Basta: Facebook verpasst sich neuen Anstrich nach TikTok-Vorbild.

Silver-Dancer: Facebook modelt seine Startseite um. Der Home-Tab zeigt jetzt nicht mehr nur Inhalte von Freunden, sondern auch vom Algorithmus empfohlene Inhalte und Dauerschleifen-Videos von Seiten, denen man nicht folgt – wie bei TikTok. Somit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Best Ager lasziv dreinblickend im Fahrstuhl stehen, ihre Hüften zu angesagten Hits schwingen oder keck auf Besen reiten.
about.fb.com, t3n.de

Basta: Religiöse Stätten in Nepal sagen TikTokern den Kampf an.

TikTok-freie Zone: Religiöse Stätten in Nepal, u.a. die Pilgerstätten an Buddhas Geburtsort Lumbini, verbieten die Erstellung von TikTok-Videos. Influencer hätten mit lauter Musik zu sehr über die Stränge geschlagen. Teilweise stehen jetzt an einigen Orten "No-TikTok"-Schilder, auch Überwachungskameras und Wachleute sind im Einsatz. Buddhisten hoffen, dass sich die Menschen ohne den Aufmerksamkeits-Killer wieder mehr auf den gegenwärtigen Moment konzentrieren können.
spiegel.de

IT-Sicherheitsunternehmen findet bei TikTok Verbindung nach China.

Unklares Signal: Die TikTok-App für iOS baut eine Verbindung zu einem Server in China auf, zeigen Recherchen des IT-Sicherheits-Unternehmens Internet2.0. Die Verbindung führt offenbar unter anderem zum Cyber-Security-Unternehmen Guizhou Baishan Cloud Technology aus der chinesischen Stadt Baishan. Die Firma ByteDance, die TikTok betreibt, hat Datenflüsse nach China immer wieder abgestritten und bezeichnet die Ergebnisse der Recherche als "unwahr". Internet2.0 kritisiert außerdem, dass TikTok viele Berechtigungen fordere und unnötige Daten sammle. Für die Android-App kann das Unternehmen bisher keine Verbindung nach China belegen. Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Programms verhindern eine tiefergehende Analyse.
spiegel.de

TikTok führt Alters­beschränkungen und Hashtag-Sperren ein.

TikTok bietet künftig die Möglichkeit, Videos mit bestimmten Hashtags von der App-Startseite zu verbannen. Setzt eine Nutzerin etwa den Hashtag #icecream auf die Blockliste, erscheint kein Video mit diesem oder ähnlichen Hashtags mehr. Zudem führt die Plattform Alters­beschränkungen für bestimmte Videos ein. Eine erste Version, die Inhalte nach thematischer Reife ordnet, soll in den kommenden Wochen erscheinen.
newsroom.tiktok.com, spiegel.de

Klick-Tipp: Charity Ekezie räumt in TikTok-Videos mit Vorurteilen über Afrika auf.

Klick-Tipp: "Autos haben wir nicht", antwortet Charity Ekezie in einem TikTok-Video auf die Frage, ob die Menschen in Afrika Autos haben. "Die ärmeren unter uns schwingen in Lianen von Baum zu Baum, die Reichen können sich Wildtiere als Fortbewegungs­mittel leisten" – mit Humor und Sarkasmus räumt sie auf der Plattform mit Vorurteilen über Afrika auf.
tagesschau.de

TikTok stoppt verpflichtende personalisierte Werbung.

TikTok stoppt in letzter Minute die Pläne, alle volljährigen Nutzerinnen zur Zustimmung von personalisierter Werbung zu verpflichten. Mehrere Daten­schutz­behörden haben das Update kritisiert, das am Mittwoch in Kraft treten sollte. TikTok hatte die eigene Werbe­finanzierung zum "berechtigten Interesse" deklariert, weswegen der chinesische App-Anbieter ByteDance die Zustimmung der Userinnen aussetzen wollte. Damit überschreite TikTok die "Praktiken der Branche", so die Daten­schützer.
spiegel.de

TikTok nimmt die Sperre von Melnyk-Video zurück.

Jung & Naiv: TikTok gibt den gesperrten Interview-Ausschnitt von Tilo Jung mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk wieder frei. Eine Begründung liefert die Video-Plattform wie schon bei der Sperre nicht. In dem Gespräch äußert Melnyk sich unkritisch über den Nationalisten und Antisemiten Stepan Bandera.
twitter.com, tiktok.com, turi2.de (Background)

TikTok sperrt Video-Interview von Tilo Jung mit Andrij Melnyk.

TikTok entfernt ein Video-Interview von Tilo Jung mit dem ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk wegen Verstoßes gegen die Community-Richtlinien. Es handelt sich um den ersten Teil eines Gesprächs, in dem sich Melnyk unkritisch über den Nationalisten und Antisemiten Stepan Bandera äußert. Im Laufe des Vormittags will TikTok die Sperrung begründen.
twitter.com (Tweet Jung), spiegel.de

Lese-Tipp: Welchen Einfluss TikTok auf die Social-Media-Welt hat.

Lese-Tipp: Das "Handelsblatt" beschreibt, wie es durch TikTok zu einem "großen Umbruch in der Social-Media-Welt" kommt. Die Kurzvideo-App zwinge Google und Meta zu Veränderungen, u.a. weil sich das Nutzerverhalten ändert. Social-Media-Berater Matt Navarra prognostiziert eine "Tiktok-ifizierung der sozialen Medien und von Apps im Allgemeinen": Kurze Videos und vertikales Scrollen würden zum Standard werden.
handelsblatt.com

Lese-Tipp: Wie TikTok die Musikindustrie verändert hat.

Lese-Tipp: TikTok hat "die gesamte Musikindustrie verändert", schreibt Clara Suchy bei n-tv.de. Plattenfirmen verlassen sich mittlerweile auf "virale Momente" Kurzvideo-Plattform. Schätzungsweise 65 % der User, die einen Song-Schnipsel bei TikTok hören, spielen den Titel in voller Länge bei Spotify ab – was den Labels hohe Streaming-Zahlen beschert. TikTok habe Künstlerinnen wie Olivia Rodrigo, Lil Nas X oder Jvke groß gemacht.
n-tv.de

TikTok verpflichtet sich zu EU-konformem Schutz vor versteckter Werbung.


Passt sich an: Nutzerinnen der chinesischen Kurzvideo-Plattform TikTok sollen künftig alle Arten von Werbung auf der Plattform erkennen können, entsprechend geltender EU-Regeln. Das ist das Ergebnis eines einjährigen Dialogs zwischen TikTok, der EU-Kommission und des Netzes für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC-Netz). Anlass war eine Beschwerde des Europäischen Verbraucherverbands (BEUC). Der hatte beklagt, dass die Plattform Kinder nicht vor versteckter Werbung und unangemessenen Inhalten schützt.

TikTok verpflichtet sich beispielsweise, mehr Meldemöglichkeit für an Kinder und Jugendliche gerichtetete oder nicht offengelegte Werbung einzurichten. Für Markeninhalte gilt nun eine Richtlinie zu Markeninhalten, die die Bewerbung unangemessener Produkte und Dienstleistungen wie Alkohol, Lockangebote für „schnell-reich-werden“ sowie Zigaretten verbietet. Hat ein Account mehr als 10.000 Followerinnen, überprüft TikTok dessen Videos auf die Einhaltung der Richtlinien.

Das CPC-Netz soll die Umsetzung der Verpflichtungen aktiv überwachen. Der BEUC kritisiert jedoch, dass zentrale Kritikpunkte noch ungelöst sind. Einer davon ist etwa die Urheberrechtsklausel, die der Plattform eine sehr weitreichende Lizenz zur Nutzung der Inhalte einräumt. Ein Mechanismus zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beim Kauf von "virtuellen Münzen" fehle außerdem ebenso wie die Zusage, die an Kinder gerichtete personalisierte Werbung einzustellen. Ein Tiktok-Sprecher teilt mit, der Konzern werde weitere Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.
germany.representation.ec.europa.eu, sueddeutsche.de

“Den Traum, reich zu werden, zerstöre ich nicht ganz” – Simon Schöbel über Investitionen und Instagram.


Fin-Experte: "Wenn man schnell reich werden will, ist das der schnellste Weg, genau das Gegenteil zu erreichen", sagt Simon Schöbel im turi2 Jobs-Podcast. Der Finfluencer klärt auf YouTube, TikTok und Instagram über Finanzthemen auf und beobachtet: "Gerade junge Leute wollen schnell reich werden." Die Gefahr dabei sei, dass sie "auf die falschen Leute hören" oder zum Beispiel in "spekulative Dinge" investieren. Im Gespräch mit turi2-Redakteurin Pauline Stahl sagt Schöbel, dass es der jüngeren Generation nicht mehr zwingend "um die Karriere der Karriere wegen" gehe, sondern "um Selbst­verwirklichung" – und dabei helfe Geld. Wer den "Faktor Geld nach oben setzt", könne auch den "Faktor Zeit" erhöhen, sagt Schöbel. Der "klassische Karriereweg bis zur Selbst­ausbeutung ist in unserer Generation nicht mehr so stark gegeben". Den Traum, reich zu werden, zerstöre Schöbel seinen Followern auf Social Media nicht ganz, sage aber, dass es "länger dauert".

Grundsätzlich wolle er seinem Publikum vermitteln, "weniger kurzfristig zu denken" und "eher langfristige Verhaltens­muster anzupassen". Dazu gehöre auch, sich von aktuellen News "nicht völlig aus der Fassung bringen zu lassen". So schrecklich der Krieg in der Ukraine sei – "solche Krisen wird es immer wieder geben". Für langfristige Anlagen über zehn bis 15 Jahre seien sie "ganz normal". In seinen 30- bis 40-sekündigen Videos greift Schöbel solche Themen eher nicht auf, weil er sie nur oberflächlich behandeln könnte. Lieber versucht er, seiner jungen Zielgruppe einen "konkreten Mehrwert" mitzugeben, etwa, warum sie ihr Geld nach einer Gehalts­erhöhung nicht direkt für Designer-Klamotten ausgeben sollten oder wie sie beim Bewerbungs­gespräch richtig über das Gehalt verhandeln. "Je konkreter der Tipp, desto interessanter", sagt Schöbel.

Seine 230.000 Follower auf TikTok und 43.000 auf Instagram zeigen: Das Interesse an Finanzthemen ist da und größer als je zuvor: "Das war in der Vergangenheit eher ein Thema für Finanz­berater." Mittlerweile werde in den Medien nicht nur viel mehr Info publiziert, auch die Zugänge dazu seien einfacher. Selbst die Einstiegs­barrieren beim Investieren sind gesunken, sagt Schöbel: "Man kann per Mausklick oder am Smartphone quasi für null Euro ETFs kaufen." Reich wird Schöbel mit seinen Videos nicht, "das ist mir aber auch nicht wichtig und nicht planbar". Von der Tätigkeit als Finfluencer kann er seit zirka einem halben Jahr leben. Bis er überhaupt die ersten Euro damit verdient habe, seien allerdings "anderthalb Jahre ins Land gestrichen".

Simon Schöbel gibt eines von zehn Finanz-Fachinterviews in der aktuellen turi2 Edition #18. Das Buch zum Thema Kapital erscheint am 29. Juni.
turi2.tv (41-Min-Podcast auf YouTube), turi2.podigee.io, spotify.com, podcast.apple.com, deezer.com, audionow.de

Hör-Tipp: Zeitungen müssen auf TikTok vertreten sein, ist die “FAZ” überzeugt.

Hör-Tipp: Jedes Zeitungs-Thema hat das Potenzial, "auf TikTok viral zu gehen", ist die Social-Media-Redakteurin der "FAZ", Aylin Güler, überzeugt. Die Redaktion könne zum Beispiel fünf Fakten über den Ukraine-Krieg in einem Video aufbereiten. Die Zeitung hat seit Kurzem einen TikTok-Kanal, für den die "FAZ" mehrere neue junge Mitarbeitende eingestellt hat, erzählt Herausgeber Carsten Knop im hauseigenen "Digitec"-Podcast.
faz.net (41-Min-Audio), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Wie “YouTube Shorts” zu TikTok aufschließt.

Lese-Tipp: Mit seinen Kurzvideos "Shorts" ist YouTube innerhalb eines Jahres zum ärgsten TikTok-Konkurrenten geworden, schreibt Angela Göpfert auf tagesschau.de. Das liege u.a. daran, dass die Video-Plattform aus den Fehlern seiner gescheiterten Vorgänger lerne und die Funktion etwa "kommerziell attraktiver" gestalte. Doch auch TikTok lasse sich nun von YouTube inspirieren und die Plattformen "gleichen sich immer mehr an".
tagesschau.de

Video-Tipp: Warum TikTok ein Zeitfresser ist.

Video-Tipp: "Zapp"-Reporter Daniel Frevel will herausfinden, warum Userinnen bei TikTok so viel Zeit wie in keinem anderen sozialen Netzwerk verbringen. Unter anderem rege das sehr einfache App-Design dazu an, immer weiter zu swipen. Der Berliner Lehrer und TikToker Niko Kappe alias Nikothec verrät, was zu seiner Erfolgsformel gehört – schnelle Schnitte, schnelles Reden, kompakte Infos und ungewöhnliche Kameraperspektiven.
youtube.com (11-Min-Video)

Lese-Tipp: #BookTok beeinflusst den Buchmarkt.

Lese-Tipp: Auf dem Buch­markt "kreiert TikTok Best­seller, reanimiert Klassiker und rettet vernach­lässigte Genres", schreibt Claire Armitstead im "Guardian". Die zu Beginn der Pandemie durch­startende #BookTok-Nische sei "fast and furious", Buchläden reagierten mit eigenen Ausstelltischen für trendende Bücher. Händler Peter erzählt, dass der größte Teil seiner Kundschaft heute aus Teenagern bestehe, und nicht wie zuvor aus Millenials.
theguardian.com

Zitat: Leibniz wirbt aus Sicherheitsgründen nicht auf Tiktok.

"Wir achten beispielsweise sehr darauf, welche Social-Media-Kanäle wir einsetzen, und haben zum Beispiel auf Tiktok komplett verzichtet."

Marcin Piaseczny, Marketing Director Bahlsen DACH, erklärt im "Horizont"-Interview, dass der Keksmarktführer nicht auf Tiktok wirbt, da die Sicherheit fehlt, "dass unsere Markenbotschaften nicht an Kinder transportiert werden".
horizont.net (Paid)

turi2 edition #18: 10 Influencerinnen die uns durch die Geld-Welt begleiten.


Finfluenced: In Kurzvideos auf TikTok, kompakten Instagram-Posts, ausführlichen Blog-Beiträgen und YouTube-Videos erklären diese zehn Influencer die Finanzwelt. Die einen spezialisieren sich auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, die anderen greifen komplizierte Themen mit Humor auf oder bieten Tipps und monatliche Challenges zum Thema.
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TikTok zeigt unter #Xinjiang weiterhin idyllische Landschaften und Propaganda.

Unsocial Network: Wer auf TikTok nach dem Schlag­wort #Xinjiang sucht, bekommt auch nach der Veröffentlichung der Xinjiang Police Files weiterhin größtenteils Propaganda-Videos und idyllische Landschaften zu sehen. Eine Recherche von netzpolitik.org-Journalist Sebastian Meineck zeigt, dass Nutzerinnen wenig von der Unterdrückung der Uiguren in China sehen. Auch die drei Top-Kommentare unter einem der Videos "wirken manipuliert".
netzpolitik.org

Lese-Tipp: Die “Süddeutsche” stellt einen Berliner Lehrer und TikTok-Star in Personalunion vor.

Lese-Tipp: Die "Süddeutsche Zeitung" porträtiert den Berliner Grundschul-Lehrer und Influencer Niko Kappe, der im leeren Klassenzimmer informative TikTok-Videos dreht. Gelegentlich präsentiert er seine Clips, z.B. über gesunde Ernährung, den Schülerinnen – danach vertiefe er das Thema mit klassischen Arbeitsblättern. "So viele Kinder und Jugendliche benutzen heute diese App. Es geht also auch darum, ihnen mit den Medien etwas beizubringen, die sie gut kennen", sagt er.
sueddeutsche.de

TikTok testet das Abo-Modell “Live Subscriptions”.

Bezahl-Schranke: TikTok testet das Abo-Modell "Live Subscriptions". Ähnlich wie auf der Streaming-Plattform Twitch bekommen TikTok-Nutzerinnen die Möglichkeit, ihren liebsten Accounts regelmäßig Geld zu geben. Im Gegenzug sollen sie dafür u.a. Abzeichen und exklusive Chatmöglichkeiten bekommen. Der Testlauf für das Modell startet am Donnerstag mit 1.000 ausgewählten Profilen. Wie viel die Abos kosten, ist bisher unklar.
t3n.de

“HateAid”: TikTok setzt Sperrungen gegen russische Staatsmedien nicht wirklich durch.

Durchlässig: Russische Staatsmedien wie RT DE können auf TikTok leicht ihre Sperrungen in der EU umgehen, zeigt eine Analyse der gemeinnützigen Organisation HateAid. Statt der offiziellen Kanäle stellen reichweitenstarke Nutzerinnen die prorussischen Inhalte hoch. HateAid wirft TikTok vor, nichts dagegen zu unternehmen und die Reichweite durch den Algorithmus sogar noch zu vergrößern.
spiegel.de

TikTok steigt ins Gaming ein.

Gaming-Offensive: Die beliebte Video-App TikTok plant den Einstieg ins Gaming-Geschäft, berichtet Reuters. Im Rahmen eines ersten Pilottests können Nutzerinnen in der vietnamesischen Version der App nicht nur Kurzvideos erstellen und teilen, sondern auch Smartphone-Spiele nutzen. Ein TikTok-Insider bestätigt Reuters, dass das neue Angebot der Start einer Gaming-Offensive ist.
reuters.com via basicthinking.de

Charles Bahr einigt sich mit TikTok und verlässt Serviceplan.

Bahrgeld: Der Rechtsstreit zwischen Charles Bahr und seinem früheren Arbeitgeber TikTok endet mit einem Vergleich. Bahr hatte wegen seiner Entlassung eine Kündigungsschutzklage eingereicht. Die Vorwürfe gegen ihn werden nun wohl nicht aufrecht erhalten, über die Details des Vergleichs haben die Parteien jedoch Stillschweigen vereinbart. Seinen neuen Arbeitgeber Serviceplan verlässt Bahr nach fünf Monaten wieder. Er habe "aus persönlichen Gründen um Auflösung des Vertrags gebeten", da er sich in der Gründungsphase eines Startups befinde.
horizont.net (Paid)

Lese-Tipp: TikTok gibt es in Russland nur noch als “Zombie-Version”.

Lese-Tipp: TikTok ist im Gegensatz zu vielen anderen Social-Media-Platt­formen weiterhin in Russland verfügbar – allerdings nur als eine Art "Zombie-Version" seiner selbst, zeigen Recherchen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Norwegen. Der ukrainische Feed ist voller zerstörter Häuser und Raketen, der russische zeigt stattdessen Videos von Hunde­welpen. "Als würde der Krieg für TikTok-Nutzer:innen in Russland nicht existieren."
nrk.no via netzpolitik.org

“Washington Post”: Meta bezahlt Beratungsfirma für Schmutzkampagne gegen TikTok.


Auftrags-Rufmord: Die Facebook-Mutter Meta soll die den Republikanern nahe Beratungsfirma Targeted Victory mit einer Schmutzkampagne gegen den Konkurrenten TikTok beauftragt haben, recherchiert die "Washington Post". Ziel sei es gewesen, die chinesische Video-App von Bytedance als Bedrohung für amerikanische Kinder darzustellen. Die Firma soll z.B. für die gezielte Platzierung von kritischen Leserinnenbriefen und Artikeln über vermeintlich gefährliche TikTok-Trends in großen lokalen und regionalen Zeitungen verantwortlich sein.

Targeted Victory wehrt sich gegen die Vorwürfe, im Bericht der "Washington Post" werde die Arbeit des Unternehmens falsch dargestellt. Dennoch ist CEO Zac Moffatt "stolz auf unsere Arbeit, die Gefahren von TikTok hervorzuheben", schreibt er bei Twitter. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP gibt sich Meta wortkarg und reagiert mit nur einem Satz: "Wir denken, alle Plattformen einschließlich TikTok sollten einer Überprüfung unterliegen, die ihrem wachsenden Erfolg entspricht."
washingtonpost.com, theverge.com, tah.de
(Foto: picture alliance / NurPhoto, Jakub Porzycki)

Zahl des Tages: 16 % britischer Kleinkinder nutzen schon TikTok.

Zahl des Tages: Rund 16 % der 3- und 4-jährigen britischen Kleinkinder schauen regel­mäßig Inhalte bei TikTok an, sagt eine Umfrage der Medien­aufsicht Ofcom. Bei den 5- bis 7-Jährigen sind es sogar 29 % – dabei erlaubt TikTok die Nutzung offiziell erst ab 13. Von den 8- bis 11 Jährigen haben nach Angaben der Eltern 60 % eigene Social-Media-Profile.
theguardian.com, ofcom.org.uk

TikTok setzt in Deutschland Wortfilter für Kommentare ein.

Zensiert: Die Video-App TikTok schränkt die Meinungsfreiheit seiner deutschen Nutzerinnen durch Wortfilter in den Kommentaren ein, zeigen Recherchen von NDR, WDR und "Tagesschau". Der Filter verhindere, dass Kommentare unter Videos angezeigt werden, wenn sie bestimmte Schlagworte enthalten. Dazu zählen Wort wie "Porno" und "Sex", aber auch Begriffe aus der LGBTQI-Community wie "schwul" und "queer", ebenso die Wörter "Auschwitz" und "Nationalsozialismus". TikTok arbeite laut einer Sprecherin nun mit Hochdruck daran, das Vorgehen "zu überarbeiten".
tagesschau.de

Zahl des Tages: Nur 40 Minuten nach App-Start erhalten TikTok-Userinnen Fake News.

Zahl des Tages: Nur 40 Minuten, nachdem sie zum ersten Mal die App aktiviert haben, erhalten TikTok-Nutzerinnen Fake News bezüglich des Kriegs in der Ukraine, ergibt eine Recherche von NewsGuard. Besonders viele Missinformationen tummeln sich unter den Top-20-Resultaten des Netzwerks, die Userinnen vorgeschlagen werden.
mediapost.com

Vergleich zwischen Charles Bahr und TikTok scheitert.

Vergleich gescheitert: Der Rechtsstreit zwischen Social-Media-Wunderkind Charles Bahr, 20, und seinem früheren Arbeit­geber TikTok geht Anfang Juni mit einem Kammer­termin weiter. Auf einen Vergleichs­vorschlag des Richters konnten sich beide Parteien nicht einigen, teilt das Arbeits­gericht Hamburg auf Nachfrage von "Horizont" mit. Bahr, der inzwischen für Serviceplan arbeitet, hat gegen seine Entlassung bei TikTok eine Kündigungs­schutz­klage erwirkt.
horizont.net (Paid), turi2.de (Background)

Lese-Tipp: Die “FAZ” beleuchtet den “Tiktok-Schreck” Charles Bahr.

Lese-Tipp: Das offensive Social-Media-Verhalten des früheren TikTok-Mitarbeiters Charles Bahr passt "nicht zu der zurück­haltenden Person, die man auf Konferenzen" trifft, zitiert Gustav Theile Branchen­kenner in der "FAZ". Im Artikel Der junge Tiktok-Schreck zeichnet Theile ein wider­sprüchliches Bild des 20-Jährigen, der sich mit seinem früheren Arbeitgeber anlegt.
faz.net (Paid), turi2.de (Background)

Debatte: Staatliche Stellen haben in sozialen Medien nichts verloren.

Nicht sozial: Das Geschäftsmodell sozialer Medien ist "Manipulation als Wahrheit zu verkaufen", schreiben der Landes­beauftragte für den Daten­schutz und die Informations­freiheit in Baden-Württemberg, Stefan Brink, und Referentin Clarissa Henning auf netzpolitik.org. Die Rolle öffentlicher Stellen sei dabei "den irregulären Regularitäten der Social Media-Monopolisten entgegen­zutreten". Daher müssen sie "raus aus Instagram, Twitter und TikTok".
netzpolitik.org

Lese-Tipp: TikTok als Informationsquelle für den Krieg in der Ukraine.

Lese-Tipp: Die Videoplattform TikTok ist im Ukraine- Krieg zu einer wichtigen Informationsquelle für Jugendliche geworden, obwohl die App die Verbreitung "von irreführenden oder mit Falschinformationen durchzogenen Videos" begünstigt, schreiben Markus Böhm und Janne Knödler im "Spiegel". Alina Volik, eine junge Videomacherin aus der Ukraine, will mit ihren TikToks ein Gegengewicht schaffen, um "die Wahrheit über die Ukraine" zu zeigen.
spiegel.de (Paid)

Hör-Tipp: Informationskrieg auf TikTok führt zu Fehlinformation und Propaganda, sagt Marcus Bösch.

Hör-Tipp: Auf TikTok und anderen Plattformen herrscht zurzeit ein "ganz klarer Informationskrieg", sagt Journalist und Publisher des Newsletters "Understanding TikTok" Marcus Bösch im Podcast Newsfluence. Akteurinnen von beiden Seiten "posten mit ganz klarer Agenda" und damit gehe "eine ganze Reihe von Misinformationen und Propaganda" einher. Das reiche von "tanzenden glorreichen ukrainischen Soldaten" bis zu Fan-Accounts für den ukrainischen Präsidenten.
soundcloud.com (24-Min-Audio)

Debatte: TikTok muss den Krieg von seiner Plattform verbannen, findet Peter Hammer.

Bilderflut: W&V-Redakteur Peter Hammer macht es wütend, dass TikTok seine Nutzerinnen "vollkommen wahllos und unfiltriert" mit Kriegsvideos und einem "kruden Mix aus Nachrichten" konfrontiert. Das sei verantwortungslos: "TikTok schert sich einen Dreck um seine – überwiegend jungen – Nutzer". Aber auch die Werbetreibenden müssten einfordern, dass der Krieg von der Plattform verschwindet.
wuv.de (Paid)

NetzDG verstößt teils gegen EU-Vorschriften.

Keine Preisgabe: Das Kölner Verwaltungsgericht gibt den Eilanträgen von Google und Meta gegen das NetzDG Recht. Paragraph 3a des Gesetzes, der soziale Netzwerke verpflichtet, Hass-Beiträge ans BKA weiterzuleiten, verstoße zum Teil gegen EU-Richtlinien. Die Netzwerke sind nur in ihrem Herkunftsland verpflichtet, Informationen weiterzugeben. Google und Meta haben die Anträge bereits im Juni 2021 eingereicht, TikTok folgte im Januar mit einer Klage.
spiegel.de, taz.de, turi2.de (Background), turi2.de (Background)

Meta und TikTok schränken russische Staatsmedien ein.

Plattform-Blockade: Meta und TikTok schränken in der EU den Zugang zu Inhalten von RT und Sputnik ein. Facebooks Politik-Chef Nick Clegg hat in der Nacht zum Dienstag auf Twitter geschrieben, der Konzern habe "von einer Reihe von Regierungen und der EU" Anfragen erhalten, Schritte gegen russische Staatsmedien zu unternehmen. Auch ein TikTok-Sprecher bestätigt das Vorhaben gegenüber dem "Wall Street Journal".
horizont.net

Lese-Tipp: Wie auf TikTok mit Fake-Livestreams aus der Ukraine Kasse gemacht wird.

Lese-Tipp: Auf TikTok bereichern sich Betrügerinnen durch gefälschte Ukraine-Livestreams, beobachtet OMR-Mann Roland Eisenbrand. Die Fake-Streamerinnen rufen in ihren teils beklemmenden und zunächst authentisch wirkenden Streams zu Spenden auf – in Form von virtuellen Geschenken, die sie später gegen Geld eintauschen können. TikTok behält einen unbekannten Teil davon ein.
omr.com

Der “Tagesspiegel” mischt nun auch bei TikTok und Snapchat mit.

Zeigt Präsenz: Der "Tagesspiegel" eröffnet Accounts bei TikTok und Snapchat. Das sei ein "wichtiger Schritt, um unser Portfolio weiter zu diversifizieren und zu verjüngen", sagt Chefredakteur Christian Tretbar. Für die Plattformen wolle man "eigens vertikale Videos" produzieren, die sich "in ihrer Machart vom bisherigen 'Tagesspiegel'-Stil deutlich unterscheiden". Zum Auftakt soll es eine Videoserie über die Präsidentschaftswahlen in Frankreich geben, weitere Formate seien in Planung.
tagesspiegel.de

Hör-Tipp: “Wohlstand für Alle” seziert TikTok.

Hör-Tipp: Wolfgang M. Schmitt (Foto) und Ole Nymoen werfen in ihrem Podcast "Wohlstand für Alle" einen kritischen Blick auf die Kurzvideo-App TikTok. Dort würde sich "neoliberale Propaganda" ideal verbreiten lassen. Es sei eine "hübsche Pointe der Weltgeschichte", dass dies ausgerechnet über eine "eng mit dem chinesischen Staats-Kapitalismus verquickte Plattform" geschehe, urteilt Schmitt. Kritische Beiträge, "egal zu welchen Themen", gebe es bei TikTok nicht – allenfalls eine "alberne Schwundstufe", wenn Userinnen "zum tausendsten Mal" davon erzählen würden, dass Elon Musk und Jeff Bezos "nicht alle Tassen im Schrank haben".
podcasts.apple.com (45-Min-Audio), youtube.com (45-Min-Videoversion)

Jugendliche rufen auf TikTok zu Massenschlägerei in Hannover auf.

Gewaltvoller Aufruf: Bis zu 200 Jugendliche haben sich am Samstag zu einer Massenschlägerei in Hannover über TikTok verabredet. Besorgte Eltern hätten die Polizei informiert und von einer "Challenge" gesprochen. Einige Jugendliche hätten sich Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert und vereinzelt Böller gezündet. Nach rund fünfeinhalb Stunden habe sich die Versammlung aufgelöst. Zu einer Massenschlägerei sei es nicht gekommen.
t3n.de

Debatte: Junge Abgeordnete blamieren den Bundestag, findet Robin Alexander.

Nichts Besseres zu tun: Der neue Bundestag ist so groß, dass "hinein­geschwemmte" Jung­politikerinnen zu wenig zu tun haben, meckert der Vize-Chef­redakteur der "Welt", Robin Alexander. Die Abgeordneten würden deshalb "abseitige Videos" für Social Media drehen, wie SPD-Politikerin Verena Hubertz, die Studierenden bei Tiktok Booster und Bubatz verspricht. Solche Videos "blamieren" das Parlament, findet Alexander.
welt.de (Paid)

TikTok zensiert Worte wie “Arbeitslager” in automatischen Untertiteln.

Ze*sur: Die App TikTok testet eine neue Untertitel-Funktion in Deutschland und zensiert dabei Worte wie "Arbeitslager" oder "Umerziehungslager", entdeckt Netzpolitik.org. Die Video-App des chinesischen Mutterkonzerns Bytedance habe mindestens zehn Worte mit Sternchen ersetzt. Viele davon wecken Assoziationen mit chinesischen Internierungslagern. Aus Umerziehungslager macht die neue Funktion "Umerziehung************".

Auch "Prostitution" fällt  den laut TikoTok "veralteten englischen Sprach-Schutzmaßnahmen" zum Opfer. Einen politischen Zusammenhang bestreitet das Unternehmen. Kritiker sehen darin den langen Arm chinesischer Zensur. TikTok-Nutzerinnen können sich mit dem neuen Feature automatisch Untertitel für ihre Videos generieren. Im englischsprachigen Raum ist das bereits länger möglich. In Deutschland hat TikTok die neue Funktion mittlerweile offenbar wieder deaktiviert.
netzpolitik.org, tagesspiegel.de