Berichte: Google arbeitet an einem eigenen TikTok-Konkurrenten.


Kurzer Konter: Google plant offenbar einen eigenen Konkurrenten zur chinesischen Kurzvideo-App TikTok, berichtet The Information. Das Projekt mit dem Arbeitstitel "Shorts" soll innerhalb der YouTube-App Googles Plattform für virale Kurzvideos werden und dem Vernehmen nach Ende 2020 starten. "The Informationen" nennt Googles Plan die "bisher ernstzunehmendste Anstrengung" eines Silicon-Valley-Unternehmens, es mit Aufsteiger TikTok aufzunehmen.

Mit der Einbindung in die YouTube-Apps garantiere Google der neuen Kurzvideo-Plattform automatisch ein Publikum. Spekuliert wird, dass Google bestehenden Videoproduzent*innen Anreize geben könnte, auch Inhalte für "Shorts" zu produzieren. Für die Kurzvideos soll u.a. YouTubes Katalog an lizenzierten Songs und Hintergrundmusiken zur Verfügung stehen. (Logo-Montage: turi2)
theinformation.com (Paid), 9to5google.com, cnet.com

“Begrenzte Ressourcen”: ZDF plant keine Nachrichten bei TikTok.

ZDF: Anders als die "Tagesschau" plant das ZDF aufgrund "begrenzter Ressourcen" keine Nachrichten bei TikTok, sagt Chefredakteur Peter Frey im "Horizont"-Interview, dessen Vertrag im Herbst 2022 ausläuft. Die Aktivitäten bei YouTube, Instagram und Twitter sollen ausgebaut werden. Im Frühjahr 2021 ist ein neues Design für "heute" sowie für das "heute Journal" geplant.
"Horizont" 13/2020, S. 9 (Paid)

TikTok-User sammeln Fans und Geld im Schlaf.

Schlafmodus: Bei TikTok gibt es einen neuen Trend, schreibt Taylor Lorenz. Nutzer*innen streamen sich selbst im Schlaf. Viele sammeln mit den Live-Streams zahlreiche neue Follower ein, einige bekommen sogar kleine Geldspenden für ihre Schlafvideos. Das Phänomen ist nicht neu, so Lorenz: Es lasse sich seit einiger Zeit bereits auf anderen Videoplattformen beobachten. Die Videos böten den Zuschauern einen kleinen, ungefilterten Blick hinter die Kulissen - erzeugen als Live-Video aber auch Sicherheitsrisiken.
nytimes.com

TikTok führt “begleiteten Modus” für Eltern ein.


Oberbefehlshaber online: TikTok gibt Eltern in Europa mit dem "begleiteten Modus" mehr Kontrolle über das Treiben des Nachwuchses. Sie können u.a. die Dauer der Nutzung und Kontakte beschränken sowie einstellen, dass die Plattform nur altersgerechte Videos anzeigt. Welche Videos die Kinder anschauen, sehen sie nicht, Nachrichten können sie auch nicht mitlesen. Um den Modus zu aktivieren, müssen Eltern die App selbst auf ihrem Handy haben. TikTok will den Einzug der Obrigkeiten "mit einer Hashtag Challenge unter dem Motto #DigitalWellbeing begleiten".
faz.net, presseportal.de

Tool-Tipp: Den Upload-Zeitpunkt eines TikTok-Videos herausfinden.

Tool-Tipp: Die Kurzvideo-App TikTok zeigt nicht an, wann ein Video aufgenommen wurde. "NYT"-Investigativreporter Christiaan Triebert erklärt, wie sich zumindest in der Desktop-Version herausfinden lässt, wann ein TikTok-Beitrag hochgeladen wurde. Der Quelltext der Beitragsseite verrät den Zeitpunkt in koordinierter Weltzeit, die dann nur noch umgerechnet werden muss.
twitter.com

TikTok-Chef Alex Zhu räumt im “Spiegel” Fehler und mangelnde Transparenz ein.


Politisch planlos: Alex Zhu, Chef der chinesischen Video-App, sagt dem "Spiegel", TikTok habe versäumt, sich "an Kulturen anzupassen" und sei "in der Vergangenheit auch nicht transparent genug" gewesen. Gegen Zensurvorwürfe wehrt er sich, TikTok habe "kein einziges Mal" Löschanfragen von chinesischen Behörden bekommen. Eine "wirklich gute Antwort" auf die Frage, wie TikTok mit politischen Inhalten umgehen kann, habe er nicht. Die Plattform sei für ihn ein Ort der Unterhaltung, nicht der Politik.

TikTok will einen neuen Standort in Dublin eröffnen, Ex-Facebook-Mitarbeiter Cormac Keenan soll von dort aus Inhalte und Moderation für den europäischen Markt verantworten. Das europäische TikTok-Team will Zhu bis Jahresende von 300 auf über 1.000 Mitarbeiter ausbauen. Für die Überprüfung von in Deutschland hochgeladenen Videos sind bisher "weniger als 20 Personen" in Peking zuständig.
"Spiegel" 4/2020, S. 62 (Paid)

Zahl des Tages: TikTok erreicht 2019 über 738 Mio Downloads.

Zahl des Tages: Über 738 Mio neue Nutzer haben 2019 die Kurzvideo-App TikTok weltweit installiert - so viele wie nie zuvor, beobachtet die Analyse-Plattform Sensor Tower. TikTok überholte bei den häufigsten Downloads 2019 Facebook und belegt im App-Ranking den 2. Rang hinter WhatsApp.
techcrunch.com (TikTok-Downloads), onlinemarketing.de (App-Ranking 2019)

Meinung: TikTok ist als App oft älter als die minderjährigen Nutzer.

TikTok: Die noch junge App ist oft älter als die meist minderjährigen Nutzer, beklagt Grundschullehrer und Influencer Basti im "Spiegel"-Interview. Viele Kinder verwendeten TikTok schon mit sechs Jahren und damit früher als Plattformen wie Facebook. Eltern rät der Lehrer einen gemeinsamen Account anzulegen, um die Aktivitäten des Nachwuchses nachverfolgen zu können.
spiegel.de

Meinung: TikTok hatte 2019 ein katastrophales Rekordjahr.

Tiktok hat 2019 ein Rekordjahr erlebt, das gleichzeitig katastrophal für sein Image war, schreiben Markus Böhm, Guido Mingels und Anton Rainer. Das chinesische Netzwerk musste mehrere Skandale wegstecken, die das Vertrauen der Investoren kurz vor dem Börsengang des Mutterkonzerns Bytedance schmälern. 2020 müsse TikTok sein Schmuddelimage ablegen und auch ältere Nutzer ansprechen, um in der Lage zu sein, Geld zu verdienen.
"Spiegel" 01/2020, S. 70 (Paid)

TikTok löscht Vice-Videos, die Polizeigewalt zeigen.

Vice lädt bei TikTok Videos von Polizeigewalt aus Hongkong, Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA hoch, die Plattform löscht vier davon, eines hat null Views. Vice kritisiert, TikTok beziehe sich auf die Richtlinie, keine Videos zu zeigen, in denen sich Menschen verletzen – sie sei "die ultimative Hintertür, um Aufnahmen von Protesten zu löschen". TikTok schreibt in einem Statement, die Richtlinien dienen "Wohlbefinden und Sicherheit der Community".
vice.com

Meinung: TikTok-Influencer entlocken ihren Followern Geld mit fragwürdigen Methoden.

TikTok: Im weniger bekannten Streaming-Bereich der chinesischen Plattform laufen zum Teil fragwürdige Geschäfte, berichtet Markus Böhm. Gegen Geld können User anderen Nutzern Animationen schicken. Viele Influencer werben mit dubiosen Versprechen wie Aufmerksamkeit oder ihrer Handynummer um die Animationen und erhalten so Geld, während TikTok mitverdient. Viele der Spender und Empfänger sind minderjährig. TikTok will die Funktion ab dem 20. Dezember nur noch volljährigen Nutzern gestatten.
spiegel.de

TikTok hat in Deutschland 5,5 Mio aktive Nutzer.

TikTok zählt in Deutschland mittlerweile mehr als 5,5 Mio aktive Nutzer, schreibt Michael Kroker. Im Schnitt verbrächten sie rund 50 Minuten pro Tag auf der chinesischen Plattform. Damit ist Deutschland inzwischen der größte europäische Markt für TikTok, noch vor Großbritannien mit rund 5,4 Mio Nutzern. Im Frühjahr waren noch nur 4,1 Mio deutsche Nutzer rund 39 Minuten pro Tag auf TikTok aktiv.
blog.wiwo.de

Meinung: China missbraucht TikTok für Überwachungszwecke.

TikTok: Die EU muss gegen Chinas Datenmissbrauch vorgehen, fordert "Welt"-Gastkolumnistin Glacier Kwong. Die Aktivistin aus Hongkong kämpft in ihrer Heimat gegen den Einfluss Chinas, Kwongs Smartphone wurde gehackt. China nutze Apps wie TikTok für Überwachungszwecke, um Gesichter in Fotos oder Standortdaten auszuspionieren.
welt.de

Hör-Tipp: Warum TikTok auch ohne Order aus Peking zensiert.

Hör-Tipp: TikTok wird zwar nicht aus Peking gelenkt, sagt "Handelsblatt"-Redakteur und China-Kenner Stephan Scheuer im DLF. Vorauseilender Gehorsam könnte bei China-kritischen Themen aber zu strengerer Moderation führen, als erforderlich wäre. Peking habe einen anderen Blick darauf, was Journalisten tun sollen: nicht kritisch berichten, sondern für Harmonie sorgen.
deutschlandfunk.de (6-Min-Audio)

Basta: TikTok-Nutzerin umgeht Zensur mit Makeup-Video.

Hübsch gelinkt: TikTok-Nutzerin Feroza Aziz überlistet die Zensur der chinesischen Plattform mit einen Makeup-Tutorial. Die Wimpernzange noch in der Hand wechselt sie das Thema und spricht über die Situation der Uiguren in China. Als das Video viral geht, sperrt TikTok ihren Account. NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" recherchieren wahrscheinlich schon, welche politischen Botschaften eigentlich Bibi in ihren Videos versteckt.
t3n.de, bbc.com, twitter.com (40-Sek-Video)

“Bild” kritisiert Präsenz der “Tagesschau” bei TikTok.

Tagesschau App-Logo 150Bild bellt laut gegen den neuen TikTok-Kanal der "Tagesschau". Paul Ronzheimer findet es "unverantwortlich", dass die ARD mit "unseren Gebührengeldern" - ein Totschlagargument - "gemeinsame Sache" mit der chinesischen Plattform macht, die Beiträge zensiere. ARD-aktuell-Chefredakteur Marcus Bornheim sagt, die Redaktion werde reagieren, "sollten wir hier Beeinträchtigungen feststellen". Seit vergangener Woche betreibt die Axel Springer Akademie unter dem Namen Hawaiitoast ein eigenes Angebot bei TikTok.
bild.de, bild.de (Ronzheimer), turi2.de (Background)

Die “Tagesschau” startet einen Account bei TikTok.

Tagesschau App-Logo 150Tagesschau gibt es nun auch bei TikTok. Der NDR startet ab heute einen Account beim chinesischen Kurzvideo-Dienst. Mit humorvollen Beiträgen will die Redaktion jungen Nutzern Einblicke verschaffen und sie so in Kontakt mit der Marke bringen. Der NDR will zudem "das Potential ausloten, das diese Plattform für die Vermittlung von Nachrichten bietet", so Marcus Bornheim, Chefredakteur von ARD-aktuell.
presseportal.de, turi2.de (Artikel über TikTok in der turi2 edition #9)

turi2 edition #9: TikTok, die große Playback-Show.


Hohe Töne im Hochformat: Bei TikTok können Nutzer mit kurzen Musikvideos Geld verdienen – und die App scheffelt kräftig mit. Für die turi2 edition #9 analysiert Maria Gramsch das bei jungen Nutzern so beliebte TikTok, das Instagram im weltweiten Ranking der Social-Media-Apps überholt hat. Die App steht immer wieder wegen Verstößen gegen den Jugendschutz und Cybermobbing in der Kritik, unter den Playback-Barden und Followern sind Hunderttausende Minderjährige. Lesen Sie jetzt den ganzen Artikel kostenlos hier als Online-Text oder im neuen, komfortablen E-Paper der “turi2 edition #9”.

TikTok erwägt Rebranding in den USA, um chinesische Wurzeln zu vertuschen.

Trojanisches Pferd: ByteDance, Mutter von TikTok, will in den USA seine chinesischen Wurzeln vertuschen und erwägt dafür einen Namenswechsel und ein Rebranding sowie den Umzug nach Singapur, schreibt das "Wall Street Journal". TikTok steht u.a. für seinen Umgang mit Daten, mögliche Zensur und mangelnden Jugendschutz in der Kritik. Die USA fürchtet, die App könne die "nationale Sicherheit" gefährden. ByteDance widerspricht, derlei Pläne zu haben.
wsj.com, businessinsider.de, turi2.de (Artikel über TikTok in der turi2 edition #9)

TikTok filtert politische Inhalte aus China offenbar auch in Deutschland.

TikTok hält offenbar politische Themen aus China auch von deutschen Jugendlichen fern, beobachtet "Welt am Sonntag" in einem Test mit mehreren Konten. Die Suche nach vermeintlich brisanten Stichworten wie "Tiananmensquare" lieferte keine oder nur sehr wenige Beiträge. Mutterkonzern Bytedance erklärt sich die wenigen Treffer mit dem Konzept der "unterhaltsamen Videos".
welt.de

Springer startet Jugendmagazin auf TikTok.

TikTok: Journalisten der Springer Akademie produzieren ein Jugendmagazin für die Plattform. Das Reporter-Team will mit Hawaii Toast zeigen, dass journalistische Formate und ernste Themen in der App funktionieren können. Sie treffen z.B. den Vorbeter der Synagoge von Halle oder sprechen mit jungen Muslimen. Die Videos sind höchstens eine Minute lang.
axelspringer.de, turi2.de (Artikel über TikTok in der turi2 edition #9)

Facebook startet mit Instagram in Brasilien die Attacke auf TikTok.


Copycatcontent: Facebook startet seine lange erwartete Reaktion auf den Erfolg der chinesischen App TikTok. In Brasilien erweitert der Konzern Instagram mit einer Reihe von Funktionen, die klar an TikTok angelehnt sind. Die Sektion heißt Reels – oder Cenas im Portugiesischen – und ist Teil der Stories-Funktion von Instagram. Bei Reels können Nutzer aus einer großen Auswahl von Musik wählen, um Playback-Videos zu erstellen, aber auch die Audios anderer Clips nutzen. Nutzer können die Beiträge privat teilen oder in ihren öffentlichen Stories posten. Zudem gibt es aggregierte Übersichten zu Top-Reels und beliebten Beiträgen zu einzelnen Audios.

Brasilien stellt für Facebook einen idealen Testmarkt dar, weil es in dem Land eine große Instagram-Nutzerzahl gibt und TikTok noch nicht sehr verbreitet ist. Anders als TikTok kann Instagram auch direkt mit den Beiträgen Geld verdienen, da es bereits Anzeigen in der Stories-Sektion verkauft. Bei Erfolg dürfte Facebook die Funktionen auch in anderen Märkten ausrollen. Ähnlich ist Facebook bereits vorgegangen, als es von Snapchat bekannte Funktionen in Instagram integriert hat.
techcrunch.com, turi2.de (Background), turi2.de (Beitrag aus der turi2 edition9 über TikTok)

TikTok will Drittanbieter enger an sich binden, startet Smartphone-Verkauf.

TikTok will seinen Einfluss auf Drittanbieter ausbauen und kündigt ein neues Entwickler-Programm an, mit denen sie z.B. Inhalte bearbeiten und direkt in TikTok teilen können. Zum Start ist u.a. Adobe mit seiner mobilen Videobearbeitungs-App dabei. In China ist außerdem gerade das TikTok-Smartphone Jianguo Pro 3 auf den Markt gekommen. Mutterkonzern ByteDance hat es unter der Marke Smartisan entwickelt, es kostet rund 412 US-Dollar.
techcrunch.com (Drittanbieter), theverge.com (Smartphone)

Meinung: TikTok ist für Werbetreibende nicht ohne Risiko.

TikTok ist aufgrund seiner vielen jungen Nutzer zwangsläufig eine auch für westliche Werbekunden eine interessante Plattform, schreiben Peter Steinkirchner, Jörn Petring und Michael Kroker. Für Marken sei Werbung in der chinesischen App aber nicht ungefährlich. TikTok hafte das Image an, Meinung zu steuern und Jugendlichen Geld aus der Tasche zu ziehen. Dies könne auf die Werbekunden abfärben.
wiwo.de (Paid)

Meinung: Mark Zuckerberg versteht TikTok falsch.

TikTok: Facebook-Chef Mark Zuckerberg unterschätzt die Konkurrenz, die seinem Unternehmen in der chinesischen App wächst, schreibt Josh Constine. Zuckerberg missverstehe TikTok und vergleiche es mit dem Explore-Tab bei Instagram. Da TikTok auf dem Remixen von Beiträgen basiere, sei es schwer zu kopieren. Zuckerberg müsse aber ähnliche Features in seine Apps einbauen und prominente TikTok-Nutzer anwerben, sonst würde TikTok in diesem Feld uneinholbar werden.
techcrunch.com

TikTok enthält verdächtig wenig Videos zu den Protesten in Hongkong.

TikTok enthält, anders als Social Networks westlichen Ursprungs, eher wenige Beiträge zu den Protesten in Hongkong, beobachten Drew Harwell und Tony Romm. Der Suchterm "Hong Kong Protest" zeigt unverfängliche Inhalte, erst unter Hashtags wie #hongkongprotest und #freehongkong findet sich eine Handvoll Videos von den Demonstrationen. Unklar bleibt, ob die Plattform des chinesischen Techkonzerns ByteDance aktiv zensiert oder ob sich die Hongkonger Protestierenden in Selbstzensur üben, um den chinesischen Sicherheitsbehörden nicht aufzufallen.
washingtonpost.com