Junge Menschen verbringen immer mehr Zeit auf TikTok.

Auf dem Schirm: Fast 18 Prozent der Zeit, die 14- bis 37-Jährige am Handy verbringen, geht für TikTok drauf, zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstitut Appinio. Zusammen machen Instagram, YouTube und TikTok mehr als die Hälfte aus. Insgesamt verbringen 80 % der Befragten mehr als drei Stunden pro Tag, jeder Dritte sogar mehr als sechs Stunden täglich am Handy.
spiegel.de

Chinas Zensurbehörde schränkt Protestvideos bei TikTok und Co noch stärker ein.

No-Protest-Politik: Die chinesische Zensurbehörde weist Tech-Konzerne wie Huawei, TikTok und WeChat an, noch drastischer gegen unliebsame und regierungskritische Inhalte im Netz vorzugehen, berichtet das "Wall Street Journal". Die neuen Richtlinien hätten zum Ziel, die Proteste gegen die umstrittene No-Covid-Politik aus dem Internet zu tilgen. Auch sogenannte VPNs und Suchmaschinen seien massiv eingeschränkt. Huawei greift angeblich besonders stark durch und löscht offenbar automatisiert Protestvideos auf Huawei-Smartphones.
bild.de, wsj.com (€)

Zitat: Medien werden sich weiter tiktokisieren, sagt Johanna Rüdiger.

"Kurze, personalisierte News-Formate im TikTok-Story­telling werden wir künftig überall sehen. Creators haben es vorgemacht, viele Medien­häuser werden folgen."

Die Standort­initiative Next Media Hamburg fragt Expertinnen nach den Medien­trends für 2023. Die Social-Media-Koordinatorin der Deutschen Welle, Johanna Rüdiger, glaubt an den Vormarsch der kurzen Videos auch in klassischen Medien.
nextmedia-hamburg.de

Lese-Tipp: TikTok will offenbar Such­maschine der Gen Z werden.

Lese-Tipp: Die Video-Plattform TikTok arbeitet offenbar mit Hochdruck daran, zur "Such­maschine der Gen Z" zu werden, schreibt Martin Gardt. Er beobachtet immer neue Such-Funktionen, die vor allem für Unternehmen spannend sein könnten. Für Marken sieht er die Chance, mit passenden Inhalten aktuelle Such­trends zu bedienen, Beschreibungen und Hashtags machen die Clips auffindbar.
omr.com

Lese-Tipp: OMR erklärt den Social-Media-Hype um Heilkristalle.

Lese-Tipp: Heilkristalle sind zum Trend-Business für die Generation Z geworden, beschreibt Florian Heide für OMR. Die esoterischen Edelsteinchen boomen und verkaufen sich dank TikTok und Instagram wie warme Semmeln. Hashtags wie #chrystaltok oder #chrystalhealing verzeichnen Milliarden Aufrufe und junge Influencerinnen sorgen für ein Revival des Teleshoppings und steigende Nachfrage nach den erwiesenermaßen wirkungslosen Heilsteinen.
omr.com

TikTok sperrt temporär Konto von Linkenpolitiker Andreas Adrian.

Tikt nicht mehr: Die Social-Media-Plattform TikTok hat den reich­weiten­stärksten Linkspartei-Account des bayerischen Kommunal­politikers Andreas Adrian gesperrt. Das Konto mit 51.000 Followern war über mehrere Tage nicht erreichbar. Adrian vermutet politische Motive für die Sperrung, TikTok sagt, es handele sich um einen Fehler. Der Account sei zwischen­zeitlich als "nicht authentisch" eingestuft worden.
spiegel.de

Hör-Tipp: TikTok wird an höheren Maßstäben gemessen, sagt Sales-Manager Thomas Wlazik.

Hör-Tipp: "Ich habe in meinem ersten Jahr bei Tiktok mehr Interviews geführt als in zwölf Jahren bei Google", sagt Thomas Wlazik, Sales-Manager bei TikTok für die DACH-Region, Niederlande und Israel, im OMR-Podcast mit Philipp Westermeyer. Die Kurzvideo-App werde etwa beim Datenschutz an höheren Maßstäben gemessen als andere Plattformen. TikTok plane, 2023 ein Datenzentrum in Dublin fertigzustellen. Dann würden europäische Nutzerdaten dort "exklusiv" gespeichert.
omr.com (59-Min-Audio)

Zitat: Knigge-Trainer Clemens Graf von Hoyos stößt bei TikTok auf “fruchtbaren Boden”.

"Wenn ich bei TikTok nächste Woche zeige, wie man eine Kiwi isst, wird das Ding durch die Decke gehen und mindestens 200.000 Mal gesehen werden."

Knigge-Trainer Clemens Graf von Hoyos sagt im "Süd­deutsche"-Interview, er ist mit Tiktok auf "fruchtbaren Boden gestoßen". Wenn er 10.000 Euro in TikTok-Videos investiere, "bringt mir das Seminar­anfragen im Wert von 40.000 Euro".
sueddeutsche.de (€)

Vodafone-Stiftung will mit Jomo-Kampagne zum bewussteren Umgang mit Social Media anregen.

Vergnügtes Verpassen: Die Vodafone Stiftung will mit der Kampagne #Jomo junge Menschen für einen "bewussten und resilienten" Umgang mit Social Media sensibilisieren. In TikTok-Videos führen die beiden Influencerinnen @itsdyma und @notselma mit Gästen sinnstiftende Gespräche und geben Inspiration für Offline-Aktivitäten.
presseportal.de, tiktok.com (Videos)

Wissenschaftlicher Test: TikTok schaltet fast alle Anzeigen mit Fake-News frei.

Fake-Tok: Die Kurzvideo-App TikTok hat 18 von 20 eingereichten Anzeigen durchgewunken, die den Richtlinien der Plattform widersprechen, finden Forscher der New York University heraus. Alle Werbe-Postings enthielten Falschinformationen zur US-Kongresswahl Anfang November. Facebook hatte nur rund ein Viertel der Fake-News-Anzeigen freigeschalten, YouTube lehnte alle ab.
spiegel.de, cybersecurityfordemocracy.org

Video-Tipp: Wie ein Holocaust-Überlebender bei TikTok gegen Antisemitismus kämpft.

Video-Tipp: Der 87-jährige KZ-Überlebende Gidon Lev leistet bei TikTok Aufklärungsarbeit zum Holocaust, berichtet Thies Schnack für den "Spiegel". Lev komme dabei nicht wie ein Geschichtslehrer rüber, sondern wie ein TikToker, "als Mensch mit Hobbys, Interessen, Problemen". Schnell lernt Lev aber auch die Schattenseiten der Kurzvideo-Plattform kennen: Dort gebe es "so viele Leute, die so voller Hass, Antisemitismus und Ignoranz sind, dass wir dagegen aufstehen müssen".
spiegel.de (5-Min-Video), tiktok.com

Hör-Tipp: Miriam Meckel sieht eine Zeitenwende im Technologie-Sektor.

Hör-Tipp: Die Publizistin und "Ada"-Gründerin Miriam Meckel glaubt, dass die Technologie bei vielen Menschen inzwischen als "Medium des zivilisatorischen Umbruchs" wahrgenommen wird, sagt sie im Gespräch mit "Handelsblatt"-Chefredakteur Sebastian Matthes beim Podcast "Handelsblatt Disrupt". Nie zuvor habe die Technologie so sehr im Zentrum der Geopolitik gestanden. Als Beispiel nennt Meckel die Kurzvideo-App TikTok, deren User mutmaßlich von der chinesischen Regierung überwacht werden.
handelsblatt.com (58-Min-Audio)

BBC: TikTok soll Spenden an syrische Flüchtlingsfamilien einkassieren.

Live-Ausbeutung? Auf TikTok tauchen laut einem Bericht der BBC vermehrt Livestreams auf, in denen syrische Familien in Flüchtlingslagern um geldwerte digitale Geschenke betteln. Doch nach Recherchen des Senders behält TikTok etwa 70 % der Spenden ein. In den Lagern haben die Reporterinnen sogenannte "TikTok-Vermittler" vorgefunden, die laut eigenen Angaben mit Agenturen in China und im Nahen Osten zusammenarbeiten, die von TikTok Geld erhalten sollen. Die Videoplattform erklärt gegenüber der BBC, künftig stärker gegen "ausbeuterisches Betteln" vorgehen zu wollen und dass diese Art von Inhalten auf der Plattform nicht erlaubt sei.
spiegel.de, bbc.com

“WSJ”: TikTok plant Ausweitung seines Musikstreaming-Angebots.

Auf Spotifys Pfaden: Die Video-App TikTok will sein Musikstreaming-Angebot erweitern und weltweit verfügbar machen, berichtet das "Wall Street Journal".  Die Verhandlungen zwischen TikTok-Mutter Bytedance und einem Musik-Label stocken allerdings. Das Unternehmen betreibt in Indien, Indonesien und Brasilien einen mittelmäßig erfolgreichen Streaming-Dienst namens Resso und prüft neben der Expansion auch die Integration in die TikTok-App.
wsj.com (€)

TikTok blockiert bestimmte Begriffe wie “Nazi”, “schwul” und “LBGTQ”.

Aussortiert: Die Video-App TikTok setzt in Deutschland weiter systematisch Wortfilter ein und beschränkt damit die Meinungsfreiheit, zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Tagesschau". Der Filter blockiere mindestens 20 Begriffe, darunter "Nazi", "Sklaven", "LGBTQ" und "schwul". Auch Kommentare die "Klimakrise" und "Klimawandel" oder Begriffe aus dem Ukraine-Krieg enthalten, bekommen häufig eine Sperre. Die Freischaltung bestimmter Begriffe nach einer ähnlichen Recherche Anfang des Jahres, habe der Konzern offenbar wieder aufgehoben. TikTok räumt Fehler ein.
tagesschau.de, turi2.de (Background)

Zitat: Norman Wagner schaut abends auch mal zwei Stunden TikTok.

"Es kommt auch vor, dass ich abends zwei Stunden TikTok schaue, weil ich auf gar nichts Lust habe was Bigscreen ist."

Norman Wagner, Mediachef bei der Telekom, sagt im Video-Interview mit Horizont und turi2, der Algorithmus des Kurzvideo-Dienstes sei "extrem gut darin, das Interesse zu erkennen" und "stellt mir ein ganz gutes Programm zur Verfügung".
turi2.de (Textzusammenfassung), turi2.tv (10-Min-Video)

Lese-Tipp: Wer fordert aus welchen Gründen ein TikTok-Verbot?

Lese-Tipp: Kritiker wie Mathias Döpfner sehen in TikTok eine "generelle Gefahr für die Demokratie", schreibt Florian Rinke (Foto) bei OMR und bezieht sich auf eine Rede bei der Code-Conference in Beverly Hills, in der der Springer-Chef ein Verbot forderte. Zwar seien "Welt" und "Bild" nicht in dem sozialen Netzwerk vertreten, das Springer-Portal Business Insider jedoch veröffentliche regelmäßig Beiträge.
omr.com

Lese-Tipp: Wie TikTok die Welt verändert.

Lese-Tipp: TikTok verändert die Welt – sogar für alle, die nichts mit der App am Hut zu haben, schreibt Corinna Baier im "Focus". Auf TikTok brauche man keinen digitalen Freundeskreis, um mit einem Video Mio Menschen zu erreichen; der Algorithmus analysiere Mikrosignale, um passgenaue Inhalte für jeden auszuspielen. 40 % aller Jugendlichen nutzen TikTok wie eine Suchmaschine; die App bestimme zudem massiv, wer in der Musikindustrie Erfolg hat.
"Focus" 37/2022, S. 24 (€)

Hör-Tipp: Wie tückisch das Online-Shopping mit Klarna sein kann.

Hör-Tipp: Auf TikTok geben junge Leute mit ihren unbezahlten Rechnungen vom Online-Zahlungsdienstleister Klarna an, beobachtet die "Welt"-Netzcheckerin Judith Henke. Der Hashtag "Klarna-Schulden" habe bereits über 29 Mio Aufrufe. Das Klarna-Modell "Kaufe jetzt, zahle später" verleite dazu, sich Dinge zu kaufen, die man eigentlich nicht braucht, erfährt Henke aus Gesprächen mit Usern. "Die Kunden merken gar nicht, dass sie Geld ausgeben", kritisiert Marketing-Professorin Selin Atalay das Konzept. Negative Emotionen, die Menschen sonst mit Bezahlvorgängen verbinden würden, bleiben aus, erklärt Atalay.
open.spotify.com (16-Min-Audio)

Video-Tipp: “Die da oben” analysiert die TikTok-Strategie der AfD.

Video-Tipp: "Die AfD ist gerade dabei, TikTok zu ihrem neuen großen Erfolg zu machen", sagt Jan Schipmann vom Funk-Format "Die da oben". Auf TikTok wimmele es vor "mehr oder weniger inoffiziellen AfD-Accounts", rechte Politiker würden sich auf den ersten Blick nicht zu erkennen geben. Ein roter Faden: AfD-Inhalte würden von anderen Plattformen "ohne große Mühe zweitverwertet" – der Algorithmus verschaffe den Clips hunderttausende Zusehende.
youtube.com (43-Min-Video)

“Horizont”: Charles Bahr will mit neuer News-Plattform Filterblasen auflösen.


Raus aus der Blase: Jungunternehmer Charles Bahr, 20, will nach einem kurzen Gastspiel bei Serviceplan eine "Nachrichten- und Meinungsplattform für junge Leute" starten, die Filterblasen auflösen will, berichtet "Horizont". Darauf sollen ausschließlich kurze Videos mit einer Länge zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten zu sehen sein. Anders als bei vergleichbaren sozialen Netzwerken soll der Algorithmus die Denk- und Verhaltensmuster der Nutzer "nicht ständig bedienen, sondern sukzessive auflösen". Dazu müsse man "behutsam auf andere Inhalte hinführen, zum Beispiel auch mal über buntere Themen", sagt Bahr. Das Angebot richtet sich vor allem an die Gen Z, die Ziele sind hoch gesteckt: In drei Jahren soll das noch namenlose Portal von jedem fünftem Deutschen genutzt werden. Die Inhalte sollen von "Influencern und Personen des öffentlichen Lebens, aber auch von Medien" kommen. Geplant ist laut "Horizont" eine Finanzierung über Werbeeinnahmen. Derzeit sei Bahr noch auf der Suche nach Kapitalgebern. Voraussichtlich 2023 könnte der Launch erfolgen.

Bahr hat Ende 2021 Aufsehen erregt, weil er eine Kündigungsschutzklage gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber TikTok eingereicht hatte. Kurze Zeit darauf hatte Bahr der Kurzvideo-Plattform ein toxisches Arbeitsumfeld vorgeworfen, die "FAZ" bezeichnete Bahr als "TikTok-Schreck". Im Mai dieses Jahres haben Bahr und TikTok sich auf einen auf einen Vergleich geeinigt. Von Januar bis April war Bahr als Social & Content Director bei der Werbeagentur-Gruppe Serviceplan angestellt.
ereader.horizont.net (€), turi2.de (Background)
(Foto: TikTok)

TikTok-Stories lassen sich künftig auf Facebook und Instagram teilen.

Sharing is caring: Die Kurzvideo-App TikTok rollt eine Funktion aus, mit der sich die Stories u.a. auf den Konkurrenz-Plattformen von Meta teilen lassen, berichtet TechCrunch. Facebook und Instagram hatten ihren Algorithmus erst kürzlich dahingehend angepasst, dass User wiederveröffentlichte TikTok-Clips weniger angezeigt bekommen. Stattdessen setzt der Konzern verstärkt auf sein eigenes Kurzvideo-Feature Reels.
techcrunch.com

Debatte: Sascha Lobo hofft auf eine westliche TikTok-Kopie.

TikTokisierung: "Spiegel"-Kolumnist Sascha Lobo wünscht sich, dass es Facebook, YouTube und Co gelingt, wie TikTok zu werden. Die Kurzvideo-App passe ihre Inhalte "weltweit den Maßstäben der chinesischen Diktatur" an, im Zweifel werde die chinesische Regierung ihre "mittelbare TikTok-Macht radikal missbrauchen". In liberalen Demokratien seien die Probleme der sozialen Netzwerke dagegen "mittelfristig bewältigbar".
spiegel.de

Hör-Tipp: TikTok demokratisiert das Musik-Business, sagen Rebecca Rodrian und Benedikt Wiehle.

Hör-Tipp: Im "SWR3 Report" sprechen Rebecca Rodrian und Benedikt Wiehle über die "magischen 15 Sekunden", die ein Lied zu einem TikTok-Hit machen. Oft wird Musik mittlerweile so geschrieben, dass sie in der App funktioniert, und viele Musikerinnen werden durch die Kurzvideos überhaupt erst bekannt. Das sorgt dafür, "dass dieses ganze Musik-Business ein bisschen demokratisiert wird", sagt Wiehle.
ardaudiothek.de (31-Min-Audio)

Debatte: Die “Welt” vermutet TikTok hinter der “Selbstdiagnose Transgender”.

TransTok? Die "Welt" vermutet Social-Media-Portale, allen voran TikTok, hinter der steigenden Zahl an Jugendlichen, die sich als Transgender "selbst diagnostizieren". Wissenschaftlerinnen sind geteilter Meinung: Manche glauben, der Anstieg liege tatsächlich an "sozialer Ansteckung", andere halten das für abwegig – Medien hätten nicht die Macht, Menschen eine Genderdysphorie entwickeln zu lassen.
welt.de (Paid)

Debatte: Soziale Netzwerke als “Entdeckungsmaschinen” schaden dem Influencer-Marketing.

Algorithmus-Allmacht: Für Influencerinnen ist es ein Nachteil, dass Facebook und Instagram TikTok ähnlicher werden und vor allem algorithmus-basierte Inhalte zeigen wollen, schreibt Philipp Bovermann in der "Süddeutschen". Die Followerzahl als einst "harte Währung" verkomme damit "zu nur einem Faktor unter vielen". Die Unverwechselbarkeit der jeweiligen Beiträge werde wichtiger als die Unverwechselbarkeit des Ich als Marke. "Das ist Turbokapitalismus und gleichzeitig Turbo-Planwirtschaft im Reich der Ideen", schreibt Bovermann. Jeder könne Aufmerksamkeit bekommen, aber die KI werde zur Zentralinstanz.
sueddeutsche.de

PR-Anweisungen: TikTok will Verbindungen zu China herunterspielen.

Leitfaden-Leak: PR-Mitarbeitende von TikTok bekommen offenbar die Anweisung, unliebsame Themen bei Medien-Anfragen kleinzureden, berichtet die US-Plattform Gizmodo unter Berufung auf interne Dokumente. Demnach sollen vor allem drei Dinge "heruntergespielt" werden: der Mutterkonzern Bytedance, die Verbindungen zu China und sämtliche KI-Thematiken. Auf Gespräche zum Algorithmus solle sich die PR-Abteilung gar nicht erst einlassen, sondern herausstellen, dass der personalisierte Feed die Entdeckung neuer Musik fördere. Beim Thema Datenschutz sollen PR-Leute darauf verweisen, dass viele andere Apps ebenfalls Daten sammeln.
gizmodo.com via heise.de

Zitat: Meta und Google kopieren “die schlimmsten Praktiken von TikTok”.

"Genauso gut könnte man auch Crack in Kitas und auf dem Pausenhof verteilen."

Digitalexperte Richard Gutjahr kritisiert auf seinem Blog, dass u.a. Meta neuerdings "die schlimmsten Praktiken von TikTok" kopiert und auf Dauerschleifen-Videos auf der Startseite setzt: Das sei "extrem suchtgefährdend, vor allem bei psychisch labilen Menschen und bei Jugendlichen".
gutjahr.biz, turi2.de (Background)

Basta: Facebook verpasst sich neuen Anstrich nach TikTok-Vorbild.

Silver-Dancer: Facebook modelt seine Startseite um. Der Home-Tab zeigt jetzt nicht mehr nur Inhalte von Freunden, sondern auch vom Algorithmus empfohlene Inhalte und Dauerschleifen-Videos von Seiten, denen man nicht folgt – wie bei TikTok. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Best Ager lasziv dreinblickend im Fahrstuhl stehen, ihre Hüften zu angesagten Hits schwingen oder keck auf Besen reiten.
about.fb.com, t3n.de

Basta: Religiöse Stätten in Nepal sagen TikTokern den Kampf an.

TikTok-freie Zone: Religiöse Stätten in Nepal, u.a. die Pilgerstätten an Buddhas Geburtsort Lumbini, verbieten die Erstellung von TikTok-Videos. Influencer hätten mit lauter Musik zu sehr über die Stränge geschlagen. Teilweise stehen jetzt an einigen Orten "No-TikTok"-Schilder, auch Überwachungskameras und Wachleute sind im Einsatz. Buddhisten hoffen, dass sich die Menschen ohne den Aufmerksamkeits-Killer wieder mehr auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren können.
spiegel.de

IT-Sicherheitsunternehmen findet bei TikTok Verbindung nach China.

Unklares Signal: Die TikTok-App für iOS baut eine Verbindung zu einem Server in China auf, zeigen Recherchen des IT-Sicherheits-Unternehmens Internet2.0. Die Verbindung führt offenbar unter anderem zum Cyber-Security-Unternehmen Guizhou Baishan Cloud Technology aus der chinesischen Stadt Baishan. Die Firma ByteDance, die TikTok betreibt, hat Datenflüsse nach China immer wieder abgestritten und bezeichnet die Ergebnisse der Recherche als "unwahr". Internet2.0 kritisiert außerdem, dass TikTok viele Berechtigungen fordere und unnötige Daten sammle. Für die Android-App kann das Unternehmen bisher keine Verbindung nach China belegen. Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Programms verhindern eine tiefergehende Analyse.
spiegel.de

TikTok führt Alters­beschränkungen und Hashtag-Sperren ein.

TikTok bietet künftig die Möglichkeit, Videos mit bestimmten Hashtags von der App-Startseite zu verbannen. Setzt eine Nutzerin etwa den Hashtag #icecream auf die Blockliste, erscheint kein Video mit diesem oder ähnlichen Hashtags mehr. Zudem führt die Plattform Alters­beschränkungen für bestimmte Videos ein. Eine erste Version, die Inhalte nach thematischer Reife ordnet, soll in den kommenden Wochen erscheinen.
newsroom.tiktok.com, spiegel.de

Klick-Tipp: Charity Ekezie räumt in TikTok-Videos mit Vorurteilen über Afrika auf.

Klick-Tipp: "Autos haben wir nicht", antwortet Charity Ekezie in einem TikTok-Video auf die Frage, ob die Menschen in Afrika Autos haben. "Die ärmeren unter uns schwingen in Lianen von Baum zu Baum, die Reichen können sich Wildtiere als Fortbewegungs­mittel leisten" – mit Humor und Sarkasmus räumt sie auf der Plattform mit Vorurteilen über Afrika auf.
tagesschau.de

TikTok stoppt verpflichtende personalisierte Werbung.

TikTok stoppt in letzter Minute die Pläne, alle volljährigen Nutzerinnen zur Zustimmung von personalisierter Werbung zu verpflichten. Mehrere Daten­schutz­behörden haben das Update kritisiert, das am Mittwoch in Kraft treten sollte. TikTok hatte die eigene Werbe­finanzierung zum "berechtigten Interesse" deklariert, weswegen der chinesische App-Anbieter ByteDance die Zustimmung der Userinnen aussetzen wollte. Damit überschreite TikTok die "Praktiken der Branche", so die Daten­schützer.
spiegel.de

TikTok nimmt die Sperre von Melnyk-Video zurück.

Jung & Naiv: TikTok gibt den gesperrten Interview-Ausschnitt von Tilo Jung mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk wieder frei. Eine Begründung liefert die Video-Plattform wie schon bei der Sperre nicht. In dem Gespräch äußert Melnyk sich unkritisch über den Nationalisten und Antisemiten Stepan Bandera.
twitter.com, tiktok.com, turi2.de (Background)

TikTok sperrt Video-Interview von Tilo Jung mit Andrij Melnyk.

TikTok entfernt ein Video-Interview von Tilo Jung mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk wegen Verstoßes gegen die Community-Richtlinien. Es handelt sich um den ersten Teil eines Gesprächs, in dem sich Melnyk unkritisch über den Nationalisten und Antisemiten Stepan Bandera äußert. Im Laufe des Vormittags will TikTok die Sperrung begründen.
twitter.com (Tweet Jung), spiegel.de

Lese-Tipp: Welchen Einfluss TikTok auf die Social-Media-Welt hat.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" beschreibt, wie es durch TikTok zu einem "großen Umbruch in der Social-Media-Welt" kommt. Die Kurzvideo-App zwinge Google und Meta zu Veränderungen, u.a. weil sich das Nutzerverhalten ändert. Social-Media-Berater Matt Navarra prognostiziert eine "Tiktok-ifizierung der sozialen Medien und von Apps im Allgemeinen": Kurze Videos und vertikales Scrollen würden zum Standard werden.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Wie TikTok die Musikindustrie verändert hat.

Lese-Tipp: TikTok hat "die gesamte Musikindustrie verändert", schreibt Clara Suchy bei n-tv.de. Plattenfirmen verlassen sich mittlerweile auf "virale Momente" Kurzvideo-Plattform. Schätzungsweise 65 % der User, die einen Song-Schnipsel bei TikTok hören, spielen den Titel in voller Länge bei Spotify ab – was den Labels hohe Streaming-Zahlen beschert. TikTok habe Künstlerinnen wie Olivia Rodrigo, Lil Nas X oder Jvke groß gemacht.
n-tv.de

TikTok verpflichtet sich zu EU-konformem Schutz vor versteckter Werbung.


Passt sich an: Nutzerinnen der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok sollen künftig alle Arten von Werbung auf der Plattform erkennen können, entsprechend geltender EU-Regeln. Das ist das Ergebnis eines einjährigen Dialogs zwischen TikTok, der EU-Kommission und des Netzes für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC-Netz). Anlass war eine Beschwerde des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC). Der hatte beklagt, dass die Plattform Kinder nicht vor versteckter Werbung und unangemessenen Inhalten schützt.

TikTok verpflichtet sich beispielsweise, mehr Meldemöglichkeit für an Kinder und Jugendliche gerichtetete oder nicht offengelegte Werbung einzurichten. Für Markeninhalte gilt nun eine Richtlinie zu Markeninhalten, die die Bewerbung unangemessener Produkte und Dienstleistungen wie Alkohol, Lockangebote für „schnell-reich-werden“ sowie Zigaretten verbietet. Hat ein Account mehr als 10.000 Followerinnen, überprüft TikTok dessen Videos auf die Einhaltung der Richtlinien.

Das CPC-Netz soll die Umsetzung der Verpflichtungen aktiv überwachen. Der BEUC kritisiert jedoch, dass zentrale Kritikpunkte noch ungelöst sind. Einer davon ist etwa die Urheberrechtsklausel, die der Plattform eine sehr weitreichende Lizenz zur Nutzung der Inhalte einräumt. Ein Mechanismus zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beim Kauf von "virtuellen Münzen" fehle außerdem ebenso wie die Zusage, die an Kinder gerichtete personalisierte Werbung einzustellen. Ein Tiktok-Sprecher teilt mit, der Konzern werde weitere Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.
germany.representation.ec.europa.eu, sueddeutsche.de

“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de