet, sagt “taz”-Chefredakteurin Barbara Junge.

"Die 'taz' führt ja gerade eine ganz schön leidenschaftliche Diskussion über Rassismus und Polizei und den journalistischen Umgang damit. Und dass sich der Bundesinnenminister daran beteiligen möchte, begrüße ich."

"taz"-Chefredakteurin Barbara Junge sagt dem Deutschlandfunk, sie habe mit Horst Seehofers Rückzug in Sachen Anzeige gerechnet. Ihre öffentliche Entschuldigung möchte sie nicht als fehlende Unterstützung für Hengameh Yaghoobifarah verstanden wissen.
deutschlandfunk.de, turi2.de (Background)

Seehofer verzichtet auf Strafanzeige gegen “taz”-Autor*in.


Reden statt klagen: Innenminister Horst Seehofer verzichtet nun doch auf eine Strafanzeige gegen "taz"-Autor*in Hengameh Yaghoobifarah. Stattdessen will der Politiker die Chefredaktion der Zeitung um ein Gespräch bitten, schreibt Seehofer in einer Pressemitteilung. Zudem will sich der Minister an den Presserat wenden. Es gehe ihm nicht um die "Strafverfolgung einer Person und schon gar nicht um einen Eingriff in die Pressefreiheit", sondern um eine Diskussion darüber "wie wir in dieser Gesellschaft miteinander umgehen und wo die Grenzen einer Auseinandersetzung sind". Seehofer glaubt, dass durch die "menschenverachtende Wortwahl" in Yaghoobifarahs Text "auch Straftatbestände erfüllt werden". Diese würden durch bereits vorliegende Strafanzeigen von der Staatsanwaltschaft geprüft.

In ihrer Polizei-Satire hatte Yaghoobifarah laut darüber nachgedacht, die Polizei auf der Müllhalde entsorgen zu wollen. Der Text hatte für scharfe Kritik u.a. der Polizeigewerkschaft gesorgt, die auch Strafanzeige stellte. "taz"-Chefredakteurin Barbara Junge hatte sich öffentlich für den Text entschuldigt. Seehofers Absicht, Yaghoobifarah anzuzeigen wurde ebenfalls scharf kritisiert, u.a. von Jan Böhmermann und BuzzFeed-Chefredakteur Daniel Drepper.
spiegel.de, bmi.bund.de, turi2.de (Böhmermann, Drepper) turi2.de (Junge)

Kai Diekmann kritisiert Polizei-Kolumne, will “taz” aber treu bleiben.

"Ich habe von Leuten gehört, die jetzt wegen der Polizisten-Kolumne wohl ihre Anteile zurückgegeben haben. Ich selbst würde das aber nicht tun."

Kai Diekmann, Storymachine-Aufseher und einstiger Bild-Frontmann, findet die Kolumne von Hengameh Yaghoobifarah "einfach nur schlecht", die Zeitung insgesamt aber "geschmacklos gut". Deshalb werde er "taz"-Genosse bleiben.
cicero.de, turi2.de/koepfe (Profil Diekmann)

“taz”: Horst Seehofer ist nach Anzeigen-Ankündigung abgetaucht.

Abgetaucht: Innenminister Horst Seehofer ist nach seiner angekündigten Anzeige gegen "taz"-Autorin Hengameh Yaghoobifarah erstaunlich unsichtbar und hat alle Termine abgesagt, schreibt Konrad Litschko. Er vermutet einen "schwelenden Konflikt" mit Kanzlerin Merkel hinter den Kulissen. Denn laut Regierungssprecher Steffen Seibert habe es ein "vertrauliches Gespräch" der beiden über die Ankündigung gegeben. Hunderte Menschen aus Journalismus, Kultur und Politik haben sich in einem offenen Brief an Merkel hinter Yaghoobifarah gestellt.
taz.de, turi2.de (Background)

Hunderte stellen sich in offenem Brief an Merkel hinter “taz”-Kolumnist*in.

"taz"-Kolumne: Hunderte Menschen aus Journalismus, Kultur und Politik stellen sich in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel hinter Autor*in Hengameh Yaghoobifarah. Die Unterzeichner*innen, darunter Jan Böhmermann und Carola Rackete, sehen in der von Innenminister Horst Seehofer angekündigten Strafanzeige gegen Yaghoobifarah einen "massiven Angriff gegen die Presse- und Meinungsfreiheit" und fordern einen Diskurs über rassistische Polizeigewalt. Seehofer solle sich entschuldigen.
friendsofhengameh.wordpress.com, turi2.de (Background)

Meinung: Der “taz”-Konflikt zur Polizei-Satire offenbart einen Generationenkonflikt.

taz: Der zum Teil öffentlich ausgetragene Konflikt zur Polizei-Satire offenbart einen Generationenkonflikt im Journalismus, schreiben Elisa Britzelmeier und Jens Schneider. Vor allem jüngere Autor*innen, insbesondere wenn sie zum Beispiel selbst Diskriminierungen erfahren haben, würden sich oft nicht mit Analysen oder argumentierenden Meinungsstücken begnügen. Der Konflikt schwelle auch in anderen Redaktionen, breche in der "taz" wie in vielen anderen Fällen zuvor nur zuerst aus.
sueddeutsche.de, turi2.de (Background)

Wegen Polizei-Satire: Horst Seehofer erstattet Anzeige gegen “taz”-Autorin.


Bundes-Anzeiger: Horst Seehofer will "als Bundesinnenminister" Strafanzeige "wegen des unsäglichen Artikels in der 'taz' über die Polizei" gegen die Autorin Hengameh Yaghoobifarah stellen, berichtet die "Bild". Seehofer begründet den Schritt auch mit den Ausschreitungen in Stuttgart: "Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen, genauso wie wir es jetzt in Stuttgart gesehen haben. Das dürfen wir nicht weiter hinnehmen." Auf Twitter erhält Yaghoobifarah derweil Solidaritätsbekundungen, u.a. von Buzzfeed-Chefredakteur Daniel Drepper, der schreibt: "Die Strafanzeige von Horst Seehofer gegen Hengameh Yaghoobifarah ist eine unfassbare Eskalation und ein klarer Angriff auf die Pressefreiheit. Dass die 'Bild' ihm mit einer unsäglichen Aufmacher-Meldung beispringt ist nicht verwunderlich - schändlich bleibt es trotzdem."

Jan Böhmermann twittert: "Mit dieser gefährlichen Effekthascherei beschädigt Horst Seehofer nicht nur das Vertrauen in den Staat. Welche Autorität hat ein Minister noch, der so eine Axt aus seinem Amt heraus an die Debatte setzen muss?" In ihrer Satire hatte Yaghoobifarah geschrieben, Polizist*innen sollten nach der Abschaffung der Polizei zu "ihresgleichen" auf die Mülldeponie. Der Beitrag sorgte für starken Protest, auch innerhalb der "taz".
bild.de

Zitat: “taz”-Chefin Barbara Junge entschuldigt sich für Polizei-Satire.

"Satire darf fast alles – sogar in ihrer Wortwahl danebengreifen. Aber Menschen, egal welcher Berufsgruppe, als Müll zu bezeichnen, widerspricht fundamental dem Selbstverständnis der taz, die sich einer menschlicheren Gesellschaft verschrieben hat."

"taz"-Chefin Barbara Junge entschuldigt sich für eine missglückte Satire in der Zeitung über die Abschaffung der Polizei und kündigt Debattenbeiträge unterschiedlicher Blickrichtungen zum Thema an.
taz.de, turi2.de (Background)

Polizeigewerkschaft zeigt “taz” wegen satirischen Beitrags an.

taz bekommt Gegenwind: Wegen eines satirischen Beitrags vom 15. Juni, in der die Autorin die Polizei auf die "Mülldeponie" schreibt, erstattet die Deutsche Polizeigewerkschaft Strafanzeige gegen die Zeitung und kündigt eine Beschwerde beim Deutschen Presserat an. Die Gewerkschaft sieht den Beitrag als volksverhetzend an. Für die Kolleg*innen sei der Text "ein Schlag ins Gesicht". "Solche Art des Denkens" werde die Berufsvertretung "mit allen zu Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen".
spiegel.de, tagesspiegel.de, dpolg.de (PM Gewerkschaft), taz.de (Beitrag)

Zitat: “taz”-Geschäftsführerin Aline Lüllmann hat kein Vertrauen in die Werbewirtschaft.

"Auf die Werbewirtschaft, das lernen wir als Tageszeitungsmenschen, ist in Zeiten der Krise kein Verlass."

Aline Lüllmann, Geschäftsführerin der "taz", kommentiert, dass die Corona-Krise zeige, dass Journalismus von den Leser*innen finanziert werden muss. Die Pandemie könne zudem dazu führen, dass die werktägliche Printausgabe später als bisher gedacht von Markt verschwindet.
taz.de

Die “taz” veröffentlicht am Mittwoch Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien.

Entschwörungs-taz: Die "taz" veröffentlicht am Mittwoch auf 14 Seiten eine Sonderausgabe zu Verschwörungstheorien mit Schwerpunkt Corona. In der Zeitung kommen Kritiker*innen der Lockdown-Politik zu Wort sowie Experten, die z.B. über Angst und Verschwörungsglauben berichten. Die "taz" geht aber auch mit sich selbst ins Gericht und erinnert u.a. daran, wie sie sich für die Verschwörungstheorie, Aids sei ein Produkt der Geheimdienste, einspannen ließ
per Mail

Meinung: Gottesdienste sollten sich an TED-Talks orientieren.

Kirche sollte mit den Menschen flirten und öfter mal vom Sofa predigen, empfiehlt TV-Gottesdienst-Coach Felix Ritter in der "taz". Er schlägt eine "Orientierung am TED-Talk" vor. In der Corona-Krise, in der Pfarrer*innen ihre Messen vor leeren Bänken halten und per Live-Stream an die Netzgemeinde senden, werde die Kirche für viele wieder attraktiver, glaubt Ritter.
taz.de

Die “taz” macht Ulrike Winkelmann und Barbara Junge zu ihren neuen Chefredakteurinnen.


Weibliche Doppelspitze: Die "taz" findet zwei Nachfolgerinnen für den scheidenden Chefredakteur Georg Löwisch. Künftig führen Ulrike Winkelmann (Foto links) und Barbara Junge die linksalternative Zeitung. Winkelmann wirkt derzeit als Hintergrund-Redakteurin beim Deutschlandfunk und kehrt im August zur "taz" zurück, wo sie u.a. volontierte und zuletzt als Leiterin des Innenressorts gearbeitet hat.

Barbara Junge ist bereits seit 2016 Vize-Chefredakteurin und rückt nun auf. Katrin Gottschalk bleibt Stellvertreterin, übernimmt künftig aber zusätzlich die digitale Produktentwicklung. Georg Löwisch hat Anfang Januar seinen Abschied von der "taz" bekanntgegeben. Er leitet künftig die Redaktion "Christ & Welt" der "Zeit".
per Mail, turi2.de (Background)

Hör-Tipp: “taz” startet einen Podcast über die Auswirkungen der Krise.

Hör-Tipp: Die "taz" veröffentlicht künftig dienstags und freitags den Podcast "Nur Mut - Anleitungen für den Krisenkopf". Darin sprechen die Therapeutin Petra Muth und die Journalistin Anett Selle über die Auswirkungen der Krise und wollen Tipps für den Alltag geben: Sport habe eine antidepressive Wirkung, auch beim Grübeln über Sorgen. Neue Routinen sollen einem Gewohnheit im veränderten Alltag geben.
taz.de (22-Min-Audio)

Die “taz” produziert erstmals komplett aus dem Home Office.

taz ist am Donnerstag erstmals in der Verlagsgeschichte komplett außerhalb des Verlagshauses produziert worden, schreibt "taz"-Chefredakteur Georg Löwisch im Blog der Zeitung. Redaktion, Layout und Korrektur arbeiten aus dem Home Office, nur ein kleines Kernteam ist im Verlagsneubau in der Berliner Friedrichstraße verblieben.
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz" (09/2017).

Chefredakteur Georg Löwisch verlässt die “taz” und wechselt zur “Zeit”.

taz-Chefredakteur Georg Löwisch verlässt die linksalternative Zeitung Ende April. Ab dem Sommer leitet er die Redaktion "Christ & Welt" der "Zeit". Über die Nachfolge will die "taz" "mit der gebotenen Sorgfalt" beraten und sieht sich nicht unter Zeitdruck, da mit Katrin Gottschalk und Barbara Junge zwei Stellvertreterinnen vorhanden seien. Löwisch ist seit September 2015 "taz"-Chefredakteur, kam damals vom Debattenmagazin "Cicero".
zeit-verlagsgruppe.de, turi2.de (Background)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die neue "taz".

Springer-Zeitungen verlieren im 4. Quartal rund 10 % Auflage, “Zeit” wächst.

Kiosk-Auslage, Zeitungen, Zeitschriften, AuflageZeitungen: "Bild", "Welt" und "Bild am Sonntag" verlieren im 4. Quartal mehr als 10 % Auflage, schreibt Zahlen-Zar Jens Schröder. Die "Süddeutsche" mit -4,4 %, die "FAZ" mit -3,5 %, das "Handelsblatt" mit -1,1 % und die "taz" mit -1 % kommen glimpflich davon. Die "Zeit" liegt 0,4% über dem Vorjahreszeitraum, weil sie die E-Paper-Abos deutlich steigert.
meedia.de

dpa-Umfrage: Redaktionen prüfen Texte seit Relotius-Skandal häufiger.

Redaktionen haben nach dem Relotius-Skandal ihre internen Abläufe und Standards überarbeitet und führen mehr Faktenchecks durch, sagt eine Umfrage der dpa. Bei der "taz" entstand zudem ein "Relotius-Stammtisch" aus Reportern, der WDR arbeitet am Papier "10 Grundsätze zur Glaubwürdigkeit", die "Zeit" prüft monatlich Artikel, die ein Zufallsgenerator auswählt.
rnd.de

“taz” tauft Wochenendausgabe zum Abschied von Karl-Heinz Ruch um.

taz verabschiedet ihren Geschäftsführer und Mitbegründer Karl-Heinz Ruch (Foto) mit einer 32-seitigen Sonderausgabe und benennt die "taz am Wochenende" einmalig in "kalle" um. Die taz habe Ruch in 41 Jahren nichts geschenkt, kommentiert taz-Chefredakteur Georg Löwisch, daher bekomme Ruch, was der Redaktion "am kostbarsten" sei, "unsere Zeitung".
"taz" S. 1 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

Meinung: “Streit”-Ressort der “Zeit” ist ein “wohltuendes Wiedersehen mit Twitter-Tiraden”.

Zeit Streit ist ein "wohltuendes Wiedersehen mit den Twitter-Tiraden der letzten Tage" samt Feststellung, dass alles doch "gar nicht so wild war", bilanzieren Erica Zingher und Peter Weissenburger nach drei Monaten. Im Streit-Ressort bringt die "Zeit" Menschen mit gegensätzlichen Ansichten zusammen. Die Diskutanten sind "sorgfältig ausgewählt und ziemlich divers", die Redaktion wünscht sich ein "argumentatives Tauziehen" ohne Unterstellungen oder persönliche Vorwürfe.
taz.de

Meinung: Frauenquote der “taz” in Artikeln ist nachahmenswert.

Journalismus: Rund zwei Drittel der erwähnten Personen in deutschen Tageszeitungen sind männlich, errechnet der Gendertracker. Die "taz" bildet mit fast 40 % Frauen eine Ausnahme, denn sie hat sich eine Quote auferlegt, schreibt Annika Schneider. Frauen hätten oft Zweifel an ihrer eigenen Expertise, Redakteure suchten Gesprächspartner v.a. in Adressdatenbanken, Archiven und sozialen Medien – wo mehr Männer vorkommen. Es gehe nicht um Frauenförderung, sondern andere Netzwerke, Themen und Perspektiven für den Journalismus, sagt Tabea Grzeszyk.
deutschlandfunk.de

“taz” darf Ex-Gauland-Mitarbeiter wieder namentlich nennen.

taz darf den Namen eines früheren Mitarbeiters von AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland wieder nennen. Das OLG Düsseldorf kündigt an, eine Klage des Mannes abzulehnen. Er war in seiner Jugend Mitglied der rechtsradikalen Vereinigung Heimattreue Deutsche Jugend und ging anwaltlich gegen alle Medien vor, die namentlich über seine Tätigkeit für Gauland berichtet hatten. Alle spurten, außer die "taz".
blogs.taz.de

Zusammen streiten ist wichtig, sagt “taz”-Chefredakteur Georg Löwisch.

"Es ist wichtig, sich nicht so zu zerstreiten, dass gar nicht mehr geredet wird. Es ist wichtig, zusammen zu streiten."

"taz"-Chefredakteur Georg Löwisch sagt auf der Versammlung der "taz"-Genossenschaft, ein guter Streit schließe ein, "dass beide Seiten denken: Vielleicht irre ich mich ja doch".
blogs.taz.de

Aus dem Archiv von turi2.tv (09/2017): Chefredakteur Georg Löwisch zeigt die "taz".

SEMrush: 56 % der Nutzer einer großen Nachrichtenseite lesen auch Bild.de.

bildlogoBild.de lockt 56 % der Leser, die zuvor eine andere der neun anderen reichweitenstärksten Leitmedien gelesen haben, im Anschluss an, so eine Untersuchung von SEMrush. Auch 57 % der taz.de-Leser klicken anschließend auf Bild.de. Andersherum seien es jedoch nur 7 %. Allgemein würden das "Handelsblatt" und die "taz" nur wenige Leser anlocken, die zuvor auf einer der anderen Nachrichtenseiten unterwegs waren.
mailchi.mp

Zitat: “taz” setzte schon früh auf alternative Erlösquellen, sagt Karl-Heinz Ruch.

"Unsere Redakteure gehen inzwischen erhobenen Hauptes in die Kneipe, denn vielen anderen geht es deutlich schlechter."

Karl-Heinz Ruch, scheidender "taz"-Geschäftsführer, sagt im "Horizont"-Interview, dass das klassische Anzeigengeschäft in seinem Hause "noch nie funktionierte".
"Horizont" 30/2019, S. 8-9 (Paid)

Aus dem Archiv von turi2.tv: Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch erklärt die Zeitungskrise bei der "taz" für beendet. (9/2017)

IVW-Zahlen: Auflagen der Springer-Zeitungen schrumpfen massiv.

Zeitungen verlieren weiter an Auflage – und Springer ist der große Verlierer im 2. IVW-Quartal. "Bild" gehen 144.000 Käufer von der Fahne, im Vergleich zum Vorjahr -9,9 %. "Bild am Sonntag" verliert 9,8 %, "Welt" sogar 14,2 % bei Abo und Einzelverkauf. "Süddeutsche", "taz" und "Zeit" halten sich stabil, was zumeist am Digitalabo-Wachstum liegt.
meedia.de