Lese-Tipp: Wie TikTok die Musikindustrie verändert hat.

Lese-Tipp: TikTok hat "die gesamte Musikindustrie verändert", schreibt Clara Suchy bei n-tv.de. Plattenfirmen verlassen sich mittlerweile auf "virale Momente" Kurzvideo-Plattform. Schätzungsweise 65 % der User, die einen Song-Schnipsel bei TikTok hören, spielen den Titel in voller Länge bei Spotify ab – was den Labels hohe Streaming-Zahlen beschert. TikTok habe Künstlerinnen wie Olivia Rodrigo, Lil Nas X oder Jvke groß gemacht.
n-tv.de

TikTok verpflichtet sich zu EU-konformem Schutz vor versteckter Werbung.


Passt sich an: Nutzerinnen der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok sollen künftig alle Arten von Werbung auf der Plattform erkennen können, entsprechend geltender EU-Regeln. Das ist das Ergebnis eines einjährigen Dialogs zwischen TikTok, der EU-Kommission und des Netzes für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC-Netz). Anlass war eine Beschwerde des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC). Der hatte beklagt, dass die Plattform Kinder nicht vor versteckter Werbung und unangemessenen Inhalten schützt.

TikTok verpflichtet sich beispielsweise, mehr Meldemöglichkeit für an Kinder und Jugendliche gerichtetete oder nicht offengelegte Werbung einzurichten. Für Markeninhalte gilt nun eine Richtlinie zu Markeninhalten, die die Bewerbung unangemessener Produkte und Dienstleistungen wie Alkohol, Lockangebote für „schnell-reich-werden“ sowie Zigaretten verbietet. Hat ein Account mehr als 10.000 Followerinnen, überprüft TikTok dessen Videos auf die Einhaltung der Richtlinien.

Das CPC-Netz soll die Umsetzung der Verpflichtungen aktiv überwachen. Der BEUC kritisiert jedoch, dass zentrale Kritikpunkte noch ungelöst sind. Einer davon ist etwa die Urheberrechtsklausel, die der Plattform eine sehr weitreichende Lizenz zur Nutzung der Inhalte einräumt. Ein Mechanismus zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beim Kauf von "virtuellen Münzen" fehle außerdem ebenso wie die Zusage, die an Kinder gerichtete personalisierte Werbung einzustellen. Ein Tiktok-Sprecher teilt mit, der Konzern werde weitere Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.
germany.representation.ec.europa.eu, sueddeutsche.de

“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: Zeitungen müssen auf TikTok vertreten sein, ist die “FAZ” überzeugt.

Hör-Tipp: Jedes Zeitungs-Thema hat das Potenzial, "auf TikTok viral zu gehen", ist die Social-Media-Redakteurin der "FAZ", Aylin Güler, überzeugt. Die Redaktion könne zum Beispiel fünf Fakten über den Ukraine-Krieg in einem Video aufbereiten. Die Zeitung hat seit Kurzem einen TikTok-Kanal, für den die "FAZ" mehrere neue junge Mitarbeitende eingestellt hat, erzählt Herausgeber Carsten Knop im hauseigenen "Digitec"-Podcast.
faz.net (41-Min-Audio), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie “YouTube Shorts” zu TikTok aufschließt.

Lese-Tipp: Mit seinen Kurzvideos "Shorts" ist YouTube innerhalb eines Jahres zum ärgsten TikTok-Konkurrenten geworden, schreibt Angela Göpfert auf tagesschau.de. Das liege u.a. daran, dass die Video-Plattform aus den Fehlern seiner gescheiterten Vorgänger lerne und die Funktion etwa "kommerziell attraktiver" gestalte. Doch auch TikTok lasse sich nun von YouTube inspirieren und die Plattformen "gleichen sich immer mehr an".
tagesschau.de

Video-Tipp: Warum TikTok ein Zeitfresser ist.

Video-Tipp: "Zapp"-Reporter Daniel Frevel will herausfinden, warum Userinnen bei TikTok so viel Zeit wie in keinem anderen sozialen Netzwerk verbringen. Unter anderem rege das sehr einfache App-Design dazu an, immer weiter zu swipen. Der Berliner Lehrer und TikToker Niko Kappe alias Nikothec verrät, was zu seiner Erfolgsformel gehört – schnelle Schnitte, schnelles Reden, kompakte Infos und ungewöhnliche Kameraperspektiven.
youtube.com (11-Min-Video)

Lese-Tipp: #BookTok beeinflusst den Buchmarkt.

Lese-Tipp: Auf dem Buch­markt "kreiert TikTok Best­seller, reanimiert Klassiker und rettet vernach­lässigte Genres", schreibt Claire Armitstead im "Guardian". Die zu Beginn der Pandemie durch­startende #BookTok-Nische sei "fast and furious", Buchläden reagierten mit eigenen Ausstelltischen für trendende Bücher. Händler Peter erzählt, dass der größte Teil seiner Kundschaft heute aus Teenagern bestehe, und nicht wie zuvor aus Millenials.
theguardian.com

Zitat: Leibniz wirbt aus Sicherheitsgründen nicht auf Tiktok.

"Wir achten beispielsweise sehr darauf, welche Social-Media-Kanäle wir einsetzen, und haben zum Beispiel auf Tiktok komplett verzichtet."

Marcin Piaseczny, Marketing Director Bahlsen DACH, erklärt im "Horizont"-Interview, dass der Keksmarktführer nicht auf Tiktok wirbt, da die Sicherheit fehlt, "dass unsere Markenbotschaften nicht an Kinder transportiert werden".
horizont.net (Paid)

TikTok zeigt unter #Xinjiang weiterhin idyllische Landschaften und Propaganda.

Unsocial Network: Wer auf TikTok nach dem Schlag­wort #Xinjiang sucht, bekommt auch nach der Veröffentlichung der Xinjiang Police Files weiterhin größtenteils Propaganda-Videos und idyllische Landschaften zu sehen. Eine Recherche von netzpolitik.org-Journalist Sebastian Meineck zeigt, dass Nutzerinnen wenig von der Unterdrückung der Uiguren in China sehen. Auch die drei Top-Kommentare unter einem der Videos "wirken manipuliert".
netzpolitik.org

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” stellt einen Berliner Lehrer und TikTok-Star in Personalunion vor.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" porträtiert den Berliner Grundschul-Lehrer und Influencer Niko Kappe, der im leeren Klassenzimmer informative TikTok-Videos dreht. Gelegentlich präsentiert er seine Clips, z.B. über gesunde Ernährung, den Schülerinnen – danach vertiefe er das Thema mit klassischen Arbeitsblättern. "So viele Kinder und Jugendliche benutzen heute diese App. Es geht also auch darum, ihnen mit den Medien etwas beizubringen, die sie gut kennen", sagt er.
sueddeutsche.de

TikTok testet das Abo-Modell “Live Subscriptions”.

Bezahl-Schranke: TikTok testet das Abo-Modell "Live Subscriptions". Ähnlich wie auf der Streaming-Plattform Twitch bekommen TikTok-Nutzerinnen die Möglichkeit, ihren liebsten Accounts regelmäßig Geld zu geben. Im Gegenzug sollen sie dafür u.a. Abzeichen und exklusive Chatmöglichkeiten bekommen. Der Testlauf für das Modell startet am Donnerstag mit 1.000 ausgewählten Profilen. Wie viel die Abos kosten, ist bisher unklar.
t3n.de

“HateAid”: TikTok setzt Sperrungen gegen russische Staatsmedien nicht wirklich durch.

Durchlässig: Russische Staatsmedien wie RT DE können auf TikTok leicht ihre Sperrungen in der EU umgehen, zeigt eine Analyse der gemeinnützigen Organisation HateAid. Statt der offiziellen Kanäle stellen reichweitenstarke Nutzerinnen die prorussischen Inhalte hoch. HateAid wirft TikTok vor, nichts dagegen zu unternehmen und die Reichweite durch den Algorithmus sogar noch zu vergrößern.
spiegel.de

TikTok steigt ins Gaming ein.

Gaming-Offensive: Die beliebte Video-App TikTok plant den Einstieg ins Gaming-Geschäft, berichtet Reuters. Im Rahmen eines ersten Pilottests können Nutzerinnen in der vietnamesischen Version der App nicht nur Kurzvideos erstellen und teilen, sondern auch Smartphone-Spiele nutzen. Ein TikTok-Insider bestätigt Reuters, dass das neue Angebot der Start einer Gaming-Offensive ist.
reuters.com via basicthinking.de

Charles Bahr einigt sich mit TikTok und verlässt Serviceplan.

Bahrgeld: Der Rechtsstreit zwischen Charles Bahr und seinem früheren Arbeitgeber TikTok endet mit einem Vergleich. Bahr hatte wegen seiner Entlassung eine Kündigungsschutzklage eingereicht. Die Vorwürfe gegen ihn werden nun wohl nicht aufrecht erhalten, über die Details des Vergleichs haben die Parteien jedoch Stillschweigen vereinbart. Seinen neuen Arbeitgeber Serviceplan verlässt Bahr nach fünf Monaten wieder. Er habe "aus persönlichen Gründen um Auflösung des Vertrags gebeten", da er sich in der Gründungsphase eines Startups befinde.
horizont.net (Paid)

Lese-Tipp: TikTok gibt es in Russland nur noch als “Zombie-Version”.

Lese-Tipp: TikTok ist im Gegensatz zu vielen anderen Social-Media-Platt­formen weiterhin in Russland verfügbar – allerdings nur als eine Art "Zombie-Version" seiner selbst, zeigen Recherchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Norwegen. Der ukrainische Feed ist voller zerstörter Häuser und Raketen, der russische zeigt stattdessen Videos von Hunde­welpen. "Als würde der Krieg für TikTok-Nutzer:innen in Russland nicht existieren."
nrk.no via netzpolitik.org

“Washington Post”: Meta bezahlt Beratungsfirma für Schmutzkampagne gegen TikTok.


Auftrags-Rufmord: Die Facebook-Mutter Meta soll die den Republikanern nahe Beratungsfirma Targeted Victory mit einer Schmutzkampagne gegen den Konkurrenten TikTok beauftragt haben, recherchiert die "Washington Post". Ziel sei es gewesen, die chinesische Video-App von Bytedance als Bedrohung für amerikanische Kinder darzustellen. Die Firma soll z.B. für die gezielte Platzierung von kritischen Leserinnenbriefen und Artikeln über vermeintlich gefährliche TikTok-Trends in großen lokalen und regionalen Zeitungen verantwortlich sein.

Targeted Victory wehrt sich gegen die Vorwürfe, im Bericht der "Washington Post" werde die Arbeit des Unternehmens falsch dargestellt. Dennoch ist CEO Zac Moffatt "stolz auf unsere Arbeit, die Gefahren von TikTok hervorzuheben", schreibt er bei Twitter. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP gibt sich Meta wortkarg und reagiert mit nur einem Satz: "Wir denken, alle Plattformen einschließlich TikTok sollten einer Überprüfung unterliegen, die ihrem wachsenden Erfolg entspricht."
washingtonpost.com, theverge.com, tah.de
(Foto: picture alliance / NurPhoto, Jakub Porzycki)

Zahl des Tages: 16 % britischer Kleinkinder nutzen schon TikTok.

Zahl des Tages: Rund 16 % der 3- und 4-jährigen britischen Kleinkinder schauen regel­mäßig Inhalte bei TikTok an, sagt eine Umfrage der Medien­aufsicht Ofcom. Bei den 5- bis 7-Jährigen sind es sogar 29 % – dabei erlaubt TikTok die Nutzung offiziell erst ab 13. Von den 8- bis 11 Jährigen haben nach Angaben der Eltern 60 % eigene Social-Media-Profile.
theguardian.com, ofcom.org.uk

TikTok setzt in Deutschland Wortfilter für Kommentare ein.

Zensiert: Die Video-App TikTok schränkt die Meinungsfreiheit seiner deutschen Nutzerinnen durch Wortfilter in den Kommentaren ein, zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Tagesschau". Der Filter verhindere, dass Kommentare unter Videos angezeigt werden, wenn sie bestimmte Schlagworte enthalten. Dazu zählen Wort wie "Porno" und "Sex", aber auch Begriffe aus der LGBTQI-Community wie "schwul" und "queer", ebenso die Wörter "Auschwitz" und "Nationalsozialismus". TikTok arbeite laut einer Sprecherin nun mit Hochdruck daran, das Vorgehen "zu überarbeiten".
tagesschau.de

Zahl des Tages: Nur 40 Minuten nach App-Start erhalten TikTok-Userinnen Fake News.

Zahl des Tages: Nur 40 Minuten, nachdem sie zum ersten Mal die App aktiviert haben, erhalten TikTok-Nutzerinnen Fake News bezüglich des Kriegs in der Ukraine, ergibt eine Recherche von NewsGuard. Besonders viele Missinformationen tummeln sich unter den Top-20-Resultaten des Netzwerks, die Userinnen vorgeschlagen werden.
mediapost.com

Vergleich zwischen Charles Bahr und TikTok scheitert.

Vergleich gescheitert: Der Rechtsstreit zwischen Social-Media-Wunderkind Charles Bahr, 20, und seinem früheren Arbeit­geber TikTok geht Anfang Juni mit einem Kammer­termin weiter. Auf einen Vergleichs­vorschlag des Richters konnten sich beide Parteien nicht einigen, teilt das Arbeits­gericht Hamburg auf Nachfrage von "Horizont" mit. Bahr, der inzwischen für Serviceplan arbeitet, hat gegen seine Entlassung bei TikTok eine Kündigungs­schutz­klage erwirkt.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “FAZ” beleuchtet den “Tiktok-Schreck” Charles Bahr.

Lese-Tipp: Das offensive Social-Media-Verhalten des früheren TikTok-Mitarbeiters Charles Bahr passt "nicht zu der zurück­haltenden Person, die man auf Konferenzen" trifft, zitiert Gustav Theile Branchen­kenner in der "FAZ". Im Artikel Der junge Tiktok-Schreck zeichnet Theile ein wider­sprüchliches Bild des 20-Jährigen, der sich mit seinem früheren Arbeitgeber anlegt.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Staatliche Stellen haben in sozialen Medien nichts verloren.

Nicht sozial: Das Geschäftsmodell sozialer Medien ist "Manipulation als Wahrheit zu verkaufen", schreiben der Landes­beauftragte für den Daten­schutz und die Informations­freiheit in Baden-Württemberg, Stefan Brink, und Referentin Clarissa Henning auf netzpolitik.org. Die Rolle öffentlicher Stellen sei dabei "den irregulären Regularitäten der Social Media-Monopolisten entgegen­zutreten". Daher müssen sie "raus aus Instagram, Twitter und TikTok".
netzpolitik.org

Lese-Tipp: TikTok als Informationsquelle für den Krieg in der Ukraine.

Lese-Tipp: Die Videoplattform TikTok ist im Ukraine- Krieg zu einer wichtigen Informationsquelle für Jugendliche geworden, obwohl die App die Verbreitung "von irreführenden oder mit Falschinformationen durchzogenen Videos" begünstigt, schreiben Markus Böhm und Janne Knödler im "Spiegel". Alina Volik, eine junge Videomacherin aus der Ukraine, will mit ihren TikToks ein Gegengewicht schaffen, um "die Wahrheit über die Ukraine" zu zeigen.
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Informationskrieg auf TikTok führt zu Fehlinformation und Propaganda, sagt Marcus Bösch.

Hör-Tipp: Auf TikTok und anderen Plattformen herrscht zurzeit ein "ganz klarer Informationskrieg", sagt Journalist und Publisher des Newsletters "Understanding TikTok" Marcus Bösch im Podcast Newsfluence. Akteurinnen von beiden Seiten "posten mit ganz klarer Agenda" und damit gehe "eine ganze Reihe von Misinformationen und Propaganda" einher. Das reiche von "tanzenden glorreichen ukrainischen Soldaten" bis zu Fan-Accounts für den ukrainischen Präsidenten.
soundcloud.com (24-Min-Audio)

Debatte: TikTok muss den Krieg von seiner Plattform verbannen, findet Peter Hammer.

Bilderflut: W&V-Redakteur Peter Hammer macht es wütend, dass TikTok seine Nutzerinnen "vollkommen wahllos und unfiltriert" mit Kriegsvideos und einem "kruden Mix aus Nachrichten" konfrontiert. Das sei verantwortungslos: "TikTok schert sich einen Dreck um seine – überwiegend jungen – Nutzer". Aber auch die Werbetreibenden müssten einfordern, dass der Krieg von der Plattform verschwindet.
wuv.de (Paid)

NetzDG verstößt teils gegen EU-Vorschriften.

Keine Preisgabe: Das Kölner Verwaltungsgericht gibt den Eilanträgen von Google und Meta gegen das NetzDG Recht. Paragraph 3a des Gesetzes, der soziale Netzwerke verpflichtet, Hass-Beiträge ans BKA weiterzuleiten, verstoße zum Teil gegen EU-Richtlinien. Die Netzwerke sind nur in ihrem Herkunftsland verpflichtet, Informationen weiterzugeben. Google und Meta haben die Anträge bereits im Juni 2021 eingereicht, TikTok folgte im Januar mit einer Klage.
spiegel.de, taz.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background)

Meta und TikTok schränken russische Staatsmedien ein.

Plattform-Blockade: Meta und TikTok schränken in der EU den Zugang zu Inhalten von RT und Sputnik ein. Facebooks Politik-Chef Nick Clegg hat in der Nacht zum Dienstag auf Twitter geschrieben, der Konzern habe "von einer Reihe von Regierungen und der EU" Anfragen erhalten, Schritte gegen russische Staatsmedien zu unternehmen. Auch ein TikTok-Sprecher bestätigt das Vorhaben gegenüber dem "Wall Street Journal".
horizont.net

Lese-Tipp: Wie auf TikTok mit Fake-Livestreams aus der Ukraine Kasse gemacht wird.

Lese-Tipp: Auf TikTok bereichern sich Betrügerinnen durch gefälschte Ukraine-Livestreams, beobachtet OMR-Mann Roland Eisenbrand. Die Fake-Streamerinnen rufen in ihren teils beklemmenden und zunächst authentisch wirkenden Streams zu Spenden auf – in Form von virtuellen Geschenken, die sie später gegen Geld eintauschen können. TikTok behält einen unbekannten Teil davon ein.
omr.com

Der “Tagesspiegel” mischt nun auch bei TikTok und Snapchat mit.

Zeigt Präsenz: Der "Tagesspiegel" eröffnet Accounts bei TikTok und Snapchat. Das sei ein "wichtiger Schritt, um unser Portfolio weiter zu diversifizieren und zu verjüngen", sagt Chefredakteur Christian Tretbar. Für die Plattformen wolle man "eigens vertikale Videos" produzieren, die sich "in ihrer Machart vom bisherigen 'Tagesspiegel'-Stil deutlich unterscheiden". Zum Auftakt soll es eine Videoserie über die Präsidentschaftswahlen in Frankreich geben, weitere Formate seien in Planung.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: “Wohlstand für Alle” seziert TikTok.

Hör-Tipp: Wolfgang M. Schmitt (Foto) und Ole Nymoen werfen in ihrem Podcast "Wohlstand für Alle" einen kritischen Blick auf die Kurzvideo-App TikTok. Dort würde sich "neoliberale Propaganda" ideal verbreiten lassen. Es sei eine "hübsche Pointe der Weltgeschichte", dass dies ausgerechnet über eine "eng mit dem chinesischen Staats-Kapitalismus verquickte Plattform" geschehe, urteilt Schmitt. Kritische Beiträge, "egal zu welchen Themen", gebe es bei TikTok nicht – allenfalls eine "alberne Schwundstufe", wenn Userinnen "zum tausendsten Mal" davon erzählen würden, dass Elon Musk und Jeff Bezos "nicht alle Tassen im Schrank haben".
podcasts.apple.com (45-Min-Audio), youtube.com (45-Min-Videoversion)

Jugendliche rufen auf TikTok zu Massenschlägerei in Hannover auf.

Gewaltvoller Aufruf: Bis zu 200 Jugendliche haben sich am Samstag zu einer Massenschlägerei in Hannover über TikTok verabredet. Besorgte Eltern hätten die Polizei informiert und von einer "Challenge" gesprochen. Einige Jugendliche hätten sich Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert und vereinzelt Böller gezündet. Nach rund fünfeinhalb Stunden habe sich die Versammlung aufgelöst. Zu einer Massenschlägerei sei es nicht gekommen.
t3n.de

Debatte: Junge Abgeordnete blamieren den Bundestag, findet Robin Alexander.

Nichts Besseres zu tun: Der neue Bundestag ist so groß, dass "hinein­geschwemmte" Jung­politikerinnen zu wenig zu tun haben, meckert der Vize-Chef­redakteur der "Welt", Robin Alexander. Die Abgeordneten würden deshalb "abseitige Videos" für Social Media drehen, wie SPD-Politikerin Verena Hubertz, die Studierenden bei Tiktok Booster und Bubatz verspricht. Solche Videos "blamieren" das Parlament, findet Alexander.
welt.de (Paid)

TikTok zensiert Worte wie “Arbeitslager” in automatischen Untertiteln.

Ze*sur: Die App TikTok testet eine neue Untertitel-Funktion in Deutschland und zensiert dabei Worte wie "Arbeitslager" oder "Umerziehungslager", entdeckt Netzpolitik.org. Die Video-App des chinesischen Mutterkonzerns Bytedance habe mindestens zehn Worte mit Sternchen ersetzt. Viele davon wecken Assoziationen mit chinesischen Internierungslagern. Aus Umerziehungslager macht die neue Funktion "Umerziehung************".

Auch "Prostitution" fällt  den laut TikoTok "veralteten englischen Sprach-Schutzmaßnahmen" zum Opfer. Einen politischen Zusammenhang bestreitet das Unternehmen. Kritiker sehen darin den langen Arm chinesischer Zensur. TikTok-Nutzerinnen können sich mit dem neuen Feature automatisch Untertitel für ihre Videos generieren. Im englischsprachigen Raum ist das bereits länger möglich. In Deutschland hat TikTok die neue Funktion mittlerweile offenbar wieder deaktiviert.
netzpolitik.org, tagesspiegel.de

Zahl des Tages: ARD gewinnt im Social Web an Bedeutung.

Zahl des Tages: ARD-Videos wurden vergangenes Jahr über 8,3 Mrd Mal auf YouTube und Facebook gestreamt. Die Zahl der Social-Media-Interaktionen von ARD-Angeboten ist laut eigenen Angaben 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 563 Mio auf 753 Mio gestiegen. Likes, Kommentare und geteilte Inhalte auf Instagram nehmen besonders stark zu.
ard.de

TikTok will Hetzer nicht proaktiv ans BKA melden.

Anti-Social-Media: TikTok klagt vor dem Verwaltungs­gericht Köln gegen das erweiterte Netzwerk­durchsetzungs­gesetz, berichtet Max Hoppenstedt im "Spiegel". Die App weigert sich, Verfasserinnen von illegalen Inhalten wie Volks­verhetzung oder Gewalt­aufrufen proaktiv ans Bundes­kriminalamt weiterzuleiten. Auch will sich der Konzern nicht dazu verpflichten, strafbare Posts nach spätestens 24 Stunden zu löschen, wenn diese durch Nutzerinnen gemeldet wurden. Diese Regelung ist eigentlich bereits länger in Kraft und wurde bisher nicht angefochten.

Im Juli hatten bereits Google und Facebook im Eilverfahren Klage gegen die Regeln des NetzDG eingereicht. Die Klage von TikTok kommt kurz vor knapp: Die BKA-Zentral­stelle nimmt ihre Arbeit am 1. Februar auf.
spiegel.de, turi2.de (Background)

Charles Bahr kritisiert TikTok als Arbeitgeber.

Kritik-Tok: In einem Post auf Linked-in wirft Social-Media-Experte Charles Bahr seinem ehemaligen Arbeitgeber TikTok vor, dass Ex-Polizisten ihn innerhalb eines halben Jahres sechs Mal grundlos verhört und seine Kommunikation durchsucht haben. Das habe sich negativ auf seine Motivation und seine Leistung ausgewirkt. Bahr hatte im Dezember nach seiner plötzlichen Entlassung eine Kündigungs­schutz­klage gegen TikTok eingereicht. Er arbeitet aber inzwischen bereits als Social and Content Director bei Serviceplan.
meedia.de, linkedin.com, turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Der “Spiegel” testet TikTok-Lifehacks.

Lese-Tipp: "Spiegel"-Redakteurin Helene Flachsenberg wühlt sich vier Wochen lang durch TikTok und beschreibt, in welchen Bereichen man von der App mitunter "wirklich etwas lernen kann". Beeindruckend seien z.B. die "mannigfaltigen Tricks" von einigen Userinnen, die zeigen, wie man Produktivität im Home-Office vortäuscht, auch einige vorgestellte Aufräum-Techniken führen zum Erfolg. Von der Kategorie "Psychology Hacks" ist Flachsenberg dagegen enttäuscht, da sie "außer Küchenpsychologie und den üblichen Binsenweisheiten von Like-and-Share-Accounts" nichts zu bieten habe.
spiegel.de

TikTok testet Bezahlabo für Influencer.

TikTok: Influencer können ihre Follower für die Freischaltung von Inhalten bald zur Kasse bitten. Die Video-App testet eine entsprechende Abo-Funktion, berichtet The Information. Die Video-App folgt damit Instagram, das fast zeitgleich eine ähnliche Abo-Funktion eingeführt hat. TikTok hat kürzlich erst eine Trinkgeldfunktion eingeführt, mit der Nutzerinnen ihre Idole mit Spenden belohnen können.
theinformation.com (Paid), techcrunch.com, turi2.de (Background)

Basta: Hessische Schule rationiert Klopapier wegen TikTok-Challenge.

Rolle abwärts: Ein TikTok-Trend treibt Schulklo-Vandalismus zum Hype. Eine hessische Schule rationiert Schülern das Klopapier. Vollgesogene Klorollen an Decken und Wänden oder verstopfte Toiletten brachten das Fass zum Überlaufen. Die Posse um selbst mitzubringendes Toilettenpapier, einen Toiletteneuro oder Klo-Wachpersonal ruft nun sogar die Lokalpolitik auf den Plan.
faz.net

Debatte: Unternehmen sind für TikTok oft zu langsam, sagt David Renken.

Der Trend-Zug ist abgefahren: Marken scheitern bei TikTok oft, weil sie zu langsam sind und auf alte Trends aufspringen, sagt David Renken, der als HerrDavid Comedy-Videos für die App produziert. Unternehmen müssen nicht unbedingt "High-Quality-Content" liefern, aber genug Vorlaufzeit einplanen. Er empfiehlt Marken, eigene Content-Creator für TikTok-Inhalte einzustellen.
meedia.de (Paid)

Content-Moderatorin verklagt TikTok.

Traumatische Videos: Eine frühere Mitarbeiterin aus den USA verklagt den TikTok-Mutterkonzern ByteDance. Candie Frazier habe als Content-Moderatorin stunden­lang Videos über "Kannibalismus, Vergewaltigungen, Tier­verstümmelungen und Selbstmorde" ansehen müssen. Sie wirft der Video-App vor, sich nicht um die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zu kümmern.
t-online.de, theverge.com

Charles Bahr klagt gegen seinen Ex-Arbeitgeber TikTok.

Unschöne Trennung: Der Social-Media-Experte Charles Bahr streitet mit TikTok vor Gericht, meldet "Horizont". Demnach habe Bahr eine Kündigungs­schutzklage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber eingeleitet. Der "Spiegel" berichtet, TikTok habe Bahr fristlos gekündigt, weil er Spesenbetrug begangen und vertrauliche Dokumente weitergegeben haben soll.
horizont.net (Paid), spiegel.de, turi2.de (Background)